Schlösser und Burgen

In Berlin und Brandenburg kennen wir jedes Schloss und auch jeden Park. Verschiedene Etappen der Burgenstraße sind wir abgeradelt. Ständig lernen wir neue Burgen und Schlösser kennen. Daran können die Leser von einfachraus.eu teilhaben

ReiseSchlösser und Burgen

Burgenstraße: Romantische Kulisse für Freilichtspiele

Cadolzburg (27)Die Skulptur „Die Feder siegt über das Schwert“ vor der Cadolzburg, Foto: D.Weirauch

Wenn an der Burgenstraße die Saison für die Freilichtspiele beginnt, bilden zahlreiche Burgen und Schlösser sowie lauschige Plätze in der Altstadt der jewieligen Orte wieder die unvergleichliche Kulisse für Theater und Musik unter freiem Sternenhimmel. Burgenstrasse: Romantische Kulisse für Freilichtspiele  Dann heißt es entlang der beliebten Ferienstraße, die sich quer durch Süddeutschland von Mannheim bis nach Bayreuth schlängelt, wieder „Vorhang auf“ für Geschichten über Glück, Freundschaft, tragische Liebe, Hass, Schmerz und Verrat. Unter www.burgenstrasse.de sind die Open-Air-Veranstaltungen – vom Musical über die Komödie bis zum Kinderstück – entlang der 770 Kilometer langen Reiseroute aufgelistet. Burgenstrasse: Romantische Kulisse für Freilichtspiele

Heidelberger Schlossfestspiele

Schauspiel und erstklassige Musik finden während der Heidelberger Schlossfestspiele vom 8. Juni bis zum 29. Juli zueinander. Die Verse William Shakespeares erwachen zu neuem Leben, wenn seine schönsten Lieder, Sonette und Szenen am 7. und 10. Juni im Dicken Turm des Schlosses musikalisch interpretiert werden. Am 23. und 24. Juni verzaubert der Grammy-nominierte Mandolinenspieler Avi Avital das Publikum im Schlosshof. In den Genuss einer leidenschaftlichen Mischung von Swing, Tango und Jazz kommen Besucher am 26. und 29 Juli, wenn Enrique Ugarte und Brenda Boykin ihr Konzert „La Fiesta“ geben. Theaterfreunde können sich auf „Der Diener zweier Herren“, ein Stück aus der Feder des italienischen Komödien-Spezialisten Carlo Goldoni freuen, das am 29. Juni und 1. Juli im Schlosshof aufgeführt wird (www.theaterheidelberg.de/festival/heidelberger-schlossfestspiele/).

 Die Freilichtspiele Schwäbisch Hall bieten alles – vom Klassiker bis zum Musical (www.freilichtspiele-hall.de). Auf der großen Treppe vor der Kirche St. Michael werden vom 9. Juni bis zum 24. August kritische und unterhaltsame Stücke in Szene gesetzt. Das Publikum kommt in den Genuss von Weltliteratur, wenn „Wilhelm Tell“ mit der Armbrust auf den Apfel auf dem Kopf seines Sohnes schießt. Das Musical „Saturday Night Fever“ entführt in die schillernde Discowelt im New York der 70er Jahre, die Revue „In der Bar zum Krokodil“, in der Protagonist Tony versucht, als Tänzer Karriere zu machen,  in die wilden 20er Jahre.

Rothenburg o.d.Tauber

 Das Toppler Theater in Rothenburg ob der Tauber bringt vom 27. Juni bis zum 20. August acht Theaterstücke auf die Bühne, zwei davon sind selbst produziert (www.toppler-theater.de). In der Eigenproduktion „Wir sind mal kurz weg“ von Tilmann von Bloomberg treffen vier orientierungslose Männer auf dem Jakobsweg aufeinander, die in der Midlife-Crisis stecken. Am Lagerfeuer überwinden sie ihre anfänglichen Hemmungen und reden über ihre Ängste vor Haarausfall und anderen Verfallserscheinungen. Dagegen steht im barocken Schelmenstück „Die Courasche“ eine Frau im Mittelpunkt.

Traumhafte Kulisse für Theater: Rothenburg o.d.T Foto: D.Weirauch
Traumhafte Kulisse für Theater: Rothenburg o.d.T Foto: D.Weirauch

Es erzählt die Lebensgeschichte von Courasche, der ersten Heldin, die je in einem deutschsprachigen Roman auftrat. In den Wirren des Dreißigjährigen Krieges führt sie ein erlebnisreiches, gefährliches und trotzdem lustbetontes und selbstbestimmtes Leben.

Cadolzburger Burgfestspiele

 Die Cadolzburger Burgfestspiele zeigen in diesem Sommer „Nisha“, ein Musical von Fritz Stiegler und Matthias Lange. Es wurde dem Ensemble auf den Leib geschrieben und greift topaktuelle sowie kritische Themen in gewohnt unterhaltsamer Weise auf. Musikalisch bewegt es sich zwischen Weltmusik, Rock-Pop und großen Filmmusik-Orchesterwerken, eingespielt von den Nürnberger Symphonikern. Schauplatz der Aufführungen ist der Burgvorhof vor der beeindruckenden Silhouette der Cadolzburg. Premiere ist am 21. Juni, gespielt wird bis zum 04. August 2018 (www.cadolzburger-burgfestspiele.de).

Blick auf die Cadolzburg Foto: D.Weirauch
Blick auf die Cadolzburg Foto: D.Weirauch

Klosterhofspiel in Langenzenn

 Langenzenn bietet gleich dreifaches Open-Air-Vergnügen: Die Klosterhofspiele zeigen vom 02.06. bis 28.07.2018  „Das Haus in Montevideo“, eine Komödie von Curt Goetz in einer Bearbeitung von Sue Rose. Moralische Werte sind das A und O in der Familie von Traugott Hermann Nägler. Mit dem Tod seiner Schwester und dem von ihr verfassten Testament wird Traugotts Ehrbarkeit auf eine harte Probe gestellt, denn die lukrative Erbschaft ist mit einer heiklen Bedingung verknüpft … Für die ganze Familie gibt es den Juli über das von Wilhelm Busch inspirierte Theaterstück „Maxi & Moritz“, aufgeführt vom Kinderensemble „die Klostermäuse“. Das Stück ab drei Jahren ist eine bunte Geschichte über zwei wilde Rotzlöffel. Auf der Bühne wird gereimt, getanzt, gesungen, gelacht und gefoppt (www.klosterhofspiele.de). Zudem zeigt die Hans-Sachs-Spielgruppe, die durch ihre erfolgreichen Theateraufführungen weit über die Grenzen der Region bekannt ist, erneut den „Jedermann“ nach Hugo von Hofmannsthal in der fränkischen Textfassung von Rudolf Kelchner. Schauplatz der Aufführungen vom 08.Juni bis 28. Juli 2018 ist der Rathaus-Innenhof (www.hans-sachs-spiele.de).

Rother Schlossfestspiele

Vom 21.07. bis 12.08. geht es bei den Rother Schlossfestspielen um den „Bürger als Edelmann“, eine Komödie von Jean Baptiste Molière. Die Aufführungen finden im idyllischen Innenhof des Schlosses Ratibor statt (www.schlosshofspiele-roth.de).

Rosenberg-Festspiele in Kronach

Bei den Rosenberg-Festspielen in Kronach wird vom 10. bis 29. Juni auf der über der Altstadt aufragenden Festung die Komödie „Don Camillo und Peppone“ aufgeführt sowie die komödiantische Oper „Figaros Hochzeit“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Auch für Kinder und Familien hat das Freilichttheater auf einer der größten mittelalterlichen Festungsanlagen Deutschlands etwas dabei: Ottfried Preußlers „Räuber Hotzenplotz“ (www.rosenbergfestspiele.de).

 Blick auf die Festung Kronach Foto: D.Weirauch

Blick auf die Festung Kronach, Foto: D.Weirauch

Über die Burgenstraße e.V.

Die 1954 ins Leben gerufene „Burgenstraße“ zählt zu den traditionsreichsten Ferienstraßen Deutschlands. Beginnend in Mannheim führt sie 770 Kilometer nach Bayreuth, vorbei an mehr als 70 Schlössern und Burgen durch die Landschaften des Neckartals, der Fränkischen Schweiz und des Frankenwaldes. Die Touristikroute gewährt Reisenden einen historischen Einblick in das Mittelalter, den Barock und den Klassizismus. Weitere Informationen unter www.burgenstrasse.de

 

+ Markgräfliches Opernhaus Bayreuth

+ Sesslach an der Burgenstraße

+ Burg Rabenstein in der Fränkischen Schweiz

+ Burgerlebniszentrum auf der Cadolzburg

+ einstige Markgräfliche Residenz Ansbach

+ Das Deutsche Burgenmuseum auf der Heldburg

+ Auf der Burgenstraße unterwegs

Die Recherche in Franken wurde ebenfalls  unterstützt von Franken Tourismus.

ReiseSchlösser und Burgen

Burgenstraße: Burg Rabenstein in der Fränkischen Schweiz

Burg Rabenstein (3) - Kopie - Kopie

Die Burg Rabenstein in der schönen Fränkischen Schweiz gelegen, ist Burghotel und Tagungs- und Eventlocation im historischen Ambiente. 22 stilvolle Zimmer, Burgrestaurant, mehrere Veranstaltungsräume und ein vielseitiges Rahmenprogramm laden in das 64 Hektar große Naturparadies ein. Sophien-Tropfsteinhöhle, Falknerei und Gutsschenke mit Biergarten sowie viele Wanderwege ziehen alljährlich nicht nur zu den Wochenenden viele Gäste auf die Burg. Wir waren hier: Burgenstraße: Burg Rabenstein in der Fränkischen Schweiz

Freundliche Begrüßung durch das Burgfräulein Foto: K.Weirauch

Burg Rabenstein ist die erste Station einer mehrtägigen Tour auf der Burgenstraße. Für ein paar Tage mal raus …, „entschleunigen“ in erwachender Natur, in Bewegung sein, Neues erleben und hautnah erfahren, Typisches essen … . Wir wollten direkt im Herzen der Fränkischen Schweiz im Städtedreieck Nürnberg-Bamberg-Bayreuth einen der wohl schönsten Teile  der Burgenstraße kennenlernen.

Wir starteten also mit der Burg Rabenstein. was für eine Pracht. Sie liegt majestätisch in der Landschaft. Vom Parkplatz Neumühle aus kann man u.a. die Burg „erklimmen“, Familien mit Kindern vor uns und hinter uns. Wir wurden immer neugieriger und wurden nicht enttäuscht. Wir landeten in einem Naturparadies, das für Jung und Alt schöne Erlebnisse bietet. Oben angekommen, stärkten wir uns zunächst in der Burgschenke, bevor wir uns auf eine Vorführung in der Falknerei einließen.

Die ausgebildete junge Falknerin Sabrina Gröning zog mit ihrer leidenschaftlichen einstündigen Vorführung alle in ihren Bann. Zusammen mit Jana und Niko stellen sie Teile des Ausbildungsprogramms von Wanderfalke, Habicht und Steinadler für die Jagd vor. Wer weiß schon, dass ein Falke Hände hat, alle anderen Jagdvögel haben Füße, der Wüstenbussard gern auf „Kompaniejagd“ geht, d.h. 2-3 Tiere auf Jagd gehen, junge Tiere von alten Tieren lernen, alle Vögel nur über ihr Gehör lernen, der junge Falke 70 bis 80 mal üben muss, um mit auf die Jagd gehen zu können?

Seit 2004 arbeitet Sabrina Gröning in der Falknerei auf der Burg Rabenstein, solange wie auch Muck, ihr Lieblingsjagdvogel, auf der Burg lebt. Sie freut sich, in täglichen Führungen den Menschen die Jagdvögel nahe zu bringen. Respekt vor den Jagdvögeln haben die Zuschauer, wenn die großen Vögel über ihre Köpfe hinweg tief fliegen, um sich die Belohnung, ein Stück Fleisch, von Sabrina abzuholen. Elegant, imposant im Fliegen, aber auch im Laufen, Sprinten oder nur Gehen, die Jagdvögel begeistern die Zuschauer. Mit viel Beifall und Lob verabschieden sich die Gäste. Der Greifvogel- und Eulenpark im Naturparadies Burg Rabenstein ist Di-Fr von 14-17 Uhr und Sa+So von 13-17 Uhr geöffnet. Weitere Infos unter https://www.burg-rabenstein.de/ausflugsspass/falknerei

Und wir wandern weiter zur Sophienhöhle, 15 Minuten von der Burg Rabenstein entfernt. Sie zählt zu den schönsten Höhlen Süddeutschlands. Stalagniten und Stalaktiten sind hier in Jahrtausenden gewachsen, bilden unzählige Kunstwerke. (Sophienhöhle
geöfnet: Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen von 10.30 bis 17 Uhr Höhlenführungen. Eintritt:  5, ermäßigt 3 Euro.)

Ein Höhlenbärskelett und ein Geweihfragment eines Rentiers sind weitere Blickpunkte, auf die der Höhlenführer Uwe Hewing aufmerksam macht. Wie romantisch muss es sein, an einem vor der Höhle stattfindendem Lagerfeuer teilzunehmen. Einmal im Monat kann man in der Sommerszeit ohne Führung auch allein die Höhle erkunden, „seinen Lieblingsplatz“ finden. Unzählige Events laden von April bis September in die Höhle ein, bekannte Musiker …Hier geht es zu den Veranstaltungen in der Sophienhöhle. Den Auftakt der Höhlenkonzertsaison 2018 in der Sophienhöhle wird am Freitag, den 27. April, um 20 Uhr das Ensemble Gregorianika mit “Signum Tour 2018” geben. Weitere Konzerte: 04.05. Joachim Thoms: “Sahara – Tango, Jazz & Flamenco”, 11.05. Frank Wendeberg: “KlangLichtSpiel-Tour”, 25.05. Klezmaniaxx: “Best of Klezmer”
08.06. Andy Lang: “Celtic Spirit & Songs”, 22.06. Scala Tympani: “Trommelfeuerwerk”
06.07. GIS: “Gift of Song”, 20.07. Mesinke: “Die besten jiddischen Lieder”
10.08. Sounds of the Orient: “Musik aus 1001 Nacht”, 24.08. Gregorianika: “Signum Tour 2018”
07.09. Didgeriloop: “Didge & Drums”, 21.09. Albert Koch & friends: “Good Times Tonight”
05.10. Ural Kosaken Chor: “Ivan Rebroff Gedenkkonzert” Abschluss am
01.11. Gregorianika: “Signum Tour 2018” (Kartenvorverkauf an allen CTS-Vorverkaufsstellen, online oder unter Tel. 09202/9700440.
Weitere Informationen zu den Konzerten findet ihr unter www.burg-rabenstein.de/events
)

Homepage: www.burg-rabenstein.de

Informationen zur Burg Rabenstein

Burg Rabenstein Event GmbH
Rabenstein 33
95491 Ahorntal
Telefon +49 (0) 92 02/ 97 00 44-0
Telefax +49 (0) 92 02/ 97 00 44-520
info@burg-rabenstein.de
www.burg-rabenstein.de

und hier zur Burgenstraße.

Die Burgenstraße hat die Recherche entlang der Burgenstraße unterstützt. Dank an Frau Sabine Dess für Aufenthalt und Bewirtung auf Burg Rabenstein.

Hier geht es zu einer weiteren Station an der Burgenstraße: die Stadt Coburg mit der Veste Coburg.

Hier geht es zu Frankentourismus.

Konzerte auf der Burg Rabenstein sind beliebt

Regelmässig werden auf der Burg Rabenstein Konzerte veranstaltet. Auf folgender Seite werden diese angekündigt. Wir durften Gast eines Opernabends sein und waren begeistert.

Burg Rabenstein ist ein Premium – Partnerhotel der Burgenstraße.

Grösster Mittelaltermarkt in Bayern

Von weit her kommen die Mitwirkenden und Gäste zum Mittelaltermarkt auf dem weitläufigen Areal der Burg Rabenstein. Auf anliegenden Feldern können Gäste gut parken. Es werden auch 2018 wieder viele Tausend zu dem großen Freiluftspektakel erwartet.

1 Stunde wegPotsdamSchlösser und Burgen

UNESCO-Welterbe: Schloss Sanssouci in Potsdam

Sanssouci - 2018 (11)

Zu Friedrichs 306. Geburtstag am heutigen 24. Januar 2018 war eine Menge los an seinem Grab auf der obersten Terrasse. Wie jedes Jahr versammelten sich seine Fans und Verehrer, darunter auch eine Abordnung einer Gardeeinheit aus Berlin.

 

Schloss Sanssouci adelt Potsdam. Es ist das berühmteste aller Preußenschlösser. Und hat die wohl meisten Besucher pro Jahr. Kein Schloss sorgte aber in seiner Entstehungszeit so für Ärger wie Sanssouci, das Schloss ohne Sorge oben auf dem Weinberg am Rande Potsdams.

Schloss Sanssouci in Potsdam am 24. Januar 2018, Foto: D.Weirauch
Schloss Sanssouci in Potsdam am 24. Januar 2018, Foto: D.Weirauch

Und das nur, weil ein eigenwilliger König, Friedrich der II. von Preußen, auch Friedrich der Große genannt,  sich in  Planung und Bauausführung einmischte. Im Januar 2012 jährte sich dessen Geburtstag zum 300. Mal. Am 13. Januar 1745 verfügte Friedrich der Große in einer Kabinettsorder den Bau eines „Lust-Hauses zu Potsdam“.

Sanssouci aus der Luft im Jahr 2016, Foto: D.Weirauch
Sanssouci aus der Luft im Jahr 2016, Foto: D.Weirauch

Nach dessen Skizzen fertigte der Architekt Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff, der später auch in Berlin mehrere bedeutende Bauten für den König errichtete,  Entwurfszeichnungen an. Den Vorschlägen Knobelsdorffs, das Gebäude durch ein Sockelgeschoss zu erhöhen, zu unterkellern und bis nahe an den Rand der obersten Terrasse zu stellen, um dem Gebäude vom Parterre aus gesehen eine bessere Wirkung zu verleihen, widersprach Friedrich.

Foto: Bernd Kroeger © Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg
Foto: Bernd Kroeger © Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg

Er wünschte kein repräsentatives Gebäude, sondern ein intimes Wohnschloss im Stil des Rokoko, das nur seinen privaten Bedürfnissen entsprach. Einen ebenerdigen Bau, dessen Sockel der Berg war, ein „maison de plaisance“, ohne eine Vielzahl von Stufen, um vom Innenraum direkt auf eine breite Terrasse und von dort in den Garten zu gelangen.

Vom Schloss: Bester Blick in den Park

Die autokratische Wesensart Friedrichs des Großen schränkte somit auch die baukünstlerischen Vorstellungen Knobelsdorffs ein, der die eigenwilligen Wünsche seines Auftraggebers architektonisch umzusetzen hatte. Nach nur zwei Jahren Bauzeit fand dann am 1. Mai 1747 die Einweihung des Weinbergschlosses statt, obwohl noch nicht alle Räume fertiggestellt waren.

Park Sanssouci Foto: Radke

Außer in Kriegszeiten lebte Friedrich dort in den Sommermonaten von Ende April bis Anfang Oktober. Das Gebäude war nur für den König und von ihm ausgewählte Gäste konzipiert. Seine Gemahlin Elisabeth Christine von Braunschweig-Bevern, mit der er seit 1733 verheiratet war, besuchte  Sanssouci (frz. sans souci „ohne Sorge“) nie. Sie wohnte im heute zum Stadtbezirk Pankow gehörenden Schloss Berlin-Niederschönhausen.

Foto: Hans Christian Krass © Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg
Foto: Hans Christian Krass © Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg

„Eine ausgelassene Gesellschaft von Bachhantinnen und Bacchanten aus Sandstein nimmt das Motiv des Weinberges wieder auf und gibt sich ganz „sans souci“ – ohne Sorge.“ schwärmt der der im Prestel Verlag erschienene Führer über das Schloss. Im Ehrenhof wird der Gast von einer majestätischen Säulenkolonnade empfangen. Diese fast klassizistische Ansicht betont den offiziellen Charakter.

Am Schloss Sanssouci, Foto: D. Weirauch

Der König war im Weinbergschloss nicht nur geistvoller Gastgeber, sondern in erster Linie König. Im Marmorsaal, der durch acht korinthische Säulenpaaare aus Cararamarmor gegliedert ist, fanden die berühmten „Tafelrunden“ statt. Der Raum erinnert an das Innere des Pantheon in Rom. Während der Führung durch das Refugium kann auch die Bibliothek erlebt werden. Es ist der intimste Raum des Schlosses und einer der schönsten des friderizianischen Rokokos. Auch das Konzertzimmer gehört zu den schönsten Innenräumen des gemeinsam mit Schlössern in Berlin und Potsdam zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörenden Weinbergschlosses.

Carl Philipp Emanuel Bach spielte im Konzertzimmer

Adolph Menzel hat das Musikzimmer im Schloss Sanssouci eindrucksvoll in seinem berühmten Gemälde „Flötenkonzert Friedrich des Großen in Sanssouci“ verewigt. Den Mittelpunkt des Gemäldes bildet Friedrich der Große, die Querflöte im Ansatz, das Notenpult mit Kerzen beleuchtet. Er wird vom Cembalo und einer Streichinstrumentengruppe begleitet.

Ich erinnere mich an das bild, das bei meinem Großeltern hing: Rechts im Bild steht ein älterer Zuhörer, den Blick nicht dem König zugewandt, sondern auf den Boden gerichtet. Es ist der Flötenlehrer Friedrich des Großen, Johann Joachim Quantz. Am Cembalo sitzt Carl Philipp Emanuel Bach. 28 Jahre stand Bach im Dienst des Königs.

Später kamen zwei Seitenflügel hinzu

Unter dem Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV. wurde Schloss Sanssouci 1840–1842 durch Umbau und Verlängerung der zwei Seitenflügel erweitert. Ludwig Persius erstellte die Entwurfszeichnungen. Mit der örtlichen Bauaufsicht wurde Ferdinand von Arnim beauftragt.

Der Westflügel oder auch Damenflügel war als „Logierzimmer für Hofdamen und Fremde“ vorgesehen. Im Ostflügel wurde die Küche untergebracht. Die Küche wurde nach 1990 mit Spenden von August Oetker wiederhergestellt und kann besichtigt werden. Auch der Weinkeller ist durch Sponsorenhilfe und Weinkennern  sogar mit Weinen aus den damaligen Anbauregionen gefüllt worden. Zum 300.Geburtstag Friedrichs wurden den die Menüdolgen ausgewertet. Lieblingswein des Königs war übrigens der französische Bergerac.

Durch die Kolonnaden des Ehrenhofes erblickt man den Ruinenberg. Auf ihm befindet sich das Staubecken, das die Fontänen im Garten mit Wasser versorgt. 1748 wurde es mit künstlichen Ruinen zu einer antiken Landschaftsstaffage geformt.

Aber kein anderes Schloss ist so mit der Persönlichkeit Friedrichs des Großen verbunden wie Schloss Sanssouci. Der Name Sanssouci – ohne Sorge – ist dabei als Wunsch und Leitmotiv des Königs zu verstehen, denn hierher zog er sich mit seinen Hunden am liebsten zurück. Sein Sommersitz war ihm zuletzt Lieblingsort und wichtiges Refugium in schwierigen Zeiten. Im Winter wohnte er in Berlin oder im Potsdamer Stadtschloss.

Schloss Sanssouci in Potsdam, Foto: Dieter Weirauch
Schloss Sanssouci in Potsdam, Foto: Dieter Weirauch

Die allesamt festlichen Räume von Sanssouci sind geprägt von Eleganz und stilvoller Prachtentfaltung. Sie lassen aber auch die Liebe des Königs zu der herrlichen Umgebung, dem preußischen Arkadien, deutlich spüren. Bemerkenswert ist, dass sich der König auf der obersten Weinbergterrasse in einer Gruft beisetzen lassen wollte. Auch im Tode wollte er seinem Sanssouci nahe sein. Sein testamentarischer Wunsch ist allerdings erst 1991 in Erfüllung gegangen.

Friedrichs Grab am Schloss Sanssouci in Potsdam, Foto: D. Weirauch
Friedrichs Grab am Schloss Sanssouci in Potsdam, Foto: D. Weirauch
Grab Friedrch der Große am Schloss Sanssouci, Foto: D.Weirauch

Zum Ensemble des Schlosses Sanssouci gehören auch die prachtvolle Bildergalerie sowie das Schloss Neue Kammern.

Die langjähruige Kustodin der Stiftung Saskia Hünecke schwärmt: “Das Schloss Sanssouci mit seinen Terrassen stellt den geistigen Mittelpunkt dar, dem sich alles Umliegende unterordnet – ganz in barocker Tradition.”

Die Hauptallee, deren Endpunkte zum einen ein Obelisk und zum anderen das Neue Palais bilden, erstreckt sich über 2,5 km. Sternförmig verlaufende Wege und Sichtachsen, verschlungene Pfade, die Mischung aus Zier- und Nutzgärten sowie zahlreiche Statuen, Fontänen und Teiche rhythmisieren und schmücken das Areal. Eingeflochten in den angrenzenden Landschaftspark, der im Wesentlichen die Handschrift Peter Joseph Lennés trägt, sind eindrucksvolle Bauten wie die Orangerie, das Neue Palais, die Bildergalerie, das Chinesische Haus, die Römischen Bäder und Schloss Charlottenhof.

  • Informationen zu Schloss Sanssouci

  • Adresse: Maulbeerallee, 14469 Potsdam
  • Öffnungszeiten/Preise:
  • Januar bis März
  • Gültig 02.01.2018 – 29.03.2018
  • Montag: geschlossen
  • Dienstag – Sonntag: 10:00 – 16:30
  • April bis Oktober
  • Gültig 30.03.2018 – 31.10.2018
  • Montag: geschlossen
  • Dienstag – Sonntag: 10:00 – 17:30

Letzter Einlass 30 Minuten vor Schließzeit

Der Besuch von Schloss Sanssouci ist an feste Einlasszeiten gebunden. Karten sind ab 10:00 Uhr für den jeweiligen Tag an der Schlosskasse erhältlich. Da die Anzahl der Eintrittskarten pro Tag begrenzt ist, empfehlen wir Ihnen, Ihr Ticket frühzeitig im Online-Ticketshop zu buchen.

Schloss Sanssouci in Potsdam am 24. Januar 2018, Foto: D.Weirauch
Schloss Sanssouci in Potsdam am 24. Januar 2018, Foto: D.Weirauch

Besichtigung mit Führung oder Audioguide

Preis: 12.00 € ermäßigt: 8.00 €

Kartenvorverkauf hier: https://tickets.spsg.de

Hier geht es zu meinem kleinen Text zum Flötenspieler von Sanssouci, den ich im März 2014 dort besuchte.

Hier zur informativen Seite der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin Brandenburg.

Wer weitere informationen zu den deutschen Welterbestätten auf dem UNESCO-Welterbe sucht, der wird hier fündig.

Ebenso auf der Seite des UNESCO-Welterbevereines mit Sitz in Quedlinburg.

Hier unsere Impressionen eines Winterspazierganges durch den Park von Sanssouci.

Baedeker Reiseführer Berlin, Potsdam

:

ReiseSchlösser und Burgen

In Ziegenhain steht die Wiege der Konfirmation

Grimmheimat-ziegenhain (35)

Eine der wichtigsten Errungenschaften der Reformation war die Einführung der Konfirmation, die sich vom hessischen Ziegenhain in alle Welt verbreitete. In der „Ziegenhainer Kirchenzuchtordnung“, die 1539 in der von Landgraf Philipp ausgebauten Festung Ziegenhain (heute Schwalmstadt) unter Mitwirkung des Reformators Martin Bucer erlassen wurde, legte man fest, dass Kinder systematisch im Katechismus unterrichtet werden sollten, ehe man sie konfirmierte und damit zum Abendmahl zuließ.

Diese Regelung war das Ergebnis eines Kompromisses mit der Bewegung der Täufer, die als radikale Protestanten die Taufe nur Erwachsenen, nicht aber Kindern zugestehen wollten.

Die Konfirmation war als Bestätigung der Kindertaufe gedacht. Dies war die Geburtsstunde der Konfirmation, die heute weltweit von evangelischen Christen gefeiert wird.

Mit der „Ziegenhainer Kirchenzuchtordnung“ wurde hier 1539 die Konfirmation unter Philipp dem Großmütigen „erfunden“. Foto: D.Weirauch
Mit der „Ziegenhainer Kirchenzuchtordnung“ wurde hier 1539 die Konfirmation unter Philipp dem Großmütigen „erfunden“. Foto: D.Weirauch

Seit Oktober 2017 kann sich die Stadt Schwalmstadt mit dem Titel „Konfirmationsstadt“ schmücken.

Weitere Informationen unter www.konfirmationsstadt.de.

Erlebbare Angebote:

Gästeführung durch die historische Wasserfestung Ziegenhain mit ausführlichen Erläuterungen zur Geburtsstunde der Konfirmation. Es gibt einen Pilgerpfad: Der 21 Kilometer lange Weg verbindet fünf Kirchengemeinden und lädt zur Begegnung mit dem Katechismus ein.

 

  • Infos/Kontakt
  • Schwalm-Touristik e.V.
  • Paradeplatz 7
  • 34613 Schwalmstadt-Ziegenhain
  • Tel: +49 (0) 6691 207 400
  • Fax: +49 (0) 6691 207 44 400
  • schwalmstadt@rotkaeppchenland.de
  • www.schwalmstadt.de

Ebenfalls sehenswert: Spieskappel

Luther übernachtetet 1529 im Kloster Spieskappel

Nach Zerstörungen im 16. Jahrhundert stehen heute noch Teile des Langhauses und das nördliche Seitenschiff. Der einstige romanische Turm wurde 1500-1504 durch einen spätgotischen Turm ersetzt.

Im Oktober 1529 fanden auf dem Marburger Schloss auf Einladung von Landgraf Philipp die Marburger Religionsgespräche statt. Es war eine Auseinandersetzung zwischen dem lutherischen und dem reformierten Zweig der Reformation, also zwischen Martin Luther und Ulrich Zwingli. Auf seiner Reise zu diesen Gesprächen übernachtete Martin Luther in der Nacht vom 28. September auf den 29. September 1529 in den Klostergebäuden in Spieskappel. Eine noch vorhandene Rechnung belegt, dass Luther mit einer Reisegruppe und 36 Pferden hier versorgt wurde.

Die Klosterkirche Spieskappel dient der Gemeinde Frielendorf heute als Pfarrkirche und ist wegen der bemerkenswerten Akustik regelmäßig Veranstaltungsort geistlicher und weltlicher Konzerte.

Vom 14. – 21.Mai 2017 findet im Klosterpark Spieskappel ein Bildhauersymposium statt, bei dem 6 namhafte Künstler aus ganz Deutschland Kunstwerke aus Holz zum Thema „Katechismus“ erstellen werden. Diese Skulpturen werden den 5 Kirchen, die an dem Pilgerpfad Katechismusweg liegen und der Klosterkirche Spieskappel, zugeordnet. Das Bildhauersymposium ist eine Kooperation mit dem Kunstwerkhof Großropperhausen und dem Kultursommer Nordhessen.

Im Lutherjahr 2017 soll die Klosterkirche täglich geöffnet sein. Falls die Kirche dennoch einmal verschlossen ist, ist der Schlüssel für die Kirche im Evangelischen Pfarramt, Bilderfeld 15, 34621 Frielendorf, Telefon 05684-421, oder bei Herrn Klaus-Dieter Paethke, Tel. 05684-1035, erhältlich. Dort werden auch gerne Führungen für Einzelpersonen und Gruppen vermittelt.

  • Infos/Kontakt:
    Touristinfo Frielendorf
  • Ziegenhainer Str. 2
  • 34621 Frielendorf
  • Tel. 05684 7827
  • Fax 05684 7927
  • frielendorf@rotkaeppchenland.de
ReiseSchlösser und Burgen

Torgau in Sachsen: Schloss Hartenfels

Torgau2017-

Torgau, die besterhaltene Renaissancestadt Deutschlands, malerisch an der Elbe gelegen, ist an sich schon eine Reise wert. Doch das Sahnehäubchen bildet Schloss Hartenfels, einst Residenz der Kurfürsten, dann militärische Festung und jetzt Hauptsitz des Landratsamts Nordsachsen. Bei der Restaurierung des eindrucksvollen Bauwerks haben Landkreis und Förderer viel Liebe zum Detail bewiesen. Durch den Schlossgraben tapsen wieder drei Braunbären. Die Schlosskapelle, von Martin Luther 1544 als weltweit erster protestantischer Kirchenneubau geweiht, erstrahlt in alter Schönheit. Und der prächtige Wendelstein im Schlosshof zieht die Blicke der Besucher, die auch per Schiff oder auf dem Elberadweg anreisen, geradezu magisch auf sich.

Kurfürst erwacht zum Leben

“Nach der äußeren Sanierung bestand der große Wunsch, das Schloss auch von innen erlebbar zu machen”, – so der Landrat Kai Emanuel. “Das ist gelungen. Inzwischen können wir stets drei Ausstellungen unterschiedlichster Art anbieten.” Auf Dauer angelegt ist Standfest. Bibelfest. Trinkfest. in den kurfürstlichen Gemächern.

Weil von deren Originaleinrichtung nichts geblieben ist, lassen Projektionen das einstige Ambiente nachempfinden. Aufwendig animiert erwachen der letzte Ernestiner Kurfürst Johann Friedrich der Großmütige und seine Gemahlin Sibylle zum Leben. Mit multimedialer Technik von heute erhält der Besucher einen Einblick in das höfische Leben von damals. Ein museal einzigartiges Erlebnis, geeignet für die ganze Familie.

Informationen zu Torgau

www.schloss-hartenfels.de

Schlösser und Burgen

Burgerlebnismuseum auf der Cadolzburg

Cadolzburg (28)

In der Tat, die Cadolzburg liegt inmitten des kleinen beschaulichen Ortes. Linkerhand befindet sich das Infozentrum und der Rundgang beginnt. Doch zuerst noch über eine Brücke in den Innenhof, der uns sofort gefangen nimmt. Unsere Zeitreise beginnt sodann. Denn das ist auf der Cadolzburg möglich.  Es ist das erste Burgerlebnismuseum in Deutschland. Mit einer Datenbrille kann man  „live“ bei einem spätmittelalterlichen Turnier dabei sein. Dieses virtuelle Erlebnis ist erstmals in einem deutschen Museum mit historischer Themenstellung zu erleben. Bedauerlicherweise war die Datenbrille bei unserem Besuch defekt.

Blick auf die Cadolzburg, Foto: D.Weirauch
Blick auf die Cadolzburg, Foto: D.Weirauch

Geschichte der Hohenzollern

Es gibt eine Menge zu erleben auf der Cadolzburg. So erklärt die Ausstellung „HerrschaftsZeiten! Erlebnis Cadolzburg“ anschaulich, wie die Hohenzollern vor 600 Jahren in Franken und Brandenburg regiert und gelebt haben. Interaktive Medienstationen, Originalobjekte sowie aufwändige Reproduktionen machen die Blütezeit der Burg im 14. und 15. Jahrhundert für die Besucher lebendig.

Cadolzburg ist neue Attraktion in Franken

Fast 37 Millionen Euro wurden in den Wiederaufbau der Cadolzburg investiert. Sie ist nichjt nur in Franken eine Attraktion, sonder auch ein Highlight an der Burgenstraße, die durch die Landschaften des Neckartals, der Fränkischen Schweiz, des Frankenwaldes und des Fichtelgebirges bis nach Böhmen führt. Die Touristikroute gewährt Reisenden einen historischen Einblick in Mittelalter, Barock und Klassizismus.

Die Skulptur „Die Feder siegt über das Schwert“ vor der Cadolzburg, Foto: D.Weirauch
Die Skulptur „Die Feder siegt über das Schwert“ vor der Cadolzburg, Foto: D.Weirauch

Dass das Konzept der Museumsmacher um Dr.  Sebastian Karnatz und Uta Piereth aufgeht, zeigen die hohen Besucherzahlen allein in den ersten beiden Wochen nach Ausstellungseröffnung: Mehr als 10.000 Besucher besuchten das Mitmach-Museum.

Beliebtes Mitmachmuseum von Anfang an

Damit gibt es nun – nach dem Deutschen Burgenmuseum auf der Veste Heldburg in der Nähe von Coburg – mit der Cadolzburg eine weitere, spannende Anlaufstelle für historisch interessierte Gäste.

Mit der 3D-Brille durch die Cadolzburg Foto: Jörg Rofeld/ Bayerische Schlösserverwaltung
Mit der 3D-Brille durch die Cadolzburg Foto: Jörg Rofeld/ Bayerische Schlösserverwaltung
Neben Vido- gibt es auch Hörstationen auf der Cadolzburg, Foto: D.Weirauch
Neben Vido- gibt es auch Hörstationen auf der Cadolzburg, Foto: D.Weirauch

Kurz zur Geschichte: Der Markt Cadolzburg gelangte um das Jahr 1250 in den Besitz der hohenzollerschen Burggrafen zu Nürnberg.  Warum blieben die Burggrafen nicht einfach in Nürnberg? Der Grund liegt in der schwierigen Machtkonstellation innerhalb des Stadtgebietes. Nürnberg war damals eine aufstrebende und immer mächtiger werdende freie Reichsstadt.

Eindrucksvoll wird die Baugeschichte der Cadolzburg erläutert. Foto: d.Weirauch
Eindrucksvoll wird die Baugeschichte der Cadolzburg erläutert. Foto: d.Weirauch

Damit stellte sie für die Hohenzollern, die nur über wenig Land und zugesicherte Rechte in und um die Stadt verfügen, eine Herrschaftskonkurrenz dar.Aus dieser Zeit stammen auch die ältesten Teile der Burg. Im 14. Und 15. Jahrhundert wurde die Burg zum Zentrum ihrer Herrschaft in Franken. Die  Cadolzburg blieb über 200 Jahre lang bevorzugter Wohnsitz der fränkischen Hohenzollern und empfing Fürsten, Könige und Kaiser als Gäste.

In Workshops mit dem Steinmetzmeister Christoph Bücker können Sie ein altes Handwerk neu erleben. Foto: Bayerische Schlösserverwaltung.
In Workshops mit dem Steinmetzmeister Christoph Bücker können Besucher ein altes Handwerk neu erleben. Foto: Bayerische Schlösserverwaltung.

Der Niedergang der Cadolzburg gipfelte im Verlassen der Burg Ende des 18. Jahrhunderts. Ende des Zweiten Weltkrieges fiel die Burg einem Artilleriebeschuss zum Opfer und brannte nahezu völlig aus.  Erst im Jahr 1982 wurde mit dem Wiederaufbau begonnen.

Das Neue Schloss mit dem neuen Treppenanbau des Architekturbüros Claus + Forster,
Das Neue Schloss mit dem neuen Treppenanbau des Architekturbüros Claus + Forster,Foto: D.Weirauch
In der Burgküche mit dem Ochsenschlot genannten Abzug duftet es nach Ochsenbraten. Damnk Duftpatrone. Foto: D.Weirauch
In der Burgküche mit dem Ochsenschlot genannten Abzug duftet es nach Ochsenbraten. Damnk Duftpatrone. Foto: D.Weirauch

Das nun eröffnete Erlebnismuseum lässt das alte Leben auf der Burg in neuem Licht erstrahlen und gibt vor allem einen umfassenden Überblick über die Herrschaft der Hohenzollern.

Informationen zur Cadolzburg

  • Adresse: Burg Cadolzburg, 90556 Cadolzburg, Tel. 09103 70086 – 22/21
  • Mail: burg-cadolzburg@bsv.bayern.de
  • Internet: www.burg-cadolzburg.de
  • Ö­ffnngszeiten:
  • April – September: 9.00 – 18.00 Uhr
  • Oktober – März: 10.00 – 16.00 Uhr
  • Montags geschlossen
  • Eintrittspreise:
  • 7,- Euro regulär · ermäßigt 6,- Euro
    (inklusive Multimediaguide)
  • Kombiticket
    Cadolzburg + Kaiserburg Nürnberg
    12,- Euro regulär · 10,- Euro ermäßigt
  • Kombiticket
    Cadolzburg + Historisches Museum Cadolzburg
    8,50 Euro regulär · 6,50 Euro ermäßigt
  • Burggarten: Eintritt frei

  • Freier und ermäßigter Eintritt
  • Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr erhalten freien Eintritt.
  • Regelmäßig stattfindende Führungen
  • „HerrschaftsZeiten – Die Cadolzburg im Spätmittelalter“ (75 Minuten)
    Wann: Samstag 11 und 14 Uhr · Sonntag 11 Uhr
    Kosten: 2,- Euro pro Person + Eintritt
  • Familienführung
    „HerrschaftsZeiten – So lebten die Hohenzollern auf der Cadolzburg“
     (75 Minuten)
    Wann: Sonntag 14 Uhr
    Kosten: 2,- Euro pro Kind; Erwachsene benötigen lediglich eine Eintrittskarte.

Die Recherche in Franken wurde unterstützt von Franken Tourismus.

Festtagsschmaus und Einheitsbrei

In seiner aktuellen Sonderausstellung widmet sich das Historische Museum Cadolzburg dem Thema „Festtagsschmaus und Einheitsbrei“. Bis zum 5. Mai 2019 zeigt sie, welche Faktoren bestimmen, was in einer Gesellschaft gegessen und getrunken wird. So definieren unterschiedliche Ernährungsweisen sozialen Status und kulturelle Zugehörigkeit, historische Entwicklungen und gesellschaftliche Zustände schlagen sich ebenfalls im Speiseplan nieder. Die Ausstellung zeigt diese komplexen Beziehungen und Bedingungen konkret am kulinarischen Raum Franken. Sie gibt einen Überblick über wechselnde Ernährungssituationen in verschiedenen zeitlichen Epochen und sozialen Schichten – selbstverständlich nimmt sie auch die fränkischen Klassiker Kloß, Bratwurst und Lebkuchen in den historisch-kulturellen Blick (www.museum-cadolzburg.de).

Hier weitere Beiträge zu Franken.

Weitere Informationen/Buchtipps:

Unbedingt lesenswert ist der umfangreiche Katalog zur Geschichte der Cadolzburg als Herrschaftssitz der Fränkischen Zollern im Mittelalter. Bayerische Schlösserverwaltung, Bd. XII; 40 Euro.

sowie von Dr. Sebastian Karnatz: “Burgen, Klöster, Residenzen. Eine Reise zu den Orten der Hohenzollern in Franken”. Verlag ars vivendi, 15 Euro.

Kurator Dr. Sebastian Karnatz hat den Führer zu den Burgen der Hohenzollern verfasst. Foto: D.Weirauch
Kurator Dr. Sebastian Karnatz hat den Führer zu den Burgen der Hohenzollern verfasst. Foto: D.Weirauch

 

Demnächst lesen Sie hier mehr zu weiteren Stationen zu den Hohenzollern in Franken:

+ Plassenburg über Kulmbach mit der Ahnengalerie der Hohenzollern

+ Die Grablege der Hohenzollern im Münster von Heilsbronn

 

error: Content is protected !!