1 Stunde weg

In dieser Kategorie werden Reiseziele vorgestellt, die innerhalb von einer Stunde per Zug, Auto oder Fahrrad von Berlin aus zu erreichen sind. Dabei darf man nur nicht die Frage stellen: “Eine Stunde weg mit Startpunkt Berlin- Mitte oder Berlin-Zehlendorf?” Es geht mehr darum, die Stadtgrenze von Berlin als Startpunkt zu nehmen.

1 Stunde weg

Erster Storch bei Rühstädt gesichtet

Erster Storch bei Rühstädt, Foto: C. Herche, Naturwacht BrandenburgErster Storch bei Rühstädt, Foto: C. Herche, Naturwacht Brandenburg

Am Wochenende ist im Europäischen Storchendorf Rühstädt der erste Weißstorch des Jahres eingetroffen. Beobachtet wurde er auf einer Wiese unweit des Besucherzentrums des UNESCO-Biosphärenreservats Flusslandschaft Elbe – Brandenburg.

Die Ankunft des ersten Weißstorchs in Deutschlands storchenreichstem Dorf Rühstädt markiert den Auftakt der bevorstehenden Brutsaison, bei der sich in Rühstädt bis zu 30 Storchenpaare einfinden. Die frühen Ankömmlinge sind meist Westzieher, die auf der Iberischen Halbinsel oder im nordwestlichen Afrika überwintern. Sie haben eine kürzere Zugstrecke zu bewältigen als die Ostzieher, die das Mittelmeer östlich umfliegen.

Erster Storch bei Rühstädt, Foto: C. Herche, Naturwacht Brandenburg
Erster Storch bei Rühstädt, Foto: C. Herche, Naturwacht Brandenburg

Das brandenburgische Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe ist die storchenreichste Region Deutschlands und Rühstädt der Spitzenreiter mit den meisten Weißstorchbrutpaaren. Das Dorf trägt den Titel Europäisches Storchendorf und ist damit Teil eines europaweiten Netzwerks, das sich von Malpartida de Cáceres in Spanien über Mittel-, Osteuropa und den Balkan bis ins Dorf Eskikaraağaç in der Türkei erstreckt. Der Titel wird durch die Naturschutzorganisation Euronatur vergeben, wobei in jedem Land nur ein Europäisches Storchendorf die Auszeichnung trägt. Voraussetzung dafür ist neben einer intakten Storchenpopulation besonders das lokale Engagement für den Erhalt der Weißstorchkolonie. In Rühstädt besteht eine enge Kooperation zwischen dem Storchenklub, der Gemeinde sowie dem UNESCO-Biosphärenreservat. Das gemeinsame Engagement richtet sich hier auf den Erhalt der Nahrungsgebiete in den Elbauen durch Pflege- und Neuanlage von Amphibiengewässern, die Sicherung der Storchenhorste auf den Gebäuden und die Entwicklung von hochwertigen Naturerlebnisangeboten.

Wenn die Wetterlage auf den Zugrouten günstig ist, werden die Storchenbrutpaare zum Fest der Saisoneröffnung am 5. April im Besucherzentrum Rühstädt (Neuhausstraße 9) bereits ein Großteil der Nester auf den Dächern Rühstädts bezogen haben.

Rund 40 Brutstätten stehen den Störchen in Deutschlands storchenreichstem Dorf Rühstädt zur Verfügung. Die Nester wurden jetzt kontrolliert und für die neue Storchensaison fit gemacht. Bildquelle:J.Schormann/LfU.
Rund 40 Brutstätten stehen den Störchen in Deutschlands storchenreichstem Dorf Rühstädt zur Die Nester wurden jetzt kontrolliert und für die neue Storchensaison fit gemacht. Bildquelle:J.Schormann/LfU.

Die bekanntesten Storchenhorste Brandenburgs stehen in Linum, Rühstädt und Vetschau.

Auch am Rand von Potsdam, in Marquardt, kommen regelmäßig Störche und beziehen Ende März/Anfang April ihren Horst gegenüber vom Landgasthaus “Alter Krug”.

1 Stunde wegTipps

LebensArt im Schlosspark Kartzow

Schloss KartzowFoto: Das AgenturHaus GmbH

Es ist bald wieder soweit. Im Schlosspark Kartzow werden vom 12. bis 14. April die neuen Outdoor-Trends stilecht im Grünen inszeniert. Die Sonderschau TierArt bietet erneut Ausgefallenes und Praktisches für Hund und Katze.

Der Frühling beginnt …

mit der LebensArt, könnte man meinen.

Mit vielen neuen Trends startet die Outdoor-Saison 2019 vom 12. bis 14. April im Schlosspark von Schloss Kartzow. Moderne Möbel mit Wohlfühl-Charakter und großzügige Liegeflächen sorgen für optimale Erholung unter freiem Himmel. Frische Farben wie das trendige Tomatenrot bringen Pep in den Garten. Auch im Bereich der Pflanzen tut sich so Einiges: Bienenfreundliche Blühpflanzen und Naturgärten sind auf dem Vormarsch.

Schloss Kartzow
Buntes Treiben im Schlosspark Kartzow, Foto: Das AgenturHaus GmbH

Das Freiluft-Wohnzimmer steht hoch im Kurs. Je nachdem, wie sich die persönliche Wohnsituation darstellt, gibt es eine Vielzahl an gestalterischen Möglichkeiten. Was alle jedoch vereint, ist der Trend zu hochwertigem Mobiliar und blühfreudigen Pflanzen, die Bienen und Mensch gleichermaßen erfreuen. Grazile Möbel aus Edelstahl sorgen auf kleinen Stadtbalkonen für eine filigrane Optik. Neue Pflanzgefäße bieten Raum für üppige Stauden und aromatische Kräuter. Der Trend zum Urban Gardening sorgt dabei für neue Kombinationen: Nutzpflanzen, die besonders für Kübel geeignet sind werden mit klassischen Balkonblumen gepflanzt. Ausladende Wohnlandschaften aus Rattangeflecht sorgen für eine gemütliche Atmosphäre im Garten und auf der Terrasse. Üppige Polster und Kissen in neuen Farbkombinationen bringen jede Menge Farbe in das grüne Wohnzimmer. Die Farbe des Sommers ist Tomatenrot. Mutige kombinieren dabei ein leuchtendes Blau mit Grün und Tomatenrot. Aber auch Grau- und Beigetöne bekommen mit Accessoires in dem neuen Farbton Koralle eine frische Optik. Tierische Motive, die als Blumenstecker oder Digitalprint auf Kissen und Platzdeckchen daher kommen, sorgen für ein Augenzwinkern. Flamingos und Libellen sind die Must-haves der Saison.

Christiane Keil aus Dresden bietet Wäsche und andere schöne Dinge an. Foto: D.Weirauch
Christiane Keil aus Dresden bietet Wäsche und andere schöne Dinge an, Foto: D.Weirauch

Wie schön ein perfekt angelegter Garten sein kann, zeigt das Pflanzencenter Martin und Michel GmbH aus Wustermark. In einem eigens zur LebensArt angelegten Schaugarten zeigen die Spezialisten auf 160 Quadratmetern Fläche Grünes und Blühendes. Zur praktischen Umsetzung im heimischen Garten bieten sie alle Pflanzen auch im direkten Verkauf an. Eine Vielzahl weiterer Fachgärtnereien bieten zu Beginn der Pflanzzeit jede Menge weiterer Spezialitäten und Raritäten. Das Spektrum reicht hierbei von pflegeleichten Stauden und Kräutern bis hin zu anspruchsvollen Rosen und Formgehölzen.

Schloss Kartzow am Rande von Potsdam, Foto: D.Weirauch
Schloss Kartzow am Rande von Potsdam, Foto: D.Weirauch

Multifunktionalität steht auch bei den neuen Grill- und Feuerstellen im Vordergrund. Gartenkamine werden mit zusätzlichen Rosten zum Grill. Feuerstellen, die über eine Grillplatte aus Eisen verfügen, sorgen für kulinarische Highlights. Neben den klassischen Holz- oder Kohle-Grills bringen emissionsfreie Gasgrills das Gourmet-Erlebnis sogar auf den Stadtbalkon. Der Trend vom einfachen Grillen zum Highlevel-Barbecue setzt sich dabei auch in den Zutaten fort: Edle Senfsorten und außergewöhnliche Gewürze, feine Essigsorten und aromatische Öle aus dem Mittelmeerraum, all das gehört unbedingt dazu und ist bei der LebensArt in reicher Auswahl erhältlich. Genussvoll shoppen ist dabei die Devise. Vom italienischen Mandelgebäck bis hin zu Weinen und Spirituosen; nahezu alles kann vor dem Kauf verkostet werden.

Schlosspark Kartzow im April: LebensArt
Schlosspark Kartzow im April: LebensArt, Foto: D. Weirauch

Bereits jetzt kann der Veranstalter, das Lübecker Unternehmen Das AgenturHaus GmbH, über 120 Aussteller vermelden. „Wir sind nahezu ausgebucht“, sagt Kevin Holstein, der zusammen mit Daniela Kaersten die LebensArt im Schlosspark von Schloss Kartzow organisiert. Wie er versichert, habe man jedoch für Besonderes noch das ein oder andere Plätzchen frei gehalten. Interessierten Firmen rät er jedoch, kurzfristig Kontakt aufzunehmen. Großes Interesse findet auch die Sonderausstellung TierArt, die im Vorjahr erstmals Teil der LebensArt war. „Die TierArt ist am Puls der Zeit“, so Holstein. Von der artgerechten Ernährung über hochwertige Accessoires wie Leinen und Körbchen bis hin zur Tierfotografie reicht das umfangreiche Angebot für die vierbeinigen Freunde. Spannendes, wie Hunde-Frisbee und Agility-Training sorgen für Unterhaltung.

„Vorführungen, Musik und Kleinkunst, verbunden mit einem schönen Einkaufserlebnis im Freien und hochwertiger Gastronomie zeichnen die LebensArt aus. Unser Anspruch ist es, den Besuchern einen erlebnisreichen und schönen Tag zu bieten“, zeigt sich Holstein überzeugt.

Die LebensArt im Schlosspark von Schloss Kartzow ist vom 12. bis 14. April jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt für Erwachsene beträgt acht Euro. Kinder bis einschließlich 15 Jahre erhalten – in Begleitung Erwachsener – freien Eintritt.

Weitere Informationen können unter 0451- 899 06 456 beziehungsweise per E-Mail an holstein@das-agenturhaus.de und im Internet unter www.lebensart-messe.de abgerufen werden.

1 Stunde wegMobilitätTipps

Dilemma Deutschland: BER/Tegel: Einsichtige Lufthansa – Bund und Berlin weiterhin im Abseits        

flugzeug

Wenn ein Boss von der Bedeutung eines Vorstandsvorsitzenden plötzlich seine Meinung ändert und quasi das Gegenteil verkündet, darf das schon als Sensation  bezeichnet werden. In diesem sehr speziellen Fall trifft das auf den Chef der Deutschen Lufthansa zu, Carsten Spohr. Der – und sein Unternehmen – haben sich in der Vergangenheit luftfahrttechnisch nicht gerade als Berlin-Fans gezeigt. Ihr Engagement etwa für den geplanten neuen Großflughafen der Stadt – BER – war eher lauwarm oder verhalten.

Aber nicht nur damit scheint auf einmal Schluss zu sein – nein, der Donnerhall seiner Bemerkung, Berlin könne durchaus über zwei Flugplätze verfügen, hat Überschallqualität. Denn er ist damit der erste seiner Gattung, der öffentlich Weitsicht zeigt und die provinzielle Politik der Bundesregierung und des Berliner Senats geradezu geißelt und sich zudem die Wünsche der Bevölkerung zu eigen macht. Spohr in seiner Rede anlässlich einer Lufthansa-Veranstaltung im Konzerthaus am Berliner Gendarmenmarkt: Seine Kunden und die Öffentlichkeit erwarten „zu Recht von allen        Beteiligten, dass wir die Frage der Offenhaltung von Tegel mit Blick auf die aktuelle Entwicklung des Luftverkehrs neu bewerten“.

BER ist viel zu klein ausgelegt

Er hat sich damit zu einer Binsenweisheit bekannt. „Endlich“, darf hinzugefügt werden. Denn der Fachwelt wie auch der Mehrheit der Berliner sind diese Tatsachen seit vielen, vielen Jahren bekannt: Der von Pech und Pannen und Fehlplanungen verfolgte BER ist von Anfang an viel zu klein ausgelegt, seine Zufahrtsmöglichkeiten  versprechen Dauerstaus und somit Chaos. Fazit – wozu sich also nunmehr auch der Lufthansa-Chef bekennt: Berlin benötigt zwei Flugplätze, neben dem neuen BER, der nach halbdutzendfacher Verschiebung des entsprechenden Termins nunmehr Ende 2020 in Betrieb gehen soll, muss auch der beliebte innerstädtische Airport Tegel erhalten bleiben.

Tegel muß offen bleiben

Die ja insgesamt miefige Politik des Berliner Senats aus SPD, Grünen und Linken ist von der Kehrtwendung des Lufthansa-Chefs wie im Schlaf überrascht worden. Bis auf den FDP-Fraktionschef Sebastian Czaja lehnen die tonangebenden Berlin-Politiker die Offenhaltung Tegels auch weiterhin ab. Czaja konterte deshalb sofort: „Die drohenden Kapazitätsengpässe am  BER, die Aussicht auf eine Dauerbaustelle voller Einschränkungen und nicht zuletzt die Großflughafenpläne bei Warschau erfordern ein grundlegendes Umdenken für den Luftverkehrsstandort Berlin-Brandenburg. Wenn Deutschlands größte Airline und eine Million Bürger diesen Zweifel äußern, muss der Senat sofort seinen Anti-Tegel-Kurs ändern“.

A pro pos Tegel und Volk: Man kann ja absolut dank guter und überzeugender Argumente generell etwas gegen Volksentscheide haben – aber im Rahmen einer solchen Befragung sprachen sich im September 2017 über 56 Prozent der Berliner für die Offenhaltung von Tegel, also für zwei Hauptstadt-Flughäfen aus. Dieses Ergebnis war kaum bekanntgegeben worden, da erklärte der Senat bereits, es zu ignorieren. So viel zum immer wieder gepriesenen „Volkeswillen“.

Dilemma Deutschland: Flughafenproblematik

Was sich da in Berlin um die Flughafenproblematik abspielt, ist längst zum Dilemma Deutschland geworden. Verantwortlich dafür sind Merkel und ihre großen Koalitionen. So hätte die Flugbereitschaft der Luftwaffe längst von Köln nach Schönefeld verlegt werden können. Statt dessen muss jedes mal, wenn ein Regierungsflieger benötigt wird, eine Maschine von Köln mach Berlin fliegen. Aber  auf ausdrückliche Anweisung der Kanzlerin ist ein spezieller Regierungsterminal in Schönefeld mit Karacho und Millionen Steuergeldern fertiggestellt worden. Doch der ist eingemottet und setzt für die nächsten zwei Jahr Schimmel an, denn er soll – auch wieder Merkel-Befehl – erst nach BER-Eröffnung für Ehren- und ausländische Regierungsgäste benutzt werden. Die landen und starten weiterhin in Tegel – das Wort „Schildbürgerstreich“ verharmlost eine derartige Schizophrenie.

Die Flugbereitschaft der Luftwaffe ist ausdrucksstarkes Beispiel für das Dilemma Deutschland: Ihre Maschinen bleiben serienweise auch im Ausland liegen, so dass Minister und selbst die Kanzlerin auf Linienmaschinen umsteigen müssen – Material- und Wartungsfehler oder Ersatzteilmangel, die gesamte Bundeswehr ist bis auf wenige kleine Eliteeinheiten nicht einsatzfähig, der Staatsbetrieb Bahn ist vom Siechtum ergriffen, die öffentlichen Schulen brechen förmlich in sich zusammen, kommunale Einrichtungen kränkeln vor sich hin, öffentliche Bauten wie einige des Bundestages und letztlich der BER verrotten ganz einfach.

Deutschland zum Entwicklungsland degradiert

Dieses Deutschland ist von einer der führenden Wirtschafts- und Industriemächte der Welt zum Entwicklungsland herab regiert worden.

Und genau so soll Berlin degradiert werden – zum Millionendorf mit einem äußerst fragwürdigen und sicher dauer-baufälligem Einzelflugplatz. Dabei hat jede Berlin-vergleichbare Stadt auf dem Globus mehr als nur einen Airport.

Journalist Wolfgang Will schreibt als Gastautor regelmäßig für einfachraus.eu über aktuelle Themen der Mobilität. Hier sein jüngst erschienener Beitrag zu Problemen bei der Bahn.

 

 

1 Stunde weg

Bei Rio Reiser auf dem Alter St.-Matthäus-Kirchhof Berlin

Matthäus (3)Rio Reiser, der Sänger, Musiker, Komponist, Liedtexter und Schauspieler

Das Schauspielmusical „RIO REISER. KÖNIG VON DEUTSCHLAND“ von Heiner Kondschak wird am Potsdamer Hans-Otto-Theater vor regelmäßig ausverkauften Haus gespielt. Wir waren zu spät, es gibt keine Karten mehr. Das Stück erzählt die Geschichte Rio Reisers anhand seiner Lieder, die auf selten erreichte Weise Politisches und Privates aufeinander beziehen. Umso mehr erinnere ich mich an Gert Möbius, den Bruder von Rio Reiser, der 1992 und 1993 desöfteren in Potsdam war, um für die Potsdamer Stadtspieltruppe (Chef war damals der Schauspieler und Regisseur Wilfried Mattukat) Stücke zu schreiben und mit Börris von Liebermann (kam von den Berliner Festspielen und war der -heute würde man wohl sagen- Generalmanager der 1000-Jahr-Feier von Potsdam) Projekte zu entwickeln. Auch ein Konzert von „Ton Steine Scherben“ mit Rio Reiser gab es auf dem Potsdamer Luisenplatz. Ich erinnere, der Platz war damals voll.

Rio Reiser, der Sänger, Musiker, Komponist, Liedtexter und Schauspieler
Rio Reiser, der Sänger, Musiker, Komponist, Liedtexter und Schauspieler, Foto: Weirauch

1996 erfuhr ich vom Tod Rio Reiser und das er auf seinem Bauernhof in Nordfriesland begraben wurde. Vor einigen Jahren erfolgte dann die Umbettung auf den Alter St.- Matthäus-Kirchhof in Berlin, den wir unlängst besuchten, um das Grab des Verlegers von Theodor Fontane zu finden. Hier unsere Reminiszenz zum Friedhofsbesuch.

Wilhelm Ludwig Hertz (1822–1901) war u.a. Verleger Theodor Fontanes
Wilhelm Ludwig Hertz (1822–1901) war u.a. Verleger Theodor Fontanes

Der Alte St. Matthäus-Kirchhof hat für Berlin neben dem Dorotheenstädtischen Friedhof und dem Stahnsdorfer Südwestkirchhof (vor dem Toren der Stadt gelegen) so etwas wie den Status eines Prominentenfriedhofs.

Zahlreiche Berühmtheiten sind auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof beerdigt, darunter Ärzte, Architekten und Unternehmer sowie haufenweise Juristen, beispielsweise Amts- und Landgerichtsräte. Auch einige Villenbesitzer aus dem damaligen Neubabelsberg (rund um den Griebnitzsee) fanden hier ihre letzte Ruhe.

Ludwig Karl Virchow vertrat eine sowohl naturwissenschaftlich wie sozial orientierte Medizin
Ludwig Karl Virchow vertrat eine sowohl naturwissenschaftlich wie sozial orientierte Medizin

Wir entdecken die Gräber von Rudolf Virchow, Carl Bolle und des Bildhauers Friedrich Drake, der die „Goldelse“ auf der Berliner Siegessäule schuf.

Bildhauer Friedrich Drake, u.a. schuf er die Viktoria auf der Berliner Siegessäule.Natürlich auch der Architekt Alfred Messel, bekannt für Berliner Verwaltungsbauten. Viele Besucher kommen auch zu den Gräbern der Gebrüder Grimm.

Gräber für Auguste Grimm, Jacob und Wilhelm Grimm sowie deren Söhne
Gräber für Auguste Grimm, Jacob und Wilhelm Grimm sowie deren Söhne

Blick auf den Garten der Sternenkinder, eine Ruhe- und Gedenkstätte für Fehlgeburten, Totgeburten und Babys die während oder kurze Zeit nach der Geburt gestorben sindBernd Broßmann vom Cafe „finovo“ öffnet unser Herz, als er über den „Garten der Sternenkinder“ erzählt. Wir kommen bestimmt wieder….

Öffnungszeiten des Alter St.-Matthäus-Kirchhof

Februar, November       8:00 – 17:00

März, Oktober 8:00 – 18:00

8:00 – 19:00 April, September

Mai-August     8:00 – 20:00

Januar, Dezember 8:00 – 16:00

Die gute Seele des Kirchhofs Bernd Boßmann vor seinem Friedhofscafé "Finovo"
Die gute Seele des Kirchhofs Bernd Boßmann vor seinem Friedhofscafé “Finovo”

Hier weitere Informationen

1 Stunde wegFontane

Fontaneorte: Burg im Spreewald

Burg im Spreewald

„… und dass dem Netze dieser Spreekanäle Nichts von dem Zauber von Venedig fehle, durchfurcht das endlos wirre Flußrevier in seinem Boot der Spreewalds-Gondolier.“

Es ist keine 160 Jahre her, da besuchte Theodor Fontane auf seiner Reise durch die Mark Brandenburg auch die idyllische Spreewaldgemeinde Burg. Der entdeckungsfreudige Schriftsteller war ein wahrer Wegbereiter für die Entwicklung des Spreewald-Tourismus. Schon damals erkannte er schon die Schönheit und Reize dieser einmaligen Kultur- und Naturlandschaft.

Von Berlin aus startete er an einem sonnigen Augusttag des Jahres 1859 mit der Postkutsche in Richtung des unweit gelegenen Spreewalds. Bald schon tauschte er die ruckelnde Kutsche gegen den traditionellen Spreewaldkahn und zeigte sich begeistert vm sanften Dahingleiten auf den ruhigen Fließen in der einzigartigen mystischen Landschaft.

Fasziniert beschreibt er daraufhin in seinen Artikeln und Büchern das Füllhorn an Möglichkeiten, das der Spreewald einem Reisenden bietet. Nicht nur die Kahnfahrt, sondern auch Gaumenfreuden wie der „Hecht im Spreewald-Soße“ sorgen bei Fontane nachdrücklich für Begeisterung.

Noch heute ist Burg im Spreewald der ideale Ort für aktive Naturliebhaber. Zu Fuß, im Paddelboot, mit dem Fahrrad oder mit dem Spreewaldkahn, erschließen sich dem Betrachter oftmals verwunschene Ausblicke. Entlang reetgedeckter Spreewaldhäuser, traditioneller Heuschober und grüner Gurkenfelder radelt es sich entspannt bis zum nächsten Gasthaus. Die Magie dieser einzigartigen Kulturlandschaft lädt geradezu dazu ein, sich vom Alltag zu erholen und eben jene zauberhaften Details aus Fontanes Zeit auch heute noch zu entdecken.

Der Kurort Burg im Spreewald hat dem Jubilar Theodor Fontane anlässlich seines 200. Geburtstags zahlreiche Aktivitäten und Veranstaltungen gewidmet. So entführen FontaneZeit-Entdecker die Gäste das ganze Jahr über in die Zeit des Dichters. Ob beim Bäcker, in der Spreewaldbibiliothek, in der Heimatstube oder anderen kleinen Läden, Fontane ist allgegenwärtig.

Höhepunk: Der deutsche Pop-Art Künstler Jim Avignon wird aus den FontaneZeit-Entdeckungen ein einzigariges Kunstwerk entstehen lassen. Den kreativen Abschluss findet diese Aktion in der Veranstaltung „Fließendes Atelier“ am 7. September 2019, wo der Künstler das Gesamtkunstwerk auf dem Kahn vollendet und interessierte Gäste auf seine „Reise“ mitnimmt. Alle Teilnehmer erwartet ein außergewöhnlicher Abend voller Kunst und Genuss.

Sonnenaufgang vom Zimmer des Spreewald Thermenhotels aus, Foto: Weirauch
Sonnenaufgang vom Zimmer des Spreewald Thermenhotels aus, Foto: Weirauch

Zur Veranstaltungsreihe „Geschicht auf dem Kahn“ können die Besucher des Kurortes auf „Kaffeeklatsch mit Fontane“ gehen. Bei einer kurzweiligen Kahnfahrt mit lyrischer und musikalischer Untermalung sowie einer kleinen Kaffeerunde kann man den Besuch des Dichters im Burger Spreewald hautnah nachempfinden.

„Genießen mit Fontane“ ist der Titel eines musikalisch-literarischen Abends mit kulinarischer Umrahmung, der am 16. März und 12. Oktober 2019 in Burg die Zuschauer begeistern und den Dichter künstlerisch näherbringen wird.

Anreiseempfehlung

Regionalexpress RE2 bis nach Vetschau oder Cottbus:

  • Von Vetschau/Bahnhof aus Weiterfahrt mit der Buslinie 38 nach Burg (Spreewald)
  • Von Cottbus/Hauptbahnhof aus Weiterfahrt mit der Buslinie 47 nach Burg (Spreewald)

Weitere Informationen

Touristinformation Burg im Spreewald
Am Hafen 6, 03096 Burg (Spreewald)
Tel. 035603 750160
info@BurgimSpreewald.de
www.BurgimSpreewald.de

 

 

1 Stunde wegFontane

Kirchhof mit Her(t)z

MatthäuskirchhofWilhelm Ludwig Hertz (1822–1901) war u.a. Verleger Theodor Fontanes

„ – Die zur Durchsicht gewünschten Blätter bringe ich morgen Mittag oder schicke sie; es ist nahezu die Hälfte des Ganzen. Ich würde Ihnen vorschlagen nur das lange Kapitel „Marquardt“ zu lesen, da haben Sie alle Züge des Buches vereinigt: Schloß-, Park- und Landschaftsbeschreibung, Historisches Anekdotisches, Familienkram und Spukgeschichte. Mehr kann man am Ende nicht verlangen.“ Diesen Lesevorschlag für seinen III. Band der „Wanderungen“ übermittelte Theodor Fontane am 9. Mai 1872 an seinen Verleger Wilhelm Ludwig Hertz.In einigen Briefen unserer „Weihnachtspost“ klang das Fontane-Jubiläum im kommenden Jahr an. Grund für uns, wieder weiter auf den „Spuren Fontanes“ zu wandeln, so u. a. auch an Personen zu erinnern, die einen regen Gedankenaustausch mit ihm führten.

Die eingangs geschriebenen Worte Fontanes an den Berliner Wilhelm Hertz, geben in wenigen Worten den Aufbau der berühmten „Wanderungen“ wieder. Vielleicht ist diese Mischung aus allem das Erfolgsrezept seiner Wanderungen, die heute noch so viele Anhänger findet. Wilhelm Hertz scheint der Vorschlag gefallen zu haben, nur wenige Wochen später war bei Fontane der „Bedürftigkeitsmoment“ gekommen, um Wilhelm Hertz am 1. Juni 1872 um einen Vorschuss von 100 Talern („1500 Exemplare bei 600 rtl. Honorar“ – so das Arrangement vom 8. Mai 1872) zu bitten. Am 3. Juni 1872 bedankt sich Fontane bei Hertz.

Die Briefe Theodor Fontanes an Wilhelm Hertz sind veröffentlicht und widerspiegeln den teils freundschaftlichen Kontakt, der den märkischen Dichter mit dem Verleger verband. Der Leser bekommt zudem einen Einblick in den Berliner Literaturbetrieb des 19. Jahrhunderts. 1847 hatte Wilhelm Hertz den Verlag Bessersche Buchhandlung übernommen. Unter den Autoren von mehr als 1000 Verlagswerken zählten neben Theodor Fontane auch Gottfried Keller, Paul Heyse, Wilhelm von Kügelgen und Hermann Grimm. Nach dem Tod von Wilhelm Hertz verkauften die Erben den Verlag an die J. G. Cottasche Buchhandlung in Stuttgart.

In ihrem Weihnachtspost machte Dr. Gabriele Radecke auf den Alten St.-Matthäus-Kirchhof aufmerksam. Sie erwähnte den Beitrag von Tilman Krause in der “Welt”, der Spuren Fontanes in Berlin aufsuchte. In seinem Roman “Die Poggenpuhls” hatte Fontane die Witwe Poggenpuhl, die in der Großgörschenstraße wohnte, auf den Friedhof schauen lassen. Fontane schreibt u.a. in seinem 1896 veröffentlichten Roman „Die Poggenpuhls“ über seine Protagonisten in der Großgörschenstraße: „Die Poggenpuhls – eine Frau Majorin von Poggenpuhl mit ihren drei Töchtern Therese, Sophie und Manon – wohnten seit ihrer Übersiedlung von Pommersch-Stargard nach Berlin in einem gerade um jene Zeit fertig gewordenen, also noch ziemlich mauerfeuchten Neubau der Großgörschenstraße, einem Eckhaus, das einem braven und behäbigen Manne, dem ehemaligen Maurerpolier, jetzigen Rentier August Nottebohm gehörte. Diese Großgörschenstraßen-Wohnung war seitens der der Poggenpuhlschen Familie nicht zum wenigsten um des kriegsgeschichtlichen Namens der Straße, zugleich aber ach um der sogenannten >>wundervollen Aussicht<< willen gewählt worden, die von den Vorderfenstern aus auf die Grabdenkmäler und Erbbegräbnisse des Matthäikirchhofs, von den Hinterfenstern aus auf einige zur Kulmstraße gehörige Rückfronten ging, an deren einer man, in abwechselnd roten und blauen Riesenbuchstaben, die Worte >>Schulzes Bonbonfabrik<< lesen konnte“.Heute ist der Blick kaum nachzuvollziehen, hohe Bäume versperren die Sicht.

Auch in seinem Klassiker “Effi Briest” wird die Großgörschenstraße erwähnt.er 1. Weihnachtsfeiertag führte uns nach Schöneberg auf den Alten St.-Matthäus-Kirchhof. Freunde hatten uns berichtet, dass das Grab des Verlegers seit 1984 als Ehrengrab der Stadt Berlin gewidmet ist. Und nun “treffen” wir Fontanes Verleger auf dem Friedhof. Wer war dieser Mann eigentlich ? Der am 26. Juni 1822 in Hamburg geborene Wilhelm Ludwig Hertz, Sohn von Adalbert von Chamisso und Marianne Hertz, verstarb am 5. Juni 1901 in Berlin. Die letzte Ruhe fand er auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof in Berlin-Schöneberg.

Bethel Henry Strousberg (1823–1884) Unternehmer, Mäzen, „Eisenbahnkönig“
Bethel Henry Strousberg (1823–1884) Unternehmer, Mäzen, „Eisenbahnkönig“

Durch die Hochzeit seiner Tochter Emma Hertz im Jahr 1879 war er der Schwiegervater des Berliner Verlegers Fritz Springer. Auch diese Familie hatte mit Fontane zu tun. Springers Grabstätte befindet sich auch auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof.

Aus dem Internet hatten wir bereits erfahren, dass der Friedhof seit der ersten Beisetzung am 25. März 1856 zunehmend über die Gemeinde hinaus an Beliebtheit gewann. In der Umgebung entstanden Villen mit Gärten für höhere Beamte, bedeutende Unternehmer, bildende Künstler und bekannte Wissenschaftler. Seit dem späten 19. Jahrhundert war das Wohngebiet als „Geheimratsviertel“ bekannt.

In den Jahren 1907/1908 entstand die von Gustav Werner entworfene Kapelle als Zentralbau mit Kuppel
In den Jahren 1907/1908 entstand die von Gustav Werner entworfene Kapelle als Zentralbau mit Kuppel

Tilman Krause schreibt in der “Welt” vom 22.12. auch: “Auf dem Friedhof liegt auch ein Mitglied aus jener altpreußischen Familie begraben, die Theodor Fontane zum eingangs zitierten (und sonst nicht belegten) Namen Vitzewitz inspiriert haben dürfte. Es trägt den poetischen Namen Cölestin von Zitzewitz. Denn bei Fontane ist es eben manchmal nur ein Buchstabe, der die Wirklichkeit von der Literatur trennt.”

Alfred Messel (1853–1909), Architekt (Wertheim-Bau am Leipziger Platz; Haus des Lette-Vereins)
Alfred Messel (1853–1909), Architekt (Wertheim-Bau am Leipziger Platz; Haus des Lette-Vereins)

Übrigens gibt es noch eine weitere Geschichte zu dem Friedhof und Theodor Fontane. Darüber informieren Robert Rauh und Gabriele Radecke auf dem Blog  Fontanes-Wanderungen.de. Heinrich Drake, der berühmte Bildhauer hat auch auf dem alten St. Matthäus-Friedhof sein Grab. Darüber später mehr.

 

Und wen wir noch alles so trafen auf diesem schönen Berliner Friedhof und was der Friedhof mit dem Stahnsdorfer Südwestkirchhof, gemeinsam hat, erfahrt ihr demnächst hier.

Einige Tipps Alter St.-Matthäus-Kirchhof Berlin

Der Alte St.-Matthäus-Kirchhof Berlin ist ein historischer Friedhof in Berlin mit vielen kulturhistorisch bedeutenden Grabmälern, die heute unter Denkmalschutz stehen. Der Kirchhof liegt zwischen der Großgörschen- und der Monumentenstraße im Ortsteil Schöneberg auf der sogenannten Roten Insel.

Adresse: Großgörschenstraße 12-14, 10829 Berlin

Infos zum Friedhof bei gutem Kaffee oder Tee gibt es im Cafe finovo.

Der Förderverein E.F.E.U. engagiert sich für den Friedhof.

Die gute Seele des Kirchhofs Bernd Boßmann vor seinem Friedhofscafé "Finovo"
Die gute Seele des Kirchhofs Bernd Boßmann vor seinem Friedhofscafé “Finovo”

Hier geht es zur Friedhofsverwaltung und einen Lageplan.

2019 ist Fontanejahr

Als ein Baustein der zentralen Landeskampagne „Fontane.200“ reiht sich Kulturland Brandenburg neben der Leitausstellung „Fontane.200/Autor“ im Museum Neuruppin, der Ausstellung„Fontane.200/Brandenburg“ im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Potsdam,dem Schülerbegleitprogramm und dem Jugendprojekt „Word&Play“ ein.
Weiterhin beteiligen sich die Universität Potsdam, das in Potsdam ansässige  Theodor-Fontane-Archiv

sowie die Theodor Fontane-Arbeitsstelle, Seminar für Deutsche Philologie bei der Georg-August-Universität Göttingen 

mit einem wissenschaftlichen sowie die Fontanestadt Neuruppin in Kooperation mit zahlreichen Partnern mit einem vielfältigen kulturellen Programm. Das Fontanejahr wird  am 30. März 2019 in Neuruppin eröffnet. Hier geht es zur Fontaneausstellung des HBPG am Potsdamer Neuen Markt.

Robert Rauh schreibt über seine neuen Wanderungen auf den Spuren zu Theodor Fontane auf der Seite  http://fontanes-wanderungen.de/

Dr Band: Theodor Fontane: Briefe an Wilhelm und Hans Hertz 1859 – 1898 , Ernst Klett Verlag Stuttgart, ist nur antiquarisch oder im Internet erhältlich.

Hier einzelne Fontanetipps auf einfachraus.eu

+ Bei Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland

Robert Rauh und Erik Lorenz: Buch zu den fünf Schlössern

+ Spurensuche in Wustrau

+ Wiedergeburt des Fährhauses in Uetz /OT von Potsdam

+ Bei Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland

+ Zum Grab von Theodor Fontane in Berlin

Spurensuche in Neuruppin

Fontane und der Ziegelringofen von Glindow

Der Bornstedter Friedhof

+ Wer war Effi Briest

 
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