Fontane

Ein brandenburgischer märkischer Schriftsteller. In dieser Kategorie finden Sie Texte und Informationen zu Fontane.

1 Stunde wegFontane

Fontane und der Glindower Ziegelringofen

Ziegelringofen GlindowZiegelringofen Glindow am Glindower See bei Potsdam, Foto: Weirauch

Theodor Fontane hat den Ziegelringofen in Glindow bei Potsdam schon 1873 beschrieben. Der Ofen ist der letzte von einst mehr als 30 und gilt als europaweit einmalig. Noch heute wird in dem technischen Denkmal produziert. Der Ofen am Glindower See ist legendär.

„Was Werder für den Obstkonsum der Hauptstadt ist, das ist Glindow für den Ziegelkonsum. In Werder wird gegraben, gepflanzt, gepflückt – in Glindow wird gegraben, geformt gebrannt; an dem einen Ort eine wachsende Kultur, am andern eine wachsende Industrie, an beiden (in Glindow freilich auch mit dem Revers der Medaille) ein wachsender Wohlstand. “

In diesem Fontanezitat steckt die Bedeutung, die die Ziegeleien einst für Berlin hatten. Vom Ufer des Glindower Sees aus wurden die mit Steinen beladenen Schiffe in die expandierende Hauptstadt gebracht. “Berlin ist aus dem Kahn gebaut”, wurde so schnell zum geflügelten Wort.

Was Werder für den Obstkonsum der Hauptstadt ist, das ist Glindow für den Ziegelkonsum. IDazu steht das eine wie das andere nicht bloß für sich selber da, sondern ist seinerseits wiederum eine »Metropole«, ein Mittelpunkt gleichgearteter und zugleich widerstrebender Distrikte, die es fast geboten erscheinen lassen, nach Analogie einiger Schweizer Kantone, von Werder-Stadt und Werder-Land oder von Glindow-Dorf und Glindow-Bezirk zu sprechen.

Das steinerne "Musterbuch" der Neuen Ziegel-Manufaktur Glindow
Das steinerne “Musterbuch” der Neuen Ziegel-Manufaktur Glindow. Formsteine und Sonderanfertigungen erfordern ein hohes Maß an handwerklichem Geschick und Sorgfalt.

Techniktrumpf aus Uropas Tagen

Der einzigartige Ofen ist das Herzstück der von Harald Dieckmann geleiteten Neuen Ziegel-Manufaktur am Glindower See.

Ziegelringofen glindowp1070174

Im Rahmen der diesjährigen Kulturlandkampagne „Handwerk zwischen gestern & übermorgen“ werden im Juli und September Künstler des Theaters Poetenpack an verschiedenen Orten in der Ziegelei Texte von Theodor Fontane und aus anderen Quellen lesen. Vorsicht: auch auf der Ofenbühne wird vorgelesen.

Fontane und der Glindower Ziegelringofen

Darunter brennt seit mehr als 100 Jahren das immerwährende Feuer. Denn der Ofen von Glindow ist bis auf wenige Ausnahmen nie ohne Feuer gewesen.

Durch die Luken wird der Braunkohlegries in die Brennkammern eingefüllt
Durch die Luken wird der Braunkohlegries in die Brennkammern eingefüllt

Im 19. Jahrhundert waren in Glindow über 50 Schornsteine im Gebrauch. Die Weltwirtschaftskrise beendete die Ziegelproduktion in der Region. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde wieder produziert, zu DDR-Zeiten vor allem Blumentöpfe.

Heute: ein „Denkmal produziert für Denkmale“

Ab 1990 lautet das Motto ein „Denkmal produziert für Denkmale“. Es ist ein Ort, an dem seit 500 Jahren das Handwerk der Ziegelfertigung betrieben wird. 23 Mitarbeiter um Geschäftsführer Harald Dieckmann fertigen in aufwändiger Handarbeit Produkte aus Ton, darunter Ziegelsteine im Klosterformat, Bodenplatten, Terrakotten, Formsteine und Elemente für Zeitgenössische Kunst. In Nordeuropa sind Produkte aus Glindow an vielen Kirchen, Schlössern, Rathäusern, Stadtmauern, Leuchttürmen und auch Privatbauten zu finden.

Mit dem Fließband wird der gelbliche Ton zu den Formen transportiert
Mit dem Fließband wird der gelbliche Ton zu den Formen transportiert

In Glindow werden Ziegel bis heute im Handstrichverfahren hergestellt. Dabei wird eine oben und unten offene, bis zu vier Ziegel fassende Rahmenform aus Holz benutzt.

Schwerstarbeit leisten die Ziegler in Glindow, hier Handstreicher Andreas Steinberg

Handwerkliches Können ist gefragt

Ein passendes Stück des aufbereiteten Tons wird in die gewässerte Holzform geworfen und in die Ecken gedrückt. Die Oberfläche wird durch das Abstreifen des überflüssigen Tons geglättet. Geschäftsführer Harald Dieckmann: “Handwerkliches Können verbindet sich mit Leistungsbereitschaft. Die körperlich schwere Arbeit der Handstreicher  gleicht der der Tagelöhner aus dem Lipperland im 19. Jahrhundert. Bis über sieben Tonnen Ton wird von einem unserer Arbeiter in einer Schicht hochgehoben und in die Form geschlagen.” Alle Achtung vor diesem Knochenjob im 21. Jahrundert.  Warum Lipperland ? Theodor Fontane beschrieb seinerzeit die unterschiedliche Form der Tagelöhner. Ein Großteil kam damals aus dem Lipper Land.

Modernes Blockheizkraftwerk hilft bei Trocknung

Während früher die Ziegelrohlinge auf langen Holzregalen im Freien trockneten und dabei einen Teil ihrer Feuchtigkeit verloren, haben das  heutzutage die mit einem Blockheizkraftwerk beheizte Trockenkammern übernommen.

Harald Dieckmann öffnet die Trockenkammern
Harald Dieckmann öffnet die Trockenkammern

Von dort kommend, werden die Ziegel in die einzelnen Kammern des historischen Hoffmannschen Ringofens gestapelt. 6000 Ziegelsteine passen in eine Brennkammer, die rund drei Meter hoch ist.

Feuer im Ringofen brennt immer

Das immerwährend brennende  Feuer wandert nun kreisförmig von Kammer zu Kammer und ermöglicht so einen wirtschaftlichen Betrieb, zumal der Ringofen im Idealfall kontinuierlich befeuert wurde.

Die Abwärme wird in dicken Abluftrohren in die nächste Kammer geleitet
Die Abwärme aus den Ofenkammern wird in dicken Abluftrohren in die nächste Kammer geleitet

Theodor Fontane lieferte im Band „Havelland“ seiner „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ die beste Beschreibung über die Funktionsweise des Hoffmannschen Ziegelringofens.

Geschäftsführer Harald Dieckmann im Gespräch mit Harald Asel von Inforadio in einer Brennkammer des Ziegelringofens

Fontane: Ringofen gleicht einer Torte

Er schreibt u.a.: “Zunächst seine Form und Einrichtung…….  Denken wir uns also eine gewöhnliche runde Torte, aus der wir das Mittel- oder Nußstück herausgeschnitten und durch eine schlanke Weinflasche ersetzt haben, so haben wir das getreue Abbild eines Ringofens. Denken wir uns dazu die Torte in zwölf gleich große Stücke zerschnitten; so haben wir auch die Einrichtung des Ofens: sein Zwölfkammersystem. Die in der Mitte aufragende Weinflasche ist natürlich der Schornstein.”

Einst rauchten mehr als 30 Schornsteine am Glindower See
Einst rauchten mehr als 30 Schornsteine am Glindower See

“Das Verfahren ist nun folgendes. In vier oder fünf der vorhandenen, durch Seitenöffnungen miteinander verbundenen Kammern werden die getrockneten Steine eingekarrt, in jede Kammer zwölftausend. Ist dies geschehen, so wird die Gesamtheit der erwähnten vier oder fünf Kammern durch zwei große Eisenschieber, der eine links, der andere rechts, von dem Reste der Kammern abgesperrt. Nun beginnt man in Kammer eins ein Feuer zu machen, nährt es, indem man von oben her durch runde Löcher ein bestimmtes Quantum von Brennmaterial niederschüttet und hat nach vierundzwanzig Stunden die zwölftausend Steine der ersten Kammer völlig gebrannt.”

Blick in den Umgang im Ziegelringofen Glindow, Ort für szenische Lesung
Blick in den Umgang des 2., mittlerweile stillgelegten Ziegelringofens Glindow, auch ein Ort für szenische Lesungen

“Aber (und darin liegt das Sparsystem) während man in Kammer eins eine für zwölftausend Steine ausreichende Rotglut unterhielt, wurden die Nachbarsteine in Kammer zwei halb, in Kammer drei ein Drittel fertig gebrannt und die Steine in Kammer vier und fünf wurden wenigstens »angeschmoocht«, wie der technische Ausdruck lautet. Die Steine in Kammer zwei, die nun am zweiten Tage unter Feuer kommen, brauchen natürlich, halb fertig, wie sie bereits sind, ein geringeres Brennmaterial, um zur Perfektion zu kommen, und so geht es weiter; wohin immer das Feuer kommt, findet es zwölftausend Steine vor, die bereits drei Tage lang und zwar in wachsender Progression durch eine Feuerbehandlung gegangen sind. Der eine (vorderste) Eisenschieber rückt jeden Tag um eine Kammer weiter, der andere Eisenschieber, vom entgegengesetzten Flügel her, folgt und gibt dadurch die Kammer frei, in der am Tage zuvor gebrannt wurde. So vollzieht sich ein Kreislauf. In die leeren Kammern bevor der Schieber sie in den Feuerrayon hineinzwingt, wird eingekarrt, aus den im Feuer gewesenen, vom Schieber frei gegebenen Kammern wird ausgekarrt. Der Prozeß, solange die Brennkampagne dauert, ist ohne Ende; das Feuer rückt von Kammer zu Kammer…”

Per Temperaturfühler wird die Temperatur in der Brennkammer gemessen
Per Temperaturfühler wird die Temperatur in der Brennkammer gemessen

Ziegelringofen von Glindow hat Seltenheitswert

Neben dem betriebsfähigen Hoffmann’schen Ziegelringofen von Glindow gibt es nur noch sehr wenige, die an die vorindustrielle Produktion von Ziegelsteinen erinnern. Neben Glindow brennt die Firma Rusch in Drochtersen (bei Stade in Niedersachsen)  ihre Steine im historischen Ringofen.

Tag und Nacht wird das Feuer im Ofeninnern "bewacht"
Tag und Nacht wird das Feuer vom Brennmeister vom Schürboden aus im Ofeninnern “bewacht” und ständig “nachgelegt”

Schon wegen der Einmaligkeit im Berliner Raum hat der Ziegelringofen von Glindow in der Neuen Ziegel-Manufaktur einen Platz auf der Route der europäischen Industriekultur verdient. Und Hut ab vor der schweren Arbeit der Ziegler – für mich sind deren Erfahrungen schützenswertes immaterielles Kulturerbe.

Jeder Ziegelstein erhält den Stempel der Neuen Ziegel-Manufaktur
Jeder Ziegelstein erhält den Stempel der Neuen Ziegel-Manufaktur

Kulturland Brandenburg und Salon e.V. laden zu Lesungen

Dank Kulturland Brandenburg mit der engagierten Geschäftsführerin Brigitte Faber – Schmidt und der Potsdamer Kulturinitiative Salon e.V., die in diesem Sommer interessierten Gästen einen unterhaltsamen und hoffentlich nachdenklichen Blick in den einstigen „Ziegelringofen der Residenz“ (Fontane) gewähren.

  • Termine: 17. und 24. Juli und 11. September, jeweils 16 Uhr
  • Eintritt: 10, ermäßigt 6 Euro
  • Kartenbestelltung: Tel.: 0331/ 279111,
  • E-Mail: harald.dieckmann@potsdam.de

Vorschau: Im Sommer werden drei Künstler-innen, nämlich Hella Berent (Köln), Chris Hinze (Potsdam) und Johannes Pfeiffer (Lanzo, Italien) auf dem Gelände der alten Ziegelei Kunstwerke schaffen. Dabei ist das Thema und das verwendete Material freigestellt. Die Installationen sind dann vorwiegend im alten stillgelegten Ringofen zu sehen. Am 4. September um 16 Uhr werden die Kunstwerke bei einem Fest zur Vernissage in Glindow vorgestellt.

Wer es dieses Jahr nicht schafft, eine Karte zu bekommen, ein kleiner Trost. 2019 wird der 200. Geburtstag des märkischen Wanderers Theodor Fontane gefeiert. Und Harald Dieckmann von Salon e.V. wäre nicht der Potsdamer Kulturenthusiast, wenn er nicht schon Ideen für das Jahr 2019 in petto hätte – sicher auch wieder zusammen mit Kulturland e.V..

Jeder Stein ist ein Unikat – Made in Glindow, zuletzt lieferte das Unternehmen auch für die Sanierung von Schloss Babelsberg.

Im einst zu Werbezwecken errichteten "Aufseherturm" lädt das Märkische Ziegeleimuseum ein
Im einst zu Werbezwecken errichteten “Aufseherturm” lädt das Märkische Ziegeleimuseum ein
Die Neue Ziegelmanufaktur und das Ziegeleimuseum liegen direklt am Panoramaweg
Die Neue Ziegelmanufaktur und das Ziegeleimuseum liegen direklt am Panoramaweg
Terrakottaböden und Fliesen - Handarbeit aus Glindow
Terrakottaböden und Fliesen – Handarbeit aus Glindow

 

Detail des sogenannten Aufseherturmes, in dem sich das Ziegeleimuseum befindet
Detail des sogenannten Aufseherturmes, in dem sich das Ziegeleimuseum befindet, wahrscheinlich wurde der Turm auf dem Ziegeleigelände wohl als Werbeturm errichtet.

Informationen

Adresse: Neue ZIEGEL-MANUFAKTUR Glindow UG,  Alpenstraße 47, 14542 Werder/H., Tel.: 03327/66490, E-Mail’:info@ziegeleimanufaktur.com, Homepage: www.ziegeleimanufaktur.de

Museum:

Homepage (leider veraltet) des Märkischen Ziegeleimuseums Glindow

Anfahrt: Von der A10 kommend die Abfahrt Glindow, im Ort bis zum Ende der Alpenstraße (Nr. 44) fahren. Auch über die B1 ist Glindow zu erreichen.

Übrigens gehört Glindow mittlerweile zur Stadt Werder. Aber der Spruch von Fontane: “In Werder wird gegraben, gepflanzt, gepflückt – in Glindow wird gegraben, geformt, gebrannt”, hat heute noch Gültigkeit. Demnächst folgt hier ein Beitrag über Glina Whisky aus Glindow.

Hier geht es zur Seite von Kulturland.

Hier der Link zum Reiseland Brandneburg (TMB).

Literaturtipps:

Begleitband zu Kulturland „Nicht von gestern! Handwerk in Brandenburg“, Brandenburgische Gesellschaft für Kultur und Geschichte gGmbH, Koehler & Amelang, 19,95 Euro

Themenkarte Handwerk bringt`s, mit Tipps für Radtouren und Wanderungen, u.a. von Glindow nach Werder, Verlag terrapress, 4 Euro

Ferienzeitung „Quer-durch-Brandenburg“, Potsdam, Havelland und Fläming, terrapress, 2,80 Euro

 

1 Stunde wegFontane

Fontanes Wanderschuh

Fontane - 2018 (4)

Fontanes Wanderschuh

von Josef Grütter

 Bevor du wandern gehst,

 nach Schuhwerk dich umsiehst,

 damit das Wandern Freude macht

 nicht nur, wenn die Sonne lacht.

 Du suchst nach einem Schuh zum Wandern

 von einem Orte nach dem andern

 und nicht zum Tanzen

 wie einst die Hofschranzen

 sie trugen mit Verzierung und fein.

 Zum Wandern muß er grober sein,

 weil in der Natur du begegnest Strukturen:

 Sand, Stein, Wasser, Gras und Klee auf den Fluren.

 Und für all diesen Bodenbelag

 der Wanderer seinen Schuh geeignet mag.

 

Idylle im Schlosspark
Idylle im Schlosspark von Marquardt, Foto: Dieter Weirauch

 

Ich denke mal, um solche Gedanken

 tat Theodor Fontanes Geist sich ranken,

 bevor er sich aufmachte

 und nachdenklich dachte:

 „Heute beginn ich mit den Wanderungen durch die Mark,

 betrachte die Landschaft, die Menschen, auch ihren Sarg,

 frage nach diesem und jenem spontan,

 wie ich´s schon immer getan,

 auch wenn ich nicht war im Lande der Slawen,

 die ehemals weit verbreitet hier waren.

 Doch bevor ich mich aufmache z. B. in den Barnim,

 muß ich zunächst zum Schuster hin,

 damit ich mir lasse anpassen

 Wanderschuh mit rechten Maßen,

 dass leichten Fußes ich gehe und beschwingt,

 während in den Lüften die Lerche singt.

 Nicht drücken soll mich das Leder am Fuß,

 damit ich mich nicht quälen muß

 schon nach wenigen Meilen

 und zur Erholung dann lange verweilen.

 Denn dann käme ich nicht voran in den Landen

 und meine Betrachtungen würden versanden

 unter der märkischen Kiefer, in märkischem Sand,

 bevor ich überhaupt den Anfang fand.“

 

Theo Fontanes Wanderstock, Foto: Josef Grütter

So könnte er haben gedacht,

bevor er sich aufgemacht.

Ich glaube gar es gibt einen Beweis dafür,

der steht vor eines Museums Tür.

Du siehst hier einen altehrwürdigen Wanderschuh.

Nicht irgendeinen, Fontane gehörte dazu.

Das glaubst du nicht?

Dieser Schuh hat ein Gesicht.

Er ist nicht von heute, eher sehr alt.

Man sieht auch seine Nähe zum Wald.

Ein bißchen vermoost, rissig das Leder,

also sehr alt; das sieht doch ein jeder.

Warum ich ihn dem Fontane zueigne und keinem andern:

Weil mündlich es ist überliefert, man sagt,

Fontane habe in Berlin einen Schuster gefragt,

ob er ihm könne machen einen Wanderschlappen,

er wolle lange wandern auf Schusters Rappen.

Der Schuster, mit langer Tradition,

kannte den Fontane schon.

Wußte, wenn der geht auf Tour,

hilft bestes Schuhwerk nur.

Das ist auch der Grund, warum sein Schuh ist erhalten,

was nicht selbstverständlich ist bei so alten.

Auch findet man neben dem Moos

märkischen Sand auf der Sohle. Das ist als Beweis doch famos!

Also als Fan von Fontane habe ich keinen Zweifel.

Märkischen Sand findest du nicht in der Eifel!

Was aber ich gern wissen würde,

mir Kopfzerbrechen macht,

weil doch beim Paar zwei Schuhe werden gemacht:

Wo ist der zweite Schuh verblieben?

Ist er bei einer Rast zurückgeblieben?

Das kann doch nicht sein:

Er lief nie mit einem Schuh allein!

Er hätte es doch gemerkt sofort nach Fortsetzung der Tour,

 dass er trägt einen Schuh nur.

 Er ist also verlorengegangen nach der letzten Wanderung.

 Und ich habe dazu nur eine vage Vermutung:

 Er zog sie aus und gab einzeln sie her.

 So fanden sie zueinander nie mehr.

 Wenn also jemand auch nur eine Ahnung hat,

 wo des zweiten Schuhes Ruhestatt,

 melde er sich schnell.

 Ich bin sofort zur Stell´,

 hole ihn ab und stelle ihn zu dem ersten,

 könnte dann vor Freude bersten

 und sehe ihn wieder wandern durch die Mark,

 durch manchen prächtigen Lennéschen Park.

 Marquardt, den 11. Januar 2013

 

J. G.                                                                                        

                                           

2019 ist Fontanejahr

Als ein Baustein der zentralen Landeskampagne „Fontane.200“ reiht sich Kulturland Brandenburg im nächsten Jahr neben der Leitausstellung „Fontane.200/Autor“ im Museum Neuruppin, der Ausstellung„Fontane.200/Brandenburg“ im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Potsdam, dem Schülerbegleitprogramm und dem Jugendprojekt „Word&Play“ ein.
Weiterhin beteiligen sich die Universität Potsdam, das in Potsdam ansässige  Theodor-Fontane-Archiv sowie die Theodor Fontane-Arbeitsstelle, Seminar für Deutsche Philologie bei der Georg-August-Universität Göttingen  mit einem wissenschaftlichen sowie die Fontanestadt Neuruppin in Kooperation mit zahlreichen Partnern mit einem vielfältigen kulturellen Programm. Das Fontanejahr wird  am 30. März 2019 in Neuruppin eröffnet. Hier geht es zur Fontaneausstellung des HBPG am Potsdamer Neuen Markt.

Hier einzelne Fontanetipps auf einfachraus.eu

+ Bei Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland

Robert Rauh und Erik Lorenz fulminantes Buch zu den fünf Schlössern

+ Zum Grab von Theodor Fontane in Berlin

+ Spurensuche in Wustrau

Spurensuche in Neuruppin

Fontane und der Ziegelringofen von Glindow

Der Bornstedter Friedhof

 

 

 

 

Fontane

Fontanes Wanderstock

Theo  Fontanes WanderstockTheo Fontanes Wanderstock, Foto: Josef Grütter

Josef Grütter schickte  mir auch  folgendes Gedicht zum Wanderstock von Theodor Fontane.

Fontanes Wanderstock

Übrigens ist der Wanderschuh derzeit in Radebeul zu sehen. Vielleicht findet sich noch mehr zum großen Wanderer.

Fontanes Wanderstock

Hier steht Fontanes Wanderstock.

Anderswo hängt sein Rock.

Der Stock, den du hier kannst sehen,

mit diesem könnt´st heute noch gehen

zum Beispiel durchs Ländchen Friesack.

Schnür nur dein Ränzel und pack,

 was du brauchst für eine Wanderung

längs Fontanes Berichterstattung

über diese Region.

Ich kenne sie schon!

   1

Der Wanderstock, ist er nicht schön?

Er hat so manchen Ort gesehn.

Hat den märkischen Sand durchstreift,

während in Fontane eine Geschichte gereift.

War ihm Stütze, wenn müde er wurd´,

rastete an eines Flüßchens Furt.

Immer zur Stelle,

mal langsam, mal schnelle.

Das Tempo immer angepaßt,

nie wurde ein Weg ihm zur Last.

Manchmal hat er ihm gewiesen

den Pfad über Stock und Wiesen,

wenn heiter er war im Sonnenschein,

ihm besonders leicht fiel etwas ein.

Immer war er treuer Begleiter,

auch wenn Theodor wußte nicht weiter:

Geht’s nach rechts oder geht´s nach links durch die Flur?

Geradeaus vielleicht? Wenn doch ein Schild hier wär nur!

In solchen Situationen hat der Wanderer so entschieden

und damit Umwege vermieden:

Er stieß mit Schwung den Stock in die Erde,

damit ihm so gewiesen werde

die Richtung, die nun einzuschlagen.

Der Handgriff tat sie ihm sagen!

Je nachdem, wohin dieser zeigte,

dorthin sein Dichterhaupt er neigte

und wanderte weiter der Nase lang.

Um sein nächstes Ziel ward ihm dann nicht bang.

Ja, er war gleichsam auch ein Wunderstock.

Dergleichen Fähigkeit hatte nicht sein Rock!

Jetzt will ich eingehen auf des Stockes Geschichte.

Gern ich dir davon berichte.

Zunächst ging Theodor ohne Stock.

Ihn mitzuschleppen, hatte er kein Bock.

Kannte am Anfang seiner Wanderungen durch den märkischen Sand

nicht die Vorzüge eines Wanderstockes beim Gehen übers Land.

Es war, das ist erwiesen, ich weiß es genau,

in der Märkischen Schweiz, unweit von einem Fuchsbau.

Er lief die Berge hinauf, hinunter,

war bald gar nicht mehr so munter.

2

Setzte sich an einen Baum zur Rast,

befreite sich von des Ranzens Last.

Machte ein Nickerchen in kühlendem Wind,

wachte auf, dachte bei sich: Wo einen Begleiter ich find,

der nur einfach ist da, gibt nicht Widerworte,

wandert mit mir von einem zum anderen Orte.

Kaum er es gedacht,

da fiel mit mäßiger Macht

vom Baum, an dem er sich lehnte, ein schlanker Ast,

der ihn, der gerad noch was wünschte, knapp verpaßt.

Erschrocken reißt er die Augen auf.

Ein Stock mit einem handlichem Knauf!

Schön geschwungen, mit vorzüglichem Griff versehen.

Dem Theodor war quasi ein Wunder geschehen!

Er stand auf, schwang den Ranzen auf den Rücken, nahm den Stock in die Hand,

pfiff munter ein Liedchen, zog fröhlich durchs Land.

Nimmer er von seinem Wanderstock ließ!

Gerüchteweis der Stock „Theo der Zweite“ fortan hieß!

Wer die „Wanderungen“ aufmerksam gelesen, mit Theodor so gewandert,

hat gleich gemerkt, daß seit diesem Ereignis der Erzählstil sich hat geändert.

Beschwingter erzählte er seitdem.

Das macht´s auch für den Leser bequem.

Bis zum letzten Gang war „Theo II.“ seinem Großen Theo treuer Begleiter.

Dann ging das gemeinsame Wandern nicht weiter.

In sein Grab hat man den Wanderstock nicht gelegt,

durch diesen Stock hier ist das belegt.

Weil, wenn er dort wäre, wäre dieser nicht hier.

Ich verbürge mich ausdrücklich dafür!

Marquardt, den 7. Januar 2013

 

FontaneReise

Bornstedter Friedhof: Letzte Ruhe für Potsdams Prominenz

Bornstedter FriedhofCampanile und Eingang zum Bornstedter Friedhof

Der Bornstedter Friedhof ist weit über die Stadt Potsdam hinaus bekannt. Er gilt als einer der schönsten und verwunschensten Friedhöfe in der Umgebung von Berlin. Der Schriftsteller Theodor Fontane bezeichnete den Bornstedter Friedhof als “Rückwand von Sanssouci” und schrieb: “Was in Sanssouci stirbt, wird in Bornstedt begraben.”Bornstedter Friedhof: Letzte Ruhe für Potsdams Prominenz

Bornstedter f,20129 (11)

Persius erbaute die Kirche

Wunderschön angelegt und gut gepflegt ist der Kirchhof, der nur 300 Meter vom Schloss Sanssouci entfernt liegt. Ein Spaziergang beginnt an der Kirche, die 1842-43 auf Wunsch von Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV. vom Architekten Friedrich Ludwig Persius (auch er liegt auf dem Friedhof) mit einem freistehenden Campanile in italienischem Stil ergänzt wurde. Später brachten die Baumeister August Stüler und Reinhold Persius das Gotteshaus in den heutigen Zustand.

Erinnerung an den 99-Tage-Kaiser

Im Innern findet sich das Grab des Freiherrn Jakob Paul Gundling (1673-1731). Der kunstfeindliche Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. hatte Gundling, der Präsident der Königlichen Akademie der Wissenschaften zu Berlin war, in einem Fass begraben lassen. Der Grabstein kann besichtigt werden. Die Kirche bietet so manche Überraschung. So erinnert die Kronprinzenloge in der Kirche an Kronprinz Friedrich Wilhelm, den “99-Tage-Kaiser”, der das gegenüberliegende Krongut Bornstedt mit seiner Frau iktoria bewohnte.

 Spaziergang über den Bornstedter Friedhof

Bei einem Spaziergang über den schon 1599 erstmals erwähnten Bornstedter Friedhof treffen wir heute auf die Ruhestätten von preußischen Prinzen, Generalän, Offizieren, Kammerherren und Kammerdienern, Geheimen Räten, Hofärzten, Gartenarchitekten und Hofbaumeistern. Auf den einzelnen Teilen des Bornstedter Friedhofs ruhen mehr als 500 bedeutende Persönlichkeiten. Fontane nennt in seinen „Wanderungen“ auch das Grab des 1690 in Neuwied geborenen Heinrich Wilhelm Wagenführer: „Heinrich Wilhelm Wagenführer, geboren zu Neuwied 1690.

 

Er wurde vom Rhein an die Havel verschlagen, wie es scheint zu seinem Glück. Der Grabstein nennt ihn mit Unbefangenheit „einen vornehmen Kauf- und Handelsmann zu Potsdam“. Wagenführer verdiente sich sein Brot zunächst als einer der “Langen Kerls” im Leibbataillon des Soldatenkönigs. Später war er als Weinhändler erfolgreich.

Privatfriedhof der Hofgärtner

Wenige Schritte weiter gelangen wir auf den Familienfriedhof der Sellos, der, wie Fontane schreibt, “Hofgärtner in Bataillonen” vereint. Dort ruht auch der Garten- und Landschaftsgestalter Peter Joseph Lenné (1789-1886), Schöpfer von mehr als 50 Parkanlagen, unter einem schlichten Marmorkreuz.

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Auf dem historischen Teil des Friedhofs in Potsdam entdecken wir die Gräber des „Müllers von Sanssouci“, Carl Friedrich Vogel (1736-1802) und von Henri Alexandre de Catt (1725-1795, er war Vorleser und Privatsekretär Friedrich des Großen). Aufwendig restauriert wurde das schmiedeeiserne Umfassungsgitter am Grab des Landschaftsmalers Samuel Rösel (1769-1843). Lauter berühmte Namen sind auf den Grabsteinen zu lesen. Etwa die der Architekten Heinrich-Ludwig Manger (1728-1790) und Friedrich Ludwig Persius (1802-1845).

Friedhof für die Hofgärtner

Ebenso fand Henry Wood (1849-1925), amerikanischer Goethe-Forscher und Initiator der Quäker-Speisung für hungernde deutsche Kinder nach dem 1. Weltkrieg, auf dem kirchlichen Friedhof seine letzte Ruhe.

Hinter dem Friedhof für die Hofgärtner, dem sogenannten Sello-Friedhof, entdecken wir das Grab von Anni von Gottberg (1885-1958). Sie war engagiertes Mitglied der Bekennenden Kirche im Kampf gegen das NS-Regime.

Siegward Sprottes Grabanlage

Hinter einem der wenigen Mausoleen sehen wir schon von weitem das Grab von Siegward Sprotte (1913 – 2004). Der in Bornstedt geborene Maler lebte viele Jahre in Kampen auf Sylt. Schräg gegenüber ruht der Luftfahrtpionier Werner-Alfred Pietschker (1887-1911), ein Enkel von Werner von Siemens. Auch Ludwig Justi (1876-1957), langjähriger Direktor der Nationalgalerie Berlin, ist auf dem Friedhof begraben. Justi wohnte in der nahen Orangerie im Park Sanssouci.

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Grabstätte der Familie Joop

Rechtsherum kommen wir zur Familiengrabstätte der Familie Joop. Der Engel auf dem Grab des Vaters von Modedesigner Wolfgang Joop sorgte 2012 für Aufregung. Wolfgang Joop will mit dieser Plastik, die bisher seinen Garten am Heiligen See in Potsdam schmückte, seinen Vater Gerhard (1914 – 2007) ehren. Die Figur, die die Besucher so aufregte, zeigt die Metamorphose des Menschen: Der Kopf eines jungen Mannes geht über in den Körper eines alten Menschen. An den Armen wachsen ihm Flügel: bereit, zum Himmel zu fliegen. Doch zwischen den Beinen war das männliche Geschlecht zu sehen – Unbekannte schlugen es unlängst ab.

Bornstedter f,20129 (38)

Gleich in der Nähe wurde im Jahr 2007 Prinz Wilhelm Karl von Preußen (1922-2007), Enkel des letzten deutschen Kaisers und langjähriger Herrenmeister des Johanniterordens, bestattet.

Die Evangelische Kirchengemeinde, der Verein „Freunde des Bornstedter Friedhofs“ sowie die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bemühen sich um den Erhalt der Gräber auf dem Bornstedter Friedhof.

  • Bornstedter Friedhof – Informationen
  • Anfahrt: Tram ab Potsdam Hbf. mit „Krongut-Linie“ bis Endhaltestelle Kirschallee, von dort 7 Minuten zu Fuß in die Ribbeckstraße. Pkw: Ausschilderung Krongut“ folgen, öffentlicher Parkplatz direkt an der Potsdamer Str. (B 273), dann Richtung Krongut, gegenüber ist der Eingang zum Bornstedter Friedhof
  • Adresse: Bornstedter Friedhof, Ribbeckstraße, 14469 Potsdam, Tel: 0331-0331520568
  • Öffnungszeiten: tgl. 7 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit
  • Führungen über den Friedhof: April bis Oktober, jeweils am 1. Samstag im Monat, Treffpunkt: 14.30 Uhr an der Kirche, anmelden im Gemeindebüro, Tel.: 0331- 520568
  • Bornstedter Friedhof im Internet: www.bornstedter-friedhof.de

Hier ein Buch über den Bornstedter Friedhof.

1 Stunde wegFontaneSchlösser und Burgen

Fontane war auch hier: Wustrau

WustrauDas Zietenschloss in Wustrau, Foto: D.Weirauch

Das ist Brandenburg: die Schwalben fliegen in ihr Nest oben am Schlossportal, die Störche klappern. Stille rund um den Ruppiner See. Fast wie zu Friedrichs II. oder Theodor Fontanes Zeiten. Fontane war hier: Wustrau

Das Schloss in Wustrau kann nach Absprache besichtigt werden, Foto: Weirauch
Das Schloss in Wustrau kann nach Absprache besichtigt werden, Foto: Weirauch

Doch es ist Mitte Juli 2012. Im Hof des Zietenschlosses von Wustrau sitzen die Gäste und warten auf  die vom Seefestival Wustrau inszenierte Uraufführung “Friedrich II. – vom Rebell zum Thronfolger”. Oft waren wir in den vergangenen Jahren hier und wurden nie enttäuscht.

Pointiert wird die Geschichte vom Dauerzwist zwischen Soldatenkönig und Kronprinz Friedrich erzählt. So etwa, wie das Schauspieler-Urgestein Hans Teuscher alias Friedrich Wilhelm I., wutentbrannt mit seinem Sohn Friedrich II., der “nicht reiten und nicht schießen kann”, umspringt, muß es sich wohl zu getragen haben. Regisseur Marten Sand beleuchtet ambitioniert die Jugend des später den Großen genannten Friedrich, sympathisch verkörpert von Anika Mauer. Friedrichs Schwester Wilhelmine wird von Rose-Maria Vischer gespielt, die Mutter von Christiane Ziehl.  Der Wandlungsprozess wie aus dem jungen, musisch gebildeten und aufsässigen Kronprinzen ein absolutistischer Herrscher und Feldherr wird, ist überaus deutlich. 

Heimatmuseum in Wustrau Foto. Weirauch
Heimatmuseum in Wustrau Foto. Weirauch

Fontane war hier: Wustrau

Und das ohne Klamauk: Der Blick in die Psyche Friedrichs ist nachvollziehbar. Als Grundlage für das Werk dienten den Autoren historische Aufzeichnungen von Friedrichs Schwester Wilhelmine, der späteren Markgräfin von Bayreuth, Briefe aus der Feder Friedrichs sowie das 2012 erschiene Buch von Uwe A. Oster “Sein Leben war das traurigste der Welt”. Überzeugend spielte Carsten Klemm den Jugendfreund Hans Hermann von Katte und Hartmut Schreier, als Lehrer Jaques Duhan und in einer weiteren Rolle als Kriegsgerichtsrat von Schack. Wer die Ausstellung anfang 2012 über den Kronprinzenprozess im Schloss Köpenick gesehen hat, dem kommt “Friedrich – vom Rebell zum Thronfolger” wie ein lebendiges Lehrstück vor.

Das Zietenschloss in Wustrau, Foto: D.Weirauch
Das Zietenschloss in Wustrau, Foto: D.Weirauch

Vor dem Stück sollte man sich Wustrau genauer anschauen. Der Ort atmet viel preußische Geschichte. Und ist dank der vielen Vereine auch recht lebendig.

Das Brandenburg Preußen - Museum in Wustrau Foto. Weirauch
Das Brandenburg Preußen – Museum in Wustrau Foto. Weirauch
Denkmal für Hans Joachim von Zieten im Pfarrgarten von Wustrau Foto. Weirauch
Denkmal für Hans Joachim von Zieten im Pfarrgarten von Wustrau Foto. Weirauch

Am besten beginnt man seinen Rundgang im Brandenburg-Preußen-Museum. Dort ist noch bis zum 30. September die Sonderausstellung  “Friedrich der Große als praktischer Aufklärer” zu sehen. Wenn man Glück hat,  führt der Museumsgründer Ehrhardt Bödecker am Sonntagvormittag selbst durch das Museum. Wustrau ist auch Ausgangspunkt von Wanderungen oder Radtouren um den Ruppiner See. 

Die Zugbrücke von Altfriesack Foto. Weirauch
Die Zugbrücke von Altfriesack Foto. Weirauch

Karwe und Altfriesack mit der Zugbrücke sind reizvolle Ziele auf der anderen Seeseite.Tipp: zuvor noch einen Besuch der Dorfkirche von Wustrau (mehr Infos zu Öffnungszeiten im vom Förderkreis “Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V. herausgegbenen Heft “Offene Kirchen 2012”)  und eine Kaffeepause im Cafe Constanze von Wustrau einplanen.

Die nächsten Vorstellungen am Zietenschloss Wustrau finden am  26./27./28. Juli, jeweils 20.30 Uhr statt. Karten gibt es an der Abendkasse.

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Literaturtipp: sehr gut beschrieben ist Schloss Wustrau auf den Seiten 78 – 79  des Bandes “Burgen, Schlösser und Herrenhäuser in Brandenburg”, herausgegeben vom “Freundeskreis Schlösser und Gärten der Mark“. Das Buch erschien im L & H Verlag und kostet  24,80 Euro.

Ebenso hat der Freundeskreis Schlösser und Gärten der Mark (in der Deutschen Gesellschaft)  in der sogenannten Grauen Reihe eine Monographie zu dem Schloss herausgebracht. Autorin ist Stefanie Krause. Diese ist gegen eine Spende beim Freundeskreis erhältlich.

Freundeskreis Schlösser und Gärten der Mark
in der Deutschen Gesellschaft e. V.
Voßstr. 22
10117 Berlin
Tel. (030) 88 412 266
Fax (030) 88 412 223
E-Mail: freundeskreis@deutsche-gesellschaft-ev.de

  Hier geht es zu weiteren Stationen der Fontanetour von einfachraus.eu

Cafe Constanze in Wustrau ist immer eine gute Adresse, Foto: Weirauch
Cafe Constanze in Wustrau ist immer eine gute Adresse, Foto: Weirauch
FontaneSchlösser und Burgen

Preußische Sehnsuchtsorte,Teil 2: Paretz

Schloss Paretz im HavellandSchloss Paretz im Havelland, Foto: Weirauch
Schloss Paretz Foto: Weirauch

Zu den Sehnsuchtsorten in Brandenburg gehört Paretz mit dem Schloss der Königin Luise. Ruth Cornlesen vom gleichnamigen Schulbuchverlag und die Freunde der Preußischen Schlösser und Gärten halfen mit viel Geld, um aus dem verschandelten Schloss wieder ein Schmuckstück zu machen.

Und der Ort gewinnt immer mehr. Seit meinem Besuch 2008 hat sich viel verändert, obwohl einige Häuser mit dunklem DDR-Grauputz immer noch die Straße am Schlosss verschandeln, die Freundlichkeit und die Qualität der Speisen im “Gotischen Hauses” verbesserungsbedürftig sind.

Es tut sich aber viel. Auch, weil Helga Breuninger, den Freunden aus Süddeutschland bestens bekannt durch die gleichnamige Kaufhauskette, sich vor einigen Jahren in den Ort verliebt hat. Lokale Initiativen, einige bereits vor der Wende gegründet,  tun ihr Übriges. Mittlerweile gibt es auch wieder Übernachtungsmöglichkeiten und Angebote für Kinder,  wie der Storchenhof der Familie Hipp. Elke Backkhaus lädt dazu ein, auf  ihrer Louise-Kult-Tour auf den Spuren der beliebten Königin zu wandeln. Mittlerweile gibt es auch eine überregionale Königin-Luise-Route, leider kaum bekannt. Paretz lebt von den Vereinen, wie dem Paretzer Liebhabertheater, dem Verein historisches Paretz, der Feuerwehr  und vielen anderen engagierten Einwohnern. So dem Hobby-Müller Willi Schwetzke in seiner Bockwindmühle.

Nun entsteht die Paretz Akademie, finanziert von der Helga Breuninger Stiftung. Die Stifterin will mit der Paretz Akademie einen besonderen Ort der Begegnung schaffen, vergleichbar zu ihrer internationalen Konferenzinsel Wasan Island in Kanada (www.wasan-island.de). An der Paretzer Schleuse entsteht ein kreativer Lernort für Bildung und Beteiligung. Die Stifterin selbst nennt es ein „kreativen Ort des Lernens“. Vor allem geht es bei der Akademie um Bildung. In Paretz sollen Lehrer, Schüler und Eltern aus ganz Deutschland zusammen kommen, um von anderen, erfolgreicheren Bildungseinrichtungen zu partizipieren. Zweiter Schwerpunkt sind Kurse für Menschen aus Verwaltung, Politik und Bürgerschaft, um ihnen mehr Kompetenzen für demokratische Beteiligungsprozesse zu vermitteln. „Unsere Akademie ist nicht zuletzt auch ein Treff für Stiftungen aller Art, die hier lernen, mit öffentlichen Verwaltungen effizient zusammen zu arbeiten“. Und es soll um demografischen Wandel gehen, spannende Themen allemal.

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Dem Vorhaben im Havelland kann ich, selbst mittlerweile ein so genannter Best Ager, nur viel Glück wünschen.

Hier geht es zur Seite der Helga – Breuninger – Stiftung und hier zur Homepage der Stiftung Paretz..

Literaturtipp: sehr gut beschrieben ist Schloss Paretz und seine wechselvolle und zugleich spannende Geschichte im Band “Burgen, Schlösser und Herrenhäuser in Brandenburg”, herausgegeben vom “Freundeskreis Schlösser und Gärten der Mark“. Das Buch erschien im L & H Verlag und kostet  24,80 Euro.

Ebenso hat der Freundeskreis Schlösser und Gärten der Mark (in der Deutschen Gesellschaft)  in seiner Grauen Reihe eine Monographie zu dem Schloss herausgebracht. Das Heft ist gegen eine Spende beim Freundeskreis erhältlich. Adresse: Freundeskreis Schlösser und Gärten der Mark in der Deutschen Gesellschaft e. V., Voßstr. 22, 10117 Berlin
E-Mail: freundeskreis@deutsche-gesellschaft-ev.de