Schlösser und Burgen

In Berlin und Brandenburg kennen wir jedes Schloss und auch jeden Park. Verschiedene Etappen der Burgenstraße sind wir abgeradelt. Ständig lernen wir neue Burgen und Schlösser kennen. Daran können die Leser von einfachraus.eu teilhaben

ReiseSchlösser und Burgen

In Ziegenhain steht die Wiege der Konfirmation

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Eine der wichtigsten Errungenschaften der Reformation war die Einführung der Konfirmation, die sich vom hessischen Ziegenhain in alle Welt verbreitete. In der „Ziegenhainer Kirchenzuchtordnung“, die 1539 in der von Landgraf Philipp ausgebauten Festung Ziegenhain (heute Schwalmstadt) unter Mitwirkung des Reformators Martin Bucer erlassen wurde, legte man fest, dass Kinder systematisch im Katechismus unterrichtet werden sollten, ehe man sie konfirmierte und damit zum Abendmahl zuließ.

Diese Regelung war das Ergebnis eines Kompromisses mit der Bewegung der Täufer, die als radikale Protestanten die Taufe nur Erwachsenen, nicht aber Kindern zugestehen wollten.

Die Konfirmation war als Bestätigung der Kindertaufe gedacht. Dies war die Geburtsstunde der Konfirmation, die heute weltweit von evangelischen Christen gefeiert wird.

Mit der „Ziegenhainer Kirchenzuchtordnung“ wurde hier 1539 die Konfirmation unter Philipp dem Großmütigen „erfunden“. Foto: D.Weirauch
Mit der „Ziegenhainer Kirchenzuchtordnung“ wurde hier 1539 die Konfirmation unter Philipp dem Großmütigen „erfunden“. Foto: D.Weirauch

Seit Oktober 2017 kann sich die Stadt Schwalmstadt mit dem Titel „Konfirmationsstadt“ schmücken.

Weitere Informationen unter www.konfirmationsstadt.de.

Erlebbare Angebote:

Gästeführung durch die historische Wasserfestung Ziegenhain mit ausführlichen Erläuterungen zur Geburtsstunde der Konfirmation. Es gibt einen Pilgerpfad: Der 21 Kilometer lange Weg verbindet fünf Kirchengemeinden und lädt zur Begegnung mit dem Katechismus ein.

 

  • Infos/Kontakt
  • Schwalm-Touristik e.V.
  • Paradeplatz 7
  • 34613 Schwalmstadt-Ziegenhain
  • Tel: +49 (0) 6691 207 400
  • Fax: +49 (0) 6691 207 44 400
  • schwalmstadt@rotkaeppchenland.de
  • www.schwalmstadt.de

Ebenfalls sehenswert: Spieskappel

Luther übernachtetet 1529 im Kloster Spieskappel

Nach Zerstörungen im 16. Jahrhundert stehen heute noch Teile des Langhauses und das nördliche Seitenschiff. Der einstige romanische Turm wurde 1500-1504 durch einen spätgotischen Turm ersetzt.

Im Oktober 1529 fanden auf dem Marburger Schloss auf Einladung von Landgraf Philipp die Marburger Religionsgespräche statt. Es war eine Auseinandersetzung zwischen dem lutherischen und dem reformierten Zweig der Reformation, also zwischen Martin Luther und Ulrich Zwingli. Auf seiner Reise zu diesen Gesprächen übernachtete Martin Luther in der Nacht vom 28. September auf den 29. September 1529 in den Klostergebäuden in Spieskappel. Eine noch vorhandene Rechnung belegt, dass Luther mit einer Reisegruppe und 36 Pferden hier versorgt wurde.

Die Klosterkirche Spieskappel dient der Gemeinde Frielendorf heute als Pfarrkirche und ist wegen der bemerkenswerten Akustik regelmäßig Veranstaltungsort geistlicher und weltlicher Konzerte.

Vom 14. – 21.Mai 2017 findet im Klosterpark Spieskappel ein Bildhauersymposium statt, bei dem 6 namhafte Künstler aus ganz Deutschland Kunstwerke aus Holz zum Thema „Katechismus“ erstellen werden. Diese Skulpturen werden den 5 Kirchen, die an dem Pilgerpfad Katechismusweg liegen und der Klosterkirche Spieskappel, zugeordnet. Das Bildhauersymposium ist eine Kooperation mit dem Kunstwerkhof Großropperhausen und dem Kultursommer Nordhessen.

Im Lutherjahr 2017 soll die Klosterkirche täglich geöffnet sein. Falls die Kirche dennoch einmal verschlossen ist, ist der Schlüssel für die Kirche im Evangelischen Pfarramt, Bilderfeld 15, 34621 Frielendorf, Telefon 05684-421, oder bei Herrn Klaus-Dieter Paethke, Tel. 05684-1035, erhältlich. Dort werden auch gerne Führungen für Einzelpersonen und Gruppen vermittelt.

  • Infos/Kontakt:
    Touristinfo Frielendorf
  • Ziegenhainer Str. 2
  • 34621 Frielendorf
  • Tel. 05684 7827
  • Fax 05684 7927
  • frielendorf@rotkaeppchenland.de
ReiseSchlösser und Burgen

Torgau in Sachsen: Schloss Hartenfels

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Torgau, die besterhaltene Renaissancestadt Deutschlands, malerisch an der Elbe gelegen, ist an sich schon eine Reise wert. Doch das Sahnehäubchen bildet Schloss Hartenfels, einst Residenz der Kurfürsten, dann militärische Festung und jetzt Hauptsitz des Landratsamts Nordsachsen. Bei der Restaurierung des eindrucksvollen Bauwerks haben Landkreis und Förderer viel Liebe zum Detail bewiesen. Durch den Schlossgraben tapsen wieder drei Braunbären. Die Schlosskapelle, von Martin Luther 1544 als weltweit erster protestantischer Kirchenneubau geweiht, erstrahlt in alter Schönheit. Und der prächtige Wendelstein im Schlosshof zieht die Blicke der Besucher, die auch per Schiff oder auf dem Elberadweg anreisen, geradezu magisch auf sich.

Kurfürst erwacht zum Leben

“Nach der äußeren Sanierung bestand der große Wunsch, das Schloss auch von innen erlebbar zu machen”, – so der Landrat Kai Emanuel. “Das ist gelungen. Inzwischen können wir stets drei Ausstellungen unterschiedlichster Art anbieten.” Auf Dauer angelegt ist Standfest. Bibelfest. Trinkfest. in den kurfürstlichen Gemächern.

Weil von deren Originaleinrichtung nichts geblieben ist, lassen Projektionen das einstige Ambiente nachempfinden. Aufwendig animiert erwachen der letzte Ernestiner Kurfürst Johann Friedrich der Großmütige und seine Gemahlin Sibylle zum Leben. Mit multimedialer Technik von heute erhält der Besucher einen Einblick in das höfische Leben von damals. Ein museal einzigartiges Erlebnis, geeignet für die ganze Familie.

Informationen zu Torgau

www.schloss-hartenfels.de

Schlösser und Burgen

Burgerlebnismuseum auf der Cadolzburg

Cadolzburg (28)

In der Tat, die Cadolzburg liegt inmitten des kleinen beschaulichen Ortes. Linkerhand befindet sich das Infozentrum und der Rundgang beginnt. Doch zuerst noch über eine Brücke in den Innenhof, der uns sofort gefangen nimmt. Unsere Zeitreise beginnt sodann. Denn das ist auf der Cadolzburg möglich.  Es ist das erste Burgerlebnismuseum in Deutschland. Mit einer Datenbrille kann man  „live“ bei einem spätmittelalterlichen Turnier dabei sein. Dieses virtuelle Erlebnis ist erstmals in einem deutschen Museum mit historischer Themenstellung zu erleben. Bedauerlicherweise war die Datenbrille bei unserem Besuch defekt.

Blick auf die Cadolzburg, Foto: D.Weirauch
Blick auf die Cadolzburg, Foto: D.Weirauch

Geschichte der Hohenzollern

Es gibt eine Menge zu erleben auf der Cadolzburg. So erklärt die Ausstellung „HerrschaftsZeiten! Erlebnis Cadolzburg“ anschaulich, wie die Hohenzollern vor 600 Jahren in Franken und Brandenburg regiert und gelebt haben. Interaktive Medienstationen, Originalobjekte sowie aufwändige Reproduktionen machen die Blütezeit der Burg im 14. und 15. Jahrhundert für die Besucher lebendig.

Cadolzburg ist neue Attraktion in Franken

Fast 37 Millionen Euro wurden in den Wiederaufbau der Cadolzburg investiert. Sie ist nichjt nur in Franken eine Attraktion, sonder auch ein Highlight an der Burgenstraße, die durch die Landschaften des Neckartals, der Fränkischen Schweiz, des Frankenwaldes und des Fichtelgebirges bis nach Böhmen führt. Die Touristikroute gewährt Reisenden einen historischen Einblick in Mittelalter, Barock und Klassizismus.

Die Skulptur „Die Feder siegt über das Schwert“ vor der Cadolzburg, Foto: D.Weirauch
Die Skulptur „Die Feder siegt über das Schwert“ vor der Cadolzburg, Foto: D.Weirauch

Dass das Konzept der Museumsmacher um Dr.  Sebastian Karnatz und Uta Piereth aufgeht, zeigen die hohen Besucherzahlen allein in den ersten beiden Wochen nach Ausstellungseröffnung: Mehr als 10.000 Besucher besuchten das Mitmach-Museum.

Beliebtes Mitmachmuseum von Anfang an

Damit gibt es nun – nach dem Deutschen Burgenmuseum auf der Veste Heldburg in der Nähe von Coburg – mit der Cadolzburg eine weitere, spannende Anlaufstelle für historisch interessierte Gäste.

Mit der 3D-Brille durch die Cadolzburg Foto: Jörg Rofeld/ Bayerische Schlösserverwaltung
Mit der 3D-Brille durch die Cadolzburg Foto: Jörg Rofeld/ Bayerische Schlösserverwaltung
Neben Vido- gibt es auch Hörstationen auf der Cadolzburg, Foto: D.Weirauch
Neben Vido- gibt es auch Hörstationen auf der Cadolzburg, Foto: D.Weirauch

Kurz zur Geschichte: Der Markt Cadolzburg gelangte um das Jahr 1250 in den Besitz der hohenzollerschen Burggrafen zu Nürnberg.  Warum blieben die Burggrafen nicht einfach in Nürnberg? Der Grund liegt in der schwierigen Machtkonstellation innerhalb des Stadtgebietes. Nürnberg war damals eine aufstrebende und immer mächtiger werdende freie Reichsstadt.

Eindrucksvoll wird die Baugeschichte der Cadolzburg erläutert. Foto: d.Weirauch
Eindrucksvoll wird die Baugeschichte der Cadolzburg erläutert. Foto: d.Weirauch

Damit stellte sie für die Hohenzollern, die nur über wenig Land und zugesicherte Rechte in und um die Stadt verfügen, eine Herrschaftskonkurrenz dar.Aus dieser Zeit stammen auch die ältesten Teile der Burg. Im 14. Und 15. Jahrhundert wurde die Burg zum Zentrum ihrer Herrschaft in Franken. Die  Cadolzburg blieb über 200 Jahre lang bevorzugter Wohnsitz der fränkischen Hohenzollern und empfing Fürsten, Könige und Kaiser als Gäste.

In Workshops mit dem Steinmetzmeister Christoph Bücker können Sie ein altes Handwerk neu erleben. Foto: Bayerische Schlösserverwaltung.
In Workshops mit dem Steinmetzmeister Christoph Bücker können Besucher ein altes Handwerk neu erleben. Foto: Bayerische Schlösserverwaltung.

Der Niedergang der Cadolzburg gipfelte im Verlassen der Burg Ende des 18. Jahrhunderts. Ende des Zweiten Weltkrieges fiel die Burg einem Artilleriebeschuss zum Opfer und brannte nahezu völlig aus.  Erst im Jahr 1982 wurde mit dem Wiederaufbau begonnen.

Das Neue Schloss mit dem neuen Treppenanbau des Architekturbüros Claus + Forster,
Das Neue Schloss mit dem neuen Treppenanbau des Architekturbüros Claus + Forster,Foto: D.Weirauch
In der Burgküche mit dem Ochsenschlot genannten Abzug duftet es nach Ochsenbraten. Damnk Duftpatrone. Foto: D.Weirauch
In der Burgküche mit dem Ochsenschlot genannten Abzug duftet es nach Ochsenbraten. Damnk Duftpatrone. Foto: D.Weirauch

Das nun eröffnete Erlebnismuseum lässt das alte Leben auf der Burg in neuem Licht erstrahlen und gibt vor allem einen umfassenden Überblick über die Herrschaft der Hohenzollern.

Informationen zur Cadolzburg

  • Adresse: Burg Cadolzburg, 90556 Cadolzburg, Tel. 09103 70086 – 22/21
  • Mail: burg-cadolzburg@bsv.bayern.de
  • Internet: www.burg-cadolzburg.de
  • Ö­ffnngszeiten:
  • April – September: 9.00 – 18.00 Uhr
  • Oktober – März: 10.00 – 16.00 Uhr
  • Montags geschlossen
  • Eintrittspreise:
  • 7,- Euro regulär · ermäßigt 6,- Euro
    (inklusive Multimediaguide)
  • Kombiticket
    Cadolzburg + Kaiserburg Nürnberg
    12,- Euro regulär · 10,- Euro ermäßigt
  • Kombiticket
    Cadolzburg + Historisches Museum Cadolzburg
    8,50 Euro regulär · 6,50 Euro ermäßigt
  • Burggarten: Eintritt frei

  • Freier und ermäßigter Eintritt
  • Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr erhalten freien Eintritt.
  • Regelmäßig stattfindende Führungen
  • „HerrschaftsZeiten – Die Cadolzburg im Spätmittelalter“ (75 Minuten)
    Wann: Samstag 11 und 14 Uhr · Sonntag 11 Uhr
    Kosten: 2,- Euro pro Person + Eintritt
  • Familienführung
    „HerrschaftsZeiten – So lebten die Hohenzollern auf der Cadolzburg“
     (75 Minuten)
    Wann: Sonntag 14 Uhr
    Kosten: 2,- Euro pro Kind; Erwachsene benötigen lediglich eine Eintrittskarte.

Die Recherche in Franken wurde unterstützt von Franken Tourismus.

Festtagsschmaus und Einheitsbrei

In seiner aktuellen Sonderausstellung widmet sich das Historische Museum Cadolzburg dem Thema „Festtagsschmaus und Einheitsbrei“. Bis zum 5. Mai 2019 zeigt sie, welche Faktoren bestimmen, was in einer Gesellschaft gegessen und getrunken wird. So definieren unterschiedliche Ernährungsweisen sozialen Status und kulturelle Zugehörigkeit, historische Entwicklungen und gesellschaftliche Zustände schlagen sich ebenfalls im Speiseplan nieder. Die Ausstellung zeigt diese komplexen Beziehungen und Bedingungen konkret am kulinarischen Raum Franken. Sie gibt einen Überblick über wechselnde Ernährungssituationen in verschiedenen zeitlichen Epochen und sozialen Schichten – selbstverständlich nimmt sie auch die fränkischen Klassiker Kloß, Bratwurst und Lebkuchen in den historisch-kulturellen Blick (www.museum-cadolzburg.de).

Hier weitere Beiträge zu Franken.

Weitere Informationen/Buchtipps:

Unbedingt lesenswert ist der umfangreiche Katalog zur Geschichte der Cadolzburg als Herrschaftssitz der Fränkischen Zollern im Mittelalter. Bayerische Schlösserverwaltung, Bd. XII; 40 Euro.

sowie von Dr. Sebastian Karnatz: “Burgen, Klöster, Residenzen. Eine Reise zu den Orten der Hohenzollern in Franken”. Verlag ars vivendi, 15 Euro.

Kurator Dr. Sebastian Karnatz hat den Führer zu den Burgen der Hohenzollern verfasst. Foto: D.Weirauch
Kurator Dr. Sebastian Karnatz hat den Führer zu den Burgen der Hohenzollern verfasst. Foto: D.Weirauch

 

Demnächst lesen Sie hier mehr zu weiteren Stationen zu den Hohenzollern in Franken:

+ Plassenburg über Kulmbach mit der Ahnengalerie der Hohenzollern

+ Die Grablege der Hohenzollern im Münster von Heilsbronn

 

Schlösser und Burgen

Ausflugtipp: Museum “Mühlberg 1547”

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Museum “Mühlberg 1547”

1547 standen sich in der Schlacht bei Mühlberg das katholische Heer Kaiser Karl V. und die Truppen des protestantischen Schmalkaldischen Bundes in einer entscheidenden Schlacht gegenüber: Die Katholiken siegten, der Führer der Protestanten, Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen, geriet in Gefangenschaft. Für den Kaiser war der Sieg bedeutend. Trotzdem konnte der Funke der Reformation, der von Martin Luther im nahen Wittenberg gelegt wurde, nicht mehr gelöscht werden.

Diese Geschichte erzählt das Museum “Mühlberg 1547”. Es ist in der Propstei des ehemaligen Zisterzienser-Nonnenkloster untergebracht. Dabei ist die Propstei mit seinen großformatigen Wand- und Deckenmalereien aus dem 16. Jahrhundert  selbst das größte “Exponat”. Luthers Land – das ist das Gebiet zwischen Wittenberg und Torgau, zwischen Elbe und Elster.

Ausflugtipp: Museum “Mühlberg 1547”

Im Mittelpunkt des Museums von Mühlberg steht eine Medieninszenierung, die die berühmte Schlacht bei Mühlberg aus drei unterschiedlichen Perspektiven vorstellt. Dabei werden in der Ausstellung die konfessionellen, gesellschaftlichen und politischen Auseinandersetzungen sowie das Nachleben und Erinnerungsgedenken gezeigt. Ebenfalls sind die unterschiedlichen Glaubenszeugnisse, wie Reliquien und Heiligenfiguren zu sehen, aber auch an Gemälden und Abbildungen sind die Hintergründe und Debatten der Reformation veranschaulicht. Großformatige Bildfelder aus dem 16. Jahrhundert, die ein interessantes reformationsgeschichtliches Zeugnis darstellen, komplettieren die Ausstellung.

Auch über die Stadtgeschichte kann man viel erfahren: die Anfänge der Stadt durch Burg und Schloss, die Entwicklung als Doppelstadt, die wechselnde Länderzugehörigkeit, das Leben am Fluss mit Handwerk und Hochwasser. Erinnert wird auch an das Kriegsgefangenen- und Speziallager.

Mühlberg wurde durch das kriegerische Ereignis  zu einem historischen Erinnerungsort von europäischer Dimension.  Der kleine Ort Mühlberg gehört daher zu den europäischen “Stätten der Reformation”.

Im Museum Mühlberg kann man sich auch einen Stempel in den Luther-Pass eintragen lassen.

Das Museum ist in einem historischen Gebäude, der Propstei des ehemaligen Zisterzienser-Nonnenklosters, untergebracht. Erfreulich: Das Museum Mühlberg ist barrierefrei.

Wie kommt man hin?

Bus-Linien 433 / 437 Riesa – Mühlberg/Elbe, 536 Falkenberg / Bad Liebenwerda – Koßdorf – Mühlberg/Elbe, 565 Bad Liebenwerda – Mühlberg/Elbe

Neu: Museumslinie zwischen Falkenberg/Elster und Mühlberg (Elbe)

Als  „Museumslinie“ verkehren  3. Oktober 2017 an Samstagen, Sonn- und Feiertagen insgesamt 5 Fahrten von Falkenberg/Elster nach Mühlberg und zurück.

Wann ist das Museum geöffnet ?

April bis september: Di – so: 10 – 18 Uhr,

Oktober – März: Di – So: 10 – 17 Uhr

Es gibt eine wöchentliche Abendführung durch die Ausstellung: April – September jeden Mittwoch um 18 Uhr, (Preis: 5 Euro, Kinder frei), Es schließt sich um 21 Uhr eine abendliche Erlebnisführung durch die mittelalterliche Doppelstadt an Treffpunkt am Altstädter Markt (Preis: 3,50,  ermäßigt 2 Euro, Kinder bis 13 Jahre frei) Bis zum 5. November 2017 zeigt das Museum anlässlich des Reformationsjubiläums die Sonderausstellung “Zwischen Pfarrsaal und Rathaus”.

Hier geht es zur Vorschau von Kulturland Brandenburg und einzelnen Projekten zum Reformationsjubiläum.

Schlösser und Burgen

Historische Dorfkerne: Fürstlich Drehna und Hohenseefeld

Fürstlich Drehnavon der Deutschen Stiftung Denkmalschutz saniert und nun ein Hotel: Schloss Fürstlich Drehna, Foto: D.Weirauch

Fürstlich Drehna (Stadt Luckau) und Hohenseefeld (Gemeinde Niederer Fläming) sind neue Mitglieder der AG Historische Dorfkerne im Land Brandenburg. Damit gehören 13 Mitglieder aus zehn Landkreisen der im September 2005 gegründeten Gemeinschaft an, die das Gegenstück der AG Städte mit historischen Stadtkernen ist.

Historische Dorfkerne: Fürstlich Drehna und Hohenseefeld.

Anliegen der Arbeitsgemeinschaft ist, die für Brandenburg typischen Dorfstrukturen zu bewahren, zu pflegen und weiter zu entwickeln. Neben dem Erhalt des ländlichen Kulturerbes steht die Nutzung der vorhandenen Bausubstanz im Mittelpunkt.

Fürstlich Drehna: Schloss und Motocross

Der historische Ortskern von Fürstlich Drehna, das Wasserschloss mit seinen Nebenanlagen einschließlich der Schlossbrauerei und dem großzügig angelegten Landschaftspark, bilden eine einzigartige Verbindung, die dieses Straßendorf auch heute noch besonders erscheinen lässt. Wenn die Gemeinde heute an vielen Stellen wieder ein „fürstliches“ Erscheinungsbild aufweist, dann dies auch dank des effizienten Einsatzes von Mitteln der Ländlichen Entwicklung und des Denkmalschutzes.

Fürstlich Drehna, heute ein Ortsteil der Stadt Luckau im Landkreis Dahme-Spreewald wurde 1302 zum ersten Mal erwähnt und zählt gegenwärtig rund 300 Einwohner. Sehens- und erhaltenswert sind hier weiterhin sechs Bodendenkmale, darunter der mittelalterliche Dorfkern.

Die Ursprünge gehen auf eine slawische Burganlage zurück. 1521 übernahmen die von Minckwitz die Herrschaft Drehna. Sie ließen nach der Jahrhundertmitte das Schloss neu erbauen, befestigten es mit drei Wehrtürmen und ließen den Wassergraben anlegen. 1697 erwarb die Familie von Promnitz die Standesherrschaft, was eine rege Bautätigkeit nach sich zog. Hierfür steht die heute noch erhaltene barocke Westseite, die dem Park zugewandt ist. Seit 1807, als der damalige Schlossherr Moritz Graf Lynar in den Fürstenstand erhoben wurde, heißen Ort und Schloss Fürstlich Drehna.

Schloss Fürstlich-Drehna, Foto: D. Weirauch
Schloss Fürstlich-Drehna, Foto: D. Weirauch

1877 ging die Herrschaft an die Bremer Reederfamilie Wätjen über. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Schloss enteignet und zu DDR-Zeiten als Jugendwerkhof genutzt. Heute gehören Schloss und der schöne Landschaftspark der Brandenburgischen Schlösser GmbH und werden als Hotel  betrieben.

Landgasthof in "Fürstlich Drehna", Foto: D.Weirauch
Landgasthof in “Fürstlich Drehna”, Foto: D.Weirauch

Sehenswert ist auch die kleine Brauerei am Schloss – sie gilt als älteste, durchgängig betriebene Brauerei im Land Brandenburg. Seit über 60 Jahren ist Fürstlich Drehna für die Motocrossrennen „Rund um den Mühlberg“ bekannt. Das Dorf liegt im Naturpark Niederlausitzer Landrücken und beherbergt  den Sitz der Naturverwaltung. Ehemals durch Bergbau in Anspruch genommenen Flächen sollen auch hier naturnah gestaltet und künftig naturtouristisch entwickelt werden. Hierzu zählte unter anderem der  250 Hektar große Drehnaer See.

 

Hier geht es zu weiteren Schlössern in Brandenburg.

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Heilsbronn – Grablege der Hohenzollern

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Von Bamberg kann man gut mit dem Zug nach Heilsbronn fahren. Schon die Fahrt dorthin ist ein Erlebnis. Eingebettet in eine hügelige Landschaft stellt Heilsbronn mit seinem ehemaligen Zisterzienserkloster und der Hohenzollern-Grablege einen kultur-historischen Höhepunkt im Osten von Ansbach dar.

An der Grenze der Bistümer Bamberg, Würzburg und Eichstätt gründete Bischof Otto I. von Bamberg im Jahr  1132 ein Kloster. 9 Jahre später übernahmen es die  Ebracher Zisterziensermönche. Dann wurde es zu einem “Bronnen des Heils” für das Frankenland. Über Jahrhunderte hinweg wurde der Westen Mittelfrankens durch das große Stift geprägt.

Die Reste der Klosteranlage erinnern heute noch daran, dass Heilsbronn einst zu den reichsten Klöstern Frankens gehörte. denn die Äbte hatten das Recht, bischöfliche Würden zu tragen, und die Kloster- und Schreibschule waren weithin berühmt.

Grablege der Hohenzollern

Die Grafen von Abenberg (hierüberspäter mehr) und die hohenzollernschen Burggrafen von Nürnberg wählten die Klosterkirche als Grablege. Im 16. Jahrhundert begann der mit der Säkularisation des Klosters einhergehende Niedergang des Marktfleckens. Erst anlässlich der 800-Jahr-Feier im Jahr 1932 wurde Heilsbronn zur Stadt erhoben. Es vergrößerte sich stetig. Heute leben 9.000 Einwohner in dem Ort am Rande des Klosters.

Bei einem Spaziergang durch die Innenstadt wird man unweigerlich auf die kösterliche Vergangenheit stoßen. Teile der Klosterbefestigung und der ehemaligen Klostergebäude sind noch vorhanden, darunter das Refektorium und das Brunnenhaus sowie die Spitalkapelle aus dem Jahr 1266) mit Fachwerkaufbau im Brauereihof. zu sehen auch das Klosterverwalterhaus (1621) am Marktplatz und der Katharinenturm. Sehenwert ist auch der Güllichshof, ein unter Denkmalschutz stehender Fachwerkbau, der in seiner wechselhaften Geschichte schon als Gutshof, Wirtshaus und Posthalterei gedient hat.

 

Informationen zu Heilsbronn

Verkehrsamt
Kammereckerplatz 1, 91560 Heilsbronn
Tel. 09872 80619
www.heilsbronn.de
Für 1 Euro ist dort eine Wanderkarte mit Tourenvorschlägen erhältlich.

Stadtführungen
von April bis September am ersten Samstag des Monats um 15 Uhr
Treffpunkt: Am Aufzug zum Museum “Vom Kloster zur Stadt”, Teilnahmegebühr 3 Euro (inkl. Museumseintritt)

Tipp zu Essen und Trinken:

Gasthof Goldener Stern
Ansbacher Straße 3, 91560 Heilsbronn
Tel. 09872 1262
www.goldener-stern-heilsbronn.de
gutes Preis- Leistungsverhältnis

Die Recherche in Ansbach wurde unterstützt von Franken Tourismus.

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