Reise

Ob ‚Wandern, Trekking, Radfahren oder Fernreisen. Wir haben die Reisen meist selbst erlebt oder von Freunden empfohlen bekommen. Schwerpunkt sind die Reiseregionen Deutschland, Italien, Österreich, Schweiz, Polen, Türkei, Mexiko, Ägypten Tschechien und die Niederlande.

Reise

Technikgeschichte: Einzigartige Holländermühle in Straupitz

Mühle in StraupitzMühle in Straupitz, Foto: D.Weirauch

Europas letzte und einzige produzierende “Dreifach-Windmühle” steht in Straupitz im Spreewald, nahe Burg. Die voll funktionsfähige Mühle kann täglich besichtigt werden. Technikgeschichte: Einzigartige Holländermühle in Straupitz

Leinöl aus der Mühle

Sie ist eine Rarität, da sie drei historische Mühlen unter einem Dach vereinigt:  Mahl-, Öl- und Sägemühle. Bis 1964 war die verstaatlichte Mühle in Betrieb, danach verfiel sie. Nach der Wende bemühte sich ein Verein um Klaus Rudolph um die Wiederherstellung und schaffte mit Unterstützung von Förderern wie der Deutschen Stiftung Denkmalschutz,  was zuvor keiner geglaubt hat: 2002 war die Mühle komplett saniert.

Straupitz

Bis zu 30.000 Besucher kommen pro Jahr in das produzierende technische Denkmal.  Derzeit ist Gerd Nowak, ein Nachfahre der einstigen Müllerfamilie, der Chef der Mühle. Die Mühle in dieser backsteinernen Form gibt es seit 1810.  Vorher befand sich dort eine hölzerne Bockwindmühle. Die Kornmühle hat eine Mahlleistung von rund einer Tonne täglich. In der Ölmühle wird auch heute noch Leinöl gepresst. Viele Besucher kommen mehrmals im Jahr, um das frisch gepresste Straupitzer Leinöl in der Mühle zu erwerben. Dem Öl wird eine gesundheitsfördernde Wirkung zugeschrieben. Was macht den Lausitzer stark? “Leinöl und Quark” ist ein Lieblingssatz in der Region.

Mühle in Straupitz

Die Technik der Sägemühle stammt aus dem Jahre 1885. Sie wird nur noch zu Vorführungszwecken angetrieben.  Die als Holländermühle errichtete Mühle ist rund 15 Meter hoch und hat eine Flügelspannweite von 22 Meter. Insgesamt erstreckt sich die Mühle von Straupitz über fünf Etagen.

Schinkels Kirche

Eine weitere Sehenswürdigkeit in Straupitz ist die von Preußens Stararchitekten Karl Friedrich Schinkel, von dem auch in Berlin viele Bauten stammen, im Stil einer altrömischen Basilika errichtete Kirche.  Die in den Jahren 1827-1832 erbaute Kirche ist mit den 40 Meter hohen Doppeltürmen schon von weitem zu sehen.

Straupitz ist zudem ein reizvoller Ausgangspunkt für Wanderungen in die nahegelegene Spreewaldniederung oder für Bootsfahrten Richtung Burg.

  • Infos
  • Adresse: |Mühlenverein Holländermühle e.V. Straupitz, Laasower Str. 11 a, Tel. 035475
  • Info:| https://www.windmuehle-straupitz.de/
  • geöffnet:| Montag 10 – 18 Uhr, Dienstag bis Freitag 9 – 18 Uhr, Samstag u. Sonntag 10 – 18 Uhr
  • TMB: | www.reiseland-brandenburg.de
  • Schinkelkirche in Straupitz, Foto: D.Weirauch
    Schinkelkirche in Straupitz, Foto: D.Weirauch

Hier geht es zum Hotel Seinerzeit in Schlepzig.

Reise

Von der Steinernen Renne zum Brocken

Auf dem Brocken

Bisher kannten wir nur den Aufstieg zum Brocken von Schierke, Torfhaus oder Ilsenburg, den legendären Heinrich-Heine- oder den Goetheweg. Dank der tollen innovativen Webseite Jensunterwegs kennen wir nun auch den abwechlungsreichen Weg vom Waldgasthaus “Steinerne Renne” über den Höllenstieg zum Brockenbett und dann weiter zum mit 1141 Metern höchsten Berg Norddeutschlands. Der Wanderweg lohnt.

Der Berg ruft

Als Ausgangspunkt wählten wir das Waldhotel “Steinerne Renne”, hinter Wernigerode-Hasserode tief im Wald gelegen. Das traditionsreiche Hotel ist in recht gutem Zustand. Von unserem Zimmer hatten wir einen tollen Blick auf den Wasserfall, das Rauschen begleitete uns in den Schlaf.

Leider sind die Wirtsleute mit Wandertipps recht zurückhaltend. Sie erzählen dem Gast schon bei der Begrüßung, dass sie jeden Tag 17 Stunden arbeiten müssen und keine Zeit zum Wandern haben. Schade, etwas mehr Gastfreundschaft hätten wir uns gewünscht. Auch die Küche ist verbesserungsbedürftig.

Leider wurden die bei holidaycheck von anderen Reisenden abgegebenen kritischen Bewertungen zum Service und der Küche in dem Hotel bestätigt. Schade. Aber der Harzer ist von jeher etwas spröde, vielleicht tauen die Menschen bei einem längeren  Ferienaufenthalt etwas auf. Liebenswürdigkeit auf dem zweiten Blick, wie man so sagt. Eine Überraschung hingegen war das Sektfrühstück anlässlich meines Geburtstages. Das verdient Anerkennung.

brockenkuppe_7

Ein Tipp. Vielleicht sollte die Pächterin der “Steinernen Renne” statt weißem Krankenhauskittel einfach traditionelle Harzer Tracht tragen. Die Gäste wären begeistert, denn das Gasthaus könnte unter den besten 3 im Harz firmieren. Es sind immer die sogenannten Kleinigkeiten….

Sehenswert ist hingegen die kleine Ausstellung mit Modelleisenbahnen (vornehmlich Lokomotiven)  im Gastraum. Sie zeichnet den Gastwirt als Hobbyeisenbahner aus. Dafür begleiteten uns bei der Wanderung am nächsten Morgen die Pfiffe der Dampflok der Brockenbahn bis zum Gipfel. Wir stiegen über den bei Wandereren zu Unrecht gefürchteten Höllenstieg durch den Nationalpark Harz bis nach oben….

Reise

Ilsenburg im Harz

Harzalt-155Blick auf Ilsenburg, vom Brocken aus, Foto: D.Weirauch

Von Ilsenburg, der romantischen Kleinstadt am Fuße des Brockens, nur 25 Kilometer von Goslar entfernt gelegen, hatten wir in der Harzreise Heinrich Heines gelesen. Aber das sich heute in dem altehrwürdigen Gasthaus “Zu den Rothen Forellen” eines der wenigen Fünf-Sterne-Hotels in Sachsen-Anhalt verbirgt und mit Rene Bobzin bis vor kurzem der derzeit beste Koch Sachsen-Anhalts am Herd steht, keineswegs vermutet. “Besuchen Sie unbedingt das Ilsetal”, hatte Jörg Steinhäuser den Besuchern am Abend zuvor in der täglich neu aufs Zimmer gelegten “Forellenpost” empfohlen. Steinhäuser ist Chef des Hotels, das seit zehn Jahren im 1803 vom Fürsten zu Stolberg-Wernigerode als “Rothe Forelle” errichteten Gebäude eingerichtet ist. Und er hatte nicht zuviel versprochen. Eine Entdeckungsreise.

Am schmucken Rathaus vorbei führt der Weg zum einstigen Benediktinerkloster auf dem Berg. Der im 11. Jahrhundert errichtete und derzeit sorgsam restaurierte Gebäudekomplex gilt als wichtige Station der Straße der Romanik.

Blick auf Ilsenburg, vom Brocken aus, Foto: D.Weirauch
Blick auf Ilsenburg, vom Brocken aus, Foto: D.Weirauch

Die Reste des in Deutschland einzigartigen Gips-Estrichfußbodens mit wertvollen Inkrustrationen bereiten Historikern noch heute Kopfzerbrechen. Das benachbarte, um 1862 errichtete neoromanische Schloß steht derzeit leer. Rettung ist aber in Sicht. Der Weg führt weiter an dem von den Künstlern Elise und Georg Heinrich Crola im 19. Jahrhundert der Stadt gestifteten Wohnsitz vorbei, viele Berühmtheiten waren zu Gast in der Künstlerkolonie.

Am Nationalparkhaus beginnen geführte Wanderungen entlang des 230 Kilometer umfassenden Wanderwegenetzes rund um die kleine Stadt. Wir haben “Heinrich Heine” im Gepäck und folgen dessen Empfehlung. Kräftig begrüßt uns “Prinzessin Ilse” mit einem glucksenden und freudigen Dahinplätschern. Bei einem Abstecher auf den 150 Meter über dem Flüßchen steil aufragenden Ilsestein, wo die “Prinzessin Ilse” der Sage nach gewohnt haben soll, finden sich noch erkennbare Reste der Burg der Schutzvögte des Klosters. Das auch aus dem Tal sichtbare, gußeiserne 15 Zoll hohe Kreuz wurde 1814 zum Gedenken an die in den Befreiungskriegen Gefallenen von Graf Anton zu Stolberg-Wernigerode aufgestellt. Der Blick vom Ilsestein zum knapp zehn Kilometer Luftlinie entfernten Brockenmassiv ist atemberaubend.

Blick vom Aussichtsreich auf den Brocken, Foto: Plumbohms
Blick vom Aussichtsreich auf den Brocken, Foto: Plumbohms

Aufstieg zum Brocken

Bei Eingeweihten gilt der Aufstieg zum Brocken als Geheimtip. Alle Lebensräume vom Harzrand bis zur Brockenkuppe können ohne den brockentypischen Rummel erlebt werden. Linkerhand ist die Ilse greif- und hörbar, flankiert von prächtigen Rotbuchen. Ab und an entdecken wir knorrige Traubeneichen, darunter Gräser, Moose und Flechten. War da nicht ein Feuersalamander, der sich im Unterholz verkroch? Solche Überraschungen gibt es. Schon hören wir die Ilsefälle, ein Naturschauspiel, von dem Heinrich Heine schwärmte. “Es ist unbeschreibbar, mit welcher Fröhlichkeit, Naivität und Anmut die Ilse sich hinunterstürzt über die abenteuerlich gebildeten Felsstücke, die sich in ihrem Lauf finden, so daß das Wasser hier wild empor zischt oder schäumend überläuft. Wir wandern der plätschernden Ilse folgend zurück ins Tal. Wie einst auch Christian Andersen, der in “Schattenbilder einer Reise” Ilsenburg ein Denkmal setzt, kehren auch wir in das gastliche, heute zur noblen Vereinigung Relais & Châteaux gehörende Landhaus ein. Wie Zar Peter der Große, der 1697 in der Fürst Stolberg Hütte die Kunst des Eisengießens studierte und während seines Aufenthaltes in den “Rothen Forellen” nächtigte.

Der Brocken ist mit 1.141 Metern Höhe der höchste Berg im Harz und in ganz Norddeutschland

Die große Auswahl an Weinen zeugt von Kennerschaft des Restaurantleiters Holger Steffmann, der mit einem 2002er Jahrgang eines Weißburgunder Spätlese vom heimischen Weingut Kirmann in Westerhausen bei Quedlinburg einen Volltreffer landete.

Informationen zu Ilsenburg

Anreise: A 2 bis Braunschweig und dann auf die A 395, über das Dreieck Vienenburg nach Ilsenburg. Mit der Bahn per ICE bis Braunschweig und weiter mit dem Regio bis Ilsenburg.

Hoteltipp: Landhaus “Zu den Rothen Forellen”, Herbstangebot: Vier Übernachtungen inkl. drei Drei-Gang-Menüs für 440 Euro pro Person. Marktplatz 2, 38871 Ilsenburg,  Tel. 039452/93 93, Fax: 039452/93 99, www.rotheforelle.de

Auskunft: Nationalpark-Information Ilsenburg, Tel. 039452/894 94

Tourist-Info Ilsenburg, Tel. 039452/194 33, www.ilsenburg-tourismus.de

Reise

Dampfspektakel in Mildenberg

Könen ist gefragt beim Dampfpflügen in Friedersdorf bei Seelow. Foto: Agrarbildungszentrum Schönbrunn in LandshutEin Ungetüm aus Stahl beim Dampfpflügen in Friedersdorf bei Seelow. Foto: Agrarbildungszentrum Schönbrunn in Landshut Foto: Agrarbildungszentrum Schönbrunn in

Eine Veranstaltung, die kaum zu toppen ist. Das war das 14. Dampfspektakel am Wochenende im Zigeleipark von Mildenberg bei Zehdenick (OHV). Diese Bilder sprechen für sich.

Alles stimmte, das Wetter, die in der Sonne blitzenden Dampfmaschinen, die gute Laune der Aussteller und viele freudig strahlende Gesichter angesichts der fauchenden und vor sich hin stampfenden großen und kleinen Dampfmaschinen.

Attraktionen waren die Dampf-Feuerwehr aus den Niederlanden, das Sägewerk sowie die Dampf-Loren-Eisenbahn. Neben der traditionellen Parade der Dampfmaschinen im ehemals größten Ziegeleirevier Europas gab es den ganzen Tag über Vorführungen.

dampfmobile3

Am 10. und 11. August ist Treckertreff

Im August sehen wir sicher viele Gäste beim Treckertreffen wieder. Das Dampfspektakel hat alle Chancen den mittel- und süddeutschen Treffen dieser Art den Rang ablaufen. Zumindest im Mansfeldmuseum von Hettstedt, einst von meinem Freund Dietmar Carstens für Dampfmodelle aus vielen Ländern initiiert,  sah es in den vergangenen Jahren recht mau aus. Aber Mildenberg, Dresden und Alt Schwerin spielen mittlerweile ganz oben mit. Technik Trumpf aus Opas Tagen ist wieder im Kommen.

Reise

Dampfeisenbahnen im Harz

BrockenbahnNeubaulok der Brockenbahn, Foto: Weirauch
Mit der Harzquerbahn unterwegs
Mit der Harzquerbahn unterwegs, Foto: D.Weirauch

Eine Fahrt mit einer der Harzer Schmalspurbahnen ist ein Erlebnis, das man nicht so schnell vergisst. Die Bähnchen mit den historischen Dampfloks fahren so langsam, dass man die Aussicht richtig genießen kann. Eine besondere Gaudi ist es, auf der Plattform hinter dem letzten Waggon zu stehen und die Landschaft an sich vorbeiziehen zu lassen. Die Bahnen schnaufen und quietschen, manchmal ertönt ein Pfeifen, wenn sie eine Straße, wie in Wernigerode am Westerntor, kreuzen. Und immer wieder lassen die uralten Lokomotiven dichte Rauchschwaden ab. Kein Wunder, dass die Zahl der Schmalspurbahn-Fans groß ist. “Pufferküsser” werden die Fans der alten Technik gern genannt.

Dampflok der HSB
Dampflok der HSB

Die Harzer Schmalspurbahnen GmbH (HSB) in Wernigerode ist die größte unter den kleinen Bahnen in Deutschland. 140 Kilometer lang ist das  Streckennetz im Harz. Lesen Sie hier die wichtigsten Fakten über die Harzer Bahnen;

 140 Kilometer Streckennetz

Das Streckennetz der Harzer Schmalspurbahnen führt insgesamt durch zwei Landkreise und zwei Bundesländer (Sachsen-Anhalt und Thüringen). Dabei überwinden die Stahlrösser vom tiefsten Punkt in Quedlinburg, 120 Meter über Null, bis zum höchstgelegenen Bahnhof, dem Brockenbahnhof, über 1000 Höhenmeter. Meist sind übers Jahr sieben Dampfloks aus den 50er Jahren laut Fahrplan im Einsatz. Mit den Zügen von Harz-Quer,- Selketal- und Brockenbahn, die mehr als 400 Brücken und Durchlässe über- bzw. durchfahren, erkunden mehr als 1,1 Millionen Gäste jährlich den Harz.

Sa kommt sie: die Dampflok, fast 60 Jahre alt. Foto: Weirauch
Sa kommt sie: die Dampflok, fast 60 Jahre alt. Foto: Weirauch

Dampflok von 1897

Dazu kommen, oft bei Sonderfahrten zu sehen, acht historische Dampfloks. Die älteste, eine Malletlok, stammt aus dem Jahr 1897. Kein deutsches Eisenbahnunternehmen setzt mehr Dampflokomotiven ein als die Harzer Schmalspurbahnen. Unter den anderen Fahrzeugen ist der Triebwagen T3 der ehemaligen Nordhausen-Wernigeröder Eisenbahngesellschaft das älteste betriebsfähige dieselelektrische Eisenbahnfahrzeug Deutschlands. Das Gesamtensemble der HSB steht bereits seit 1972 unter Denkmalschutz. Es ist ein lebendiges Zeugnis für Eisenbahntechnik und Ingenieurkunst.

Wer sich für das Innenleben der Lokomotiven interessiert, dem sei ein Besuch des Bahnbetriebswerkes Westerntor in Wernigerode empfohlen. Dort wird die Technik der Bahnen von engagierten und äußerst fachkundigen Mitarbeitern instandgesetzt. Das Werk liegt direkt am Bahnhof Wernigerode-Westerntor und kann im Rahmen von Führungen besichtigt werden. Dabei geht es auch durch die 70 Meter lange Werkstatthalle. Immer freitags (außer an Feiertagen) und in den Ferien auch mittwochs um 13.45 Uhr starten die Führungen, bei denen man den Bahnen und ihrer historischen Technik sehr nahe kommt. Beitrag: 5, Kinder bis 11 Jahre 3 Euro. Die Teilnehmer erfahren auch viel über die Geschichte der Harzer Schmalspurbahnen.

40 Bahnhöfe

Die Dampfloks der Brockenbahn, der Selketalbahn und der Harzquerbahn fahren täglich nach einem Fahrplan durch den Harz. Dabei werden über 40 Bahnhöfe und Haltestellen im Harz und auf dem Brocken angefahren.

Am 7. August 1887 fuhr der erste Zug der Selketalbahn von Gernrode nach Mägdesprung. Zehn Jahre später wurde zwischen Nordhausen und Ilfeld die Strecke der Harzquerbahn freigegeben und 1899 fuhren erstmals Dampfzüge auf den Brocken. Ab 1961 war mit den Brockenfahrten für fast 40 Jahre Schluss.

Hoch auf den Brocken

Seit Juli 1992 verkehren Züge auch wieder auf den Brocken, dem mit 1141 Metern höchsten Gipfel Norddeutschlands. Die Fahrt ist spannend, nicht nur für Eisenbahnfreunde.

Von Wernigerode oder Nordhausen aus kann man mit der Harzquerbahn bis zum Bahnhof Drei Annen Hohne fahren. Von dort aus geht es dann in fast einstündiger Fahrt durch tiefe Wälder und mehrere Serpentinen hinauf zum Brocken. Nächster Bahnhof ist Schierke auf 685 Metern Höhe, bevor nach fast 20 Kilometern der Bahnhof Brocken erreicht wird.

Die 700 PS starken Dampfrösser leisten dabei Schwerstarbeit. Denn die Loks kommen als reine Adhäsionsbahnen (Reibungsbahnen) ohne Zahnräder oder ähnliche Hilfsmittel aus. Der schnellste Zug benötigt 49 Minuten zum Gipfel.

 Zur Brocken-Rockoper

Seit 2006 sind die Harzer Schmalspurbahnen auch im Event-Bereich aktiv. Highlight ist dabei das Musik-Spektakel „Faust – Die Rockoper auf dem Brocken“ (Infos, Tickets und Termine unter dem blau unterlegten Link). Bei dem Event werden die Zuschauer mit thematischen Sonderzügen, die selbst schon ein besonderes Erlebnis sind, zum Aufführungsort befördert.

Reizvolles Erlebnis: eine Winterfahrt

Auch im Winter ist eine Bahnfahrt im schneereichen Oberharz von besonderem Reiz. Dem Reisenden bieten sich tiefverschneite Tannenwälder, schneeverwehte Hochflächen, und bei klarer Bergluft am Brocken lässt sich ein phantastischer Ausblick ins weite Land genießen. Das Brockenplateau bietet mit Hexenklause im Brockenhotel und den Ausstellungen im Brockenhaus Abwechslung für den mehrstündigen Aufenthalt. Für die Brockenstrecke gilt ein einheitlicher Fahrpreis: Egal von welcher Station die Fahrt auf den Brocken startet, kostet die einfache Fahrt für einen Erwachsenen 24 Euro und die Hin- und Rückfahrt 37 Euro. Kinder von 6 bis 11 Jahren bezahlen auf der Brockenstrecke die Hälfte und jüngere Kinder sind von der Zahlung befreit.

Ehrenlokführer

Wie bei der Mansfelder Bergwerksbahn oder dem Rasenden Roland auf der Insel Rügen können Interessierte auch bei den Harzer Schmalspurbahnen mit den Dampfloks mitfahren. Aus anfänglichen Führerstandsmitfahrten sind mittlerweile begehrte Events geworden. Eine 13 Tage dauernde Ausbildung zum Ehrenlokführer kostet 1299 Euro. Der Schnupperkurs für drei Tage kann für 399 Euro gebucht werden. Ein Dampftag auf der Selketalbahn kostet 149 Euro. Infos finden Sie auf der Seite www.hsb-wr.de. Viele der Ehrenlokführer sind so begeistert, dass sie immer wieder zu Fahrten in den Harz zurückkehren Mittlerweile gibt es eine bundesweit gut vernetzte Vereinigung der Ehrenlokführer.

Harzer Schmalspurbahnen – Informationen

HSB im Internet: www.hsb-wr.de (mit Infos über Streckennetz und Fahrzeiten)

Telefoninfo: 03943/ 558-0

Eisenbahnnostalgie: www.bahnnostalgie-deutschland.de/taegliche_fahrten/

HSB: weltweit einmalig

Mit  25 Dampflokomotiven, davon derzeit sechzehn betriebsfähigen, wird die HSB dabei die weltweit letzte „Hochburg“ bilden und dadurch noch intensiver als bislang eine Botschafterrolle für die Harzregion übernehmen.

Anreise in die Orte des Nationalparks auch mit Fahrtziel Natur. Einen Hoteltipp (in Bad Harzburg) finden Sie hier: Das Plumbohms.

Hier weitere Tipps für den Harz.

Hier meine Brockenwanderung.

Reise

Brockenbahn: Mit Dampf im Kessel auf schmaler Spur

Harz (1)

Einer Erlebnisfahrt in die Natur kommt eine Fahrt mit der schnaufenden Brockenbahn gleich. Sie erinnert an Kindheitstage. Ich war gerade fünf Jahre alt, als meine Eltern mich mit auf den den höchsten Berg des Harzes nahmen. Nach der Grenzziehung 1961 war die Strecke tabu, die Brockenbahn hatte ihren Betrieb eingestellt.

Brockenbahn verkehrt wieder seit 1992

Seit Juli 1992 verkehren Züge auch wieder auf den wetterumtosten Brocken, dem mit 1141 Metern höchsten Gipfel Norddeutschlands. Das ist ein schönes Stück Arbeit für die rund 700 PS starken Dampfrösser. Sie kommen als reine Adhäsionsbahnen (Reibungsbahnen) ohne Zahnräder oder ähnliche Hilfsmittel aus. Von Wernigerode oder Nordhausen aus kann man mit der Harzquerbahn bis zum Bahnhof Drei Annen Hohne fahren. Von dort aus geht es dann in fast einstündiger Fahrt durch tiefe Wälder und mehrere Serpentinen hinauf zum Brocken. Nächster Bahnhof ist Schierke auf 685 Metern Höhe, bevor nach fast 20 Kilometern auf 1125 Metern der Bahnhof Brocken erreicht wird. Die Reisenden erleben bei der Anfahrt ein überwältigendes Panorama des Nationalparks Hochharz.

Auch im Winter ist eine Bahnfahrt im schneereichen Oberharz von besonderem Reiz. Dem Reisenden bieten sich tiefverschneite Tannenwälder, schneeverwehte Hochflächen, und bei klarer Bergluft am Brocken lässt sich ein phantastischer Ausblick ins weite Land genießen. Das Brockenplateau bietet mit Hexenklause im Brockenhotel und den Ausstellungen im Brockenhaus Abwechslung für den mehrstündigen Aufenthalt.

 Auf dem Brocken

Erste Fahrt war im Jahr 1899

Der erste Zug fuhr bereits 1899 auf den Brocken. In der Regel bedienen derzeit sieben Dampfloks der Harzer Schmalspurbahnen (HSB) aus den 1950er Jahren den fahrplanmäßigen Zugbetrieb im ganzen Jahr. Von besonderer Kostbarkeit sind die acht historischen Dampfloks. Die älteste, eine Malletlok, stammt aus dem Jahr 1897. Eine andere Lok wurde 1939 gebaut.

Auch im Winter auf den Brocken

Im Winter fahren zum Brocken maximal sechs Zugpaare am Tag. Davon werden vier von und nach Wernigerode durchgebunden. Im Sommer ist der Verkehr auf täglich elf Zugpaare verdichtet. Der schnellste Zug benötigt 49 Minuten zum Gipfel. Die Harzer Schmalspurbahnen mit Sitz in Wernigerode betreiben das mit 140 Kilometern längste zusammenhängende Schmalspurstreckennetz in Deutschland. Mehr als 1,2 Millionen Gäste sind jährlich mit den teilweise historischen Dampfzügen unterwegs. Wanderer freuen sich über den Anblick der altmodischen Bahn, die immer wieder laut pfeifend ihre Durchfahrt ankündigt.

Mit der Harzquerbahn unterwegs
Mit der Harzquerbahn unterwegs

Brockenbahn – Verbindungen

Verbindungen gibt es im Schnitt etwa einmal pro Stunde ab Wernigerode (Stationen: Wernigerode Westerntor, Wernigerode Hochschule Harz, Wernigerode – Hasserode, Steinerne Renne, Drei Annen Hohne, Schierke, Brocken), Fahrplan der Harzer Schmalspurbahnen (gültig bis 1. November 2015) unter dem blau unterlegten Link.

Informationen zur Brockenbahn:

  • Fahrkarten:  Brockentarif (gilt von allen Stationen der HSB): einfache Fahrt 24, Hin- und Rückfahrt 37 Euro, Kinder bis 11 J. 12/18,50 Euro (Stand: Juli 2015), Sitzplatzreservierung für Gruppen ab 10 Personen: Tel. 03943/558153 oder kundenservice@hsb-wr.de
  • Brockenbahn und Harzer Schmalspurbahnen im Internet: www.hsb-wr.de

Hier finden Sie weitere Reisetipps für den Harz

Blick vom Brocken auf Wernigerode, Foto: D.Weirauchp
Blick vom Brocken auf Wernigerode, Foto: D.Weirauchp
error: Content is protected !!