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Ob ‚Wandern, Trekking, Radfahren oder Fernreisen. Wir haben die Reisen meist selbst erlebt oder von Freunden empfohlen bekommen. Schwerpunkt sind die Reiseregionen Deutschland, Italien, Österreich, Schweiz, Polen, Türkei, Mexiko, Ägypten Tschechien und die Niederlande.

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Die neue Grimmwelt in Kassel

Grimmuseum Kassel Foto: Weirauch

Die Märchen der Brüder Grimm sind weltberühmt. Wohl jeder verbindet damit Erinnerungen, die in seine Kindheit zurückreichen. Doch nicht nur die Entstehung der berühmten Kinder- und Hausmärchen kann man in der im September 2015 in Kassel eröffneten Grimmwelt nachvollziehen. Das architektonisch und inhaltlich herausragende Ausstellungshaus hat Weltformat und lenkt die Aufmerksamkeit der Touristen nicht nur auf Kassel, sondern auf die gesamte GrimmHeimat NordHessen. In der Grimmwelt wird die Bandbreite des gesamten Werks und Wirkens von Jacob und Wilhelm Grimm erlebbar. Denn die berühmten Forscher waren nicht nur Märchensammler, sondern auch Sprachwissenschaftler, Rechtsgelehrte und überzeugte Demokraten. Darüber hinaus standen sie in weltweiten Austausch mit circa 1.400 Personen – ein „Social Network“ mit Feder, Tinte und Papier.

Grimmwelt Kassel: Sprachforscher, Germanisten und Politiker

Auch die spannende Geschichte rund um die Entstehung und Weiterentwicklung des Wörterbuchs der Deutschen Sprache sind in der Grimmwelt Kassel erfahrbar. Die Brüder Grimm waren Sammler, Wissenschaftler, Politiker und Rechtsforscher. Sie gehörten zu den Göttinger Sieben und Jakob Grimm war zudem Mitglied der Frankfurter Paulskirchenversammlung. Der kaum bekannte Bruder Ludwig Emil Grimm war anerkannter Maler und Zeichner sowie wichtiger Chronist.Darüber informiert das mit vielen interaktiven Elementen ausgestattete Museum auf dem Gelände des Kasseler Weinberges. Ein historischer Ort in der documenta-Stadt: Dort befand sich bis zur Zerstörung 1945 die Villa der Industriellenfamilie Hentschel. Das mit Travertin verkleidete Äußere der Grimmwelt nimmt Bezüge dazu auf.

Grimmwelt Kassel

 

Erlebnismuseum auf dem Weinberg

Einen ersten Eindruck vom Umfang des Werkes der Brüder Grimm bekommen die Besucher schon im Eingangsfoyer: In grünen Lettern auf schwarzem Grund strahlt bei der Grimmwelt ein Projektor einige der insgesamt 318.000 Einträge des Deutschen Wörterbuches von Jacob und Wilhelm Grimm auf eine Wand.
Jeder Begriff ist nur kurz zu sehen – dennoch dauert es dem Künstler Ecke Bonk zufolge gut 100 Tage, bis alle Wörter in alphabetischer Reihenfolge über die Wand geflimmert sind.

Blick in die Ausstellung in der Grimmwelt
Blick in die Ausstellung in der Grimmwelt

Begriffe weisen den Weg

In der Grimmwelt weisen Begriffe aus dem Grimm’schen Wörterbuch dem Besucher den Weg durch die als 26 Ausstellungsräume auf 1800 Quadratmetern Fläche. Über jedem der 26 Ausstellungsräume prangt ein in Neonlicht leuchtender Buchstabe, der wiederum für einen Bucheintrag steht – von A wie Ärschlein bis Z wie Zettel. Unter F wie „Froteufel“ – dem letzten Eintrag, den Jacob Grimm vor seinem Tod vollendete – erfährt der Besucher alles über die Entstehungsgeschichte des Wörterbuches. Bei J wie „Ja-Wort“ ist ein Puppen-Theaterstück zu sehen, das die Situation im Haushalt der heiratsunwilligen Grimms parodiert.
Die Sammelleidenschaft gliedert sich in drei Bereiche, die zwar räumlich getrennt, aber immer mit Kunstobjekten verbunden sind: die wissenschaftliche Sprachforschung, die gesammelten Kinder-und Hausmärchen sowie das politische Leben der Brüder Grimm.

Nicht nur für Kinder spannend

Spielerische wie informative Ausstellungsformate und eine immer wieder neugierig machende Gestaltung ermöglichen den Besuchern neue Zugänge zum facettenreichen Werk. Sei es beim Besuch im nachgebauten – spartanischen – Hexenhaus oder in verschiedenen Videoinstallationen, auch Kinder kommen auf ihre Kosten. Ein Dornenwald aus grünen Kunststoffwalzen und die dazugehörige Soundinstallation laden zum Verirren und Lauschen ein. Ein Spiegel beantwortet dem Betrachter die Frage: „Wer ist die Schönste im ganzen Land?“.

Architektur der Grimmwelt

Der treppenförmige Bau der Grimmwelt Kassel fügt sich als begehbare Skulptur in die Topografie des Weinbergs ein. Durch seine besondere Form entstehen im Inneren versetzte Ebenen. Die Dachfläche ist vollständig begehbar und bietet einen Ausblick weit über Kassel hinaus. Der Entwurf der Grimmwelt stammt vom Aachener Architektenteam Kadawittfeld.
Foyer, Restaurant und Terrasse können für Feiern gemietet werden.

Grimmgrimmgrimmp1900125

Das Museum ist recht lebendig

Original-Dokumente sind neben dem Schrank aus dem Nachlass der Grimms ebenso zu sehen wie Werke von documenta-Künstlern. Höhepunkt ist zweifellos eine originale Handausgabe der Grimm’schen „Kinder- und Hausmärchen“, die zum Unesco-Weltdokumentenerbe gehört.

Geschäftsführerin Susanne Völker hofft auf rund 80.000 Besucher im Jahr: Sie verspricht: „Besucher können sich in zauberhafte Märchenwelten begeben, in die Welt der Sprache eintauchen und anhand wertvoller Objekte, interaktiver Angebote und vielfältiger Kunstwerke die gesamte Bandbreite des Grimm’schen Schaffens erleben.“

Die Grimmwelt ist Höhepunkt der speziellen von Kassel Marketing angebotenen Stadtführungen  auf den Spuren der Brüder Grimm.

Sonderschauen in der Grimmwelt

Regelmäßig wird es Sonderausstellungen in der Grimmwelt Kassel geben. So beleuchtet ab 9. Oktober  2015 „Im Dickicht der Haare“ das Phänomen „HAARE“ vielschichtig. Dem Eintrag „Haar“ sind im Grimm’schen Wörterbuch mehr als 200 Begriffe zugeordnet. Auch in Märchen spielen Haare eine Rolle. Ob als Bestandteil des alltäglichen Lebens oder magisches Element, Kunstobjekt oder Objekt der Begierde, ob geschmeidig oder widerspenstig.

Die Grimmwelt Kassel befindet sich direkt neben dem Museum für Sepulkralkultur (die Kultur des Todes), dem einzigen Museum dieser Art in Deutschland.

Grimmwelt Kassel – Informationen

  • Adresse: Grimmwelt Kassel GmbH, Weinbergstraße 21, 34117 Kassel
  • Geöffnet: Di. – So.: 10 – 18 Uhr, Frei.: 10 – 20 Uhr, Mo. geschlossen
  • Eintritt: 8, ermäßigt 6 Euro
  • Anreise zur Grimmwelt: mit dem Auto über A7, A5 oder  A4 oder dem ICE bis Bhf. Kassel-Wilhelmshöhe, Grimmwelt liegt in einer Gartendenkmal-Zone, deshalb wird die Anreise mit ÖPNV empfohlen, ausgeschilderte Fußwege ab Tiefgarage Friedrichsplatz (ca. 10 Minuten)
  • Tel.: 0561/5986190
  • Mail: info@grimmwelt.de
  • Internet: grimmwelt.de
  • Restaurant: „Falada“, geöffnet wie Grimmwelt
  • Kassel-Stadtinfo: kassel-marketing.de
  • Infos zur MeineCardPlus: www.meinecardplus.de
  • Was ist die GrimmHeimat NordHessen ?

    Die GrimmHeimat NordHessen ist eine Urlaubsregion mit jährlich rund 7,4 Millionen Übernachtungs- und 40 Millionen Tagesgästen. Von Bad Karlshafen im Norden bis Bad Hersfeld im Süden, von Eschwege im Osten bis Willingen im Westen reicht das Gebiet, das fünf nordhessische Landkreise und die kreisfreie Stadt Kassel einschließt. Die Region versteht sich als Heimat der Brüder Grimm, denn die beiden Sprachgelehrten haben hier den größten Teil ihres Lebens verbracht und ihre weltberühmten Märchen gesammelt. Die sanfte, waldreiche Mittelgebirgsregion mit ihren zahlreichen Flüssen und Seen, den romantischen Schlössern und Burgen und den zauberhaften Fachwerkstätten ist mit über 1.200 Kilometern an zertifizierten Wanderwegen und vielen erstklassigen Bahn- und Flussradwegen ein Paradies für Aktivurlauber und Naturliebhaber. Mit ihrer Lage im Herzen Deutschlands ist die GrimmHeimat NordHessen ein ideales Reiseziel für Kurzurlauber.

    GrimmHeimat Nordhessen: Ständeplatz 13, 34117 Kassel, Tel: 0561/97062 248, www.grimmheimat.de

Reise

Auf den Spuren des Reformators Jan Hus in Prag

 

Jan-husp1770393-958x619Jan Hus in Prag – Stätten seines Wirkens

Wirken: Vordenker und Wegbereiter der Reformation

Prag: Denkmal und Museum für Jan Hus

Der Theologe und Reformator Jan Hus (1369-1415) hinterließ nicht nur in Böhmen und in Konstanz am Bodensee seine Spuren. Vor allem in Prag wird an das Wirken des berühmten Reformators erinnert.

Wir stellen einige Orte vor, an denen in Prag an Jan Hus erinnert wird.

Jan Hus in Prag: Bethlehemskapelle in der Altstadt

Ab etwa 1402 sind erste Predigten von Jan Hus in der Bethlehemskapelle in der Prager Altstadt verbürgt. 1400 wurde er zum Priester geweiht. Er war sehr beliebt, denn Jan Hus sprach so, dass man ihn verstand. Was er sagte, berührte die Herzen seiner Zuhörer und veränderte ihre Sicht aufs Leben. Die 1391 errichtete Bethlehemskapelle gehört zu einem größeren Klosterkomplex.

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Mit seinen mitreißenden Predigten in der Muttersprache der tschechischen Bevölkerung Prags erreichte Jan Hus viele Menschen. Bis zu 3000 Gläubige sollen seinen Predigten in der Bethlehemskapelle gelauscht haben. Hus kritisierte die Missstände in der Kirche seiner Zeit. (geöffnet: tgl. 10 – 18.30 Uhr)

Prediger gegen den Ablass

Nach dem damals vorherrschenden Glauben gelangten nur reine Seelen direkt in den Himmel. Die anderen erlitten dagegen Qualen im Fegefeuer. Die Kirche versuchte, den Gläubigen Angst einzujagen, damit sie für ihr Seelenheil gegen Geld einen Ablass erwarben. Der Ablass sollte verhindern, dass die Gläubigen im Fegefeuer landeten.

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Am 9. März 1410 erließ Papst Alexander V. eine Bulle gegen Hus. Aber der predigte trotz Predigtverbots unter großer Zustimmung der Prager weiter an der Bethlehemskapelle. 1412 mußte Jan Hus Prag verlassen. Sein Schicksal ist bekannt. Da Hus seine Ansichten nicht widerrief, wurde er am 6. Juli 1415 vom Konzil in Konstanz zum Tode verurteilt. Er wurde auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Damit löste die Kirche den ersten Prager Fenstersturz (1419) und die Hussitenaufstände aus.

Wiederaufbau in den 50er Jahren

Im Jahr 1786 wurde die Bethlehemskapelle zerstört und erst in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts auf Resten des ursprünglichen Fundamentes wiedererrichtet. Im der Kapelle gegenüberliegenden Haus der einstigen Predigerwohnung kann man sich umfangreich über das Wirken von Jan Hus in Prag informieren. Im Prinzip ist die jetzige Bethlehemskapelle ein Neubau, einzig die Tür, durch welche Hus die Kanzel betreten haben soll, ist im Original erhalten. Heute dient der große Raum als feierliche Aula der Prager Technischen Universität. (Adresse: Betlémské námestí 255/4, Praha 1)

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Rathaus und Altstädter Ring

Nicht weit entfernt von der Bethlehemkapelle kommt man auf dem Altstädter Ring. Das historische Altstädtische Rathaus mit der Astronomischen Uhr, die Teynkirche, die Hussitenkirche St. Niklas, das Palais Kinský, das Haus „Zur Steinernen Glocke“ und andere sehenswerte Gebäude umgeben den Platz. Im Mittelpunkt des Altstädter Rings steht das Denkmal für Jan Hus.

Vom Aussichtsturm des Rathauses hat man einen tollen Blick auf den Markt mit dem Jan Hus Denkmal sowie die tschechische Hauptstadt.

Jan Hus Denkmal am Altstädter Ring

Das 1915 vom Bildhauer Ladislav Saloun im Jugendstil errichtete Bronzedenkmal auf dem Altstädter Markt zeigt Jan Hus inmitten mehrerer Personen. Es sind vor allem einstige Vertraute als auch Hussiten sowie Auswanderer aus der Zeit nach der Schlacht auf dem Weißen Berg. Jan Hus richtet seinen Blick hinüber zur Teynkirche.

Teynkirche

1365 begann der Bau der dreischiffigen, gotischen Teynkirche (Týnský chrám). Sie wird auch als „Kirche der Jungfrau Maria vor dem Teyn“ (Kostel Panny Marie před Týnem) genannt. Die beiden ungleichen Türme stammen von Anfang des 16. Jahrhunderts. Das im Innern befindliche sogenannte Prager Taufbecken stammt aus der Zeit des Wirkens von Jan Hus in Prag.

Sehenswert auch das rechts vom Hauptaltar im Jahr 1601 aufgestellte Grabmal des am Hofe des Kaisers Rudolf II. wirkenden dänischen Astronomen Tycho Brahe aus dem Jahr 1601. Über den Altstädter Ring verlief der traditionelle Krönungsweg der böhmischen Könige zum Veitsdom. (Info: Celetná 5, 110 00 Praha 1, Stare Mesto)

Spaziergang zum Teyhof

Der Teyhof gilt als einer der wichtigsten historischen Orte in Prag. Der Gebäudeblock aus dem 11. Jahrhundert ist ein ursprünglicher Kaufmannshof, der auch als Zollstation genutzt wurde. Im Komplex sehenswert ist der Granovský-Palast. Das Ensemble zählt zu den besterhaltendsten Renaissancejuwelen in Prag. Bewundern kann man Graffiti mit Bibelmotiven und Motive der griechischen Mythologie.

Kirche Maria Schnee

Ebenfalls Bezug zur Hussitenbewgeung hat die Kirche Maria Schnee. Zu Beginn des 15. Jahrhundert war die Kirche ein Zentrum des radikalen Flügels der Hussitenbewegung und Wirkungsort des hussitischen Predigers Jan Želivský. Von hier nahm der bewaffnete Marsch zum Neustädter Rathaus 1419 seinen Anfang.

Die später dem Verfall preisgegebene Kirche wurde als Franziskanerkirche wieder aufgebaut und erhielt dadurch ihr heutiges barockes Äußeres. Aus der Erbauungszeit stammt noch ein eindrucksvolles Gewölbe. In dem befindet sich heute die Weinstube „U Františků“.

Karolinum mit Ausstellung zu Jan Hus

Neben der Kirche St. St. Martin sollte man auch das Karolinum besichtigen. Dort ist eine Ausstellung über Jan Hus zu sehen. Tipp. Sehenswert ist die Stadt Tabor, etwa 150 Kilometer von Prag entfernt, einst eine Hochburg der Hussitenbewegung.

Denkmal für Heerführer Jan Žižka

Zizka besiegte bereits 1420 das kaiserliche Kreuzfahrerheer am Vitkov-Berg in Prag. Auf dem Veitsberg (Vítkov) in Prag befindet sich das 1950 eingeweihte Jan-Žižka-Denkmal. Das neun Meter hohe und 16,5 Tonnen schwere Monument gilt als die größte Bronzestatue der Welt. Zu Ehren Žižkas wurde der Veitsberg in Vrch Žižkov umbenannt und der angrenzende Prager Stadtbezirk trägt heute den Namen Žižkov.

Abendessen in der Brauerei „Zu den drei Rosen“

„U Tří růží“ (Zu drei Rosen) lautet der Name eine in der Nähe des Altstädter Ringes befindlichen historischen Brauereigaststätte. Das legendäre Restaurant „U Tří růží“ befindet sich in der historischen Altstadt Prags. Bis zur Karlsbrücke ist es nicht weit.

Besonders am Abend empfehlenswert ist ein Spaziergang entlang der Moldaupromenade mit Blick zur beleuchteten Prager Burg.

Prag – Informationen

Buchtipp: Michael Bussmann, Gabriele Tröger: Prag, Michael Müller Verlag, 16,90 Euro

Tschechien Infos: www.czechtourism.com

Anreise:  u.a. mit meinfernbus.de

Übernachtung: u.a. Hotel Duo, Teplická 492, 190 00 Praha 9, Tel.: +420 266 131 111, E-mail: info@hotelduo.cz

 

 

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Von Berlin nach Stettin für 10 Euro

Stettin Rund um den Altmarkt von Stettin entstand eine  Häuserreihe komplett neu. Foto: D.WeirauchRund um den Altmarkt entstand eine Häuserreihe komplett neu. Foto: D.Weirauch

Stettin ist so etwas wie die Vorstadt von Berlin… Früher gab es ja mal einen Stettiner Bahnhof in Berlin, heute fahren die Züge vom Bahnhof-Gesundbrunnen ab. Wenn wir heute nach Stettin fahren, dann auch meist mit dem Zug. Die Fahrzeit für die 150 Kilometer Strecke beträgt in der Regel weniger als zwei Stunden. Leider ist die Strecke nur einspurig und nicht elektrifizoiert. Oftmals muß man in angermünde umsteigen. ansonstgen wäre man schneller in der modernen und weltoffenen Hafenstadt .

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Urlaub im Wohnmobil: die beliebtesten Ziele der Deutschen

1,3 Millionen Wohnmobile und Wohnwagen gibt es in Deutschland. Bewegt wird jedes einzelne jedoch nur 20 Tage im Jahr. Wohin genau hat nun Campanda.de (www.campanda.de), die internationale Buchungsplattform für Wohnmobile und Caravans, ermittelt.

Aus mehreren zehntausend Buchungsanfragen für die Sommerzeit geht ein klarer Trend hervor: Die Camper aus den verschiedenen Bundesländern zieht es in die Himmelsrichtung, in der ihr Bundesland innerhalb Deutschlands liegt. Heimische Gefilde liegen dabei voll im Trend. Insbesondere die Berliner Camper halten nichts davon, in die Ferne zu schweifen: Von allen sechzehn Bundesländern belegen sie – gefolgt von Mecklenburgern und Thüringern – mit ihrer Deutschlandvorliebe Platz eins.

• Berliner bleiben mehrheitlich in Deutschland, Nordlichter zieht es nach Skandinavien

Doch Deutschland konnte auch bei den Campern anderer Bundesländer punkten: Insgesamt entscheidet sich eine relative Mehrheit der Campingurlauber für einen Trip im eigenen Land. Wenn es doch über Grenzen gehen soll, folgen auf der Beliebtheitsskala Skandinavien, die Mittelmeer-Region, Frankreich, die deutschsprachigen Länder Österreich und Schweiz, die Iberische Halbinsel, Großbritannien und Osteuropa.

So begeistern sich mit 52 Prozent vor allem die Camper aus Schleswig-Holstein für Fahrten nach Skandinavien, es folgen mit 42 Prozent die Wohnmobilliebhaber aus Hamburg und mit 38 Prozent die aus Sachsen-Anhalt. Die Bayern steuern auf ihren Campingfahrten mit 36 Prozent bevorzugt die mediterrane Region an, an zweiter Stelle liegt hier mit 26 Prozent Baden-Württemberg.

Frankreich ist bei den Saarländern mit fast 32 Prozent am beliebtesten, doch auch Wohnmobilnutzer aus Rheinland-Pfalz (22 Prozent) und Baden-Württemberg (20 Prozent) fahren gern in Deutschlands Nachbarrepublik, die 1245 Campingplätze zu bieten hat.

• Bayern erobern das Mittelmeer, Saarländer Frankreich

Noch stärker können sich die Bayern aber für Camping in ihren Nachbarländern Österreich und der Schweiz begeistern. Hier belegen sie mit annähernd 29 Prozent den ersten Platz vor Westfalen (17 Prozent) und Württembergern (13 Prozent).

Den stärksten Drang nach Osteuropa aufzubrechen, verspüren indes die Bremer. Immerhin sieben Prozent machen sich in diesem Jahr ins Baltikum auf.
„Berge, Meer und Seen: In Deutschland gibt es vielfältige Landschaften zu entdecken. Was ist dafür besser geeignet als ein Campingurlaub? Wir vermerken ein stetig wachsendes Interesse von Urlaubern, sich selbst auf die Erkundung zu machen, dort an- und innezuhalten, wo es gefällt. Ob mit dem eigenen Mobil oder einem gemieteten.“

Und wohin fahren Sachsen, Brandenburger oder Hessen bevorzugt? Hier zur kompletten Auswertung: https://news.campanda.de/wohnmobil-reiseziele-2015

Über Campanda:

Campanda.de ist die Online-Plattform für die internationale Vermietung von Wohnmobilen. Kunden können aus über 21.000 Freizeitfahrzeugen in 31 Ländern wählen und von zu Hause aus alle angebotenen Modelle auf einen Blick vergleichen. Der Mietpreis für das Wunschmodell – ob klein, groß, luxuriös, komfortabel oder außergewöhnlich – ist dabei mindestens genauso günstig, wie direkt bei den Anbietern. Das Unternehmen wurde im April 2013 von Chris Möller gegründet und hat seinen Sitz in Berlin. Neben Deutschland ist Campanda.de auch in den USA, Frankreich, Österreich und in der Schweiz aktiv.

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Radeln entlang der Burgenstrasse

Welch ein Vergleich:  Wie eine Boa schlängelt sich die Burgenstraße auf 1.200 Kilometer Länge von Mannheim durch den Süden Deutschlands bis nach Prag in Tschechien.  Aktivurlauber können hier – mit historischen Gemäuern im Blick – Wandern, Rad- und Kanufahren.

Aktivurlaub vor historischer Kulisse zwischen Mannheim und Prag

Viele der über 90 Burgen und Schlösser liegen auf Anhöhen über Flüssen wie Neckar, Regnitz und Moldau, von denen die einstigen Besitzer  schon früh erkennen konnten, ob Freund oder Feind in Anmarsch ist. Inzwischen stürmen Urlauber mit Mountain-Bikes und Wanderschuhen die historischen Stätten und legen mit ihren Kanus am Fuße der Burg an. Im neuen Reisemagazin der Burgenstraße, das ab sofort kostenlos erhältlich ist bei der Geschäftsstelle  (Tel. 07131/97350110 oder E-Mail: info@burgenstrasse.de) angefordert werden kann, finden Aktivurlauber Tipps für Radtouren, Wanderrouten und zum Kanu fahren.

Radeln entlang der Burgenstraße

 Wandern, Radeln und Kanu fahren auf der Burgenstraße

Gerade im Neckartal hat man vom Fluss aus einen tollen Blick auf die zahlreichen Burgen am Weg von Heidelberg nach Heilbronn. Eine ungewöhnliche Perspektive bietet eine Kanutour, die beispielsweise von Haßmersheim nach Neckargerach im Canadier 36 Euro kostet. Für die rund 20 Kilometer auf dem Wasser sollte man einen Tag einplanen. Übrigens: Im Langbein-Museum in Hirschhorn führt im Audio-Guide Mark Twain durch das Museum, der auf dem Floß das Neckartal erkundet hat. Im Museum sind genau die ausgestopften Tiere zu sehen, die Twain nachts bei seiner Ankunft in Hirschhorn erschreckt haben.

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Mühlentag: Fahrländer Mühle

Mühle in Fahrland, am Rande von Potsdam, Foto: D.WeirauchMühle in Fahrland, am Rande von Potsdam, Foto: D.Weirauch

Die Historische Mühle von Sanssouci kennt wohl jeder Potsdamer. Aber die Bockwindmühle in Fahrland, einem Ortsteil der Landeshauptstadt ?

 

Für viele Potsdamer war es der wohl erste Besuch in der Bockwindmühle von Fahrland im Norden von Potsdam. Andere wiederum berichteten am heutigen Mühlentag von ihren Erlebnissen, die sie zu DDR-Zeiten in der Mühle hatten.

Mühlenexperte Claus Wartenberg

Mühlenexperte und Ortsbürgermeister Claus Wartenberg führte stündlich durch das technische Denkmal. Und er wusste viel zu berichten. Denn Claus Wartenberg ist von Hause aus Denkmalspfleger. Mühlenbesitzer Günter Watzke freute sich besonders, dass der Oberbürgermeister Jann Jakobs bei seinem Besuch heute Vormittag Hilfe zusagte. Die Mühle braucht jeden Cent.

Rund 200.000 Euro wird die Instandsetzung der in den letzten Jahren arg heruntergekommenen Mühle kosten.

Die meisten der 500 Besucher, die heute die Bockwindmühle besuchten, einte das Gefühl: die neuen Besitzer können es schaffen, dass sichin zwei bis drei Jahren die Windmühlenflügel wieder im Wind drehen können. Der große Vorteil: es gibt viele Zusagen der Hilfe, auch ein Mühlenbauer wurde gefunden und im Innern ist der Großteil des Interieurs noch erhalten.

Es machte Freude, wie die Dorfgemeinschaft heute  rund um die Mühle zusammensaß und fachsimpelte. Mit dabei u.a. der Bürgerverein Fahrland und Umgebung e.V., der Treffpunkt Fahrland e.V., die Freiwillige Feuerwehr Fahrland, die Angelfreunde Fahrland e.V. sowie der Werderaner Weinverein.

Fahrland-watzke

Jahrelang verfiel die Mühle

Günter Watzke hatte die marode Bockwindmühle vor zwei Jahren bei einer Zwangsversteigerung erworben hatte. Aus Leidenschaft – die muss sehr groß sein, denn die Mühle hat gar keine Flügel mehr.

Bockwindmühle von Fahrland am Rande von Potsdam
Bockwindmühle von Fahrland am Rande von Potsdam

Bevor sie wieder in den Wind gedreht werden kann, sind umfangreiche Sicherungsarbeiten notwendig. So soll der Unterbau komplett entkernt und die Mühle als Ganzes einmal angehoben werden. Später folgen dann die Erneuerung der Außenhaut der Bockwindmühle sowie die Restaurierung des Innenlebens mitsamt Mahlwerk. Diverse Teile, wie der sogenannte Hammerbalken, auf dem die Mühlenkonstruktion ruht, muss komplett erneuert werden.

Einst Kulisse für DEFA-Filme

Übrigens, so weiß Watzke, war die Fahrländer Bockwindmühle bis 1968 in Betrieb, danach diente sie als Veranstaltungsort sowie als Kulisse für Filmaufnahmen. So wurde der DEFA-Märchenfilm „Der große und der kleine Klaus“ dort gedreht.

Fahrländer Mühle in den 70er Jahren auf einer Postkarte
Fahrländer Mühle in den 70er Jahren auf einer Postkarte

Weitere Infos gibt es hier auf der Mühlenseite der Fahrländer Mühle

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Gerade erschien ist die 3. Ausgabe der Mühlenzeitschrift Molina.

 

Hier kann die Zeitschrift bestellt werden.

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