1 Stunde weg

In dieser Kategorie werden Reiseziele vorgestellt, die innerhalb von einer Stunde per Zug, Auto oder Fahrrad von Berlin aus zu erreichen sind. Dabei darf man nur nicht die Frage stellen: “Eine Stunde weg mit Startpunkt Berlin- Mitte oder Berlin-Zehlendorf?” Es geht mehr darum, die Stadtgrenze von Berlin als Startpunkt zu nehmen.

1 Stunde wegBücherFontane

Nennhausen im Fontane200 – Kalender

nennhausenSchloss Nennhausen, Foto: D.Weirauch

Heuer ist Es ist Fontanejahr. Und es gibt einige tolle Kalender.  So auch  „Fontane200“, herausgegeben vom Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg. Ein Kalendenderblatt beschäftigt sich mit Nennhausen und Effi Briest. Wie lesen: ” Im havelländischen Nennhausen kreuzen sich die Wege der Musen und Grazien der Mark. Der romantische Dichter Friedrich de la Motte Fouqué (1777 – 1843) hatte hier ab 1803 mit Caroline von Rochow, geborene Briest, gelebt. Für beide war es die zweite Heirat. Caroline Fouqué, die 1773 in Berlin geboren wurde und auch eine sehr produktive Autorin war, starb auf Schloss Nennhausen 1831. Für den biografischen Hintergrund seiner berühmtesten Romanheldin, Effi Briest, bediente sich Fontane der Familiengeschichte der havelländischen Briest: Im 8. Kapitel des Romans sagt Effi: „Ich bin eine geborene Briest und stamme von dem Briest ab, der am Tag vor der Fehrbelliner Schlacht den Überfall von Rathenow ausführte, wovon Sie vielleicht einmal gehört haben.“ Dieser Jakob Friedrich von Briest (1695 – 1768) war der Ururgroßvater von Caroline Fouqué. In der Ausgabe der „Wanderungen“ mit den Oderland-Kapiteln aus dem Jahr 1863 erwähnt Fontane: „Die Portraits in Wilkendorf sind zum Teil aus der alten, nunmehr ausgestorbenen Briestschen Familie. Der letzte Sproß der Familie, eine Tochter, war an Friedrich de la Motte Fouqué vermählt. (Landrat von Briest, auf Nennhausen im Havelland, bekannt durch den klugen Beistand, den er der Armee des Großen Kurfürsten erst bei der Überrumpelung von Rathenow und dann später auf ihrem Marsche nach Fehrbellin leistete.)“

Es ist eine Geschichte nach dem Leben

Schloss Nennhausen, Foto: D.Weirauch
Schloss Nennhausen, Foto: D.Weirauch

Bei der Arbeit an der Fragment gebliebenen Schrift „Das Ländchen Friesack und die Bredows“ hatte sich Fontane ebenfalls mit Nennhausen beschäftigt: „Von 1694 an besaß die Familie von Briest das Gut, bis es 1822 beim Erlöschen des Mannesstammes an die Rochows kam.“ Leider hatte Fontane dieses Nennhausen-Kapitel nur als Skizze hinterlassen, obwohl er sich nachweislich über Jahre und sogar bis in seine letzten Lebenstage immer wieder mit seiner havelländischen Materialsammlung befasste.

In „Effi Briest“ verfremdete und veränderte der Autor trotz mancher Hinweise und Bezüge auf reale Orte viele Details. Zwar gibt es kein Hohen-Cremmen, wo das Gut der Familie und später Efiis Grab lokalisiert wird, aber immerhin gibt Fontane einige Fingerzeige, wo es denn zu suchen wäre. So tragen die Briefe aus Hohen-Cremmen den Friesacker Stempel – dort ist also die nächste Post (Kapitel 22). Nauen und Rathenow werden als gut erreichbare Orte erwähnt. Kremmen selbst scheidet übrigens wegen der zu großen Entfernung aus.

Schon bald nach Veröffentlichung des Romans „Effi Briest“ zwischen Oktober 1894 und März 1895 in der Zeitschrift „Deutschen Rundschau“, der im Oktober 1895 mit Datum 1896 die Buchausgabe folgte, hatte sich herumgesprochen, dass sich der Autor auch bei seinen Romanfiguren von einer in den höheren Berliner Kreisen als Skandal empfundenen Affäre hatte inspirieren lassen: „Es ist eine Geschichte nach dem Leben, und die Heldin lebt noch“, gab Fontane in einem Brief an Marie Uhse am 13. November 1895 zu erkennen.

Die nicht genannte Heldin war Elisabeth von Plotho (1853 – 1952), die mit Armand Léon von Ardenne (1848 – 1919) verheiratet wurde. Ihre Liebesbeziehung mit dem Juristen und Sportpädagogen Emil Ferdinand Hartwich (1843 – 1886) war Stadtgespräch. Armand von Ardenne hatte – wie im Buch – seinen Nebenbuhler im Duell so schwer verletzt, dass dieser kurz danach starb.

Elisabeth von Ardenne wurde 98

In der Realität übertraf Elisabeth von Ardenne in ihrem Freiheitsdrang sogar noch ihr literarisches Alter Ego: Sie blieb weiter eine starke Frau, konnte wieder Kontakt zu ihren Kindern aufnehmen, wurde Krankenpflegerin, arbeitete in diesem Beruf, lernte mit 60 Skifahren und setzte sich mit 80 zum ersten Mal auf ein Fahrrad. Sie starb nicht wie Effi an Herzensleid, sondern mit 98 Jahren am 5. Februar 1952 in Lindau am Bodensee.

Ihr Urnengrab befindet sich auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf. Wegen der hohen Pflegekosten hatten die Ardennes 1996 das Erbbegräbnis gekündigt und die Grabplatte Elisabeths an den Familienbesitz in Dresden geholt. Nach zahlreichen Protesten vieler Fontane-Freunde und Leser der „Effi Briest“ konnte die Friedhofsverwaltung mit der Anlage eines Ehrengrabs für Elisabeth die Familie überzeugen, den Stein ein Jahr später wieder nach Stahnsdorf zurückzubringen. Bis heute legen Friedhofsbesucher Blumen auf ihr Grab.

hre letzte Ruhestätte fand Elisabeth von Ardenne (Effi Briest) auf dem Stahnsdorfer Südwest-Kirchhof, Foto: K.Weirauch
Ihre letzte Ruhestätte fand Elisabeth von Ardenne (Effi Briest) auf dem Stahnsdorfer Südwest-Kirchhof, Foto: K.Weirauch

In Fontanes Roman ist Nennhausen/Hohen-Cremmen Effis Kindheitsparadies und ein beschaulicher Alterssitz der älteren Briests – unter den Fouqués war es ein Treffpunkt der geistigen Welt. Das Schriftstellerpaar empfing hier vor allem in den Sommermonaten zahlreiche  Gäste, darunter viele bekannte Namen wie Adelbert von Chamisso (1781 – 1838), Joseph von Eichendorff (1788 – 1857), E. T. A. Hoffmann (1776 – 1822), Wilhelm von Humboldt (1767 – 1835), August Wilhelm Schlegel (1767 – 1845), oder auch Karl August Varnhagen von Ense (1785 – 1858) und seine Frau Rahel Varnhagen (1771 – 1833).

Berühmter Park von Nennhausen

Allerdings war dies nicht das dann 1860 im neogotischen Stil umgebaute Schloss, dessen Dachstuhl 1983 ausbrannte und nur notdürftig repariert wurde. Trotz der Nutzung zu DDR-Zeiten waren Schloss und Park bis zum Mauerfall in einem vernachlässigten Zustand. Seit der Übernahme durch Alexander und Benita von Stechow im Jahr 1996 erfolgte mit Millionenaufwand eine denkmalgerechte Instandhaltung. Zu rund zehn Veranstaltungen kommen jedes Jahr Kulturliebhaber in das Herrenhaus. Die Havelländischen Musikfestspiele organisieren Konzerte. Zu Lesungen wird regelmäßig geladen. Auch das Land hat sich in Nennhausen – wie bei vielen alten Schlösser und Herrenhäuser – engagiert. Aus dem Programm für Ländliche Entwicklung erhielt der Förderverein Schloss und Landschaftspark Nennhausen e.V. für den Ausbau des Teichhauses im Park mit einer Ferienwohnung im Dachgeschoss 33770 Euro aus EU- und Landesmitteln bei einer Gesamtinvestition in Höhe von 95.770 Euro. Ebenfall für das Teichhaus – für  den Ausbau von Veranstaltungsräumen für Seminare, Konzerte sowie zur Nutzung als Standesamt für den Amtsbereich Nennhausen – stellte das Brandenburger Agrarministerium 105200 Euro bei Gesamtausgaben in Höhe von 147000 Euro zur Verfügung. Zum Privatbesitz der Stechows gehört seit 1997 auch der Park, den Phillip August von Briest um 1780 im englischen Stil gestaltet hat. Er ist dennoch ganzjährig öffentlich zugänglich und gilt als einer der frühesten Landschaftsparks in Brandenburg.

Vielleicht trifft man ja hier, im Nebel der Geschichte, zwischen den alten Bäumen, auf Effi Briest: „Am liebsten aber hatte sie wie früher auf dem durch die Luft fliegenden Schaukelbrett gestanden und in dem Gefühl ‚jetzt stürz ich‘ etwas eigentümlich Prickelndes, einen Schauer süßer Gefahr empfunden.“

Kalenderblatt aus „Fontane200“, herausgegeben vom Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg, Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Internationale Kooperation, Henning-von-Tresckow-Straße 2 – 13, 14467 Potsdam

www.mlul.brandenburg.de

Hier weitere Texte zur Spurensuche Theodor Fontane, heute: Wo Effi Briest wirklich lebte.

 

 

 

1 Stunde wegReise

Zu Otto nach Magdeburg: Ottonianum

Dommuseum001_Foto Thomas NawrathBlick auf das neue Dommuseum in Magdeburg Foto: Thomas Nawrath

Schon am Hauptbahnhof in Magdeburg empfängt mich der Hinweis auf das heute eröffnete Dommuseum Ottonianum. Vom Bahnhof sind es nur wenige Minuten hinüber zum Magdeburger Dom. Vorbei am Hundertwasserhaus. Bislang habe ich ein Dommuseum in Magdeburg vermisst. Nun endlich hat es eröffnet. Auf geht`s:  Zu Otto nach Magdeburg

Denn kaum eine andere Stadt in Deutschland ist so intensiv mit der Geschichte des frühen Mittelalters verbunden wie Magdeburg. In unmittelbarer Nähe zum Dom befindet sich das Ottonianum. Es ist in einer Schalterhalle von 1923 eingebaut worden. Das Gebäude der einstigen Reichsbank und späteren DDR-Staatsbank stand lange leer und beherbergt jetzt ein innovatives Museum der mittelalterlichen Kunst- und Kulturgeschichte.

1 Stunde wegFontanePotsdam

Fontaneort: Die Wiedergeburt des Fährhauses in Uetz

Uetz (2)

Einer der authentischsten Fontaneorte im Land Brandenburg ist das im Norden von Potsdam gelegene Dorf Uetz. Wie auf einer Perlenkette aufgereiht gehörten Bornstedt, Marquardt, Uetz und Paretz zur Reiseroute Theodor Fontanes. Er besuchte die Orte um 1865 mehrmals.

In seinem Band „Havelland“ der Wanderungen widmet Fontane Uetz (das seit 1961 Teil des Doppeldorfes Uetz – Paaren ist) ein eigenes Kapitel. Darin beschreibt er unter anderem ein Gespräch mit dem  Fährmann. Wahrscheinlich war es der Fährmann (oder dessen Sohn), der 60 Jahre zuvor das preußische Königspaar über die Wublitz setzte.”

” Als der Kahn auflief, blieb sein Insasse stehen und sah mich an. Ich ihn auch. Endlich gewann er’s über sich und bot mir »Guten Abend«. Nach dieser Konzession von seiner Seite, denn so schien er es aufzufassen, glaubte auch ich ein Übriges tun zu müssen. So entspann sich denn, während der Kahn langsam wieder zurückglitt, folgende Unterhaltung:
»Guten Abend, Fährmann. Geht’s Geschäft?«
»I, wie wird’s denn gehn?«
»Na, ich sollte doch meinen. Da sind erst die Uetzer…«
»Die fahren umsonst.«
»Und dann all die Dörfer, die hier hinten liegen…«
Er schüttelte griesgrämig den Kopf, beschrieb mit der Hand nach Norden hin eine Kurve und brummte: »Alles rum, immer rum!«
»Aber die Phöbener und Paretzer werden doch nicht über Falkenrehde fahren? Das ist ja die Meile sieben Viertel!«
»Das ist es. Aber was ein richtiger Bauer is, der geht nich übers Wasser.«
»Weil’s ihm zu unsicher ist?«
»Nich doch. Es is ihm bloß sicher, daß der Fährmann sein Fährgeld kriegt. Das zahlt kein Bauer, wenn er nich muß. Und er muß nich. Eine Meile oder zwei, ihm ist’s all’ eins. Er braucht sie nich zu laufen. Er nimmt seine Peitsche, knipst und ruft seinen Gäulen zu: ›Der Hafer is teuer heut; verdient ihn euch!‹ Und der Uetzer Fährmann – na, der mag sehen, wo er seine Pacht hernimmt.«

Die Spitze des Kahns war jetzt auf dem Trockenen; ich sprang hinaus und fragte nach meiner Schuldigkeit. Die Taxe war niedrig; ich gab ihm ein Stück Geld, etwa das Fünffache. Er nahm es, sagte nichts und erwiderte meinen »Guten Abend« durch ein Geknurr, das über seine Enttäuschung keinen Zweifel ließ. Die Fährleute sind ein eigen Geschlecht und haben ihren eigenen Artigkeitskodex.” Soweit Fontane.

Seit dem Jahr 1797, als der preußische König Friedrich Wilhelm III. und seine Frau Luise Paretz als Sommersitz wählten, führte der Weg nach Paretz stets über die Wublitz bei Uetz. An  die  letzte Passage von Königin Luise  kurz vor ihrem  Tod  im Jahr 1810 erinnert noch heute die prächtige Eiche auf dem Fährgrundstück.

Hier, an dieser Stelle könnte die junge Königin Luise nach der Überfahrt gestanden haben. Foto: Weirauch
Hier, an dieser Stelle könnte die junge Königin Luise nach der Überfahrt gestanden haben. Foto: Weirauch

Von Uetz nach Paretz

Erst um 1830 besuchte der König wieder öfter Paretz. 1834 ließ er nach Plänen von Ludwig Persius das noch heute erhaltene Fährhaus in Fachwerk – Holzarchitektur im Schweizerstil an der Wublitz errichten. Was bislang kaum bekannt war: Im Innern enthält das Gebäude eine Stube für den Fischer und das Teezimmer des Königs. Das Fährhaus überdauerte die Zeiten. Die Wublitz ist seit dem Bau der Autobahn in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts verlandet.

Mit viel Liebe und Detailkenntnis restaurierte Fassade. Foto: Weirauch
Mit viel Liebe und Detailkenntnis restaurierte Fassade. Foto: Weirauch

Ein Fährhaus ohne Fährstelle

Nach jahrzehntelangem Dornröschenschlaf restaurieren seit mehreren Jahren Henry Sawade und Sabine Swintek das so geschichtsträchtige Fährhaus. Die Arbeiten sind mittlerweile weit fortgeschritten. Henry Sawade weiß um den Aufwand: „Das ist eine Lebensaufgabe.“ Der gelernte Steinmetz  und  studierte Bildhauer hat das Denkmal aber mittlerweile originalgetreu erlebbar gemacht. Ein Großteil der Ziegelsteine der Außenwände wurde herausgenommen, nummeriert und gesäubert wieder eingesetzt.

1834 nach Plänen von Ludwig Persius errichtet: das Fährhaus im Schweizerstil, Foto: Weirauch
1834 nach Plänen von Ludwig Persius errichtet: das Fährhaus im Schweizerstil, Foto: Weirauch

Ein großes Stück ‚Arbeit liegt noch vor den Denkmalenthusiasten. Eine Augenweide ist das nach originalen Plänen bemalte Fachwerk samt Türen. Das Mauerwerk im Fachwerkverbund wurde gestrichen und Fugen aufgemalt.

Zum Fontanejubiläum im Jahr 2019 planen die Einwohner von Uetz mehrere Veranstaltungen. Henry Sawade ist sozusagen der Spiritus Rector. „Uetz war viel wichtiger, als bisher angenommen. An dem Ort kann man vieles erleben.“ Über das genaue Programm werden wir hier demnächst berichten.

Auf der Seite von Marquardt - Ausbau endet die Wublitz. Dann kommt der Damm der Autobahn. Foto. Weirauch
Auf der Seite von Marquardt – Ausbau endet die Wublitz. Dann kommt der Damm der Autobahn. Foto. Weirauch
Der Fährweg führt von Maquardter Seite unter der Autobahnbrücke hindurch hinüber zum Fähr- und Fischerhaus. Foto. Weirauch
Der Fährweg führt von Maquardter Seite unter der Autobahnbrücke hindurch hinüber zum Fähr- und Fischerhaus. Foto. Weirauch

Sawade: „Uetz kann man als Verkehrs – Hotspot bezeichnen. Hier gab es bereits im elften Jahrhundert eine Fährverbindung. Und im 19. Jahrhundert sind an dieser Stelle Friedrich Wilhelm III. und Königin Luise übergesetzt, um zu Schloss Paretz zu gelangen.“

Die Wublitz wurde durch den Autobahnbau geteilt und verlandete. Foto: Weirauch
Die Wublitz wurde durch den Autobahnbau geteilt und verlandete. Foto: Weirauch

Erst ab 1905 wurde hier eine Brücke als Übergang gebaut. Die Von – Wilms – Brücke existiert seit 1905 nicht mehr. Mitte der 1930er ließen die Nazis den Berliner Autobahnring bauen. Und der kreuzt als Damm den alten Wublitz-Arm. Auf der anderen Seite des Dammes reichte das Wasser, sechs bis sieben Kilometer bis nach Falkenrehde runter. An der Stelle, wo jetzt noch das Fährhaus steht, war der Wublitz – Arm über hundert Meter breit. Sawade: „Die Wasserlinie ist inzwischen versumpft, aber man erkennt sie noch.“

Vis a vis der Autobahn steht das Fährhaus in Uetz. Foto: Weirauch
Vis a vis der Autobahn steht das Fährhaus in Uetz. Foto: Weirauch

2019 soll eine Stele am Fährhaus als Station des überregionalen Fontane – Radweges eingeweiht werden. Dazu gibt es eine Reihe von Festivitäten, auf die wir hier später eingehen wollen. Eines ist Henry Sawade wichtig: „Die ganze Dorfbevölkerung wird mitmachen. Und es gibt eine fiktive Figur, eine Ur-Ur-Ur-Enkelin von Fontane wird uns besuchen – mit einem Motorrad.“

Für die Fontane – Feiern in Uetz wurden Fördermittel bei der Stadt Potsdam und im Rahmen des Projektes „fontane200“ beantragt. „Wir sind zu spät, hoffen aber, dass unser Konzept überzeugt.“

Persius Erstlingswerk

Henry Sawade hat sich tief in die Geschichte des Fähr- und Fischerhauses und des kleinen Ortes eingearbeitet. „Das Fährhaus, anstelle der bisherigen reetgedeckten Fischerhütte errichtet, gilt als eines der Erstlingswerke von Persius. Persius entwarf das Haus für mehrere Zwecke: Zum einen als Wohn- und Arbeitsstätte für den Fischer, der gleichzeitig auch Fährmann war. Zum anderen erhielt der König einen separaten Aufenthaltsraum, das Teezimmer.“

Das Haus wird von Denkmalpflegern mittlerweile als lange unterschätztes Kleinod der Potsdamer Baugeschichte bewertet. Es ist eine Überraschung, wenn Sawade erläutert: „Wir haben sowohl im Teezimmer als auch in der Fischerstube aufwändige Wandfassungen freigelegt. Und selbst das Altenteil war ungewöhnlich aufwändig gestaltet. Die Standesunterschiede wurden also nicht durch die Aufwändigkeit in der Gestaltung verdeutlich, sondern, wie sich zeigte, durch die verschiedene Symbolik.“

Bildhauer Henry Sawade Foto: privat
Bildhauer Henry Sawade Foto: privat

Laut Sawade war die Absicht des Königs entscheidend, einerseits der früh verstorbenen Luise zu gedenken, andererseits seinem treuen Untertanen, dem Fährmann, zu danken. „Deshalb weisen die Malereien in der Teestube königliche Attribute wie Palmette und Lilie auf, während wir an den Wänden der Fischerstube ein Eichenlaubfries nachweisen konnten.“

Denn als Luise gestorben war, hatten die Uetzer zu ihrem Gedenken die Eiche gepflanzt, die auf dem Grundstück des Fährhauses noch steht. Und spannend dabei: „Die Außenfassung des Hauses nimmt Bezug zu diesem Solitär. Das Fachwerk, obwohl in Kiefernholz errichtet, wurde aufwändig in Eichenholzoptik maseriert. Dem entsprechen die Fensterladen, deren Bemalung farblich auf die jeweiligen Innenräume abgestimmt war und im geschlossenen Zustand eine sogenannte Kassette ergeben.“

Und noch einen Aha – Effekt gibt es zu bestaunen: „Die Innentüren sind einfache Kieferntüren, die aber aufgewertet wurden, indem man sie wie edle Kassettentüren aus Nussbaum mit Ebenholzintarsien illusionistisch bemalte.“

Auch an die Windmühle, die einst auf dem dem Fährhaus gegenüberliegenden Mühlenberg stand, soll mit einer Installation während des Jubiläums 2019 erinnert werden.

Theodor Fontane schrieb zum Abschied seines Besuches in Uetz: „Ich schritt nun die Querallee hinauf, kreuzte die Dorfstraße und erstieg den Mühlenberg, hinter dessen Kamm, bereits erblassend, die Abendröte stand. Ein schwacher rötlicher Schimmer säumte nur noch den Himmel gegenüber. Das Dorf, die Wublitz waren still; im Fährhaus schimmerte ein Licht, die Schwäne sammelten sich am Schilf, die Abendglocke klang in langsamen Schlägen über Uetz hin.”

Und zitiert aus dem Gedicht, das einst Schmidt von Werneuchen über Uetz schrieb die letzten Sätze: „Du schönster Ort im ganzen Havelland, Wer könnte je dich ungerührt verlassen!“

Tipp. Auf Seite 17 der Stationen der Fontane – Radroute wird Uetz erwähnt. noch ohne Infostele, aber sie wird kommen, ist sich Henry Sawade sicher. Hier geht es zur Fontane-Radroute.

Unsere nächste Station ist Paretz.

Im Magazin “Potsdamer” wurde im Januar über Henry Sawade und die Vorbereitungen zum Jubiläum “200 Jahre Theodor Fontane” berichtet. Hier geht es zur Seite von “Potsdamer”.

Informationen zum Fontanejahr 2019

Als ein Baustein der zentralen Landeskampagne „Fontane.200“ reiht sich Kulturland Brandenburg im nächsten Jahr neben der Leitausstellung „Fontane.200/Autor“ im Museum Neuruppin, der Ausstellung„Fontane.200/Brandenburg“ im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Potsdam dem Schülerbegleitprogramm und dem Jugendprojekt „Word&Play“ ein.
Weiterhin beteiligen sich die Universität Potsdam, das in Potsdam ansässige  Theodor-Fontane-Archiv sowie die Theodor Fontane-Arbeitsstelle, Seminar für Deutsche Philologie bei der Georg-August-Universität Göttingen mit einem wissenschaftlichen sowie die Fontanestadt Neuruppin in Kooperation mit zahlreichen Partnern mit einem vielfältigen kulturellen Programm. Das Fontanejahr wird  am 30. März 2019 in Neuruppin eröffnet.

Hier einzelne Fontanetipps auf einfachraus.eu:

+ Bei Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland

+ Robert Rauh und Erik Lorenz empfehlenswertes Buch zu den fünf Schlössern

+ Zum Grab von Theodor Fontane in Berlin

+Spurensuche in Wustrau

Spurensuche in Neuruppin

Fontane und der Ziegelringofen von Glindow

Der Bornstedter Friedhof

Josef Grütter aus Marquardt dichtete über Fontanes Wanderschuh sowie den Wanderstock

+ Besuch bei Königin Luise in Paretz

+ Die Wiedergeburt des Fähr- und Fischerhauses in Uetz

1 Stunde weg

Es wird noch süßer in Karls Erlebnis-Dorf

Eiswelt in Karls Erlebnis-Dorf Elstal, Foto: Kärstin WeirauchPrinzessinnenträume aus Eis in der gerade eröffneten 4. Eiswelt in Karls Erlebnis-Dorf Elstal, Foto: Kärstin Weirauch

Pünktlich zur Adventszeit wird es süßer in Karls Erlebnis-Dorf Elstal.as Thema: “Träumen, erleben und genießen im größten Gummibeerchen-Land”. Unter diesem Motto lädt Robert Dahl, Inhaber von Karls Erlebnis-Dorf, ab dem 1. Dezember 2018 seine kleinen und großen Gäste in die Erlebniswelt nach Elstal ein. Karls Lieblingsfrucht – die Erdbeere – hat sich auf die Winterzeit eingestellt.

Ein kleine Prinzessin aus Eis reitet auf der Schnecke, die bei den Erdbeeren nichts zu suchen hat, Foto: Kärstin Weirauch
Ein kleine Prinzessin aus Eis reitet auf der Schnecke, die bei den Erdbeeren nichts zu suchen hat, Foto: Kärstin Weirauch

“Komm ins Erdbeerkönigreich” – eisig ist es in der 4. Eiswelt, die in Karls Erlebnis-Dorf Elstal zu erleben ist. In der größten Eisfigurenausstellung Deutschlands regieren Königin und König im Erdbeerkönigreich. Auf einer Fläche von 2.000 Quadratmetern versetzen an 14 Stationen erdbeerige Eislandschaften aus 300 Tonnen Eis Besucher ins Staunen. Auf der faszinierenden Reise durch die minus sieben Grad kalte Erlebniswelt werden fantastische Tierwelten zwischen gefrorenen Erdbeerpflänzchen präsentiert, Einblicke in Karls riesige Erdbeertunnel gegeben und das Schloss des einzig wahren Erdbeerkönigs vorgestellt.

Komplett aus farbigem Eis: der Porsche Traktor, Foto: K.Weirauch

Ob überdimensionale Prinzessinnen-Kutsche, Fedfahrzeug Porsche-Trecker, Erdbeer-Produnktionshalle, Erdbeer-Prinzessin, Schloss des einzig wahren Erdbeer-Königs sowie Hummel, Biene, Schnecke u. a..  24 internationale Künstler aus zwölf Ländern haben unter der künstlerischen Leitung des bewährten Othmar Schiffer-Belz (der seit dem Jahr 2004 bereits 17 Eis-, Schnee- und Sandfiguren-Ausstellungen von Karls Erlebnis-Dörfern inszeniert hat), 24 zauberhafte Eisfiguren erschaffen, die mit Licht- und Musikeffekten eine einzigartige Ausstellung um geeiste Rutschen und eine royale Eisbar inszenieren. Erstmals wird mit farbigem Eis gearbeitet, das die Eisshow noch bunter und farbenfroher macht. 300 Tonnen Eis wurden verarbeitet.

Bis November 2019 ist die 4. Eiswelt in Karls Erlebnis-Dorf zu sehen.

Freizeitspaß und Beerengeschlemmer

Die Eiswelt ist Teil des gerade eröffneten  neuen “Gummibeerchen”-Lands. So ist das Karls Erlebnis-Dorf eben, eine neue Attraktion kommt selten allein: Ab morgen können Leckermäuler noch eine weitere spektakuläre Erlebniswelt in Besitz nehmen. Wie Erdbeerbonbons und Erdbeermarmelade in Karls Erlebnis-Dorf hergestellt werden, weiß ja schon jedes Kind. Ab morgen, dem 1. Dezember 2018, lernt man nun auch alles über die Gummibeerchen-Herstellung im Gummibeerchen-Land. Heute klappte alles schon ganz gut, lustig wie die vielen Gummibeerchen im “Zementmischer” durchgeschüttelt wurden.

Vergrößerte Manufaktur stellt selbstgemachte Gummibeerchen her Foto: Karls Erlebnis-Dorf
Vergrößerte Manufaktur stellt selbstgemachte Gummibeerchen her Foto: Karls Erlebnis-Dorf

Es macht nicht nur den Kindern Spaß bei der Herstellung der beliebten Süßigkeit zuzuschauen, auch die Erwachsenen waren kamen im wahrsten Sinne auf ihre “Kosten”. Und sie schmecken natürlich nach Erdbeeren, wie soll es auch anders sein. Die Leckerbissen werden allesamt von Hand hergestellt und bestehen zu 55 Prozent aus echten Früchten. Bis zu 24 Stunden trocknen die fertigen Fruchtgummis im Beerchen-Ruheraum. Und im Gummibeerchen-Land steht natürlich nicht nur das Gummibeerchen im Mittelpunkt. Im Zentrum der wohl kuriosesten Indoor-Erlebniswelt der Region Berlin-Brandenburg erwarten ab morgen auch bezaubernde Fahrgeschäfte und Attraktionen wie ein Free-Fall-Tower (“Saftpresse) sowie ein historisches Karussel (“Beerenschleuder”) ihre Gäste.

Robert Dahl, der Chef des Familienbetriebes mit dem Maskottchen Karlchen, Foto: K.Weirauch
Robert Dahl, der Chef des Familienbetriebes mit dem Maskottchen Karlchen, Foto: K.Weirauch

Im Außenbereich öffnet ein großes Beerchen-Autoscooter seine Pforten. Allerlei Zirkusinterieur vermittelt zur Adventzeit nostalgisches Kirmes-Flair und macht den “Jahrmarktbesuch” zur Zeitreise für Jung und Alt.

Der Eintritt in Karls neues Gummibeerchen-Land ist frei. Es empfiehlt sich aber eine Tageskarte (12 Euro) oder Jahreskarte (33 Euro) zu kaufen, um alle Attraktionen “erleben” zu können. Die Jahreskarte kann auch für die anderen Karls Erlebnis-Dörfer (u.a. rostock – Rövershagen) genutzt werden.

Ausblick 2019/2020

Langweilig wird es nie – ein Markenzeichen von Karls Erlebnis-Dorf. Und so kündigte der Unternehmer bereits für den 13. April 2019 “Karls Erdbeer-Plansch” an. soviel sei verraten:  zehn spektakuläre Wasser-Attraktionen erwarten dann Groß und Klein.

Sprüht vor neuen Ideen: Robert Dahl, der Chef des Familienbetriebes, Foto: K.Weirauch
Sprüht vor neuen Ideen: Robert Dahl, der Chef des Familienbetriebes, Foto: K.Weirauch

Und es geht weiter….. Ab 2020 lädt dann ein “Erdbeer-Hotel” seine Gäste ein, gleich im Erlebnis-Dorf zu übernachten. Das erscheint sinnvoll, denn ein Tag reicht fast nicht aus, um alle Erlebniswelten in Karls Erlebnis-Dorf intensiv wahrzunehmen. Eines ist sicher, die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen werden immer neue Attraktionen für ihre Gäste bereit halten.

Freifallspaß in der „Saftpresse“ in Karls Gummibeerchen-Land Foto: Karls Erlebnis-Dorf

Karls Erlebnis-Dorf
Adresse: Zur Döberitzer Heide 1, 14641 Elstal (bei Berlin)

Anreise: Aus Richtung Nord und Süd: A 10 (Berliner Ring), Abfahrt 26: Berlin-Spandau, anschließend B5 Richtung Berlin-Spandau/-Zentrum, Ausfahrt: Karls Erlebnis-Dorf: Aus Wustermark durch den Ort, dann Richtung Berlin/Dyrotz. In das Navigationssystem bitte “Karls Erlebnis-Dorf”- Zur Döberitzer Heide 1, 14641 Elstal eingeben. Vor Ort sind ausreichend kostenfreie Parkplätze vorhanden.
Alle 60 Minuten verkehrt die Buslinie 668 (Bhf. Elstal-Wustermark-Zur Döberitzer Heide 1). Mit dem Zug aus Richtung Berlin Hbf. bis zu Bhf. Wlstal, weiter mit der Buslinie 668 zur Haltestelle “Zum Erlebnis-Dorf”.

 

Weitere Informationen:
www.eiskunstwerke.com
www.karls.de

Bild 2: Unterwegs im Beerchen-Autoscooter (Karls Erlebnis-Dorf)
Unterwegs im Beerchen-Autoscooter Foto: Karls Erlebnis-Dorf
Bild 3: Schlittschuhlaufen vor Karls neuem Gummibeerchen-Land (Karls Erlebnis-Dorf)
Schlittschuhlaufen vor Karls neuem Gummibeerchen-LandFoto: Karls Erlebnis-Dorf
1 Stunde wegFontaneSchlösser und Burgen

Auf Fontanes Spuren in Marquardt

Schloss MarquardtBlick vom Schlänitzsee auf das romantische Schloss Marquardt, Foto: D.Weirauch

„Eine Meile hinter Bornstedt liegt Marquardt, ein altwendisches Dorf, ebenso anziehend durch seine Lage wie seine Geschichte. Wir passieren Bornim, durchschneiden den »Königsdamm« und münden unmerklich aus der Chaussee in die Dorfstraße ein, zu deren Linken ein prächtiger Park bis an die Wublitz und die breiten Flächen des Schlänitz-Sees sich ausdehnt.“ So leitet Theodor Fontane im Band „Havelland“ seiner Wanderungen durch die Mark Brandenburg das Kapitel über Marquardt ein.

Im Jahr 2019, wenn Fontanes 200. Geburtstag gefeiert und „Kulturland Brandenburg“ vor allem in Neuruppin an den berühmten „Märkischen Wanderer“ erinnern wird, wird auch das am Rande von Potsdam gelegene Schloss Marquardt hoffentlich eine Rolle spielen. Zumindest steht auf Seite 16 des von einer Arbeitsgruppe LAG Havelland erarbeiteten Konzeptes für eine überregionale  Theodor – Fontane – Fahrrad – Route  Marquardt. Dort soll zumindest eine Infotafel aufgestellt werden.

Spurensuche im Ort

„Schon jetzt fragen immer wieder mal Gäste nach den Stationen der  Erzählung von Theodor Fontane, die auch im Schloss spielen“, sagt Schlossmanager Christian Schulze. Auch nach der „Blauen Grotte“, über die Fontane schreibt, wird desöfteren gefragt. Niemand weiß genau, ob noch Reste des sagenumwobenen Bauwerkes im Boden schlummern. Seit dem 14. Jahrhundert erlebte das Gut viele adelige Familien. Einer der prominenten Besitzer war General Hans Rudolf von Bischoffwerder.

Auf der linken Seite vermuten Experten Reste der Blauen Grotte, Foto: Weirauch
Auf der linken Seite vermuten Experten Reste der Blauen Grotte, Foto: Weirauch

Als Mitglied der Rosenkreuzer ließ er die „Blaue Grotte“ anlegen, in der sich die Mitglieder des Geheimbundes zur Ausübung okkulter Rituale trafen. Auch der leichtgläubige König Friedrich Wilhelm II. soll hier einige spiritistische Sitzungen miterlebt haben. Die Grotte wurde allerdings von einem späteren Besitzer abgerissen, so die Ortsgeschichte, die sich vor allem auf Fontanes Ausführungen und die Kirchenbücher stützt.

Rosenkreuzer in Marquardt

Fontane schrieb u.a. „ Die Dorftradition sagt, er kam in Begleitung weniger Eingeweihter, meist in der Dämmerstunde,…, passierte nie die Dorfstraße, sondern fuhr über den »Königsdamm« direkt in den Park, hielt vor dem Schlosse und nahm nun an den Sitzungen teil. Man begab sich nach der »Grotte«, einem dunklen Steinbau, der im Parke, nach dem rosenkreuzerischen Ritual, in einem mit Akazien bepflanzten Hügel angelegt worden war. Der Eingang, niedrig und kaum mannsbreit, barg sich hinter Gesträuch. Das Innere der Grotte war mit blauem Lasurstein mosaikartig ausgelegt, und von der Decke herab hing ein Kronleuchter. In diese »blaue Grotte«, deren Licht- und Farbeneffekt ein wunderbarer gewesen sein soll, trat man ein; der König nahm Platz. Alsbald wurden Stimmen laut; leiser Gesang, wie von Harfentönen begleitet. Dann stellte der König Fragen, und die Geister antworteten. Jedesmal tief ergriffen, kehrte Friedrich Wilhelm ins Schloß und bald darauf nach Potsdam zurück.“

Existieren noch Reste der Grotte?

„Daß die Grotte eine doppelte Wandung hatte, ist seitdem, und zwar durch den jetzigen Besitzer, der den Bau öffnete, um sich von seiner Konstruktion zu überzeugen, über jeden Zweifel hinaus erwiesen worden. Die Lasursteine existieren noch, ebenso der Akazienhügel. Dennoch gibt es Personen, die den ganzen Schatz Marquardter Volkssage einfach für Fabel erklären. Ich kann diesen Personen nicht beistimmen. Es ist eine nicht wegzuleugnende Tatsache, daß Bischoffwerder ein Rosenkreuzer war, …“

Die Geistergrotte, wie sie manche Dorfbewohner des heutigen Marquardt nennen, könnte einer der Höhepunkte  des Fontane Jubiläums werden. Über eine archäologische Suchgrabung wurde  mehrmals gesprochen. Doch still ruht der „Schlänitz“ See bei unserem Besuch im Juli 2018. Auch weisen keine Schilder auf die Sehenswürdigkeiten im Park hin. „Denkbar wäre ja eine Fontaneroute, ähnlich wie im Schlosspark von Plaue“, meint Schlossverwalter Schulze. Denn die nächsten authentischen „Fontaneorte“ sind nicht weit: Fährhaus Uetz und Schloss Paretz. Auch dem benachbarten Falkenrehde widmete Fontane einen Abschnitt   in seinen „Wanderungen“. Wie auf einer Perlenschnur reihen sich die Orte aneinander, die der wandernde Schriftsteller ein- oder mehrmals besuchte.

Robert Rauh, Dr. Gabriele Radecke und Schlossmanager Christian Schulze Foto: Weirauch
Robert Rauh, Dr. Gabriele Radecke und Schlossmanager Christian Schulze, Foto: Weirauch

Gern führt Christian Schulze durch die Räume des Schlosses, das zu Fontanes Zeiten ein einfaches Gutshaus war, und zeigt die restauratorischen Veränderungen der letzten Jahre. Ein Großteil der historischen Innenräume wurde mittlerweile aufwändig saniert, die Schwamm- und Feuchtigkeitsschäden sind beseitigt. Selbst feinste Holzvertäfelungen erstrahlen wieder wie neu.

Das Schloss selbst kann für Hochzeiten, Veranstaltungen und Buchlesungen gemietet werden. „Vielleicht ist die eine oder andere Lesung im kommenden Jahr darunter.“ Zahlreiche Bücher zu Fontane sind von Verlagen angekündigt.

Weddingplaner Christian Schulze in seinem Element im Schloss Marquardt, Foto: D.Weirauch
Weddingplaner Christian Schulze in seinem Element im Schloss Marquardt, Foto: D.Weirauch

Fontaneforscher aus aller Welt besuchen immer wieder den heutigen Ortsteil von Potsdam. So waren unlängst Dr. Gabriele Radecke, Leiterin der Theodor Fontane-Arbeitsstelle, Seminar für Deutsche Philologie bei Georg-August-Universität Göttingen, zusammen mit Robert Rauh, Verfasser des Buches „Fontanes 5 Schlösser“ (bebra-Verlag), zu Gast in Marquardt.

Ein authentischer Ort

Dr. Radecke, an deren Forschungstelle die Tagebücher Fontanes digitalisiert werden (auch eine Buchausgabe ist geplant), brachte die im Notizbuch A 15, Blatt 70r, bislang noch nicht veröffentlichte Skizze Fontanes  (der Wanderer soll den Ort dreimal besucht haben) zum Standort und möglichen Aussehen der Blauen Grotte mit. So soll es in der Grotte einen Kronleuchter gegeben haben. Dr. Radecke: „Bei seinem Besuch 1869 hatte fontane nurn och Überreste der Grotte gesehen. Wann die Grotte abgetragen wurde, ist nicht bekannt.”  Sie kündigte weitere Recherchen,auch zu Fontanes Notizbuchaufzeichnung, an. Übrigens ist die Grotte auf dem von Peter Joseph Lenné 1823 gezeichneten Parkplan vermerkt.

Foto: Theodor Fontane-Arbeitsstelle, Seminar für Deutsche Philologie bei Georg-August-Universität Göttingen
Foto: Theodor Fontane-Arbeitsstelle, Seminar für Deutsche Philologie bei Georg-August-Universität Göttingen

Die renommierte Fontane-Expertin plädierte auch für eine archäologische Suchgrabung. Nur scheinen dafür keine Mittel vorhanden zu sein. Vergaß hier jemand die Beantragung von Fördermitteln, die es für andere Fontaneorte im Land gibt? Sicher wird die Stadtverwaltung Potsdam zum Thema Fontane – Jubiläum  ein eigenes Programm auflegen. Im Ort Marquardt jedenfalls scheint, im Gegensatz zu anderen Fontaneorten Brandenburgs, noch kein „Fontanefieber“ ausgebrochen zu sein. Mal abgesehen vom jährlichen Fontanelauf und den Initiativen Einzelner.

Fontanegerichte auf Teller

“Ein weites Feld” … hätte wohl Theodor Fontane geschrieben. Dabei kann es wirklich einfach sein.

Landgasthof "Zum Alten Krug" im Potsdamer Ortsteil Marquardt, Foto: Weirauch
Landgasthof “Zum Alten Krug” im Potsdamer Ortsteil Marquardt, Foto: Weirauch

Vielleicht gibt es ja im Jahr 2019 im Landgasthof „Zum Alten Krug“ einige zu Fontanes Zeit zubereitete Gerichte. Beispielsweise ein “Fontane – Menü” mit einer damals gern zubereiteten “Märkischen Petersiliensuppe” oder “Preußischen Biersuppe”. Als Hauptspeise könnte ein Märkisches Bauernkotelett auf Kartoffelpuffer gereicht werden. Als Dessert runden dann Buchweizenplinsen oder eine Birnensuppe mit Gries das Fontane-Menü ab. Noch ist etwas Zeit, doch die Köchin im Landgasthof “Zum Alten Krug” ist schon am Entwickeln eines Fontane-Menüs.

Witwe Bischoffwerder

Eine feste Konstante in Fontanes Jubeljahr ist Ramona Kleber, die gegenüber vom „Zum Alten Krug“ das Cafe „Lavendelhof“ betreibt. So sie Zeit hat, bringt die Stadtführerin als „Witwe Bischoffwerder“ den Gästen im historischen Kostüm die Geschichte von Schloss und Park näher. Sie wandelt dann auch den Spuren der sogenannten „weißen Witwe“ auf dem ihrem Anwesen gegenüberliegenden Kirchhof und im Schloss.

Grabkreuz hinter der Dorfkirche des Potsdamer Ortsteiles Marquardt Foto: D.Weirauch
Grabkreuz hinter der Dorfkirche Marquardt, Foto: Weirauch

An der Kirche beginnen meist ihre Führungen durch Park und Schloss. Hinter der Dorfkirche steht ein eisernes Grabkreuz mit dem Namen Wilhelm Hans Rudolph Ferdinand Bischoffwerder. Auf der Rückseite: „Der letzte seines Namens“. Besagter ist der Sohn der Witwe Wilhelmine Catherine von Bischoffwerder.

Die Witwe gehört übrigens zu den Schlossgeistern, die im Haus immer wieder mal spuken sollen, so Christian Schulze. Der andere Geist ist ein französischer Unteroffizier, ein Sergeant, der ebenfalls gelegentlich durch das Haus geistern soll. Im Schloss waren während der napoleonischen Belagerung Preußens Soldaten einquartiert. Einer von ihnen soll zuviel des guten Weines getrunken und sich laut Fontane im Weinkeller verirrt haben und gestorben sein. Auch der Keller kann besichtigt werden.

Treffpunkt für Fontanefreunde

Der kleine Ort  Marquardt, seit 2003 zur Landeshauptstadt Potsdam zugehörig, könnte 2019 durchaus im Reigen der „Fontane – Erinnerungen“ ein Anziehungspunkt sein. Vielleicht auch mit einer „Apfelkuchen – Station“ (die Fontane zwar in Wittenberg besuchte und die in seinem Roman „Stechlin“ Eingang fand). Raum für Ideen gibt es viele. Sicher haben ortsansässige Gewerbetreibende, wie das Obstgut Marquardt, schon ihre Fontane – Pfeile im Köcher.

Thomas Justin, der auskunftsfreudige Betreiber des Kleinen Marktes in Marquardt (im Bermudadreieck zwischen Dorfkirche, Lavendelhof und Landgasthof „Zum Alten Krug“) gelegen, verkauft u.a. bereits historische Postkarten von Schloss und Park sowie das vom Freundeskreis Schlösser und Gärten der Mark in der Deutschen Gesellschaft e. V. herausgegebene Heft über das Marquardter Schloss.

Bevor wir den kleinen Dorfladen, den es seit 20 Jahren gibt, verlassen, sagt Herr Justin: „Herr Dr. Grittner, Ortschronist von Marquardt, bereitet auch eine Broschüre zu Fontane vor.“ Wolfgang Grittner bietet, wie Ramona Kleber, ebenfalls Führungen durch den Park an. Zudem verfasste er einige Aufsätze und Broschüren zur Ortsgeschichte. Das Heft zu Marquardt ist gegen eine Spende beim Freundeskreis erhältlich. Adresse: Freundeskreis Schlösser und Gärten der Mark in der Deutschen Gesellschaft e. V., Voßstr. 22, 10117 Berlin E-Mail: freundeskreis@deutsche-gesellschaft-ev.de.

Fazit: Leider konnten wir kein koordiniertes Vorgehen zu Fontane 200 in Marquardt erkennen, anders beispielsweise im benachbarten Paretz, wo bereits jetzt Interessenten detailliert über sämtliche Veranstaltungen in 2019 informiert werden. Auch in Uetz, einem wie Marquardt authentischen Fontaneort, arbeiten Einwohner zusammen mit Henry Sawade (Fährhaus) an einem Fontaneprojekt.

Plastik von Walter Schott im Schlosspark von Marquardt am Rand von Potsdam Foto: Weirauch
Plastik von Walter Schott im Schlosspark von Marquardt am Rand von Potsdam, Foto: Weirauch

Informationen zu Marquardt

Schlossverwaltung

  • Schloss Marquardt
  • Hauptstraße 14, 14476 Potsdam OT Marquardt
  • Schloss-Manager Christian Schulze
  • Tel.  033208 57338 (nicht ständig erreichbar)
  • Mobil: 0173 4246053
  • E-Mail: info@schloss-marquardt.com
  • Homepage hier

Essen und Trinken:

Zum Alten Krug Marquardt

  • Michael Schulze
  • Hauptstraße 2, 14476 Potsdam
  • Telefon: 033208 572 33, 0162 1776175
  • Homepage hier
  • E-Mail: alterkrug-marquardt@t-online.de
  • Blick in die Gaststube des Landgasthauses "Alter Krug" im Potsdamer Ortsteil Marquardt, Foto; D.Weirauch
    Blick in die Gaststube des Landgasthauses “Alter Krug” im Potsdamer Ortsteil Marquardt, Foto: Weirauch

Lavendelhof Marquardt

  • Ramona Kleber und Holger Naumann
  • Ramona Kleber führt als Witwe Bischoffwerder durch den Park
  • Hauptstr. 3, 14476 Potsdam OT Marquardt
  • Tel. 033208 22187
  • Homepage hier
Witwe Bischoffwerder (Ramona Kleber) vor Schloss Marquardt, Foto: Holger Naumann
Witwe Bischoffwerder (Ramona Kleber) vor Schloss Marquardt, Foto: Holger Naumann
Witwe Bischoffwerder (Ramona Kleber) vor Schloss Marquardt, Foto: Holger Naumann
Witwe Bischoffwerder (Ramona Kleber) vor Schloss Marquardt, Foto: Holger Naumann

KLEINER MARKT Getränkequelle

  • Thomas Justin
  • Hauptstraße 4, 14476 Potsdam OT Marquardt
  • Telefon: 033208 50680

Marquardter Heimatverein (in der Kulturscheune)

Besichtigung Dorfkirche

  • Schlüssel bei Familie Dr. Grittner im Park 1,
  • Tel.: 033208 57279
  • In Marquardt ist die Dorfkirche im Sommer meist geöffnet, Foto: D.Weirauch
    In Marquardt ist die Dorfkirche im Dommer meist geöffnet, Foto: D.Weirauch

Erreichbarkeit:

Zug: RB 21 (in der Woche stündlich, Wochenende alle zwei Stunden) und Bus 614 und 650 (ab Potsdam- Hbf)

Weiterführende Informationen zu Theodor Fontane:

Die Edition von Theodor Fontanes Notizbüchern ist ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördertes Projekt. Sie entsteht an der Theodor Fontane-Arbeitsstelle der Universität Göttingen und an der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen. Aufgrund ihrer komplexen Beschaffenheit galten Fontanes 67 Notizbücher bislang als nicht edierbar. Das Zusammenwirken philologischer und digitaler Methoden sowie die Arbeit in der Virtuellen Forschungsumgebung TextGrid ermöglicht nun die erste kommentierte Gesamtedition.

  • Theodor – Fontane-Arbeitsstelle an der Universität Göttingen
  • Seminar für Deutsche Philologie, Dr. Gabriele Radecke
  • Käte-Hamburger-Weg 3
  • D-37073 Göttingen
  • Tel.: +49 (0)551 – 39 10854
  • E-Mail: fontane-notizbuecher@uni-goettingen.de
  • Homepage hier

Kulturland Brandenburg mit dem Projekt fontane 200

Fachhochschule Potsdam mit einer sehenswerten Schau “Warum eigentlich Fontane ?”

Fontanes 5 Schlösser von Robert Rauh, erschienen im bebra-Verlag. Der be.bra-Verlag kündigt bereits „Fontane und die Frauen“ aus der Feder von Robert Rauh an.

lesenswerter Blog Wanderungen zu Fontane

Theodor-Fontane- Archiv an der Universität Potsdam

Theodor–Fontane-Gesellschaft in Neuruppin

2019 ist Fontanejahr

Als ein Baustein der zentralen Landeskampagne „Fontane.200“ reiht sich Kulturland Brandenburg im nächsten Jahr neben der Leitausstellung „Fontane.200/Autor“ im Museum Neuruppin, der Ausstellung „Fontane.200/Brandenburg“ im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Potsdam dem Schülerbegleitprogramm und dem Jugendprojekt „Word&Play“ ein.
Weiterhin beteiligen sich die Universität Potsdam, das in Potsdam ansässige  Theodor-Fontane-Archiv sowie die Theodor Fontane-Arbeitsstelle, Seminar für Deutsche Philologie bei der Georg-August-Universität Göttingen mit einem wissenschaftlichen sowie die Fontanestadt Neuruppin in Kooperation mit zahlreichen Partnern mit einem vielfältigen kulturellen Programm. Das Fontanejahr wird  am 30. März 2019 in Neuruppin eröffnet. Hier geht es zur Fontaneausstellung des HBPG am Potsdamer Neuen Markt

Hier einzelne Fontanetipps auf einfachraus.eu:

+ Bei Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland

+ Robert Rauh und Erik Lorenz empfehlenswertes Buch zu den fünf Schlössern

+ Zum Grab von Theodor Fontane in Berlin

+Spurensuche in Wustrau

+ Spurensuche in Neuruppin

+ Fontane und der Ziegelringofen von Glindow

+ Der Bornstedter Friedhof

+ Josef Grütter aus Marquardt dichtete über Fontanes Wanderschuh sowie den Wanderstock

+ Besuch bei Königin Luise in Paretz

1 Stunde weg

Tipps für Herbstferien: Kraniche gucken in Linum

Kranichzug: mit NABU das Naturschauspiel vor  den Toren Berlins erlebenKranichzug: mit NABU das Naturschauspiel vor den Toren Berlins erleben

In Berlin und Brandenburg beginnen heute die Herbstferien. einfachraus.eu und die TMB bieten einige Tipps.

Kraniche gucken in Linum

In der Teichlandschaft rund um Linum im Ruppiner Seenland rasten im Herbst zehntausende Kraniche bevor sie sich in wärmere Gefilde aufmachen. Es handelt sich dabei um einen der größten Kranichrastplätze Europas. Die flachen Teiche und die angrenzenden nassen Wiesen bieten ideale Bedingungen, weil die Vögel dort genügend Nahrung finden. Am Dienstag wurden 74.000 Kraniche gezählt, laut NABU soviel wie seit Jahren nicht mehr.

Fotos mit LumixFZ 200 aufgenommen
Fotos mit LumixFZ 200 aufgenommen Foto: Weirauch

Die Storchenschmiede Linum bietet jeden Herbst zahlreiche Exkursionen und Veranstaltungen zum morgendlichen und abendlichen Einflug der faszinierenden Vögel an.

Weitere Informationen / Termine für Veranstaltungen: Storchenschmiede Linum, Nauener Straße 54, 16833 Linum, Telefon: 033922. 50500; Anmeldungen für die Bus-Exkursionen, NABU-Geschäftsstelle Berlin: 030. 986 08 37-0 oder 986 41 07, Weitere Infos hier: kraniche-linum.de

Infos zur NABU Storchenschmiede

  • Nauener Straße 54
  • 16833 Linum
  • Tel.: (033922) 50500
  • Mail: storchenschmiede@nabu-berlin.de
  • Mi.-Fr. von 10 bis 16 Uhr
  • Sa., So. und Feiertage von 10 bis 18 Uhr
  • Mo & Di Ruhetage
  • Anreise: hier gibt es Infos.

Familienradtour zu Ribbecks Birnbaum

Und es kam die goldene Herbsteszeit und die Birnen leuchteten weit und breit“, heißt es in Theodor Fontanes Gedicht über den „Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“, das die Schulkinder in Deutschland seit mehr als 100 Jahren lernen.

Frau Wesche, die Birnenfee von Ribbeck, Foto: D.Weirauch
Frau Wesche, die Birnenfee von Ribbeck, Foto: D.Weirauch

Das kleine Dorf im Havelland machte Fontane damit bekannt, ohne jemals selber dort gewesen zu sein. Auch wenn der berühmte Birnbaum im Jahr 1911 einem Sturm zum Opfer fiel – in Ribbeck dreht sich auch heute noch sehr viel um die Birne und damit auch um Fontane. Los geht die 28 Kilometer lange Radtour in Nauen, dass von Berlin aus auch bequem mit der Bahn erreichbar ist. Ebenfalls an der Strecke, in Groß Behnitz, befindet sich das ehemalige Landgut des Lokfabrikanten Albert Borsig, der diesen Standort im 19. Jahrhundert zu einem Mustergut aufbaute und das heute ein beliebtes Ausflugsziel ist. www.havelland-tourismus.de

Das Holländische Viertel

Bei dem zweitägigen Workshop für Kinder zwischen 8 und 12 Jahren werden die Besonderheiten von Potsdams berühmten Stadtviertel vorgestellt. Sie erfahren nicht nur, warum die Holländer nach Potsdam gekommen sind, sondern auch warum ein Haus ein Fundament braucht, wie unterschiedlich Giebel aussehen können und welche Funktionen welche Räume haben.Einkaufen im Holländischen Viertel Potsdam, Foto: D. Weirauch

Termine: 23. und 24.10.18 jeweils 9:30-12:30, Preis: 5,00 Eur p.P./ Veranstaltungsort: Jan Boumann Haus, Mittelstraße 8, 14467 Potsdam, Anmeldung und Information: p.groetschel@jan-bouman-haus.de

Tiergeschichten im Theater am Rand (Seenland Oder-Spree)

Wenn in Peter Hacks’ Kindergedichten und -geschichten das tierische Personal die Bühne betritt, passieren wundersame Dinge: Ein Bär geht verkleidet als Förster zum Maskenball, die Katze Isabo raucht wie ein Mynheer und denkt nicht mehr ans Mäusefangen, der Käfer, der sich auf der Wiese sonnt, wird zum Philosophen, und Frau Tausendfuß, die große Wäsche macht, ist mit eher praktischen Problemen konfrontiert, muss sie doch tausend Socken auf die Leine klammern. Die schönsten Tiergeschichten von Peter Hacks liest Christian Steyer, die Stimme von „Elefant, Tiger & Co.“im Theater am Rand im Oderbruch. Er verleiht diesen Klassikern der Kinderliteratur eine ganz neue Note. Termin: 28.10.18, 16 Uhr, Veranstaltungsort: Theater am Rand, Zollbrücke Nr. 16, 16259 Oderaue, www.theateramrand.de

Herbstferienprogramm im Senftenberger Schloss (Lausitzer Seenland)

Die Gänsefeder war einst das wichtigste Schreibinstrument. Im Ferienprogramm schneiden die Kinder eine Feder selbst zu und probieren, wie man mit ihr schreiben kann. Zudem soll es um die Tinte gehen. Mit der kann man nicht nur schreiben, sondern auch malen. In China und Japan entwickelte sich die besondere Kunst der Tuschemalerei. Die künstlerische Gestaltung von Schriftzeichen steht ebenso auf dem Programm wie die Herstellung von Faltbildern mit Tintenklecksen. Geeignet für Kinder ab 7 Jahren, eine Anmeldung wird empfohlen.

Festung und Schloss Senftenberg, Foto: D.Weirauch
Festung und Schloss Senftenberg, Foto: D.Weirauch

Termine: 17./24.10, 15 Uhr/ Preis: 3,00 Eur/ Veranstaltungsort:Museum Schloss und Festung Senftenberg, Schloßstraße, 01968 Senftenberg, www.museum-osl.de

Unterwegs mit dem „Pollo“ (Prignitz)

Sie dampft und schnaubt auf der neun Kilometer langen Strecke von Lindenberg nach Mesendorf. Es ist die einzige Schmalspurbahn Brandenburgs, die die Prignitzer nur liebevoll als ihren „Pollo“ bezeichnen. Betrieben wird die Strecke vom Verein Prignitzer Kleinbahnmuseum Lindenberg, der 2018 sein 25-jähriges Jubiläum feiert. Seitdem ist eine Fahrt mit dem Pollo durch die scheinbar unendliche Weite der Prignitzer Landschaft ein ganz besonderes Erlebnis.

Pollo dampft durch die Prignitz, Foto: Medienkontor
Pollo dampft durch die Prignitz, Foto: Medienkontor

In den Herbstferien gibt es gleich mehrere Fahrtage: am 27. Und 28.10. (Fackelfahrt und Herbstdampf) sowie am 31.10. (Herbstdampf), das Museum ist an allen Fahrtagen jeweils von 10 bis 17 Uhr geöffnet, ww.pollo.de

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