Reise

Ob ‚Wandern, Trekking, Radfahren oder Fernreisen. Wir haben die Reisen meist selbst erlebt oder von Freunden empfohlen bekommen. Schwerpunkt sind die Reiseregionen Deutschland, Italien, Österreich, Schweiz, Polen, Türkei, Mexiko, Ägypten Tschechien und die Niederlande.

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„Stormhiking“ in Island

Stormhiking in IslandStormhiking in Island, Foto: WOW air

Schneeerlebnis garantiert: Derzeit singt jedes Kind hierzulande „Schneeflöckchen, Weißröckchen, wann kommst du geschneit…?“ In Island schaut es da ganz anderes aus. Anfang Dezember wütete der erste große Schneesturm vor Ort und läutete damit die Saison für eine neue Trendsport-Aktivität auf der Insel ein. Eigentlich werden Touren zum Erkunden der Insel bei solchen Wetterlagen abgesagt.

Mit dem Rucksack in den Orkan:

Nun gibt es aber ein Abenteuer, das genau auf solches Wetter wartet. Beim sogenannten „Stormhike“ macht sich der Touren-Anbieter Iceland Expeditions mit seinen Teilnehmern bei mindestens Windstärke fünf auf, um Island mit all seinen Facetten zu erleben. Extreme Wetterwechsel inklusive.

Mit WOW air, der isländischen Low-Cost-Airline, können Abenteuerlustige derzeit bereits ab 69 Euro auf die nordische Insel fliegen und die neue Trendsportart selbst ausprobieren. (Flüge sind unter www.wow-air.de buchbar.)

Wanderung wird bei Sonnenschein abgesagt

Auf Teilnehmer warten starke Winde, Regen, Schnee, Schneeregen und -sturm und das im besten Fall im stetigen Wechsel. Gründe, die dennoch für solch einen Trip sprechen, nennt der Veranstalter Iceland Expeditions: „Wer nach Island reist und das auch noch im Winter, der ist auf Abenteuer aus. Oft werden in der Wintersaison aber Touren und Ausflüge aufgrund ‚ungünstiger‘ Wetterbedingungen abgesagt. Damit es aber dennoch etwas mit dem außergewöhnlichen Naturerlebnis wird, bieten wir die Sturmwanderung an.“ Da das Wetter auf Island so unberechenbar ist – manchmal auch unberechenbar gut – wird kurzfristig entschieden, ob die Tour stattfindet oder nicht.

Ab Windstärke fünf geht es los

Eine Voraussetzung ist eine Mindest-Windgeschwindigkeit der Stärke fünf von insgesamt zwölf, was 36 km/h entspricht. Wenn dies gegeben ist, gehen die Guides mit der Gruppe auf Sturmjagd rund um Reykjavik.

Sturmwanderungen immer beliebter

Die Sturmwanderung beginnt mit einem Besuch der lokalen Search & Rescue Station. Dort gibt es eine Einführung in die High-Tech-Ausrüstung, die Fahrzeuge, die auch zur Rettung von Einheimischen und Touristen verwendet werden, sowie Verhaltensregeln in extremen Wetterlagen. Die Wanderung dauert abhängig von den Bedingungen ungefähr eine Stunde. Kurz vor Ende der Wanderung suchen die Guides gemeinsam mit den Teilnehmern einen windgeschützten Ort in der Natur, um sich mit einem warmen Getränk zu belohnen.

Sicherheit hat höchste Priorität

Für die Veranstalter steht Spaß im Vordergrund, Sicherheit hat aber höchste Priorität. Eine der größten potenziellen Risiken ist hierbei Unterkühlung. Das richtige Outfit ist daher sehr wichtig. Da denken die Isländer nicht anders als die Deutschen: Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung.
Falls Teilnehmer nicht selbst über die richtigen Kleidungsstücke verfügen, verleiht Iceland Expeditions auch die nötige warme Ausstattung.

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Beelitzer Bockwindmühle

Bockwindmühle BeelitzBockwindmühle Beelitz, Foto: D.Weirauch

Am 4. Advent hinaus zur Beelitzer Bockwindmühle. Der Mühlenverein rief und viele kamen. Das Motto lautete “Mama packt die Geschenke ein, Papa und Kind geh’n zum Mühlenverein” war dies für die Beelitzer und ihre Gäste eine der letzten Möglichkeit vor Weihnachten, sich draußen zu einem Plausch bei Glühwein und selbstgebackenen Kuchen  zu treffen.

Bockwindmühle Beelitz

Davon wurde reichlich Gebrauch gemacht. Natürlich waren auch viele Mamas und Omas da.

Oben auf dem Mühlenboden ratterte die Modelleisenbahn und der  auskunftsfreudige Müller und sein Geselle lasen Märchen vor. Der gestiefelte Kater auf dem Arm von Müller Ulrich Hyna begeisterte ebenso wie der Weihnachtsmann, der von hübschen Jungfrauen begleitet wurde und den Kindern Geschenke brachte. Doch zuvor führten sie ein lebendiges Weihnachtsprogramm auf. Bei den Liedern des Beelitzer Karnevalschores sangen viele mit. Glühwein, Mandeln, Nüsse sowie Weihnachtsgebäck boten die Müllersfrauen feil.

Bockwindmühle Beelitz

Begehrt: Mühlenkalender von Felix Körner

Wer Glück hatte, erwischte ein letztes Exemplar des stets begehrten, im Buchhandel und beim Verlag längst ausverkauften Mühlenkalenders des Mannheimer Mühlenfotografen Felix Körner. Zu jedem der stimmungsvollen Aufnahmen gibt Körner Infos zur Mühle. Das Kalenderbild für Juli 2016 ziert die Bockwindmühle Beelitz. U.a. lobt er den rührigen von Wolfgang Trebuth geleiteten Mühlenverein der Beelitzer Bockwindmühle, dem es 2006 gelang, den einst baufälligen Mühlentorso wieder aufzubauen und mit funktionstüchtiger Mühlentechnik zu versehen.

Ostern 2016 an der Bockwindmühle Beelitz

Eins ist sicher. Die Mühlenfans, und nicht nur diese, freuen sich schon auf ein Wiedersehen zu Ostern 2016 an der Bockwindmühle Beelitz an der Trebbiner Straße 72.
Übrigens drehen sich auch in den nächsten Wochen die Flügel der Mühle, denn der Müller und seine Geselle stellen die Jalousienflügel fast täglich nach dem Wind. „Eine Mühle muß arbeiten, sonst ist sie keine richtige Mühle,“ meint Ulrich Hyna. Der Nebeneffekt: das Mehl wird in der Beelitzer Bäckerei Exner zum begehrten Mühlenbrot verbacken.

Hier nun ein kurzes Video:

Gesammelt wird vom Mühlenverein, dem 40 Mitglieder angehören, für ein Mehrzweckgebäude, in dem es dann auch Toiletten geben wird. Die Baugenehmigung dafür wurde jüngst erteilt.  Auf Anfrage führt der Müller auch durch die Bockwindmühle Beelitz. Alle Infos auf der Homepage der  Bockwindmühle Beelitz und hier Infos zu Mühlen im Land Brandenburg.

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Kloster Neuzelle – Barockwunder der Mark

Kloster NeuzelleBlick in das Innere der Klosterkirche von Neuzelle, Foto: D.Weirauch

Um eine Attraktion reicher ist das Kloster Neuzelle geworden. Das sogenannte “Himmlische Theater” wurde in 2015 eröffnet. Kloster Neuzelle – Barockwunder der Mark.

Das Kloster Neuzelle gehört zu den beindruckenden und überraschenden Reisezielen im Land Brandenburg. Mit Stiftskirche St. Marien, Klostergarten und spätgotischem Kreuzgang, 1268 von Markgraf Heinrich dem Erlauchten gegründet, den beiden Barockkirchen und ihren Kunstschätzen sowie dem barocken Klostergarten ist das Kloster Neuzelle touristischer Leuchtturm und Anziehungspunkt der Oderregion und des Landes.

Neuzelle, d (4)

Kloster Neuzelle – Barockwunder der Mark

Die Klosteranlage wird jährlich von 100.000 Gästen besucht. In Neuzelle dreht sich alles um das Kloster, neben mehreren Hotels gibt es eine Klosterbrauerei sowie eine Klosterbrennerei. Aber auch das Geschäft „Die himmlische Schwester“ lädt zum Kaufen und Staunen ein. Durch den Oder-Neiße-Radweg ist Neuzelle gut mit anderen Sehenswürdigkeiten, wie dem Branitzer Park, der Rosenstadt Forst und dem Pückler-Park in Bad Muskau verbunden.

Klostermuseum

Das umfangreich sanierte Klostermuseum des Klosters Neuzelle gibt Einblicke in das Leben der Zisterzienser. Die Anlage gehört zu den größten unzerstörten Klosterensembles in Europa. Rund 50 Millionen Euro kostet das umfangreiche Sanierungsprogramm, das im Jahr 2018 abgeschlossen sein soll. Dann jährt sich die Gründung des Klosters zum 750. Mal. Aufgehoben wurde es erst 1817, zwei Jahre nach dem Wechsel der Niederlausitz von Sachsen zu Preußen. Als einziges Kloster in der Niederlausitz überstand Neuzelle die Reformationszeit als eine katholische Insel in rein protestantisch gewordener Umgebung. Abt Bernardus ließ zwischen 1655 und 1658 die wiederaufgebauten Gebäude von italienischen Künstlern mit Fresken und Stuckaturen versehen. Sein Nachfolger ließ die Klosteranlage im Stil des süddeutschen Barocks umgestalten.

Die prächtige Barockisierung des Gebäudes ließ die Raumstruktur der dreischiffigen Hallenkirche mit ihren eng gesetzten Pfeilern und den schmalen Seitenschiffen jedoch unverändert. Die Neuzeller Klosterkirche ist der bedeutendste Sakralbau der Niederlausitz. Der Besitz des Klosters ging an das staatlich verwaltete Stift Neuzelle über, das 1955 von der DDR aufgelöst wurde. Im Jahre 1996 erfolgte die Wiederbegründung als öffentlich-rechtliche Stiftung des Landes Brandenburg.

Besichtigung der Klosterbrauerei

Für den Besuch in Neuzelle sollte man mehr als einen halben Tag einplanen. Das Klostermuseum hat mehrere Räume, die nach wie vor katholische Kirche wird als „Barockwunder der Mark“ gerühmt.

Dazu kommt die einstige Leutekirche, die heute von der evangelischen Kirche genutzt wird. Auf Voranmeldung kann man die Klosterbrauerei gegenüber dem Klosterteich besichtigen, in der u.a. nach der Brautradition der Zisterzienser Bier gebraut wird. Ebenso lohnt sich ein Besuch der Schnapsbrennerei. Im Klosterhotel an der Bahnhofstraße kann man auch an Seminaren zum Schnapsbrennen teilnehmen.

Klosterbrauerei Neuzelle

Prächtige Klosterkirche

Im Mittelpunkt steht natürlich die Pracht der Klosterkirche. Sie sollte einst alle Sinne der Menschen ansprechen. Bis heute kommen die Besucher ins Staunen. Das liegt nicht zuletzt an den vor die mächtigen Pfeiler gestellten und farbig gestalteten Nebenaltären. Die aus fünf Teilen bestehende Altarreihe wirkt wie eine große Kulisse und verdeckt so den Blick in die Seitenschiffe. So manchem Gast wird es wie mir gehen nach Eintritt in die Kirche: Man fühlt sich von den optischen Eindrücken regelrecht erschlagen. Restaurierungschefin Antje Zimdars-Weigelt verrät ein kleines Geheimnis: Der prächtige Marmor sieht nur wie Marmor aus. In Wirklichkeit handelt es sich nur um Kalkmörtel, der mit Gips, Leim und Farbe überzogen wurde.

Neuzelle, d (5)

Wer von Neuzelle nicht mit dem Rad weiter auf dem Oder-Neiße-Radweg fährt, der kann stündlich die Regionalbahn nach Guben und dann weiter bis Cottbus nutzen.

  • Informationen zum Kloster Neuzelle

  • Internet: | www: www.stift-neuzelle.de, Email: info‎@‎stift-neuzelle.de

  • geöffnet: | katholische Stiftskirche: montags bis freitags von 10 bis 12 und von 13 bis 17 Uhr, Wochenende von 11 bis 16 Uhr
  • Museum:| 3,50 € pro Erwachsener, 2,50 € pro Kind bis 18 Jahre
  • Touriinfo: | Tel.: 033652-8140 Fax.: 033652-8141
  • Brauerei: | www.klosterbrauerei.com

Brennerei: | www.klosterbrennerei.de

Übernachtung: | www.hotel-prinz-albrecht.de

Info: | www.neuzelle.de

TMB: | www.reiseland-brandenburg.de

Hier weitere Informationen zum Kloster Neuzelle auf der Seite des Tourismmusverbandes Seenland Oder- Spree.

Origineller Laden inmitten von Neuzelle, Foto: D.Weirauch

2. Etappe “Oder-Neiße-Radweg”: Forst (Lausitz) – Eisenhüttenstadt

Die zweite Etappe des Brandenburger Teils des Oder-Neiße Radweges, führt über 63 Kilometer von Forst (Lausitz) in der Niederlausitz nach Eisenhüttenstadt. Die Weg führt immer entlang der Neiße. Hinter Guben wird der Zusammenschluss von Oder und Neiße in Ratzdorf erreicht. Kultureller Höhepunkt der Tour ist das “Barockwunder Kloster Neuzelle”, das nur wenige Kilometer vom Oderdeich entfernt, über der Oderaue trohnt.

Länge: 63 Km

Start: Forst (Lausitz)

Ziel: Eisenhüttenstadt

Logo / Wegstreckenzeichen: grünes Dreieck “Oder-Neiße”

Anreise: Ab Berlin Hauptbahnhof mit dem RE2 bis Cottbus. Ab hier weiter mit dem RB46 nach Forst (Lausitz) (ca. 2,5h).

Abreise: Ab Eisenhüttenstadt mit dem RE1 (Brandenburg) bis Berlin Hauptbahnhof (1,5h).

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Eiswelt im Karls Erlebnishof Elstal bei Berlin

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Eiskünstler haben aus mehr als 300 Tonnen Eis, Schnee, Sand und farbigem Eis eine Welt aus „1001 Nacht“ entstehen lassen. Eine Europa-Neuheit, denn eine Kombination aus den Elementen Eis und Sand hat es noch nie gegeben.

Größte Eisskulpturenschau Deutschlands

„Die schönsten Märchen aus 1001 Nacht“ –Eiskalte Höhepunkte zum Staunen, Mitmachen und Spaß haben. Zu sehen gibt es u.a.:  Die wild geschlängelte Eisrutsche „Cobra“ sorgt für unvergesslichen Rutsch-Spaß für Groß und Klein. Im Eis-Labyrinth sind kleine rote Karlchens versteckt – wer alle findet, auf den wartet am Ausgang eine Überraschung.

Eiswelt im Karls Erlebnishof Elstal bei Berlin

An der Eisbar gibt es Erdbeer-Limes und andere „Warmmacher“ aus Eisgläsern, für die kleinen Gäste leckeres Fruchteis.

Karls Eiswelt
Eiswelt in Karls Erlebnis – Dorf Elstal bei Berlin

 

Im Anschluss an die Ausstellung kann man Souvenirs und kleine Andenken erwerben – So kann jeder ein Stück Eiszeit mit nach Hause nehmen. Wer das Erlebnis mit einer Pirouette ausklingen lassen möchte, ist auf der Karls Eislaufbahn gut aufgehoben. Schlittschuhe und Eislaufhilfen können kostenlos im Eiswerk ausgeliehen werden. Die Nutzung der Bahn ist im Eiszeit-Eintritt inklusive. Tipp: Wer mit seiner Doppel-Dauer-Karte beide Eiszeiten in Rövershagen bei Rostock und Elstal bei Berlin besucht, bekommt einen Gutschein für eine Tasse Tee, denn nach -10 Grad wärmt ein heißer Tee am besten.

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  • Karls Eiswelt: Alles auf einen Blick:
  • Wann: bis 31.10.2016, täglich von 9-19 Uhr (letzter Einlass 18.30 Uhr)
    Wo: Karls Erlebnis-Dorf in Elstal, Döberitzer Heide 1, 14641 Elstal
    Eintritt: 8,50 € Erwachsene, 6,50 € Kinder bis 13 Jahre. Gilt als Doppel-Dauer-Karte für beide Eiszeiten von Karls in Elstal und in Rövershagen, gültig für den benannten Zeitraum.
    Anfahrt: Aus Richtung Nord und Süd A 10 (Berliner Ring), Abfahrt 26: Berlin-Spandau, anschließend B5 Richtung Berlin-Spandau/-Zentrum. 2. Ausfahrt: Elstal / Olympisches Dorf
    Öffentliche Verkehrsmittel: RE 4 Berlin Hbf. – Rathenow oder RB 13 Berlin-Spandau – Wustermark, Ausstieg am Bahnhof Elstal. Bus-Linie 668 Bf. Elstal bis Haltestelle „Zum Erlebnis-Dorf“, Buslinie A05 ab Berlin Zoologischer Garten direkt zu Karls Erlebnis-Dorf
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Echternacher Springprozession

Marktplatz von EchternachMarktplatz von Echternach in Luxemburg, Foto: D.Weirauch

Die berühmte Echternacher Springprozession ist ja zum Sprichwort geworden. Was viele nicht wissen: es gibt sie wirklich, und zwar im Mullerthal, Luxemburg. Echternach ist auch Austragungsort eines alljährlichen Musikfestivals im Mai und Juni. Die kleine Stadt Echternach liegt in Luxemburg, an der Grenze zu Deutschland. Echternacher Springprozession

am Dienstag nach Pfingsten

Am bekanntesten ist die Echternacher Springprozession, eine religiöse Prozession, die jedes Jahr am Dienstag nach Pfingsten stattfindet. Die Teilnehmer „springen“ zu Polkamelodien in Reihen durch die malerischen Straßen der Stadt bis zum Grab des Heiligen Willibrord in der Echternacher Basilika. Der Heilige Willibrord, ein irischer Mönch und Missionar, gründete 698 die Benediktinerabtei.

8000 Springer

Die Springprozession hat neben den rund 8000 „Springern“ Zehntausende Zuschauer, die aus vielen Kirchengemeinden Deutschlands sowie Luxemburg und aus den Niederlanden kommen. Und das Einzigartige: sie alle sind an diesem Tag Teil des immateriellen Kulturerbes der Menschheit. Denn seit 2010 hat die UNESCO die Echternacher Springprozession mit diesem Prädikat geadelt.

Die Abteikirche von Echternach, Foto: D.Weirauch
Die Abteikirche von Echternach, Foto: D.Weirauch

Seit über 1000 Jahren gibt es diese Springprozession schon. Die erste bildliche Darstellung der Springprozession stammt aus dem Jahr 1604. In einer kleinen Ausstellung im abteimusuem der romanischen Basilika wird ausführlich auf die Geschichte des farbenfrohen Festes eingegangen. Multimedial inszeniert werden die Handschiften der berühmten Echternacher Schreibschule inszeniert. Das Willibrord-Evangeliar, das der Klostergründer aus England nach Echternach brachte, kann heute in der Pariser Nationalbibliothek bewundert werden.

Ursprünge der Prozession

Wie es zudem eigenartigen Springen kam, ist bis heute nicht geklärt. Es gibt viele Vermutungen von der Nachahmung der Epilepsie (damit man sie nicht wirklich bekommt) bis zum Flagellantentum. Keine der Theorien überzeugt. Im 18. Jahrhundert wurde das Springen von weltlicher und von geistlicher Seite immer wieder kritisiert.

Doch die Echternacher blieben bei ihrem Brauch. Im Mittelalter durften nur Männer an dem Ritual teilnehmen, ab 1801 dann auch Frauen. Bis auf die Zeit der deutschen Besatzung im 2. Weltkrieg fand das Fest immer statt. Heute ist sie eine der bekanntesten Attraktionen im Zwergstaat Luxemburg.

Tanzschritte

Der Tanzschritt ist nirgendwo festgeschrieben. Der sogenannte Echternacher „Pilgerschritt“ – zwei Schritte vor, einer zurück – ist eine Legende, die nicht zutrifft. Spätestens seit den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts springt man nur noch mit seitlichen Schritten vorwärts, abwechselnd nach links und nach rechts.

Bei jedem Schritt bleiben die Springer kurz auf dem jeweiligen Fuß stehen und setzen dann mit dem anderen Fuß zum nächsten Schritt an – immer im Takt des Prozessionsmarsches, so erklärt der Stadtführer. Da die Veranstaltung ehrenamtlich organisiert wird, hat fast jedes Mitglied der Kirchengemeinde eine Aufgabe.

Viele Pilger sind zu beköstigen und der Ablauf minutiös zu organisieren.  Die Prozession beginnt im Hof der einstigen Reichsabtei von Echternach. Dabei stellen sich jeweils fünf Pilger in einer Reihe auf, jeder hält sich an seinem Nachbarn mit Hilfe eines weißen Taschentuchs fest.

Tipp: In Deutschland übernachten

Bekleidet sind die Pilger mit weißem Hemd oder T-Shirt und blauer beziehungsweise schwarzer Hose. Pilgergruppen wechseln sich mit Musikgruppen, darunter viele Musikvereine aus Luxemburg und dem nahen Grenzgebiet, ab. Die Prozession durchquert den Großteil der kleinen Stadt. Endpunkt ist wieder der Marktplatz und die nahe Basilika. Im Inneren kommen die Prozessionsteilnehmer in der Krypta am Grab des Heiligen Willibrord vorbei und sammeln sich dann wieder vor der Kirche.

Kardinäle und Erzbischöfe mit ihrem Hofstaat geben dann in der Stadt das festliche Gepräge ab. Schon deshalb lohnt ein Besuch des Festes. Tipp: Übernachtung möglichst auf deutscher Seite. Denn zur Springprozession sind alle Hotels in Echternach hoffnungslos überbucht. Ein Shuttleverkehr ist eingerichtet. Oder man schließt sich einer Pilgergruppe an, die in einfachen Quartieren wie Sporthallen übernachten.

Ansonsten mein Tipp in Echternach: das 5-Sterne-Hotel Eden au Lac der Familie Bising am Ortsrand. Es hat einen neuen Wellnessbereich mit großzügigen Pool.

Echternach: Infos zum Besuch

Touristinfo: ORT Région Mullerthal, Petite Suisse Luxembourgeoise 10, Hoovelecker Buurchmauer, L-6418 Echternach

Tel.: +352 72 04 57

Internet: www.mullerthal.lu, www.mullerthal-trail.lu

E-Mail: info@mullerthal.lu

Hier weitere Sehenswürdigkeiten in Luxemburg.

 

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Wo die Schiffe über Berge fahren: Oberlandkanal

Schiff wird ueber Land gezogen auf dem Oberlandkanal in Polen, ship carried on landSchiff Land auf dem Oberlandkanal in Polen, Foto: Poln. FVA

Der Oberlandkanal in Masuren sorgt für Überraschungen. Fahrten per Dampfschiff oder Schiffen kann man überall auf der Welt erleben, Fahrten auf Schienen auch. Aber Schiffe, die auf Schienen fahren? So etwas gibt es es nur in Masuren, in Polen. Ich folge einer Empfehlung von Dr. Robert Kempa, den Deutsch sprechenden Tourismusexperten auf der ITB, und mache mich auf die Reise in das Land der Väter und Großeltern. Was ich erlebe übersteigt meine Erwartungen.

Fünf geneigte Ebenen und vier Schleusen

Eine Attraktion sind die mehrstündigen Fahrten mit Ausflugsschiffen auf dem Kanał Ostródzko-Elbląski (deutsch: Oberlandkanal). Mehr als zwei Jahre lang war der Kanal wegen umfangreicher Renovierungsarbeiten geschlossen. Dabei wurden unter anderem die technischen Systeme im Bereich der fünf geneigten Ebenen sowie die vier Schleusen des Kanals erneuert. Bei Buczyniec (Buchwalde) entstand zudem ein sehenswertes Museum.

Schiff auf einem Transportwagen, Oberlaendischer Kanal , Foto: Poland tourismus
Schiff auf einem Transportwagen, Oberlaendischer Kanal , Foto: Poland tourismus

Oberlandkanal Masuren: Es geht in der Frühe los

Schon morgens früh um acht startet der weiße Ausflugsdampfer im Hafen der westmasurischen Kleinstadt Ostróda (Osterode). Elf Stunden dauert die Fahrt in den rund 80 Kilometer entfernten Hafen von Elbląg (Elbing) am Frischen Haff.

Oberlandkanal
Oberlandkanal Foto: Polnisches Fremdenverkehrsamt

So eine Schifffahrt ist ein Erlebnis. Mit einer Geschwindigkeit von etwa acht Kilometern pro Stunde bewegt sich das Pasagierschiff  durch den schmalen, teilweise von dichtem Schilf gesäumten Kanal und über kleinere Seen. Die Passagiere auf dem Oberdeck können die Natur und die Stille genießen, die nur gelegentlich durch das Geschnatter einer Ente unterbrochen wird.

Unwillkürlich muss ich an meine Reise mit dem Schiff „Juno“ in Schweden denken. Nur dass beim schwedischen Götkanal, wie auch beim Canal di midi in Frankreich zahlreiche Schleusen zu überwinden sind. Das ist dann immer mit längeren Wartezeiten verbunden.

Oberlandkanal Foto: Polnisches Fremdenverkehrsamt

Wie es funktioniert?

Dank der Erfindung eines preußischen Ingenieurs recht einfach. Gut sechs Stunden nach dem Start erwartet die Passagiere einer der Höhepunkte der Reise. Bei Buczyniec fährt das Schiff zum ersten Mal über Land. Es schiebt sich über eine unter Wasser befindliche Plattform, wird an den beiden Seitenwänden vertäut, dann setzt sich wie von unsichtbarer Hand gesteuert ein Räderwerk in Bewegung. Ein dickes Stahlseil zieht die achträdrige Plattform eine Anhöhe herauf und Stück für Stück gelangt das ganz Schiff aus dem Wasser. Ist der Gipfel erreicht, geht es Huckepack auf Schienen den steilen, mit Gras bewachsenen Abhang hinunter.

Oberlandkanal Foto: Polnisches Fremdenverkehrsamt
Oberlandkanal Foto: Polnisches Fremdenverkehrsamt

Höhenunterschied von 100 Metern

Wer an Bord sein Bier noch nicht ausgetrunken hat, sollte das Glas sicherheitshalber festhalten. Unten gleitet das Gefährt sanft ins Wasser, bis sich das Schiff von der Plattform abhebt. Dann werden die Taue gelöst und der Dampfer setzt seine Fahrt selbstständig fort. Insgesamt fünf geneigte Ebenen gibt es. Sie gleichen auf einer Länge von zehn Kilometern einen Höhenunterschied von fast 100 Metern aus. Mehr als 30 Schleusen wären erforderlich, um den gleichen Effekt zu erzielen.

Diese Schiffe sind auf dem Oberlandkanal unterwegs
Diese Schiffe sind auf dem Oberlandkanal unterwegs

Atemberaubende Technik aus Uropas Tagen

Am Ufer in Buczyniec können Schaulustige verfolgen, wie der ganze Mechanismus in Bewegung kommt. Über ein Rohr wird Wasser aus dem Kanal auf ein acht Meter großes Wasserrad geleitet, dessen breite Schaufeln je eine Tonne Wasser aufnehmen. Das Wasserrad bewegt ein Endlosseil, das die Plattformen in Fahrt bringt. Ausgedacht hat sich dieses wohl einzigartige Wunderwerk der Technik der Königsberger Ingenieur Georg Jacob Steenke. Schon 1825 entwarf der königlich preußische Baurat Steenke einen ersten Plan für den Oberlandkanal mit den geneigten Ebenen. Ziel war es, den Westen Masurens mit der Ostsee zu verbinden. Mit den Arbeiten wurde 1848 begonnen, 1860 der Kanal offiziell eröffnet. An Steenke erinnert heute ein Gedenkstein, fein restauriert präsentiert dieser sich bei meinem Besuch im Frühjahr 2015. Das System der geneigten Ebenen funktioniert indes noch so wie vor 150 Jahren.

Schiffe auf Schinen, Oberlandkanal Foto: Polnisches Fremdenverkehrsamt
Schiffe auf Schinen, Oberlandkanal Foto: Polnisches Fremdenverkehrsamt

Gedacht war der Kanal ursprünglich, um Güter aus dem Landesinneren zur Ostsee zu transportieren. Die Schiffe luden Holz aus den masurischen Wäldern und landwirtschaftliche Erzeugnisse. Doch bereits 1912 fuhren die letzten Transportschiffe auf der Strecke. Nach dem Ersten Weltkrieg gab es die ersten Fahrten für Touristen auf dem Oberlandkanal.

Vogelschutzreservat Drausensee und Elbing

Doch nicht nur Freunde alter Technik kommen während einer Fahrt über den Oberlandkanal ins Staunen. Wieder auf dem Niveau des Meeresspiegels angekommen, geht die Fahrt über den flachen, mit Seerosen bedeckten Jezioro Druzno (Drausensee) nach Elbląg (Elbing). Der See ist ein bekanntes Vogelschutz-Reservat. Seerosen bedecken zudem große Teile des Sees. An seinem östlichen Ufer fand man bei Ausgrabungen die Reste der legendären frühmittelalterlichen Handelsstadt Truso.

Elbing selbst hat sich in den letzten Jahren herausgeputzt. Ein Stadtrundgang lohnt sich. Bis nach Danzig sind es knapp 1,5 Stunden Autofahrt.

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Fünf Schiffe gehen täglich auf die Schiene

Heute verkehren neben Ausflugsdampfern auch viele Hausboote auf dem Kanal. Mit rund 60.000 Passagieren rechnet die Betreiberfirma  Żegluga Ostródzko-Elbląska pro Jahr, Tendenz steigend. Fünf Ausflugsdampfer mit bis zu 55 Passagieren sollen täglich in beiden Richtungen eingesetzt werden. Die Touren dauern von 8 bis 19 Uhr und kosten umgerechnet rund 30 Euro. Voranmeldung ist unbedingt erforderlich. Eingeschlossen ist der Rücktransport per Bus. Auf Wunsch kann eine Mahlzeit bestellt werden. Auch Fahrten auf Teilstrecken des Kanals sind möglich. Etwa viereinhalb Stunden dauert die Tour von der ersten schiefen Ebene in Buczyniec bis nach Elbląg.

Ideal für Hausboote

Der Kanal ist bei Freizeitkapitänen sehr beliebt. Der Oberlandkanal ist auch wichtig, um von Deutschland aus über Mittellandkanal, Oder, Weichsel und weitere Flüsse bis zu den masurischen Seen zu kommen. Von Duisburg dauert beispielsweise eine Fahrt rund vier Wochen, erzählte mir Helmut, der Reiseleiter.

Bereits seit einigen Jahren hat sich das Hausbootrevier Weichselwerder, zwischen Gdańsk (Danzig) und Elbląg gelegen, zu einem attraktiven Hausboot-Revier entwickelt. Seit 2015 hat auch das deutsche Hausboot-Charterunternehmen Kuhnle-Tours eine Basis in Elbląg und bietet ebenfalls Fahrten auf dem Oberlandkanal an. Ziel der polnischen Denkmalpfleger und Anrainergemeinden ist es, das mehr als 150 Jahre alte technische Denkmal auch auf die Liste des Weltkulturerbes der Unesco bringen.

Infos zum Oberlandkanal

  • Fahrplan: www.zegluga.com.pl
  • Hausboote u.a.: www.zeglugawislana.pl sowie www.kuhnle-tours.de
  • www.polen-hausboote.de
  • www.welcome2masuria.com
  • Touriinfo: Centrum Promocji i Informacji Turystycznej
    www.gizycko.turystyka.pl, ul. Wyzwolenia 2, 11-500 Giżycko
    tel.: +48 87 428 52 65, tel./fax: +48 87 428 57 60, e-mail: infogizycko@post.pl
  • Feriendorf Feriendorf Mamry: www.sealand-travel.com
  • Infos zu Polen: www.polen.travel
  • Polen-Info:| Polnisches Fremdenverkehrsamt, Hohenzollerndamm 151
    14199 Berlin, Telefon: 030 / 210 09 20, Öffnungszeiten: Mo-Fr., 9.00-16.00 Uhr
  • Oberlandkanal Foto: Polnisches Fremdenverkehrsamt

Hier geht es zu weiteren Sehenswürdigkeiten in Polen.