Schlösser und Burgen

In Berlin und Brandenburg kennen wir jedes Schloss und auch jeden Park. Verschiedene Etappen der Burgenstraße sind wir abgeradelt. Ständig lernen wir neue Burgen und Schlösser kennen. Daran können die Leser von einfachraus.eu teilhaben

PotsdamSchlösser und Burgen

Römische Bäder in Potsdam

Römische Bäder Foto: SPSG/ Hans BachRömische Bäder Foto: SPSG/ Hans Bach

In unmittelbarer Nähe zu Schloss Charlottenhof liegen, eingefügt in den vom Gartenarchitekten Peter Joseph Lenne` gestalteten Landschaftspark, die Römischen Bäder. Die Bauausführung hatten Friedrich Schinkel und Ludwig Persius. Der Kronprinz begleitete den Entwurfsprozess durch eine Fülle eigener Zeichnungen. Die einzelnen Gebäude setzen sich aus der Erinnerung Italienreise des königlichen Bauherrn und Schinkels zusammen. Erst um 1840 wurde das Ensemble, nach zehnjähriger Bauzeit, fertiggestellt.Römische Bäder in Potsdam

Die Römischen Bäder spiegeln die „Italiensehnsucht“ des Bauherrn wider. Verschiedene Stilrichtungen wurden in dem Bauensemble zusammengeführt. Zu den Römischen Bädern gehört auch das im Stil italienischer Landhäuser des 15. Jahrhunderts errichtete Hofgärtnerhaus. In dessen Untergeschoss lädt im Jahr 2014 die Gartenausstellung “Von Blumenkammern und Landschaftszimmern – Der Garten im Innenraum 1740–1860”. Vielfältige Exponate, so  Gemälde, Zeichnungen, Fotografien, Objekte aus Eisenguss und Porzellan, verdeutlichen, welche Bedeutung die Menschen im 18. und 19. Jahrhundert dem Garten beimaßen und wie sich die Sicht auf das Grün im Laufe der Zeit veränderte.

Das heute auch als Wohnhaus für Mitarbeiter der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten genutzte Gebäude  ist durch eine Pergola mit dem benachbarten griechischen Tempel verbunden. Den Tempel hatte der König seinem Sohn zum 35. Geburtstag geschenkt. Eine offene Arkadenhalle auf der anderen Seite ist Räumen vorgelagert, die einem römischen Wohnhaus nachgebildet sind. Darin ist ein Baderaum eingerichtet, den man besichtigen kann. Es handelt sich um den Versuch, den Typ eins pompejischen Hauses mit der einen antiken Therme u verbinden. So ist das Römische Bad, in dem nie gebadet wurde, aus der romantischen Fantasie des königlichen Italienliebhabers entstanden Schinkel nahm Pompeji auch bei den Wandmalereien als Vorbild. Ausgeschmückt werden die Römischen Bäder mit Kopien römischer Skulpturen. Auch der antike Kentauren-Sarkophag, ein Brunnen mit wasserspeiendem Butt gegenüber dem sogenannten Gehilfenhaus am Eingang zu den Römischen Bädern sowie Beete mit südländischem Gemüse und üppiger Pflanzenschmuck wecken Assoziationen zu Italien.

Für den Besucher auf dem fast 300 Hektar großen Park von Sanssouci bilden die Römischen Bäder eine in sich geschlossene eigene Welt und sind doch Teil eines zusammengehörigen Ganzen.

Das nostalgische Ensemble der Römischen Bäder grenzt an den Maschinenteich, der im Winter auch heute gern als Eiskunstlauffläche bei Potsdamern und Besuchern des Parkes genutzt wird. Der künstliche Teich hat seinen Namen von einem Dampfmaschinenhaus mit Pumpstation, das nicht mehr existiert.

Römische Bäder in Potsdam

Für Italienliebhaber sind die Römischen Bäder wie auch das Schloss Charlottenhof der Einstieg in eine mehrstündige Wanderung zum Thema „Italien an der Havel“. Denn In wohl keiner anderen deutschen Stadt ist die Sehnsucht nach dem Süden so ausgeprägt, wie in Potsdam. Davon zeugen viele Gebäude, wie die zahlreichen Turmvillen von Ludwig Persius in der Potsdamer Innenstadt. bauten unter italienischem Einfluss im Park von Sanssouci sind die Villen Liegnitz und Illaire, die Meierei am Kuhtor, das Hippodrom und die Fasanerie.

Auf dem Alten Markt in Potsdam ist Italien auch mehrfach zu Hause. Klausberg. Die dortige barocke Nikolaikirche erhielt 1752 bis 1754 eine Schaufassade nach dem Vorbild der römischen Basilika S. Maria Maggiore. Und Jan Bouman schuf das Alte Rathaus in Anlehnung an einen nicht realisierten Entwurf von Andrea Palladio für den Palazzo Angarone in Verona. Derzeit wird gegenüber dem Stadtschloss der im 2. Weltkrieg zerstörte Palast Barberini wieder errichtet. Mäzen Hasso Plattner will dort künftig seine private Kunstsammlung präsentieren.

Endpunkt eines Spazierganges durch Preußisch Arkadien ist die Glienicker Brücke mit der benachbarten Villa Schöningen, ebenfalls von Preußens Stararchitekten Ludwig Persius erbaut. Entlang der Schwanenallee haben wir dann mit der Heilandskirche von Sacrow und Pfaueninsel zwei wichtige Punkte im Blick. Auch das Belvedere auf dem Pfingstberg hat italienische Bezüge. Als 1840 mit dem Bau begonnen wurde, sollte es eine freie Variation von Motiven zweier bedeutender italienischer Renaissance-Villen werden: der Casino-Anlage der Villa Caprarola und dem Belvedere der Villa d’Este in Tivoli.

Römische Bäder – Infos

1.11. –  Mitte April: geschlossen

Mitte April bis Ende Oktober

Montag: geschlossen

Dienstag – Sonntag: 10 – 18 Uhr

Eintritt: 5, ermäßigt 4 Euro

 

Schlösser und Burgen

700 Jahre Marquardt

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Am diesem Wochenende feiern die Marquardter den 700. Jahrestag der Ersterwähnung ihres kleinen Ortes, der damals noch Scoryn hieß und seit zehn Jahren zur Landeshauptstadt Potsdam gehört. Seit Monaten bereitet ein von Ramona Kleber vom Lavendelhof geleitetes Team  aus den verschiedenen Vereinen Marquardts dieses Fest vor. Maßgeblich dabei, auch bei der Vorbereitung per Facebook ist Michael Schulze vom Landgasthof „Alter Krug“. 700 Jahre Marquardt

Blick vom Schlänitzsee auf das romantische Schloss Marquardt, Foto: D.Weirauch
Silen mit Nymphen im Schlosspark von Marquardt
Silen mit Nymphen im Schlosspark von Marquardt, Foto: D.Weirauch
Schloss Marquardt
Schloss Marquardt

Mit viel Liebe zum Detail restauriert Foto: D.Weirauch

Wenngleich nicht alle Ideen umgesetzt wurden, so fand ich im Programm beispielsweise kein Festgottesdienst aus Anlass des Jubiläums, das Programm kann sich sehen lassen.

Schloss Marquardt
Schloss Marquardt
Blick in die Gaststube des Landgasthauses "Alter Krug" im Potsdamer Ortsteil Marquardt, Foto; D.Weirauch
Blick in die Gaststube des Landgasthauses “Alter Krug” im Potsdamer Ortsteil Marquardt, Foto; D.Weirauch

Ortschronist Dr. Wolfgang Grittner schreibt über Marquardt auf Potsdam.de u.a. Folgendes: „Marquardt ist ein altes märkisches Dorf in idyllischer Lage zwischen Wublitz, Schlänitzsee und Sacrow-Paretzer Kanal. Der Ursprung eines altwendischen Fischerkiezes am Ufer des Schlänitzsee lässt sich anhand archäologischer Funde bis in das 9. Jahrhundert zurückverfolgen. Seit der Ersterwähnung von Skoryn, später Schorin, im Jahre 1313 ist die Besitzfolge eines ehemaligen Guts- und Herrensitzes lückenlos belegt.

Den Ortsnamen Marquardt gibt es erst seit 1704, als der einflussreiche Schlosshauptmann und Direktor des Lehnswesens Marquard Ludwig von Printzen den Gutsbesitz Schorin zum Lehen erhielt. König Friedrich I. gestattete dem späteren Minister und Oberhofmarschall, das Dorf nach seinem Vornamen umzubenennen. Historische Bedeutung erlangte der Ort 1795, als der General und enge Vertraute des Königs Friedrich Wilhelm II., Hans Rudolph von Bischoffwerder, Marquardt als Ruhesitz erhalten hat. Der König kam nicht nur als Pate des noch im gleichen Jahre geborenen Stammhalters nach Marquardt, sondern auch als Mitglied des Rosenkreuzer-Geheimbundes, um hier an den spiritistischen Sitzungen in der so genannten “Blauen Grotte ” teilzunehmen.

Theodor Fontane widmete Marquardt und den “Geheimen Gesellschaften” in seinen “Wanderungen durch die Mark Brandenburg” ausführliche Kapitel. Der Schlosspark von Marquardt, der heute unter Denkmalschutz steht, wurde nach einer eigenhändigen Planskizze von Peter Joseph Lenné im Jahre 1823 gestaltet. 1892 erwarb der Geheime Kommerzienrat Dr. Louis Ravené, ein bekannter Stahl-Handelsunternehmer aus Berlin, den Gutsbesitz. Durch Anbau und Aufstockung erhielt das Schloss im Wesentlichen sein heutiges Aussehen. Von 1932 an pachtete das renommierte Hotelunternehmen Kempinski das Schloss-Park-Ensemble Marquardt, welches in der Folgezeit zu einem beliebten Ausflugsziel vor allem für die Berliner wurde.

Schloss Marquardt im Sommer 2016
Schloss Marquardt im Sommer, Foto: D.Weirauch

Schloss Marquardt im Sommer, Foto: D.Weirauch
Schloss Marquardt im Sommer, Foto: D.Weirauch
Schloss Marquardt im Sommer 2016
Schloss Marquardt im Sommer 2016

Der ursprüngliche Siedlungscharakter des Gutsdorfes Schorin bzw. Marquardt änderte sich erst nach 1970, mit zunehmender Bedeutung als Wohnort inmitten des Havelländischen Obstanbaugebietes. Die Einwohnerzahl verdoppelte sich und hatte im Jahre 2002 die 1000 überschritten. Marquardt ist heute ein Ortsteil von Potsdam mit einer modernen Infrastruktur. Die unmittelbare Verkehrsanbindung an die Bundesstraße 273 und an den Berliner Ring der Bundesautobahn A 10 sowie ein regelmäßiger Bahn- und Busverkehr gewährleisten eine schnelle Erreichbarkeit der Stadtzentren von Potsdam und Berlin. Andererseits war und ist Marquardt ein beliebtes Ausflugsziel für die Berliner und Potsdamer sowie für alle Besucher, die hier noch ein havelländisches Landschaftsidyll vorfinden können.

Landgasthof "Zum Alten Krug" im Potsdamer Ortsteil Marquardt, Foto: D.Weirauch
Landgasthof “Zum Alten Krug” im Potsdamer Ortsteil Marquardt, Foto: D.Weirauch

Vielfältige Möglichkeiten der Freizeitgestaltung bieten der Kultur- und Heimatverein, der Anglerverein, die Freiwillige Feuerwehr, ein Chor, eine Band und verschiedene Sportgruppen. Seit 2008 hat Marquardt ein weiteres kulturelles “Idyll”, die Kulturscheune. Am 25. April 2008 wurde sie von der Stadt Potsdam feierlich an den Kultur- und Heimatverein Wublitztal e.V. übergeben. „

 

Hier gibt es ein interessantes Buch zum Schloss Marquardt.

Schlösser und Burgen

Schloss Altdöbern

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Eine lohnenswerte Ausstellung habe ich im einst sächsischen Altdöbern bei Calau in der Lausitz entdeckt. Nicht weit von der Autobahn Berlin – Dresden entfernt.

„Ein Licht in der gelehrten Welt – Altdöbern: Ein Zentrum der Kunst- und Kulturgeschichte im 18. Jahrhundert” im Rahmen des Themenjahres von Kulturland Brandenburg 2012 “Kommt zur Vernunft! Friedrich der Zweite von Preuszen”.

Die Besichtigung  einiger historischen Räume von Schloss Altdöbern wird mit einer Ausstellung begleitet – eine Kooperation der Gemeinde Altdöbern und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Thema sind neben der Baugeschichte des Schlosses, seiner Ausstattung durch Dresdner Hofkünstler und dem Park die Biografie Carl Heinrich von Heinekens sowie Neuigkeiten zum sächsisch-preußischen Kulturtransfer.
Noch bis 14. Okt. 2012, Öffnungszeiten: Sa und So 10 bis 18 Uhr, Schloss und Park Altdöbern, Informationen: Tel. 0331/5 81 60 und www.kulturland-brandenburg.de.

Und Kaffee und Kuchen gibt es bei einer charmanten Gartenfee gleich nebenan.

Nachdem das historische Gewächshaus und die zugehörigen Gärten jahrzehntelang verfielen, wurden sie durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz nach historischem Vorbild wieder hergestellt. Heute ist die barocke Gestaltung wieder erlebbar und alle Raum- und Gebäudebeziehungen wiederhergestellt. Die Orangerie wird von der couragierten Sonja Wettig als Café, Hofladen und Verkaufsgewächshaus genutzt. Die Wiedergewinnung dieses einzigartigen Kulturdenkmals fördert den Kulturtourismus.

Der zwischen Orangerie und Gärtnereihaus befindliche Gartenbereich ist wieder als Schaugarten mit Stauden- und Sommerblumenbepflanzung angelegt. So ist die barocke Gestaltung wieder erkennbar, die Raum- und Gebäudebeziehungen wieder hergestellt.

Die Nutzung als Café, Hofladen und Verkaufsgewächshaus gilt als Initialzündung für das ebenfalls in Wiederherstellung befindliche Schloss und die weiteren Nebengebäude.

Schloss Altdöbern ist eines von 15 Schlössern und Herrenhäusern in Brandenburg, die die Brandenburgische Schlösser GmbH in den letzten 16 Jahren gesichert und saniert hat. Diese Denkmale sind zwar nicht immer mit den mit den Preußischen Königsschlössern vergleichbar, doch prägen sie baugeschichtlich und künstlerisch die Landschaften Brandenburgs.  Ja, und noch etwas erlebte ich dort.
Die Parkanlage des Schlosses wird von der Altdöberner Jugendbauhütte Gartendenkmalpflege betreut. Die Jugendlichen, die hier ein Freiwilliges Jahr in der Denkmalpflege absolvieren, erhalten bei ihrem ganzjährigen Einsatz im Freien einen unmittelbaren Eindruck von der Vielfalt gartendenkmalpflegerischer Aufgaben. In sechs über das Jahr verteilten Seminarwochen studieren sie zudem neben der Bedeutung des europäischen Kulturerbes die Besonderheiten dieser Form der Denkmalpflege. Und sie verstehen zu feiern mit den Jugendlichen vor Ort. Eine tolle Gemeinschaft .

Literaturtipp: sehr gut beschrieben ist Schloss Altdöbern im Band “Burgen, Schlösser und Herrenhäuser in Brandenburg”, herausgegeben vom “Freundeskreis Schlösser und Gärten der Mark“. Das Buch erschien im L & H Verlag und kostet  24,80 Euro. Ebenso hat der Freundeskreis Schlösser und Gärten der Mark (in der Deutschen Gesellschaft)  in der sogenannten Grauen Reihe eine Monographie zu dem Schloss herausgebracht.  Diese ist gegen eine Spende beim Freundeskreis erhältlich.

Freundeskreis Schlösser und Gärten der Mark
in der Deutschen Gesellschaft e. V.
Voßstr. 22
10117 Berlin
Tel. (030) 88 412 266
Fax (030) 88 412 223
E-Mail: freundeskreis@deutsche-gesellschaft-ev.de

Bürozeiten: Montag bis Freitag: 10:00 – 15:00 Uhr

FontaneSchlösser und Burgen

Fontane war auch hier: Wustrau

WustrauDas Zietenschloss in Wustrau, Foto: D.Weirauch

Das ist Brandenburg: die Schwalben fliegen in ihr Nest oben am Schlossportal, die Störche klappern. Stille rund um den Ruppiner See. Fast wie zu Friedrichs II. oder Theodor Fontanes Zeiten. Fontane war hier: Wustrau

Das Schloss in Wustrau kann nach Absprache besichtigt werden, Foto: Weirauch
Das Schloss in Wustrau kann nach Absprache besichtigt werden, Foto: Weirauch
FontaneSchlösser und Burgen

Preußische Sehnsuchtsorte,Teil 2: Paretz

Schloss Paretz im HavellandSchloss Paretz im Havelland, Foto: Weirauch
Schloss Paretz Foto: Weirauch

Zu den Sehnsuchtsorten in Brandenburg gehört Paretz mit dem Schloss der Königin Luise. Ruth Cornlesen vom gleichnamigen Schulbuchverlag und die Freunde der Preußischen Schlösser und Gärten halfen mit viel Geld, um aus dem verschandelten Schloss wieder ein Schmuckstück zu machen.

Und der Ort gewinnt immer mehr. Seit meinem Besuch 2008 hat sich viel verändert, obwohl einige Häuser mit dunklem DDR-Grauputz immer noch die Straße am Schlosss verschandeln, die Freundlichkeit und die Qualität der Speisen im “Gotischen Hauses” verbesserungsbedürftig sind.

Es tut sich aber viel. Auch, weil Helga Breuninger, den Freunden aus Süddeutschland bestens bekannt durch die gleichnamige Kaufhauskette, sich vor einigen Jahren in den Ort verliebt hat. Lokale Initiativen, einige bereits vor der Wende gegründet,  tun ihr Übriges. Mittlerweile gibt es auch wieder Übernachtungsmöglichkeiten und Angebote für Kinder,  wie der Storchenhof der Familie Hipp. Elke Backkhaus lädt dazu ein, auf  ihrer Louise-Kult-Tour auf den Spuren der beliebten Königin zu wandeln. Mittlerweile gibt es auch eine überregionale Königin-Luise-Route, leider kaum bekannt. Paretz lebt von den Vereinen, wie dem Paretzer Liebhabertheater, dem Verein historisches Paretz, der Feuerwehr  und vielen anderen engagierten Einwohnern. So dem Hobby-Müller Willi Schwetzke in seiner Bockwindmühle.

Nun entsteht die Paretz Akademie, finanziert von der Helga Breuninger Stiftung. Die Stifterin will mit der Paretz Akademie einen besonderen Ort der Begegnung schaffen, vergleichbar zu ihrer internationalen Konferenzinsel Wasan Island in Kanada (www.wasan-island.de). An der Paretzer Schleuse entsteht ein kreativer Lernort für Bildung und Beteiligung. Die Stifterin selbst nennt es ein „kreativen Ort des Lernens“. Vor allem geht es bei der Akademie um Bildung. In Paretz sollen Lehrer, Schüler und Eltern aus ganz Deutschland zusammen kommen, um von anderen, erfolgreicheren Bildungseinrichtungen zu partizipieren. Zweiter Schwerpunkt sind Kurse für Menschen aus Verwaltung, Politik und Bürgerschaft, um ihnen mehr Kompetenzen für demokratische Beteiligungsprozesse zu vermitteln. „Unsere Akademie ist nicht zuletzt auch ein Treff für Stiftungen aller Art, die hier lernen, mit öffentlichen Verwaltungen effizient zusammen zu arbeiten“. Und es soll um demografischen Wandel gehen, spannende Themen allemal.

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Dem Vorhaben im Havelland kann ich, selbst mittlerweile ein so genannter Best Ager, nur viel Glück wünschen.

Hier geht es zur Seite der Helga – Breuninger – Stiftung und hier zur Homepage der Stiftung Paretz..

Literaturtipp: sehr gut beschrieben ist Schloss Paretz und seine wechselvolle und zugleich spannende Geschichte im Band “Burgen, Schlösser und Herrenhäuser in Brandenburg”, herausgegeben vom “Freundeskreis Schlösser und Gärten der Mark“. Das Buch erschien im L & H Verlag und kostet  24,80 Euro.

Ebenso hat der Freundeskreis Schlösser und Gärten der Mark (in der Deutschen Gesellschaft)  in seiner Grauen Reihe eine Monographie zu dem Schloss herausgebracht. Das Heft ist gegen eine Spende beim Freundeskreis erhältlich. Adresse: Freundeskreis Schlösser und Gärten der Mark in der Deutschen Gesellschaft e. V., Voßstr. 22, 10117 Berlin
E-Mail: freundeskreis@deutsche-gesellschaft-ev.de

 

 

Schlösser und Burgen

Verwunschene Roseburg im Harz

Wirkt mittelalterlich: die Roseburg bei Ballenstedt, Foto: D.WeirauchWirkt mittelalterlich: die Roseburg bei Ballenstedt, Foto: D.Weirauch

Der Harz ist reich an Burgen, Schlössern, Stiftskirchen, Klöstern sowie Kaiserpfalzen. Meist sind die Bauten viele hundert Jahre alt. Mit Abstand das jüngste Schloss im Harz ist die auf einem Felsrücken aus Muschelkalk in Rieder, einem Ortsteil von Quedlinburg, errichtete Roseburg. Das weiträumige Areal mit den aus verschiedenen Baustilen zusammengewürfelten Gebäuden mutet wie ein Märchenschloss an. Es stammt aber aus der Neuzeit, wurde ab 1907 von einem bekannten Berliner Architekten errichtet. Bernhard Sehring galt zu Lebzeiten (1855-1941) als einer der Großen seiner Zunft in Deutschland. Von Sehring  stammen unter anderem das Theater des Westens in der Nähe des Berliner Bahnhofes Zoo, das Staatstheater in Cottbus, das Schauspielhaus in Düsseldorf sowie die Stadthalle in Görlitz. Für seine Entwürfe für die Berliner Museumsinsel erhielt der 1855 geborene Architekt im Jahr 1881 den renommierten Schinkelpreis. In Berlin gestaltete er auch das Künstlerhaus St. Lucas in Charlottenburg.

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Harzer Schloss Neuschwanstein

Dem Harz und der Gegend um Quedlinburg war der Architekt sehr verbunden. So entwarf Sehring auch die  Walpurgishalle auf dem Hexentanzplatz bei Thale. Dass Sehring mit der zwischen Gernrode und Ballenstedt gelegenen Roseburg sein Märchenschloss schuf, ist nur wenigen bekannt. Es ist eine Sensation, was man zu sehen bekommt, wenn man den Aufstieg zur Schlosspforte geschafft und den Eingang der eineinhalb Kilometer langen Umfassungsmauer durchschritten hat.

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Nach Jahren des Verfalls kümmern sich ein Verein sowie der neue aus Berlin stammende Eigentümer Rudolf Illmer um das skurrile Areal, das Architekt Sehring auf den Grundmauern einer bereits 963 erstmals urkundlich erwähnten Burg ab 1905 am Rande des Harzes als Alterswohnsitz gestaltete. Die Roseburg war nicht nur sein Sommersitz, sondern auch ein Ausstellungsort der bei seinen unzähligen Italienreisen zusammengetragenen Kunstwerke.

Sehenswerter Garten

Die eindrucksvolle, aber weitgehend aus Beton errichtete Burganlage hat keinerlei Vorbild in der Landschaft des sie umgebenden Harzes. Sehenswert ist auch der nach Prinzipien der englischen Parkarchitektur gestaltete Garten sowie der frühbarocke italienische Teil. 100 Meter lang ist die Wasserkaskade, die im Sommer zahlreiche Gäste zum Verweilen einlädt. In einem Aussichtsturm befindet sich ein Mausoleum. Sehring selbst, dem später das Geld für die Komplettierung der Anlage fehlte, wurde dort aber nicht beigesetzt.

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Spannend ist auch der mittelalterliche Wehrgang. Viele Besucher genießen einfach den Ausblick auf die weiten Wälder des Harzes oder einfach hinüber zum Schloss von Ballenstedt, wo Preußens Gartendirektor Peter Joseph Lenné einen bezaubernden Garten am Schlosshang gestaltete. Dieser wie auch der Park der Roseburg gehört zu 43 Parkanlagen in Sachsen-Anhalt, die sich den Besuchern im Netzwerk Gartenträume präsentieren. Ein Restaurant auf der Roseburg lädt Wanderer zu beschaulicher Rast ein. Regelmäßig finden mittlerweile auch kulturelle Veranstaltungen statt.

Hier finden Sie weitere Reisetipps für den Harz.

Informationen zur Roseburg

Im Internet: | www.roseburg-gartentraeume.de, 

www.roseburg-harz.de

Öffnungszeiten: Nov. – März 11.00 – 16.00 Uhr
April – Okt. 10.00 Uhr – 18.00 Uhr
Einlass bis 17.30 Uhr
Eintritt: Erwachsene 3 EuroFührungen auf AnfrageDas Mitführen von (angeleinten) Hunden ist erlaubt!Anschrift: Roseburg, 06493 Ballenstedt / OT Rieder

Buchtipp: Anke Werner: Gartenträume, Historische Parks in Sachsen-Anhalt, Kulturreisen in Sachsen-Anhalt
Band 3, Fotografien von Janos Stekovics, Verlag Stekovics, 12,80 Euro

Hier gibt es weitere Tipps für den Harz.

 

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