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ReiseSchlösser und Burgen

Burgenstrasse: Markgräfliches Opernhaus Bayreuth

Markgräfliches Opernhaus Bayreuth nach der Restaurierung, Blick zur Fürstenloge, die Ränge und die Decke Foto: Achim BunzMarkgräfliches Opernhaus Bayreuth nach der Restaurierung, Blick zur Fürstenloge, die Ränge und die Decke Foto: Achim Bunz

Richard Wagner und Bayreuth wäre wohl nicht zustande gekommen, wenn es nicht das Markgräfliche Opernhaus im Zentrum der Residenzstadt gegeben hätte. Obwohl das Markgräfliche Opernhaus für Wagners Zwecke zu klein war, war er von der Stadt Bayreuth begeistert und wählte  Bayreuth als Festspielort. Zur  Grundsteinlegung seines Festspielhauses auf dem Grünen Hügel dirigierte Wagner am 22. Mai 1872 Beethovens 9. Sinfonie im Markgräflichen Opernhaus. Heute ein weiterer Teil der Serie Burgenstrasse: Markgräfliches Opernhaus Bayreuth

Markgräfliches Opernhaus

Mittlerweile ist das Festspielhaus von Wagner berühmter als das Markgräfliche Opernhaus. Das ändert sich gerade. Denn seit  2012 gehört das unter Markgräfin Wilhelmine, einer Schwester Friedrich des Großen, errichtete Markgräfliche Opernhaus zum UNESCO-Weltkulturerbe und steht damit auf einer Stufe mit Schloss Sanssouci, dem Taj Mahal oder der Chinesischen Mauer.  Die preußische Prinzessin gilt als eine der bedeutendsten Frauengestalten im Deutschland des 18. Jahrhunderts. Sie machte aus Bayreuth eine strahlende Kulturmetropole. Ihr Lieblingsprojekt und zugleich prächtigster Spielort war das Markgräfliche Opernhaus.

Markgräfliches Opernhaus Bayreuth nach der Restaurierung, Blick zur Bühne mit neu rekonstruiertem Bühnenbild Foto: Achim Bunz

Besuchermagnet

Seit April 2018 ist das Markgräfliche Opernhaus schlichtweg der Besuchermagnet in Bayreuth.  Nach sechs Jahren aufwendiger Restaurierung und Sanierung hieß es im April 2018 „Vorhang auf“ für das Markgräfliche Opernhaus Bayreuth. Aus aller Welt kommen die Besucher, berichtet  Dr. Thomas Rainer von der Bayerischen Schlösserverwaltung bei unserem Besuch im Rahmen unserer Tour entlang der Burgenstraße.

Freut sich über mehr Besucher: Der Pressesprecher von Bayreuth Tourismus, Foto: Weirauch
Freut sich über mehr Besucher: Frank Nicklas, Pressesprecher von Bayreuth Tourismus, Foto: Weirauch

Festarchitektur

„Das Markgräfliche Opernhaus gilt als das besterhaltene Beispiel eines freistehenden barocken Hoftheaters.“  Vorbild waren die größten Opernhäuser der Zeit in Wien, Venedig oder Dresden. Der Zuschauerraum gehört zu den spektakulärsten Schöpfungen der europäischen Festarchitektur des Barock. Ein Opernhaus für die Hochzeit der Tochter Die Entstehungsgeschichte hört sich spannend an.Treibende Kraft hinter dem Ausnahmeprojekt war die musik- und theaterbegeisterte Markgräfin Wilhelmine von Brandenburg-Bayreuth (1709-1758). Anlass der Errichtung war die 1748 mit großem Aufwand gefeierte Hochzeit ihrer einzigen Tochter, Elisabeth Friederike Sophie, mit Herzog Carl Eugen von Württemberg. Als Architekt des neuen Opernhauses wurde der führende Theaterarchitekt der Zeit, der zuvor für den Wiener Kaiserhof tätige Italiener Giuseppe Galli Bibiena verpflichtet. Die Bauaufsicht vor Ort übernahm sein Sohn Carlo Galli Bibiena, der bis zum Tod der Markgräfin zahlreiche Bühnenbildentwürfe und Festdekorationen schuf.

Logenhaus im Gebäude

Ich habe in den letzten Jahren schon verschiedene Schlosstheater besucht (u.a. im Neuen Palais in Potsdam, auf Schloss Großkochberg bei Weimar, Meiningen oder im Schloss Friedenstein in Gotha). Jedes dieser Theater ist ein Kunstwerk für sich. Das Markgräfliche Opernhaus folgt dem Typus des italienischen Logentheaters. Das aus Holz und Leinwand gefertigte, vollständig erhaltene Logenhaus ist als selbsttragende Konstruktion in die steinerne Gebäudehülle eingestellt. Von aussen sieht es relativ einfachaus, fügt sich in die Straßenfront gut ein. Dr. Rainer berichtet, dass der Innenausbau des Theaters in an heutigen Maßstäben gemessen recht kurzer Zeit erfolgte. „Mit zum Teil vorgefertigten und außerhalb der Baustelle bemalten hölzernen Architekturgliedern und gefassten Skulpturen.“ In weniger als vier Jahren Bauzeit entstand von 1744 bis 1748 dieses Meisterwerk barocker Festarchitektur.

Originale Farbigkeit

2018, bei unserem Besuch Ende Mai, konnten wir die ursprüngliche Farbigkeit des Logenhauses erleben. Mit zahlreichen illusionistischen Effekten erzeugt die barocke Malerei ein überwältigendes Raumerlebnis.

Zuschauerraum und Bühne bilden eine Einheit. Dem großen, von Säulen gerahmten Bühnenportal steht an der Rückseite des Zuschauerraums die Fürstenloge gegenüber. Wie an der Bühnenfront dient auch hier das Skulpturenensemble der Lobpreisung des Markgrafenpaares.  Das Besondere ist der Originalzustand. Lediglich der originale Bühnenvorhang fehlt. Dr. Rainer: ”  Der ursprüngliche Vorhang des Markgräflichen Opernhauses wurde nicht, wie es in einer oft erzählte Legende heißt, von Napoleon geraubt. Er ging bereits vor der Zeit der französischen Besatzung zu Grunde. Napoleon – obwohl er zweimal in Bayreuth war – hat das Markgräfliche Opernhaus wahrscheinlich nie von Innen gesehen.”

Blick zur Bühne des Markgräfliches Opernhaus Bayreuth mit neu rekonstruiertem Bühnenbild Foto: K.Weirauch
Blick zur Bühne des Markgräfliches Opernhaus Bayreuth mit neu rekonstruiertem Bühnenbild Foto: K.Weirauch

Auf eine Besonderheit macht Dr. Rainer aufmerksam: „Die Fürstenloge wurde fast nie vom Markgrafenpaar genutzt. In der Mitte der ersten Reihe standen goldene Sessel, von denen aus das Geschehen auf der Bühne aus geringerer Entfernung beobachtet werden konnte.“

Im Gespräch mit einfachraus.eu spricht Kunsthistoriker Dr. Thomas Rainer über die Bedeutung des Markgräflichen Opernhauses zu Bayreuth.

So überdauerte das Markgräfliche Opernhaus die wirren der Zeit. Experten sehen das Markgräfliche Opernhaus als einzige Spielstätte, an der die Kunstgattung “Opera seria” als Repräsentationsform des politischen Systems des Absolutismus authentisch erlebt werden kann. Übrigens ist die Akustik die gleiche, wie vor 270 Jahren. Mag es draussen noch so laut sein. Im Innern hörten wir keine Nebengeräusche. Ein genialer Bau, der zu Recht zu dem Besten, was es weltweit gibt, gehört.

Praktische Informationen Burgenstrasse: Markgräfliches Opernhaus Bayreuth

  • Adresse: Opernstraße 14
  • 95444 Bayreuth
  • Telefon 0921 75969-22
  • Im Internet www.bayreuth-wilhelmine.de
  • geöffnet:
  • April-September: 9-18 Uhr
  • Oktober-März: 10-16 Uhr
  • täglich geöffnet
  • Eintrittspreise 2018
  • 8,- Euro regulär
  • 7,- Euro ermäßigt
  • Kombikarte
  • (Neues Schloss/ Markgräfliches Opernhaus)
  • 12,- Euro regulär
  • 10,- Euro ermäßigt

Museumsshop: www.kulturgut.de

nächstgelegene Bushaltestelle: Luitpoldplatz

Parkmöglichkeiten: Parkmöglichkeiten rund um die Bayreuther Innenstadt zu finden unter www.bayreuth.de.

Tipp:

Das Markgräfliche Opernhaus ist Teil der  “Europastraße Historische Theater”

Hier weitere Sehenswürdigkeiten in Bayreuth, wie dem Festspielhaus auf dem Grünen Hügel.

Hier geht es zur Seite von Frankentourismus.

Schlösser und Burgen

Burgerlebnismuseum auf der Cadolzburg

Cadolzburg (28)

In der Tat, die Cadolzburg liegt inmitten des kleinen beschaulichen Ortes. Linkerhand befindet sich das Infozentrum und der Rundgang beginnt. Doch zuerst noch über eine Brücke in den Innenhof, der uns sofort gefangen nimmt. Unsere Zeitreise beginnt sodann. Denn das ist auf der Cadolzburg möglich.  Es ist das erste Burgerlebnismuseum in Deutschland. Mit einer Datenbrille kann man  „live“ bei einem spätmittelalterlichen Turnier dabei sein. Dieses virtuelle Erlebnis ist erstmals in einem deutschen Museum mit historischer Themenstellung zu erleben. Bedauerlicherweise war die Datenbrille bei unserem Besuch defekt.

Blick auf die Cadolzburg, Foto: D.Weirauch
Blick auf die Cadolzburg, Foto: D.Weirauch

Geschichte der Hohenzollern

Es gibt eine Menge zu erleben auf der Cadolzburg. So erklärt die Ausstellung „HerrschaftsZeiten! Erlebnis Cadolzburg“ anschaulich, wie die Hohenzollern vor 600 Jahren in Franken und Brandenburg regiert und gelebt haben. Interaktive Medienstationen, Originalobjekte sowie aufwändige Reproduktionen machen die Blütezeit der Burg im 14. und 15. Jahrhundert für die Besucher lebendig.

Cadolzburg ist neue Attraktion in Franken

Fast 37 Millionen Euro wurden in den Wiederaufbau der Cadolzburg investiert. Sie ist nichjt nur in Franken eine Attraktion, sonder auch ein Highlight an der Burgenstraße, die durch die Landschaften des Neckartals, der Fränkischen Schweiz, des Frankenwaldes und des Fichtelgebirges bis nach Böhmen führt. Die Touristikroute gewährt Reisenden einen historischen Einblick in Mittelalter, Barock und Klassizismus.

Die Skulptur „Die Feder siegt über das Schwert“ vor der Cadolzburg, Foto: D.Weirauch
Die Skulptur „Die Feder siegt über das Schwert“ vor der Cadolzburg, Foto: D.Weirauch

Dass das Konzept der Museumsmacher um Dr.  Sebastian Karnatz und Uta Piereth aufgeht, zeigen die hohen Besucherzahlen allein in den ersten beiden Wochen nach Ausstellungseröffnung: Mehr als 10.000 Besucher besuchten das Mitmach-Museum.

Beliebtes Mitmachmuseum von Anfang an

Damit gibt es nun – nach dem Deutschen Burgenmuseum auf der Veste Heldburg in der Nähe von Coburg – mit der Cadolzburg eine weitere, spannende Anlaufstelle für historisch interessierte Gäste.

Mit der 3D-Brille durch die Cadolzburg Foto: Jörg Rofeld/ Bayerische Schlösserverwaltung
Mit der 3D-Brille durch die Cadolzburg Foto: Jörg Rofeld/ Bayerische Schlösserverwaltung
Neben Vido- gibt es auch Hörstationen auf der Cadolzburg, Foto: D.Weirauch
Neben Vido- gibt es auch Hörstationen auf der Cadolzburg, Foto: D.Weirauch

Kurz zur Geschichte: Der Markt Cadolzburg gelangte um das Jahr 1250 in den Besitz der hohenzollerschen Burggrafen zu Nürnberg.  Warum blieben die Burggrafen nicht einfach in Nürnberg? Der Grund liegt in der schwierigen Machtkonstellation innerhalb des Stadtgebietes. Nürnberg war damals eine aufstrebende und immer mächtiger werdende freie Reichsstadt.

Eindrucksvoll wird die Baugeschichte der Cadolzburg erläutert. Foto: d.Weirauch
Eindrucksvoll wird die Baugeschichte der Cadolzburg erläutert. Foto: d.Weirauch

Damit stellte sie für die Hohenzollern, die nur über wenig Land und zugesicherte Rechte in und um die Stadt verfügen, eine Herrschaftskonkurrenz dar.Aus dieser Zeit stammen auch die ältesten Teile der Burg. Im 14. Und 15. Jahrhundert wurde die Burg zum Zentrum ihrer Herrschaft in Franken. Die  Cadolzburg blieb über 200 Jahre lang bevorzugter Wohnsitz der fränkischen Hohenzollern und empfing Fürsten, Könige und Kaiser als Gäste.

In Workshops mit dem Steinmetzmeister Christoph Bücker können Sie ein altes Handwerk neu erleben. Foto: Bayerische Schlösserverwaltung.
In Workshops mit dem Steinmetzmeister Christoph Bücker können Besucher ein altes Handwerk neu erleben. Foto: Bayerische Schlösserverwaltung.

Der Niedergang der Cadolzburg gipfelte im Verlassen der Burg Ende des 18. Jahrhunderts. Ende des Zweiten Weltkrieges fiel die Burg einem Artilleriebeschuss zum Opfer und brannte nahezu völlig aus.  Erst im Jahr 1982 wurde mit dem Wiederaufbau begonnen.

Das Neue Schloss mit dem neuen Treppenanbau des Architekturbüros Claus + Forster,
Das Neue Schloss mit dem neuen Treppenanbau des Architekturbüros Claus + Forster,Foto: D.Weirauch
In der Burgküche mit dem Ochsenschlot genannten Abzug duftet es nach Ochsenbraten. Damnk Duftpatrone. Foto: D.Weirauch
In der Burgküche mit dem Ochsenschlot genannten Abzug duftet es nach Ochsenbraten. Damnk Duftpatrone. Foto: D.Weirauch

Das nun eröffnete Erlebnismuseum lässt das alte Leben auf der Burg in neuem Licht erstrahlen und gibt vor allem einen umfassenden Überblick über die Herrschaft der Hohenzollern.

Informationen zur Cadolzburg

  • Adresse: Burg Cadolzburg, 90556 Cadolzburg, Tel. 09103 70086 – 22/21
  • Mail: burg-cadolzburg@bsv.bayern.de
  • Internet: www.burg-cadolzburg.de
  • Ö­ffnngszeiten:
  • April – September: 9.00 – 18.00 Uhr
  • Oktober – März: 10.00 – 16.00 Uhr
  • Montags geschlossen
  • Eintrittspreise:
  • 7,- Euro regulär · ermäßigt 6,- Euro
    (inklusive Multimediaguide)
  • Kombiticket
    Cadolzburg + Kaiserburg Nürnberg
    12,- Euro regulär · 10,- Euro ermäßigt
  • Kombiticket
    Cadolzburg + Historisches Museum Cadolzburg
    8,50 Euro regulär · 6,50 Euro ermäßigt
  • Burggarten: Eintritt frei

  • Freier und ermäßigter Eintritt
  • Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr erhalten freien Eintritt.
  • Regelmäßig stattfindende Führungen
  • „HerrschaftsZeiten – Die Cadolzburg im Spätmittelalter“ (75 Minuten)
    Wann: Samstag 11 und 14 Uhr · Sonntag 11 Uhr
    Kosten: 2,- Euro pro Person + Eintritt
  • Familienführung
    „HerrschaftsZeiten – So lebten die Hohenzollern auf der Cadolzburg“
     (75 Minuten)
    Wann: Sonntag 14 Uhr
    Kosten: 2,- Euro pro Kind; Erwachsene benötigen lediglich eine Eintrittskarte.

Die Recherche in Franken wurde unterstützt von Franken Tourismus.

Festtagsschmaus und Einheitsbrei

In seiner aktuellen Sonderausstellung widmet sich das Historische Museum Cadolzburg dem Thema „Festtagsschmaus und Einheitsbrei“. Bis zum 5. Mai 2019 zeigt sie, welche Faktoren bestimmen, was in einer Gesellschaft gegessen und getrunken wird. So definieren unterschiedliche Ernährungsweisen sozialen Status und kulturelle Zugehörigkeit, historische Entwicklungen und gesellschaftliche Zustände schlagen sich ebenfalls im Speiseplan nieder. Die Ausstellung zeigt diese komplexen Beziehungen und Bedingungen konkret am kulinarischen Raum Franken. Sie gibt einen Überblick über wechselnde Ernährungssituationen in verschiedenen zeitlichen Epochen und sozialen Schichten – selbstverständlich nimmt sie auch die fränkischen Klassiker Kloß, Bratwurst und Lebkuchen in den historisch-kulturellen Blick (www.museum-cadolzburg.de).

Hier weitere Beiträge zu Franken.

Weitere Informationen/Buchtipps:

Unbedingt lesenswert ist der umfangreiche Katalog zur Geschichte der Cadolzburg als Herrschaftssitz der Fränkischen Zollern im Mittelalter. Bayerische Schlösserverwaltung, Bd. XII; 40 Euro.

sowie von Dr. Sebastian Karnatz: “Burgen, Klöster, Residenzen. Eine Reise zu den Orten der Hohenzollern in Franken”. Verlag ars vivendi, 15 Euro.

Kurator Dr. Sebastian Karnatz hat den Führer zu den Burgen der Hohenzollern verfasst. Foto: D.Weirauch
Kurator Dr. Sebastian Karnatz hat den Führer zu den Burgen der Hohenzollern verfasst. Foto: D.Weirauch

 

Demnächst lesen Sie hier mehr zu weiteren Stationen zu den Hohenzollern in Franken:

+ Plassenburg über Kulmbach mit der Ahnengalerie der Hohenzollern

+ Die Grablege der Hohenzollern im Münster von Heilsbronn

 

ReiseSchlösser und Burgen

Die einstige Markgräfliche Residenz Ansbach

4293312_ansbach_rokoko-festspieleRokoko Festspiele in Ansbach, Foto: Franken-Tourismus

Preußische Prinzessinnen haben nicht nur in Brandenburg – Preußen ihre Spuren hinterlassen. Auch in Franken kann man beispielsweise zwei Schwestern von Preußenkönig Friedrich dem Großen begegnen: in Bayreuth und Ansbach. Die einstige Markgräfliche Residenz Ansbach

Blick auf die Reidenz Ansbach, im Vordergrund eine Kunstinstallaition, Foto: D.Weirauch
Blick auf die Reidenz Ansbach, im Vordergrund eine Kunstinstallaition, Foto: D.Weirauch

Die ehemalige Residenz der Markgrafen von Brandenburg-Ansbach, am Rand der Altstadt gelegen, gehört zu den bedeutendsten baulichen Zeugnissen des 18. Jahrhunderts in Franken.

Friedrich der Große war hier

Markgräfin Friederike Luise, Schwester Friedrich des Großen, war mit dem Markgrafen zu Brandenburg-Ansbach verheiratet. Verbürgt sind ein oder zwei Besuche des Preußenkönigs bei seiner Schwester. Daran erinnert ein Gemälde in einem der 27 prächtig ausgestatteten Rokokoräumen, die man bei einer etwa einstündigen Führung erleben kann.

In der Galerie einen Ehrenplatz: Friedrich der Große, Foto: D.Weirauch
In der Galerie einen Ehrenplatz: Friedrich der Große, Foto: D.Weirauch

Spiegelkabinett und Meißner Porzellan

Sehenswert sind vor allem der doppelgeschossige Festsaal, das Spiegelkabinett mit seiner Sammlung von Meißener Porzellan sowie der Kachelsaal mit rund 2.800 Fliesen aus der ehemaligen Ansbacher Fayencemanufaktur. Ebenfalls interessant ist die Sammlung Ansbacher Fayencen und Porzellane.

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Rokoko-Werke in der markgräflichen Galerie

Neben dem Studium des Deckenfresko des Festsaals von Carlo Carlone sollte man längere Zeit in der Gemäldegalerie mit Werken des Rokoko und Gemälden aus der ehemals markgräflichen Galerie (Zweigmuseum der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen) verweilen.

Blick in das Markgräfliche Schloss Ansbach, Foto: D.Weirauch
Blick in das Markgräfliche Schloss Ansbach, Foto: D.Weirauch

Die Markgräfliche Residenz Ansbach entwickelte sich aus einer spätmittelalterlichen Anlage. Ihre jetzige Gestalt erhielt sie im 18. Jahrhundert durch Gabriel di Gabrieli und Karl Friedrich von Zocha. Leopold Retti schuf die Innenausstattung des frühen Rokoko.

Blick auf die Orangerie mit Hofgarten, Foto: Stadt Ansbach

Heute ist ein Großteil der Schlossanlage Sitz der Regierung von Mittelfranken. Ansbach liegt an der Burgenstraße.

Hofgarten mit Orangerie

Gegenüber der Residenz Ansbach lädt der Hofgarten zum Verweilen ein. In der Parkanlage, zu der eine Orangerie gehört, kann man auch einen Rosen- und Heilkräutergarten besichtigen. Von 1726 bis 1743 wurde die Orangerie mit einem vorgelagerten Parterre und zwei seitlich angeordneten Lindensälen errichtet. Noch heute überwintern darin die empfindlichen Pflanzen.

Die Rokoko-Festspiele ziehen jährlich viele Besucher an, Foto: D.Weirauch
Die Rokoko-Festspiele ziehen jährlich viele Besucher an, Foto: D.Weirauch

Wiegleb Orgel in St. Gumbertus, Foto: Stadt Snsbach
Wiegleb Orgel in St. Gumbertus, Foto: Stadt Snsbach

Unbedingt besuchen: die Rokoko-Spiele

Im Hofgarten finden alljährlich Anfang Juli die Rokoko-Spiele statt, bei denen vor der Kulisse der Orangerie der Glanz des Ansbacher Hofes zu neuem Leben erwacht. Die Anlage wurde in Anlehnung an französische Vorbilder erbaut. Die Nordseite des Gebäudes wurde der Kolonnade des Louvre, die Südseite dem Grand Trianon in Versailles nachempfunden. Auch ein Café und Restaurant befindet sich im Hofgarten.

Blick auf die Ansbacher Residenz

Kübelpflanzen und Sommerbepflanzung

Die Frühjahrs- und Sommerbepflanzung im Parterre mit Blumen wird in Anlehnung an barocke Musterbücher in artenreicher Anordnung gezeigt. Das von der Orangerie im Sommer präsentierte Sortiment von Kübelpflanzen besteht aus Zitronen-, Pomeranzen-, Oliven-, Pistazien-, Lorbeer- sowie Erdbeerbäumen.

Wo  Kaspar Hauser ermordet wurde

Sen Hofgarten der Markgräflichen Residenz kann man am besten mit einer Führung gut erleben. Denn das Auge sieht nur das, was es weiß, so eine alte Gärtnerweisheit. Denkmale und Gedenktafeln erinnern in dem großzügigen Park etwa an den Botaniker Leonhart Fuchs, zu dessen 500. Geburtstag im Jahr 2001 ein vielfältiger und interessanter Heilkräutergarten angelegt wurde. Ebenfalls gibt es, teilweise versteckt, Denkmale für den Dichter Johann Peter Uz, an den markgräflichen Minister Freiherr von Benkendorff und natürlich an das Findelkind Kaspar Hauser.

An dieser Stelle im Hofgarten von Ansbach soll Kaspar Hauser ermordet worden sein, Foto: D.Weirauch
An dieser Stelle im Hofgarten von Ansbach soll Kaspar Hauser ermordet worden sein, Foto: D.Weirauch

Am 14. Dezember 1833 wurde im Hofgarten Kaspar Hauser, das „Kind von Europa“, unter mysteriösen Umständen niedergestochenl Noch immer lautet die Frage: Prinz oder Nichtprinz. In Kasper Hauser wird ein vertauschter Erbprinz von Baden vermutet, was aber bis heute auch durch Genanalysen nicht belegt werden konnte.

Im Museum für Kaspar Hauser können Besucher abstimmen, Foto: D.Weirauch
Im Museum für Kaspar Hauser können Besucher abstimmen, Foto: D.Weirauch
Kaspar Hauser Denkmal, Foto: Stadt Ansbach
Kaspar Hauser Denkmal, Foto: Stadt Ansbach
Kaspar Hauser Grab, Foto: Stadt Ansbach
Kaspar Hauser Grab, Foto: Stadt Ansbach

Residenz Ansbach – Informationen

  • Öffnungszeiten: April-September: 9-18 Uhr, Oktober-März: 10-16 Uhr, tgl. außer Montag, Neujahr, Faschingsdienstag, Heiligabend, 1. Weihnachtsfeiertag und Silvester
    Führungen: April-September: stündlich von 9-17 Uhr, Oktober-März: stündlich von 10-15 Uhr
    Eintritt: 4,50, ermäßigt 3,50 Euro
    Kontakt: Schloss-und Gartenverwaltung Ansbach, Promenade 27, 91522 Ansbach, Tel.: 0981/ 95 38 39-0, E-Mail: sgvansbach@bsv.bayern.de
    Internet: www.schloesser.bayern.de
  • Übernachten: Hotel Bürger-Palais, Neuistadt 48, 91522 Ansbach, tel.: 0981/95131

hier weitere Infos zu Franken

Die Recherche in Ansbach wurde unterstützt von Franken Tourismus.

Empfehlenswertes Hotel mit Bratswurstube: Bürgerpalais Ansbach, zentral gelegen und freundlicher und flinker Service. ein Haus, in dem ich mich immer wieder wohlfühle.

Blick in den Beringershof, Foto: Stadt Ansbach
Blick in den Beringershof, Foto: Stadt Ansbach

Ansbach ist eine Station an der Burgenstrasse.

Schlösser und Burgen

Deutsches Burgenmuseum in Thüringen

Deutsches BurgenmuseumBurg Heldburg in Thüringen, Foto: Nürnberger Versicherung

Burgen strahlen eine unglaubliche Faszination aus. Ob Ruine oder bewohnte Anlage: Mehr als 25.000 Burgen existieren noch heute in den deutschsprachigen Ländern Mitteleuropas. Doch kaum jemand weiß, was eine Burg tatsächlich ausmacht. Deutsches Burgenmuseum in Thüringen

In dne vergangenen Monaten habe ich hier immer wieder mal eine meiner Lieblingsburgen, wie die Burg Falkenstein im Harz, auf dem Portal einfachraus.eu  vorgestellt.

Auch entlang der Burgenstraße habe ich zahlreiche sehenswerte Burgen entdeckt. Vorgestellt habe ich die Burg Altena im Sauerland.

Aber wo kann man mehr über Burgen in ihrer Gedamtheit erfahren, lautete meist die Frage.

Das ist ab 8. September auf der Burg Heldburg in Thüringen

Veste Heldburg aus der Luft, Foto: Nürnberger Versicherung
Veste Heldburg aus der Luft, Foto: Nürnberger Versicherung

möglich. Dort im südlichsten Zipfel von Thüringen eröffnet Deutsche Burgemuseum.

 

Weltweit erste Einrichtung zur Burgenforschung

Das Deutsche Burgenmuseum ist die weltweit erste Einrichtung, die sich der grundsätzlichen Bedeutung und Funktion von Burgen, ihrer baulichen Entwicklung und dem Leben auf Burgen sowohl in Friedens- als auch in Kriegszeiten widmet. Auf Grundlage neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse klärt das Deutsche Burgenmuseum über Mythen und Legenden auf und zeichnet das wahre Bild von der Geschichte der Burgen Europas. Rund 400 Exponate auf 1700 Quadratmetern, von modellhaften Burganlagen über Rüstungen und Waffen bis zu historischen Möbeln, erzählen vom wehrhaften und zugleich Sagen umwobenen Leben innerhalb der Mauern dieser imposanten Bauwerke.

Blick auf das Museumsgebäude, Heidenbau links und Französischer Bau, rechts, Foto: Nürnberger Versicherung
Blick auf das Museumsgebäude, Heidenbau links und Französischer Bau, rechts, Foto: Nürnberger Versicherung
Backstein mit Pfotenabdruck, Foto: Hans Riedel, Germanisches Natiomnalmuseum
Backstein mit Pfotenabdruck, Foto: Hans Riedel, Germanisches Natiomnalmuseum

Die Burgenstraße, eine der bekanntesten Tourismus-Straßen in Deutschland, führte zunächst von Mannheim über Schwetzingen, Heidelberg, Bad Wimpfen, Heilbronn, Schwäbisch Hall, Rothenburg ob der Tauber und Ansbach bis nach Nürnberg. Seit 1994 wurde diese verlängert und verläuft nun durch die fränkische Schweiz nach Bamberg, über das deutsche Burgenmuseum Feste Heldburg weiter nach Coburg, Kronach, Kulmbach, Bayreuth und weiter nach Tschechien, Eger (Cheb), Karlstein bis nach Prag zum Hradschin. In 60 Orten können rund 70 Burgen, Schlösser und Herrenhäuser besichtigt werden. Sie vermitteln ein Bild der Burgen vom hohen Mittelalter bis zum Ende des Burgenbaus im 16. Jahrhundert und ihrem „Nachleben“ als barocke Residenzen. Der Führer zur Burgenstraße behandelt alle an der Burgenstraße liegenden Bauten, vermittelt die jeweiligen historischen Hintergründe und empfiehlt einen Rundgang mit den wichtigsten Hinweisen zur Baugeschichte. Vom Bergfried über die Ringmauer bis zum Saal und zur Küche werden alle für eine Burg wichtigen Räume vorgestellt.

  • Infos zum Deutschen Burgenmuseum

Anfahrt  Die Veste Heldburg ist mit dem Pkw sowohl von Bayern als auch von Thüringen aus leicht zu erreichen.

Von der A 71 (Schweinfurt – Erfurt) über Königshofen und Westhausen

Von der A 73 (Erfurt – Coburg – Bamberg) über Rodach oder ab Coburg über Ummerstadt

Von Bamberg aus über die B 4 bis Itzgrund, dann über Seßlach oder über die B 279 (Ebern) bis Maroldsweisach

 Öffnungszeiten: November bis März:

  • Di – So 10:00 – 16:00 Uhr
    Mo Ruhetag (außer Feiertage)
  • April bis Oktober:
    Di – So 10:00 – 17:00 Uhr
    Mo Ruhetag (außer Feiertage)
    Eintritt:  Erwachsene 7,50, ermäßigt 3,50 Euro

Hier geht es zu der wohl bedeutendsten Burg Thüringens: die Wartburg.

Schlösser und Burgen

Hotels an der Burgenstrasse

Gleich drei neue Hotels haben sich der Initiative „Burgenstraße Premium-Partner“ angeschlossen. Der Bayrische Hof in Heidelberg, das Hotel Zum Erbprinzen in Schwetzingen und das Hotel Victoria in Nürnberg gehören ab sofort dazu. Der Verbund entlang der 1.200 Kilometer langen Ferienroute, die von Mannheim bis nach Prag führt, umfasst damit 17 Hotels.

Urlauber können zwischen 17 Hotels entlang der historischen Reiseroute wählen

Die individuell geführten Häuser, die jetzt eine Treuekarte für Gäste eingeführt haben, bieten Arrangements, die Aufenthalte an der Burgenstraße mit kulinarischen Erlebnissen der jeweils regionalen Küche verbinden. Einige Angebote enthalten beispielsweise Stadt-, Nachtwächter- oder Höhlenführungen, Ausflüge in Weinberge, Museumsbesuche sowie Bootsfahrten. Die Premium-Partner Hotels vervollständigen durch ihren Charme oder ihre Lage in sehenswerter Umgebung das Erlebnis der Reise durch die Zeit der Ritter, Burgdamen, Fürsten und Könige. Prospektanforderung unter info@burgenstrasse.de, Infos und Buchungen unter www.hotels-burgenstrasse.de.

Über die Burgenstraße e.V.

Die 1954 ins Leben gerufene „Burgenstraße“ zwischen Mannheim und Prag zählt zu den traditionsreichsten Ferienstraßen Deutschlands. Beginnend in Mannheim führt sie 1.200 Kilometer vorbei an mehr als 90 Schlössern und Burgen durch die Landschaften des Neckartals, der Fränkischen Schweiz, des Frankenwaldes und des Fichtelgebirges bis nach Böhmen. Die Touristikroute gewährt Reisenden einen historischen Einblick in das Mittelalter, den Barock und den Klassizismus.

Weitere Infos erhalten Sie hier bei der Burgenstrasse.

Hier geht es zu weiteren Sehenswürdkeiten entlang der Burgenstrasse.uf

 

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