Potsdam

Hier finden Sie Interessantes zur Stadt Potsdam und Umgebung. Viele Ideen die den Besuch der Landeshauptstadt von Brandburg noch spannender machen ,werden hier einfach und verständlich erklärt. Es geht darum keine langen Geschichten über Potsdam in einem Monolog darzulegen sondern die Geheimtipps denen zu geben die wirkliches Interesse in Potsdam haben.

Potsdam

Bornstedter Friedhof: Letzte Ruhe für Potsdams Prominenz

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Der Bornstedter Friedhof ist weit über die Stadt Potsdam hinaus bekannt. Er gilt als einer der schönsten und verwunschensten Friedhöfe in der Umgebung von Berlin. Der Schriftsteller Theodor Fontane bezeichnete den Bornstedter Friedhof als “Rückwand von Sanssouci” und schrieb: “Was in Sanssouci stirbt, wird in Bornstedt begraben.”Bornstedter Friedhof: Letzte Ruhe für Potsdams Prominenz

Persius erbaute die Kirche

Theodor Fontane besuchte 1869 den Friedhof und fand noch die traditionelle Obst- und Grasnutzung durch den Küster vor. Erst zehn Jahre später wurde diese Nutzung beendet. Der heutige Zustand geht auf die Wiederbelegung ab 1897 und eine Umgestaltung in den Jahren 1911 und 1912 zurück.Wunderschön angelegt und gut gepflegt ist der Kirchhof, der nur 300 Meter vom Schloss Sanssouci entfernt liegt. Ein Spaziergang beginnt an der Kirche, die 1842-43 auf Wunsch von Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV. vom Architekten Friedrich Ludwig Persius (auch er liegt auf dem Friedhof) mit einem freistehenden Campanile in italienischem Stil ergänzt wurde. Später brachten die Baumeister August Stüler und Reinhold Persius das Gotteshaus in den heutigen Zustand. Im Innern findet sich das Grab des Freiherrn Jakob Paul Gundling (1673-1731). Der kunstfeindliche Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. hatte Gundling, der Präsident der Königlichen Akademie der Wissenschaften zu Berlin war, in einem Fass begraben lassen. Der Grabstein kann besichtigt werden. Die Kirche bietet so manche Überraschung. So erinnert die Kronprinzenloge in der Kirche an Kronprinz Friedrich Wilhelm, den “99-Tage-Kaiser”, der das gegenüberliegende Krongut Bornstedt mit seiner Frau iktoria bewohnte.

Spaziergang über den Bornstedter Friedhof

Bei einem Spaziergang über den schon 1599 erstmals erwähnten Bornstedter Friedhof treffen wir heute auf die Ruhestätten von preußischen Prinzen, Generalän, Offizieren, Kammerherren und Kammerdienern, Geheimen Räten, Hofärzten, Gartenarchitekten und Hofbaumeistern. Auf den einzelnen Teilen des Bornstedter Friedhofs ruhen mehr als 500 bedeutende Persönlichkeiten. Fontane nennt in seinen „Wanderungen“ auch das Grab des 1690 in Neuwied geborenen Heinrich Wilhelm Wagenführer: „Heinrich Wilhelm Wagenführer, geboren zu Neuwied 1690. Theodor Fontane erwähnt es nach einem Besuch im Jahr 1869 in seinen berühmten „Wanderungen“. Er schreibt: „Ein alter Ulmenbaum … hat sein Wurzelgeäst derart über den Grabstein hingezogen, dass es aussieht, als läge eine Riesenhand über dem Stein und mühe sich, diesen an seiner Grabesstelle festzuhalten. Gespenstisch am hellen, lichten Tag!“ Er wurde vom Rhein an die Havel verschlagen, wie es scheint zu seinem Glück.

Der Grabstein nennt ihn mit Unbefangenheit „einen vornehmen Kauf- und Handelsmann zu Potsdam“. Wagenführer verdiente sich sein Brot zunächst als einer der “Langen Kerls” im Leibbataillon des Soldatenkönigs. Später war er als Weinhändler erfolgreich.

Privatfriedhof der Hofgärtner

Wenige Schritte weiter gelangen wir auf den Familienfriedhof der Sellos, der, wie Fontane schreibt, “Hofgärtner in Bataillonen” vereint. Dort ruht auch der Garten- und Landschaftsgestalter Peter Joseph Lenné (1789-1886), Schöpfer von mehr als 50 Parkanlagen, unter einem schlichten Marmorkreuz.

Auf dem historischen Teil des Friedhofs in Potsdam entdecken wir die Gräber des „Müllers von Sanssouci“, Carl Friedrich Vogel (1736-1802) und von Henri Alexandre de Catt (1725-1795, er war Vorleser und Privatsekretär Friedrich des Großen). Aufwendig restauriert wurde das schmiedeeiserne Umfassungsgitter am Grab des Landschaftsmalers Samuel Rösel (1769-1843). Lauter berühmte Namen sind auf den Grabsteinen zu lesen. Etwa die der Architekten Heinrich-Ludwig Manger (1728-1790) und Friedrich Ludwig Persius (1802-1845).

Ebenso fand Henry Wood (1849-1925), amerikanischer Goethe-Forscher und Initiator der Quäker-Speisung für hungernde deutsche Kinder nach dem 1. Weltkrieg, auf dem kirchlichen Friedhof seine letzte Ruhe. Hinter dem Friedhof für die Hofgärtner, dem sogenannten Sello-Friedhof, entdecken wir das Grab von Anni von Gottberg (1885-1958). Sie war engagiertes Mitglied der Bekennenden Kirche im Kampf gegen das NS-Regime.

Siegward Sprottes Grabanlage

Hinter einem der wenigen Mausoleen sehen wir schon von weitem das Grab von Siegward Sprotte (1913 – 2004). Der in Bornstedt geborene Maler lebte viele Jahre in Kampen auf Sylt. Schräg gegenüber ruht der Luftfahrtpionier Werner-Alfred Pietschker (1887-1911), ein Enkel von Werner von Siemens. Auch Ludwig Justi (1876-1957), langjähriger Direktor der Nationalgalerie Berlin, ist auf dem Friedhof begraben. Justi wohnte in der nahen Orangerie im Park Sanssouci.

Grabstätte der Familie Joop

Rechtsherum kommen wir zur Familiengrabstätte der Familie Joop. Der Engel auf dem Grab des Vaters von Modedesigner Wolfgang Joop sorgte 2012 für Aufregung. Wolfgang Joop will mit dieser Plastik, die bisher seinen Garten am Heiligen See in Potsdam schmückte, seinen Vater Gerhard (1914 – 2007) ehren. Die Figur, die die Besucher so aufregte, zeigt die Metamorphose des Menschen: Der Kopf eines jungen Mannes geht über in den Körper eines alten Menschen. An den Armen wachsen ihm Flügel: bereit, zum Himmel zu fliegen. Doch zwischen den Beinen war das männliche Geschlecht zu sehen – Unbekannte schlugen es unlängst ab.

Der Engel auf dem Grab der Familie Joop © / D.Weirauch
Der Engel auf dem Grab der Familie Joop ©  D.Weirauch

Gleich in der Nähe wurde im Jahr 2007 Prinz Wilhelm Karl von Preußen (1922-2007), Enkel des letzten deutschen Kaisers und langjähriger Herrenmeister des Johanniterordens, bestattet.

Bornstedter Friedhof Potsdam

  • Bornstedter Friedhof – Informationen
  • Anfahrt: Tram ab Potsdam Hbf. mit „Krongut-Linie“ bis Endhaltestelle Kirschallee, von dort 7 Minuten zu Fuß in die Ribbeckstraße. Pkw: Ausschilderung Krongut“ folgen, öffentlicher Parkplatz direkt an der Potsdamer Str. (B 273), dann Richtung Krongut, gegenüber ist der Eingang zum Bornstedter Friedhof
  • Adresse: Bornstedter Friedhof, Ribbeckstraße, 14469 Potsdam, Tel: 0331-0331520568
  • Öffnungszeiten: tgl. 7 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit
  • Führungen über den Friedhof: April bis Oktober, jeweils am 1. Samstag im Monat, Treffpunkt: 14.30 Uhr an der Kirche, anmelden im Gemeindebüro, Tel.: 0331- 520568
  • Bornstedter Friedhof im Internet: www.bornstedter-friedhof.de

Hier ein Buch über den Bornstedter Friedhof.

Hier ein weiterer “Promifriedhof” im Umland von Berlin

Ein besonderes Refugium: Stahnsdorfer Südwestkirchhof

 

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Villen in Potsdam

PotsdamStadthaus in Potsdam Foto: Weirauch

 Auf so ein Buch habe nicht nur ich schon lange gewartet. „Königsschloss, Damenstift, Fabrikantenvilla – von Häusern und Menschen in Potsdam“ ist der Titel eines Buches, das Geschichten über Villen und Häuser in Potsdam erzählt. Sehr lebendig hat Journalistenkollegin Karin Markert dort Episoden zusammengetragen, die man bislang so noch nicht kannte. Die Historie von 24 Gebäuden und ihrer Bewohner hat sie aufgeschrieben. Vorgestellt werden beispielsweise die Häuser von Genossenschaftsgründer Hermann Schulze-Delitzsch, der in der heutigen Friedrich-Ebert-Straße 67 wohnte, oder  die Villa von Oberhofmeister Ernst von Mirbach am Neuen Garten. Das Buch liest sich spannend. So weiß man jetzt, warum die gegenüber dem Stadthaus befindliche Villa der Berliner Unternehmerin Ira Schwarz so lange leer steht und warum die „Gartenträume“ nicht mehr öffnen. Hoffnung macht sie auf ein Gartencafe.

Potsdam
Cafe Heider am Nauener Tor, Foto: Weirauch

Interessante Details weiß die Autorin über die Villa Quandt in der Virchowstraße 1 am Griebnitzsee zu berichten. Darin lebte ab 1920 der Großindustrielle Günther Quandt mit seiner zweiten Frau Magda. Die Frau heiratete nach der Scheidung 1929 den späteren Reichspropagandaminister Joseph Goebbels. Auch die Geschichte des Hauses am Johann-Strauß-Platz 11 erzählt die Journalistin. Dort schrieb der aus Dresden stammende Schriftsteller Erich Kästner 1942 das Drehbuch für den UFA-Film „Münchhausen“. Sein Pseudonym war Berthold Bürger, denn Kästner hatte in Nazideutschland Schreibverbot Unterschlupf gab ihm in dieser Zeit die Schauspielererin Brigitte Horney. Auch die Babelsberger Domizile von Richard Tauber und Marikka Rökk werden vorgestellt.

Detailreich schilde

Luisenplatz in Potsdam Foto: Weirauch
Luisenplatz in Potsdam Foto: Weirauch

rt die Autorin das Engagement ihres verstorbenen Mannes Dr. Kurt Markert, der sich seit Mitte der 80er Jahre für die Rettung von Schloss Lindstedt am Rande Potsdams einsetzte. Vorfahren von Loriot, Vicco von Bülow, gehörte einst das Haus. Sie hat völlig Recht, wenn sie bedauernd über den jetzigen zustand des Hauses schreibt: „Das Haus hat seine Seele verloren.“ Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten vermietet es ab und an, aber ein klares Konzept fehlt nach wie vor für dieses kulturhistorische Kleinod.

Karin Markert: Königsschloss, Damenstift, Fabrikantenvilla – von Häusern und Menschen in Potsdam.137 Seiten, 14,90 Euro, gibt es in „Internationales Buch“, Potsdam, Brandenburger Str. 41/42, Tel. (0331) 291496, Das Buch kostet 14,90 Euro.

 

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Karl Foerster Stauden in Bornim

Herbstbesuch bei Karl Foerster.  Sein Garten und Haus sind ein Mekka für Gartenfreunde. Zumal es in der benachbarten Gärtnerei jede Menge Pflanzen gibt.  Und Tipps gratis dazu. 1910 erwarb Karl Foerster in Potsdam-Bornim, nördlich von Park Sanssouci, ein 5.000 Quadratmeter großes Areal. Die Gegend gehörte zu der von Peter Josef Lenné verschönerten Landschaft um Potsdam. 1911 wurde das Wohnhaus im Landhausstil errichtet und bis 1912 entstanden auf dem ehemaligen Ackergelände ein Schaugarten und eine Anzuchts- und Versuchsfläche für Stauden. Hier testete Foerster viele seiner Züchtungen auf ihre Widerstandsfähigkeit und Frosthärte. Der Garten und das Wohnhaus stehen seit 1981 unter Denkmalschutz. Im Rahmen der Bundesgartenschau in Potsdam 2001, wurde der Garten in enger Zusammenarbeit von Marianne Foerster und dem Berliner Gartenarchitekt Martin Heisig, der von 1957-1960 eine Gärtnerlehre bei Karl Foerster absolvierte, wieder instand gesetzt und der Öffentlichkeit dauerhaft zugänglich gemacht.

Mit nur einem Besuch erschließt sich der Reichtum, den wir Karl Foerster verdanken, sicherlich nicht. Deshalb lohnt es sich durchaus, die Anlage zu den verschiedenen Jahreszeiten zu besuchen.

Karl Foerster legte stets großen Wert darauf, dass sein Bornimer Garten jedem interessierten Besucher offen stand. Marianne Foerster, die im März 2010 verstarb, führte diese Tradition bis zu ihrem Tode fort.

Bereits im Jahr 2001 wurde durch den Stifter Wolfgang Behr die Marianne Foerster-Stiftung gegründet, die von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in Bonn treuhänderisch verwaltet wird. Aus den Erträgen des Stiftungskapitals werden Pflege und Erhaltung des Anwesens gefördert.Mehr Informationen über den Karl-Foerster-Garten gibt es hier: www.denkmalschutz.de/foerstergarten.html

Übrigen sind Zustifter willkommen.Nun wird der Wissenschaftliche Beirat der Marianne Foerster-Stiftung gemeinsam mit dem Testamentsvollstrecker zunächst Lösungen insbesondere für die denkmalgerechte Bewahrung von Haus und Inventar erarbeiten. In einigen Räumen des Obergeschosses soll ein fachkundiger Bewohner einziehen. Der für das Leben und Werk von Karl und Marianne Foerster wichtige Erdgeschossbereich soll sorgsam dokumentiert, inventarisiert und soweit möglich in der überkommenen Gestalt bewahrt bleiben. Zu besonderen Anlässen sollen diese Räume auch interessierten Besuchern zugänglich sein.

Da das Anwesen außen wie innen restaurierungsbedürftig ist, will die Marianne Foerster Stiftung und ihr Wissenschaftlicher Beirat in den kommenden Jahren die Bemühungen intensivieren, Mittel für die würdevolle Erhaltung des Gebäudes einzuwerben. Ein weiterer Schwerpunkt ist die fachliche und finanzielle Unterhaltung des bedeutendsten Privatgartens Potsdams.

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War Friedrich der Große schwul ?

Friedrichs Grab am Schloss Sanssouci in PotsdamFriedrichs Grab am Schloss Sanssouci in Potsdam, Foto: D. Weirauch

Ein großes Jubiläum steht bevor: Am 24. Januar 2012 jährt sich der Geburtstag Friedrichs des Großen zum 300. Mal.

Bis dahin werden viele Bücher über den Monarchen, der schon seinen Zeitgenossen viele Rätsel aufgab, erscheinen.

War Friedrich der Große schwul ?

Mit dem jetzt im Herder-Verlag erschienenen biografischen Porträt gelang dem Münchner Historiker Wolfgang Burgdorf ein fulminanter Einstieg in die populäre Darstellung des Königs.

Privatdozent Burgdorf schildert in mehr als 20 kurzweilig geschriebenen Kapiteln

(u.a.: “Die Tyrannei des Königs wird immer schlimmer“, „Madame sind korpulenter geworden“, „Das `Lust-Haus`zu Potsdam“ und „Man sieht selten solche Fürstinnen wie sie“  eindrucksvoll das Leben eines zwischen Sehnsucht und Zynismus Zerrissenen.

War Friedrich schwul?

Der Autor räumt gründlich auf mit Tabus und Halbwahrheiten über die umstrittene Homosexualität des Königs. Ständig wird darüber in diversen Foren diskutiert. Selbst Sportlehrer geben dazu ihren Kommentar ab, wie ein User auf https://www.gutefrage.net/frage/war-friedrich-der-grosse-schwulschreibt.

Im Kapitel „Seien sie moralisch, o seien sie moralisch!“ sucht  der 1962 geborene Burgdorf den Hauptgegensatz zum rabiaten Vater, dem auch Soldatenkönig genannten Friedrich Wilhelm I. u.a. in des Kronprinzen Friedrich sexueller Orientierung zu erklären. Burgdorf schreibt: „Wenn Friedrich Wilhelm während Friedrichs Küstriner Zeit wiederholt wünschte, dass sein Sohn „dem Satan aus den Klauen gerissen werden“ solle, scheint es dabei nicht allein um die Prädestinationslehre gegangen zu sein.“

Homosexualität, damals als Sodomie bezeichnet galt als schwere Sünde und wurde vielerorts, wie im benachbarten Schweden, noch mit dem Tod bestraft. Friedrich, so recherchierte Burgdorf, war mit seiner Neigung keineswegs allein. Einige seiner Standesgenossen teilten die Veranlagung: Eduard II. von England, Heinrich III. von Frankreich, Wilhelm III. von Oranien-Nassau, Statthalter der Niederlande und in Personalunion König von England, Schottland und Irland, Prinz Eugen, Friedrichs Vorbild als Heerführer, sein Bruder Prinz Heinrich oder Friedrich, der spätere König von Württemberg…..

Sachlich beschreibt Burgdorff in  chronologischer Reihenfolge u.a. die königlichen Vorleser und die „homophile Entourage“ am Hof.

Überraschend auch bisher weitgehend unbekannte Details über das manchmal nicht unkomplizierten Verhältnisses Friedrichs zu seinen Liebes-Gefährten, von Grobheiten und Verletzungen bis hin zu Selbstmorden bei Verstoß durch den König, ist da zu lesen.

Für die Friedrich-Forschung hält das janusköpfige Wesen des Königs, zu dessen Tafelrunde im Weinbergschloss Sanssouci, vor allem männliche Gäste anwesend waren, noch so manche Überraschung bereit. Auch dass der König nicht so ein Frauenhasser war, wie oft beschrieben. Er konnte, so der Biograf auch äußerst charmant sein.

Gemälde von Anton Graff, Foto: Wolfgang Pfauder, SPSG
Gemälde von Anton Graff, Foto: Wolfgang Pfauder, SPSG

Wolfgang Burgdorf: Friedrich der Große

Bis in die Gegenwart scheuen sich viele Geschichtswissenschaftler, die Neigung Friedrichs zu Männern zu thematisieren. Als ob ein schwuler Herrscher eine Schande wäre, als ob die Homosexualität Friedrichs seine historische Größe schrumpfen würde. Oliver Das Gupta schreibt in der Süddeutschen Zeitung u.a.: ” Der Historiker Johannes Kunisch etwa beharrt darauf, dass es “keinen ernstzunehmenden Hinweis” auf seine Homosexualität gebe. Eine gewisse Empörung ist manchen Autoren durchaus anzuermerken: “Sind heutige Schulmädchen, die sich, wie es in Mode gekommen ist, zur Begrüßung auf den Mund küssen, gleich Lesben?”, fragt der Journalist Tom Goeller in seiner Abhandlung Der Alte Fritz.” Die Diskussion geht weiter….

Ein biografisches Porträt, Herder Verlag Freiburg,  12,95 Euro, ISBN 978-3-451-06328-2, erhältlich auch bei AMAZON