Startpunkt Marquardt

Gestartet sind wir in Marquardt (Haltepunkt der RB 21). Blick hoch zum Storchennest gegenüber der Dorfkirche, direkt unter dem Lavendelhof. Die Störche brüten schon.

Schloss Marquardt am Rande von Potsdam, Foto: D.Weirauch
Schloss Marquardt am Rande von Potsdam, Foto: D.Weirauch

Weiter über die Eisenbahnbrücke (Sacrow-Paretzer-Kanal) Richtung Grube. Auch hier ein Storch im Nest entdeckt.

Storchennest in Grube

Nach einem Abstecher in der Kirche von Grube folgen wir rechterhand dem Radweg F 2.2. Auf dem alten Winterdeich der Wublitz geht es hinaus nach Nattwerder.

Schweizer Kolonisten in Nattwerder

Im kleinsten Ortsteil Potsdams befindet sich die älteste Kirche der Stadt. Schon von weitem grüßt das frisch restaurierte Gotteshaus durch die lange Pappelallee. Der Ort am Rande des Golmer Luchs kann Geschichte erzählen. Der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm hatte nach dem 30-jährigen Krieg Ackerbauern und Viehzüchter aus der Schweiz in die Mark Brandenburg eingeladen.

Kirche von Nattwerder, Foto: D. Weirauch
Kirche von Nattwerder, Foto: D. Weirauch

Konzerte in Dorfkirche

14 calvinistische Familien aus Bern kamen per Schiff über Rhein, Elbe und Havel bis ins Golmische Bruch. Er schenkte ihnen Häuser und Privilegien. Sie siedelten in Golm, Töplitz und Nattwerder. Ihren Pfarrer brachten sie mit. Und der Landesherr ließ für sie 1690 eine eigene Kirche bauen.

40 alte Grabmale laden heute davor zum historischen Spaziergang ein. Große Kreuze prägen das Bild, auf den Steinen sind die Namen der Schweizer Familien zu lesen. Die unter Denkmalschutz stehende Kirche und der Friedhof gelten als Geheimtipp. Seit 1996 erklingt auch die kleine Orgel wieder. Das nächste Konzert findet am 1. Mai 16.30 Uhr  statt.

Vom Golmer Luch nach Töplitz

Wenig weiter, durch das Golmer Luch, über  die zur Bundesgartenschau 2001 errichtete Wublitzbrücke führt uns der Radweg F 3.1. über die Insel Töplitz. Im Naturschutzgebiet Wolfsbruch steht unzähligen Vogelarten ein ideales Brut- und Rückzugsgebiet zur Verfügung. Die Inselroute durchstreift auf 14 Kilometern alle Landschaftsformen, die das Havelland zu bieten hat. Von den breiten Schilfgürteln mit den sich anschließenden Erlenbruchwäldern und den tiefliegenden Wiesen bis hin zur unbewaldete Kuppe des Alten Weinberges.

Weingut Klosterhof Töplitz: Besenwirtschaft

Dort treffen wir Andreas Schultz,  neben Ludolf Artymowytsch und Grit Wellnitz einer der  Betreiber des Weingutes Klosterhof Töplitz, und kehren in die Besenwirtschaft ein. Auf dem Weinberg werden auf 2,3 Hektar verschiedene Weiß- und Rotweinsorten in Bioqualität angebaut. Wir steigen auf den 54 Meter hohen Weinberg und genießen den weiten Blick in das Havelland – einfach toll. Das Weingut ist das erste und einzige Brandenburger Bio-Weingut. Zurzeit wachsen auf dem 2,5 Hektar großen Weinberg 7.000 Rebstöcke, insgesamt 9.000 sollen es einmal werden.

Regent, Bacchus, Weißburgunder, Cabernet Blanc und Pinotin

Nebenher entdecken wir die ersten Knospen an den Weinreben und freuen uns schon auf die gemeinsame Weinlese im Herbst. Regent, Bacchus, Grauburgunder, Weißburgunder, Cabernet Blanc, Riesling und Pinotin  gedeihen in der sonnigen und südexponierten Lage von Töplitz.

Mittlerweile wird Wein vielerorts in Brandenburg wieder angebaut, so auf dem  Werderaner Wachtelberg, in Schlieben, auf dem Klausberg in Potsdam und im Lausitzer Seenland (Großräschen und Wolkenberg) sowie in Guben und auch im Garten des Kanzlerschlosses  Meseberg. Auf dem Winzerberg inmitten von Potsdam hat der Verein Winzerberg im vergangenen Jahr 99 Reben gesetzt. Mehr infos zum Weinland Brandenburg gibt es hier. Eine Weinkarte zu allen derzeit 26 Weinstandorten im Land Brandenburg brachte unlängst der Berliner Verlag terra press heraus.

Blick zum Grunewaldturm nach Berlin

An die Wiederbelebung der Weinbautradition denken wir beim Innehalten auf dem Töplitzer Weinberg. Vom Weinberg kann man ein wundervolles Panorama genießen: den Kaiser-Wilhelm-Turm im Grunewald und den Funkturm auf dem Schäferberg in Berlin Wannsee.

„Hol über“ in Göttin

Wir fahren weiter nach Göttin am Ende der Insel Töplitz. Das stählerne „Hol über“ erinnert an die Zeit, als es über den Göttinsee noch eine Fährverbindung nach Phöben gab. Über einen Auenwald folgen wir dem Radweg, vorbei an Kirschplantagen, nach Leest. Hier haben Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, im Volksmund auch als Mormonen bezeichnet, ihr Begegnungszentrum.

Zurück in Potsdam – Marquardt

Über die Autobahnbrücke gelangen wir wieder auf die Straße Richtung Grube. Auf der Wublitzbrücke lohnen ein Innehalten und der Rundum-Blick. Wir sind wieder in Potsdam, denn Grube und Marquardt sind die nördlichen Ortsteile der Landeshauptstadt Potsdam.

Kirche ist geöffnet

Wir kehren im gemütlichen Landgasthof „Zum alten Krug“ ein und beobachten das Storchenpaar – hoch oben gegenüber der Dorfkirche. Die übrigens fast jeden Tag im Rahmen von „Offene Kirchen“ geöffnet ist.

Marquardt, Ortsteil von Potsdam
Marquardt, Ortsteil von Potsdam

Im Schloss: Ulrich Tukur als Prof. Grzimek

Im Schloss, einst edle Kempinski-Adresse vor den Toren Berlins, steht gerade Ulrich Tukur vor der Kamera. Er spielt Zoodirektor Bernhard Grzimek, den ersten Naturschützer der Bundesrepublik und Frankfurter Zoodirektor. Grzimek hätte heute seine Freude gehabt: bei so vielen Störchen, Bibern, Kühen, Pferden und Eichhörnchen, denen wir auf der Rundtour begegnet sind.

Schloss Marquardt im Frühjahr, Foto: D.Weirauch

Infos zu Töplitz

Führungen
über den Weinberg und durch die Kellerei werden auf Anfrage durchgeführt. Bei diesen Besichtigungen lernen die Besucher den gesamten Herstellungsprozess des Weines kennen.

Das Weingut Klosterhof Töplitz liegt in ruhiger Alleinlage.. Der Radweg F3.1 verläuft in unmittelbarer Nähe (600 Meter) des Betriebs.

Hier kann das Jahresprogramm herunter geladen werden.

Gastronomie
Immer am Wochenende und an Feiertagen öffnet ab 12 Uhr die Besenwirtschaft, sie bietet innen 60 und auf der Terrasse bis zu 120 Plätze. Die Küche legt viel Wert auf eine regionale und saisonale Herkunft der Lebensmittel, die Wochenkarte wird immer neu geschrieben. Besucher können die Weine probieren und kleine Speisen dazu genießen. Bei schönem Wetter geht es auf den Weinberg hinauf zur Laube, dafür gibt die Küche der Besenwirtschaft einen Picknickkorb mit Wein, Essen und Geschirr mit.