1 Stunde weg

In dieser Kategorie werden Reiseziele vorgestellt, die innerhalb von einer Stunde per Zug, Auto oder Fahrrad von Berlin aus zu erreichen sind. Dabei darf man nur nicht die Frage stellen: “Eine Stunde weg mit Startpunkt Berlin- Mitte oder Berlin-Zehlendorf?” Es geht mehr darum, die Stadtgrenze von Berlin als Startpunkt zu nehmen.

1 Stunde wegFontaneSchlösser und Burgen

Auf Fontanes Spuren in Marquardt

Schloss MarquardtBlick vom Schlänitzsee auf das romantische Schloss Marquardt, Foto: D.Weirauch

„Eine Meile hinter Bornstedt liegt Marquardt, ein altwendisches Dorf, ebenso anziehend durch seine Lage wie seine Geschichte. Wir passieren Bornim, durchschneiden den »Königsdamm« und münden unmerklich aus der Chaussee in die Dorfstraße ein, zu deren Linken ein prächtiger Park bis an die Wublitz und die breiten Flächen des Schlänitz-Sees sich ausdehnt.“ So leitet Theodor Fontane im Band „Havelland“ seiner Wanderungen durch die Mark Brandenburg das Kapitel über Marquardt ein.

Im Jahr 2019, wenn Fontanes 200. Geburtstag gefeiert und „Kulturland Brandenburg“ vor allem in Neuruppin an den berühmten „Märkischen Wanderer“ erinnern wird, wird auch das am Rande von Potsdam gelegene Schloss Marquardt hoffentlich eine Rolle spielen. Zumindest steht auf Seite 16 des von einer Arbeitsgruppe LAG Havelland erarbeiteten Konzeptes für eine überregionale  Theodor – Fontane – Fahrrad – Route  Marquardt. Dort soll zumindest eine Infotafel aufgestellt werden.

Spurensuche im Ort

„Schon jetzt fragen immer wieder mal Gäste nach den Stationen der  Erzählung von Theodor Fontane, die auch im Schloss spielen“, sagt Schlossmanager Christian Schulze. Auch nach der „Blauen Grotte“, über die Fontane schreibt, wird desöfteren gefragt. Niemand weiß genau, ob noch Reste des sagenumwobenen Bauwerkes im Boden schlummern. Seit dem 14. Jahrhundert erlebte das Gut viele adelige Familien. Einer der prominenten Besitzer war General Hans Rudolf von Bischoffwerder.

Auf der linken Seite vermuten Experten Reste der Blauen Grotte, Foto: Weirauch
Auf der linken Seite vermuten Experten Reste der Blauen Grotte, Foto: Weirauch

Als Mitglied der Rosenkreuzer ließ er die „Blaue Grotte“ anlegen, in der sich die Mitglieder des Geheimbundes zur Ausübung okkulter Rituale trafen. Auch der leichtgläubige König Friedrich Wilhelm II. soll hier einige spiritistische Sitzungen miterlebt haben. Die Grotte wurde allerdings von einem späteren Besitzer abgerissen, so die Ortsgeschichte, die sich vor allem auf Fontanes Ausführungen und die Kirchenbücher stützt.

Rosenkreuzer in Marquardt

Fontane schrieb u.a. „ Die Dorftradition sagt, er kam in Begleitung weniger Eingeweihter, meist in der Dämmerstunde,…, passierte nie die Dorfstraße, sondern fuhr über den »Königsdamm« direkt in den Park, hielt vor dem Schlosse und nahm nun an den Sitzungen teil. Man begab sich nach der »Grotte«, einem dunklen Steinbau, der im Parke, nach dem rosenkreuzerischen Ritual, in einem mit Akazien bepflanzten Hügel angelegt worden war. Der Eingang, niedrig und kaum mannsbreit, barg sich hinter Gesträuch. Das Innere der Grotte war mit blauem Lasurstein mosaikartig ausgelegt, und von der Decke herab hing ein Kronleuchter. In diese »blaue Grotte«, deren Licht- und Farbeneffekt ein wunderbarer gewesen sein soll, trat man ein; der König nahm Platz. Alsbald wurden Stimmen laut; leiser Gesang, wie von Harfentönen begleitet. Dann stellte der König Fragen, und die Geister antworteten. Jedesmal tief ergriffen, kehrte Friedrich Wilhelm ins Schloß und bald darauf nach Potsdam zurück.“

Existieren noch Reste der Grotte?

„Daß die Grotte eine doppelte Wandung hatte, ist seitdem, und zwar durch den jetzigen Besitzer, der den Bau öffnete, um sich von seiner Konstruktion zu überzeugen, über jeden Zweifel hinaus erwiesen worden. Die Lasursteine existieren noch, ebenso der Akazienhügel. Dennoch gibt es Personen, die den ganzen Schatz Marquardter Volkssage einfach für Fabel erklären. Ich kann diesen Personen nicht beistimmen. Es ist eine nicht wegzuleugnende Tatsache, daß Bischoffwerder ein Rosenkreuzer war, …“

Die Geistergrotte, wie sie manche Dorfbewohner des heutigen Marquardt nennen, könnte einer der Höhepunkte  des Fontane Jubiläums werden. Über eine archäologische Suchgrabung wurde  mehrmals gesprochen. Doch still ruht der „Schlänitz“ See bei unserem Besuch im Juli 2018. Auch weisen keine Schilder auf die Sehenswürdigkeiten im Park hin. „Denkbar wäre ja eine Fontaneroute, ähnlich wie im Schlosspark von Plaue“, meint Schlossverwalter Schulze. Denn die nächsten authentischen „Fontaneorte“ sind nicht weit: Fährhaus Uetz und Schloss Paretz. Auch dem benachbarten Falkenrehde widmete Fontane einen Abschnitt   in seinen „Wanderungen“. Wie auf einer Perlenschnur reihen sich die Orte aneinander, die der wandernde Schriftsteller ein- oder mehrmals besuchte.

Robert Rauh, Dr. Gabriele Radecke und Schlossmanager Christian Schulze Foto: Weirauch
Robert Rauh, Dr. Gabriele Radecke und Schlossmanager Christian Schulze, Foto: Weirauch

Gern führt Christian Schulze durch die Räume des Schlosses, das zu Fontanes Zeiten ein einfaches Gutshaus war, und zeigt die restauratorischen Veränderungen der letzten Jahre. Ein Großteil der historischen Innenräume wurde mittlerweile aufwändig saniert, die Schwamm- und Feuchtigkeitsschäden sind beseitigt. Selbst feinste Holzvertäfelungen erstrahlen wieder wie neu.

Das Schloss selbst kann für Hochzeiten, Veranstaltungen und Buchlesungen gemietet werden. „Vielleicht ist die eine oder andere Lesung im kommenden Jahr darunter.“ Zahlreiche Bücher zu Fontane sind von Verlagen angekündigt.

Weddingplaner Christian Schulze in seinem Element im Schloss Marquardt, Foto: D.Weirauch
Weddingplaner Christian Schulze in seinem Element im Schloss Marquardt, Foto: D.Weirauch

Fontaneforscher aus aller Welt besuchen immer wieder den heutigen Ortsteil von Potsdam. So waren unlängst Dr. Gabriele Radecke, Leiterin der Theodor Fontane-Arbeitsstelle, Seminar für Deutsche Philologie bei Georg-August-Universität Göttingen, zusammen mit Robert Rauh, Verfasser des Buches „Fontanes 5 Schlösser“ (bebra-Verlag), zu Gast in Marquardt.

Ein authentischer Ort

Dr. Radecke, an deren Forschungstelle die Tagebücher Fontanes digitalisiert werden (auch eine Buchausgabe ist geplant), brachte die im Notizbuch A 15, Blatt 70r, bislang noch nicht veröffentlichte Skizze Fontanes  (der Wanderer soll den Ort dreimal besucht haben) zum Standort und möglichen Aussehen der Blauen Grotte mit. So soll es in der Grotte einen Kronleuchter gegeben haben. Dr. Radecke: „Bei seinem Besuch 1869 hatte fontane nurn och Überreste der Grotte gesehen. Wann die Grotte abgetragen wurde, ist nicht bekannt.”  Sie kündigte weitere Recherchen,auch zu Fontanes Notizbuchaufzeichnung, an. Übrigens ist die Grotte auf dem von Peter Joseph Lenné 1823 gezeichneten Parkplan vermerkt.

Foto: Theodor Fontane-Arbeitsstelle, Seminar für Deutsche Philologie bei Georg-August-Universität Göttingen
Foto: Theodor Fontane-Arbeitsstelle, Seminar für Deutsche Philologie bei Georg-August-Universität Göttingen

Die renommierte Fontane-Expertin plädierte auch für eine archäologische Suchgrabung. Nur scheinen dafür keine Mittel vorhanden zu sein. Vergaß hier jemand die Beantragung von Fördermitteln, die es für andere Fontaneorte im Land gibt? Sicher wird die Stadtverwaltung Potsdam zum Thema Fontane – Jubiläum  ein eigenes Programm auflegen. Im Ort Marquardt jedenfalls scheint, im Gegensatz zu anderen Fontaneorten Brandenburgs, noch kein „Fontanefieber“ ausgebrochen zu sein. Mal abgesehen vom jährlichen Fontanelauf und den Initiativen Einzelner.

Fontanegerichte auf Teller

“Ein weites Feld” … hätte wohl Theodor Fontane geschrieben. Dabei kann es wirklich einfach sein.

Landgasthof "Zum Alten Krug" im Potsdamer Ortsteil Marquardt, Foto: Weirauch
Landgasthof “Zum Alten Krug” im Potsdamer Ortsteil Marquardt, Foto: Weirauch

Vielleicht gibt es ja im Jahr 2019 im Landgasthof „Zum Alten Krug“ einige zu Fontanes Zeit zubereitete Gerichte. Beispielsweise ein “Fontane – Menü” mit einer damals gern zubereiteten “Märkischen Petersiliensuppe” oder “Preußischen Biersuppe”. Als Hauptspeise könnte ein Märkisches Bauernkotelett auf Kartoffelpuffer gereicht werden. Als Dessert runden dann Buchweizenplinsen oder eine Birnensuppe mit Gries das Fontane-Menü ab. Noch ist etwas Zeit, doch die Köchin im Landgasthof “Zum Alten Krug” ist schon am Entwickeln eines Fontane-Menüs.

Witwe Bischoffwerder

Eine feste Konstante in Fontanes Jubeljahr ist Ramona Kleber, die gegenüber vom „Zum Alten Krug“ das Cafe „Lavendelhof“ betreibt. So sie Zeit hat, bringt die Stadtführerin als „Witwe Bischoffwerder“ den Gästen im historischen Kostüm die Geschichte von Schloss und Park näher. Sie wandelt dann auch den Spuren der sogenannten „weißen Witwe“ auf dem ihrem Anwesen gegenüberliegenden Kirchhof und im Schloss.

Grabkreuz hinter der Dorfkirche des Potsdamer Ortsteiles Marquardt Foto: D.Weirauch
Grabkreuz hinter der Dorfkirche Marquardt, Foto: Weirauch

An der Kirche beginnen meist ihre Führungen durch Park und Schloss. Hinter der Dorfkirche steht ein eisernes Grabkreuz mit dem Namen Wilhelm Hans Rudolph Ferdinand Bischoffwerder. Auf der Rückseite: „Der letzte seines Namens“. Besagter ist der Sohn der Witwe Wilhelmine Catherine von Bischoffwerder.

Die Witwe gehört übrigens zu den Schlossgeistern, die im Haus immer wieder mal spuken sollen, so Christian Schulze. Der andere Geist ist ein französischer Unteroffizier, ein Sergeant, der ebenfalls gelegentlich durch das Haus geistern soll. Im Schloss waren während der napoleonischen Belagerung Preußens Soldaten einquartiert. Einer von ihnen soll zuviel des guten Weines getrunken und sich laut Fontane im Weinkeller verirrt haben und gestorben sein. Auch der Keller kann besichtigt werden.

Treffpunkt für Fontanefreunde

Der kleine Ort  Marquardt, seit 2003 zur Landeshauptstadt Potsdam zugehörig, könnte 2019 durchaus im Reigen der „Fontane – Erinnerungen“ ein Anziehungspunkt sein. Vielleicht auch mit einer „Apfelkuchen – Station“ (die Fontane zwar in Wittenberg besuchte und die in seinem Roman „Stechlin“ Eingang fand). Raum für Ideen gibt es viele. Sicher haben ortsansässige Gewerbetreibende, wie das Obstgut Marquardt, schon ihre Fontane – Pfeile im Köcher.

Thomas Justin, der auskunftsfreudige Betreiber des Kleinen Marktes in Marquardt (im Bermudadreieck zwischen Dorfkirche, Lavendelhof und Landgasthof „Zum Alten Krug“) gelegen, verkauft u.a. bereits historische Postkarten von Schloss und Park sowie das vom Freundeskreis Schlösser und Gärten der Mark in der Deutschen Gesellschaft e. V. herausgegebene Heft über das Marquardter Schloss.

Bevor wir den kleinen Dorfladen, den es seit 20 Jahren gibt, verlassen, sagt Herr Justin: „Herr Dr. Grittner, Ortschronist von Marquardt, bereitet auch eine Broschüre zu Fontane vor.“ Wolfgang Grittner bietet, wie Ramona Kleber, ebenfalls Führungen durch den Park an. Zudem verfasste er einige Aufsätze und Broschüren zur Ortsgeschichte. Das Heft zu Marquardt ist gegen eine Spende beim Freundeskreis erhältlich. Adresse: Freundeskreis Schlösser und Gärten der Mark in der Deutschen Gesellschaft e. V., Voßstr. 22, 10117 Berlin E-Mail: freundeskreis@deutsche-gesellschaft-ev.de.

Fazit: Leider konnten wir kein koordiniertes Vorgehen zu Fontane 200 in Marquardt erkennen, anders beispielsweise im benachbarten Paretz, wo bereits jetzt Interessenten detailliert über sämtliche Veranstaltungen in 2019 informiert werden. Auch in Uetz, einem wie Marquardt authentischen Fontaneort, arbeiten Einwohner zusammen mit Henry Sawade (Fährhaus) an einem Fontaneprojekt.

Plastik von Walter Schott im Schlosspark von Marquardt am Rand von Potsdam Foto: Weirauch
Plastik von Walter Schott im Schlosspark von Marquardt am Rand von Potsdam, Foto: Weirauch

Informationen zu Marquardt

Schlossverwaltung

  • Schloss Marquardt
  • Hauptstraße 14, 14476 Potsdam OT Marquardt
  • Schloss-Manager Christian Schulze
  • Tel.  033208 57338 (nicht ständig erreichbar)
  • Mobil: 0173 4246053
  • E-Mail: info@schloss-marquardt.com
  • Homepage hier

Essen und Trinken:

Zum Alten Krug Marquardt

  • Michael Schulze
  • Hauptstraße 2, 14476 Potsdam
  • Telefon: 033208 572 33, 0162 1776175
  • Homepage hier
  • E-Mail: alterkrug-marquardt@t-online.de
  • Blick in die Gaststube des Landgasthauses "Alter Krug" im Potsdamer Ortsteil Marquardt, Foto; D.Weirauch
    Blick in die Gaststube des Landgasthauses “Alter Krug” im Potsdamer Ortsteil Marquardt, Foto: Weirauch

Lavendelhof Marquardt

  • Ramona Kleber und Holger Naumann
  • Ramona Kleber führt als Witwe Bischoffwerder durch den Park
  • Hauptstr. 3, 14476 Potsdam OT Marquardt
  • Tel. 033208 22187
  • Homepage hier
Witwe Bischoffwerder (Ramona Kleber) vor Schloss Marquardt, Foto: Holger Naumann
Witwe Bischoffwerder (Ramona Kleber) vor Schloss Marquardt, Foto: Holger Naumann
Witwe Bischoffwerder (Ramona Kleber) vor Schloss Marquardt, Foto: Holger Naumann
Witwe Bischoffwerder (Ramona Kleber) vor Schloss Marquardt, Foto: Holger Naumann

KLEINER MARKT Getränkequelle

  • Thomas Justin
  • Hauptstraße 4, 14476 Potsdam OT Marquardt
  • Telefon: 033208 50680

Marquardter Heimatverein (in der Kulturscheune)

Besichtigung Dorfkirche

  • Schlüssel bei Familie Dr. Grittner im Park 1,
  • Tel.: 033208 57279
  • In Marquardt ist die Dorfkirche im Sommer meist geöffnet, Foto: D.Weirauch
    In Marquardt ist die Dorfkirche im Dommer meist geöffnet, Foto: D.Weirauch

Erreichbarkeit:

Zug: RB 21 (in der Woche stündlich, Wochenende alle zwei Stunden) und Bus 614 und 650 (ab Potsdam- Hbf)

Weiterführende Informationen zu Theodor Fontane:

Die Edition von Theodor Fontanes Notizbüchern ist ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördertes Projekt. Sie entsteht an der Theodor Fontane-Arbeitsstelle der Universität Göttingen und an der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen. Aufgrund ihrer komplexen Beschaffenheit galten Fontanes 67 Notizbücher bislang als nicht edierbar. Das Zusammenwirken philologischer und digitaler Methoden sowie die Arbeit in der Virtuellen Forschungsumgebung TextGrid ermöglicht nun die erste kommentierte Gesamtedition.

  • Theodor – Fontane-Arbeitsstelle an der Universität Göttingen
  • Seminar für Deutsche Philologie, Dr. Gabriele Radecke
  • Käte-Hamburger-Weg 3
  • D-37073 Göttingen
  • Tel.: +49 (0)551 – 39 10854
  • E-Mail: fontane-notizbuecher@uni-goettingen.de
  • Homepage hier

Kulturland Brandenburg mit dem Projekt fontane 200

Fachhochschule Potsdam mit einer sehenswerten Schau “Warum eigentlich Fontane ?”

Fontanes 5 Schlösser von Robert Rauh, erschienen im bebra-Verlag. Der be.bra-Verlag kündigt bereits „Fontane und die Frauen“ aus der Feder von Robert Rauh an.

lesenswerter Blog Wanderungen zu Fontane

Theodor-Fontane- Archiv an der Universität Potsdam

Theodor–Fontane-Gesellschaft in Neuruppin

2019 ist Fontanejahr

Als ein Baustein der zentralen Landeskampagne „Fontane.200“ reiht sich Kulturland Brandenburg im nächsten Jahr neben der Leitausstellung „Fontane.200/Autor“ im Museum Neuruppin, der Ausstellung „Fontane.200/Brandenburg“ im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Potsdam dem Schülerbegleitprogramm und dem Jugendprojekt „Word&Play“ ein.
Weiterhin beteiligen sich die Universität Potsdam, das in Potsdam ansässige  Theodor-Fontane-Archiv sowie die Theodor Fontane-Arbeitsstelle, Seminar für Deutsche Philologie bei der Georg-August-Universität Göttingen mit einem wissenschaftlichen sowie die Fontanestadt Neuruppin in Kooperation mit zahlreichen Partnern mit einem vielfältigen kulturellen Programm. Das Fontanejahr wird  am 30. März 2019 in Neuruppin eröffnet. Hier geht es zur Fontaneausstellung des HBPG am Potsdamer Neuen Markt

Hier einzelne Fontanetipps auf einfachraus.eu:

+ Bei Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland

+ Robert Rauh und Erik Lorenz empfehlenswertes Buch zu den fünf Schlössern

+ Zum Grab von Theodor Fontane in Berlin

+Spurensuche in Wustrau

+ Spurensuche in Neuruppin

+ Fontane und der Ziegelringofen von Glindow

+ Der Bornstedter Friedhof

+ Josef Grütter aus Marquardt dichtete über Fontanes Wanderschuh sowie den Wanderstock

+ Besuch bei Königin Luise in Paretz

1 Stunde weg

Tipps für Herbstferien: Kraniche gucken in Linum

Kranichzug: mit NABU das Naturschauspiel vor  den Toren Berlins erlebenKranichzug: mit NABU das Naturschauspiel vor den Toren Berlins erleben

In Berlin und Brandenburg beginnen heute die Herbstferien. einfachraus.eu und die TMB bieten einige Tipps.

Kraniche gucken in Linum (Ruppiner Seenland)

In der Teichlandschaft rund um Linum im Ruppiner Seenland rasten im Herbst zehntausende Kraniche bevor sie sich in wärmere Gefilde aufmachen. Es handelt sich dabei um einen der größten Kranichrastplätze Europas. Die flachen Teiche und die angrenzenden nassen Wiesen bieten ideale Bedingungen, weil die Vögel dort genügend Nahrung finden. Am Dienstag wurden 74.000 Kraniche gezählt, laut NABU soviel wie seit Jahren nicht mehr.

Fotos mit LumixFZ 200 aufgenommen
Fotos mit LumixFZ 200 aufgenommen Foto: Weirauch

Die Storchenschmiede Linum bietet jeden Herbst zahlreiche Exkursionen und Veranstaltungen zum morgendlichen und abendlichen Einflug der faszinierenden Vögel an.

Weitere Informationen / Termine für Veranstaltungen: Storchenschmiede Linum, Nauener Straße 54, 16833 Linum, Telefon: 033922. 50500; Anmeldungen für die Bus-Exkursionen, NABU-Geschäftsstelle Berlin: 030. 986 08 37-0 oder 986 41 07, Weitere Infos hier: kraniche-linum.de

Infos zur NABU Storchenschmiede

  • Nauener Straße 54
  • 16833 Linum
  • Tel.: (033922) 50500
  • Mail: storchenschmiede@nabu-berlin.de
  • Mi.-Fr. von 10 bis 16 Uhr
  • Sa., So. und Feiertage von 10 bis 18 Uhr
  • Mo & Di Ruhetage
  • Anreise: hier gibt es Infos.

Familienradtour zu Ribbecks Birnbaum (Havelland)

Und es kam die goldene Herbsteszeit und die Birnen leuchteten weit und breit“, heißt es in Theodor Fontanes Gedicht über den „Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“, das die Schulkinder in Deutschland seit mehr als 100 Jahren lernen.

Frau Wesche, die Birnenfee von Ribbeck, Foto: D.Weirauch
Frau Wesche, die Birnenfee von Ribbeck, Foto: D.Weirauch

Das kleine Dorf im Havelland machte Fontane damit bekannt, ohne jemals selber dort gewesen zu sein. Auch wenn der berühmte Birnbaum im Jahr 1911 einem Sturm zum Opfer fiel – in Ribbeck dreht sich auch heute noch sehr viel um die Birne und damit auch um Fontane. Los geht die 28 Kilometer lange Radtour in Nauen, dass von Berlin aus auch bequem mit der Bahn erreichbar ist. Ebenfalls an der Strecke, in Groß Behnitz, befindet sich das ehemalige Landgut des Lokfabrikanten Albert Borsig, der diesen Standort im 19. Jahrhundert zu einem Mustergut aufbaute und das heute ein beliebtes Ausflugsziel ist. www.havelland-tourismus.de

Das Holländische Viertel kennen lernen (Potsdam)

Bei dem zweitägigen Workshop für Kinder zwischen 8 und 12 Jahren werden die Besonderheiten von Potsdams berühmten Stadtviertel vorgestellt. Sie erfahren nicht nur, warum die Holländer nach Potsdam gekommen sind, sondern auch warum ein Haus ein Fundament braucht, wie unterschiedlich Giebel aussehen können und welche Funktionen welche Räume haben.Einkaufen im Holländischen Viertel Potsdam, Foto: D. Weirauch

Termine: 23. und 24.10.18 jeweils 9:30-12:30, Preis: 5,00 Eur p.P./ Veranstaltungsort: Jan Boumann Haus, Mittelstraße 8, 14467 Potsdam, Anmeldung und Information: p.groetschel@jan-bouman-haus.de

Tiergeschichten im Theater am Rand (Seenland Oder-Spree)

Wenn in Peter Hacks’ Kindergedichten und -geschichten das tierische Personal die Bühne betritt, passieren wundersame Dinge: Ein Bär geht verkleidet als Förster zum Maskenball, die Katze Isabo raucht wie ein Mynheer und denkt nicht mehr ans Mäusefangen, der Käfer, der sich auf der Wiese sonnt, wird zum Philosophen, und Frau Tausendfuß, die große Wäsche macht, ist mit eher praktischen Problemen konfrontiert, muss sie doch tausend Socken auf die Leine klammern. Die schönsten Tiergeschichten von Peter Hacks liest Christian Steyer, die Stimme von „Elefant, Tiger & Co.“im Theater am Rand im Oderbruch. Er verleiht diesen Klassikern der Kinderliteratur eine ganz neue Note. Termin: 28.10.18, 16 Uhr, Veranstaltungsort: Theater am Rand, Zollbrücke Nr. 16, 16259 Oderaue, www.theateramrand.de

Herbstferienprogramm im Senftenberger Schloss (Lausitzer Seenland)

Die Gänsefeder war einst das wichtigste Schreibinstrument. Im Ferienprogramm schneiden die Kinder eine Feder selbst zu und probieren, wie man mit ihr schreiben kann. Zudem soll es um die Tinte gehen. Mit der kann man nicht nur schreiben, sondern auch malen. In China und Japan entwickelte sich die besondere Kunst der Tuschemalerei. Die künstlerische Gestaltung von Schriftzeichen steht ebenso auf dem Programm wie die Herstellung von Faltbildern mit Tintenklecksen. Geeignet für Kinder ab 7 Jahren, eine Anmeldung wird empfohlen.

Festung und Schloss Senftenberg, Foto: D.Weirauch
Festung und Schloss Senftenberg, Foto: D.Weirauch

Termine: 17./24.10, 15 Uhr/ Preis: 3,00 Eur/ Veranstaltungsort:Museum Schloss und Festung Senftenberg, Schloßstraße, 01968 Senftenberg, www.museum-osl.de

Unterwegs mit dem „Pollo“ (Prignitz)

Sie dampft und schnaubt auf der neun Kilometer langen Strecke von Lindenberg nach Mesendorf. Es ist die einzige Schmalspurbahn Brandenburgs, die die Prignitzer nur liebevoll als ihren „Pollo“ bezeichnen. Betrieben wird die Strecke vom Verein Prignitzer Kleinbahnmuseum Lindenberg, der 2018 sein 25-jähriges Jubiläum feiert. Seitdem ist eine Fahrt mit dem Pollo durch die scheinbar unendliche Weite der Prignitzer Landschaft ein ganz besonderes Erlebnis.

Pollo dampft durch die Prignitz, Foto: Medienkontor
Pollo dampft durch die Prignitz, Foto: Medienkontor

In den Herbstferien gibt es gleich mehrere Fahrtage: am 27. Und 28.10. (Fackelfahrt und Herbstdampf) sowie am 31.10. (Herbstdampf), das Museum ist an allen Fahrtagen jeweils von 10 bis 17 Uhr geöffnet, ww.pollo.de

1 Stunde weg

Stahnsdorfer Südwestkirchhof: Dieter Thomas Heck bestattet

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Dieter Thomas Heck bestattet
Der Südwestkirchhof Stahnsdorf wurde nun zu seiner letzten Ruhestätte

Ganz Deutschland ist berührt und betroffen vom Tod des beliebten Schowmasters Dieter Thomas Heckscher. Mehreren Generationen wird er als Sänger, Moderator und vor Allem als “Mister Hitparade” in Erinnerung bleiben. Seine Grabstätte wurde nun auf dem größten evangelischen Friedhof Deutschlands am Rande Berlins eingerichtet, dem Südwestkirchhof Stahnsdorf. In sehr intimem und würdigem Rahmen nahm der engste Kreis der Familie und Vertrauter am 31. August Abschied. Die Urne wurde in einem der wildromatisch und kunsthistorisch bedeutenden Urnenhaine beigesetzt, den Grabplatz wählte die Familie. Ein schöner und schlichter Grabstein schmückt seine Ruhestätte und bietet Freunden, Wegbegleitern und Fans die Möglichkeit an seinem Grab zu trauern, zu verweilen und besonders intensiv zu erinnern.

1 Stunde wegBest Ager

Streitfrage: Klingel im Sarg ?

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Gab es wirklich früher in Leichenhäusern einen Draht, an dessen Ende eine Klingel darauf aufmerksam machte, dass jemand im Sarg wieder erwachte? Diese Frage bewegte meinen Kollegen Manfred und mich, wenn wir mal wieder über das Thema Scheintot redeten. Streitfrage: Klingel im Sarg ?

Pessler: Beystand der Mechanik, Exponate in der Ausstellung "Scheintot", Foto: Medizinhistorisches Museum der Charite zu Berlin
Pessler: Beystand der Mechanik, Exponate in der Ausstellung “Scheintot”, Foto: Medizinhistorisches Museum der Charite zu Berlin

Eine Ausstellung im Medizinhistorischen Museum der Charité gibt noch bis 18. November darüber Auskunft. Soviel will ich dazu verraten: Ja, es gab solche Klingeln. Auch in Berlin.

Plakatmotiv der Ausstellung "Scheintot" im Medizinhistorischen Museum der Charite zu Berlin, Foto: Medizinhistorischen Museum der Charite zu Berlin
Plakatmotiv der Ausstellung “Scheintot” im Medizinhistorischen Museum der Charite zu Berlin, Foto: Medizinhistorisches Museum der Charite zu Berlin

Wann ist ein Mensch tot?

Wann ist ein Mensch tot? Hat sich die Definition der Grenzlinie zwischen Leben und Tod in der historischen Entwicklung verändert? Diesen Fragen geht die Sonderausstellung „Scheintot. Über die Ungewissheit des Todes und die Angst, lebendig begraben zu werden“ im Berliner Medizinhistorischen Museum (BMM) der Charité nach

Von der Antike bis ins 18. Jahrhundert galten die Abwesenheit von Herzschlag und Puls oder das Fehlen der Atembewegungen als klare Indizien für den Tod.

Die Angst lebendig begraben zu werden

Die Erweiterung der naturwissenschaftlichen Erkenntnisse und technischen Errungenschaften während der Aufklärung brachten diese Gewissheiten ins Wanken und führten ab den 1750er Jahren zu einer weit verbreiteten Furcht der Menschen, scheintot zu sein und lebendig begraben zu werden.

Schneewitchen gilt als eine der bekanntesten Scheintoten, , Blick in die Ausstellung "Scheintot", Foto: Medizinhistorischen Museum der Charite zu Berlin
Schneewitchen gilt als eine der bekanntesten Scheintoten, , Blick in die Ausstellung “Scheintot”, Foto: Medizinhistorisches Museum der Charite zu Berlin

Die Sonderausstellung (Teile davon wurden zur Jahreswende 2016/2017 im Museum für Sepulkralkultur in Kassel gezeigt) widmet sich diesem Phänomen. In sechs Themenräumen werden Geschichten rund um den Scheintod erzählt: Mithilfe von historischen Exponaten und Quellen, Installationen und Groß‐Projektionen wird die Scheintod‐Debatte erfahrbar gemacht und Fragen bis in die heutige Zeit thematisiert.

Verdienst von Hufeland

Die sehenswerte Schau wurde von „h neun Berlin – Büro für Wissensarchitekturen“** entwickelt und erzählt beispielsweise von der Scheintod‐Debatte in Berlin, die dazu führte, dass vor Ort ab dem Jahr 1794 Leichenhäuser eingerichtet wurden. Ein wichtiger Befürworter war seinerzeit Christoph Wilhelm Hufeland, erster Dekan der Berliner Medizinischen Fakultät und Chef der Charité.

Ein weiterer Raum ist dem Hirntod heute gewidmet. Gezeigt wird, wie auf einer Intensivstation der sogenannte irreversible Hirnfunktionsausfall festgestellt und dokumentiert wird. Erst die gesicherte Diagnose „Hirntod“ erlaubt – bei Zustimmung etwa durch einen vorliegenden Organspende‐Ausweis und in Rücksprache mit den Angehörigen – eine Entnahme von Organen für eine Transplantation.

eisenbrandt: der Sichetrheitssarg, Blick in die Ausstellung "Scheintot", Foto: Medizinhistorischen Museum der Charite zu Berlin
Eisenbrandt: der Sicherheitssarg, Exponat Foto: Medizinhistorisches Museum der Charite zu Berlin

Übrigens wird auch ein heute in einem Leichenkühlhaus übliches Spezialtürschloss gezeigt. Man kann die Tür von innen öffnen, falls doch…. Beispiele dafür , dass Jemand in der Kühlkammer  erwacht, gibt es bis in die Neuzeit (siehe Bericht in der Welt dazu).

Blick in die Ausstellung "Scheintot", Foto: Plakatmotiv der Ausstellung "Scheintot" im Medizinhistorischen Museum der Charite zu Berlin, Foto: Medizinhistorischen Museum der Charite zu Berlin
Blick in die Ausstellung “Scheintot”, Foto: Medizinhistorisches Museum der Charite zu Berlin

Übrigens,  die besagte Klingel wurde in Berlin übrigens nie benutzt, habe ich in der Ausstellung erfahren. Es gab sie aber, wie Zeichnungen und ein funktionsfähiges Modell in der Schau zeigen.

Informationen zu „Scheintot“

Adresse:  Medizinhistorischen Museum der Charité

Charitéplatz

10117 Berlin

Tel +49 30 450-536122

Fax +49 30 450-536905

E-Mail: bmm@charite.de

Internet: www.bmm-charite.de

Öffnungszeiten:  Dienstag, Donnerstag, Freitag, Sonntag 10 bis 17 Uhr, Mittwoch und Samstag 10 bis 19 Uhr

Eintritt:  9 Euro, ermäßigt 4 Euro

Barrierefreiheit: Das Museum ist rollstuhlgerecht und verfügt über einen Aufzug. Behindertengerechtes WC vorhanden.

1 Stunde weg

Eis essen in Werder: Dolci e Gelati

Eis Werder (6)

Eines der besten Eiscafés Brandenburgs steht meiner  Meinung nach in Werder/Havel. Das Team um Mario Faruggio und seine Frau Annamaria überzeugen seit 2008 mit wöchentlich neuen Eiskreationen und einem immer freundlichen Service. Aber nicht nur das leckere Eis überzeugte, auch der super Service ist einzigartig. Übrigens gibt es auch laktosefreies Eis, so Mario.Eis essen in Werder: Dolci E Gelati  Alle Fruchtsorten und Sonntags gehört die Bitterschokolade dazu. Die neusten Kretionen gibt es auf der Facebookseite von dolci e gelati.

Glückliche Familie und glückliche Gäste, Foto: D. Weirauch
Glückliche Familie und glückliche Gäste, Foto: D. Weirauch
Juniorchef Carmelo Farruggio
Juniorchef Carmelo Farruggio Foto: Weirauch
Claudia hat immer einen guten Tipp für leckeres Eis parat. Foto. Weirauch
Claudia hat immer einen guten Tipp für leckeres Eis parat. Foto. Weirauch

Eis essen in Werder: Dolci e Gelati

„Wir wollen Italien in Werder sein“, so die Botschaft von Mario Farruggio. Bella Italia in Werder, dieser seit 1900 nicht nur wegen des jährlichen Baumblütenfestes zu den Lieblingszielen der Berliner gehörenden, immer attraktiver werdenden Kleinstadt  in der Nähe von Potsdam.

Mario Farruggio kreiert täglich ein neues Eis für seine Gäste, Foto: D.Weirauch
Mario Farruggio kreiert täglich ein neues Eis für seine Gäste, Foto: D.Weirauch

Foto: Weirauch

Alles für Dolce vita! Es gelingt überzeugend. Mehr als 600 Eiskreationen werden in der kleinen Eismanufaktur gezaubert. Nicht nur wir sind begeistert.

Eis essen in Werder: Dolci e Gelati

Durch eine Glasscheibe schaut man in die kleine Fabrik. Und kann sich davon überzeugen: das Eis wird täglich frisch zubereitet und Minuten später schon an die Gäste verkauft. Keine Transporte, nur der Weg über den kleinen Innenhof hinüber an die Eistheke. Gelato a kilometro zero (zu deutsch: Null-Kilometer-Eis) nennt Patron Mario das Herstellungsverfahren. Täglich selbst frisches Eis zu produzieren und dieses auch nicht auszuliefern.

Grundlage für das Speiseeis sind Milch und Sahne. „Wir verwenden keine hydrierten pflanzlichen Fette oder künstliche Zusatzstoffe“, erläutert der Eismann. Im Angebot sind auch vegane Fruchtsorbets. “Garantiert laktosefrei”, verspricht er. „70 Prozent unserer Gäste kommen aus Berlin“, berichtet Mario. Längst ist Dolci e Gelatie Kultstatus.

Super Service im Dolci e Gelati

Allerdings haben wir nie länger als ein oder zwei Minuten gewartet. Immer sind dienstbare Geister da. Die süßte Versuchung schmeckt lecker. Am meisten werden Vanille und Schokolade gekauft, verrät der Chef. Chilli-Schoko steht auf Platz 15 der Hitliste.Immerhin, unser Geschmack war nicht schlecht. Bei uns ist es Platz 1: Chilli und Schoko. Und wir wünschen uns: eine Eiskreation mit Ingwer.

Dolci E Gelati in Werder/Havel auf der Insel, Foto: D.Weirauch
In der Tat … es gibt immer einen Ort, um glücklich zu sein.

”Dolci Gelati” ist nur wenige Schritte hinter der Brücke zur Inselstadt  auf der linken Seite in der Torstraße 4 zu finden. Erkennungsmerkmale sind ein Piaggio-Vespacar und eine Vespa vor Tür. Das Haus trägt das Schild „Via Roma“. Ja, man könnte für eine halbe Stunde meinen, in Italien zu sein.

Eis essen in Werder: Dolci e Gelati

Denn auch der verträumt wirkende kleine Innenhof erinnert mehr an die sizilianische Heimat von Marios Familie, als an Brandenburg. Das Wasserrad und ein plätschernder Brunnen lassen regelrecht Urlaubsfeeling aufkommen.

Transparenz im Dolci E Gelati in Werder/Havel auf der Insel, Foto: D.Weirauch
Transparenz im Dolci E Gelati in Werder/Havel auf der Insel, Foto: D.Weirauch

Arrivederci !

  • Adresse: Dolci e Gelati
  • Torstr. 4, 14542 Werder an der Havel
  • Tel: (03327) 570215
  • geöffnet: Mo-So 11-20 Uhr,  im Sommer bis 22 Uhr,
  • Internet: https://www.dolci-e-gelati.de

Unser Tipp für die beste Pizza in Werder und Umgebung

Wenige Schritte hinter dem Dolci e Gelati findet ihr linkerhand am Markt die Pizza von Alfonso Ferraro. Dort gibt es die leckerste Pizza, die wir im Havelland je gegessen haben.

Pizza in Piazza Ferraro Andolfo

Alfredo mit seiner Frau Lucica Ruva in der Pizzeria von Werder Foto: Weirauch
Alfredo mit seiner Frau Lucica Ruva in der Pizzeria von Werder Foto: Weirauch
  • Adresse: Am Markt 24, 14542 Werder  
  • Tel.: 03327 5702575
Pizza in Piazza Werder/Havel, Foto: D.Weirauch
Pizza in Piazza Werder/Havel, Foto: D.Weirauch
1 Stunde weg

500 Jahre Hochaltar im Dom zu Brandenburg

oder Maria und die dritte Dimension

Brandenburg an der Havel macht immer wieder mit spektakulären Ausstellumgen von sich reden. Denken wir an die hier besprochene Archäomusika im Paulikloster. Nun zieht der Dom mit einer Jubiläumsausstellung interessierte Besucher an. Der in feinster gotischer Bildschnitztechnik gefertigte Marienaltar auf dem Hohen Chor wird in diesem Jahr 500 Jahre alt.

Das Dommuseum nimmt dieses Jubiläum zum Anlass, um nach den unterschiedlichen Darstellungen der Maria – mal ist sie eine unnahbare Himmelskönigin, mal trauernde Mutter – zu fragen. Sie nimmt außerdem die Dimension der gesellschaftlichen Umbrüche und die damit einhergehende neue Raumauffassung um 1500 in den Fokus, die eine ganz andere Inszenierung der Figuren im Raum zur Folge hatte. 500 Jahre Hochaltar im Dom zu Brandenburg. In mehreren Räumen werden unterschiedliche Aspekte der Entstehungszeit und der späteren Geschichte des Altars in beleuchtet.

So zeigt der Raum “Mensch und Räumlichkeit” unterschiedliche Beispiele für architektonische Darstellungen, die perspektivisch nicht korrekt wiedergegeben sind, und stellt zugleich Albrecht Dürers neue und strenge Prinzipien der perspektivischen Darstellung von 1525 vor.  Es scheint, als ob die Figuren in diesen Bildräumen keinen Halt zu finden scheinen. Zur Veranschaulichung lädt das Museum die Besucherinnen und Besucher ein, an einem zentralen „Versuchsaufbau“ – wie er in einem Holzschnitt von Dürer zu sehen ist – selbst eine räumliche Darstellung von Objekten auszuführen.

Heutige Perspektive auf den Altar Foto: Domstift Brandenburg

Die Ausstellung eröffnet mithin neue Sichtweisen auf dieses bedeutende Kunstwerk. Der Raum „Stoffe in Gold und Öl“ ist der Inszenierung luxuriöser Stoffe gewidmet. Der Raum „Holzschnitzer und Stahlträger“ zeigt Stationen der jüngeren Geschichte des Altars: In Erwartung alliierter Luftangriffe und auf Erlass des damaligen Reichsministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, hat man das Retabel wie auch andere Kunstgüter mit aufwendigen Umbauten aus Holz, Stein und Stahl geschützt. Die Bomben konnten den Altären nichts anhaben, dafür aber Schimmelpilze. Der Dom zu Brandenburg verfügt über acht Altäre. Der 1518 zunächst im Kloster Lehnin aufgestellte Marienaltar im Hohen Chor gelangte 1552 in den Dom.

Detail des Altars Foto: Domstift Brandenburg
Detail des Altars Foto: Domstift Brandenburg

Ein umfangreiches Programm aus Konzerten, Sonderführungen, Kinderveranstaltungen und einer eigenen Predigtreihe begleitet diese Jubiläumsausstellung.

Informationen zur Ausstellung

  • Die Ausstellung ist vom 4. Mai bis einschließlich 31. Oktober zu sehen:
  • Montag bis Samstag von 10 bis 17 Uhr | Sonntag von 12 bis 17 Uhr
  • Der Eintritt ist kostenlos, um eine Spende wird gebeten
  • Alle weiteren Termine unter www.dom-brandenburg.de
  • Prachtvoll präsentiert Foto: Domstift Brandenburg
    Prachtvoll präsentiert Foto: Domstift Brandenburg

Über das Domstift Brandenburg:

Das Domstift Brandenburg ist die älteste Institution des Landes mit einer über 850 Jahre langen Tradition. Zu seinen Aufgaben gehören die Erhaltung und zeitgemäße Nutzung des umfangreichen historischen Gebäudeensembles aus Dom, Klausur, Kurien und Nebengebäuden. Mit seinen Konzertreihen, seinem Museum, den Gottesdiensten und den beiden Evangelischen Schulen zieht der Dom zu Brandenburg jährlich über 60.000 Besucher an. Im Jahr 2015 feierte das Domstift das 850-jährige Jubiläum der Grundsteinlegung des Doms.

 

AUSBLICKE 2018

◊   SONDERAUSSTELLUNG ZUM 500. JUBILÄUM DES HOCHALTARS | VERNISSAGE AM 3. Mai um 19h

◊   BRANDENBURGER FREIHEITSPREIS 2018 | VERLEIHUNG AM 11. OKTOBER IM BRANDENBURGER DOM

◊   VORTRAGSREIHE ZUR JÜNGEREN GESCHICHTE DES DOMSTIFTS |  11. Jan 2018 – 10. Jan 2019