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Hier werden aktuelle Bücher zu den Themen Reisen, Geschichte, Verbraucherschutz und Literatur besprochen.

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Top five in Nürnberg

Nürnberg (1)

Die fünf Kilometer lange Nürnberger Stadtmauer, deren Grundriss einem Parallelogramm ähnelt, gehörte zu den größten im spätmittelalterlichen Europa. Die jetzige Mauer wurde 1452 vollendet. Im Gegensatz zu vielen anderen Städten von Nürbergs Größenordnung blieb die Stadtumwallung bis heute fast vollständig erhalten, nur einige zhusätzliche Durchbrüche wurden vorgenommen, um das steigende Verkehrsaufkommen zu bewältigen.

Burgviertel

In dem unterhalb der Burg gegelegenen Viertel sind zahlreiche Kneipen und Gaststätten zu finden. Ein Rummel durch die engen Straßen und Gassen im nordwestlichen Teil der Stadtbefestigung vermittelt eine gute Vorstellung davon, wie Nürberg vor dem Krieg ausgesehen haben dürfte. Unterhalb des Burgviertels befinden sich die Felsengänge mit ihren historischen Wasserstollen: sie sind nur im Rahmen einer Führung begehbar. Die bis zu vier Etagenin den Sandstein geschlagenen unterirdischen Anlagen verfügen über ein ausgeklügeltes System zur selbstätigen Durchlüftung dieses weitläufigen Labyrinthes. Im Laufe der Jahrhunderte hatten die Keller und Gänge verschiedene Funktionen: Sie dienten der Wasserversorgung, als Bier- und Weinkeller, zur Lagerung von Lebensmitteln, und im Zweiten Weltkrieg wurde in den Felsengängen ein großer wurde in den Felsegängen ein großer Teil der Nürberger Kunstschätze untergebracht, wo sie die Kriegsereignisse unbeschadet überstanden haben.

Dürerhaus

Das aus dem frühen 15. Jahrhundert stammende Gebäude steht am Tiergärtnertorplatz. Albrecht Dürer hatte es 1509 erworben und bis zu seinem Tod im Jahre 1528bewohnt. Somit dürften viele seiner bekanntesten Bilder hier entstanden sein. Das Haus wurde später allerdings mehrfach veröndert: so stammt z. B. der 1898 hierher versetzte Giebelerker von einem anderen Gebäude (ursprünglich befand sich am Dürerhaus ein Aufzugserker). Das Haus wurde im frühen 19. Jahrhundert ein Wallfahrtsort für Romantiker und Künstler. 1828, zum 300. Geburtstag Dürers, kaufte es die Stadt Nürnbergs. Heute befindet sich hier ein Museum, das Nürnbergs berühmtesten Sohn vorbildlich in den Mittelpunkt der Dauerausstellung rückt. Ein Lob verdient das ansprechende museumsdidaktische Konzept, das Dürer dem Besucher multimedial näher bringt.

In einer rekonstruierten Werkstatt wird gezeigt, wie damals Leim und Farben hergestellt wurden und wie Holzschnitte, Kupferstiche und Tafelbilder entstehen. Seit dem Sommer 2012 werden in einem neu eingerichteten Saal hochwertige Kopien aus städtischem Besitz präsentiert. Da die Reichsstadt Nürnberg immer wieder Originalgemälde an Herrscher wie den bayerischen Kurfürsten Maximilian abgeben musste, entstand der Wunsch, Dürers Gemälde wenigstens in adäquaten Kopien zu besitzen. In der Dachgalerie kann man sich zudem das “Graphische Kabinett” ansehen, das Wechselausstellungen aus den Beständen der Graphischen Sammlung der Stadt Nürnberg zeigt. In einer authentisch nachgebildeten Malerwerkstatt werden zudem künstlerische Techniken demonstriert. Touchscreens und interaktive Medienstationen erleichtern den Zugang zu Dürers Werk.

Dürerhaus
Albrecht-Dürer-Straße 39, 90403 Nürnberg
Tel. +911 231 2568
Öffnungszeiten: Di, Mi 10-17 Uhr, Do 10-20 Uhr, Fr 10-17 Uhr, Sa-So 10-18 Uhr, Mo geschlossen
albrecht-duerer-haus@stadt.nuernberg.de
www.museen.nuernberg.de

Sankt Johannis Friedhof

Der traditionsreiche Stadtteil im Westen der Altstadt verfügt mit seinen Hesperidengärten und dem Johannisfriedhof über zwei kulturelle Highlights. Der in seiner Anlage einzigartige Johannisfriedhof kann zu den künstlerisch und kulturgeschichtlich bedeutendsten Friedhöfen in Europa gezählt werden.

Und Dies nicht nur deshalb, weil hier die berühmtesten Söhne Nürbergs, darunter auch Albrecht Dürer, Veit Stoß, Willibald Pirckheimer und Wenzel Jamnitzer begraben liegen. Die Epitaphien, die die ansonsten schlichten und gleich ausgerichteten liegenden Sandsteingrabmäler zieren, sind ein wahres Bilderbuch der Sozialgeschichte. Die Inschriften und Wappen künden von der sozialen Stellung des Toten, erzählen von seinem Beruf (Bäcker, Steinmetz Brauer etc.), seinen Kindern oder ob er keine, eine oder fünf Ehefrauen überlebt hat.

Beim gemütlichen Umherschlendern kann man auch leicht die eine oder andere kuriose bzw. humormistische Darstellung entdecken. Die Grabstätten wurden des Öfteren neu vergeben; so ruhen im Grab von Albrecht Dürer (Nr. 649) außer ihm und seiner Frau Agnes noch fünf Personen, die im Heilig-Geist-Spital gestorben waren, sowie drei Kupferstecher. Als man 1811 das Grab öffnete, um Dürers Genie an den Ausmaßen seines Schädels nachzuweisen, konnte man ihm schon keinen der gefundenen Schädel mehr zuordnen.

Das seit der Renaissance verstärkt ausgeprägte Bewusstsein für die Natur und der barocke Hang zur Repräsentation führten zur Anlage der Hesperidengärten in Johannis. Man pflanzte und züchtete in der Frühen Neuzeit hier bis zu 93 verschiedenen Arten von Zitrusfrüchten. Die für die damaligen Verhältnisse extrem teuren und seltenen Zitrus- und Pomeranzenfrüchte sorgten für ein exotisches Flair. In Johannis bildeten diese Gärten einen zusammenhängenden Komplex, der sich von der Johannisstraße bis hinunter zur Hallerwiese und dem Riesenschritt erstreckte. Der typische Grundriss eines Hesperidengartens (Hesperiden waren in der antiken Mythologie Nymphen, aus deren Garten Herakles drei goldene Äpfel entwendete) bestand aus einem hufeisenförmigen Vorderhaus, einem Aufzuchtbereich, dem eigentlichen Ziergarten – dem sich ein Obst- und Gemüsegarten mit einer freien, ungenutzten Fläche anschloss – und aus dem abschließenden Gartenhaus.

Sankt Johannis-Friedhof
Johannisstraße 47, 90419 Nürnberg
Tel. +911 330516
Öffnungszeiten: April bis Oktober täglich 8-20 Uhr
friedhof@st-johannis-nuernberg.de
www.st-johannisfriedhof-nuernberg.de

Was man in der Umgebung von Nürnberg unbedingt sehen sollte:

Schwabach

Die alte Markgrafenstadt Schwabach, der kleinsten kreisfreien Städte Deutschlands, schließt den Nürnberger Ballungsraum nach Süden hin ab. Für die erfolgreiche Sanierung des alten Stadtbildes wurde Schwabach 1979 als einzige deutsche Stadt mit der “Europa-Nostra-Medaille” belohnt.
Eine lange Tradition hat das Handwerk des Goldschlagens und der Nadelherstellung. In über 40 Länder der Welt werden alljährlich fünf Milliarden Nadeln aus Schwabach exportiert. Das Hämmern der Goldschläger bestimmt seit Jahrhunderten den Rhythmus der Stadt, auch wenn heute nur noch fünf Betriebe gezählt werden, im Gegensatz zu den 127 Goldschlägereien von 1924. Sie beschäftigten rund 1000 Personen und verarbeiteten eine Tonne Rohgold.

Das Blattgold eignet sich übrigens nicht nur zum Verzieren von Kunstgegenständen und Verschließen von Operationswunden, man kann es auch trinken. Es schwimmt nämlich im Schwabacher Goldwasser, einem Gewürzlikör mit feinen Goldplättchen. Heute profitiert und leidet Schwabach gleichermaßen von seiner Nähe zu Nürnberg. Mode- und anderen Fachgeschäften fällt es schwer, sich gegen die scheinbar übermächtige Konkurrenz zu behaupten. Und auch eine ansprechende Kneipen- und Cafészene sucht man vergeblich. Viele Schwabacher trauern noch den Zeiten nach, als in den 1980er Jahren noch das New Wave und das Lichtspielhaus Publikum aus Nürnberg anlockte.

Roth ist voll auf Draht

Inmitten des Fränkischen Seenlandes und nur 7 Kilometer vom Rothsee entfernt, liegt die Kreisstadt Roth. “roth voll auf Draht” lautet der Slogan. Meine Erwartungen waren recht groß. Denn vor einigen Jahren, als Borten im Potsdamer Schlos Sanssouci erneuert wurden, sagte eine Restauratorin: “Wir haben diese in einer Fabrik Roth in der Nähe von Nürnberg herstellen lassen. Dort kann man das noch erleben.” Vonleonischer Industrie war die Rede. Leonisch, was ? Ich konnte mir wenig darunter vorstellen. Hier findet ihr mehr dazu.

Informationen zu Nürnberg gibt es bei Nürnberg Tourismus.

Buchtipp

Nürnberg im Verlag DOM Publishers

von Richard Woditschek

Nürnberg nimmt einen besonderen Platz in der deutschen Geschichte ein: Ort der Reichstage des Heiligen Römischen ­Reiches Deutscher Nation, bedeutendes Zentrum des deutschen Humanismus, aber auch »Stadt der ­Reichsparteitage« der NS-Zeit sowie Stätte der Kriegsverbrecherprozesse. Heute ist die Stadt das wirtschaftliche und kulturelle Zen­trum der Metropolregion Nürnberg sowie ein bedeutender Industrie- und Messe­standort. Dieser Architekturführer, entstanden in Zusammenarbeit mit Studierenden der Fakultäten Architektur und Design der ­Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm, ist eine umfassende Dokumentation der vielschichtigen Architektur ­Nürnbergs. In zehn Rundgängen, die vom Zentrum bis zur Peripherie führen, werden insgesamt 245 Bauten aus rund 800 Jahren Stadt­geschichte vorgestellt. Ergänzt wird diese Darstellung durch neun Essays, die die Hintergründe der bau­lichen Ent­wicklungen in dieser bedeutsamen deutschen Stadt beleuchten.

Guides

Der im Verlag Dom publishers erschienene Architekturführer Nürnberg kostet 38 Euro
Der im Verlag Dom publishers erschienene Architekturführer Nürnberg kostet 38 Euro
BücherPotsdam

Buchtipp: Christian Klusemann: Das andere Potsdam

Potsdam stadt 2018 (49)

Noch an die 100 Jahre nach dem Ende der Herrschaft der Hohenzollern werden Potsdams Architektur und Städtebau fast ausschließlich mit den Preußischen Königen und ihren Architekten assoziiert, ganz gleich ob die Innenstadt mit der barocken Stadterweiterung, die noblen Vorstädte oder die Schlösser gemeint sind. Potsdam – das ist für viele Menschen Sanssouci, das Neue Palais, der Cecilienhof, Schloss Babelsberg oder das Holländische Viertel.

Dass man Potsdam getrost auch einen “Ort der Moderne” nennen kann, in dem über das Jahr 1918 hinaus Architekturgeschichte geschrieben wurde, ist weniger bekannt. Eine recht populäre Ausnahme bildet der  expressionistische, 1922 fertiggestellte Einsteinturm Erich Mendelsohns auf dem Telegrafenberg. Denkmalpfleger Jörg Limberg hat allerdings immer wieder auf Bauten der Moderne in verschiedenen Aufsätzen hingewiesen.

Blick auf das Potsdamer Stadtzentrum, Foto: D. Weirauch

Die das heutige Stadtbild prägenden Gebäude aus der jüngeren Geschichte, aus vierzig Jahren DDR, werden indes weder von Touristen, den seit 1990 Zugezogenen, noch der Mehrheit lokaler Politiker als ernstzunehmende oder erhaltungswürdige Architektur wahrgenommen.

Ausnahmen bestätigen zwar die Regel, doch wurden allein in den letzten zehn Jahren etliche Gebäude aus DDR-Zeiten in der Potsdamer Innenstadt abgetragen. Denken wir an das Haus des Reisens, die Schwimmhalle am Brauhausberg  oder jüngst die Fachhochschule.

Das Terrassenrestaurant Minsk, der Staudenhof und das Rechenzentrum (heute Künstlerhaus an der Breiten Straße) Datenverarbeitungszentrum) sollen in absehbarer Zeit folgen.

Seit 2013 überlegt die Stadt, das einstige Interhotel Potsdam, jetzt Hotel „Mercure“, im Lustgarten zu kaufen und abzureißen. Zu störend erscheint den Verantwortlichen der städtebauliche Kontrast zu den verbliebenen Bauten aus preußischen Zeiten, zu groß der Preis, der für das Neue gezahlt wurde.

Denn zwischen 1949 und 1990 verschwand ungleich mehr als Stadtschloss und Garnisonkirche, um Baufelder für ein “sozialistisches” Potsdam zu schaffen. Es entstand schleichend ein anderes Potsdam, für das der Stadtgrundriss der Altstadt in weiten Teilen überformt wurde. Nach den Verlusten wertvoller Bausubstanz im Zweiten Weltkrieg folgte mit dem Neuaufbau – so scheint es – eine “zweite Zerstörung” der Stadt.

Es gibt auch Ausnahmen. aus den 50er Jahren. Die Wilhelm-Staabstraße oder die Bebauung an der Zeppelinstraße (bis 1945 Luisenstraße, zu DDR-Zeiten Leninallee)/Ecke Lenne’straße aus der Mitte der 1950er Jahre ist ein bislang nahezu unbekanntes Beispiel für die Vielfalt des Wohnungsbaus in der Stadt aus dem ersten Jahrzehnt der DDR. Bauten in stilistischer Nähe zur “Nationalen Tradition” sind hier rar. Allgemein gibt es in Potsdam im Zeitraum zwischen Ende der 1940er Jahre bis Anfang der 1960er Jahre eine breite Palette von Neu- und Wiederaufbauvorhaben ganz unterschiedlicher Couleur.

“Rekonstruktion” der Gutenbergstraße

1982 stimmte der Rat der Stadt Potsdam für eine “komplexe Erneuerung” der nördlich der Brandenburger Straße (Klement-Gottwald-Straße) verlaufenden Gutenbergstraße. Der West-Berliner Geograph Frank Werner schrieb damals: “Das Ergebnis dieser […] Absichten ist, daß ein Teil der Bauten instandgesetzt […] und daß das friderizianische Potsdamer Bürgerhaus […] in Betonplatten nachgebaut wird. Von den an maßgeblicher Stelle wirkenden Verfechtern einer Stadterneuerung durch Neubau wird allerdings […] weiterhin versucht, auch in geschützten Bereichen Ersatzneubauten zu errichten, um u.a. den Baubetrieben zur Erfüllung ihrer Pläne zu verhelfen.

Der Band ist sehr empfehlenswert, eine lesenswerte Bestandsaufnahme.

Christian Klusemann (Hg.), Das andere Potsdam. DDR-Architekturführer, Vergangenheitsverlag, Berlin 2016.

BücherFontanePotsdam

Briefwechsel zwischen Fontane und Storm

Storm

Theodor Storm hatte 2017 seinen 200. Geburtstag. Dieser wurde kaum beachtet. Fontanes jubiläum iost 2019 – mit viel Würdigung bereits im Vorfeld.  Um so wichtiger erscheint uns der vorliegende Briefwechsel zwischen Theodor Fontane und Theodor Storm (Erich Schmidt Verlag, Mai 2018).  Dieser zählt zu den bedeutendsten deutschsprachigen Schriftsteller-Briefwechseln des 19. Jahrhunderts. Dieser gilt als eine wichtige Quelle für die Beschäftigung mit den beiden Autoren. Der von Dr. Gabriele Radecke (sie ist Leiterin der Theodor Fontane-Arbeitsstelle an der Universität Göttingen  und Mitherausgeberin der Großen Brandenburger Fontane-Ausgabe) herausgegebene Band wird in einer textkritischen, nach neuen editorischen Standards erarbeiteten und umfangreich kommentierten Edition erstmals als Sonderausgabe im Taschenbuch vorgelegt.

Die 104 Briefe, die zwischen Dezember 1852 und Oktober 1887 geschrieben wurden, informieren nicht nur über die existentiellen Sorgen beider Schriftsteller. Sie berühren auch zentrale literarische und politische Themenbereiche und geben Einblicke in das gesellschaftliche und kulturelle Leben um die Mitte des 19. Jahrhunderts. Potsdam kommt ebenfalls darin vor. Zwei der drei wohnungen der Familie Storm sind noch erhalten. Ein Haus wurde 1986 gegen große Proteste der Bürger abgerissen.

Storm und Potsdam

Gabriele Radecke: „Theodor Storm, der 2017 seinen 200. Geburtstag gefeiert hätte, verbrachte vier wenig glückliche Jahre in Potsdam.“ Gegenüber Theodor Fontane, so ist im Briefwechsel zu lesen, beklagte sich Storm über eine permanente Überforderung durch zahlreiche Bagatellprozesse und das kaum zu bewältigende Aktenpensum. Radecke: „Es gab zudem große finanzielle Sorgen, weil Storm im ersten Jahr kein Gehalt bezog und die Familie auf Unterstützung der Eltern angewiesen war.“

Für die vorliegende Edition werden zum ersten Mal die erschlossenen Briefe und Briefbeilagen systematisch ermittelt. Durch dieses Verfahren werden die bisherigen Behauptungen hinsichtlich des Beginns und der Dichte der Korrespondenz sowie über Storms Lektüre, insbesondere von Theodor Fontanes Werken, korrigiert und neue Impulse für die Forschung gegeben.

Die Briefe werden ergänzt durch die Rezensionen und Essays von Storm und Fontane, die hier zum Teil erstmals nach dem Erstdruck oder nach der Handschrift ediert sind, wie etwa Fontanes „Erinnerungen an Theodor Storm“.

Für den Stellenkommentar, der biographische, literarische, kulturhistorische und geschichtliche Informationen enthält, sind neben der Forschungsliteratur auch unveröffentlichte Archivalien aus Storms und Fontanes Nachlass genutzt worden, die die subjektiven Aussagen der Briefe relativieren und kontextualisieren. Hervorhebenswert: Erläuternde Personen-, Periodika- und Werkregister schließen den Band ab. (2017-12-21)

Hier beschreibt Gabriele Radecke für Literaturport den Aufenthalt von Theodor Storm in Potsdam.

Informationen zum Buch

  • Theodor Storm – Theodor Fontane Der Briefwechsel: Historisch-kritische und kommentierte Ausgabe Taschenbuch –
  • von Dr. Gabriele Radecke (Herausgeber)
  • Verlag: Erich Schmidt Verlag GmbH & Co)
  • EUR 29,95
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111 Orte in Budapest, die man gesehen haben sollte

Das Parlament von Budapest, Foto: WeirauchDas Parlament von Budapest, Foto: Weirauch

Kaum eine Stadt in Europa wirkt so geheimnisvoll wie Budapest. Das ungarische Parlament liegt an der Donau wie ein Palast aus Tausendundeiner Nacht. Der ungarische Jugendstil und die Helden der Vergangenheit, opulente Bäder aus der Zeit der osmanischen Herrscher mitten in Europa oder die berühmten Cafés und pompösen Prachtbauten lassen die Bedeutung der Stadt erahnen. Und dann die ungarische Sprache: Liegt es auch an ihr, dass man mitten in Europa in eine andere Welt eintaucht? Lassen Sie sich verzaubern – von 111 außergewöhnlichen Orten, die Sie so noch nie gesehen haben.

Der Aussichtspunkt

Ist man am Ende der Kettenbrücke in Buda angelangt und geht die Treppen rechter Hand zur Donau hinunter, eröffnen sich besonders schöne Blicke auf Pest und die Häuserreihe, die von der Akademie der Wissenschaften bis hin zum Parlamentsgebäude verläuft. Das riesige Bauwerk hat von diesem Blickwinkel aus nicht die Dominanz wie sonst. Und auch wenn nicht jedes der Nachbarhäuser eine architektonische Besonderheit ist, wirken sie von hier aus hell und elegant. Die Donau ist an dieser Stelle schon mächtig breit, und von hier aus kann beinahe der Eindruck entstehen, man blicke auf eine Stadt am Meer. Das ist auch so etwas Tolles in der ungarischen Metropole: dass der Fluss mit seinen schönen Brücken diese mächtige Bedeutung im Stadtbild hat. Die Donau durchfließt Budapest von Norden nach Süden. Am schmalsten ist sie mit 283 Metern in etwa auf Höhe des Gellértberges, ihre Tiefe beträgt dort etwa neun Meter.

Die Kettenbrücke war übrigens zu Zeiten ihrer Erbauung eine technische Sensation. Sie spannt sich 375 Meter über den Fluss. Das war in der Mitte des 19. Jahrhunderts eine architektonische Meisterleistung.

Informationen

Adresse: Budaer Seite der Kettenbrücke am Sztehlo Gábor rakpart, 1. Bezirk, 1011 Budapest

Ganztägige Ausflugsfahrten auf der Donau: www.mahartpassnave.hu/en

Die Autorinnen

Dorothee Fleischmann arbeitet als Autorin. Sie hat für Literaturbeilagen, Reiseportale und Reiseführer geschrieben, an diversen Buchprojekten mitgearbeitet, sie lektoriert und macht Pressearbeit. Mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern lebt sie in Berlin.

Carolina Kalvelage hat lange Jahre als Mediengestalterin gearbeitet, bis es sie gemeinsam mit ihrer Partnerin in die Welt hinauszog. Nach mehrjährigen Aufenthalten in Budapest, Wien und Madrid lebt sie inzwischen in Barcelona und Bremen.

Infos zum Buch:

Dorothee Fleischmann, Carolina Kalvelage: 111 Orte in Budapest, die man gesehen haben muss, Emons Verlag GmbH

ISBN 978-3-95451-744-2, 14,95 Euro

 

Hier meine Erlebnisse mit der A-Rosa Bella in Budapest.

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Craftbiere von Churfranken bis Leipzig

978-3-7408-0338-4_418

Schon desöfteren habe mich hier mit dem Thema Bier beschäftig, Brauereien vorgestellt, die Stationen der Bierstraße (derer es mittlerweile mherere gibt) besucht und über ein Brauseminar geschrieben. Nun gibt es einen neuen Bier-Guide, den ich gern empfehlen möchte. Gestern noch war die Welt des Bieres so herrlich einfach strukturiert, dass wir uns nach sechs Halben immer noch blind in ihr zurechtfinden konnten. Im Norden zweifelte niemand daran, dass das Pils das Maß des guten Geschmacks sei, im Süden ließ sich das lebendige Inventar eines Wirtshauses ein Helles oder ein Weizen zapfen – und Ende.

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Lieblingsplätze in Leipzig

Leipzig (110)
    
 Was in Leipzig alt und was neu ist, das ist manchmal schwer zu sagen: Ein historischer Bahnhof wurde um einige Meter hin- und hergerückt und begann ein neues Leben als Brauerei. Gemeint ist der Bayerische Bahnhof.  Eine Spinnerei behielt zwar ihren Namen, bekam aber neue – manchmal versponnene – Nutzer. Künstler zogen ein. Und manche einstige Dreckecke ist längst zu einem Lieblingsplatz der Autoren avanciert. Die Rede ist von Marlis und Volkmar Heinz. Beide haben einen lesenswerten Leipzigführer im Gmeiner Verlag vorgelegt. Ich nutze das Buch gerne, wenn ich in Leipzig bin. Immer wieder entdecke ich neue Stätten, die es zu besuchen lohnt.

Hier einige Tipps der beiden Autoren:

Gasthaus Barthels Hof

Vergessen Sie alles, was Ihnen einfällt, wenn Sie Leipziger Allerlei hören. Nein, es ist nicht der verkochte Möhren-Erbsen-Spargelreste-Mischmasch aus der Dose. Es ist eine kunstvoll angerichtete Speise, bei der einzeln zubereitete Gemüse – junge Erbsen, Morcheln, Karotten, Spargel, oft auch grüne Bohnen, Blumenkohl oder Kohlrabi – durch Krebse, Krebsbutter oder Krebsklößchen gekrönt werden.

Blick in Barthels Hof, eine angesagte Adresse in Leipzig Innenstadt Foto: Weirauch

Und natürlich erzählt man sich zu dieser Kreation eine Geschichte: Nach den Napoleonischen Kriegen soll Stadtschreiber Malthus Hempel den Ratsherren vorgeschlagen haben, den Speck lieber zu verstecken und nur noch Gemüse auf den Tisch zu bringen, sonntags vielleicht ein Stückchen Mettwurst oder ein Krebslein aus der Pleiße dazu. Dann, so spekulierte er, werden sich all die Bettler und Steuereintreiber nach Halle oder Dresden orientieren.

  • Informationen
  • Adresse: Gasthaus Barthels Hof, Hainstraße 1, 04109 Leipzig
  • Tel. 0341 141310
  • www.barthels-hof.de

Nikolaikirche

Auch,wenn Debatten aufflammen, dass Leipzig ein Denkmal für die friedliche Revolution haben müsse – mit Sankt Nikolai hat die Stadt es längst. Das alte Gemäuer ergänzen ein paar neue Kommentare: Auf dem Nikolaikirchhof steht eine mit Palmwedeln gekrönte Säule, die denen im Kircheninneren gleicht, so als wäre sie von dort auf den Platz hinausgetreten. Pflasterseine wurden durch Glaswürfel ersetzt, die in der Daunkelheit nach und nach – als breite sich eine Menschenmenge aus – aufleuchten. Symbolisch für unaufhaltsamen Freiheitsdrang läuft stetig Wasser über den Rand eines groß0en runden Granitbrunnens.

Nikolaikirche Leipzig, Foto: D.Weirauch
Nikolaikirche Leipzig, Foto: D.Weirauch

Im Innern ist nach langem Umherirren einzelner Dokumente in der Südkapelle eine Ausstellung entstanden, die von Friedensgebeten erzählt. Die finden seit 1982, bis auf die Sommerpausen, noch immer jeden Montag statt.

  • Informationen
  • Adresse: Nikolaikirche, Nikolaikirchhof 3, 04109 Leipzig
  • Tel. 0341 12453820
  • www.nikolaikirche.de

Specks Hof

Etwa 30 solcher Passagen durchqueren in Leipzigs Innenstadt die Häuserblöcke. Die einen nennen sich ganz sachlich Marktgalerie oder Messehofpassage, die anderen Blauer Hecht oder Goldenes Händchen. Manche sind schlichte, kaum ins Auge fallende Durchschlupfe oder Lichthöfe, andere hingegen geben sich weit und prunkvoll wie die Häuser, zu deren Erdgeschoss sie gehören. Mag sein, dass die Mädlerpassage die bekannteste ist.

Als die architektonisch raffinierteste gilt allerdings Specks Hof, weil hier Modernes und Historisches so locker miteinander korrespondieren. Seinen Namen bekam das Eckgebäude übrigens durch Freiherrn Maximilian Speck von Sternburg, einen erfolgreichen Handeslherrn, der es 1815 erwarb.

  • Informationen
  • Adresse: Specks Hof, Zwischen Reichsstraße und Nikolaistraße, 04109 Leipzig
  • www. speckshof.de

Auerbachs Keller

Wer Leipziger nach Auerbachs Keller fragt, erlebt vom abschätzigen “Touristentrubel” bis zum wohlmeinden “Unbedingt!” alle Reaktionen. Wahrscheinlich so, wie es einem mit den Münchnern und deren Hofbräuhaus ginge, das als weltweit bekanntestes deutsches Restaurant gilt, unmittelbar gefolgt von Auerbachs Keller.

Neben dem Auerbachs Keller im Untergeschoss befinden sich in der Mädler-Passage kleine Ladengeschäfte und Gaststätten. Foto: D.Weirauch
Neben dem Auerbachs Keller im Untergeschoss befinden sich in der Mädler-Passage kleine Ladengeschäfte und Gaststätten. Foto: D.Weirauch

Die Einstimmung auf diesen historischen Ort beginnt schon oben in der Mädlerpassage. Die linke Schuhspitze der überlebensgroßen schwarzen Faust-Skulptur glänzt golden. Manch einer streift sie nur im Vorbeigehen mit dem Finger, andere bleiben stehen und reiben sorgfältig. Das soll Glück bringen. Die Hauptfigur aus Goethes Drama steht neben Mephisto auf einem Podest, gegenüber drei trunkene Studenten. Die Akteure der Weltliteratur debattieren erregt über die Köpfe der gewöhnlichen Passanten hinweg.

  • Informationen
  • Adresse: Auerbachs Keller, Grimmaische Straße 2-4, 04109 Leipzig
  • Tel. 0341 216100
  • www.auerbachs-keller-leipzig.de

Restaurant und Museum zum Arabischen Coffe Baum

Dieses barocke Portal ist für Leipzig eigentlich nicht typisch. Dennoch mühen sich die Touristen, auf dem kleinen Platz davor zwischen Brunnen und Sonnenschirmen einen passenden Fotostandpunkt zu finden. Die begehrten Motive sind das Restaurant Zum Arabischen Coffe Baum und dessen prächtiger Eingang. Auf dem reicht ein hingestreckter stattlicher Osmane einem kleinen Amor eine Schale Kaffee. Dass es sich tatsächlich um den “Türkentrank” handelt, offenbart die Pflanze im Hintergrund, ein Kaffeebaum. Man erzählt sich, Kurfürst August der Starke habe dieses Kunstwerk anno 1719 der Wirtin Johanna Elisabeth Lehmann geschenkt, aus Dankbarkeit für eine besondere Liebesnacht.

Fest steht: Das Gasthaus ist eines der ältesten kontinuierlich betriebenen Café-Restaurants Europas. Seit 1711 wird hier Kaffee ausgeschenkt. Vier Etagen hat es und überall verteilt kleine Gasträume. Die sind über eine knarrende Holztreppe zu erreichen, die ab und zu einen Blick auf den engen Innenhof freigibt und auch in die Ausstellung des Kaffeemuseums führt.

  • Informationen
  • Adresse: Restaurant und Museum zum Arabischen Coffe Baum, Kleine Fleischergasse 4, 04109 Leipzig
  • Tel. 0341 9610060

Das Restaurant “Zum Arabischen Coffe Baum” liegt am sogenannten Drallewatsch, einer von vier rund ums Jahr bevölkerten Leipziger Kneipenmeilen.

Bachdenkmal auf dem Thomaskirchhof

Zu seinen Füßen herrscht jederzeit Gewusel. Ein Foto mit Bach scheint Pflicht unter den Weitgereisten. Die 2,45 Meter hohe Bronzestatue wurde vom Leipziger Bildhauer Seffner entworfen und am 17. Mai 1908 enthüllt. Dem war ein zäher Standortstreit vorausgegangen, letzlich fiel die Wahl auf den jetzigen Platz – und Leibniz, der seit 1883 dort stand, musste weiterziehen.

  • Informationen
  • Adresse: Bachdenkmal, Thomaskirchhof,
  • 04109 Leipzig
  • Denkmal für den Thomaskantor Foto: Weirauch
    Denkmal für den Thomaskantor Foto: Weirauch

Hauptbahnhof

Die Leipziger lieben ihren Hauptbahnhof. Seitdem 1915 der Schlussstein gesetzt wurde, kann vermutlich jedes Schulkind aufsagen, das er der größte Kopfbahnhof Europas sein.

Allein mit der ursprünglichen Symmetrie hapert es: Einst teilte die Grenze zwischen der sächsischen und der preußischen Eisenbahn das Gebäude zwischen Ost- und Westhalle in zwei deckungsgleiche Halbbahnhöfe. Es gab zwei Bahnhofsvorsteher, die sich allmorgendlich an der “Landesgrenze” zwischen Gleis 13 und 14 hochoffiziell begrüßten. Heute fehlen nicht nur im Osten drei, sondern im Westen gleich fünf der alten Gleise. Letztere sind inzwischen dem Eingang des City-Tunnels gewichen. Und niemand hat dagegen protestiert.

  • Informationen
  • Hauptbahnhof, Willy-Brandt-Platz 5,
  • 04109 Leipzig

Blick vom einstigen Uni-Hochhaus auf Leipzig Foto: Weirauch
Blick vom City-Hochhaus auf das Völkerschlachtdenkmal Foto: Weirauch
Blick vom City-Hochhaus auf das Völkerschlachtdenkmal Foto: Weirauch
Völkerschlachtdenkmal Leipzig
Völkerschlachtdenkmal Leipzig Foto: Weirauch

Buchtipp: Marlis Heinz, Volkmar Heinz, Lieblingsplätze zum Entdecken: Leipzig, Gmeiner-Verlag GmbH, Meßkirch 2017, 14.99 Euro

Marlis Heinz wurde 1956 in Leipzig geboren, ging hier zur Schule, studierte an der Uni Leipzig Journalistik, arbeitete bei der »Leipziger Volkszeitung«. 1990 gründete sie mit Kollegen das Journalistenbüro »Leipzig Report«. Heute schreibt sie solo für Tageszeitungen und Zeitschriften.

Volkmar Heinz, Jahrgang 1954, wurde schon als Baby Leipziger. Er hat Bildjournalismus studiert und vier Jahrzehnte lang Tageszeitung gemacht. 1993 bis 2014 leitete er die Fotoabteilung der »Leipziger Volkszeitung«. Heute ist er im Ruhestand.

Blick vom City-Hochhaus auf den Leipziger Hauptbahnhof foto: Weirauch
Blick vom City-Hochhaus auf den Leipziger Hauptbahnhof Foto: Weirauch
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Bräuhaus im Bayerischen Bahnhof in Leipzig Foto: Weirauch
Bräuhaus im Bayerischen Bahnhof in Leipzig Foto: Weirauch
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