Potsdam

Hier finden Sie Interessantes zur Stadt Potsdam und Umgebung. Viele Ideen die den Besuch der Landeshauptstadt von Brandburg noch spannender machen werden hier einfach und verständlich erklärt. Es geht darum keine langen Geschichten über Potsdam in einem Monolog darzulegen sondern die Geheimtipps denen zu geben die wirkliches Interesse in Potsdam haben.

Potsdam

Ein Ayurveda – Kurzentrum für Potsdam

LandgutNedlitz (6)

Der Potsdamer Norden wird immer attraktiver. Im Ortsteil Nedlitz, am Lerchensteig in der Nähe des Weissen Sees, eröffnet im Frühjahr die erste deutsche Dependance der Ayurveda-Marke Ashoka.

Ein Ayurveda – Kurzentrum für Potsdam

Wie auf der Homepage Landgut-Nedlitz.de zu erfahren ist, wird die neue Wellness-Oase von der Ayurveda-Expertin Birgit Moukom geführt. Der in den 30er Jahren erbaute Gebäudekomplex wurde in den letzten Jahren von der Berliner Investorin und Ayurveda-Liebhaberin, Michaela Glampe-Irmscher mit Leidenschaft restauriert.

Das Areal kann auf eine spannende Geschichte verweisen. Ursprünglich wurde es als Reithalle mit Ställen und Wohngebäuden für die deutsche Reitermannschaft zu den Olympischen Sommerspielen 1936 erbaut.  Hans-Christian Voß schreibt dazu auf Facebook in der Potsdam-Gruppe „Gebaut wurde die Anlage als Sportzentrum der Kavalleriekaserne Krampnitz. Die deutsche Olympiamannschaft bestand fast nur aus Angehörigen des Hannoveraner Kavallerieregimentes. Deswegen gab es dort verschiedene Spring-, Dressur- und Poloplätze.“ Ab 1937 entstand im benachbarten Krampnitz die Heeres-Reitschule. Vorläufer war die Kavallerieschule Hannover, die 1937 von Hannover nach Krampnitz verlegt wurde.

Zu DDR-Zeiten war in der Reithalle eine Möhrenverarbeitungslinie der LPG Gemüseproduktion Neufahrland untergebracht, weiß Hans-Christian Voß. Auch Silvia Neugebauer erinnert sich an ihre Zeit am Lerchensteig. Sie schreibt unter anderem: „In dem Gebäude (das direkt am Reitstall angeschlossen ist) wurden zu DDR Zeiten von russischen Frauen Möhren geputzt. Die sind auf einem Fließband vor Ihnen langgefahren, jeder hatte einen Eimer vor sich und immer wenn ein Eimer voll war, gab es einen Strich auf einer Liste. Immer wieder von vorn, nach Akkord wurden sie bezahlt, ich habe dort in den Ferien mal gearbeitet.“ Die von der LPG produzierten Möhren wurden für die LPGeigene Feinfrostung im benachbarten heute zu Potsdam gehörenden Ortsteil Kartzow Ortsteil sowie für eine Firma in Beelitz, die Kindernahrung herstellte, geliefert.

Die LPG Neufahrland unterhielt auf dem Gelände bis Mitte der 80er Jahre auch einen Reitstall.

Davon zeugt ein Video, das der Potsdamer Pferdexperte Christoph Müller auf Facebook hochlud. Hier kann man es anschauen.

Wohnen im Gästehaus

Einen Vorgeschmack auf das Gästehaus geben die Betreiber auf ihrer Seite. Dort heißt es u.a.: „Nur 13 Zimmer – ob kleine, feine „Kemenate“, große Suite oder Doppelzimmer mit Wasserblick, ob das Freundinnenzimmer oder die Therapiezimmer – alle versprühen die Wärme der roten Erde und Sonne, alle duften nach Zirbelholz und haben ihre eigene Terrasse mit Blick über das weite Anwesen bis hinaus auf den Fahrlander See.“

Auch ein Restaurant lädt ein

In den ehemaligen Stallungen entstand, wie auf der Homepage zu lesen ist, ein Restaurant. „Mittelpunkt ist die lange Tafel für bis zu 18 Gäste, an der die Hausgäste ihren Lunch einnehmen, Einzeltische auf Wunsch rundherum. Vor den ehrwürdigen Klinkerwänden finden sich lauschige Sitzgruppen und eine Bar aus Stirnholzparkett und Walnussholz.“ Gekocht werde ayurvedisch

Die Rosmarin-Küche

“Unsere ayurvedischen Gäste und alle, die neugierig auf gesunde Ernährung sind, finden sich abends in der Rosmarin-Küche ein. Ein kleines Abendbuffet steht täglich bereit, Kochkurse ganz im Zeichen der Ayurveda-Küche werden regelmäßig angegeboten und ein kulinarisches Zusammensein zelebriert. Hier darf Kochen Freude machen, fremde Aromen inspirieren und animieren zum Nachkochen. Der Name der Rosmarinküche kommt vom Kräutergarten, der direkt vor der Küche angelegt ist und so manche Besonderheit in sich birgt: Bergpfefferminze und Sezuan-Pfeffer, Senfkorn und Koriander.”

Hintergrund zu den Ashoka Spas und Therapiezentren:

Authentisches Ayurveda – das ist das Credo der Ashoka Zentren. Gegründet im Jahre 2007, bieten sie eine holistische Ausrichtung und die Chance, eine Gesundheitsreise, basierend auf den ayurvedischen, authentischen Heilmethoden, in Europa zu verbringen. Mit dem Spa- und Gesundheitskonzept, das über die vergangenen Jahre kontinuierlich weiterentwickelt wurde, lernt der Gast den Umgang mit der “Stress-Falle” nachhaltig zu ändern und langfristig gesund und in Selbstverantwortung zu leben. Die Angebote umfassen spezielle Ernährungs- und Entgiftungskonzepte, Energiemedizin, Beratung durch Life-Coaches, aber auch Behandlungen durch indische Ayurveda-Ärzte und Heilpraktiker. Kompetente und einfühlsame Beratung und Behandlung nach westlichen Qualitätsstandards. Neben einem bereits in Portugal existierenden Spa ist das vor der Eröffnung stehende Ayurveda-Kurzentrum im Potsdamer Ortsteil Nedlitz das zweite der Marke Ashoka.

Bald rattert eine Gartenbahn übers Gelände

Zumindest verspricht das die Homepage. dort steht: “Und noch ein Lieblingsstück für die Familie und ihre internationalen Gäste: Die alte Park-Eisenbahn aus dem Britzer Garten. Raritäten der Modellbahn-Leidenschaft werden hier en detail gepflegt, liebevoll restauriert und tuckern ab und an durch das Grün. So entdecken Sie hier den einzigen Nachbau der ersten elektrischen Straßenbahn weltweit – schön ist sie, und voller Nostalgie. Geschaffen für Kindheitsträume, für eine persönliche Reise in frühere Zeiten, für einen kleinen Ausflug, als die Tage noch voller Naivität und Neugierde waren!”

  • Informationen zum Landgut Nedlitz

  • Am Rande von Potsdam
  • Adresse: Lerchensteig 40 B, 14469 Potsdam
  • Tel.: +49 331.96 79 46-0
  • Mail: welcome@landgutnedlitz.de
  • Internet: www.ashoka-ayurveda.com
  • und www.landgutnedlitz.de
1 Stunde wegPotsdamSchlösser und Burgen

UNESCO-Welterbe: Schloss Sanssouci in Potsdam

Sanssouci - 2018 (11)

Zu Friedrichs 306. Geburtstag am heutigen 24. Januar 2018 war eine Menge los an seinem Grab auf der obersten Terrasse. Wie jedes Jahr versammelten sich seine Fans und Verehrer, darunter auch eine Abordnung einer Gardeeinheit aus Berlin.

 

Schloss Sanssouci adelt Potsdam. Es ist das berühmteste aller Preußenschlösser. Und hat die wohl meisten Besucher pro Jahr. Kein Schloss sorgte aber in seiner Entstehungszeit so für Ärger wie Sanssouci, das Schloss ohne Sorge oben auf dem Weinberg am Rande Potsdams.

Schloss Sanssouci in Potsdam am 24. Januar 2018, Foto: D.Weirauch
Schloss Sanssouci in Potsdam am 24. Januar 2018, Foto: D.Weirauch

Und das nur, weil ein eigenwilliger König, Friedrich der II. von Preußen, auch Friedrich der Große genannt,  sich in  Planung und Bauausführung einmischte. Im Januar 2012 jährte sich dessen Geburtstag zum 300. Mal. Am 13. Januar 1745 verfügte Friedrich der Große in einer Kabinettsorder den Bau eines „Lust-Hauses zu Potsdam“.

Sanssouci aus der Luft im Jahr 2016, Foto: D.Weirauch
Sanssouci aus der Luft im Jahr 2016, Foto: D.Weirauch

Nach dessen Skizzen fertigte der Architekt Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff, der später auch in Berlin mehrere bedeutende Bauten für den König errichtete,  Entwurfszeichnungen an. Den Vorschlägen Knobelsdorffs, das Gebäude durch ein Sockelgeschoss zu erhöhen, zu unterkellern und bis nahe an den Rand der obersten Terrasse zu stellen, um dem Gebäude vom Parterre aus gesehen eine bessere Wirkung zu verleihen, widersprach Friedrich.

Foto: Bernd Kroeger © Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg
Foto: Bernd Kroeger © Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg

Er wünschte kein repräsentatives Gebäude, sondern ein intimes Wohnschloss im Stil des Rokoko, das nur seinen privaten Bedürfnissen entsprach. Einen ebenerdigen Bau, dessen Sockel der Berg war, ein „maison de plaisance“, ohne eine Vielzahl von Stufen, um vom Innenraum direkt auf eine breite Terrasse und von dort in den Garten zu gelangen.

Vom Schloss: Bester Blick in den Park

Die autokratische Wesensart Friedrichs des Großen schränkte somit auch die baukünstlerischen Vorstellungen Knobelsdorffs ein, der die eigenwilligen Wünsche seines Auftraggebers architektonisch umzusetzen hatte. Nach nur zwei Jahren Bauzeit fand dann am 1. Mai 1747 die Einweihung des Weinbergschlosses statt, obwohl noch nicht alle Räume fertiggestellt waren.

Park Sanssouci Foto: Radke

Außer in Kriegszeiten lebte Friedrich dort in den Sommermonaten von Ende April bis Anfang Oktober. Das Gebäude war nur für den König und von ihm ausgewählte Gäste konzipiert. Seine Gemahlin Elisabeth Christine von Braunschweig-Bevern, mit der er seit 1733 verheiratet war, besuchte  Sanssouci (frz. sans souci „ohne Sorge“) nie. Sie wohnte im heute zum Stadtbezirk Pankow gehörenden Schloss Berlin-Niederschönhausen.

Foto: Hans Christian Krass © Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg
Foto: Hans Christian Krass © Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg

„Eine ausgelassene Gesellschaft von Bachhantinnen und Bacchanten aus Sandstein nimmt das Motiv des Weinberges wieder auf und gibt sich ganz „sans souci“ – ohne Sorge.“ schwärmt der der im Prestel Verlag erschienene Führer über das Schloss. Im Ehrenhof wird der Gast von einer majestätischen Säulenkolonnade empfangen. Diese fast klassizistische Ansicht betont den offiziellen Charakter.

Am Schloss Sanssouci, Foto: D. Weirauch

Der König war im Weinbergschloss nicht nur geistvoller Gastgeber, sondern in erster Linie König. Im Marmorsaal, der durch acht korinthische Säulenpaaare aus Cararamarmor gegliedert ist, fanden die berühmten „Tafelrunden“ statt. Der Raum erinnert an das Innere des Pantheon in Rom. Während der Führung durch das Refugium kann auch die Bibliothek erlebt werden. Es ist der intimste Raum des Schlosses und einer der schönsten des friderizianischen Rokokos. Auch das Konzertzimmer gehört zu den schönsten Innenräumen des gemeinsam mit Schlössern in Berlin und Potsdam zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörenden Weinbergschlosses.

Carl Philipp Emanuel Bach spielte im Konzertzimmer

Adolph Menzel hat das Musikzimmer im Schloss Sanssouci eindrucksvoll in seinem berühmten Gemälde „Flötenkonzert Friedrich des Großen in Sanssouci“ verewigt. Den Mittelpunkt des Gemäldes bildet Friedrich der Große, die Querflöte im Ansatz, das Notenpult mit Kerzen beleuchtet. Er wird vom Cembalo und einer Streichinstrumentengruppe begleitet.

Ich erinnere mich an das bild, das bei meinem Großeltern hing: Rechts im Bild steht ein älterer Zuhörer, den Blick nicht dem König zugewandt, sondern auf den Boden gerichtet. Es ist der Flötenlehrer Friedrich des Großen, Johann Joachim Quantz. Am Cembalo sitzt Carl Philipp Emanuel Bach. 28 Jahre stand Bach im Dienst des Königs.

Später kamen zwei Seitenflügel hinzu

Unter dem Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV. wurde Schloss Sanssouci 1840–1842 durch Umbau und Verlängerung der zwei Seitenflügel erweitert. Ludwig Persius erstellte die Entwurfszeichnungen. Mit der örtlichen Bauaufsicht wurde Ferdinand von Arnim beauftragt.

Der Westflügel oder auch Damenflügel war als „Logierzimmer für Hofdamen und Fremde“ vorgesehen. Im Ostflügel wurde die Küche untergebracht. Die Küche wurde nach 1990 mit Spenden von August Oetker wiederhergestellt und kann besichtigt werden. Auch der Weinkeller ist durch Sponsorenhilfe und Weinkennern  sogar mit Weinen aus den damaligen Anbauregionen gefüllt worden. Zum 300.Geburtstag Friedrichs wurden den die Menüdolgen ausgewertet. Lieblingswein des Königs war übrigens der französische Bergerac.

Durch die Kolonnaden des Ehrenhofes erblickt man den Ruinenberg. Auf ihm befindet sich das Staubecken, das die Fontänen im Garten mit Wasser versorgt. 1748 wurde es mit künstlichen Ruinen zu einer antiken Landschaftsstaffage geformt.

Aber kein anderes Schloss ist so mit der Persönlichkeit Friedrichs des Großen verbunden wie Schloss Sanssouci. Der Name Sanssouci – ohne Sorge – ist dabei als Wunsch und Leitmotiv des Königs zu verstehen, denn hierher zog er sich mit seinen Hunden am liebsten zurück. Sein Sommersitz war ihm zuletzt Lieblingsort und wichtiges Refugium in schwierigen Zeiten. Im Winter wohnte er in Berlin oder im Potsdamer Stadtschloss.

Schloss Sanssouci in Potsdam, Foto: Dieter Weirauch
Schloss Sanssouci in Potsdam, Foto: Dieter Weirauch

Die allesamt festlichen Räume von Sanssouci sind geprägt von Eleganz und stilvoller Prachtentfaltung. Sie lassen aber auch die Liebe des Königs zu der herrlichen Umgebung, dem preußischen Arkadien, deutlich spüren. Bemerkenswert ist, dass sich der König auf der obersten Weinbergterrasse in einer Gruft beisetzen lassen wollte. Auch im Tode wollte er seinem Sanssouci nahe sein. Sein testamentarischer Wunsch ist allerdings erst 1991 in Erfüllung gegangen.

Friedrichs Grab am Schloss Sanssouci in Potsdam, Foto: D. Weirauch
Friedrichs Grab am Schloss Sanssouci in Potsdam, Foto: D. Weirauch
Grab Friedrch der Große am Schloss Sanssouci, Foto: D.Weirauch

Zum Ensemble des Schlosses Sanssouci gehören auch die prachtvolle Bildergalerie sowie das Schloss Neue Kammern.

Die langjähruige Kustodin der Stiftung Saskia Hünecke schwärmt: “Das Schloss Sanssouci mit seinen Terrassen stellt den geistigen Mittelpunkt dar, dem sich alles Umliegende unterordnet – ganz in barocker Tradition.”

Die Hauptallee, deren Endpunkte zum einen ein Obelisk und zum anderen das Neue Palais bilden, erstreckt sich über 2,5 km. Sternförmig verlaufende Wege und Sichtachsen, verschlungene Pfade, die Mischung aus Zier- und Nutzgärten sowie zahlreiche Statuen, Fontänen und Teiche rhythmisieren und schmücken das Areal. Eingeflochten in den angrenzenden Landschaftspark, der im Wesentlichen die Handschrift Peter Joseph Lennés trägt, sind eindrucksvolle Bauten wie die Orangerie, das Neue Palais, die Bildergalerie, das Chinesische Haus, die Römischen Bäder und Schloss Charlottenhof.

  • Informationen zu Schloss Sanssouci

  • Adresse: Maulbeerallee, 14469 Potsdam
  • Öffnungszeiten/Preise:
  • Januar bis März
  • Gültig 02.01.2018 – 29.03.2018
  • Montag: geschlossen
  • Dienstag – Sonntag: 10:00 – 16:30
  • April bis Oktober
  • Gültig 30.03.2018 – 31.10.2018
  • Montag: geschlossen
  • Dienstag – Sonntag: 10:00 – 17:30

Letzter Einlass 30 Minuten vor Schließzeit

Der Besuch von Schloss Sanssouci ist an feste Einlasszeiten gebunden. Karten sind ab 10:00 Uhr für den jeweiligen Tag an der Schlosskasse erhältlich. Da die Anzahl der Eintrittskarten pro Tag begrenzt ist, empfehlen wir Ihnen, Ihr Ticket frühzeitig im Online-Ticketshop zu buchen.

Schloss Sanssouci in Potsdam am 24. Januar 2018, Foto: D.Weirauch
Schloss Sanssouci in Potsdam am 24. Januar 2018, Foto: D.Weirauch

Besichtigung mit Führung oder Audioguide

Preis: 12.00 € ermäßigt: 8.00 €

Kartenvorverkauf hier: https://tickets.spsg.de

Hier geht es zu meinem kleinen Text zum Flötenspieler von Sanssouci, den ich im März 2014 dort besuchte.

Hier zur informativen Seite der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin Brandenburg.

Wer weitere informationen zu den deutschen Welterbestätten auf dem UNESCO-Welterbe sucht, der wird hier fündig.

Ebenso auf der Seite des UNESCO-Welterbevereines mit Sitz in Quedlinburg.

Hier unsere Impressionen eines Winterspazierganges durch den Park von Sanssouci.

Baedeker Reiseführer Berlin, Potsdam

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Potsdam

LebensArt in Kartzow

Kartzow-erge (4)Schlosspark Kartzow im April: LebensArt

Bereits in wenigen Wochen werden die Weichen für die Gartensaison 2018 gestellt. Passend zur beginnenden Vegetationsperiode kommt die bekannte Ausstellung LebensArt in den Schlosspark von Schloss Kartzow bei Potsdam. Vom 13. bis 15. April können sich Gartenfreunde – und solche, die es werden wollen – neue Inspirationen holen.

Der Frühling beginnt ….

mit der LebensArt

Der Stadtgarten, bei dem Hinterhöfe, Dachterrassen und Balkone zu kleinen grünen Oasen werden, ist im Trend. Kräuter und Nutzpflanzen bilden mit Stauden und Blumen eine Einheit. Moderne Pflanzgefäße, kleine Brunnen und hochwertige Möbel machen die Freiluftoase zum zweiten Wohnzimmer im Freien. Multifunktion ist dabei Trumpf: Hochwertige Tische, die zusätzlich über eine Grillfunktion verfügen, sorgen für viel Spaß in geselliger Runde. All das und noch viel mehr bietet die LebensArt im Schlosspark auf Schloss Kartzow.

Auch in Sachen Farbe gibt es einen neuen Trend: Grün ist die Farbe der Saison! Frisches Frühlingsgrün harmoniert dabei wunderbar mit dunklen Olivtönen. Mit zusätzlichen Farben lässt sich der grüne Look variieren: Mit blau wird es maritim, mit gelb farbenfroh strahlend und mit dezenten Grautönen modern. Witzige Accessoires, wie Gartenzwerge in Neon-Farben, bringen ein Augenzwinkern in den gar nicht spießigen Stadtgarten.

 Aktuelle Gartentrends

Speziell für Gartenneulinge ist die LebensArt im Schlosspark von Schloss Kartzow ein lohnendes Ziel. Fachgärtnereien beraten vor Ort, welche speziellen Anforderungen die Pflanzen an ihre neue Umgebung stellen. Dass ein blühender Garten gar nicht aufwendig sein muss, vermittelt Niels Gade von HeucheraWelt aus Stahnsdorf. Neben dem Purpurglöckchen, das auch an schattigen Standorten aufs Beste gedeiht, bietet er die Staude des Jahres 2018, die Hemerocallis, an. Die Taglilie, wie sie auch genannt wird, ist in puncto Pflegeleichtigkeit und Schönheit den meisten Pflanzen weit überlegen. Einmal gepflanzt und ordentlich gedüngt verlangt sie nicht mehr und nicht weniger als eine gute Wasserversorgung und einen windgeschützten Standort. Da sie auch im Topf kultiviert werden kann ist die Taglilie ideal für den Balkon und bestens geeignet für Berufstätige und Garteneinsteiger.

Zusätzliche Tipps bietet Niels Gade in seinen täglichen Staudensprechstunden, die er direkt an seinem Stand hält. Mit 70 Sorten der blühfreudigen Staude kommt er nach Schloss Kartzow, da ist garantiert für jeden die passende Sorte oder Farbe dabei.

Sonderschau TierArt

Ein weiterer Trend, den die Macher der LebensArt erstmals präsentieren, ist das Thema TierArt. Mit einer Sonderschau, an der sich rund zehn Firmen beteiligen, wird des Deutschen liebstes Kind, der Hund oder die Katze, entsprechend gewürdigt. Hochwertiges Zubehör wie handgefertigte Leinen und Halsbänder, Reisetaschen und Betten und sogar Modisches wie wärmende Hundemäntel warten hier auf ihre neuen Besitzer. Sogar luxuriöse Katzenkratzbäume für Stubentiger werden angeboten. Auch die Ernährung der lieben Kleinen kommt nicht zu kurz: gesunde Leckerlis aus Insekten, hausgemachte Kekse aus kleinen Manufakturen und spezielle Nahrungs-ergänzungsmittel für das gesunde Tier ergänzen das Angebot. Hinzu kommt die passende Unterhaltung, die von der Ernährungsberatung bis hin zu Vorführungen jede Menge zu bieten hat. Wie der spielerisch wirkende Hundesport Dog-Agility aussieht und dass dabei nicht nur Hunde fit werden sondern auch der Mensch sportlich gefordert ist, zeigen die Mitglieder des Vereins Potsdamer Hundesportler e.V. mit ihren tierischen Partnern in täglichen Vorführungen.

„Beste Unterhaltung mit Vorführungen, Musik und Kleinkunst, verbunden mit einem schönen Einkaufserlebnis im Freien und hochwertiger Gastronomie, das ist die LebensArt“, zeigt sich Projektleiter Kevin Holstein vom Veranstalter Das AgenturHaus GmbH (Lübeck) überzeugt. Für eine umfassende Vielfalt sorgen dabei die Händler, die von nah und fern in den Schlosspark kommen. Wie er bestätigt, haben bereits zum jetzigen frühen Zeitpunkt mehr als 90 Aussteller fest zugesagt. „Freie Plätze werden langsam rar, aber ein paar schöne Flächen für Unternehmen aus der Region haben wir noch in petto“, so Holstein. Traditionell liegt der Schwerpunkt der LebensArt im Bereich Garten und Einrichtung. Aber auch Handwerksbetriebe, die sich dem gehobenen Innenausbau widmen, und kleine Manufakturen haben noch gute Chancen auf eine schöne Ausstellungsfläche, wie er anmerkt. Er empfiehlt dennoch all´ jenen eine rasche Kontaktaufnahme, die mit dabei sein möchten.

Informationen zur LebensArt

Die LebensArt im Schlosspark von Schloss Kartzow ist vom 13. bis 15. April jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt für Erwachsene beträgt acht, ermäßigt sieben Euro. Kinder bis einschließlich 15 Jahre erhalten in Begleitung Erwachsener – freien Eintritt. Weitere Informationen können unter 0451- 899 06 456 beziehungsweise per E-Mail an holstein@das-agenturhaus.de und im Internet unter www.lebensart-messe.de abgerufen werden.

Schloss Kartzow am Rande von Potsdam, Foto: D.Weirauch
Schloss Kartzow am Rande von Potsdam, Foto: D.Weirauch
Potsdam

Eisbahn im Potsdamer Hafen

Eisbahn vor imposanter Kulisse im Potsdamer Hafen, Foto: Weisse Flotte PotsdamEisbahn vor imposanter Kulisse im Potsdamer Hafen, Foto: Weisse Flotte Potsdam

Eisbahn im Potsdamer Hafen mit kulin­arischem Anschluss

In der Zeit vom 12.01.2018 bis zum 26.02.2018 eröffnet die Weisse Flotte Potsdam eine 10 x 30 Meter große Eisbahn im Potsdamer Hafen. Die 300 Quadratmeter große Eisbahn liegt direkt im Hafen vor dem Restaurant „El Puerto“.  Direkt neben der Eisbahn werden Groß und Klein mit kleinen Speisen, Glühwein, fruchtigem Kinderpunsch und heißer Schoki versorgt.

Eisbahn im Potsdam im Potsdamer Hafen Foto: Weisse Flotte Potsdam
Eisbahn im Potsdam im Potsdamer Hafen Foto: Weisse Flotte Potsdam

Die Eisbahn hat von Dienstag bis Freitag ab 14 Uhr geöffnet, an den Wochenenden bereits ab 10 Uhr und kann bis 21 Uhr und am Freitag und Samstag bis 21.30 Uhr befahren werden. Einen Schlittschuhverleih sowie die beliebten Helfer für Kinder, wie Pinguine oder Eisbären, gibt es vor Ort.

Familien mit Kindern dürfen sich auf besondere Veranstaltungen, beispielsweise Eismärchenlauf oder den Kinderfasching auf dem Eis freuen. Für Kindergeburtstage gibt es ebenfalls ein besonderes Angebot.

Eisbahn im Potsdamer Hafen

Für die größeren Gäste werden ein After-Work Package und eine Eis-Disco, immer samstags von 17:30 bis 21:30 Uhr, angeboten. Interessierte Schulklassen können die Vormittagsstunden von Dienstag bis Freitag reservieren.

Eine Laufzeit beträgt 2,5 bzw. 3,5 Stunden, danach wird jeweils die Eisfläche regeneriert, um eine erstklassige Eisqualität zu gewährleisten. Pro Laufzeit zahlen Erwachsene 4,50, Jugendliche (13-17 Jahre) 4 Euro und Kinder (bis 12 Jahre) 3,50 Euro. Zusätzlich werden ermäßigte Familien- und Gruppentickets angeboten.

Die städtische Energie und Wasser Potsdam ist als Partner für Strom und Wärme mit im Boot. Deshalb hält die EWP für ihre Strom- und Gaskunden 500 Gutscheine bereit, die den kostenlosen Eintritt ermöglichen. Abzuholen sind diese im Kundenzentrum der Stadtwerke in der Wilhelmgalerie – solange der Vorrat reicht.

Infos zur Eisbahn in Potsdams Stadthafen

Preise, Eislaufzeiten und alle Veranstaltungen gibt es auf der Homepage www.eisbahn-potsdam.de

Telefon: 0331 2759225, E-Mail: reservierung@eisbahn-potsdam.de

Foto:Weisse Flotte Potsdam
Foto:Weisse Flotte Potsdam

Die Weisse Flotte Potsdam betreibt im Sommer auch den historischen Dampfer “Gustav”, eines der wenigen noch mit Kohle betriebenen Dampfschiffe in Deutschland. Hier mein Bericht zu “Gustav”.

Potsdam

Meeresrauschen – Auszeiten in Bildern und Geschichten

Meeresrauschen DuMont Bildband Cover 300dpi

Der Meer wirft silberne Glanzlichter auf den Alltag, egal ob Sie sich an einem Regentag in die Sofaecke kuscheln und in Gedanken dem Meeresrauschen lauschen. Oder ob Sie sich, inspiriert von unseren Geschichten und Tipps mit Meerwert, auf den Weg machen und selbst die Nase in den Wind halten. Das Gute ist: Wer sein Meerweh stillen will, muss gar nicht weit fahren, denn in Europa gibt´s gleich vier Meere: Ostsee, Nordsee, Atlantik und Mittelmeer.

Mit Meeresrauschen – Vom Glück, am Wasser zu sein. Kleine Auszeiten in Bildern und Geschichten, erschienen im  DuMont Reiseverlag gibt es ein Buch zum wegträumen. Es ist ein ideales Geschenk.

„Das Meer ist nur ein Behälter für alle die ungeheuren, übernatürlichen Dinge, die darin existieren; es ist nicht nur Bewegung und Liebe; es ist die lebende Unendlichkeit.“ Jules Verne

Warum das Meer eine so große Anziehungskraft auf die Menschen hat, ist nicht zu erklären. Doch die Sehnsucht nach Entschleunigung und das damit verbundene Meerweh kennen viele. Und jeder hat einen eigenen Grund, warum das Meer uns glücklich macht.

Im Bildband Meeresrauschen kommen in 35 reich bebilderten Kurzepisoden bekannte Reiseschriftsteller/innen und Blogger/innen zu Wort und bieten in vier Kapiteln Reiseinspiration. Ob sie sich nur eine kleine Auszeit am Meer nehmen oder das große Abenteuer wagen, eines haben sie alle gemeinsam: es geht um Sehnsucht, es geht um das Meer, die beeindruckende Natur und die große Freiheit.

Jenny Mitscher und Sebastian Ritter verbringen eine Nacht ganz alleine auf einer Insel, Elke Weiler reist nach Skagen in Dänemark und steht an der Stelle, an der zwei Meere aufeinandertreffen, und Marion Hahnfeldt verbringt drei Monate auf einer Hallig und lernt das Halligleben und deren Bewohner kennen. Die Autoren und Autorinnen erkunden das Meer an der Ostsee, an der Nordsee, am Atlantik und am Mittelmeer und lernen dabei sowohl die stillen als auch die wilden Seiten kennen. Für malerische Buchten, Strände und Klippen muss man dabei gar nicht unbedingt weit reisen, vieles erlebt man schon ganz in der Nähe.

r wie rauschen

Die meisten Menschen mögen das Rauschen des Meeres – auch wenn es noch so laut ist. Woher das Geräusch nun kommt? Während die Wellen brechen, mischen sich Milliarden von Luftbläschen ins Wasser. Durch den Druck beginnen sie zu schwingen. Schallwellen entstehen und breiten sich in der Luft aus. Und das Ende vom Lied: Je größer die Luftblase, desto tiefer der Ton.

W wie Westsee

Nordsee, Ostsee, Südsee, aber warum gibt es keine Westsee? Gibt es nicht? Alles eine Frage des Standpunktes. In Dänemark etwa heißt die deutsche Nordsee Versterhavet, also Westsee, auch auch die Esten haben eine Westsee, die deutsche Ostsee nämlich.

Tallink-Fährschiffe Richtung Ostsee, Foto: D.Weirauch

Maike Grunwald

“Danzig, Polen: Stadt, Strand, Fluss: Faulenzen am Starnd – das ist sicher nicht das Erste, woran man bei einem Städtetrip nach Danzig denkt. Ist die alte Hansestadt doch berühmt für ihre Kultur und Geschichte, für Bernstein und das malerische Zentrum an der Mottlau. Aber etwas abseits der Touristenpfade liegt er: der Ostseestrand von Brzezno.

Im 19. Jahrhundert war das Danziger Wohnviertel ein eigener Badeort: Brösen, gegründet von dem Arzt Johann Georg Haffner, Pionier der damals revolutionären Badekultur und Gründer des mondänen Kurorts Zoppot. Lief es anfangs schlecht – weil “Baden schlecht sei für die Gesundheit” – wurden Seebäder beliebt, als die reichen Danziger in Zoppot ihre Wochenendhäuser bauten.

Bernstein: Kaum ein Ort zelebriert das “Gold der Ostsee” so wie Danzig. Schon 1477 gab es hier die erste Bernsteingilde. Herrliche Arbeiten aus dem 17. Jahrhundert sind im Bernsteinmuseum im malerischen Zentrum zu bewundern. Schönen Schmuck bekommt man – mit Echtheitszertifikat der Bersteinkammer – in den vielen Galerien in der Frauengasse (ul. Mariacka) oder an der Mottlau-Promenade (Dlugie Pobrzeze).”

Maike Grunwald entdeckte die ponische Ostseeküste bald nach der Wende. Mindestens einmal zieht es sie an die Ostsee, um zu sehen, was neu in Danzig ist. Schwimmen in den Sonnenuntergang – das liebt sie sehr. Sie schreibt u.a.einen Reisetageblog.  Hier geht es zur Homepage von Maike Grunwald.

Nicole Biarnes

schreibt über das Schweben. “Damals, als Au-pair-Mädchen, wohnte ich ganz in der Nähe der Puente Colgante, der spektakulären Hängebrücke in der Nähe Bilbaos. Diese Schwebefähre transportierte mit einer so genannten Transportbarke Autos und Personen von einem Ufer zum anderen. Fast täglich bin ich damit von Las Arenas zu meiner Freundin Maria nach Portugalete übergesetzt. Damals habe ich mich geärgert, weil ich immer so lange warten musste, bis die Schwebefähre wieder auf meiner Seite ankam. Heute darf man auch zu Fuß über die Brücke laufen.”

Für Nicole Biarnés gibt es nichts Beruhigenderes als das Geräusch der Wellen. Der weite Blick über das Meer weckt in ihr ein Gefühl von Freiheit. Sie liebt es, die Welt über wie auch unter Wasser kennenzulernen und durch die Meere dieser Welt zu schwimmen.”

Nicole lebt in Barcelona, hier geht es zu ihrem tollen Blog. Dort und Berlin lernte ich sie kennen.

Reisebloggerin Nicole Barnes Foto: privat
Reisebloggerin Nicole Barnes Foto: privat

Jutte M. Ingala: Ob Texel noch zu

“Friesland gehört oder eher zu Nordholland, darüber wird unnötigerweise gestritten. Tatsächlich war das Eiland früher mit dem Norden Hollands verbunden. Und zwar bis zum Jahr 1170, als eine gewaltige Sturmflut gegen die Küsten rollte, Land ins Meer riss und aus Festland Inseln machte. In den folgenden Jahrhunderten schützten Deiche die Insel, deren höchste Erhebung gerade einmal 15 Meter über dem Meeresspiegel aufragt. Dass aber auch Deiche brechen können, wissen wir nicht erst seit Storms “Schimmelreiter”. Auch auf Texel durchbrach 1851 eine weitere starke Sturmflut die Schutzdeiche im Westen und überschwemmte das Binnenland. Übrig blieben die Salzwiesen des Slufter und die Dünenlandschaft De Muy.

Kleine Lämmer auf Texel, Foto: Jacob van Kraaikamp
Kleine Lämmer auf Texel, Foto: Jacob van Kraaikamp

Lieblingssachen: Ein Bad in Schafwolle nehmen. 14000 Schafe gibt es auf der Insel, die liefern jede Menge wärmende Wolle. Darin baden, das gibt es nur auf Texel. Sich ein “Fiets” ausleihen und die Insel per Rad erkunden. Das Kräftemessen mit dem Wind ist nicht immer einfach, aber grandios. Und das Redwegenetz auf der Insel führt bis in den letzten Winkel.”

Ich war auch auf Texel, hier mein Bericht.

Jutta M. Ingalas Liebe zum Reisen kam über die Sprache. Ein Land lernt man nur kennen, wenn man sich auf die Menschen einlässt. Begegnungen sind darum auch heute noch die Essenz ihrer Geschichten von unterwegs.

 

Ich empfehle allen, die Ruhe, Weite und Sehnsucht nach Meer suchen: schaut Euch dieses gut gemachte Buch an, blättert darin und träumt…

Infos zum Buch:

  • Meeresrauschen – Vom Glück, am Wasser zu sein
    272 Seiten
    DuMont Reiseverlag
    Format 21,5×27,5cm
    Preis: € 26,90 (D) / 28,90 (A) / 35,90 (CH)
    ISBN: 978-3-7701-8221-3

 

Potsdam

Buchtipp für Biertrinker

Biergrüne-wocheimg_4722-1024x768Braumanufaktur Templin

Bier ist ja eines meiner Lieblingsgetränke oder das Lieblingsgetränk? Das hängt von der Qualität und dem Ambiente ab. Ständig bin ich deshalb auf der Suche nach kleinen Brauereien, heute auch Craftbier – Brauereien genannt. Einen kleinen Vorgeschmack auf die Biervielfalt bekommt man bein Lesen des Buches „111 Bier, die man getrunken haben muss!“

Es soll um die 5000 verschiedene Biersorten in Deutschland geben. Zumindest meinen das Bier-Experten. In dem Buch „111 Deutsche Biere die man getrunken haben muss“ (Emons Verlag) sind ein Bruchteil davon versammelt.

Die Fränkische Bierstraße
Die Fränkische Bierstraße

Klangvolle Namen neben weniger bekannten Bieren. Beispielsweise Becks’, Bitburger, DAB, Flensburger, Gaffel Köln, Hacker-Pschorr, Hasseröder, Hofbräu München, Holsten, Jever, König Pilsener, Lübzer, Radeberger, Sternburg, Faust, Veltins oder Wernesgrüner.

Ein Abend mit bayerischer Bier- und Esskultur Foto: Promo

Kurzporträts bekannter Brauereien

Das Buch ist lesenswert, schon wegen der teils launig geschriebenen Porträts der Brauereien. Viele der berühmten – und auch der weniger berühmten – Biere hierzulande haben eine so interessante Geschichte, dass man manchmal meinen könnte, sie wären zum Trinken fast zu schade. Das meine ich scherzhaft. Denn genießen wollen wir ja das Bier.

Und es kann ja nie schaden, wenn man mehr über die Flüssigkeit weiß, die man da zu sich nimmt. Zahlreiche Fragen werden in dem kurzweiligen Führer durch die Bierwelt beantwortet. Darunter solche: In welche Bierhauptstadt pilgern die Freunde des Gerstensaftes? Wo gibt es das stärkste Bier der Welt? Welche Brauerei ist fest in Frauenhand? Und gibt es in Köln mehr als nur Kölsch?

Braumeisterin Friederike Strate im Sudhaus, Foto: Brauerei Strate
Braumeisterin Friederike Strate im Sudhaus, Foto: Brauerei Strate

Auf Seite 72 stellt Thomas Fuchs in einem launigen Text die spannende Historie der Privatbrauerei Strate in Detmnold vor. 3 Frauen führen die Brauerei, die u.a. mit dem “Thusnelda-Bier” und immer wieder neuen Innovationen von sich Reden macht. Mehr gibt es hier darüber zu lesen.

Preisgekrönt: das Detmolder Thusnelda Bier, , Foto: Brauerei Strate
Preisgekrönt: das Detmolder Thusnelda Bier, , Foto: Brauerei Strate
Bräuhaus Kneipe Pur in Plaue am Rande von Brandenburg/Havel, Foto: D.Weirauch
Bräuhaus Kneipe Pur in Plaue am Rande von Brandenburg/Havel, Foto: D.Weirauch

Reise durch die Bierregionen

Sicher, die neuen Craftbrauereien und auch beliebte Gasthausbrauereien findet man kaum in dem Buch. Warum eigentlich nicht ? Auch die kleinste ostdeutsche Brauerei in Singen in Thüringen kommt, obwohl sie es schon wegen der original erhaltenen alten Brautechnik (inklusive der einmal wöchentlich arbeitenden Dampfmaschine durchaus verdient hätte), darin nicht vor.

Braumeister und Gastwirt Gernot Brätz vom Bräuhaus Kneipe Pur in Brandenburg - Plaue
Braumeister und Gastwirt Gernot Brätz vom Bräuhaus Kneipe Pur in Brandenburg – Plaue

Köstritzer Schwarzbier und Ur-Krostitzer

Dafür entdeckte ich das zum Radeberger Brauimperium gehörende, sich durch starken Geschmack auszeichnende Bier von der BraufactuM in Frankfurt/Main oder das rauchige Eibauer Schwarzbier aus der Oberlausitz. Ebenso sind Colbitzer Pils (Colbitz liegt nördlich von Magdeburg),

Deputatbier der glückauf Brauerei im Erzgebirge
Deputatbier der Glückauf Brauerei im Erzgebirge

das Engel Kellerbier aus Crailsheim, das Köstritzer Schwarzbier aus Bad Köstritz bei Gera (nicht zu verwechseln mit dem Ur-Krostitzer aus Krostitz bei Leipzig), und das Landskron Pilsener aus Görlitz vertreten. Und Rothaus Tannenzäpfle, die Badische Staatsbrauerei im Schwarzwald. In vielen Brauerein gibt es täglich Führungen.  Ich war unlängst in der Brauerei Faust in Miltenberg in Churfranken und konnte dort wieder viel Neues erfahren.

Brauerei Faust

Nach der Lektüre des Buches weiß ich auch, warum der Kronkorken 21 Zacken hat, der Urkronkorken aber 24 Zacken.

Sortiment aus der Braumanufaktur Potsdam, Foto: Braumanufaktur Potsdam
Sortiment aus der Braumanufaktur Potsdam, Foto: Braumanufaktur Potsdam

Tag des Deutschen Bieres

Übrigens findet jährlich am 23. April ein sogenannter Tag des Deutschen Bieres statt, mit dem die deutsche Brauwirtschaft an das Reinheitsgebot erinnert. Dieses Datum wurde laut Wikipedia gewählt, da am 23. April 1516 für das Herzogtum Bayern eine neue Landesordnung erlassen wurde, die eine Textpassage enthält, auf die sich zumeist bezogen wird, wenn von einem Reinheitsgebot die Rede ist.

bier

Thomas Fuchs versteht anzuregen, nicht nur die eine oder andere Biersorte auszuprobieren, sich näher mit der Geschichte der Brauerei in seiner Region zu beschäftigen. Und er macht Lust, im kommenden Jahr das eine oder andere Bierfest zu besuchen.

Lobenswert: Steckbrief zu jeder Brauerei

Überhaupt ist der Steckbrief zur jeweiligen Brauerei kurz und informativ. Viele Brauereien bieten Führungen durch ihre Fabrikanlagen an, andere bilden Interessierte in Tageskursen zum Hobbybrauer aus (mit Diplom selbstverständlich). In der  Braumanufaktur Templin am Rande von Potsdam habe ich den Hobby-Bierbrauerkurs absolviert.

Mein Lieblingsbier gibt es hier

Vielfältig: Palette der Braumanufaktur Forsthaus Templin Potsdam
Vielfältig: Palette der Braumanufaktur Forsthaus Templin Potsdam
Jörg Kirchhoff und Thomas Köhler von der Braumanufaktur Potsdam, Foto: Braumanufaktur Potsdam
Jörg Kirchhoff und Thomas Köhler von der Braumanufaktur Potsdam, Foto: Braumanufaktur Potsdam

Übrigens sind meine Lieblingsbrauereien nicht in dem Buch vertreten: die Meierei von Jürgen Solkowski am Neuen Garten in Potsdam, die Brauereinanufaktur Potsdam am Templiner See amRand von Potsdam und die Glückauf Brauerei im sächsischen Gersdorf.

Brandenburg hat 20 kleine Brauereien

Im Land Brandenburg gib es derzeit rund 20 kleine Brauereien. Sie produzieren nach Angaben des Fördervereins der Brandenburger Klein- und Gasthausbrauereien durchschnittlich zwischen 500 und 5000 Hektoliter pro Jahr.

Plattenburger Biere kommen aus dem Brauhaus der Plattenburg in der Prignitz. Foto: Plattenburg
Plattenburger Biere aus der Prignitz, Foto: Medienkontor
Gastfreundliches Brauhaus zur Alten Ölmühle in Wittenberge, Foto: D.Weirauch
Gastfreundliches Brauhaus zur Alten Ölmühle in Wittenberge, Foto: D.Weirauch

Das Reinheitsgebot gilt als ältestes Lebensmittelgesetz der Welt und ist ein Garant für Qualität. Auch lesenswert, das im gleichen Verlag erschienen Buch über 111 Wirtshäuser…..

  • Infos
  • Thomas Fuchs: “111 deutsche Biere, die man getrunken haben muss”, ISBN 978-3-95451-414-4, 14,95 Euro, Emons Verlag