Golf GTI – Der begeistert seit 40 Jahren

1976 begann die Geschichte des VW Golf, der mit den drei magischen Buchstaben – GTI. Ein Kompaktfahrzeug mit sportlichen Ausstattungsdetails und einem Motor mit reichlich Power. Waren es beim Golf GTI der ersten Generation noch 110 PS, hat die mittlerweile siebte Generation 220 PS unter der Haube. VW plante damals 5.000 Exemplare vom GTI zu verkaufen. Mittlerweile sind weltweit etwa 1,9 Millionen Fahrzeuge an die Kunden ausgeliefert worden.

Seit 40 Jahren begeistert die Abkürzung GTI die Autowelt. Ein Beispiel gefällig? Beim GTI-Treffen am Wörthersee in Österreich feierten auch in diesem Jahr wieder hunderttausende Fans “ihren” Golf GTI. Die Veranstaltung fand übrigens schon zum 35. Mal statt. Aber was ist das besondere an diesem Auto?

❏ VW Golf GTI – Karosserie

VW Golf GTI Foto: Frank Moritz
VW Golf GTI    Foto: Frank Moritz

Von außen hebt sich der aktuelle GTI von einem normalen VW Golf nur in wenigen Details deutlich ab. Die GTI-Karosserie misst 4,27 Meter in der Länge, 1,80 Meter in der Breite und 1,48 Meter in der Höhe. Der Radstand beträgt 2,63 Meter und die Hecktür schwenkt 2,01 Meter weit in die Höhe. Also nichts anderes wie bei den Standard-Gölfen. Dafür ist die Karosserie beim GTI aber um 15 mm tiefer gelegt. Es gibt den Golf GTI als Drei- und Fünftürer.

Im Frontbereich zieht sich der für den GTI typische rote Faden durch die Doppelscheinwerfer und dem Lüftungsgitter mit Wabenstruktur. Nicht zu vergessen das GTI- und VW-Logo. Darunter sitzen seitlich die beiden Finnen, die in den Nebellampen enden. Bi-Xenon Scheinwerfer sind Serie beim GTI und Voll-LED gibt es gegen Aufpreis.

VW Golf GTI Foto: Frank Moritz
VW Golf GTI – Rot lackierte Bremssättel sind Serie. Die 18-Zoll-Räder (Foto) sind optional.   Foto: Frank Moritz
VW Golf GTI Foto: Frank Moritz
VW Golf GTI   Foto: Frank Moritz

Die Rückleuchten des GTI sind Voll-LED und zwischen den beiden verchromten Endrohren sitzt noch ein kleiner Diffusor. Ansonsten ist das Heckdesign sehr sachlich gestaltet und ohne protzige Anbauten. Das gilt übrigens für das gesamte Karosseriedesign. Ein Golf GTI ist optisch weder Macho-Typ noch ein Design-Exemplar. Man erkennt ihn als Golf, ahnt aber nicht unbedingt, welche sportlichen Gene in ihm stecken. Es sei denn, man erblickt das GTI-Logo.

❏ VW Golf GTI – Kofferraum

VW Golf GTI Foto: Frank Moritz
VW Golf GTI   Foto: Frank Moritz

Der Kofferraum des GT I schluckt 380 Liter und wenn die Rücklehnen geklappt werden, erweitert sich das Volumen auf bis zu 1.270 Liter. Bei 445 Kilogramm Zuladung ist das Maximum erreicht. Der Wolfsburger könnte wenn er wollte durchaus einen Hänger an den Haken nehmen, der bis zu 1,6 Tonnen (gebremst) Gewicht haben darf. Die Rücklehnen lassen sich zweigeteilt umklappen und besitzen eine Durchladeluke. Das Warndreieck ist praktischer Weise in der Heckklappe untergebracht. Für den Familienurlaub ist der Golf GTI zu gebrauchen, als Truppentransporter reicht es allerdings nicht. Aber dafür ist ein GTI auch gar nicht gedacht.

VW Golf GTI Foto: Frank Moritz
VW Golf GTI – typisches Karomuster und serienmäßige Mittelarmlehne   Foto: Frank Moritz

❏ Innenraum + Ausstattung

Innenraum betritt man über eine beleuchtete Fußleiste mit, na klar, rotem Faden. Der setzt sich als Ziernaht am Lenkrad, an den Türen und am Schalthebel fort. Der Testwagen hatte die typischen GTI-Karositze in der Stoffversion, die meiner Meinung völlig ausreichen. Es gibt auch noch eine Leder- und eine Alcantara-Variante. Die Sportsitze sehen nicht nur gut aus, sie sind auch sehr bequem. Was ich während der längeren Testfahrten sehr zu schätzen wusste. Auch auf der Rückbank sitzt es sich recht kommod. Vorausgesetzt es sitzen nicht mehr als zwei Erwachsene dort.

Die Materialauswahl und auch die Materialqualität sind auf dem bekannt hohen Golf-Niveau. Genau wie die Ergonomie der Schalter, Knöpfe und Hebel absolut durchdacht ist. Er ist ein Golf, da steigt man ein und findet sich auf Anhieb zurecht. Vielleicht auch ein Geheimnis seiner Beliebtheit. Den sportlichen Part im Innenraum übernehmen die Alupedalerie, das unten abgeflachte Sport-Leder-Lenkrad mit GTI-Logo und natürlich der Schalthebel mit dem Knauf im Golfball-Design.

VW Golf GTI Foto: Frank Moritz
VW Golf GTI   Foto: Frank Moritz

Der Blick nach hinten beim Rückwärtsfahren ist bei aufgestellten Kopfstützen in der zweiten Reihe und der doch breiten C-Säule nicht optimal. Rückfahrkamera und Park-Piepser sollte man an Bord haben. Das mit der Sicht nach hinten ist leider bei den heutigen Autos ein allgemeines Problem. Ansonsten ist die Rundumsicht in Ordnung. Die Rundinstrumente vor dem Fahrer und das große Touch-Screen in der Mittelkonsole lassen sich prima ablesen.

Ablagemöglichkeiten für die täglichen Dinge sind im Golf GTI ausreichend vorhanden und befinden sich in den Türen, der Mittelarmlehne, auf der Mittelkonsole und im gekühlten Handschuhfach. Dazu noch ein Brillenfach im Dachhimmel.

❏ Motor + Fahrleistung

VW Golf GTI Foto: Frank Moritz
VW Golf GTI Foto: Frank Moritz
Kommen wir zu dem, was den wahrscheinlich größten Reiz eines Golf GTI ausmacht, den Motor. Unter der Haube wartet ein 2,0-Liter Vierzylinder-TSI-Motor mit Turboaufladung und Direkteinspritzung auf seinen Einsatz. Der hat eine maximale Leistung von 220 PS bei 4.500 bis 6.200 Umdrehungen. Das maximale Drehmoment von 350 Newtonmetern liegt zwischen 1.500 und 4.400 Umdrehungen pro Minute an. Dazu hatte der Test-GTI ein 6-Gang-Schaltgetriebe. Es gibt auch optional ein 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe für den Golf GTI.

Gestartet wird per Knopfdruck ohne bollernde Klanggewalten aus den Endrohren. Schiebt man die Gänge optimal durch die Box, erreicht der Golf GTI in 6,5 Sekunden die Marke von 100 km/h. Obwohl er nur über die Vorderräder angetrieben wird, bringt er die Leistung ohne Traktionsprobleme auf den Asphalt. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 246 km/h. Verschiedene Fahrmodis stehen zur Verfügung, wobei ich mich nur für Comfort und Sport entschieden habe. Den Comfort-Modus wählte ich hauptsächlich im Stadtverkehr. Entspanntes fahren bei angenehmer Akustik und im fünften Gang mit 50 km/h gleiten – der GTI ist zu 100 Prozent auch für den Alltag geeignet, ein Auto mit feinen Manieren. Dazu trägt auch der Wendekreis von 10,9 Metern bei. Der Fahrkomfort überraschte mich positiv für einen Sportler seines Kalibers.

Im Sport-Modus sieht es etwas anders aus. Nicht das er jetzt kompliziert zu händeln wäre oder gar hart und ruppig wird. Ganz im Gegenteil. Er lässt sich prima durch die Kurven zirkeln, die Lenkung setzt die Bewegungen des Fahrers direkt um und die Karosserieneigung bleibt sehr gering. Beeindruckend aber ist beim GTI, wie er die Gasbefehle spontan umsetzt und mühelos leicht nach vorne stürmt. Besonders wenn man auf der Autobahn von 120 km/h Richtung Höchstgeschwindigkeit beschleunigt, ist es ein wahres Erlebnis. Und dabei bleibt er auch bei 180 km/h noch leiser, als die meisten seiner Konkurrenten.

Das Auto wird auch bei hohen Geschwindigkeiten jederzeit beherrschbar und lässt den halbwegs geübten Autofahrer keine feuchten Hände bekommen. Dazu tragen auch die Bremsen ihren Teil bei, die kräftig zupacken und sich wunderbar leicht dosieren lassen. Leider gönnt sich der Golf GTI bei hohem Tempo einen großen Schluck aus dem 50 Liter Tank. Laut Anzeige waren es teilweise bis zu 16,5 Liter. Im Durchschnitt der etwa 1.000 Kilometer langen Testfahrt kam der GTI auf gut 7 Liter Super und das ist für die Leistung gerechtfertigt.

❏ Fazit + Preis

Beim Thema Assistenzsysteme bringt der Golf GTI von Hause aus schon einiges mit. Alles andere findet man garantiert in der Liste der Sonderausstattungen. Wo wir dann auch gleich bei den Preisen sind. Der Golf GTI mit 220 PS und 6-Gang-Schaltgetriebe kostet ab 29.625 Euro. Zum Vergleich: der günstigste VW Golf kostet knapp 17.000 Euro. Und was ist nun das besondere am Golf GTI? Es ist ein einfach zu fahrendes Auto, mit ausgereifter Technik, hohen Komfort, perfekter Verarbeitung und bietet großen Fahrspaß.

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