Schlösser und Burgen

In Berlin und Brandenburg kennen wir jedes Schloss und auch jeden Park. Verschiedene Etappen der Burgenstraße sind wir abgeradelt. Ständig lernen wir neue Burgen und Schlösser kennen. Daran können die Leser von einfachraus.eu teilhaben

ReiseSchlösser und Burgen

“Ein Schatz nicht von Gold”

panthermedia_00536960Albrechtsburg Meißen, Foto: Schlösserland Sachsen (Panthermedia)

Die Stadt Meißen bringt man meist mit Porzellan oder mit Wein in Verbindung. Wohl kaum mit einem der berühmtesten katholischen Heiligen: Benno von Meißen. Ich kannte zwar Bücher des Benno-Verlages in Leipzig, die St. Bennokirche in München und auch eine Bennosäule. Ein Fischer erwähnte den Heiligen Brnno als Schutzheiligen. Wer war dieser Benno, dem sich jetzt eine fulminante Schau auf der Albrechtsburg Meißen widmet ? Ich bin hingefahren und habe mir die Ausstellung “EIN SCHATZ NICHT VON GOLD. Benno von Meißen – Sachsens erster Heiliger” angesehen. Hier ein erster Bericht.

“Ein Schatz nicht von Gold”

Seine Heiligsprechung löste in den Wirren der Reformation heftige Kontroversen aus, die von Martin Luther persönlich befeuert wurden. Rund 500 Jahre später ist Bischof Benno Protagonist der Ausstellung “EIN SCHATZ NICHT VON GOLD. Benno von Meißen – Sachsens erster Heiliger” auf der Albrechtsburg Meissen.

Noch bis 5. November führt die Bennoschau auf der Albrechtsburg von Meißen ihre Besucher durch 1.000 Jahre Kulturgeschichte und ermöglicht neue Perspektiven auf das laufende Reformationsjahr.

Ein übersichtlichres Ausstellungskonzept führt durch die Schau. Foto: D.Weirauch
Ein übersichtlichres Ausstellungskonzept führt durch die Schau. Foto: D.Weirauch

Benno von Meißen: Heiliger? Abgott? Teufel?

Es ist eine Geschichte von Macht, Glaube und Streit: Das Wirken des ersten Heiligen Sachsens bewegt die Menschen in Mitteleuropa seit Jahrhunderten. Bereits im 13. Jahrhundert wurde Benno von Meißen (gestorben um 1106) aufgrund der ihm nachgesagten Wunder verehrt. Seine im Jahr 1523 vor allem auf Initiative von Herzog Georg von Sachsen erfolgte Heiligsprechung durch Papst Hadrian VI. fiel mitten in die Wirren der Reformation.

Martin Luther, welcher der Fürbitte von Heiligen mehr als kritisch gegenüber stand, verfasste sogar eine Streitschrift gegen die Erhebung Bennos. Damit beeinflusste er die reichsweite Kontroverse über die Verehrung von Heiligen maßgeblich. Ein Originalexemplar der Streitschrift »Widder den newen Abgott vnd allten Teuffel der zu Meyssen sol erhaben werden« (1524) ist auf der Albrechtsburg zu sehen.

Martin Luther, Wider den neuwen Abgott und allten Teuffel der zu Meyssen sol erhoben werden, Wittenberg 1524, Dresden, Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek, Sign. Hist.eccl.302,20

Die Archivalie stellt die Sächsische Landesbibliothek der Bennoschau zur Verfügung. “In der Ausstellung zeigen wir, wie sehr die Geschichte des Heiligen polarisierte. Benno von Meißen wurde nicht nur von seinen Anhängern sondern auch von seinen Gegnern politisch vereinnahmt und symbolisch überhöht. Wie stehen wir heute zu Benno, zu Heiligen und deren kultischer Verehrung? Was ist der wahre Schatz der Kirche?”, erklärt Kuratorin Claudia Kunde den Hintergrund von “Ein Schatz nicht von Gold”.

Kuratorin Claudi Kunde führt durch die Schau, Foto: D.Weirauch

Reliquien kehren für “Ein Schatz nicht von Gold” zurück

Symbolhaftes Zeichen für die Einführung der Reformation in Meißen 1539 war die Zerstörung des Bennograbes. Bennos Reliquien wurden über Stolpen und Wurzen 1576 nach München gerettet und die Bennoverehrung damit auf Jahrhunderte mit den Wittelsbachern und Bayern verbunden. Im Kontext der Gegenreformation wurde der einstige Bischof 1580 zum Stadtpatron Münchens und Landespatron Bayerns ernannt. Die “Rückkehr” des Heiligen nach Sachsen erfolgte erst mit der Wiederbelebung des Katholizismus im 18. Jahrhundert. Heute ist er Schutzpatron des Bistums Dresden-Meißen.

Silbernes Büstenreliquiar des Heiligen Benno, 1601, plastisches Wolkenband: Ergänzung 18. Jh. © Erzbistum München und Freising, Foto: Wolf-Christian von der Mülbe
Silbernes Büstenreliquiar des Heiligen Benno, 1601, plastisches Wolkenband: Ergänzung 18. Jh. © Erzbistum München und Freising, Foto: Wolf-Christian von der Mülbe

Anlässlich der Sonderausstellung auf der Albrechtsburg Meissen kehren bedeutende Reliquien Bennos auf den Meißner Burgberg zurück. Der Münchener Dom Zu Unserer Lieben Frau stellt neben dem Hirtenstab auch die silbervergoldete Büste vom Bennoreliquiar zur Verfügung. Darüber hinaus wird die seit dem Mittelalter als Benno-Relique verehrte Mitra aus der nach ihm benannten Kapelle in der Dresdner Kathedrale Ss. Trinitatis (Hofkirche) an der historischen Wirkungsstätte des Bischofs ausgestellt.

Mitra des Bischofs Benno von Meißen; wohl 14. Jahrhundert; Kathedrale Dresden Ss. Trinitatis, Bennokapelle, Leihgeber: Bistum Dresden – Meißen, Bischöfliches Ordinariat, Kathedrale SS. Trinitatis Dresden
Foto: Henning von Rochow

Leihgaben aus New York und Rom für “Ein Schatz nicht von Gold”

Zu den wichtigsten Exponaten der Sonderausstellung zählt auch der Schildhalter vom Portal der Begräbniskapelle Herzog Georgs von Sachsen im Meißner Dom (um 1520/21), das vom Metropolitan Museum of Art in New York zur Verfügung gestellt wird. Aus der römischen Kirche Santa Maria dell’Anima fand außerdem das 1618 entstandene Gemälde »Fischwunder des heiligen Benno« (Carlo Saraceni, Rom) seinen Weg in die Ausstellungsräume.

Fischwunder des Heiligen Benno, Carlo Saraceni, Rom 1618, Kirche Santa Maria dell' Anima, Cappella di San Bennone, Rom © Pontificium Institutum Teutonicum Sanctas Mariae de Anima in Urbe; Foto: Hennig von Rochow
Fischwunder des Heiligen Benno, Carlo Saraceni, Rom 1618, Kirche Santa Maria dell’ Anima, Cappella di San Bennone, Rom, © Pontificium Institutum Teutonicum Sanctas Mariae de Anima in Urbe; Foto: Hennig von Rochow

Meißner Burgberg: Authentischer Ort der Geschichte Bennos

Warum nun gerade in Meißen ? Die Antwort gibt Dr. Christian Striefler, Initiator von “Ein Schatz nicht von Gold” und Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH: “Die Ausstellung präsentieren wir ganz bewusst auf der Albrechtsburg Meissen in direkter Nachbarschaft zum Meißner Dom. Der Meißner Burgberg ist der authentische Ort der Geschichte um Sachsens ersten Heiligen. Hier wirkte Benno, hier ist er begraben worden, und hier spielten sich auch wichtige Ereignisse in den Jahrhunderten nach Benno ab, vor allem während der Reformation”.

Krümme des Hirtenstabes von Bischof Benno von Meißen, Krümme: wohl Schottland Ende 10. Jh., Stab und Beschlag: Sachsen um 1270; Metropolitankirchenstiftung Zu unserer Lieben Frau München, St. Benno-Kapelle © München, Metropolitan- und Pfarrkirchenstiftung Zu Unserer Lieben Frau; Foto: Henning von Rochow
Krümme des Hirtenstabes von Bischof Benno von Meißen, Krümme: wohl Schottland Ende 10. Jh., Stab und Beschlag: Sachsen um 1270; Metropolitankirchenstiftung Zu unserer Lieben Frau München, St. Benno-Kapelle, © München, Metropolitan- und Pfarrkirchenstiftung Zu Unserer Lieben Frau; Foto: Henning von Rochow

Die Albrechtsburg Meissen ist ein Ort der Superlative und steht als  “Wiege Sachsens” wie kein anderes Schloss für die mehr als 1.000 Jahre alte Kulturhistorie des Bundeslandes. Die Geschichte Bennos hängt auf das Engste mit der Albrechtsburg sowie dem Meißner Dom zusammen. Auf 400 Quadratmetern präsentiert nun zum ersten Mal eine groß angelegte kulturhistorische Ausstellung die Geschichte des ersten Heiligen Sachsens. Circa 210 Kunstwerke von 43 nationalen wie internationalen Leihgebern werden in den sechs Ausstellungsräumen inszeniert. Multimediastationen erleichtern den Zugang zu diesem komplexen Thema für ein breites Publikum.

Emailtafel mit Investiturdarstellung, um 1160 / 70 oder um 1185/90, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Inv. Nr. 1877.155 © Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
Emailtafel mit Investiturdarstellung, um 1160 / 70 oder um 1185/90, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Inv. Nr. 1877.155, © Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg

Bennos Bedeutung im Hier und Jetzt

“Benno finden wir heute – über 900 Jahre nach seinem Tod – allerorten. Wir hier in Meißen begegnen täglich den Spuren, die er in Kunst, Kultur, Architektur, aber auch in den Köpfen der Menschen hinterlassen hat. Im näheren und weiteren Umfeld der Albrechtsburg ist Benno Namensgeber für verschiedenste Institutionen. Schulen, Apotheken, ein Verlag, soziale Einrichtungen tragen seinen Namen. Für das Bistum Dresden-Meißen ist er Hauptpatron, für München und Bayern Schutzheiliger”, erläutert Schlossleiter Uwe Michel auf die Präsenz Bennos im heutigen Deutschland. “Es ist nun Zeit, den Ort näher zu betrachten, an dem die spannende Geschichte von Bischof Benno und seinem Mythos ihren Anfang nahm: die Albrechtsburg Meissen und den Dom auf dem Meißner Burgberg.”

Bis zum 5. November haben Besucher Zeit, sich insbesondere auch anlässlich von 500 Jahren Reformation auf die Spuren des ersten heiligen Sachsen zu begeben. “Die Ausstellung haben wir bewusst als Kontrapunkt gegen den üblichen Reigen der Reformationsausstellungen gesetzt. Es war uns wichtig, am Beispiel Bennos zu zeigen, wie wichtig Symbolpolitik in der Geschichte – nicht nur in der Zeit der Reformation – war und noch immer ist”, erklärt Christian Striefler.

Weitere Informationen zur Ausstellung “EIN SCHATZ NICHT VON GOLD. Benno von Meißen – Sachsens erster Heiliger” gibt es auf der Webseite zur Bennoschau.

Hier geht es zu den Stationen der von Schlösserland Sachsen entwickelten Bennoroute.

Die Route beginnt, wie könnte es auch anders sein, in der Wirkungsstätte des Bischofs, dem Dom zu Meißen. Der Dom, nah an der wunderschönen und majestätischen Albrechtsburg gelegen, war für Benno während seiner Zeit als Bischof nicht nur Arbeitsplatz, sondern auch Zuhause. Noch heute zieren Bennos Attribute, ein Fisch und ein Schlüssel, das Wappen des Bistums von Meißen.

 

Hier geht es zur Seite der TMGS, Sachsen-Tourismus, mit weiteren Informationen zur Reformation in Sachsen.

Hier ein Übernachtungstipp für Meißen im Hotel zum Goldenen Fass.

Schlösser und Burgen

Martin Luther in Bad Hersfeld

Es ist praktisch ein Muss für die Festspielstadt: Eine Aufführung zu Martin Luther auf der ehrwürdigen Bühne in der ehemaligen Stiftskirche von Bad Hersfeld. Denn Martin Luther war in Bad Hersfeld, er predigte hier im damals bedeutenden Benediktinerkloster trotz Verbot des Kaisers.

Drei Tage vor seiner Entführung auf die Wartburg predigte Martin Luther im Kloster Hersfeld. Daran erinnert die Gedenkplatte. Foto: D.Weirauch

Dieter Wedel wird das Theaterstück „Der ANSCHLAG“ inszenieren und sich damit an die vielschichtige und oft widersprüchliche Person des Martin Luthers wagen. Versuchen herauszufinden, was die Menschen 500 Jahre später immer noch an diesem wohl berühmtesten Deutschen fasziniert. Tickets sind ab 29 Euro erhältlich. Vorstellungen finden im Zeitraum vom 23. Juni bis zum 19. August 2017 statt

Hier Infos zu  www.bad-hersfelder-festspiele.de

Bad Hersfeld ist Tei ldes überregionalen Lutherweges. Foto: D.Weirauch
Bad Hersfeld ist Tei ldes überregionalen Lutherweges. Foto: D.Weirauch

Infos zu Martin Luther und Bad Hersfeld

Der Lutherweg 1521 führt Pilger durch die Kur- und Festspielstadt Bad Hersfeld. Hier übernachtete Martin Luther in dem einstigen Benediktinerkloster, von dem heute nur noch die Ruine der Stiftskirche erhalten ist. Dennoch können Besucher das ursprüngliche Kloster mit der Gästeführung „Auf Luthers Spuren in Wort und Weg“ originalgetreu nachempfinden. Während der zweistündigen Führung wandeln Besucher auf den Spuren von Martin Luther durch die romantischen Fachwerkgassen, entdecken die Hospitalkapelle und das Abtschloss sowie das Stiftsviertel und seine berühmte Stiftsruine. Die einstige Kirche gilt heute als eine der größten romanischen Basiliken nördlich der Alpen und stellt darüber hinaus die größte romanische Kirchenruine der Welt dar. Die Führung endet an der Stadtkirche, an der ein besonderes Highlight wartet: Von der Kanzel vorgetragen, erleben Besucher eine Lutherpredigt in Original-Sprache. Die Stadtführung beginnt am Stadt-Relief am oberen Rathausplatz und kann von Gruppen bis zu 25 Personen für 85 Euro gebucht werden. Am 23. und 24. April 2017 werden jeweils um 11 Uhr öffentliche Führungen für 6,50 Euro pro Person angeboten. Eine Teilnahme ist nur nach vorheriger Anmeldung möglich. 

Stadtführung „Luther in Wort und Weg“, Anmeldung über Infotelefon: 06621-201274,

 „Wortreich“ Museum Bad Hersfeld

Im Mitmachmuseum „Wortreich“ im nordhessischen Bad Hersfeld entdecken Besucher Sprache und erleben Kommunikation. Dabei ist das Erlebnis-Museum bundesweit einmalig: An rund 90 Mitmach-Stationen kann nicht nur gehört und gesehen, sondern auch entdeckt und ausprobiert werden. Wortreich-Gäste können mit den Augen schreiben, mit Worten Basketball spielen, in die Rolle von Märchenhelden schlüpfen, ihre Kenntnisse in der Chat-Sprache testen oder ein virtuelles Graffiti sprühen. Das Museum hat montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr geöffnet, an Wochenenden und Feiertagen von 11 bis 18 Uhr. Kinder bis fünf Jahre haben freien Eintritt, Kids und Jugendliche (sechs bis 18 Jahre) bezahlen 6,50 Euro und Erwachsene 9,50 Euro.

Erlebbare Angebote:

  • Lutherlauf von Eisenach nach Bad Hersfeld: Einmal im Jahr wird die historische Wegstrecke Luthers zum Schauplatz des Lutherlaufs. Über eine Distanz von 61 Kilometern starten die Läufer auf der Wartburg und werden nach einer Übernachtung in Bad Hersfeld empfangen. Weitere Informationen gibt es hier.
  • Stadtführung “Auf Luthers Spuren mit Wort und Weg”: Die Stadtführung ist dem Weg Martin Luthers nachempfunden, der vom 30. april bis 1. Mai 1521 von worms kommend im damaligen Hirschfeld weilte und predigte. Die Tour dauert etwa zwei Stunden. Weitere Informationen gibt es hier

Anmeldung: Tourist-Information, Benno-Schilde-Platz 1, Tel.: (06621) 201274, touristinfo@bad-hersfeld.de

Infos/Kontakt

Kurbetrieb Bad Hersfeld:
Am Kurpark 10
36251 Bad Hersfeld
Tel: +49 (0)06621 79509-20
Fax: +49 (0)06621 79509-21
mayer@bad-hersfeld.de
www.bad-hersfeld.de

Hilfreiche Links:  Bad Hersfeld im Internet

sowie

Anlässlich des Jubiläums der Reformation hat der Verein „Lutherweg in Hessen e.V.“ einen Pilgerweg geschaffen, auf dem Wanderer dem Gang Luthers im Jahr 1521 zum Reichstag im rheinland-pfälzischen Worms und als Geächteter zurück zur Wartburg bei Eisenach nachfolgen können. Rund 375 Kilometer verläuft der mit einem grünen „L“ ausgeschilderte „Lutherweg 1521“ durch Hessen. Die offizielle Eröffnung ist am 14. Mai 2017 in Romrod im Vogelsberg. Auf den Spuren Martin Luthers wird Jahrhunderte alte Glaubensgeschichte erlebbar – Reformationsinteressierte genauso wie Erholungssuchende führt der Lutherweg durch historische Orte und abwechslungsreiche Natur. Neben wissenswerten Informationen rund um den bekannten Reformator, finden sich auch zahlreiche Attraktionen, Museen, Feste und Aufführungen entlang der Strecke. Hier der Verlauf: Lutherwanderweg 1521

Zur GrimmHeimat NordHessen

Die GrimmHeimat NordHessen ist eine Urlaubsregion mit jährlich rund 7,4 Millionen Übernachtungs- und 40 Millionen Tagesgästen. Von Bad Karlshafen im Norden bis Bad Hersfeld im Süden, von Eschwege im Osten bis Willingen im Westen reicht das Gebiet, das fünf nordhessische Landkreise und die kreisfreie Stadt Kassel einschließt. Die Region versteht sich als Heimat der Brüder Grimm, denn die beiden Sprachgelehrten haben hier den größten Teil ihres Lebens verbracht und ihre weltberühmten Märchen gesammelt. Die sanfte, waldreiche Mittelgebirgsregion mit ihren zahlreichen Flüssen und Seen, den romantischen Schlössern und Burgen und den zauberhaften Fachwerkstätten ist mit über 1.200 Kilometern an zertifizierten Wanderwegen und vielen erstklassigen Bahn- und Flussradwegen ein Paradies für Aktivurlauber und Naturliebhaber. Mit ihrer Lage im Herzen Deutschlands ist die GrimmHeimat NordHessen ein ideales Reiseziel für Kurzurlauber.

Mehr Infos zu Grimmheimat und Reformation

 

ReiseSchlösser und Burgen

Burg Beaufort in der Luxemburger Schweiz

Luxemburger Schweiz2Burg Beaufort & Renaissance Schloss – Beaufort

Wenn Alain Muller über die Burg Beaufort erzählt, dann kommt er ins Schwärmen. Nicht nur die geschichtlichen Zusammenhänge stellt der Reiseführer in der kleinen Luxemburger Schweiz ausführlich dar. Auch die heutige Nutzung der imposanten Burganlage im Ort Beaufort, etwa 30 Kilometer von Echternach gelegen, liegt ihm am Herzen.

Und da wäre vor allem der  Beauforter Cassero, ein Johannisbeerlikör, der noch immer im Schloss produziert wird. Neuerdings wieder mit in der Region angebauten Johannisbeeren. Jahrzehntelang kamen die Beeren aus Frankreich. Kenner mixen daraus Kir Royal.

Von der mittelalterlichen Burg, neben der Burg Larochette eine der bekanntesten einstigen Ritterburgen in Luxemburg, sind nur begehbare Ruinen erhalten. Im Sommer bilden diese die eindrucksvolle Kulisse für ein hochkarätiges Konzertprogramm.

Burg Beaufort & Renaissance Schloss – Beaufort

Die Geschichte des Burgareals ist schnell erzählt. Der älteste Teil der Burg entstand zu Beginn des 11. Jahrhunderts. Dies war eine bescheidene, viereckige Festung auf einem massiven Felsen. Sie war von einem breiten Graben und einer zweiten, gegen das Tal gerichteten Ringmauer umgeben. Mitte des 12. Jahrhunderts wurde die Festung mit einem Bergfried versehen, das Tor wurde versetzt und vergrößert. Nach dem Dreißigjährigen Krieg kaufte der Gouverneur der Provinz Luxemburg Johann von Beck das Anwesen und erbaute oberhalb der Burg ein neues Schloss im Renaissancestil. Dessen Familie bewohnte das Anwesen jahrzehntelang. Dann folgte der Verfall. Zu Beginn des 19. Jahrhudnerts wurde die Burg als Steinbruch benutzt. Bis 1928 die neue Eigentümerfamilie Edmond Linckels das Schloss instand setzte und die davor gelagerte Burgruine zur Besichtigung freigab. 1981 übernahm der Staat Luxemburg die Anlage und ließ die letzte Eigentümerin, die Witwe von Joseph Linckels,  darin wohnen. Sie starb 1997. Beim Rundgang durch das Schloss können heute noch die Wohnräume in dem Zustand besichtigt werden, als sei die Schlossherrin gerade nur herausgegangen. Selbst die beiden Tageszeitungen, eine große deutsche und eine Luxemburgische, liegen noch auf dem Fensterbrett.

Regierungsgebäude in Luxemburg, Foto: D.Weirauch
  • Info zu Burg Beaufort & Renaissance Schloss – Beaufort
  • rue du Château, L – 6313 Beaufort
  • Tel.: +352 26 87 69 43
  • Homepage: https://www.castle-beaufort.lu
  • Geöffnet: April bis Ende Oktober
  • Täglich von9 bis 17.30 Uhr
  • Eintrittspreise
  • Erwachsene: 5 Euro
  • Kinder und Studenten: frei

Hier meine Empfehlungen für einen Besuch in Luxemburg.

1 Stunde wegSchlösser und Burgen

Gotisches Haus Wörlitz

WörlitzGotisches Haus im Wörlitzer Park Foto: D.Weirauch

Das Gotische Haus im Gartenreich Dessau-Wörlitz, etwa eine Autostunde von Berlin entfernt, zählt zu den frühesten und besterhaltenen neogotischen Gebäuden in Europa. Als Vorbild diente der englische Landsitz Strawberry Hill, den der Fürst Franz von Anhalt-Dessau (1740-1817) bei seinem Besuch im Jahr 1764 kennengelernt hatte. Gotisches Haus Wörlitz – wo Fürst Franz mit der Gärtnerstochter lebte

Gärtnerwohnung und Fürstensitz

Das Gotische Haus wurde ab 1773 erbaut und bis 1813 mehrfach erweitert. Architekt war Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorf, der viele Bauwerke im Gartenreich und in Dessau erbaut hat. Im Inneren birgt das Gotische Haus eine einmalige Sammlung mit herausragenden, hauptsächlich aus der Schweiz stammenden Glasgemälden vom ausgehenden 15. bis zum 17. Jahrhundert. Berühmt ist es auch für seine bemerkenswerte neugotische Ausstattung.

Cranach-Gemälde und Glasfenster

Anfangs als Gärtnerwohnung vorgesehen, enthielt das Haus mit dem sogenannten Kirchensaal bereits einen programmatisch auf das Mittelalter ausgerichteten Raum. Ab 1785 wurde das Gebäude in mehreren Etappen erweitert. Altdeutsche Gemälde u. a. von Lucas Cranach d.Ä. und dessen Sohn sowie zahlreiche historische Bildnisse, Waffen und kunsthandwerkliche Objekte schufen im Gotischen Haus eine Atmosphäre, die den Geist des ausgehenden Mittelalters atmen sollte.

Gotisches Haus im Wörlitzer Park Foto: D.Weirauch
Gotisches Haus im Wörlitzer Park Foto: D.Weirauch

Im Sommer 2015 werden  im Gotischen Haus anlässlich des 500. Geburtstages von Lucas Cranch d.J. erstmals Gemälde des Meisters aus Dessau nach Wörlitz zurückkehren. die Kriegsverluste werden durch Kopien ersetzt. Auch in Wittenberg und in Eisenach wird es Ausstellungen zum Schaffen von Lucas Cranach dem Jüngeren geben.

Privates Refugium für Fürst Franz

Das Haus diente auch als privates Refugium des Fürsten, in dem er gemeinsam mit seiner zweiten Frau Luise Schoch, der Tochter seines Hofgärtners, und den drei gemeinsamen Kindern wohnen konnte.

Das Gotische Haus wurde in den letzten Jahren schrittweise restauriert. Die wieder zugängliche Obstkammer, die von Fürst Franz als Bibliothek und Arbeitszimmer genutzt wurde und in der später 200 originalgetreu nachgebildete Wachsfrüchte aufbewahrt wurden, zeigt die originale Situation wie zu Lebzeiten des Fürsten Franz von Anhalt-Dessau.

  • Gotisches Haus – Informationen
  • Geöffnet: April bis Oktober
  • Besichtigung nur mit Führungen, April und Oktober:Sa, So, Feiertage: 11 und 16 Uhr; Mai bis September: Di–Fr: 11 und 16 Uhr;  Sa, So, Feiertage: 11, 12,15,16 Uhr
  • Eintritt: 6 Euro
  • Gotisches Haus im Wörlitzer Park Foto: D.Weirauch
    Gotisches Haus im Wörlitzer Park Foto: D.Weirauch
ReiseSchlösser und Burgen

Schwerin zu Fuß entdecken

Schwerin-

Schwerin: märchenhaft

Touristen, die erstmals nach Schwerin kommen, wundern sich meist über sich selbst: Warum haben sie nicht schon viel früher diese wunderschöne Stadt für sich entdeckt? Sie hatten vielleicht irgendwann einmal das Schloss Schwerin auf einer Postkarte gesehen und spätestens zur Bundesgartenschau im Jahre 2009 auch davon gehört, dass es hier schöne Parkanlagen, zahlreiche Seen und überhaupt viel Landschaft geben soll, aber das würde man sich ja immer noch ansehen können – bei einem Abstecher von Berlin oder Hamburg aus … Am Besten kann man Schwerin zu Fuß entdecken.

Uunzählige Türme und Türmchen, gekrönt von goldenen Kuppeln und funkelnden Zinnen, machen das Schweriner Schloss zu einem regelrechten Märchenschloss. Foto: Weirauch
Uunzählige Türme und Türmchen, gekrönt von goldenen Kuppeln und funkelnden Zinnen, machen das Schweriner Schloss zu einem regelrechten Märchenschloss. Foto: Weirauch

Schweriner Schloss

Bei einem solchen “Abstecher” wird klar: Die kleinste Landeshauptstadt Deutschlands bewirkt nicht selten Liebe auf den ersten und auch jeden weiteren Blick. Der Begriff “Märchenschloss” scheint hier im Herzen Mecklenburgs enstanden zu sein. Man könnte meinen, dass im Schweriner Schloss nicht etwa die Landtagsabgeordneten ihre Büros, sondern Dornröschen, Schneewittchen und König Drosselbart gleichermaßen ihr Zuhause zu haben. Der letzte Residenzbau Europas beflügelt die Fantasie und erzählt gleichzeitig die Geschichte der hier über Jahrhunderte wirkenden Herzöge.

Schweriner Ensemble gen UNESCO-Welterbe?

Aber nicht nur das Schloss vermag zu bezaubern: Das im 19. Jahrhundert aus Regierungsgebäuden, Stadtvillen, Schlossbrücke, Theater und Museum entstandene Gesamtensemble gilt zusammen mit dem 25 Hektar großen Schlossgarten als einzigartig und wurde deshalb im Jahre 2014 auf die deutsche Vorschlagsliste für das UNESCO-Welterbe gesetzt.

Spaziergang durch Schwerin

Der Spaziergang vom Schloss aus durch die Schweriner Altstadt führt unweigerlich zu einer Begegnung mit dem Wirken Georg Adolph Demmlers. Der aus einfachen Verhältnissen stammende Schinkel-Schüler brachte es bis zum Hofbaurat und entwarf von den 1820er Jahren bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts die Pläne für etliche öffentliche und herrschaftliche Gebäude der Stadt – beispielsweise für den Marstall, das Arsenal und die Rathausfassade.

Das Arsenalgebäude am Pfaffenteich - Schwerins beschauliche »Binnenalster«, Foto: Weirauch
Das Arsenalgebäude am Pfaffenteich – Schwerins beschauliche »Binnenalster«, Foto: Weirauch

Bis dahin war das Stadtbild über Jahrhunderte geprägt durch die Symbole der beiden hier ansässigen Machtpole – das Schloss für die Präsenz der herzoglichen Residenz auf der einen Seite und den Dom für den Sitz des Bistums auf der anderen Seite.

Auf dem Altstädtischen Markt erzählt das Löwendenkmal vom Stadtgründer Heinrich dem Löwen. Foto: D.Weirauch
Auf dem Altstädtischen Markt erzählt das Löwendenkmal vom Stadtgründer Heinrich dem Löwen. Foto: D.Weirauch

Dazwischen wirkte Schwerin bis ins 19. Jahrhundert hinein eher dörflich: Viele heute noch gut erhaltene Fachwerkhäuser zeigen den Kontrast zwischen den einfacheren Häusern vergangener Zeiten und den prunkvollen Gebäuden des 19. Jahrhunderts.

Blick auf den Marktplatz von Schwerin Foto: Weirauch
Blick auf den Marktplatz von Schwerin Foto: Weirauch

Entdeckungen in Schwerin

Aber ein Spaziergang durch Schwerin bietet nicht nur architektonische Entdeckungen: Am Altstädtischen Markt ebenso wie in den Seitenstraßen und den für mecklenburgische Verhältnisse durchaus steilen Gassen findet man von der “KostBar” bis zur “Guten Quelle”, dem einstigen Wohnhaus Fritz Reuters, zahlreiche gastronomische Überraschungen und auch kulturelle Gegensätze.

Bekannt für gute Küche: "Gute Quelle", einstiges Wohnhaus Fritz Reuters Foto: Weirauch
Bekannt für gute Küche: “Gute Quelle”, einstiges Wohnhaus Fritz Reuters Foto: Weirauch

Einerseits zeigt das Staatliche Museum Gemälde weltbekannter holländischer Maler des 17. und 18. Jahrhunderts, die jeder aus dem eigenen Schulbuch kennt, im Original, andererseits erzählt der Inhaber des vielleicht kleinsten Museums Deutschlands die Geschichte der “Gelbgießerei”, also der Herstellung von Gegenständen aus Messing.

Was für eine Kulisse: Mecklenburgisches Staatstheater und museum, Foto. Weirauch
Was für eine Kulisse: Mecklenburgisches Staatstheater und museum, Foto. Weirauch

Einerseits ist das Mecklenburgische Staatstheater weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt für seine grandiosen Inszenierungen, andererseits ist die Werkstatt des Schweriner “Klockenschausters” mit ihren rund 15 Quadratmetern inszwischen längst kein Geheimtipp mehr: 30 Besucher drängen sich hier regelmäßig, wenn die “Kultur beim Klockenschauster” zu Konzerten auf kleinstem Raum lädt.

Auf dem Schlachtermarkt steht seit 1979 der Brunnen von Stefan Horota, der das alte niederdeutsche Scherzlied "Von Herrn Pastor sin Kauh" darstellt. Foto: Weirauch
Auf dem Schlachtermarkt steht seit 1979 der Brunnen von Stefan Horota, der das alte niederdeutsche Scherzlied “Von Herrn Pastor sin Kauh” darstellt. Foto: Weirauch

Insbesondere vom Frühling bis zum Herbst ziehen Gastronomie und Kultur aber gern auch ins Freie: kulinarische Stadtführungen stehen auf dem Programm und der Schlossgarten verwandelt sich für einige Tage in einen “GourmetGarten”.

Theater-Aufführungen vor der Schlosskulisse gehören ebenso zur Tradition wie Feste mit historischem Flair. Immer wieder zeigt sich, dass sich Schwerin am besten zu Fuß oder vom Wasser aus entdecken lässt. Wer die Stadt der Seen und Wälder nicht nur als Zwischenstopp betrachtet und mehr als nur einen Abstecher für die paar Stunden einplant, der wird mit unvergesslichen Momenten belohnt …

Sonnenuntergang am Ziegelaussensee von Schwerin, Foto: Weirauch
Sonnenuntergang am Ziegelaussensee von Schwerin, Foto: Weirauch

Informationen zu Schwerin

  • Adresse: Tourist-Information Schwerin, Am Markt 14, 19055 Schwerin
  • Tel.: 0385 5925212
  • E-Mail: info@schwerin.info
  • Internet: www.schwerin.info
  • Übernachtungstipp: Hotel Frankenhorst am Rande von Schwerin.
  • Beliebt ist die Seesauna, Foto: Raphael Hotels
    Beliebt ist die Seesauna im Best Western Hotel Frankenhorst , Foto: Raphael Hotels
Schlösser und Burgen

Dem Heiligen Nikolaus nachspüren

domschatz-halberstadt_armreliquiar-hl-nikolaus_bildautor-domschatzBis heute ist das Nikolaus-Reliquiar, ein goldener Arm, eines der kostbarsten Domschatzstücke. Foto: Domschatz Halberstadt

Nikolaustag im Domschatz Halberstadt

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Foto: Domschätze Halberstadt und Quedlinburg

Wer am Nikolaustag voll Freude und Aufregung seinen prall gefüllten Stiefel auspackt oder einem lieben Menschen still und heimlich etwas in den Schuh legt, der kann ihn spüren, diesen besonderen Zauber der Vorweihnachtszeit. Wer dann noch Lust hat, auch der historischen Person zu begegnen, der sollte am Nikolaustag den Halberstädter Domschatz besuchen.

Nikolaus wirkte in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts als Bischof in der Stadt Myra an der türkischen Südküste. Um sein Leben ranken sich viele Legenden. Nikolaus wird seit Jahrhunderten weltweit als Wohltäter der Kinder gefeiert. Im Mittelalter wurden Reliquien des Nikolaus hoch verehrt.

Als der Halberstädter Bischof Konrad von Krosigk einen Finger des Heiligen vom 4. Kreuzzug mit an den Dom brachte, war das hier Grund zu größter Freude.

Bis heute ist das Nikolaus-Reliquiar, ein goldener Arm, eines der kostbarsten Domschatzstücke. Foto: Domschatz Halberstadt
Bis heute ist das Nikolaus-Reliquiar, ein goldener Arm, eines der kostbarsten Domschatzstücke. Foto: Domschatz Halberstadt

Bis heute ist sein Reliquiar, ein goldener Arm, eines der kostbarsten Domschatzstücke. Der Unterarm ist bekleidet mit einem silbern vergoldeten Obergewand, dessen Nähte und Säume prächtig mit Edelsteinen geschmückt sind. Unter einer Bergkristallplatte ist in einem schmalen Reliquiengelass ein mumifizierter Finger eingelassen, der der Legende nach vom Heiligen Nikolaus stammen soll.

Auf das Stichwort „Nikolaus“ erhält am Nikolaustag jeder Gast den ermäßigten Eintrittspreis in den Halberstädter Domschatz und darf sogar in eine kleine Schatztruhe greifen. Er „begegnet“ bei seiner Besichtigung dann nicht nur dem Finger des Nikolaus, sondern kann sogar einen kleinen Erinnerungsmoment mit nach Hause nehmen.

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Foto: Domschätze Halberstadt und Quedlinburg

Weihnachtlicher  Besuch in Halberstadt

Halberstadt ist eine Überraschung. Die Stadt ist eine gelungene Synthese aus Mittelalter und Moderne. In der Tat kann man sich in der Bischofsstadt auf eine spannende Zeitreise von über 1200 Jahren begeben. Von den Zerstörungen aus dem Zweiten Weltkrieg und der DDR-Zeit ist nicht mehr viel zu sehen. 1945 waren bei Luftangriffen rund 80 Prozent der einst zu den bedeutendsten deutschen Fachwerkzentren gehörenden Innenstadt zerstört worden. Halberstadt hatte damals mit 1600 Gebäuden mehr Fachwerkhäuser als Quedlinburg.

Schmuck sanierte Fachwerkhäuser

Die DDR ließ die baulichen Reste vernachlässigen, baute zahlreiche eintönige Wohnblöcke und begann mit dem Abriss der verbliebenen Fachwerkhäuser. Nach der Wende konnte die Stadt in ihrer historischen Geschlossenheit glücklicherweise wiederhergestellt werden. Dank viel bürgerschaftlichem Engagement erstrahlt die Heimat der berühmten Halberstädter Würstchen wieder.

Karl der Große gründete das Bistum Halberstadt

Im Jahre 804 gründete Karl der Große das Bistum Halberstadt. So trat die bis dahin unbedeutende Siedlung an der Holtemme im Harzvorland in das Licht der Geschichte.

Interessante Zeugnisse vom Glanz vergangener Zeiten lassen sich heute entdecken. Schon von Weitem grüßen die sakralen Bauwerke aus Gotik und Romanik, die auch heute noch die Silhouette dieser Harzvorstadt prägen. Hervorzuheben ist besonders der Dom St. Stephanus mit seinem Domschatz, den jährlich weit über 100.000 Gäste aus aller Welt besuchen. Mit mehr als 650 Stücken gilt dieser als einer der umfangreichsten Kirchenschätze überhaupt. Die ebenfalls auf dem Domplatz befindliche romanische viertürmige Liebfrauenkirche mit Chorschranken aus dem 12. Jahrhundert gehört wie der Dom zur Straße der Romanik. Neben der St. Martinikirche am Markt mit dem Roland verdient auch die St. Buchardi-Kirche am Rande der Stadt besondere Beachtung. Dort wird das langsamste Musikstück der Welt wird aufgeführt: John Cages Orgelstück ORGAN2/ASLSP – As SLow aS Possible [So langsam wie möglich] – erklingt hier in der extremen Interpretation von mindestens 639 Jahren. Die Aufführung begann im Jahr 2001. Zunächst nur eine utopische Idee, entwickelte sich das Vorhaben schnell zu einem der eindrucksvollsten und innovativsten Kunstprojekte unserer Zeit. Es dauert bis zum 4. September 2640.

Im Internet: | www.halberstadt.de

Romanik: | https://www.strasse-der-romanik.net/

Hier geht es zum Dom Halberstadt mit dem berühmten Domschatz.

 

 

 

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