Es ist ein besonderes Buch, das am donnerstagabend im Potsdam musuem vorgestellt wird.Der Berliner Verlag Edition Braus, der Förderverein des Potsdam-Museums e. V. und die Buchhandlung „Internationales Buch“ laden herzlich ein zur Buchvorstellung von ” Der Untergang des Potsdamer Stadtschlosses” mit dem Herausgeber und dem Fotografen.

Schlussteinkopf des Stadtschlosses, (c) Herbert Posmyk/Braus Verlag
Schlussteinkopf des Stadtschlosses, (c) Herbert Posmyk/Braus Verlag

Wann: am Donnerstag, den 1. Dezember 2016 um 18 Uhr.

Wo: Potsdam Museum, Am Alten Markt 9, 14467 Potsdam

 Der Untergang des Potsdamer Stadtschlosses

Fotografien von Herbert Posmyk
Herausgegeben von Christian Thielemann

Das Potsdamer Stadtschloss war der Mittelpunkt des Gesamtkunstwerks Potsdam und Zentrum preußischer Macht, wo historisch weitreichende Entscheidungen getroffen wurden. Im April 1945 brannte es nach einem Bombenangriff aus, 1959 fiel im Ost-Berliner Politbüro die ideologisch motivierte Entscheidung, das Potsdamer Stadtschloss zu beseitigen. Sämtliche Zeugnisse der preußischen Geschichte sollten aus dem Stadtbild verschwinden. Trotz Protests seitens der Bevölkerung wurde die statisch weitgehend intakte Schlossruine 1960 gesprengt. Herbert Posmyk hat in eindrücklichen Bildern die Zerstörung dieses Kulturdenkmals festgehalten. Heute tagt in den Um- und Aufrissen des rekonstruierten historischen Potsdamer Stadtschlosses der Landtag. Davon gibt das Buch Der Untergang des Potsdamer Stadtschlosses beredtes Zeugnis.

Nachdem die Zukunft der Schloßruine lange ungewiss blieb, entschied die Potsdamer Stadtverwaltung im Jahr 1959, das Gebäude vollständig abzutragen. Zwar ist im Zusammenhang mit der Entscheidung gegen einen Wiederaufbau der Ruine auch die damalige wirtschaftliche Situation mit knappen Ressourcen und notwendigem Wohnungsbau zu sehen, der eigentliche Hauptgrund für die Sprengung der Ruine ist jedoch darin zu sehen, dass die Erinnerung an die Vergangenheit von Potsdam – als königliche Residenzstadt – ausgelöscht und eine sozialistische Umgestaltung des Stadtzentrums erfolgen sollte. Trotz zahlreicher Proteste gegen eine Beseitigung des Stadtschlosses begannen im November 1959 die Abrissarbeiten, die insgesamt vier Monate dauerten. Den Anfang bildete die Sprengung des Fortunaportals. Die letzte Sprengung erfolgte im April 1960 mit der Beseitigung des Treppenhauses. Die zusammenhängende und geschlossene Gestaltung des Alten Marktes verlor sein wichtigstes Glied und damit sein historisches Gesicht.

Blick von der Freundschaftsinsel auf die Ruine des Stadtschlosses, (c) Herbert Posmyk/Braus Verlag
Blick von der Freundschaftsinsel auf die Ruine des Stadtschlosses, (c) Herbert Posmyk/Braus Verlag
Weitere Informationen auf der Seite des Braus-Verlages.

Hier geht es zur Seite des Potsdam Museum.

Und heute: ein Landtagsschloss

In den Jahren 2000 bis 2002 wurde als erstes Teilstück der Wiedererrichtung des historischen Stadtzentrums das Fortunaportal am Alten Markt wieder aufgebaut. Dies wurde finanziert durch zahlreiche Privatspenden, insbesondere des Wahlpotsdamers Günther Jauch. Bereits bei den vorangegangenen archäologischen Ausgrabungen wurden dabei u.a. einige keramische Gefäße aus der Zeit der Heveller entdeckt und auch einige Teile der ursprünglichen Burganlage aus dem 14. Jahrhundert freigelegt. Der Brandenburger Landtag hatte am 20. Mai 2005 beschlossen, ein neues Landtagsgebäude zu errichten und dafür die Um- und Aufrisse des historischen Stadtschlosses zu nutzen.

Am 25. März 2010 wurde der Bau des neuen Landtagsgebäudes, nach den Plänen des Dresdner Architekten Peter Kulka, offiziell begonnen. Die Kosten – gerechnet nur für den Neubau – sollen nach offizieller Verlautbarung rund 120 Millionen Euro betragen haben. Für die Herstellung der historischen Fassade kamen weitere 20 Millionen Euro hinzu, die durch eine Spende von Hasso Plattner realisiert wurde. Weitere 30 Millionen Euro mußten für die Verschiebung der Straßenanbindung aufgewendet werden. Die Bauarbeiten zum Neuen Landtagsgebäude wurden 2014 abgeschlossen. Am 18./19. Januar 2014 durften 22.000 ausgesuchte Bürger den Neubau besichtigen, der dann am 21. Januar 2014 öffentlich eröffnet wurde.

Der Plenarsaal ist für die 88 Brandenburger Landtagsmitglieder groß bemessen. Er soll, wenn es irgendwann zu einer Vereingung der Bundesländer Brandenburg und Berlin kommen sollte, auch den 150 Berlinern Abgeordneten Platz bieten. Hinter der dreistöckigen Schaufassade wurden hinter einer abgehängten Fassade vier Stockwerke errichtet. Damit ist Raum für 371 Büro- und 21 Versammlungsräume entstanden.

An der Fassade des Landtaggebäudes wurde in geschwungener goldener Schrift, ein Werk der Künstlerin Annette Paul, der Satz angebracht: „Ceci n’est pas un château“. Dies bedeutet schlicht: Dies ist kein Schloß. Insofern ist das Buch mit den bildern von Herbert Posmyck ein mahnendes Buch und mehr als ein Blick in die Geschichte.