Schlösser und Burgen

In Berlin und Brandenburg kennen wir jedes Schloss und auch jeden Park. Verschiedene Etappen der Burgenstraße sind wir abgeradelt. Ständig lernen wir neue Burgen und Schlösser kennen. Daran können die Leser von einfachraus.eu teilhaben

Schlösser und Burgen

Schloss Babelsberg, Wilhelm I. liebste Sommerresidenz

Schloss BabelsbergSchloss Babelsberg, äusserlich bereits aufwändig saniert, Foto: D. Weirauch

Schloss Babelsberg und die Glienicker Brücke in der Herbstsonne. Indian Summer in Berlin und Potsdam. Babelsberg ist eines der bedeutendsten Schlösser der Berlin-Potsdamer Kulturlandschaft. Angelegt von den preußischen Stararchitekten Karl Friedrich Schinkel, Ludwig Persius sowie Johann Heinrich Strack.

Steht man auf der berühmten Glienicker Brücke, so erblickt man linkerhand das mit seinen zahlreichen Zinnen, Erkern und Türmen wie eine Ritterburg anmutende Schloss inmitten des von Peter Joseph Lenne´und Hermann von Pückler-Muskau gestalteten englischen Schlossparks.

Blick vom Kleinen Schloss Babelsberg auf Potsdam
Blick vom Kleinen Schloss Babelsberg auf Potsdam

In den nächsten Jahren soll das zwischen 1835 und 1849 errichtete Bauwerk nach Jahrzehnten Vernachlässigung, in DDR-Zeiten war darin eine Akademie zur Ausbildung von Richtern und danach ein Museum für Ur- und Frühgeschichte untergebracht, aufwendig restauriert werden. Deshalb können wir es nur von außen besichtigen.

Lieblingssitz von Kaiser Wilhelm I. und Kaiserin Augusta

Das imposante Bauwerk war mehr als 50 Jahre der Sommersitz Kaiser Wilhelms I. und seiner Gattin Augusta von Sachsen-Weimar. An den 200. Geburtstag der Kaiserin erinnert derzeit im Weimarer Schlossmuseum die Schau „Die Kaiserin aus Weimar. Augusta von Sachsen-Weimar und Eisenach“. Augusta liebte Schloss Babelsberg nahezu abgöttisch. Sie machte es zu ihrem Lebensmittelpunkt.
Wegen ihrer festen Vorstellungen über das künftige Aussehen des Schlosses gab es immer wieder Zoff mit den am Bau beteiligten Architekten. Schinkel hatte maßvolle gotische Formen vorgesehen. Die schwierige Bauherrin forderte vor allem überreichen Dekor im Innern. Noch während der Planungen starb Karl Friedrich Schinkel 1841. Nachfolger Ludwig Persius versuchte zuerst Schinkels Plan umzusetzen, beugte sich dann den Änderungswünschen der Bauherrin. Neben den klaren Formen des Klassizismus entsprach auch der gotische Baustil englischer Herkunft dem Zeitgeschmack, vermischt mit der verklärten Sicht auf das Mittelalter.

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Ein achteckiger Tanzsaal als Schmuckstück

Schmuckstück des Schlosses ist der in den letzten Jahren restaurierte über zwei Etagen reichende achteckige Tanzsaal. Wiederhergestellt werden soll auch ein unterirdischer Gang, der einst das Schloss mit der im Nachbargebäude untergebrachten Küche verband. Ein mächtiger Turm, einem mittelalterlichen Bergfried ähnlich, rundet das Ensemble ab.
Oft war das Schloss Schauplatz deutscher Geschichte. So fand dort und im angrenzenden Park am 22. September 1862 das Gespräch zwischen König Wilhelm I. und Otto von Bismarck statt, das mit der Ernennung Bismarcks zum Ministerpräsidenten und Außenminister endete. Augusta selbst soll Bismarck bis an ihr Lebensende im Jahr 1890 misstraut haben. Sie betrachtete den Reichskanzler als ihren Todfeind und Bismarck wiederum verachtete Augusta für ihren Einfluss auf Mann und Sohn und sah in ihr den „Kristallationspunkt“ aller politischen Kräfte, die gegen ihn arbeiteten. Auch an solche Anekdoten soll künftig im Schlossmuseum erinnert werden.
Heute gehört Schloss Babelsberg zur Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg und ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbes.

Blick aus dem Schloss Babelsberg
Blick aus dem Schloss Babelsberg

Blick vom Flatowturm schweift bis zum Wannsee

Im 114 Hektar großen Park erinnern verschiedene Bauwerke, wie die Bismarck- und Wilhelmbrücke an bewegte deutsche Geschichte. Beim Blick vom 46 Meter hohen Flatowturm, dieser kann besichtigt werden, nach draußen wird der Park in verschiedenen Ausschnitten und Sichtachsen erlebbar, die sich bei zunehmender Höhe des Standpunktes fächerartig erweitern. Von der umlaufenden Plattform bietet sich ein einmaliger Panoramablick über Potsdam, bis hinüber zum Wannsee.  Der Turm erhielt seinen Namen von dem Gut Flatow in Westpreußen, das zum Besitz des Prinzen Wilhelm gehörte und aus dessen Einnahmen der Bau bestritten wurde. Im südlichen Teil steht eine Gerichtslaube, die unter Verwendung von Originalteilen der aus dem 13. Jahrhundert stammenden Gerichtslaube aus dem Zentrum Berlins, 1871 errichtet wurde. Die mittelalterliche Verhandlungsstätte musste nach 1860 dem Neubau des Berliner Roten Rathauses weichen.

Im April 2017 wird Schloss Babelsberg zum Ausstellungsort

Im April 2017 wird Schloss Babelsberg wieder zugänglich sein. Im Schloss, letztmalig war dort 2003 eine Persiusausstellung zu sehen, soll in einer Schau an Fürst Hermann Pückler-Muskau erinnert werden. Der Park Babelsberg wurde im Jahr 1833 vom Gartenarchitekten Peter Joseph Lenné angelegt und nach 1842 von Fürst Hermann von Pückler-Muskau, dem Schöpfer so bedeutender Anlagen wie Bad Muskau und Branitz, gestalterisch geprägt.

Deckendetail im Schloss Babelsberg
Deckendetail im Schloss Babelsberg

hier weitere Informationen zum Schloss Babelsberg

Schlösser und Burgen

Parkomanie: Fürst Pücklers Park in Branitz

Kahnfahrt im Branitzer ParkKahnfahrt im Branitzer Park: Foto: Michael Helbig

Der Park Branitz am Rande von Cottbus im Süden Brandenburgs ist ein Gesamtkunstwerk. Es lohnt sich, den von Fürst Hermann Pückler-Muskau rund um das Barockschloss im heutigen Cottbuser Stadtteil Branitz gestalteten Park zu besuchen. Und man sollte viel Zeit mitbringen. Denn hier präsentiert sich eine der schönsten Parkanlagen Europas. Ein “Bilderbuch der Harmonie”, wie Pückler es selbst nannte. Parkomanie: Fürst Pücklers Park in Branitz

Seepyramide Branitz, Foto: K. Weber, Stiftung Fürst-Pückler-Museum
Seepyramide Branitz, Foto: K. Weber, Stiftung Fürst-Pückler-Museum

Bilderbuch der Harmonie

Am Beginn eines Besuches sollte das Besucherzentrum stehen. In der dortigen Ausstellung erfährt man viel über Fürst Pückler, seine Ideen und Inspirationsquellen. Lohnenswert auch ein Besuch im Schloss, seit 1696 im Besitz des Adelsgeschlechtes. Den spätbarocken Dreiflügelbau hatte Fürst Hermann von Pückler-Muskau 1846 bezogen.

Parkomanie: Fürst Pücklers Park in Branitz

Das Schloss beherbergt ein einzigartiges Pückler-Museum und zeigt, dass der umtriebige Pückler gut zu leben wusste. Ein Rundgang verrät viel über das schillernde Leben des Adligen.

Wer in der Bibliothek steht, denkt, der Fürst sei nur mal eben aus dem Raum gegangen. Man wandelt durch Stilzimmer, orientalisch gestaltete Räume, den Musiksaal, die fürstliche Bibliothek. Im Obergeschoss hängen Bilder des in Cottbus geborenen Malers Carl Blechen.

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Nicht versäumen sollte man ein Besuch im restaurierten Marstall, in dem regelmäßig Sonderausstellungen einladen.

Naturwunder Branitzer Park

Höhepunkt des Branitz-Besuches ist aber der Spaziergang im Park. Dieser erscheint zu den verschiedenen Jahreszeiten wie ein Naturwunder. Tatsächlich wurde er aber von Pückler bis ins kleinste Detail geplant. Neben dem inneren Kernbereich mit dem spätbarocken Schloss und den berühmten Pyramiden gehört auch der kaum bekannte Außenpark zum Gesamtensemble. Als „gestaltete Feldflur“ bezog Pückler dort die land- und forstwirtschaftlichen Flächen der direkten Umgebung in seine Anlage mit ein.

Branitz

Meisterwerk und Denkmal der Gartenkunst

Empfängt der Muskauer Park die Besucher mit langen Sichten und Prachtstraßen, so birgt die Branitzer Anlage eher intime, verborgene Orte der Kontemplation und Erinnerung. Inmitten einer Kulisse aus Baumgruppen, Solitärbäumen und Wasserflächen symbolisieren die Mondberge, der Heilige Berg und das Motiv des Davidsterns an der Ägyptischen Brücke die drei monotheistischen Weltreligionen. Die markanten Silhouetten der beiden Erdpyramiden erinnern an die Orientreise des Fürsten; die romantische Wolfsschlucht am Kugelberg ist eine Hommage an Pücklers Lieblingsoper Der Freischütz von Carl Maria von Weber. Diese raffiniert gestaffelte Reihenfolge

Er war Gartenkünstler, Schriftsteller und Unternehmer. Von Herrmann Fürst von Pückler-Muskau stammt auch ein Großteil des Parkes Babelsberg gegenüber der Glienicker Brücke in Potsdam.

Branitz zählt als Ensemble zu den bedeutendsten Landschaftsgärten des 19. Jahrhunderts. Wie an einer Perlenschnur aufgereiht, überraschen den Besucher im Park immer neue Landschaftsbilder. Die beiden Erdpyramiden sind die Wahrzeichen des Parks. Sie vermitteln einen Eindruck von Ewigkeit. In der Wasserpyramide, dem Tumulus, sind der Fürst und seine Frau Lucie beigesetzt. Pyramiden in der Lausitz – schon ungewöhnlich.

Eine künstliche Oase in der Wüste

Nachdem sich Pückler mit den Arbeiten an seinem Park in Bad Muskau übernommen und verschuldet hatte, musste er seinen dortigen Besitz verkaufen und sich auf den unveräußerlichen Familiensitz nach Branitz bei Cottbus zurückziehen. Sofort begann der damals 61-Jährige, Branitz umzugestalten. Für Pückler galt die Neuanlage des Landschaftsparks als „künstlerische Oase in einer Wüste“. Bis ins hohe Alter ließ er unermüdlich Schloss und Park nach seinen Vorstellungen umgestalten. 2005 wurde der Branitzer Park zu einem Projekt der IBA. Nur durch das Zusammenspiel und die Abfolge von Feldflur, äußerem und innerem Park und dem „Pleasureground“ am Schloss kann Branitz als Gesamtkunstwerk verstanden werden. Seit einiger Zeit ist das Raumerlebnis nun schrittweise wieder erlebbar, wie Gerd Streidt, Direktor der Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz, beim Besuch erklärt.

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Er hat eine Vision. Wer in einigen Jahren den Park besucht, wird eine landschaftliche Verbindung zwischen der historischen Kulturlandschaft Branitz und dem neu entstehenden Cottbuser Ostsee (dem heutigen Tagebau Cottbus-Nord) sowie dem dann komplett erlebbaren Außenpark erkennen. Das derzeit noch fehlende Teilstück des Umfahrungsweges auf Höhe der Branitzer Siedlung wird ergänzt. In Kooperation mit ihrem Pendant in Bad Muskau bemüht sich die Stiftung „Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz“ zudem um eine gemeinsame Anerkennung als Unesco-Weltkulturerbe. Diesen Titel trägt der Pückler-Park in Bad Muskau bereits.

Geheimtipp Rosenhügel

Gerd Streidt: „Heute wäre der Fürst von Pückler-Muskau ein Star. Sein abenteuerliches Leben, Reisen um die halbe Erde, sein Wirken als Gartenkünstler, Schriftsteller und Unternehmer hätten Pückler mit Sicherheit auf die Titelseiten der Magazine gebracht. Mich faszinieren seine künstlerische Kreativität und seine Fähigkeit, sich immer wieder neu zu erfinden. Den Branitzer Park hat er als seine symbolische Lebensreise gestaltet. Nichts wurde hier dem Zufall überlassen. Und noch ein Geheimtipp: Der Sitzplatz auf dem Rosenhügel ist ein wunderbarer Ort für ein Picknick. Meine Lieblingsorte sind die beiden Pyramiden. Sie vermitteln einen Eindruck von Ewigkeit.“

Pyramiden in Branitz

Pückler spielte und kokettierte sein Leben lang mit dem Tod. Doch nach seiner Umsiedlung nach Branitz sah er offensichtlich die Zeit gekommen, sich ernsthaft mit seinem Abschied von dieser Welt zu befassen. Auch dieser wollte inszeniert sein. Im Jahr 1854 starb Pücklers geschiedene Frau Lucie Fürstin von PücklerMuskau. Zwei Jahre später begann der Fürst inmitten der so genannten Pyramidenebene mit der Errichtung zweier Pyramiden, die er als Grablege für sich und seine Lebensgefährtin vorgesehen hatte. Auf die Frage, warum er diese Form des Grabmonuments gewählt habe, antwortete er: „ Weil ein solcher Sandhügel, dieser Tumulus, das Bleibendste ist, was es auf Gottes Erde giebt. (…) Die scharfen Kanten wird der Wind verwehen, nichts weiter.”

Seepyramide Branitz, Foto: K. Weber, Stiftung Fürst-Pückler-Museum
Seepyramide Branitz, Foto: K. Weber, Stiftung Fürst-Pückler-Museum

Infos zum Fürst Pückler Museum Branitz

  • Adresse: | Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz, Gutshof Robinienweg 5, 3042 Cottbus
  • Info:| www.pueckler-museum.de
  • TMB: | www.reiseland-brandenburg.de

Hier weitere Informationen zu Pückler, Bad Muskau, Babelsberg und Parkomanie in Bonn.

Weitere interessante Geschichten über Brandenburg findet ihr hier.

Schlösser und Burgen

Fürst Pückler Park und Schloss Bad Muskau

Neues Schloss in Bad MuskauNeues Schloss in Bad Muskau Foto: Weirauch

Fürst Hermann von Pückler-Muskau war schon zu Lebzeiten berühmt. Als Reisender, Dandy, Schriftsteller, Bauherr und Landschaftsgärtner machte er sich einen Namen. An den Schriftsteller erinnert heute wenig. Das nach ihm benannte Eis ist bekannt. Vor allem aber laden die von ihm gestalteten Gärten zum Erleben ein: Branitz, Babelsberg und Bad Muskau.

Renata Stachanczyk und Cord Panning erläutern die Wiederherstellung des Muskauer Parks
Renata Stachanczyk und Cord Panning
ReiseSchlösser und Burgen

Auf der Burgenstraße: unterwegs von Mannheim nach Prag

Burgenstraße - logo
  • Burgenstraße:  1954 gegründet, zwischen Mannheim und Prag
  • Traditionsreiche Ferienstraße Deutschland
  • Länge: 1.200 Kilometer mit über 90 Schlösser und Burgen

Die Burgenstraße gewährt Reisenden einen historischen Einblick in Mittelalter, Barock und Klassizismus. Auf der beliebten  touristischen Route, die von Mannheim über Heilbronn und Nürnberg bis nach Prag führt, kann man in Baden-Württemberg, Bayern und Tschechien zahlreiche Burgen, Schlösser und Ruinen, aber auch mittelalterliche Stadtkerne erleben. Auf der Burgenstraße: unterwegs von Mannheim nach Prag

In Mannheim geht’s los

1954 wurde die Strecke zwischen Mannheim und Nürnberg zur Burgenstraße erklärt, 1994 weitete man sie bis nach Prag aus. Startpunkt ist am Ehrenhof des Schlosses in Mannheim, Stationen sind das Neckartal, das Hohenloher Land, die Frankenhöhe, die Fränkische Schweiz, das Fichtelgebirge und der Kaiserwald. myEntdecker stellt einige Highlights der Burgenstraße vor.

Kaiserpfalz in Bad Wimpfen

Rund 15 Kilometer nördlich von Heilbronn kommt man auf der gut ausgeschilderten Burgenstraße nach Bad Wimpfen. Über dem steilen Tal liegt Wimpfen mit sehenswerten Fachwerkhäusern. Schon von fern beeindruckt die markante Silhouette der einst größten Kaiserpfalz nördlich der Alpen mit Rotem und Blauem Turm, der Pfalzkapelle, den Arkaden des staufischen Palas und dem Steinhaus.

Rundgang mit  TürmerinDie Türmertradition auf dem Blauen Turm blieb über Jahrhunderte bis heute ununterbrochen erhalten. Blanca Knodel gilt als die einzige Türmerin in Deutschland. Sie fungiert gleichzeitig als „höchste“ Stadtführerin und erklärt gern bei einem Rundgang in luftiger Höhe von 33 Metern die ihr zu Füßen liegende pittoreske Altstadt. Adresse Kaiserpfalz: Burgviertel, Bad Wimpfen, Info: www.badwimpfen.de

Auf Burg Guttenberg

Hoch oben über dem Neckar, rund 60 Kilometer Kilometer von Heidelberg entfernt, liegen die imposanten Burgen Guttenberg und  Hornberg.
Burg Guttenberg, die der Familie von Gemmingen gehört, besitzt eine der seltenen genannten Holzbibliotheken. In kunstvollen Holzkästchen sind die wichtigsten Bestandteile verschiedener Waldgewächse untergebracht.

Burg_Guttenberg_Europaeischer_Seeadler-Foto Burgenstrasse e.V.
Burg_Guttenberg_Europaeischer_Seeadler Foto/Bildrechte:  Burgenstrasse e.V.

Ebenfalls sehenswert ist die Deutsche Greifenwarte auf der Burg Guttenberg mit über 100 Greifvögeln, von denen einige bei den täglichen Flugschauen zu erleben sind. Adresse: Burgstraße 1, Haßmersheim. www.burg-guttenberg.de

Götz von Berlichingen

Auf der anderen Talseite grüßt Burg Hornberg, die seit Jahrhunderten der Familie von Guttenberg gehört. Im rustikal eingerichteten  Burghotel kann man sehr gut speisen und übernachten. Der zur Burg gehörende Weinberg wird zu den ältesten noch bestehenden Weingütern der Welt gezählt. Auf immer verbunden ist der Hornberg aber mit Götz von Berlichingen. Der „Ritter mit der eisernen Hand“ erwarb die Burg 1517 und lebte dort bis zu seinem Tode 1562. Johann Wolfgang von Goethe nahm dessen Lebensgeschichte als Vorlage für seinen „Götz von Berlichingen“. Adresse: Burg Hornberg 1, Neckarzimmern. www.burg-hotel-hornberg.de

Rothenburg ob der Tauber

Von der einstigen Burg Rothenburg selbst sind nur noch das Burgtor aus dem 12. Jahrhundert, der älteste und zugleich höchste Torturm der Stadt sowie der idyllische Burggarten erhalten. Von hier aus bietet sich ein herrlicher Blick auf die Stadtsilhouette und das Taubertal.

 

Achtzehn Stationen durchläuft die Burgenstraße in Bayern zwischen Rothenburg ob der Tauber und Bayreuth. Sie passiert historisch bedeutende Städte wie Nürnberg, Bamberg, Coburg und Kulmbach und durchläuft Landschaften wie die Fränkische Schweiz, die Haßberge oder den Frankenwald. Besonders sehenswert sind Rothenburg sowie das auf der Unesco-Welterbe Liste stehende Bamberg.

Markgräfliche Residenz Ansbach

Die ehemalige Residenz der Markgrafen von Brandenburg-Ansbach gehört zu den bedeutendsten baulichen Zeugnissen des 18. Jahrhunderts in Franken. Markgräfin Friederike Luise, Schwester Friedrichs des Großen, war mit dem Markgrafen zu Brandenburg-Ansbach verheiratet.

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Sehenswert in der Residenz sind u.a. der doppelgeschossige Festsaal, das Spiegelkabinett mit Meißener Porzellan sowie der Kachelsaal mit rund 2.800 Fliesen aus der einstigen Fayencemanufaktur Ansbach. Bei einer Schlossführung kann man 27 Prunkräume bestaunen. Adresse: Promenade 27, Ansbach. Geöffnet April-Sept, Di-So, 9-18 Uhr; Okt.-März, Di-So, 10-16 Uhr. Eintritt 4,50, erm. 3,50 Euro.

Kaspar Hauser in Ansbach

Gegenüber der Residenz lädt die Orangerie (Promenade 33, Ansbach, www.orangerie-ansbach.de) mit Hofgarten und Café ein. Sie ist vor allem mit Kaspar Hauser verbunden. Am 14. Dezember 1833 wurde hier Kaspar Hauser, das „Kind von Europa“, unter mysteriösen Umständen niedergestochen. Ein Kaspar-Hauser-Museum in Ansbach will Licht in das nach wie vor dunkle Kapitel bringen. Adresse: Markgrafenmuseum, Kaspar-Hauser-Platz 1, Okt.-April, Di-So, 10-17, Mai-Sept, tgl. 10-17 Uhr, Eintritt: 3,50, erm. 2 Euro.

Im Museum für Kaspar Hauser können Besucher abstimmen, Foto: D.Weirauch
Im Museum für Kaspar Hauser können Besucher abstimmen, Foto: D.Weirauch

Rokoko-Festspiele in der Orangerie

Im Hofgarten finden alljährlich Anfang Juli die Rokoko-Spiele statt, bei denen vor der Kulisse der Orangerie der Glanz des Ansbacher Hofes zu neuem Leben erwacht. Die Anlage wurde in Anlehnung an französische Vorbilder erbaut. Info: www.rokoko-festspiele.de

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Der Kammersänger auf Burg Abenberg

Ein kaum bekanntes Kleinod an der Burgenstraße ist Burg Abenberg im gleichnamigen Ort. Zwei Türme, der schlanke „Luginsland“ und der wuchtige „Schottenturm“, bestimmen die markante Silhouette der Burg. Beide wurden erst in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts erbaut. Im 11. und 12. Jahrhundert saßen auf der Burg die Hochstiftsvögte der Bischöfe von Bamberg.

Klöppelmuseum auf Burg Abenberg

1875 erwarb ein Münchner Kunsthändler die Burg, danach kaufte Kammersänger Anton Schott die Anlage und errichtete den „Schottenturm“. In dem Turm kann man heute wohnen. Auf der Burg befinden sich ein Museum für fränkische Geschichte und seit 2001 ein überregional bekanntes Klöppelmuseum. Das Burgerstaurant ist bekannt für seine preigekrönte fränkische Küche. Adresse Burg Abenberg: Burgstraße 16, Info Museen: www.museen-abenberg.de

Kaiserburg Nürnberg

Die als staufische Pfalz gegründete Kaiserburg in Nürnberg (Burg 13, Nürnberg, geöffnet April-Sept., 9-18 Uhr; Okt.-März, 10-16 Uhr, Info: www.kaiserburg-nuernberg.de) gehört zu den Highlights der Burgenstraße. Die um 1200 erbaute Doppelkapelle ist ältester Bestandteil der mächtigen Kaiserbrug und zeugt von der mittelalterlichen Hierarchie, die selbst im Gottesdienst Adel und König von dem gemeinen Volk abhob. Darüber hinaus unterhält das Germanische Nationalmuseum eine Zweigstelle auf der Burg.

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Erlebenswert ist in der Weihnachtszeit übrigens der weltberühmte Nürnberger Christkindlesmarkt.

Aktivurlaub an der Burgenstraße

Aktivurlauber können an der Burgenstraße mit historischen Gemäuern im Blick Wandern, Rad- und Kanufahren. Viele der 90 Burgen und Schlösser liegen auf Anhöhen über Flüssen wie Neckar, Regnitz und Moldau. Urlauber mit Mountain-Bikes und Wanderschuhen sind in den historischen Stätten an der Burgenstraße gern gesehen. Anlegen kann man oftmals mit Kanu direkt am Fuße der Burgen.

Traumblick vom Fluss aus

Gerade im Neckartal hat man vom Fluss aus einen tollen Blick auf die zahlreichen Burgen am Weg von Heidelberg nach Heilbronn. Eine ungewöhnliche Perspektive bietet eine Kanutour, die beispielsweise von Haßmersheim nach Neckargerach im Canadier 36 Euro kostet. Für die rund 20 Kilometer auf dem Wasser sollte man einen Tag einplanen.

192 Kilometer lange Radtour

Wer das Wasser scheut, findet im Radtourenbuch vom Esterbauer Verlag zahlreiche Inspiration, beispielsweise auf der Route von Bayreuth nach Bamberg. Die Route ist 192 Kilometer lang, es gibt nicht allzu viele Höhenmeter zu bewältigen – und alle paar Kilometer laden Sehenswürdigkeiten wie die großen Festungen in Kronach, Kulmbach sowie Coburg zu einem Stopp ein.

Über Bäderdreieck bis Prag

Die Fränkische Schweiz und das Fichtelgebirge warten mit ihren wunderbaren Naturlandschaften. In Tschechien führt die Reise entlang der Burgenstraße durch das historische Bäderdreieck mit Marienbad und Karlsbad  vorbei an der Bierstadt Pilsen bis in die Goldene Stadt Prag.

Burgenstraße – Informationen

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Treffurt – idyllischeFachwerkstadt an der Werra

Treffurt (35)

Treffurt im nordwestlichen Wartburg-Kreis, dicht an der Grenze zu Hessen gelegen, gehört zu den kleinen Orten, die nach 1989 aufgeblüht sind. Ein Kurzurlaub dorthin lohnt sich in jeder Jahreszeit. Bis nach Eschwege in Hessen sind es nur wenige Kilometer. Auch Mühlhausen und den Baumkronenpfad im Nationalpark Hainich kann man in einer halben Stunde mit dem Auto erreichen.

Der Normannstein thront über Treffurt

Von Eisenach kommend, wo die Creuzburg (die Stätte des bekannten Rosenwunders der Heiligen Elisabeth) über dem gleichnamigen Fachwerkstädtchen in der Nähe von Eisenach thront, führt eine Radroute durch den malerischen, etwa 20 Kilometer langen Durchbruch der Werra, den der Fluss einst in die Kalksteinfelsen grub. Von weitem weist die imposante Burg Normannstein den Weg nach Treffurt. Der Name der Fachwerkstadt leitet sich übrigens ab von Dreifurt bzw. Treyfurt. Die mittelalterliche, überwiegend romanische Burganlage wurde ab dem 9. Jahrhundert als Warte zum Schutz der drei Werrafurten erbaut. Im großen Viereckturm der Burg Normannstein lohnt ein Besuch der Ausstellung Werraburgen, die von April – Oktober täglich geöffnet ist. Auf der Burg laden eine liebevoll geführte Ausflugsgaststätte und Ferienwohnungen ein.

Bis 1989 im Grenzgebiet

Heute ist unvorstellbar, dass der schmucke Ort bis 1990 nur mit lange vorher beantragtem Passierschein betreten werden konnte, zwei Kilometer waren es bis zum nächsten Dorf in Hessen. Treffurt lag in der fünf Kilometer breiten Sperrzone des DDR-Grenzregimes. An die Grenze erinnern im Westschiff der St. Bonifatius-Kirche die vom Erfurter Metallkünstler Helmut Griese aus Streckmetall und Stacheldraht der ehemaligen Grenzbefestigungsanlagen angefertigten eindrucksvollen Metallbilder. Der am Rande des Ortes gelegene Kirschenhain durfte mehr als 30 Jahre von den Besitzern nur unter Aufsicht von schwerbewaffneten Grenzsoldaten betreten werden. An den ehemaligen Grenzverlauf zwischen Großburschla, Treffurt und Wendehausen erinnert der Heimatverein Wendehausen auf dem einstigen Führungsturm „Katharinenberg“. Gleich daneben wurde eine sogenannte „Agentenschleuse“ rekonstruiert. Im nahen Ort Ifta erinnert eindrucksvoll ein riesiges Baumkreuz aus Eschen und Linden an die Zeit der deutsch-deutschen Teilung. Seit 1990 entsteht zwischen dem thüringischen Ifta und dem hessischen Nachbarort Netra eine Allee entlang der B 7 als Zeichen des Friedens. Jedes Jahr werden im November von Mitgliedern des BUND neue Bäume gepflanzt.

Werralauf und Werra-Radweg

Treffurt ist auch bekannt durch den traditionellen Werralauf: Einmal jährlich treffen sich Sportbegeisterte aus ganz Deutschland zum Lauf für ein sauberes Werratal. Bürgerinitiativen fordern seit Jahren, dass die von der Kali GmbH K + S in die Werra eingeleiteten Salzabwasser aus der Kaliproduktion deutlich vermindert werden, damit in der Werra wieder Fische leben können.

Touristisch erschlossen wird Treffurt durch die Deutsche Fachwerkstraße, den Werra-Radweg und den Barbarossa-Weg. Ein Spaziergang durch den Ort bietet viele Überraschungen. Am Markt steht das Renaissance-Rathaus, erbaut um 1550. Neben dem mächtigen Fachwerkturm über dem doppelten Treppenaufgang verschwinden die Seitenflügel des Gebäudes fast.

Ohrfeigenhaus

Vom Marktplatz geht es bei einem Spaziergang die Rathausstraße hinauf zum 1608 erbauten „Ohrfeigenhaus“ gegenüber der Touristeninformation. Seinen Namen hat es von folgender Begebenheit: Der Amtmann Bley hatte bei seinem fürstlichen Vorgesetzten angefragt, ob er sich im städtischen Wald ein paar Bäume zum Bau eines bescheidenen Häuschens schlagen dürfe. Er bekam die Genehmigung, baute aber ein großes Haus. Als sein Vorgesetzter zu Besuch nach Treffurt kam und den Protzbau sah, soll er dem Amtmann wegen seiner Lüge eine schallende Ohrfeige verpasst haben.

Zigarren namens Jägerstolz und Sprachlos

In der Gründerzeit, als Treffurt einen Bahnanschluss bekam, blühte die Industrie auf. Selbst Zigarren wurden hergestellt. Das ursprüngliche Fabrikgebäude in der Nähe des Marktes, in dem bis zur Wende produziert wurde, beherbergt heute das Bürgerhaus. Die zu DDR-Zeiten in Treffurt hergestellten Zigarren hießen Jägerstolz, Hansagold oder Sprachlos. Die Sprachlos-Zigarren genossen zu DDR-Zeiten keinen guten Ruf, was Anlass zu Wortspielen gab. Auch heute noch werden in Treffurt, in einem am Rande des Ortes gelegenen Betrieb, Zigarren hergestellt, vom Dannemann-Konzern.

Treffurt hat von der Wende profitiert

Vom Bürgerhaus läuft man weiter in westliche Richtung zum Trott’schen Hof. In dem direkt an der Stadtmauer stehenden schmucken Gebäude befindet sich der Kindergarten. „Treffurt hat von der Wende profitiert. Es gehen schon viele junge Leute weg, aber die Stadt versucht, ihren Teil dazu beizutragen, junge Familien zu fördern“, sagt der Bürgermeister Michael Reinz. Aus einem Ort im Grenzgebiet am Ende der Welt wurde ein lebendiges Städtchen im Herzen des vereinigten Deutschland.

Geburtsort von Egon Bahr

Beim Rundgang durch seinen Heimatort zeigt Reinz auch das Geburtshaus des SPD-Politikers Egon Bahr. Der „politische Weichensteller“ der deutschen Nachkriegsgeschichte wurde 1922 in Treffurt geboren. Sein Vater war ein beliebter Lehrer, in seiner Zeit auch Vorsitzender des Männerchores „Liedertafel“. Auch für den in Treffurt lebenenden Unternehmer Günter Oßwald ist Egon Bahr so etwas wie ein Vorbild. Schmiedemeister Oßwald  (www.federn-osswald.de) erinnert sich gern an die Besuche des Politikers nach 1990 in Treffurt. Im Sommer 2004 wurde die Geburtsstraße Bahrs am Rande des Städtchens nach Egon Bahr benannt.

Die Recherche in Hessen und Thüringen wurde unterstützt von der Thüringer Tourismus GmbH und der Hessen Agentur.

Informationen zu Treffurt

  • Anfahrt über A 38 bis Abfahrt Mühlhausen
    Infos: Touristinformation Treffurt, Puschkinstraße 3, 99830 Treffurt
    Tel. 036923 51541
    www.treffurt.de
    Burg Normannstein: www.normannstein.de

 

Schlösser und Burgen

Burg Altena – eine der schönsten Burgen Europas

Handwerkburg altena aussenansicht oberer burghof foto klaus sauerlandBurg Altena- Oberer Burghof © Märkischer Kreis 2014 – Fotograf Klaus Sauerland

Kaum eine andere Region in Deutschland spiegelt den Wandel in der Zeit- und Kulturgeschichte so facettenreich wieder, wie die Region der Burg Altena im Märkischen Kreis. Die majestätische Residenzburg, die malerisch auf einem Felssporn über der Stadt Altena liegt, kann auf eine mehr als 1000 jährige Geschichte zurückblicken und ist durch ein hochmodernes Aufzugssystem in wenigen Minuten von der Stadt aus erreichbar. Sagenhaft sind ihre Anfänge in ottonischen Zeiten, wechselhaft die Geschichte zwischen Aufstieg und Verfall.

Auch die Reformation prägte Westfalen und das Sauerland in besonderer Art und Weise. Martin Luther und seine Mitstreiter waren zwar nie in Westfalen, aber ihre Lehre und ihre Thesen beeinflussten das kirchliche Leben der Region maßgeblich. Um 1600 war die Reformation im Märkischen Kreis und dem südlichen Westfalen abgeschlossen. Einige Herrschaftsgebiete waren lutherisch, andere reformatorisch geprägt, etliche blieben katholisch oder wurden wieder re-katholisiert.

Die Preußen im Sauerland!

Nicht einmal 400 Jahre ist es her, dass die Region der Grafschaft Mark preußisch wurde.

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