Bücher

Hier werden aktuelle Bücher zu den Themen Reisen, Geschichte, Verbraucherschutz und Literatur besprochen.

Bücher

Craftbiere von Churfranken bis Leipzig

978-3-7408-0338-4_418

Schon desöfteren habe mich hier mit dem Thema Bier beschäftig, Brauereien vorgestellt, die Stationen der Bierstraße (derer es mittlerweile mherere gibt) besucht und über ein Brauseminar geschrieben. Nun gibt es einen neuen Bier-Guide, den ich gern empfehlen möchte. Gestern noch war die Welt des Bieres so herrlich einfach strukturiert, dass wir uns nach sechs Halben immer noch blind in ihr zurechtfinden konnten. Im Norden zweifelte niemand daran, dass das Pils das Maß des guten Geschmacks sei, im Süden ließ sich das lebendige Inventar eines Wirtshauses ein Helles oder ein Weizen zapfen – und Ende.

Martin Droschke, Norbert Krines, 111 Deutsche Craft Biere, die man getrunken haben muss, Emons Verlag GmbH, 2018

Die Autoren leisten Aufklärung: über die mit der Craft-Beer-Welle entstandenen Bierstile, das Reinheitsgebot und historische Sorten, die verschwunden sind und im Zuge der neuen Bierkultur mehr und mehr wiederbelebt werden. Ein kundiges wie kurzweiliges Buch, dass die Geschmacksknospen anregt, eine neue Bierkultur zu entdecken. Denn die Biere gelten als Deutschlands neue Gourmetkultur. Flaschen, auf denen Begriffe wie Porter stehen, kosten so viel wie ein anständiger Wein, werden von Craft-Beer-Brauern und -Labels befüllt und bieten Geschmackserlebnisse in einer nie da gewesenen Vielfalt und Tiefe. Dieses Buch versteht sich als ein kleiner Führer zu einigen dieser Bierkünstleer. Gleichzeitig will es aufklären: über die mit der Craft-Beer-Welle zu uns eingewanderten und deshalb noch ungewohnten Bierstile, das Reinheitsgebot und historische Sorten wie die 1.000 Jahre alte Goslaer Gose, die verschwunden sind und im Zuge der neuen Bierkultur mehr und mehr wiederbelebt werden. Unlängst erlebte ich in Leipzig die Wiedergeburt der Leipziger Gose.

Sudhaus in der Biererlebniswelt bei Gebr. Maisel in Bayreuth
Sudhaus in der Biererlebniswelt bei Gebr. Maisel in Bayreuth

Carft-Beer-Künstler verwenden gern auch mal die zehnfache Menge an Hopfen oder reifen ihre Sude in Holzfässern, die mit Whisky vorbelegt waren. Das schmeckt man. Sie scheuen sich nicht davor, auch mal Gurken, Pfefferkörner oder Ingwer mit in den Sudkessel zu werfen. Aber alle halten sich an eine goldene Regel: keine künstlichen Aromen, keine Tricks aus dem Zauberkasten der Lebensmittelindustrie. Viele von ihnen sind Quereinsteiger. Andere entstammen Familien, die das Bierhandwerk seit Generationen pflegen. Probieren Sie sich durch ihre Kreationen.

Original Leipziger Gose

Erfunden wurde der erfrischende Durststiller in der damaligen Kaiserpfalz Goslar, das genaue Alter der Gose ist unbekann, man nimmt an, dass sie bereits vor 1000 Jahren kredenzt wurde. 1375 regelte Joohann I. von Anhalt-Zerbst in einem Erlass, woraus man sie zu brauen hatte. Unser heutiges, gern als “älteste Lebensmittelverordnung der Welt” tituliertes Reinheitsgebot stammt erst von 1516. 1824 eröffnete in Döllnitz bei Halle in der heutigen Gosestraße die erste regionale Gosebrauerei.

Leipziger Gose gibt es im Bayerischen Bahnhof in Leipzig Foto: Weirauch
Leipziger Gose gibt es im Bayerischen Bahnhof in Leipzig Foto: Weirauch

Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein war Leipzig die wohl einzig Stadt in Deutschland, in der das moderne Lagerbier nicht die Oberhand gewinnen konnte. Erst zu DDR-Zeiten, als das Brauwesen verstaatlicht und dann auch noch zentralisiert wurde, verschwand die Gose für zwei Jahrzehnte aus den Zapfhähnen. Warum dieser selbst von Feinschmecker Johann Wolfgang von Goethe schwer geschätzte Biertyp dazu geeignet ist, an der Legende vom allein selig machenden Reihheitsgebot zu rütteln? Gose enthält Korianer. Gose enthält Salz. Gose wird nicht nur mit Hefe, sondern mit Milchsäure vergoren. Deshalb schmeckt sie stark säuerlich. Man braucht ein, zwei Gläser, bis man sie zu schätzen weiß. Dann aber liebt man ihre edle Derbheit: nicht so etepete wie Champagner, aber mindestens so belebend.

Informationen Bayerischer Bahnhof

  • Bayerischer Bahnhof, Bayerischer Platz 1, 04103 Leipzig
    Tel. 0341 1245760
    Homepage: www.bayerischer-bahnhof.de
    Bierprofil: helle Gose, Weizen, Dunkles, Pils, saisonal: dunkler Bock, Berliner Weiße

Holzfassgereifter Eisbock Brauhaus Faust

Als geschmackvollster Unfall der Geschichte bezeichnen ihn die Autoren. Es war einmal … in einem kalten Januar so um das Jahr 1890. In einer Brauerei in Kulmbach, einem Städtchen im Norden Bayerns, kam ein Geselle der letzten Aufgabe des Tages nur noch unzureichend nach. Er übersah ein Fass, das er vom Hof in den Lagerkeller räumen sollte. Je nachdem, wer die Legende erzählt, wurde es am nächsten Morgen oder aber erst beim nächsten Tauwetter entdeckt. Der Frost hatte die Dauben gesprengt, der Inhalt war zu Eis erstarrt – klar, transparent, mit einem braun schimmernden, flüssigen Kern. Zur Strafe musste der Geselle den jetzt trinken. Er scheckte ihm gar köstlich, aber schon nach wenigen Schlucken kippte er betrunken um.

Der Eisbock ses Brauhauses Faust in churfranken (mehr zu Churfranken lesen Sie hier) wird nach dem Ausfrieren mehrere Monate ausgebaut. In einem “Kapelle” genannten Keller tief unter dem Stammhaus reift er in Eichenholzfässern, damit die anfangs einen kleinen Tick zu dominanten Malz- und Dörrobstaromen in einer komplexen Komposition aus Sherry-, Marzhipan- und Schokoladennoten aufgehen. Es gibt nur eine Abfüllung im Jahr, die immer eine Nuance anders ausfällt. Sündhaft teuer. Wird getrunken wie Likör. Absolut genial, loben beide Autoren,  passt es zum Beispiel zum Dessert.

 

Informationen Brauhaus Faust

Brauhaus Faust, Hauptstraße 219, 63897 Miltenberg
Tel. 09371 97130
Homepage: www.faust.de

Bierprofil: holzfassgereifter Eisbock, Braureserve 1237 (Barley Wine), Auswandererbier (India Pale Ale), Johann Adalbert Hochzeitsbier (hopfengestopftes Lager), Jahrgangsbock, Vollsortigment an traditionellen Bieren.

Blick in einen Gärbottich der Brauerei Faust in Miltenberg, Foto: Weirauch
Blick in einen Gärbottich der Brauerei Faust in Miltenberg, Foto: Weirauch

Gersdorfer Ale von Glückauf – Brauerei

Welches deutsche Pils, Ale, Alt oder Stout besser als perfekt ist, darüber stimmen zwölfmal im Jahr die 1500 Mitglieder des Pro-Bier-Clubs ab. Nachdem sie 2015 bereits im Oktober einen absoluten Außenseiter zu ihrem Bier des Monats gekürt hatten, erklärten sie ih schließlich zu ihrem Bier des Jahres. Dieses Allerperfekteste kommt, man mag es fast nicht glauben, aus Sachsen – in Sachen Braukunst eigentlich ein Sorgenkind unter den 16 Bundesländern – und hört auf den Namen Gersdorfer Ale. Gersdorf ist eine 4000-Seelen-Gemeinde im Kreis Zwickau. Seit 1880 darf sie sich darüber freuen, dass sie dank der Glückauf-Brauerei in einem weiten Umkreis in aller Munde ist. Dass die Sudstätten zu DDR-Zeiten nicht der Zentralisierung der Getränkeindustrie zum Opfer fiel, zeugt von hohem Qualitätsbewusstsein.

Deputatbier der Glückauf Brauerei im Erzgebirge
Deputatbier der Glückauf Brauerei im Erzgebirge und Craft – Bier aus der Braumnaufaktur Potsdam Foto: Weirauch

Informationen

Glückauf-Brauerei, Hauptstraße 176, 09355 Gersdorf
Tel. 037203 9100
Homepage: www.glueckaufbiere.de

Bierprofil: Gersdorfer Ale, Kräusenbier, diverse Pils-Variaten, Helles, Dunkles, Bock.

Schwarzer Abt von Neuzelle

Der 3. Oktober 1990, an dem die DDR ihre Eigenständigkeit aufgab und unter dem Namen “Neue Bundesländer” der BRD beitrat, war keineswegs ein Tag der reinen Freunde – für die deutsche Biervielfalt. Bis dahin galt für ostdeutsche Brauereien die Nummer 7764 der Technischen Güte- und Liefervorschriften, die eine Fülle von im Westen streng verbotenen Zutaten zuließ. Die deutlich freiere Handhabung des Reinheitsgebots, die der Mangelwirtschaft geschuldet war, hatte neben Chemie im Pils auch eine unbestritten positive Seite. Dank ihr hatten im Sozialismus historische Bierstile überlebt, die drüben im Kapitalismus ausgerottet wurden, als wären sie so geführlich wie die Pest.

Die altehrwürdige Klosterbrauerei von Neuzelle Foto: Weirauch
Die altehrwürdige Klosterbrauerei von Neuzelle Foto: Weirauch

Eines der Todesopfer war der Schwarze Abt der 1589 gegründeten Brauerei des Klosters Neuzelle in Brandenburg, ein Dunkles mit nur 3,9 % Alkohol. Über 400 Jahre lang hatte sich niemand daran gestört, dass seine charakteristische, von Kaffeearomen umspielte Süße nicht nur auf Malz, sondern auch auf bis zu 2 % mitverbrautem Invertzucker basiert.

Auf ewig muss der Gaumen den neuen Besitzern der 1948 verstaatlichten, 1992 reprivatisierten Sudstätte dankbar sein. Zwölf Jahre lang kagten sie sich durch die Instanzen, bis 2005 Prof. Dr. Driehaus, Vorsitzender Richter am Bundesverwaltungsgericht, einen Präzedenzfall schuf, der in 15 Bundesländern den Spielraum der Kreativbrauer neu vermaß. Es “darf gebraut werden”, so sein Urteil. Seither beharrt nur noch Bayern auf 100 % Reinheitsgebot und verweigert Ausnahmegenehmigungen.”

Informationen

Klosterbrauerei Neuzelle, Brauhausplatz 1, 15898 Neuzelle
Tel. 033652 8100
Homepage: www.klosterbrauerei.com; www.neuzeller-bier.de

Bierprofil: etwa 40 Sorten, eine breite Mixtur aus traditionellen Sorten, Craft Beer nach dem Reinheitsgebot und Kompositionen mit verwegenen Zutaten wie Ingwer, Äpfeln und Kartoffeln.

Choco Porter

Das cremige Choco Porter vom  Craft-Beer-Ableger der 1887 gegründeten Weißbierbrauerei Maisel aus Bayreuth in Nordbayern, will am liebsten am arbeitsfreien Sonntag getrunken werden, nachmittags, wenn man in jene Trägheit hineinrutscht, die sich nur durch ein Schläfchen vertreiben lässt. Eine schwere Süße, die von einem bauchigen Malzkörper getragen wird. Eine üppige Auswahl an Schokoladen- und Kaffeearomen – als säße man in einer Konditorei.

Maisels Bier Erlebniswelt in Bayreuth
Maisels Bier Erlebniswelt in Bayreuth Foto: Weirauch

Ursprünglich sollte das extrem geschmeidige Dunkle nur im “Liebesbier” ausgeschenkt werden, der Erlebniswelt von Maisel & Friends, einer der besten Bierlocations in Deutschland, aber zu viele Gäste wollten es zu Hause auf dem Sofa genießen.

Informationen Maisel & Friends,

Maisel & Friends, c/o Brauerei Gebrüder Maisel, Hindenburgstraße 9, 95445 Bayreuth
Tel. 0921 4010
Homepage: www.maiselandfriends.com

Bierprofil: Choco Porter, Stefan’s India Ale (India Ale) Jeff’s Bavarian Ale (dunkler Bock), Marc’s Chocolate Bock (Stout), Pale Ale, India Pale Ale, Citrilla (Weizen India Pale Ale), limitierte Sondersude, im Liebesbier bis zu 45 fassgereifte Varianten.

Dampfer Bier aus Brandenburg – Plaue

1997 führte Bätz in seiner Kneipe “Kneipe Pur” Hausgebrautes ein. Anfangs entstand es im Rahmen von Braukursen, die immer mit der Pflicht verbunden waren, das Ergebnis restlos auszutrinken. 2003 gönnte er sich ein größeres Sudwerk. Seither zapft er nur noch eigene Kreationen. Aufs Jahr verteilt rund 40 Sorten. Un was für welche! Ein mit Backhefe vergorenes Haferbier. Ein Ale mit Honig von den Kleewiesen direkt hinterm Haus. Und als kollektive Mutprobe jedes Jahr an Christi Himmelfahrt ein Knoblauchbier. “Verträgt”, laut Etikett – wie alle anderen – , “Ex-Trinken ohne Widerstand”.

Braumeister und Gastwirt Gernot Brätz vom Bräuhaus Kneipe Pur in Brandenburg - Plaue
Braumeister und Gastwirt Gernot Brätz vom Bräuhaus Kneipe Pur in Brandenburg – Plaue

Wer schon einmal die weltberühmte böhmische Brauerei Pilsner Urquell besucht hat, kennt die nur dort ausgeschenkte, verdammt gute Version der Mutter aller Pils-Biere. So, wie sie ideal wäre, mundet Gernot Bätz’ Dampfer Bier.

Informationen Pur Bräu, Kneipe Pur Plaue

Pur Bräu, Kneipe Pur, Lewaldstraße 23a, 14774 Brandenburg an der Havel
Tel. 03381 403466
Homepage: www.kneipepur.de

Bierprofil: etwa 40 wechselnde, saisonale Sorten, die von den verschiedensten Bierkulturen der Welt inspiriert sind, historische Stile wiederauferstehen lassen oder bei denen mit regionalen Rohstoffen experimentiert wird.

Bräuhaus Kneipe Pur in Plaue am Rande von Brandenburg/Havel, Foto: D.Weirauch
Bräuhaus Kneipe Pur in Plaue am Rande von Brandenburg/Havel, Foto: D.Weirauch
Immer gut gelaunt: Die Wirtin Karola Dröske im Bräuhaus Kneipe Pur in Plaue
Die Wirtin Karola Dröske im Bräuhaus Kneipe Pur in Plaue

Infos zum Buch:

Martin Droschke, Norbert Krines, 111 Deutsche Craft Biere, die man getrunken haben muss, Emons Verlag GmbH, 16,95 Euro

Bücher

Lieblingsplätze in Leipzig

Leipzig (110)
    
 Was in Leipzig alt und was neu ist, das ist manchmal schwer zu sagen: Ein historischer Bahnhof wurde um einige Meter hin- und hergerückt und begann ein neues Leben als Brauerei. Gemeint ist der Bayerische Bahnhof.  Eine Spinnerei behielt zwar ihren Namen, bekam aber neue – manchmal versponnene – Nutzer. Künstler zogen ein. Und manche einstige Dreckecke ist längst zu einem Lieblingsplatz der Autoren avanciert.
Die Rede ist von Marlis und Volkmar Heinz. Beide haben einen lesenswerten Leipzigführer im Gmeiner Verlag vorgelegt. Ich nutze das Buch gerne, wenn ich in Leipzig bin. Immer wieder entdecke ich neue Stätten, die es zu besuchen lohnt.

Hier einige Tipps der beiden Autoren:

Gasthaus Barthels Hof

Vergessen Sie alles, was Ihnen einfällt, wenn Sie Leipziger Allerlei hören. Nein, es ist nicht der verkochte Möhren-Erbsen-Spargelreste-Mischmasch aus der Dose. Es ist eine kunstvoll angerichtete Speise, bei der einzeln zubereitete Gemüse – junge Erbsen, Morcheln, Karotten, Spargel, oft auch grüne Bohnen, Blumenkohl oder Kohlrabi – durch Krebse, Krebsbutter oder Krebsklößchen gekrönt werden.

Blick in Barthels Hof, eine angesagte Adresse in Leipzig Innenstadt Foto: Weirauch

Und natürlich erzählt man sich zu dieser Kreation eine Geschichte: Nach den Napoleonischen Kriegen soll Stadtschreiber Malthus Hempel den Ratsherren vorgeschlagen haben, den Speck lieber zu verstecken und nur noch Gemüse auf den Tisch zu bringen, sonntags vielleicht ein Stückchen Mettwurst oder ein Krebslein aus der Pleiße dazu. Dann, so spekulierte er, werden sich all die Bettler und Steuereintreiber nach Halle oder Dresden orientieren.

  • Informationen
  • Adresse: Gasthaus Barthels Hof, Hainstraße 1, 04109 Leipzig
  • Tel. 0341 141310
  • www.barthels-hof.de

Nikolaikirche

Auch,wenn Debatten aufflammen, dass Leipzig ein Denkmal für die friedliche Revolution haben müsse – mit Sankt Nikolai hat die Stadt es längst. Das alte Gemäuer ergänzen ein paar neue Kommentare: Auf dem Nikolaikirchhof steht eine mit Palmwedeln gekrönte Säule, die denen im Kircheninneren gleicht, so als wäre sie von dort auf den Platz hinausgetreten. Pflasterseine wurden durch Glaswürfel ersetzt, die in der Daunkelheit nach und nach – als breite sich eine Menschenmenge aus – aufleuchten. Symbolisch für unaufhaltsamen Freiheitsdrang läuft stetig Wasser über den Rand eines groß0en runden Granitbrunnens.

Nikolaikirche Leipzig, Foto: D.Weirauch
Nikolaikirche Leipzig, Foto: D.Weirauch

Im Innern ist nach langem Umherirren einzelner Dokumente in der Südkapelle eine Ausstellung entstanden, die von Friedensgebeten erzählt. Die finden seit 1982, bis auf die Sommerpausen, noch immer jeden Montag statt.

  • Informationen
  • Adresse: Nikolaikirche, Nikolaikirchhof 3, 04109 Leipzig
  • Tel. 0341 12453820
  • www.nikolaikirche.de

Specks Hof

Etwa 30 solcher Passagen durchqueren in Leipzigs Innenstadt die Häuserblöcke. Die einen nennen sich ganz sachlich Marktgalerie oder Messehofpassage, die anderen Blauer Hecht oder Goldenes Händchen. Manche sind schlichte, kaum ins Auge fallende Durchschlupfe oder Lichthöfe, andere hingegen geben sich weit und prunkvoll wie die Häuser, zu deren Erdgeschoss sie gehören. Mag sein, dass die Mädlerpassage die bekannteste ist.

Als die architektonisch raffinierteste gilt allerdings Specks Hof, weil hier Modernes und Historisches so locker miteinander korrespondieren. Seinen Namen bekam das Eckgebäude übrigens durch Freiherrn Maximilian Speck von Sternburg, einen erfolgreichen Handeslherrn, der es 1815 erwarb.

  • Informationen
  • Adresse: Specks Hof, Zwischen Reichsstraße und Nikolaistraße, 04109 Leipzig
  • www. speckshof.de

Auerbachs Keller

Wer Leipziger nach Auerbachs Keller fragt, erlebt vom abschätzigen “Touristentrubel” bis zum wohlmeinden “Unbedingt!” alle Reaktionen. Wahrscheinlich so, wie es einem mit den Münchnern und deren Hofbräuhaus ginge, das als weltweit bekanntestes deutsches Restaurant gilt, unmittelbar gefolgt von Auerbachs Keller.

Neben dem Auerbachs Keller im Untergeschoss befinden sich in der Mädler-Passage kleine Ladengeschäfte und Gaststätten. Foto: D.Weirauch
Neben dem Auerbachs Keller im Untergeschoss befinden sich in der Mädler-Passage kleine Ladengeschäfte und Gaststätten. Foto: D.Weirauch

Die Einstimmung auf diesen historischen Ort beginnt schon oben in der Mädlerpassage. Die linke Schuhspitze der überlebensgroßen schwarzen Faust-Skulptur glänzt golden. Manch einer streift sie nur im Vorbeigehen mit dem Finger, andere bleiben stehen und reiben sorgfältig. Das soll Glück bringen. Die Hauptfigur aus Goethes Drama steht neben Mephisto auf einem Podest, gegenüber drei trunkene Studenten. Die Akteure der Weltliteratur debattieren erregt über die Köpfe der gewöhnlichen Passanten hinweg.

  • Informationen
  • Adresse: Auerbachs Keller, Grimmaische Straße 2-4, 04109 Leipzig
  • Tel. 0341 216100
  • www.auerbachs-keller-leipzig.de

Restaurant und Museum zum Arabischen Coffe Baum

Dieses barocke Portal ist für Leipzig eigentlich nicht typisch. Dennoch mühen sich die Touristen, auf dem kleinen Platz davor zwischen Brunnen und Sonnenschirmen einen passenden Fotostandpunkt zu finden. Die begehrten Motive sind das Restaurant Zum Arabischen Coffe Baum und dessen prächtiger Eingang. Auf dem reicht ein hingestreckter stattlicher Osmane einem kleinen Amor eine Schale Kaffee. Dass es sich tatsächlich um den “Türkentrank” handelt, offenbart die Pflanze im Hintergrund, ein Kaffeebaum. Man erzählt sich, Kurfürst August der Starke habe dieses Kunstwerk anno 1719 der Wirtin Johanna Elisabeth Lehmann geschenkt, aus Dankbarkeit für eine besondere Liebesnacht.

Fest steht: Das Gasthaus ist eines der ältesten kontinuierlich betriebenen Café-Restaurants Europas. Seit 1711 wird hier Kaffee ausgeschenkt. Vier Etagen hat es und überall verteilt kleine Gasträume. Die sind über eine knarrende Holztreppe zu erreichen, die ab und zu einen Blick auf den engen Innenhof freigibt und auch in die Ausstellung des Kaffeemuseums führt.

  • Informationen
  • Adresse: Restaurant und Museum zum Arabischen Coffe Baum, Kleine Fleischergasse 4, 04109 Leipzig
  • Tel. 0341 9610060

Das Restaurant “Zum Arabischen Coffe Baum” liegt am sogenannten Drallewatsch, einer von vier rund ums Jahr bevölkerten Leipziger Kneipenmeilen.

Bachdenkmal auf dem Thomaskirchhof

Zu seinen Füßen herrscht jederzeit Gewusel. Ein Foto mit Bach scheint Pflicht unter den Weitgereisten. Die 2,45 Meter hohe Bronzestatue wurde vom Leipziger Bildhauer Seffner entworfen und am 17. Mai 1908 enthüllt. Dem war ein zäher Standortstreit vorausgegangen, letzlich fiel die Wahl auf den jetzigen Platz – und Leibniz, der seit 1883 dort stand, musste weiterziehen.

  • Informationen
  • Adresse: Bachdenkmal, Thomaskirchhof,
  • 04109 Leipzig
  • Denkmal für den Thomaskantor Foto: Weirauch
    Denkmal für den Thomaskantor Foto: Weirauch

Hauptbahnhof

Die Leipziger lieben ihren Hauptbahnhof. Seitdem 1915 der Schlussstein gesetzt wurde, kann vermutlich jedes Schulkind aufsagen, das er der größte Kopfbahnhof Europas sein.

Allein mit der ursprünglichen Symmetrie hapert es: Einst teilte die Grenze zwischen der sächsischen und der preußischen Eisenbahn das Gebäude zwischen Ost- und Westhalle in zwei deckungsgleiche Halbbahnhöfe. Es gab zwei Bahnhofsvorsteher, die sich allmorgendlich an der “Landesgrenze” zwischen Gleis 13 und 14 hochoffiziell begrüßten. Heute fehlen nicht nur im Osten drei, sondern im Westen gleich fünf der alten Gleise. Letztere sind inzwischen dem Eingang des City-Tunnels gewichen. Und niemand hat dagegen protestiert.

  • Informationen
  • Hauptbahnhof, Willy-Brandt-Platz 5,
  • 04109 Leipzig

Blick vom einstigen Uni-Hochhaus auf Leipzig Foto: Weirauch
Blick vom City-Hochhaus auf das Völkerschlachtdenkmal Foto: Weirauch
Blick vom City-Hochhaus auf das Völkerschlachtdenkmal Foto: Weirauch

 

Völkerschlachtdenkmal Leipzig
Völkerschlachtdenkmal Leipzig Foto: Weirauch

Marlis Heinz, Volkmar Heinz, Lieblingsplätze zum Entdecken: Leipzig, Gmeiner-Verlag GmbH, Meßkirch 2017, 14.99 Euro

Marlis Heinz wurde 1956 in Leipzig geboren, ging hier zur Schule, studierte an der Uni Leipzig Journalistik, arbeitete bei der »Leipziger Volkszeitung«. 1990 gründete sie mit Kollegen das Journalistenbüro »Leipzig Report«. Heute schreibt sie solo für Tageszeitungen und Zeitschriften.

Volkmar Heinz, Jahrgang 1954, wurde schon als Baby Leipziger. Er hat Bildjournalismus studiert und vier Jahrzehnte lang Tageszeitung gemacht. 1993 bis 2014 leitete er die Fotoabteilung der »Leipziger Volkszeitung«. Heute ist er im Ruhestand.

Blick vom City-Hochhaus auf den Leipziger Hauptbahnhof foto: Weirauch
Blick vom City-Hochhaus auf den Leipziger Hauptbahnhof Foto: Weirauch
hier geht es zu weiteren Sehenswürdigkeiten in Leipzig.
Bräuhaus im Bayerischen Bahnhof in Leipzig Foto: Weirauch
Bräuhaus im Bayerischen Bahnhof in Leipzig Foto: Weirauch
Bücher

5 Topziele in Franken

Ansbach (12) - Kopie

“Frische Fahrt ins Romantische Franken” So lautet der Titel eines Reiseführers, den Jörg Berghoff im Gmeiner Verlag herausbrachte. 66 Lieblingsplätze hat der Reisejournalist darin aufgelistet.

Soviel sei verraten: die Lektüre lohnt. Immer, wenn ich in Franken unterwegs bin, schlage ich in dem Führer nach und lasse mich neu inspirieren. Das romantische Franken ist weit mehr als eine werbewirksame Erfindung pfiffiger Tourismus-Marketingstrategen oder Rückzugsort zivilisationsmüder Aussteiger. Jörg Berghoff erklärt es so : “Es liegt zugegebenermaßen etwas abgeschieden zwischen Frankenhöhe und dem Steigerwald im Norden, dem Hesselberg im Süden, zwischen Rothenburg ob der Tauber und Dinkelsbühl im Westen und der Metropolregion Nürnberg im Osten. Damit erfüllt es zwar alle Kriterien für ein Gebiet, in dem sich jeder romantisch veranlagte Mensch schnell wie zu Hause fühlen kann. Doch das Romantische Franken auf inszeniertes Mittelalter, Fachwerkromantik und Seelenlandschaften zu reduzieren, wird ihm nicht gerecht. Die heutige Ästhetik ist nicht spurlos an ihm vorbeigegangen, manch neuer Museumsbau wirkt eher puristisch-postmodern und auch als Wirtschaftsstandort mit innovativen Unternehmen vor allem in der Kunststoffverarbeitung hat sich die Gegend international einen Namen gamacht. Das auch lauthals zu verkünden, ist eine andere Sache.” Aus den 66 Zielen habe ich 5 ausgewählt, hier sind sie:

Hier 5 Topziele in Franken:

Ansbach – Markgräfliche Residenz

Die ehemalige Residenz der Markgrafen von Brandenburg-Ansbach hat noch heute ein wenig vom Flair eines Fürstertums. Durch ihre historischen Mauern weht das elegante, prunkvolle, unbeschwerte Lebensgefühl des Rokoko, vergeblich sucht man hier das fränkische Klischee von Fachwerk im Zuckerbächerstil. Die Stadt schwelgt vielmehr in barocken Fassaden und versteckten Renaissance-Innenhöfen.

Das hat sie hauptsächlich dem wohl exravagantesten Vertreter des Hohenzollerngeschlechts Karl Wilhelm Friedrich, dem “Wilden Markgrafen”, zu verdanken. Um den sinnenfrohen, den Lustbarkeiten zugeneigten Herrscher ranken sich viele Legenden, sicher ist, dass seine Jagdleidenschaft ihm nicht nur die damals größte Falknerei Europas einbrachte, sondern auch manch anderes Pläsier zwischen Puder und Perücken.

Die preußische Prinzessin Friederike Luise wurde 1729 mit 15 Jahren in Berlin mit Carl Wilhelm Friedrich, Markgraf von Brandenburg-Ansbach (1712–1757), dem „wilden Markgrafen“, verheiratet.  Ihr Bruder König Friedrich II. unterstützte sie mit einer Apanage und erhielt im Gegenzug ein Regiment Soldaten aus Ansbach (ebenso erging es seiner in Bayreuth verheirateten Schwester Wilhelmine. Diese nicht aus Preußen stammenden Truppen haben erfolgreich für Preußen gekämpft; sie erscheinen im Text zum Hohenfriedberger Marsch: „Auf Ansbach Dragoner, auf Ansbach-Bayreuth“.

Informationen

  • Adresse: Residenz Ansbach, Bayerische Verwaltung der Staatlichen Schlösser, Gärten und Seen, Schloss- und Gartenverwaltung Ansbach,
  • Promenade 27, 91522 Ansbach
  • Tel. 0981 9538390
  • www.schloesser.bayern.de

Ansbach – Kaspar-Hauser-Museum

Eine eigenständige Abteilung im Markgrafenmuseum ist Kaspar Hauser gewidmet, ein Buchladen um die Ecke und manch Speis und Trank in den Gasthöfen.  Es sind weniger die sehenswerten Exponate wie jene blutbefleckte Leinenhose, die 1996 das Wochenmagazin “Der Spiegel” gentechnisch untersuchen ließ, um zu beweisen, dass er kein badischer Erbprinz war. Wer weiß denn schon, ob die Hose tatsächlich von Kaspar getragen wurde? Nein, es ist die besondere Stille der Räume, ihre Anordnung, das gedämpfte Licht und eine geheimnisvolle Atmosphäre, die jeden Besucher umgibt und der sich keiner entziehen kann.

Im Museum für Kaspar Hauser können Besucher abstimmen, Foto: D.Weirauch
Im Museum für Kaspar Hauser können Besucher abstimmen, Foto: D.Weirauch
An dieser Stelle im Hofgarten von Ansbach soll Kaspar Hauser ermordet worden sein, Foto: D.Weirauch
An dieser Stelle im Hofgarten von Ansbach soll Kaspar Hauser ermordet worden sein, Foto: D.Weirauch

Informationen

  • Adresse: Markgrafen-Museum Ansbach, Kaspar-Hauser-Platz 1, 91522 Ansbach
  • Tel. 0981 9775056
  • www.ansbach.de

Heilsbronn – Münster St. Marien und Jakobus

Das Münster, ursprünglich eine romanische Basilika, hat viele An- und Umbauten erlebt, nicht aber seine würdevolle Ausstrahlung verloren. Kunstschätze wie Altäre aus den Werkstätten eines Albrecht Dürer, Lucas Cranach, die Grablege der Markgrafen oder die Pietà eines unbekannten Künstlers aus dem 16. Jahrhundert laden mich immer wieder aufs Neue zum meditaiven Verweilen ein. Auch ohne Heilwasser ist Heilsbronn zur Perle im Romanischen Franken geworden.

Informationen

  • Adresse: Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Heilsbronn, Pfarrgasse 8, 91560 Heilsbronn
  • Tel. 09872 1297
  • www.Heilsbronn-Evangelisch.de

Rothenburg ob der Tauber

Die Silhouette des mittelalterlichen anmutenden Rothenburg ob der Tauber wird geprägt von zahlreichen Türmen der Stadtmauer, aber auch von imposanten Kirchenbauten wie der St.-Jakobs-Kirche. Die gotische Basilika und ihr Heilig-Blut-Altar des berühmten Würzburger Bildhauers Tilman Riemenschneider, zwischen 1499 und 1505 angefertigt, ist noch heute Ziel vieler Pilger. Jörg Berghoff gibt einen Tipp ” Ein Besuch der Stadtpfarrkirche lohnt sich allemal. Doch wie so oft gibt es auch in Rothenburg kleine Perlen zu finden, die sich eher verstecken, als dass sie das Licht der Berühmtheit suchen. Die Rothenburger Franziskanerkirche ist solch eine Entdeckung, von außen eher unscheinbar, innen aber umso größer in ihrer Ausstrahlung.”

Informationen

  • Adresse: Franziskanerkirche, Kirchengemeinde St. Jakob
  • Herrengasse, 91541 Rothenburg ob der Tauber
  • Tel. 09861 700620
  • www.rothenburgtauber-evangelisch.de

Buchtipp: Jörg Berghoff: Frische Fahrt ins Romantische Franken. Türme, Teiche, Traditionen.

Gmeiner Verlag Meßkirch, 14,99 Euro

Jörg Berghoff, geboren 1954 in Erbach/Rheingau, ist Buchhändler, Winzermeister und Pressesprecher, war im Verlagsmarketing sowie als Lektor und Redakteur tätig. 1998 gründete er mit PRB ein Pressebüro für Touristik, Kultur und Sport.

von Jörg Berghoff und Thomas Burgert ist im Gmeiner Verlag der Titel

An Altmühl und Donau: Lieblingsplätze zum Entdecken

erschienen.

Hier geht es zu weiteren Sehenswürdigkeiten in Franken und hier zur Seite von Frankentourismus.

Bücher

SkiGuide mit den besten Empfehlungen

skiguide

Der im ADAC Verlag erschienene Ski – Guide ist das ultimative Handwerkszeug für jeden Wintersportler. Der Klassiker erschien jetzt in der 31. Auflage.

Alles was Skifahrer für den perfekten Winterurlaub brauchen:  die besten und spannendsten Skigebiete in Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien und Frankreich über 300 Skigebiete mit mehr als 20.000 Pistenkilometer auf 672 Seiten. NEU: Die attraktivsten Skigebiete im restlichen Europa mit Finnland, Norwegen, Polen, Schweden, Slowenien, Spanien und Tschechische Republik. nun gibt es auch ein übersichtliches Bewertungssystem in den Kategorien Ski und Snowboard alpin, Langlauf und Nordic, Winterwandern, Snowparks, Familienfreundlichkeit und Après-Ski. NEU: Jetzt mit Ranking aller Top-Skigebiete in den wichtigsten Kategorien – und somit schnelle Orientierung bei der Wahl des idealen Ziels für den Winterurlaub  alle Lifte, Seilbahnen und topaktuelle Skipass-Preise für die Saison Tipp: Informationen für Familien auf einen Blick: Kinderübungsgelände, Teppichlifte, Kinderrestaurants, Skischulen für Kinder sowie Gäste- und Skikindergarten. SkiGuide mit den besten Empfehlungen

NEU: über 200, jetzt noch größere und häufig doppelseitige XL-Panoramakarten

Hier die Empfehlungen für den Harz:

Skifahren im höchsten Gebirge Norddeutschlands ist sowohl bei Anfängern und Familien mit kleinen Kindern als auch bei fortgeschrittenen Wintersportlern beliebt. Das nördlichste Mittelgebirge in Deutschland fällt nach Westen und Norden besonders steil ab und verflacht allmählich Richtung Süden. Die verschiedenen Wintersportorte in der Region beeindrucken durch ihre vielfältigen Angebote. Egal ob Ski alpin, Schneeschuhwandern, Rodeln oder Ski nordisch: der Harz lässt keine Wünsche offen. Das Skigebiet Braunlage befindet sich am Wurmberg, Niedersachsens höchstem Berg, und bietet modernste Beschneiungstechnik und viele leichte Pisten mit schönem Ausblick auf den Brocken. Der Matthias-Schmidt-Berg bei St. Andreasberg kann auch anspruchsvolle schwarze Abfahrten aufweisen. Der Bocksberg in Hahnenklee sorgt mit einer beleuchteten Rodelstrecke und einer kurvenreichen Sommerrodelbahn für viel Spaß auf zwei Kufen.

Braunlage (Wurmberg)

Vielen ist der Brocken als höchster Berg Norddeutschlands ein Begriff. Doch auch die nahe gelegene Stadt Braumlage hat sich bereits über die Landesgrenzen hinweg einen Namen gemacht. Das liegt nicht zuletzt am sogenannten Wurmberg, einem der größten Harzer Sikberge. Er bietet optimale Voraussetzungen für ein Sikierlebnis der besonderen Art.

Braunlage ist ein idyllischer Luftkurort und kann auf eine lange Wintersport-Tradition zurückblicken. Die niedersächsische Stadt mitten im Naturpark Harz gilt als eines der ältesten Wintersportgebiete in ganz Deutschland. Der knapp 1000 m hohe Wurmberg ist ein besonders attraktives Ziel für Wintersportler, denn dieses Skigebiet hat es in sich: Es vereint eine prächtige Schneelandschaft mit modernen Wintersportanlagen. Hier können sich Ski- und Wanderfreunde gleichermaßen vergnügen.

Ski/Snowboard

Das Skigebiet Wurmberg ist das größte alpine Skizentrum im Harz und bietet sechs Lieftanlagen mit insgesamt 15 Abfahrten. Die meisten Pisten sind als leicht bis mittelschwer eingestuft. Nur die steile Piste “Hexenritt” mit einem Gefälle von 60 Prozent sollte nur von Fortgeschrittenen befahren werden. Mit einer stolzen Länge von 4,3 Kilometern und 405 Höhenmetern ist sie die längste Skipiste Deutschlands außerhalb der Alpen. Da ist Fahrspaß garantiert. Doch all diejenigen, die ihre ersten Versuche auf Skiern wagen, werden hier fündig: In den Braunlagern Skischulen erhalten sie Einzel- oder Kleingruppenunterricht mit individueller Betreuung. Auch Snowboarder können sich hier nach Herzenslust austoben: Neben zwei langen Hauptabfahrten gibt es einen speziell auf die Bedürfnisse der Snowboarder ausgerichteten Hang und noch weitere sanfte Pisten. Gerade der “Sonnenhang” ist bestens zum Carven geeignet. Nahezu alle Abfahrten bieten eine spektakulären Ausblidk, der die Herzen der Wintersportler höher schlagen lässt. Zusätzlich versuchen – eine wahrhaftige Bereicherung für jeden Skifahrer. Wem das nicht genügt, der kann die imposanten Skisprungschanzen des Wurmbergs genauer unter die Lupe nehmen. Die Möglichkeiten sind nahezu grenzenlos.

Nordic/Winterwandern

Neben dem breiten Angebot für Skifahrer und Snowboarder häte der Wurmberg noch so manche Überraschung bereit. An der Mittelstation auf dem Wurmberg beginnt eine rund 1,5 Kilometer lange rasante Rodelbahn. Hier wurden bereits deutsche Rodelmeisterschaften ausgetragen. Das ist kein Zufall, schließlich gilt sie als eine der am längsten beschneiten Rodelbahnen Deutschlands. Zusätzlich haben Rodler die Möglichkeit, beim sogenannten Snowtubing die Poste auf einem Reifenrodel hinabzujagen. Auch für Winterwanderungen ist der Wurmberg bestens geeignet. Idyllische Winterwanderwege führen durch die verschneite Landschaft. Insbesondere der Steinbruch und die Große und Kleine Wurmbergklippe sind einen Besuch wert. Langläufern steht ein großes Loipennetz mit verschiedenen Strecken zur Verfügung. Darüber hinaus bietet das Eisstadion in Braunlage die Möglichkeit, verschiedenen Sportarten wie Eislaufen, Eisstockschießen oder Eishockey nachzugehen. Hier kann man zu später Stunde auch auf zahlreichen Eisdisco-Events das Nachtleben der Stadt erkunden.

Informationen

  • Wurmbergseilbahn GmbH & Co. KG
    Am Amtsweg 5, 38700 Braunlage
  • Tel. +49552099930
    Homepage: www.wurmberg-seilbahn.de
    E-Mail: info@wurmberg-seilbahn.de

St. Andreasberg

Der Luftkurort St. Andreasberg verfügt über zwei attraktive Skigebiete: eines am Matthias-Schmidt-Berg und eines am Sonnenberg. Ersteres zählt zu den beleibtesten Witersportregionen Norddeutschlands.

Aufgrund der Höhenlage bis auf 663 Meter und der modernen Beschneiungsanlagen gelten die Skipisten als relativ schneesicher. Neben sanften Familienabfahrten gibt es auch steilere und ansporcuhsvollere Pisten. Anfänger kännen besonders gut auf den breiten und sanften Abfahrten üben. Wer die Herausforderung sucht, probiert die buckellige Strecke unterhalb der Sesselfifte aus oder kann sich im “MSB Snowpark” an verschiedenen Kickern und Rails austoben. Rund 2 Kilometer des beschneiten Geländes werden regelmäßig für Nachtskifahrten mit einer Flutlichtanlage beleuchtet.

Langläufern stehen rund um St. Andreasberg etwa 40 gespurte Loipenkilometer mit Anschluss nach Altenau und Torfhaus zur Verfügung. Zwei Loipen sind für Skater präpariert. In beiden Skigebieten gibt es Rodelbahnen für kleine wie große Schlitten-Fans, im Teichtal können gerade die jüngeren und jung gebliebenen Wintersportler in den Genuss einer aufregenden Snowtubing-Anlage kommen.

Informationen

  • St. Andreasberg
  • Matthias-Schmidt-Berg 4, 37444 Sankt Andreasberg
    Tel.: +495582265
    Homepage: www.alberti-lifte.de
    E-Mai: info@alberti-lift.de
  • SkiGuide mit den besten Empfehlungen

Oberntauern

Obertauern, das wohl höchstgelegene Skigebiet des Salzburger Landes, ist eines der schneesichersten Skigebiete der Alpen. Das heißt für alle ambitionierten Wintersportler: beste Bedingungen von Ende November bis Anfang Mai – und das auf vielseitigen, anfängerfreundlichen Pisten.

Inmitten der Salzburger Bergwelt, zwischen 1630 und 2313 Metern Höhe, warten 100 Kilometer traumhafte, überwiegend leichte bis mittelschwere Pisten, zwei Kabinenbahnen, 18 Sessellifte und sechs Schlepplifte auf Skifahrer und Snowboarder. Zuden freuen sich Liebhaber des nordischen Skisportes über zahlreiche Langlauf-Loipen. Ein Familienskipark, ein geeigneter Kinderbereich, ein Snowpark für die Freestyle-Szene und zahlreiche Après-Ski-Möglichkeiten runden das Angebot in Obertauern ab. Dank seiner Höhenlage und umfassender Beschneiungsanlagen verspricht Obertauern im Pongau Schneesicherheit von November bis Mai.

Obertauern – Skitour mit Patrik und Sunny Foto: Anika Giese
Obertauern – Skitour mit Patrik und Sunny Foto: Anika Giese
Obertauern – Gamsleiten Foto: Anika Giese
Obertauern – Gamsleiten Foto: Anika Giese

Kurort Oberwiesenthal – Fichtelberg

Mitten im Erzgebirge liegt Oberwiesenthal, die höchste Stadt Deutschlands, am Fuß des Fichtelbergs. An seinen Hängen erstreckt sich das größte Skigebiet Sachsens. Den dritten Rekord knackt die Destination aufgrund ihrer Seilbahn, die seit 1924 steht und somit die älteste des Landes ist. Oberwiesenthal ist durch seine Lage direkt am Skigebiet sehr beliebt bei einheimischen Wintersportlern. Der Fichtelberg ist mit seinen 1215 Metern der höchste Berg Ostdeutschlands und bietet im Sommer wie auch im Winter ideale Bedingungen für Erholungssuchende und Sportler. Der tschechische Keilberg (Klínovec) ist die höchste Erhebung im Erzgebierge und ein weiterer bedeutender Berg für das Wander- und Skigebiet der Region. Die Kammlagen des Erzgebirges gehören zu den schneesichersten Gebieten der deutschen Mittelgebirge, wobei der Kurort Oberwiesenthal, Bozí Dar, Jáchymov und Loucná pod Klínovcem die Zentren des alponen Wintersports sind. Daher beitet die Stadt am Fichtelberg optimal Winterbedingungen für Wintersportler und Schneeliebhaber.

Das größte Skigebiet Sachsens verfügt über zehn klassifizierte Pisten und ein insgesamt 75 Kilometer großes Loipen- und Sikwandernetz, das vor allem für Langläufer interessant ist. Aber auch Winterwanderer können sich auf einige landschaftlich reizvolle Wanderwege (ca. 26 Kilometer) freuen. Ein großes, sehr empfehlenswertes Vergnügen für die ganze Familie ist auch die Rodelabfahrt am Fichtelberg.

Informationen

  • Fichtelberg Schwebebahn Kurort Oberwiesenthal – FSB GmbH
    Vierenstraße 10, 09484 Kurort Oberwiesenthal
  • Tel.: +493734812761
    Homepage: www.fichtelberg-ski.de
    E-Mail: info@fichtelberg-ski.de

Karwendel-Bergbahn
Pertisau – Achensee

Die Region rund um den Achensee, der sich wie ein Fjord zwischen Rofan- und Karwendelgebirge erstreckt, zählt zu den bekannten österreichischen Wintersportzielen, die leicht und schnell zu erreichen sind und eine Vielzahl an sportlichen Aktivitäten ermöglichen. Karwendel-Bergbahn Pertisau-Achensee ist ein familienfreundliches und überschaubares Skigebiet mit vielen leichten und mittelschweren Pisten, die sich bestens für Alpinsport-Einsteiger eignen.

Kutschfahrt rund um das Posthotel Achenkirch © Maxum/ Wiesenhofer Reiter’s Posthotel
Kutschfahrt rund um das Posthotel Achenkirch
© Maxum/ Wiesenhofer
Reiter’s Posthotel

Am Ortsrand von Pertisau, einem Ortsteil von Eben, liegt die Talstation der Karwendel-Bergbahn, die die Wintersportler auf den 1480 Meter hohen Zwölferkopf bringt. Vor allem Familien schätzen das beschaliche Skigebiet über dem größten See Tirols und dessen Vielfalt an leichten Pisten.

Informationen

  • Karwendel-Bergbahn, Achensee Berglift GmbH
    Pertisau 11, 6213 Pertisau am Achensee
  • Tel.: +4352435326
    Homepage: www.karwendel-bergbahn.at
    E-Mail: info@karwendel-bergbahn.at

 

ADAC SkiGuide; Die besten Skigebiete in Europa. Mit QR-Codes; Gräfe und Unzer Verlag GmbH. München 2017. 29,99 Euro

Buch plus App: aktuelle Infos zu Wetter, Schneehöhen, geöffneten Pisten und Liften sowie Skipass-Preisen via QR-Codes,  31. Auflage mit aktualisiertem Layout – jetzt noch attraktiver und übersichtlicher

 

BücherReise

Buchtipp: 111 Orte im Harz

Harz (4)Sa kommt sie: die Dampflok, fast 60 Jahre alt. Foto: Weirauch

Der Harz ist im norddeutschen Raum bekannt als Ski-, Rodel- und Wandergebiet. Motorradfahrer schätzen ihn ebenfalls als kurvenreiches Eldorado – und sonst so? Dieses geologische Urgestein hat weit mehr zu bieten! Viel Neues, Unerwartetes und Faszinierendes gibt es zu entdecken. Der Harz liegt wie eine Art “Lummerland” als Mittelgebirgsinsel in der norddeutschen Ebende. Er hat eine in jeder Beziehung gut zu “erfahrene” Größe mit seiner geografisch ovalen Abgeschlossenheit und ist auf ganz eigene Weise eine Art Überraschungsei!

Die innerdeutsche Nahtstelle ist kein wirtschaftlich starker Raum – das touristische Potenzial ist jedoch nach wie vor hoch, auch wenn der Harz bei vielen als etwas “angestaubt” gilt. Seit einiger Zeit ändert sich was, das Tourismusschwungrad ist frisch geölt! Man ist dabei, ein jüngeres Image “Typisch Harz” zu entwickeln, und es liegt Morgenluft über den bewaldeten Höhen …

Ist das nicht eine traumhafte Aussicht ? Vom "Aussichtsreich" ins Harzvorland. Foto: Weirauch
Ist das nicht eine traumhafte Aussicht ? Vom “Aussichtsreich” ins Harzvorland. Foto: Weirauch

Entlang der Wanderwege befinden sich jede Menge Naturschönheiten in wenig besiedelten Höhenlagen, man begegnet kulturhistorischen Schätzen und kann sowohl in der Höhe als auch im Flachland des Harzvorlandes herrliche Rad- und Mountainbike-Touren unternehmen – alles gewürzt mit Bergbaugeschichte über und unter Tage. Bikeparks, Fun-Sportarten und andere Attraktionen sorgen außerdem für ausreichend Adrenalin.

Das Rathaus von Quedlinburg, foto: Weirauch

Städte wie Quedlinburg oder Goslar sind ohnehin schon Magnete für Stadtbesuche und bieten Fachwerk-Altstädte, die ihresgleichen suchen. In den Nebengassen und “Hinterzimmern” warten jedoch noch diverse Kleinode auf ihre Entdeckung. Auch für Harzkenner und Anwohner bietet der ein oder andere Ort mit Sicherheit noch die Möglichkeit, einen weißen Fleck auf der persönlichen Harzkarte mit Erlebnissen zu füllen, und vor allem die Geschichten dahinter lüften so manches Harzer Geheimnis.

Die Petruskapelle in Alexisbad

Das Gebäude wurde 1812 bis 1815 vom Baumeister Karl Friedrich Schinkel entworfen, hat eine zentrale Rotunde und vier quadratische Anbauten auf einem Kreuzgrundriss. Auf der Kuppel blinkt eine Kugel mit Kreuz, was ein wenig “zaristisch” daherkommt. Ansonsten ist das Gebäude aus Holz und im klassizistischen Stil erbaut. Da Alexisbad bis dahin ungewöhnlicherweise noch nicht über eine eigene Kirche verfügte, verwandelte sich das Teehäuschen unter Herzogin Friederike von Anhalt-Bernburg, zunächst alle zwei Wochen, später dann ganz, in ein Gotteshaus. So wurde nicht mehr Tee, sondern Gottesdienst in der neuen Kapelle zelebriert.

Informationen

Alexisbad liegt mitten im Harz unweit der Harzhochstraße B 242, von dort über die B 185 nach Alexisbad.

Tipp: Bei Schnee am Berg lockt hinter der Kapelle eine 1100 Meter lange Naturrodellbahn. Sie führt von der Hochfläche Harzgerode bis runter zur Alexisbader Promenade. Im Sommer dient sie als Wanderweg.

Die Straße der Lieder

Das Josephskreuz muss man gesehen haben! Es ist nicht nur eines der schönsten und fotogensten Bauwerke im ganzen Harz, sondern im Unterbau mit seinen Rundbögen auch dem Eiffelturm nachempfunden. Man verliebt sich sowohl in die gesamte grünlich-blaue Stahlkonstruktion als auch in die vielen Details – einfach phantastisch! 200 Stufen einer Wendeltreppe führen hinauf zur Aussichtsplattform, die spektakuläre Blicke über den Unterharz, zum Brocken und in Richtung Magdeburg ermöglicht.

Das Josephskreuz Foto: Tourist-Information Stolberg

Informationen

Josephskreuz
06536 Südharz / OT Auerberg

Die Kastanienallee – Eine jährlich blühende Kulturachse

In Ballenstedt konnte sich im Laufe der Zeit eine Prachtstraße über viele Veränderungen hinwegretten. Die etwa ein Kilometer lange Kastanienallee reicht vom Anhaltiner bis zum Schlossplatz. Dort oben am Schloss kann man sich, wenn man die Augen zusammenkneift, das feudale kleinstädtische Treiben auf der repräsentativen Allee noch vorstellen: Kutschen mit Hufgetrappel, flanierende Damen, Herren in Gehrock und mit Zylinder.

Wirkt mittelalterlich: die Roseburg bei Ballenstedt, Foto: D.Weirauch
Wirkt mittelalterlich: die Roseburg bei Ballenstedt, Foto: D.Weirauch

Anfänglich, 1712, war die Allee als Lindenallee konzipiert, erst 1803 wurde sie zu einer Kastanienallee umgewandelt.

Oberhalb des Schlossplatzes, auf den Stufen des Schlosstheaters, hat man einen wunderbaren Blick ins Harzervorland, gespickt mit Windrädern, die den Betrachter wieder in die Neuzeit zurückholen. Das Theaterkleinod ist eine der ältesten Bühnen Deutschlands, schon Franz Liszt leitete hier musikalische Aufführungen.

Hinter dem Schlosstheater liegt das Schloss der Askanier, Wiege Anhalts, Grabstätte Albrechts des Bären – von hier wurde der letzte Herzog von Anhalt-Dessau 1945 von den den Russen ins für ihn tödliche Internierungslager verschleppt. Der Grund: Adelstitel und Grundbesitz …

Informationen

Allee, 06493 Ballenstedt
Anfahrt B 6, Ausfahrt Ballenstedt, über B 185 bis zum Anhaltiner Platz

Der Schlosspark mit seiner Wasserachse, den Drachenbrunnen und Gestaltungskonzeptes von Peter J. Lenné ist unbedingt sehenswert.

Die Konradsburg

Die Burg wurde ab 1130 in ein Benediktinerkloster umgewandelt. Es begann damit eine Blütezeit als geistiges und wirtschafliches Zentrum am nordöstlichen Harzrand, die lange anhielt. Eine stattliche romanische Basilika entstand aum 1200. Doch die Zeiten änderten sich – das Kloster verlor an Bedeutung. Es wandelte ich abermals in ein Karäuserkloster, doch im Bauernkrieg wurde alles niedergebrannt. Die Mönche verließen den Burgberg 1525 endgültig. Landwirtschaftliche Umnutzung war die Folge – bis in die 1970er Jahre hinein. Es wurde mgebaut, dazugebaut, und leider wurden vor allem große Teile der Klosteranlage unwiderruflich zerstört. Die Krypta wurde zum Schweinestall, der Kräutergarten zum Gemüsegarten, und der Verfall der Gebäude nahm rapide seinen Lauf. Erst ab 1982 wendete sich das Blatt für die Konradsburg, als ein Förderverein mit vielen ehrenamtlichen Helfern zu ihrer Rettung ins Leben gerufen wurde. Und heute: Das Chorgebäude und die Krypta sind die letzten Reste der einstigen Klosterkirche, konnten aber gerettet werden. Die Frontansicht mit der hübschen Glocke hat heute einen mexikanischen Touch. Der Kräutergarten im ehemaligen Kreuzgang ergrünte wieder, und das kleine Fachwerkhäuschen in der Mitte birgt den uralten Brunnen, einst betrieben durch ein Eseltretrad.

Sehenswert ist Burg Falkenstein. Hier gibt es mehr dazu.

Informationen

06463 Falkenstein / OT Ermsleben
Homepage: www.konradsburg.com
Anfahrt: B 6 bis Aschersleben, dann B 185 nach Falkenstein

Die Burgruine Arnstein

Die Burgreste anzuschauen lohnt. Ein Turm und ein hochaufragender, ehemals mehrgeschossiger Saalbau blieben als Außenmauern erhalten. Der Blick vom lediglich 210 Meter hohen Burgberg in die Ebene ist weit. Nur eines stört bei der Betrachtung der Landschaft: die unzähligen Windkrafträder Richtung Nordosten – ein neuzeitliches “Wind-Heer”.

Deer unterhalb liegende Flecken Harkerose wurde 936 das erste Mal in einer Urkunde König Ottos I. als “Harriskesrothe” erwähnt. Der erste Burgbesitzer war Graf von Arnstein um 800 – genauer ist es nicht belegt. Seine Familienlinie starb aber aus, und so wechselte die Burg mehrfach den Besitzer: die Falkensteiner, die Regensteiner, die Mansfelder Grafen.

Informationen

Burgberg, 06543 Arnstein / OT Harkerode
Anfahrt: B 6 bis Aschersleben, dann B 180 bis kurz hinter Qenstedt, über Sylda nach Harkerode, die Burg ist von allen Seiten gut sichtbar.

“Zu den Rothen Forellen”

“Zu den Rothen Forellen” hieß die Nobelunterkunft nicht immer. Vor mehr als 400 Jahren wurde der “Campe’sche Hof” als gesellschaftlicher Treffpunkt, als Junkerhof, in der damals aufblühenden Hüttenindurstrie-Stadt Ilsenburg gebaut. Die Geschichte bescherte einen wechselhaften Werdegang mit diversen Namensänderungen. Mal war die Wirtschaft privat, mal von Adeligen geführt, oft gut besucht, jedoch zwischendurch auch zur einfachsten Dorfenschenke degradiert.

Blick auf Ilsenburg, vom Brocken aus, Foto: D.Weirauch
Blick auf Ilsenburg, vom Brocken aus, Foto: D.Weirauch

Anfang des 19. Jahrhunderts wurde sie erweitert und neu gebaut und seit 1804 als gräflicher Gasthof “Rote Forelle” geführt. Die Annehmlichkeiten für die Gäste wurden luxuriöser, der Ruf verfeinert. Kriege, Besatzung, Arbeiter und Bauernstaat überstand das Gebäude mehr schlecht als recht. Dann kam der “Cut”. Seit 1995 hat sich das Landhaus “Zu den Roten Forellen” selbst neu erfunden und erstrahlt im Fünf-Sterne-Glanz. Das Anwesen hat viel mitgemacht – nur nicht die Lautverschiebung von “Rothe” zu “Rote” Tradition eben.

Informationen

Marktplatz 2, 38871 Ilsenburg
Homepage: www.rotheforelle.de

Novalis-Schloss Oberwiederstedt

Das Schloss Oberwiederstedt ist der Geburtsort von Georg Philipp Friedrich von Hardenberg, besser bekannt unter seinem Pseudonym “Novalis” (abgeleitet von einem alten Familien-Beinahmen). Ein Mann mit ausgesprochen vielseitiger Bidlung und ein leidenschaftlicher Poet. Er war Jurist, studierte dann an der Bergakademie in Freiberg und erweiterte sein Wissen in den Bereichen Bergwerkskunde, Mathematik, Chemie. Früh interessierte sich Novalis für Rhetorik, Literatur, Philosophie und Kunst, widmete sich der Lyrik und verknüpfte all sein Wissen mit Poesie.

Novalis-Geburtshaus in Wiederstedt Foto: Weirauch
Novalis-Geburtshaus in Wiederstedt Foto: Weirauch

Wie er war, was er wollte und konnte, arbeitet heute die Internationale Novalis-Gesellschaft e.V. im Schlossmuseum anhand wechselnder Ausstellungen heraus. Getragen wird es von der Novalis-Stiftung und von Land und Gemeinde. Sehr rühmlich im Land der Dichter und Denker – vor allem wenn man bedenkt, dass das Schloss 1987 eigentlich vor dem Totalabriss stand. Zum Glück gab es behrzte Bürger mit Gegen-Initiative.

Informationen

Schäfergasse 6, 06333 Arnstein / OT Wiederstedt
Tel. 03476/85272
Anfahrt: B 6 bis Aschersleben, dann B 180 Richtung Mansfeld, dann über Quenstedt und Arnstedt nach Wiederstedt.

Infos zum Buch:

Kirsten Elsner Schichor,  111 Orte im Harz, die man gesehen haben muss, Emons-Verlag GmbH, 2017

1 Stunde wegBücher

Baumkuchen von Rabien

Rabien (1)

Solche eine Firmengeschichte wünsche ich mir des öfteren. „Das Café Rabien in Potsdam und Berlin“ (Wolbern Verlag) ist die Geschichte einer ungewöhnlichen Konditorei, die schon seit 135 Jahren existiert.

 

Bis Anfang der 50er Jahre am Nauener Tor, dann in der Brandenburger Straße/Am Luisenplatz  von Potsdam. Heute in der Klingsorstraße in Berlin-Steglitz.

Aus Potsdam: Konditorei Rabien

Autor Wolfgang Bernschein hat zusammen mit der Familie Rabien eine fulminante und streckenweise amüsant zu lesende Geschichte des legendären Cafés aufgeschrieben, reich illustriert und im Festeinband auch für das Potsdam-Berlin-Bücherregal geeignet.

Es ist die 2. überarbeitete Auflage, die erste erschien 2008 unter dem Titel “Das Café Rabien mitten in Preußen” und war sehr schnell vergriffen.