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Ob ‚Wandern, Trekking, Radfahren oder Fernreisen. Wir haben die Reisen meist selbst erlebt oder von Freunden empfohlen bekommen. Schwerpunkt sind die Reiseregionen Deutschland, Italien, Österreich, Schweiz, Polen, Türkei, Mexiko, Ägypten Tschechien und die Niederlande.

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Keukenhof und Tulpenblüte

KeukenhofInmitten blühender Blumen: die Holländermühle auf dem Keukenhof, Foto: D. Weirauch

Im Keukenhof in Lisse bei Amsterdam begann am  22. März die 69. Saison. In diesem Jahr sind alle Pflanzungen dem Thema „Blumenromantik“ gewidmet. In dem 32 Hektar großen Park, der bis zum 13. Mai geöffnet ist, sind bereits viele Frühblüher und im Willem-Alexander-Pavillon schon mehr als 500 Sorten blühende Tulpen zu sehen. Keukenhof und Tulpenblüte

Insgesamt wollen mehr als sieben Millionen Tulpen, Hyazinthen und Krokusse bewundert werden – ein ganz besonderes Festival für alle Sinne.

Keukenhof und Tulpenblüte

Die Tulpe gilt als Symbol für die Niederlande: Jahr für Jahr lockt die Tulpenblüte Hunderttausende Menschen in unser Nachbarland. Zu Tulpenschauen und -auktionen, in Gärten und Parks, zum Blumencorso und auf spannende (Fahrrad-)Routen durch die Blumenfelder. Tulpenblüte überall.

Tulpenblüte verzaubert die Region

Veranstaltungen um die bunten Frühlingsblüher finden ganzjährig statt, doch im Frühjahr ist die Region südwestlich von Amsterdam bis zur Küste ein einziges Blumenmeer: Millionen von Tulpen stehen in Blüte und eine einzigartige Farbexplosion erwartet den Besucher.

Keukenhof

Die Tulpe – ein bedeutender Wirtschaftsfaktor

Die Niederlande sind der größte Produzent von Tulpenzwiebeln weltweit. Das Gebiet umfasst eine Fläche von 10.000 Hektar. Jährlich
werden hier gut vier Milliarden Blumenzwiebeln geerntet. Etwa die Hälfte der Zwiebeln wird ins Ausland exportiert. Die andere Hälfte
verbleibt in Holland, wo sie vor allem in der kalten Jahreszeit als Schnittblume zur Blüte gebracht wird. Davon kann man sich bei einem Besuch der rund 100 Tulpenbauern rund um den “Tulpenort” Lisse ( der Ort liegt im „Bollenstreek“, der niederländischen Blumenzwiebelregion) selbst überzeugen.

Rund 4.000 Tulpensorten gibt es

Es gibt rund  4000 unterschiedliche Tulpensorten, von denen gut die Hälfte verkauft wird.  Jährlich kommen etwa 100 neue Sorten hinzu.

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Nahezu eine Million Menschen bewunderten im vergangenen Jahr die Frühjahrsblüher Tulpe, Narzisse & Co. Derzeit wird kräftig am neuen Besucherzentrum gebaut. Schon jetzt gibt es Parkplätze für rund 5000 PKW und 1000 Busse. Trotz der vielen Besucher, die Narzissen, Hyazinthen und Tulpen erleben wollen,  kann jeder auf dem großen Gelände, mehr als 30 Hektar, seine Wege gehen und die Blumenpracht bewundern.

Keukenhof

Bereits im Oktober vergangenen Jahres setzten die Gärtner die gut 100.000 Zwiebeln für das rieisge Mosaik, das sich aus verschiedenfarbigen Tulpen, Traubenhyazinthen und Krokussen zusammensetzt. Keukenhof-Chefdesigner Martin Elling entwarf das Mosaik, das sich aus verschiedenfarbigen Pflanzen zusammensetzt. Das ‚Blumenbild’ ist in zwei Lagen gepflanzt und wird daher fast die gesamte Saison blühen. Auch die Blumenshows in den verschiedenen Pavillons stehen im Zeichen der Romantik, insbesondere die Rosenshow im Oranje-Nassau-Pavillon, die in diesem Jahr größer ist als je zuvor. Die rote Rose, das Symbol der Liebe …  Keukenhof

KeukenhofInsgesamt blühen in diesem Frühjahr im Keukenhof sieben Millionen Frühjahrsblüher. Der Blumenpark ist längst zu einer der wichtigsten Attraktionen der Niederlande geworden. Auch die Inspirationsgärten spielen mit dem diesjährigen Motto – ob im romantischen Tulpengarten, im Cupido-Garten mit dem „Kissing Gateway“ oder im Holiday Romance Garden mit vielen romantischen Verstecken nur für zwei … Und als ‚Tüpfelchen auf dem i’ schließt die Keukenhof-Saison mit einem klassischen Festvial romantischer Musik am 12. und 13. Mai ab.   Keukenhof

Aufgeblüht im Keukenhof  Foto: WeirauchJährlich kommen Besucher aus mehr als 100 Ländern, darunter eine beträchtliche Zahl deutscher Gartenliebhaber,unter ihnen auch immer mehr Familien, in den Keukenhof. Sie alle schätzen den Freizeitwert des Parks mit Irrgarten, Streichelzoo und Spielplatz.

  • Der Keukenhof ist täglich von 8 bis 19.30 Uhr geöffnet (Kassenschluss um 18 Uhr;
  • Eintritt: Erwachsene 17 Euro, Kinder unter drei Jahren frei, Kinder von vier bis elf Jahren 8 Eure
  • Adresse: Stationsweg 166 A, 2161 AM Lisse).

Noordwijk: 150 Jahre Blumenbadeort Europas

Auch im benachbarten südholländischen Noordwijk dreht sich so einiges um das Thema Blumen. Das Seebad liegt im Herzen des „Bollenstreek“, der niederländischen Blumenzwiebelregion schlechthin. Im Frühling ist der Besuch in Noordwijk ein Fest für die Sinne: Der Badeort ist von duftenden, in Blüte stehenden Blumenfeldern umgeben, die Gäste aus der ganzen Welt anlocken. Der Küstenort – in direkter Nähe zu Amsterdam und Haarlem gelegen – ist darüber hinaus bekannt für seine breiten, weißen Strände und die vielfältigen Freizeitmöglichkeiten für die ganze Familie.

Weitere Informationen:

  • Keukenhof: www.keukenhof.nl
    Blumenbadeort Noordwijk: www.noordwijk.info/de
    Tulpen Promotie Nederland: https://tulpenpromotie.nl/en
    Tulpen-Event in Amsterdam: https://youtu.be/gPwzaNIayZM
  • Touriinfo Niederlande: www.holland.com, www.nbtc.nl

 

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Auf dem Werra-Radweg: Point Alpha

Point alpha (14)Von weitem erkennbar: der amerikanische Beobachtungsturm, Foto: Weirauch

Inmitten des Biosphärenreservats Rhön, an der ehemaligen innerdeutschen Grenze zwischen Hessen und Thüringen, erinnert die Gedenkstätte Point Alpha an die Zeit der deutschen Teilung.

Auf einer Radtour entlang des Grünen Bandes besuchten wir diese eindrucksvolle Gedenkstätte. Der Museumsbereich gliedert sich in drei Teile, die jeder für sich die Gefahren, das Leid und die unfassbare Unmenschlichkeit der 40-jährigen Teilung verdeutlichen:

Ehemaliger US-Beobachtungsposen Point Alpha

Im Mittelpunkt steht der ehemalige US-Beobachtungsposten Point Alpha, der viele Jahre als der „heißeste Punkt im Kalten Krieg galt. Hier, im sogenannten „Fulda Gap“, wird die gefahrvolle Konfrontation zweier verfeindeter Systeme und damit die Teilung der Welt am authentischen Ort „erlebbar“. Das „Fulda Gap“ war strategischer Schwerpunkt der NATO-Verteidigungslinie. Das vergleichsweise flache Gelände zwischen den Mittelgebirgen im osthessischen Raum galt als eine der vier möglichen Einfallschneisen des Warschauer Paktes in der Bundesrepublik Deutschland, weil hier der Osten am weitesten in den Westen hineinragte und die Truppen des Warschauer Paktes innerhalb von 48 Stunden bis an den Rhein hätten vorstoßen können.

Die Dauerausstellung zum „Fulda-Gap“ gewährt Einblicke in die Geschichte des Kalten Krieges und informiert über die Rolle der US-Einheiten an der innerdeutschen Grenze.

„Everyday Life“

Die neue Ausstellung „Everyday Life“ bietet seit September 2017 einen Überblick über das Zusammenleben von amerikanischen Soldaten und deutscher Zivilbevölkerung vor dem Hintergrund der militärischen Drohkulisse im Fulda Gap. Eindrucksvoll wird hier dargestellt, wie aus ehemaligen Feinden Bündnispartner und Freunde wurden und wie stark sowohl Amerikaner als auch Deutsche von der Kultur der jeweils anderen Seite begeistert worden sind.

Auf dem Weg zwischen dem ehemaligen US-Camp Point Alpha in Hessen und dem „Haus auf der Grenze“ auf Thüringer Seite wurden die Grenzanlagen aus den 50er und 60er Jahren in ihren einzelnen Ausbaustufen rekonstruiert. Originalgetreu erhalten sind die Grenzanlagen aus den 1970/80er Jahren mit KFZ-Sperrgraben, Hundelaufanlagen und der erst Mitte der 1980er Jahre von den DDR-Grenztruppen erbaute Beobachtungsturm.

Von weitem erkennbar: der amerikanische Beobachtungsturm, Foto: Weirauch
Von weitem erkennbar: der amerikanische Beobachtungsturm, Foto: Weirauch

„Haus auf der Grenze“

Im Haus auf der Grenze zeigt eine weitere Dauerausstellung die DDR-Grenzanlagen und bietet viele interaktiv gestaltete Elemente, wie Zeitzeugeninterviews und einen animierten Strategietisch. Im Obergeschoss werden die Dauerausstellungen „Freiheiten“ und die Ausstellung „Das grüne Band: Vom Todesstreifen zur Lebenslinie“ zum Biossphärenreservat Rhön gezeigt.

“Weg der Hoffnung”

Das Kunstprojekt erweitert das Angebot der Gedenkstätte und erinnert an den Widerstand gegen die kommunistischen Diktaturen in Mittel- und Osteuropa. Vierzehn monumentale Skulpturen markieren ein Stück des Todesstreifens zwischen Hessen und Thüringen. Der Weg der Hoffnung knüpft mit diesen vierzehn Stationen an den biblischen Krezweg an, lässt aber zugliech bewusst den Raum für persönliche Erinnerungen oder Assoziationen. Die Titel der einzelnen Skulpturen greifen diktaturtypische Situationen auf, um zur Rückschau und zum Gespräch anzuregen.

“Wiesenfelder Turm”

Wandert man auf dem „Weg der Hoffnung“ ein kurzes Stück weiter, erreicht man den „Wiesenfelder Turm“. Dieser ehemalige Führungsturm der DDR-Grenztruppen diente zur Kontrolle und unmittelbaren Überwachung der Sperranlagen im gesamten Grenzabschnitt. Heute beherbergt er eine Dauerausstellung zum Grenzregime und zu den Grenztruppen der DDR. Der Turm kann im Rahmen geführter Grenzwanderungen besichtigt werden.

Informationen

Gedenkstätte Point Alpha
Platz der Einheit 1, 36419 Geisa
Tel.: 06651 919030
E-Mail: service@pointalpha.com
www.pointalpha.com

Öffnungszeiten
April bis Oktober: täglich von 9 – 18 Uhr
November bis März: täglich von 10 – 17 Uhr
Dezember bis Februar: Di – So: 10 – 16.30 Uhr

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Zu neuen Ufern: Radfahren im Lausitzer Seenland

Radfahren und Skaten auf Seerundweg Foto Tourismusverband Lausitzer Seenland - Nada QuenzelRadfahren und Skaten auf Seerundweg Foto Tourismusverband Lausitzer Seenland - Nada Quenzel

Zu neuen Ufern: Radfahren im Lausitzer Seenland Vom Tagebaurevier zum Wasserparadies: Die Landschaft des Lausitzer Seenlandes zwischen Berlin und Dresden vollzieht eine spektakuläre Metamorphose. Radfahrern bieten sich auf leichten Touren unterschiedlicher Länge immer wieder spannende Ein- und Ausblicke.

Das Lausitzer Seenland ist kein gewöhnliches Radreiseziel. Es ist eine Landschaft im Wandel. Wer die Region zwischen Berlin und Dresden erkundet, kann derzeit noch alle Phasen der Rekultivierung einer einstigen Tagebauregion erleben: vom aktiven Tagebau bis zur idyllischen Seenlandschaft mit Jachthafen und hellen Badestränden.

Blick in den Tagebau_Foto Tourismusverband Lausitzer Seenland_Nada Quenzel
Blick in den Tagebau_Foto Tourismusverband Lausitzer Seenland_Nada Quenzel

Es ist ein Prozess, den man nicht alle Tage erlebt – und der sich hier nur einmal ereignen wird. Genau das macht diese Region zu einem ganz besonderen Tipp. Vier Fahrradtouren führen zu den beeindruckenden Zeugnissen des Wandels.

Gartenstädte -Tour

Zur Geschichte des Bergbaus gehört die Geschichte ihrer Arbeiter. Die Gartenstädte-Tour führt an grünen Alleen, blühenden Beeten und vom Jugendstil geprägten Mehrfamilienhäusern vorbei, den einstigen Wohnorten der Bergmänner. Anfang des 20. Jahrhunderts schuf die Ilse Bergbau AG mit der Gartenstadt Marga und der Gartenstadt Erika lebenswerte Wohnsiedlungen für ihre Angestellten, die im Kontrast zu den bisherigen tristen Arbeitersiedlungen standen. Zwischen den Häusern entstanden Gärten und Grünflächen, im Zentrum Einkaufsmöglichkeiten und Gasthäuser. Die Tour führt durch die Gartenstädte Marga, Erika und Lauta-Nord. Führungen durch die Gartenstadt Marga sind auf Voranmeldung möglich.

Vom Bergmann zum Seemann

Für Radfahrer, die an einem Tag den Landschaftswandel im Lausitzer Seenland erleben wollen, empfiehlt sich die 49 Kilometer lange Tour „Vom Bergmann zum Seemann“. Die auf ebenen, vorwiegend asphaltierten Wegen verlaufende Radtour beginnt am Ufer des stillgelegten Tagebaus Meuro und künftigen Großräschener Sees. Sie führt vorbei am aktiven Tagebau Welzow-Süd mit seinen Großgeräten, über künftig schiffbare Kanäle, zum Aussichtsturm „Rostiger Nagel“ bis zum Senftenberger See.

"Eiserner Nagel" als Landmarke am Senftenberger See Foto: Weirauch
“Eiserner Nagel” als Landmarke am Senftenberger See Foto: Weirauch

Die  Seenland-Route

Die Seenland-Route ist ein 186 Kilometer langer Fernradweg, der an 16 Seen vorbeiführt. Auf breiten, flachen und asphaltierten Uferwegen lässt sich beobachten, wie aus den Tagebaulöchern zauberhafte  Wasserlandschaften entstehen. Startpunkt ist das Besucherzentrum IBA-Terrassen am Großräschener See, der nach elf Jahren Flutung in diesem Jahr fertig gefüllt sein wird. Die Tour führt an in Flutung befindlichen Seen vorbei, aber auch an seit vielen Jahren erschlossenen. Badestrände laden zum Abkühlen im glasklaren Nass ein und Boote zur gemütlichen Rundfahrt. Ein Stopp lohnt sich am Aussichtsturm „Rostiger Nagel“ am Sornoer Kanal. Von oben schweift der Blick über vier große Gewässer. Beliebt ist zum Abschluss der Radtour eine Floßfahrt auf dem Senftenberger See. Das Floß ist leicht zu bedienen und kann ohne Führerschein selbst gesteuert werden.

Blick auf den Senftenberger See Foto: Weirauch
Blick auf den Senftenberger See Foto: Weirauch

Die Seenland-Route kann als Pauschale mit Tagesetappen zwischen 30 und 45 Kilometern, als Familienradreise mit Floßfahrt oder individuell zusammengestellt werden. Radlerfreundliche Unterkünfte entlang der Strecke bieten sichere Fahrradstellplätze, Trockenräume für nasse Kleider und Lunchpakete an.

Niederlausitzer Bergbautour

150 Jahre lang wurde in der Lausitz Braunkohle gefördert. Wie das Land und Leute geprägt hat, erfahren Radfahrer auf der 500 Kilometer langen Niederlausitzer Bergbautour durch den Süden Brandenburgs und Norden Sachsens. Imposant sind die Aussichten auf die drei noch aktiven Abbaufelder. Schwere, turmhohe Maschinen verlieren sich fast in der Weite.

Auch die größte bewegliche Maschine der Welt, die Förderbrücke F60, ist über einen Abstecher zu erreichen. Bei geführten Rundgängen auf dem über 500 Meter langen liegenden „Eiffelturm der Lausitz“ entdecken Besucher bei guter Sicht sogar die Sächsische Schweiz in der Ferne. In Forst dokumentiert das Archiv verschwundener Orte in einer Ausstellung die Geschichte der 136 Orte, die in der Lausitz dem Tagebau weichen mussten. Die Energiefabrik Knappenrode zeigt, wie Kohle verarbeitet wurde.

Aber auch die Rekultivierung spielt auf dieser Tour eine wichtige Rolle. Silber-, Dreiweiberner und Senftenberger See sind ideal für Badepausen oder ein Picknick. Ein Teufel ist das Maskottchen der Niederlausitzer Bergbautour. Auf einem Fahrrad sitzend weist er Gästen den Weg. Einer Legende nach soll er einst die Kohle vor den Lausitzern tief in der Erde versteckt haben.

Weitere Tourenvorschläge für Radwanderer, sportliche Radfahrer, Familien, Genussradler, Senioren und Handbiker sowie Unterkunftsmöglichkeiten hat der Tourismusverband Lausitzer Seenland auf seiner Webseite zusammengestellt:

www.lausitzerseenland.de

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Panoramafahrt auf UNESCO Welterbestrecke

08_Glacier Express_Rheinschlucht -® Rh+ñtische BahnDer Glacier Express passiert die Rheinschlucht ® Rhätische Bahn

Im neuen Jahr erweitert die Rhätische Bahn ihr Portfolio um eine außergewöhnliche Tagesfahrt. Auf der Gotthard-Bernina-Rundreise erleben Fahrgäste seit dem 15. Februar 2018 eine atemberaubende Panoramafahrt. Sie verläuft entlang der schönsten Streckenabschnitte, die das Schweizer Schienennetz zu bieten hat. Hier die Informationen zur Panoramafahrt auf der UNESCO Welterbestrecke

Nach der Abfahrt in Zürich führt die eintägige Rundreise vorbei am Vierwaldstättersee durch den Gotthard-Basistunnel. Auf einer Strecke von 57 Kilometern von Erstfeld nach Bodio ist der längste Eisenbahntunnel der Welt die schnellste Verbindung in den mediterranen Süden. Der nächste Halt ist Lugano im italienischen Kanton Tessin. Dort steigen die Fahrgäste in den komfortablen Bernina Express Bus um, der sie bis nach Tirano bringt. Die sonnige Piazza der Stadt lädt zu einer entspannten Mittagspause ein, bevor es mit dem Bernina Express nach Chur geht.

Höchstgelegene Bahnstation

Im weiteren Streckenverlauf, den die UNESCO im Jahr 2008 zum Welterbe ernannte, schlängelt sich der Zug durch die eindrucksvolle Gebirgswelt von Albula und Bernina. Während der spektakulären Alpenüberquerung genießen Fahrgäste dank der großen Panoramafenster uneingeschränkte Sicht auf die Schweizer Alpen. Vorbei an tiefen Schluchten passiert der Bernina Express das Valposchiavo. Auf 2.253 Metern Höhe erreicht er schließlich Ospizio Bernina, die höchstgelegene Bahnstation im Netz der Rhätischen Bahn.

Silvesterrundfahrt ® Rhätische Bahn
Silvesterrundfahrt ® Rhätische Bahn

Steigung von 70 Prozent

Auf dem Weg nach oben erwartet die Reisenden bei Brusio der brückenbautechnische Höhepunkt der Berninalinie: Auf der Fahrt über das sich um 360 Grad windende Kreisviadukt meistert der Zug die Steigung von 70 Prozent. Durch das malerische Albulatal geht es weiter zum nächsten Highlight der Rundreise, dem 136 Meter langen Landwasserviadukt bei Filisur. Er mündet direkt in einen Bergtunnel und ist das weltweit bekannte Wahrzeichen der Rhätischen Bahn.

In Chur angekommen, steigen die Fahrgäste in den Erste-Klasse-Panoramawagen der Schweizerischen Bundesbahnen um. Reisende mit Fahrkarten der zweiten Klasse erhalten auf diesem Teil der Strecke ein Upgrade in die erste Klasse. Mit Blick auf den Walen- und Zürichsee läuft der Zug am Ende der Rundreise wieder im Startbahnhof Zürich ein.

Die eintägige Gotthard-Bernina-Rundreise ist bereits ab 83 Franken vom 15. Februar 2018 bis zum 25. November 2018 zu folgenden Zeiten buchbar:

  • –         15.02.2018 – 01.04.2018: Donnerstag bis Sonntag
  • –         02.04.2018 – 28.10.2018: täglich
  • –         01.11.2018 – 25.11.2018: Donnerstag bis Sonntag

Tipp: Reisende, die zwei oder mehr Tage zur Verfügung haben, kombinieren die Gotthard-Bernina-Rundreise mit dem Gotthard Panorama Express. Neben einer Schifffahrt mit einem Dampf- oder Motorschiff über den Vierwaldstättersee erwartet sie eine zusätzliche Panoramafahrt. Die mehrtägige Erlebnisreise ist vom 21. April 2018 bis zum 14. Oktober 2018 jeweils von Dienstag bis Sonntag buchbar.

Über die Rhätische Bahn:

Mit ihren traditionsreichen Gebirgsstrecken bietet die Rhätische Bahn bereits seit 1889 eine Reihe von außergewöhnlichen Bahnerlebnissen in der schweizerischen Region Graubünden. Der Betrieb startete anfänglich mit einer Strecke von Landquart bis Klosters und umfasst heute ein insgesamt 384 Kilometer langes Bahnnetz inmitten des Hochgebirges – ein Teil der Linien zählt seit 2008 zum UNESCO-Welterbe. Mit dem Bernina Express und dem Glacier Express verfügt die Rhätische Bahn über Marken, die weit über die Grenzen der Schweiz hinaus bekannt sind. Informationen und Buchung unter www.rhb.ch.

Hier weitere Beiträge und Informationen zur Rhätischen Bahn.

 

 

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Zauberhaftes Apulien

Apulien - 18 (76)Stefano und Mabel Rosetta sind Bio-Bäcker aus Leidenschaft

(Werbung) Apulien ist für uns mittlerweile so etwas wie ein Sehnsuchtziel geworden. Wenn wir an diesen Landstrich im Haken vom Absatz des Stiefels von Italien denken, sind herrliche Sonnentage (auch im November), fröhliche, freundliche Menschen, farbenfrohe Natur, Kunst und Geschichte und nicht zuletzt, gutes Essen, Wein, Öl und Eis sowie schicke Kleidung inbegriffen. Für ganz Wagemutige kann auch ein Bad im Ionischen Meer zu einem einzigartigen Erlebnis im November werden, wie wir vor ein paar Tagen erleben konnten.

Am liebsten fahren wir in der Vor- und Nachsaison nach Apulien. Es scheint, als haben die Gastgeber dann mehr Zeit und Muße, sich ihrer Gäste anzunehmen. Und wenn man dann noch Unterstützung durch ausgesprochene Kennerinnen des einst ärmlichsten Landstrichs Italiens erhält, wird die Reise zu einem nachhaltigen Erlebnis – informativ, spannend, ein bisschen Abenteuer, auf jeden Fall unterhaltsam, nie langweilig.

Apulien im Spätherbst

In diesem November hatten wir ausgesprochenes Glück. Im Rahmen eines von der Europäischen Union geförderten Programms zur touristischen Erschließung Apuliens lernten wir drei Powerfrauen kennen, die mit großem Engagement, hervorragenden Kenntnissen über ihre Region und ihre Menschen viele neue Gäste in die Region Apulien locken wollen. Sicher gibt es Landstriche in Italien, die in aller Munde sind, wenn es um Ferien-Hotspots geht. Aber wer wie wir Urbanes, Natürliches liebt, Begegnungen mit den Einheimischen sucht, sich auf Unbekanntes abseits der bekannten Urlaubslokationen einlassen will, der ist in Apulien richtig, wird es lieben lernen.

Drei Powerfrauen …

Wer sind nun die Powerfrauen, die uns ihre Heimat als touristische magische Orte nahe bringen wollen? Da ist zunächst die feurige Carmen Mancarella, die seit 30 Jahren als erfahrene Tourismusmanagerin unermüdlich für ihre Region „netzwerkt“. Sie kennt ihre Partner – die Partner kennen sie, wissen um ihre sehr guten Kenntnisse über Land und Leute und ihre intensiven Netzwerkstrukturen.

Carmen Mancarella liegen die regionalen Erzeuger am Herzen
Carmen Mancarella liegen die regionalen Erzeuger am Herzen

Für die Bildungs-Pressereisen hat Carmen gute Partnerinnen an ihrer Seite: Adele Sposato, Tourismusbeauftragte der Region, gibt in ihrer ruhigen und besonnenen Art ihr Wissen über die Geschichte der besuchten Städte und Gemeinden weiter.

Powerfrauen: Adele Sposato , Carmen Mancarella und Graziella Albani

Und damit auch die Deutschen in der Pressegruppe alles verstehen, übersetzt Annaluce Scorrano.

Dolmetscherin Annalucia in ihrem Element
Dolmetscherin Annaluce Scorrano  in ihrem Element

Das war kein leichter Job, alle sprechen durcheinander, Fragen über Fragen, doch die sympathische Anna blieb ruhig, freundlich, auch wenn sie sich das ein oder andere Mal wohl lieber in ihr Reisebüro gebeamt hätte, das sie seit zwei Jahren in Carmiano in der Nähe von Lecce führt. Ihr Büro organisierte auch den Transfer zwischen den Orten: junge Fahrer, in tollen sportlichen Anzügen, kutschierten die Gäste von morgens (ab 9 Uhr bis Mitternacht) zu den Orten “des Geschehens”. Immer mit einem Lächeln auf den Lippen, hilfreich, wo es nötig war, und dass ihnen das Autofahren Spaß machte, bewiesen sie mit fahrerischem Können durch die noch so engen Straßen und Tore des Salento. Dank der drei Powerfrauen und weiterer guter Geister und ihres umfangreichen informativen Programms für die nunmehr 58. Bildungsreise können wir den Lesern von einfachraus.eu  diesmal fast bislang unbekannte Orte mit sehr guten jungen und alten Weingütern und einer Brennerei vorstellen.

Dass Brot in Apulien besonders gut schmeckt, auch variantenreich sein kann, mit guten leckeren Zutaten zubereitet wird, erfuhren wir bei dem Besuch zweier Bäckereien. Eine andere Frucht und ihre Verarbeitung, die man eher nach Israel verordnet, lernten wir in einer Gärtnerei in Copertino kennen.

Und natürlich wird auch im gastfreundlichen  Apulien jedes Essen zelebriert, das braucht Zeit, bietet dafür Gelegenheit mit anderen Kollegen ins Gespräch zu kommen. Die Unternehmer der Weindestillerien stellten mit Stolz und Freude ihre Betriebe vor, von schlechten Ernten war wenig zu hören, doch das veränderte Klima macht auch ihnen zu schaffen. Doch man ist optimistisch – und so feiert man im November das Herbst- und Lichterfest, in Arnesano zusammen mit einer Schulklasse, die mit Tanz und Gesang ihre Freude auf die Gäste übertragen, die am liebsten mittanzen würden.

Alte Städte, Kirchen,Villen

Während der Stadtrundgänge gibt es viel zu sehen, reich geschmückte Kirchen und Klostergebäude, alte Villen, bewohnt und unbewohnt. Und immer sind es die menschlichen Begegnungen, die nachdenklich machen. Etwa, wenn man beim Spaziergang durch die Stadt, die uns begleitenden Bürgermeister freundlich begrüßt werden durch die Einwohner, oder eine alte Frau ehrenamtlich eine Auge auf die ihrem Wohnhaus gegenüberliegende Kirche wirft, aufpasst, sauber macht, sich ehrlich freut, dass der Bürgermeiste ihre Arbeit für das Gotteshaus anerkennt und lobt.

Carmelina Lorenzo kümmert sich um eine kleine Kapelle
Carmelina Lorenzo kümmert sich um eine kleine Kapelle

Oder wenn wir – wie zufällig – nach der Besichtigung einer Villa mit großem Garten in Arnesano in der Werkstatt nebenan auf einen 88-jährigen Fahrradmechaniker treffen, dem die Begegnung mit uns so berührt, dass ihm die Tränen in den Augen stehen, als er uns seine Erfolge und seine Hobbies vorstellt.

Techniker Carlo Carla in Montero entwickelte auch Autoskarrossen
Techniker Carlo Carla in Arnesano entwickelte auch Autoskarrossen

Oder das junge Bäcker-Ehepaar, das tagsüber leidenschaftlich Brot bäckt, in seiner Freizeit leidenschaftlich Salsa tanzt. Auf der Suche nach neuen Rezepten befragen sie auch Freunde in Nürnberg, sind stolz auf das schwarz-weiße Brot, eines ihrer neuesten Produkte.

Stefano und Mabel Conversano sind Bio-Bäcker aus Leidenschaft

Hier geht es zur Bäckerei.

Alle sind sie die besten Botschafter ihrer Region, die den Gästen das ganze Jahr über die Facetten Apuliens ehrlich und liebenswert vermitteln.

Heizt den Ofen mit getrocknetem Olivenreissig: Marco Imbriani von Panifico Biscottificio
Heizt den Ofen mit getrocknetem Olivenreissig: Marco Imbriani von Panifico Biscottificio

Stationen unserer Tour durch Apulien

Das Thema “Novello in Festa – Geschichte, Kultur und Tradition im Gebiet von Arneo”

Copertino:

San Giuseppe, Schutzpatron der Flieger, in Copertino

Lequile:

Fresko in der Kirche San Vito in Lequile

Carmiano:

Die Schüler in Carmiano feiern den Herbstus Leverano feiern das Herbstfest
Die Schüler in Carmiano feiern den Herbstus Leverano feiern das Herbstfest

Veglie:

Sehenswert ist auch die Kirche Veglie bei Lecce
Sehenswert ist auch die Kirche Veglie bei Lecce

Monteroni:

Villa aus dem 19. Jahrhundert
Eva und Dr. Rafael de Georgi sind Hüter eines wertvollen Anwesens
Eva und Dr. Rafael de Georgi sind Hüter eines wertvollen Anwesens

Leverano:

Nicht nur beim Fest "Novello in festa" ist das Zentrum von Leverano belebt
Nicht nur beim Fest “Novello in festa” ist das Zentrum von Leverano belebt

Arnesan0:

Blick auf die Kirche von Arnesano in Puglia
Blick auf die Kirche von Arnesano in Puglia

Porto Cesareo:

Weitere Informationen zum Salento

hier nützliche Adressen:

Carmen Mancarella
spiaggepuglia@gmail.com
Tel. +49 328 1397 133

Agenzia Un Mondo di Viaggi
Annaluce Scorrano
Via Roma 54, 73041 Carmiano (LE)
info@carmianoviaggl.it

Tipps für Speis und Trank a la Puglia

Wir besuchten auch unter anderem:

Malcandrino
Strada Provinciale Lecce Montreoni, 73047 Montreoni LE
http://www.malcandrino.it

Ristorante Villa Maresca – Carmiano

Agriturismo Costa – Copertino

Ristorante Li Spilusi – Arnesano

Ristorante Corte del Gusto – Lequile

Ristorante Conte Cavour – Veglie

Hier einige Tipp für Agritourismus-Anbieter.

Tipps für Salento finden Sie hier.

und hier weitere Informationen zu Apulien / Puglia, eine sehr interessante Seite.

Adressen einiger empfehlenswerter Weingüter:

APOLLONIO,  Casa Vinicola s.r.l., Via San Pietro in Lama, 7,  73047 Monteroni di Lecce,  www.apolloniovini.it

International erfolgreich: Antonio Massimiliano Apollonio
International erfolgreich: Antonio Massimiliano Apollonio

Cantina Conti Zecca – Leverano

Mario Zecca führt mit seinen Brüdern das Weingut Zecca
Clemente  Zecca führt mit seinen Brüdern das Weingut Conti Zecca

Cantina Vecchia Torre – Leverano

Wieviel Liter Wein darf es denn sein ? Wein tanken im Weingut Vecchia Torre
Wieviel Liter Wein darf es denn sein ? Wein tanken im Weingut Vecchia Torre

Cantina Marulli – Copertino

Cantina Vaglio Massa – Carmiano

Die Chefin des Bio-Weingutes Vaglio Massa in der Nähe von Lecce (li.) mit Dolmetscherin Anna

Cantina Petrelli – Magliano17 Hektar bewirtschaftet das Weingut Cantina Petrelli

17 Hektar bewirtschaftet das Weingut Cantina Petrelli, der Chef freut sich über den neuen Wein

Die Besitzer der Azienda Agricola in Carmiano
Die Besitzer der Azienda Agricola in Carmiano

Übernachten:

  • Hotel Conchiglia Azzurra Resort & Beach (direkt am Strand)
  • Strada dei bacini 1
    73010
    Porto Cesareo Italia
    Tel+39 0833 566311 Fax+39 0833 566370
    E-mail

    Hotelmanager Carmine Bisconti kann auch deutsch, er hilft wo er kann
    Hotelmanager Carmine Bisconti kann auch deutsch, er hilft wo er kann

    Zur Homepage des Hotels geht es hier.

  • Wie kommt man in den Salento ?

    mit dem Flugzeug  (u.a. Allitalia, Ryanair, Germanwings, Easyjet) von verschiedenen deutschen Flughäfen , so von Berlin Schönefeld bis Flughafen Bari oder (meist) über Rom nach Brindisi und weiter mit Auto.

    Was gehört zum Terra d‘ Arneo

    Das Gebiet des Arneo umfasst neun Gemeinden des Saltento: Nardò, Porto Cesareo, Leverano, Veglie, Salice, Salentino, Guagnano, Campi Salentina, Carmiano und Copertino.

    Eine der schönsten Gegenden des Arneo erstreckt sich zwischen Porto Cesareo und Nardò. Hier können Hunderte von Vogelarten und die Flora unter Naturschutzbedingungen leben. Zwischen Veglie und Copertino prägen Weinreben und Olivenbäume die Landschaft. Dazwischen liegt Leverano, eine Stadt, die vor allem für ihre ausgezeichneten Wein- und Ölproduktion bekannt ist. Nur wenige Kilometer von Lecce entfernt finden wir Salice Salentino, ein Dorf, das vor allem für die Produktion von Negramaro bekannt ist, einer typischen Rebsorte des Salento.

    Terra d‘ Arneo
    Via Mameli, 73010 Veglie
    www.terradarneo.it

    Wir wurden von der RegionPuglia und den genannten Gemeinden  im Rahmen eines EU-Programmes zu der Informationsreise nach Apulien eingeladen. Herzlichen Dank an die unermüdliche Puglia-Botschafterin Carmen Mancarella. Unsere Meinung bleibt die eigene.

    Hier geht es zu einem Bericht über Castro im Salento.

1 Stunde wegFontaneReise

Eine Spurensuche: Familie Fontane

Das Fontane - Denkmal in Neuruppin wurde 1907 enthüllt. Foto: WeirauchDas Fontane - Denkmal in Neuruppin wurde 1907 enthüllt. Foto: Weirauch

2019 feiert Neuruppin den 200. Geburtstag des märkischen Dichters, dessen Namen seit 1998 offizieller Bestandteil ihres Namens ist: Theodor-Fontande-Stadt Neuruppin. Anlass für uns, auf Spurensuche der Familie Fontane in der über Brandenburg hinaus bekannten Stadt zu gehen. Eine Spurensuche: Familie Fontane

Rheinsberger Bahnhof in Neuruppin: Touristinfo, Foto: Weirauch
Ausgangspunkt der Stadtwanderung zu Fontanes family: Rheinsberger Tor in Neuruppin: Touristinfo, Foto: Weirauch

Unsere Spurensuche beginnt am Rheinsberger Tor (RE6 führt hierher). Wir versuchen in der Touristeninformation nähere Informationen zu erhalten. Triste Schaufenster, in denen noch nichts auf das anstehende Jubiläum aufmerksam macht, sind nicht sehr einladend für einen Stadtbummel. Unsere Nachfrage zur Fontane-Erinnerungsstätte bzw. den Familiengräbern lockt auch keine Begeisterung bei den Mitarbeitern hervor. Aber wenigstens erhalten wir den Hinweis, dass man die Stätte des Alten Friedhofes “gleich um die Ecke links” findet. Dazu gibt es einen Flyer, auf dem der Alte Friedhof verzeichnet ist.

Auf dem Weg zum Alten Friedhof in Neuruppin, links hinter der Touriinfo.. Foto: Weirauch
Auf dem Weg zum Alten Friedhof in Neuruppin, der Weg beginnt links hinter der Touriinfo.. Foto: Weirauch

Scheinbar ist es gar nicht weit, wir freuen uns, halten uns links, denken, da wird uns ja ein Hinweis-Schild hinführen. Wir fragen zum Bahnhof Eilende, ob sie uns einen Tipp geben können, aber die Erinnerungsstätte scheint aus dem Bewusstsein vieler zu sein.

Wo ist denn nun der alte Friedhof ?

Also folgen wir einem kleinen Pfad am Bahnhofszaun entlang, der nicht etwa durch eine Beschilderung auffällt, sondern durch viel Schmutz und Unrat. Wir sind uns unsicher, ob wir hier noch richtig sind, aber rund 50 Meter weiter lenken zwei große Rest-Säulen eines ursprünglichen Eingangstores unsere Blicke auf sich. Wir sind angekommen, hier befand sich einst der alte Friedhof von Neuruppin, auf dem Fontanes Mutter Emilie 1869 und seine Schwester Elise 1923 ihre letzten Ruhestätten fanden. Als der verwilderte Friedhof um 1970 von Müll und Bewuchs befreit wurde,  bebaute man Teile des Geländes mit einem Kindergarten. Auf einem kleinen Rest entstand die kleine Erinnerungsstätte für Neuruppiner Persönlichkeiten. Um den Grabstein für Fontanes Mutter und Schwester sind kreisförmig Erinnerungsplatten für bekannte Neuruppiner Bürger aufgestellt. So auch für Max Wiese, der uns später noch am Theodor-Fontane-Denkmal begegnen wird.

Relikt des Alten Friedhofs in Neuruppin mit dem Grab von Theodor Fontanes Mutter und Schwester, Foto: Weirauch
Relikt des Alten Friedhofs in Neuruppin mit dem Grab von Theodor Fontanes Mutter und Schwester, Foto: Weirauch

So eingestimmt, wandern wir wieder am Bahnhof vorbei die Karl-Marx-Straße hinunter, vorbei an dem Haus Nr. 7, in dem Fontanes Mutter mit ihrer Tochter Elise ihre letzten Lebensjahre verbrachte und 1869 verstarb. Wir sehen linkerhand die Löwen-Apotheke (Karl-Marx-Straße 84), die Ostern 1819 von Fontanes Eltern, Louis Henry und Emilie, bezogen wurde.

Am 30. Dezember 1819 erblickte hier Theodor Fontane das Licht der Welt, dessen 200. Geburtstag im nächsten Jahr im ganzen Land Brandenburg und darüber hinaus gefeiert werden soll. Fontane.200 lautet die Kampagne. Die Löwenapotheke wirbt mit Almased im Schaufenster – das hätte Theodor Fontane wohl nicht nötig gehabt – dank seiner vielen Wanderungen war er immer in Bewegung. Aber vielleicht schafft man es bis zum Jubliläum, im Schaufenster für ein Fontane-Fitness-Programm zu werben, einen Fontane-Marathon gibt es ja schon … Fontane-Radwege sowieso.

Fontane – Buchhandlung

Gleich nebenan in der Buchhandlung, die den Namen des Dichters trägt, zieht es uns hinein. Durch das Schaufenster hindurch sind sahen wir Fontane-Literatur, auf die wir ein Blick werfen wollten. Außerdem hofften wir auf Hilfe. Denn wir wollten auch das Grab seines Sohnes Friedrich finden, der einige Romane seines Vaters verlegt hat. Und wir dachten, in der Fontane-Buchhandlung könnte man uns eventuell Hinweise geben. Ein junger Verkäufer gab sich redliche Mühe, aber auch seine Suche im Internet ergab keine Hinweise.

Neugierig wie wir sind, wollten wir dann vom Chef der Buchhandlung wissen, wie viele Titel von Fontane er im Angebot habe. Unsere Frage nervte ihn scheinbar, und so bekamen wir mit dem typischen brandenburgischen Humor zur Antwort: “Zwei Regale voll.”

Zwei Regale voller Fontaneliteratur in der Fontane-Buchhandlung in Neuruppin. Foto: Weirauch
Zwei Regale voller Fontaneliteratur in der Fontane-Buchhandlung in Neuruppin. Foto: Weirauch

Wir ließenuns die Freude nicht nehmen und kauften die kleine wunderbare 2017 im Reclam-Verlag erschienen Ausgabe: “Fontane zum Vergnügen”. Das schien uns in diesem Moment sehr passend.

Vorbei am Schulplatz, von Ostern 1832 bis September 1833 besuchte Theodor Fontane hier das Friedrich-Wilhelm-Gymnasium – nach eigenen Angaben soll er ein mittelmäßiger Schüler gewesen sein, gelangen wir zum Fontaneplatz.

Von Oktober 1832 bis September 1833 besuchte Theodor Fontane das Neuruppiner Friedrich-Wilhelms-Gymnasium. Foto : Weirauch
Von Oktober 1832 bis September 1833 besuchte Theodor Fontane das Neuruppiner Friedrich-Wilhelms-Gymnasium. Foto: Weirauch

Bei herrlichem Sonnenschein lächelt Theodor Fontane auf uns hinunter oder schaut er an uns vorbei “ins weite Feld”? Auf jeden Fall begrüßen wir ihn, streicheln ehrfurchtsvoll seinen Schuh, fühlen uns so mit ihm einen Moment sehr verbunden.

Dass Fontane heute die vielen Gäste und Einwohner der Stadt so freundlich begrüßt, verdanken wir dem Neuruppiner Bürgersinn, der ihm bald nach seinem Tod 1898 ein Denkmal setzen wollte. Diesen Auftrag übertrug man dem Bildhauer Max Wiese, der diesen zusammen mit den Söhnen des Dichters, Theodor und Friedrich Fontane, sowie seiner Schwester, Elise Weber-Fontane, ausführte. Den Bronzeguss ließ man in der damals schon berühmten Kunstgießerei Lauchhammer anfertigen. Seit dem 8. Juni 1907 lädt Fontane die Gäste in seine Geburtsstadt zu einem Besuch ein. Sicher ist das Denkmal das beliebteste Fotomotiv und ging bereits millionenfach durch die Welt.

Doch unsere Spurensuche ist noch nicht beendet. Wir suchen ja noch das Grab seines Sohnes Friedrich, in Neuruppin 1864 geboren und 1941 gestorben.

Wo ist Sohn Friedrich begraben ?

Als Buchhändler und Verleger hat Friedrich Fontane (1904-1926) in dem von ihm 1888 gegründeten Verlag Friedrich & Co. rund  20 Bände seines Vaters herausgegeben . Wir beenden unseren Neuruppin-Spaziergang auf dem Evangelischen Friedhof (Gerhart-Hauptmann-Str.). Würden wir hier einen Hinweis auf der Informationstafel am Haupteingang finden? Natürlich nicht.

Grab von Friedrich Fontane und seiner Frau auf dem Friedhof in Neuruppin. Foto: Weirauch
Grab von Friedrich Fontane und seiner Frau auf dem Friedhof in Neuruppin. Foto: Weirauch

Also sprechen wir Friedhofsbesucher an, keiner kann uns helfen. So machen wir uns auf den Weg, angesichts der Größe des Friedhofs ist es im wahrsten Sinne “ein weites Feld”. Nur der Zufall als Schnittpunkt von Notwendigkeiten kann uns zuhilfe kommen. Für uns war es notwendig, unseren Ausflug mit einem positiven Erlebnis zu beenden, das unsere Herzen warm werden lässt an diesem frostigen Wintertag. Suchet und ihr werdet finden … Und wir fanden die Grabstätte des jüngsten Dichtersohnes fast in der Nähe des Haupteinganges. Geht man auf die Kapelle zu, liegt es auf der linken Seite im Feld 16. Dank der Fontane-Gesellschaft ist es erhalten geblieben und wird auch gepflegt. Schön wäre es, wenn es auch hier ein Hinweisschild gäbe. Aber bis zum Fontane-Jubiläum ist ja noch etwas Zeit.

Vielleicht entwickelt die Stadt für die Gäste bis dahin auch eine bessere App für einen Fontane-Rundgang – ähnlich wie es sie für den Brandenburger Ortsteil Plaue (Fontane in Plaue) schon gibt. Allerdings kämen die Besucher dann weniger mit den Einwohnern ins Gespräch – und es sind doch die menschlichen Begegnungen, die das Leben so abwechslungsreich machen. Ganz im Sinne von Theodor Fontane.

PS: Ob Theodor Fontane auch Windbeutel gemocht hätte? Wir haben im Café Stoye einem leckeren Windbeutel mit viel Schlagsahne und sauren Kirschen (2,90 Euro) unseren Rundgang Revue passieren lassen und beschlossen, spätestens im nächsten Jahr wieder zu kommen.

Und nicht zu vergessen, in der Weinhandlung an der Fischbänkestraße gab es einen sehr guten Rotwein mit einem Abbild von Fontane. Das wirft die nächste Frage auf, liebte er Rotwein?

Yvonne Krause, Chefin des Weinhauses am Neuen Markt von Neuruppin mit der Fontane - Edition, Foto: Weirauch
Yvonne Krause, Chefin des Weinhauses am Neuen Markt von Neuruppin mit der Fontane – Edition, Foto: Weirauch

Mehr Infos zu Theodor Fontane gibt es hier bei der Theodor – Fontane-Gesellschaft in Neuruppin. 

2019 ist Fontanejahr

Als ein Baustein der zentralen Landeskampagne „Fontane.200“ reiht sich Kulturland Brandenburg im nächsten Jahr neben der Leitausstellung „Fontane.200/Autor“ im Museum Neuruppin, der Ausstellung „Fontane.200/Brandenburg“ im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Potsdam, dem Schülerbegleitprogramm und dem Jugendprojekt „Word&Play“ ein.
Weiterhin beteiligen sich die Universität Potsdam, das in Potsdam ansässige  Theodor-Fontane-Archiv

sowie die Theodor Fontane-Arbeitsstelle, Seminar für Deutsche Philologie bei der Georg-August-Universität Göttingen

mit einem wissenschaftlichen sowie die Fontanestadt Neuruppin in Kooperation mit zahlreichen Partnern mit einem vielfältigen kulturellen Programm. Das Fontanejahr wird  am 30. März 2019 in Neuruppin eröffnet. Hier geht es zur Fontaneausstellung des HBPG am Potsdamer Neuen Markt.

Robert Rauh schreibt über seine neuen Wanderungen auf den Spuren zu Theodor Fontane auf der empfehlenswerten Seite  http://fontanes-wanderungen.de/

Hier einzelne Fontanetipps auf einfachraus.eu

+ Bei Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland

+ Robert Rauh und Erik Lorenz fulminantes Buch zu den fünf Schlössern

+ Zum Grab von Theodor Fontane in Berlin

+ Spurensuche in Wustrau

 

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