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Hier werden aktuelle Bücher zu den Themen Reisen, Geschichte, Verbraucherschutz und Literatur besprochen.

BücherPotsdamSchlösser und Burgen

Das gläserne Gedächtnis – Preussens Schlösser in historischen Ansichten

Das Gläserne Gedächntnis CoverCover: Braus Verlag Berlin

Nicht nur für Freunde der Preussischen Schlösser und Gärten ist der Besuch der derzeit in den Römischen Bädern von Potsdam Sanssouci gezeigten Ausstellung “Das gläserne Gedächtnis” ein unbedingtes Muss. In mehreren Räumen werden in den gegenüber Schinkels Schloss Charlottenhof gelegenen Römischen Bädern  bislang nie gezeigte Fotografien, die meisten vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs entstanden, gezeigt. Ergänzt wird die Ausstellung mit einem opulent bebilderten und einem vorzüglichen Textteil versehenen Katalog, der in der Edition Braus erschienen ist.

Auswahl seltener Glasplattennegative

Die Erfindung der Glasgelatinetrockenplatten revolutionierte vor 1900 die Fotografie – und gewährt uns heute Rück- und Einblicke in Zustände der Schlösser und Gärten in ihrem historischen Umfeld. Mehr als 20.000 Glasnegative werden in der Fotosammlung der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) aufbewahrt. Sie stammen aus der Zeit vom Ende des 19. Jahrhunderts bis Anfang der 1980er Jahre und sind ein bedeutender Teil des visuellen Gedächtnisses der Stiftung.

Orangerieschloss_um1910_Sanssouci
Orangerieschloss um1910 Foto: SPSG
Sanssouci Orangerie Potsdam
Orangerie 2021, Foto: Weirauch

Besonders wertvoll sind Fotografien, die vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs entstanden. Sie bilden den Schwerpunkt der Ausstellung „Das gläserne Gedächtnis“, die noch bis zum  31. Oktober in den Römischen Bädern im Potsdamer Park Sanssouci zu sehen sein wird.

Stadtschloss Potsdam_Neptungruppe
Stadtschloss Potsdam_Neptungruppe
Stadtschloss Mercure Hafen Schiffahrt
Foto Weirauch

 

Die Ausstellung zeigt neben historischen Aufnahmen der Schlösser in Berlin und Brandenburg vor allem Fotografien von Schloss- und Gartenensembles, die vor 1945 als Museumsschlösser zur preußischen Schlösserverwaltung gehörten. In Folge des Zweiten Weltkriegs und der deutsch-deutschen Teilung werden sie heute von anderen Institutionen verwaltet, so unter anderem die Schlösser im Rheinland, Schloss Mohlsdorf in Thüringen oder die Schlösser von Kassel-Wilhelmshöhe.

Dokumentation der Kriegsverluste

Andere wurden zerstört, wie die Stadtschlösser in Königsberg, Berlin und Potsdam. Die historischen Aufnahmen dokumentieren Kriegseinwirkungen und Bauschäden, Restaurierungs- und Sanierungsmaßnahmen. Andere Konvolute entstanden im Zusammenhang mit den Auslagerungen des Kulturguts seit Kriegsbeginn. Auch Aufnahmen von Kunstobjekten, die seit Kriegsende verschollen sind, befinden sich in der Sammlung.  So wird auch an das leidige Thema Beutekunst erinnert. Umfangreich ist der Katalog der nach wie vor verschollenen Gemälde und Skulpturen.

Negative auf Glasgelatinetrockenplatten

Bei den historischen Aufnahmen handelt es sich um Negative auf Glasgelatinetrockenplatten. Dieses Fotomaterial, das um 1878 auf den Markt kam, war erstmals lagerungsfähig. Zudem ermöglichte es durch sehr kurze Belichtungszeiten Momentaufnahmen und dokumentarische Fotografien außerhalb der Ateliers. Die Sammlung der SPSG enthält auch einige farbige Glasplattendias, sogenannte Autochrome, aus der Werkstatt des Berliner Fotopioniers Ottomar Anschütz (1846-1907). Die Sammlung ist eine wahre Fundgrube für jeden an preußischer Geschichte Interessierten und zugleich fotohistorisch faszinierend.

SchlossSanssouci 1941 Foto: SPSG
Schloss Sanssouci 1941 mit vermauerten Fenstern als Schutz gegen Splitter Foto: SPSG
Foto Weirauch
Foto Weirauch

Nicht zuletzt sind die Aufnahmen für die Forschung und die konservatorisch-restauratorische Betreuung von Kunstwerken von unschätzbarem Wert. In der Ausstellung werden ausgewählte Kunstobjekte und Architekturfragmente neben den Fotografien mit ihrer Abbildung präsentiert. Die umfangreiche wissenschaftliche einordnung der historischen Aufnahmen übernahm Dr. Jürgen Becher, der Leiter des Dokumentations- und Informationszentrums der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG). Er studierte Ethnographie und Geschichte, Promotion im Fach Geschichte.

Die Engeltreppe Stadtschloss Potsdam um 1940 Foto: SPSG
Die Engeltreppe Stadtschloss Potsdam um 1940 Foto: SPSG
Foto: Weirauch
Engeltreppe 2021 Foto: Weirauch

Der Band „Das Gläserne Gedächtnis“ , 144 Seiten, öffnet eine Tür zu einer längst versunkenen Welt, die in den gezeigten Aufnahmen und mithilfe der kenntnisreichen Texte wieder lebendig wird.

Informationen zum Buch und zur Ausstellung

Das Gläserne  Gedächtnis. Preußische Schlösser in historischen Ansichten.
Dr. Jürgen Becher, hrsg. v. der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, Edition Braus Berlin 2020, 28 Euro, ISBN 978-3-86228-207-4.

Eintritt:
5 Euro / ermäßigt 4 Euro

Öffnungszeiten:
Di – So, 10–17.30 Uhr, letzter Einlass 16.45 Uhr

BücherPotsdam

Villen und ihre Bewohner am Griebnitzsee in Potsdam

BabelsbergVilla Urbig, Virchowstraße 23,von Ludwig Mies van der Rohe geplant, Foto: Weirauch

C.J. Partsch: Auf der Suche nach dem verlorenen Glück. Die Villen am Griebnitzsee und ihre Geschichte. Dieser soeben im Münchner Elisabeth Sandmann Verlag erschienene Band beschreibt nicht nur die Kultur-und Sozialgeschichte der Villen am Potsdamer Griebnitzsee. Das Buch gibt auch informative Einblicke in den komplizierten Prozess der Rückübertragung jüdischen Eigentums nach 1990 und informiert recht aktuell über den bis heute andauernden Streit zwischen Anwohnern und der Stadtverwaltung Potsdam. Die Stadt plant entlang des Ufers einen durchgehenden Weg. Dagegen wehrten sich mehrere Anwohner erfolgreich. Zugute kamen ihnen dabei eklatante Verfahrensfehler der städtischen Beamten. Darüber unten mehr.

Inkunabeln deutscher Architekturgeschichte

Bücher

Die Frauen am Bauhaus

Walter Gropius, Ludwig Mies van der Rohe, Paul Klee, Wassily Kandinsky, Lyonel Feininger, Oskar Schlemmer, László Moholy-Nagy, Marcel Breuer und Johannes Itten – sind einige bekannte Vertreter der Moderne des 20. Jahrhunderts in Kunst, Musik, Literatur und Architektur. Sie lehrten am Bauhaus Dessau. Ihre Namen und ihr Werk sind bis heute bekannt.

Würdigung der Frauen am Bauhaus

BücherReise

Die Rufe der Kraniche

Kraniche, Linum, Herbst

Kraniche begleiten uns jährlich von Januar bis November, sie kündigen uns den Frühling und Winter an. Sie lassen unsere Erkundungen im Havelland immer zu einem Erlebnis werden. Hören und sehen wir sie, lösen sie Glücksgefühle in uns aus. Fliegen die grazilen Tänzer über uns, gehen unsere Gedanken mit auf Reisen. Hoch fliegende Kraniche sollen zudem gutes Wetter ankündigen. Manche ihrer Rufe empfinden wir als Abschiedsgruß, manche als freudigen Willkommensgruß. Überwinternde Kraniche nehmen übrigens in Brandenburg zu, wie wir feststellten.

Lesenswerte Publikation

BücherMobilität

Fahrrad und E-Bike – Handbuch: Tipps vom Experten

cover-ebike

26lektrofahrräder werden immer beliebter. Gleichzeitig wächst die Vielfalt der Fahrrad-Typen und die Technik wird komplizierter. Die Anschaffung eines neuen Fahrrades oder eines E-bike/Pedelec braucht gute Überlegung oder Beratung. Gerade jetzt im Winter überlegen viele, sich ein neues Rad zu kaufen. Da kommt das Handbuch “Fahrrad und E-bike” der Stiftung Warentest passend. Der Autor Michael Link ist Journalist und engagierter Hobby-Radfahrer. Er unternimmt mit seiner Familie längere Touren in Deutschland, verfolgt besonders die Verkehrspolitik in Berlin und ist in seiner Freizeit darüber hinaus gern auf dem Rennrad im Berliner Umland unterwegs. Auf seine Tipps kann man bauen bzw. Hilfe für das passende Rad erhalten.

Warum E-Bikes boomen

BücherReise

Alternativer Reiseführer macht Vorfreude auf Wrocław /Breslau

WroclawGuide.comFoto: WroclawGuide.com

Für meine Familie ist Breslau (Wrocław) seit einigen Jahren ein lieb gewordenes Reiseziel. Für uns ist jeder Besuch weniger ein touristischer Tripp denn ein Ankommen in vertrautem Terrain. Obwohl wir die polnische Sprache nicht beherrschen, knüpfen wir jedes Mal neue Kontakte mit freundlichen Menschen. Soziale Medien machen es möglich, auch nach einer Reise in Kontakt zu bleiben. So bekamen wir auch einen Tipp auf einen brandaktuellen alternativen Reiseführer Wrocław (Breslau), der auf “100 außergewöhnliche Orte, die man nicht verpassen sollte”, aufmerksam macht. Bekannte – weniger bekannte, skurrile, romantische, auf jeden Fall außergewöhnliche Orte – die uns anziehen, weitere Besuche in dieser wunderschönen Stadt zu machen. Verfasser ist Mirko Seebeck, der auch die Seite  www.wroclawGuide.com betreibt. Ich habe bisher wohl noch nie so einen topaktuellen Reiseführer wie diesen gefunden. Wenn eine Lokalität so wie beschrieben nicht mehr existiert oder geschlossen ist (wie der zum Restaurant umgebaute Breslauer Wasserturm), dann bekommt man über den Newsletter von wroclawguide.com eine alternative vorgeschlagen. Hier drei Beispiele  der außergewöhnlichen Art. Danke Mirko für den Abdruck. Drei Tipps für die Zeit nach Corona, wenn wir wieder reisen können…. Auf der Seite von Mirko Seebeck gibt es u.a. auch viele Tipps zum Essen und Trinken in Breslau.

Die Markthalle von Breslau (Wrocław)