Autotester: Moritz & Weirauch

Hier werden neueste Modelle vorgestellt. Dieter Weirauch geht u.a. der Frage nach, wie man am günstigsten Fahrräder in Autos verstauen kann.

Autotester: Moritz & Weirauch

Alfa Romeo Stelvio “First Edition”

170403_AR_Stelvio_010Alfa Stelvio Foto: Alfa Romeo

Gibt es eigentlich noch einen Autohersteller, der keinen SUV im Portfolio hat? Alfa Romeo war lange Zeit in der SUV-Liga nicht vertreten. 2017 haben die Italiener mit dem Stelvio diese Modell-Lücke geschlossen. Der SUV-Name “Stelvio” ist nach dem 2.785 Meter hohen italienischen Alpenpass, Passo di Stelvio, benannt.
Zum Test stand das Sondermodell Alfa Romeo Stelvio “First Edition” mit 280 PS Benzin-Motor, Allrad und 8-Stufenautomatik zur Verfügung.

❏ Karosserie – Alfa Romeo Stelvio

Alfa Romeo baut schöne Autos. Auch beim Stelvio haben die Italiener ihr Gespür für schönes Design wieder unter Beweis gestellt. Mit der abfallenden Dachlinie, den schmalen Fensterflächen mit Chromeinfassung und der stark geneigten A-Säule zeigt sich die Seitenlinie des Alfa Romeo Stelvio elegant und dynamisch. Die 20-Zöller des Testwagens, mit den rot lackierten Bremssättel für 350 Euro Aufpreis, unterstreichen diesen Eindruck zusätzlich.

Der Alfa Romeo Stelvio hat serienmäßig Xenonscheinwerfer      Foto: Alfa Romeo

Der Stelvio ist eine durchaus sehenswerte Erscheinung im SUV-Segment. Er streckt sich auf 4,69 Meter in die Länge, 1,90 Meter in die Breite und ist 1,67 Meter hoch. Der Radstand von 2,82 Metern lässt ausreichende Platzverhältnisse erwarten. Die Bodenfreiheit beträgt 20 Zentimeter und 13 verschiedene Karosseriefarben stehen beim Alfa Romeo Stelvio zur Auswahl. Neben der getesteten “First Edition”-Variante gibt es noch die Ausstattungslinien Stelvio, Business, Super und Executive.

Die Front des Italo-Crossovers lässt keine Zweifel aufkommen: Hier kommt ein Alfa! Mit der “Alfa-Niere” und dem Nummernschild an der linken Seite des Stoßfängers präsentiert sich der Stelvio im typischen Alfa-Look. Die Italiener haben bei ihrem SUV auf den Unterfahrschutz an der Front verzichtet. Das tut zum Einen dem Design gut und zum Anderen fährt diese automobile Gattung sowieso nicht im harten Gelände.

Der Alfa Romeo Stelvio hat die Tankklappe auf der Fahrerseite      Foto: Alfa Romeo

Die Rückleuchten des Alfa Romeo Stelvio sind komplett in LED-Technik. Der dezente Dachkantenspoiler in wagenfarbe geht seitlich in schwarze Flicks über. Die zweiflutige Auspuffanlage wird von dicken Chromringen perfekt in Szene gesetzt. Serienmäßig sind die Parksensoren in den Stoßfängern.

❏ Kofferraum – Alfa Romeo Stelvio

Die elektrische Heckklappe des Stelvio lässt sich mit dem Funkschlüssel oder per Knopf vom Innenraum aus öffnen. Und die schwingt richtig weit auf und lässt sich individuell in der Öffnungshöhe programmieren. Bei aufgestellten Rücksitzlehnen passen 525 Liter ins Gepäckabteil. Die Ladekantenhöhe beträgt 69 Zentimeter. Unter dem Ladeboden befindet sich noch eine zweite Ebene mit dem Tirefit und dem Werkzeug. Für ein paar Kleinigkeiten ist auch noch Platz.

Links im Kofferraum befindet sich der Subwoofer      Foto: Alfa Romeo

Die Sitzlehnen können mit zwei Hebeln aus dem Kofferraum direkt oder aus dem Innenraum im Verhältnis 60:40 umgeklappt werden. Der Stauraum erweitert sich dann auf 1.600 Liter. Allerdings fielen beim Testwagen die Lehnen nicht von alleine um, sondern brauchten einen persönlichen Schubs. 565 Kilogramm beträgt inklusive den 75 Kilogramm für den Dachgepäckträger die maximale Zuladung. Die optionale Anhängerkupplung kann einen gebremsten Hänger bis 2,3 Tonnen ziehen.

❏ Innenraum + Ausstattung

Beim Platzangebot herrscht im Stelvio kein Mangel für die Insassen – weder vorne, noch im Fond (bei zwei Erwachsenen). Auch über den Köpfen ist reichlich Luft bis zum Fahrzeughimmel. Der Aus- und Überblick ist auf allen Plätzen mehr als ausreichend. Der Blick nach hinten ist allerdings eingeschränkt. Mit Hilfe der Rückfahrkamera und der Parkpiepser wird dieses Manko beim Einparken ausgeglichen. Das Interieur ist hochwertig und sportlich-elegant eingerichtet, erreicht aber kein Premiumniveau.

Alfa Romeo Stelvio: Die Rückbank kann nicht verschoben werden       Foto: Alfa Romeo

Bei der Materialauswahl im Testwagen herrschte ein Mix aus Softtouch, Leder, Hartplastik, Holzdekor und Kunststoff in Alu-Optik. Was mir nicht gefallen hat, war das großporige Softtouch-Material. Aber das ist ja Geschmackssache. Bei der Verarbeitung gab es keinen Grund zu klagen. Kein klappern oder sonstige Geräusche störten den guten Gesamteindruck.

Der Fahrer-Arbeitsplatz im Alfa Romeo Stelvio       Foto: Alfa Romeo

Die leicht geschwungene Armaturentafel mit den überschaubaren Schaltern und Knöpfen bildet den Arbeitsplatz für den Fahrer. Hinter dem Multifunktionslenkrad inklusive Starterknopf, sitzen zwei Rundinstrumente mit einem 3,5-Zoll-Informations-Center dazwischen. Der 8,8 Zoll große Bildschirm (kein Touchscreen!) wird über die Drehregler auf der Mittelkonsole bedient. Eine Ebene tiefer liegen die Belüftungsdüsen und eine weitere Ebene darunter befinden sich die Bedienelemente für die Zwei-Zonen-Klimaautomatik.

Der Fahrdynamikschalter “dna” im Alfa Romeo Stelvio       Foto: Alfa Romeo

Die Fahrdynamikregelung bietet im Alfa Romeo Stelvio drei Modi: Dynamik, Natural und Advanced-Efficiency. Der gewählte Modus nimmt Einfluss auf die Drehmomentkurve, das Ansprechverhalten der Bremsen, die Gangwechsel, sowie die Stabilitäts- und Traktionskontrolle des Fahrzeugs. Grundsätzlich ist im Alfa Romeo Stelvio alles gut platziert und leicht zu bedienen.

Elektrisch verstellbare Sportsitze im Alfa Romeo Stelvio        Foto: Alfa Romeo

Mit zwei Ausnahmen: Hinter den voluminösen Schaltpaddles liegen die beiden Lenkstockhebel für Blinker und Scheibenwischer. Diese sind nicht optimal zu erreichen bzw. zu bedienen. Das andere Manko ist der 8,8-Zoll-Bildschirm. Die Bedienung von Navi und Infotainment ist sehr umständlich, langsam und von der Grafik her nicht mehr zeitgemäß. Alle vier Türen haben Ablagemöglichkeiten.

Alfa Romeo hat dem Stelvio von Hause aus einige Assistenzsysteme mitgegeben, bietet aber auch gegen Aufpreis diverse Pakete an. Allerdings sind hier die Italiener mit ihrem SUV nicht das Maß in dieser Fahrzeugklasse, aber manchmal kann weniger ja auch mehr sein.

Motor + Fahrleistung

Der getestete Alfa Romeo Stelvio in der “First Edition”-Ausstattung wird von einem Zweiliter-Vierzylinder-Turbo-Motor angetrieben. Das Kraftwerk leistet 280 PS und wuchtet 400 Newtonmeter bei 2.250 U/min auf die Kurbelwelle. Der Italo-Crossover hat serienmäßig den Allradantrieb “Q4” und der sorgt mit dafür, dass der knapp unter zwei Tonnen schwere SUV mühelos in 5,7 Sekunden auf Tempo 100 km/h beschleunigt. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 230 km/h erreicht.

280-PS-Kraftwerk im Alfa Romeo Stelvio       Foto: F. Moritz

Unter normalen physikalischen Bedingungen wird die volle Kraft auf die Hinterräder geschickt. Wird mehr Traktion benötigt, kann bis zu 50 Prozent der Kraft elektronisch auf die Vorderräder geleitet werden. Der Stelvio lässt sich für einen SUV recht flott fahren, was auch ein Verdienst der punktgenau schaltenden Achtgang-Automatik ist. Die mit 12:1 übersetzte Lenkung greift sehr direkt ein und der Alfa Romeo Stelvio lässt sich exakt durch Kurven dirigieren. Erstaunlich gering waren dabei die Wankneigungen des SUVs.

Der Wendekreis liegt bei 11,75 Metern. Für den Fahrspaß ist in der getesteten 280-PS-Version alles vorhanden. Leider kostet das auch einen Aufschlag an der Tanke. Im Test zeigte die Verbrauchs-Anzeige im Durchschnitt 10,4 Liter an.

Sieht schick aus: Alfa Romeo Stelvio         Foto: Alfa Romeo

Der Fahrkomfort des Testwagens war nicht gerade sänftenartig. Das straff abgestimmte Fahrwerk steckt kurze Unebenheiten schlecht weg. Etwas enttäuscht war ich auch vom Sound der zweiflutigen Auspuffanlage. Es gab eigentlich gar keinen. Bei Richtgeschwindigkeit 130 km/h auf der Autobahn bleiben die Motor- und Wingeräusche für die Insassen angenehm niedrig.

❏ Fazit + Preis vom Alfa Romeo Stelvio

Der Alfa Romeo Stelvio überzeugt mich mit seinem tollem Karosserie- und Innenraumdesign. Der erste SUV der Italiener ist ein praktisches Fahrzeug, mit ordentlichem Platz für Insassen und Gepäck. Die Motorleistung ist völlig ausreichend und die Trinkgewohnheiten muss man halt mögen. Der Grundpreis des Testwagens beträgt 56.000 Euro.
Den günstigsten Alfa Romeo Stelvio gibt es mit einem 150 PS-Diesel-Motor ab 39.800 Euro. Vier Jahre Garantie ohne Kilometerbegrenzung sind immer inklusive.

Der Testwagen wurde von Alfa Romeo zur Verfügung gestellt.

Autotester: Moritz & Weirauch

Volvo XC40 D4 AWD Momentum

Seit Ende 2017 kann der Volvo XC40 bestellt werden. Den Schweden liegen bisher rund 80.000 Vorbestellungen für das kompakte SUV vor. Um die große Nachfrage zu befriedigen, muss das Volvo-Werk im belgischen Gent seine Kapazitäten erweitern und im chinesischen Luqiao wird ab 2019 zusätzlich produziert. Was der kleine SUV-Neuling kann, soll ein Test klären.

Die schwedische Premium-Marke Volvo macht mit seinen Fahrzeugmodellen schon seit längerem alles richtig. Waren frühere Volvo-Modelle von der Sorte Quadratisch-Praktisch-Gut, ziehen heutige Fahrzeuge mit ihrem schicken Karosserie-Design die Blicke auf sich. Gerade im puncto Design hat sich bei Volvo sehr viel getan – innen wie außen.

Volvo gehört seit 2010 zum chinesischen Automobilhersteller Geely, und mit dem wurde die neue CMA-Plattform entwickelt. Der Volvo XC40 baut als erstes Modell auf dieser Plattform auf.

❏ Karosserie – Volvo XC40

Der Volvo XC40 streckt sich in der Länge auf 4,43 Meter. In der Breite sind es 1,86 Meter (mit Außenspiegeln 2,03 Meter) und in der Höhe 1,65 Meter. Zum Vergleich, ein VW Tiguan misst 4,48 x 1,84 x 1,70 Meter. Der XC40 ist aktuell der kleinste SUV von Volvo, passt aber mit seinem Karosseriedesign zur Markenfamilie von XC60 und XC90. Der kleine Schwede erreicht aber nicht ganz ihre Eleganz.

Volvo XC40 mit Schweden-Flagge als nettes Detail     Foto: Volvo

Kurze Überhänge, zweifarbige Lackierung (540 Euro extra) und eine kleine Schweden-Flagge am linken Kotflügel sind nur drei Details, die den kompakten Premium-SUV optisch von anderen Herstellermodellen in dieser Klasse unterscheiden. Der kleine Hochbeiner wirkt schon im Stand sehr edel, und das will Volvo auch mit seinem kleinsten SUV sein. Die Leuchtengrafik im „Thors-Hammer-Stil“ hat er von seinen Brüdern geerbt, und es steht ihm gut. Ambientebeleuchtung, LED-Nebelscheinwerfer und Voll-LED-Scheinwerfer kosten im Paket 700 Euro Aufpreis. Dazu die Heckleuchten in Form von Elchgeweihen, die Außenstehende zum Hinterherschauen animieren.

Volvo XC40 Momentum: Ein Heck zum Hinterherschauen       Foto: Volvo

Volvo bietet den XC40 in den Ausstattungslinien XC40, Momentum, R-Design und Inscription an. Der Testwagen war ein Volvo XC40 in der Momentum-Ausstattungslinie. Der Auspuff verschwindet unter dem in Hochglanzsilber gehaltenen Unterfahrschutz. Danke Volvo, dass ihr auf Fake-Blenden verzichtet habt! An die Anhängerkupplung kann der XC40 eine gebremste Last von 2,1 Tonnen hängen. Serienmäßig sind 18-Zoll-Alus mit der Bereifung 235/55 aufgezogen. Die vier Bügelgriffe sind beleuchtet und die Türen ziehen sich weit um die Schweller herum. Verschmutzte Hosen sind kein Thema mehr beim kleinsten Volvo-SUV.

❏ Kofferraum – Volvo XC40

460 Liter passen in den Kofferraum vom Volvo XC40          Foto: Volvo

Die Heckklappe ließ sich beim Testwagen elektrisch öffnen. Das kostet aber 1.050 Euro Aufpreis. Dann gibt es aber noch ein Gepäckraum-Trennnetz, elektrisch umlegbare Rücksitzlehen und Kopfstützen, die Schublade unter dem Fahrersitz und eine 12-Volt-Dose im Gepäckraum dazu. Die manuelle Methode zum Öffnen funktioniert natürlich auch. 460 Liter passen ins Heckabteil und fallen die Sitzlehnen (60:40 Verhältnis) um, sind es 1.336 Liter. 426 Kilogramm beträgt die maximale Zuladung. Das sind keine Spitzenwerte in dieser Klasse. Der Kofferraumboden lässt sich praktischerweise zum Raumteiler aufstellen.

❏ Innenraum + Ausstattung

Das Interieur vom Volvo XC40 zielt schon in Richtung Premium, obwohl auch Hartplastik an der einen oder anderen Stelle zu finden ist. Die verwendeten Materialien (Leder, Aluminium und aufgeschäumter Kunststoff) sind gut verarbeitet und eingepasst. Das Layout vom Armaturenbrett mit seinen klaren Linien ähnelt dem der großen Brüder XC60 und XC90.

Unterschiede gibt es z.B. bei der Form der Lüftungsdüsen, die Platzierung des Drive-Mode- und Starterknopfs und die Gestaltung rund um den Schalthebel. Der Fahrer blickt auf ein 12,3 Zoll großes digitales Cockpit mit Kartenansicht und natürlich auf das serienmäßige 9,2-Zoll große Touchscreen in der Mittelkonsole.

Volvo XC40: Schickes und klares Design       Foto: Volvo

Bedient wird der Screen wie ein iPad: Rein- und rauszoomen, wischen und tippen. Das lenkt aber teilweise auch ab. Über das große Display können verschiedenste Fahrassistenzsysteme angesteuert werden. Das ist schon großes Kino, wobei Grobmotoriker mit der Bedienung einige Probleme haben werden. Aber es gibt zur Not ja noch die Sprachsteuerung. Und man sollte Fingerabdrücke auf dem Display mögen.

Ansonsten ist der Volvo XC40 eine rollende Design-Box und begeistert die Insassen mit seinen schönen Details. Das Leder-Lenkrad lag angenehm griffig in der Hand und mit ein wenig Eingewöhnung, kommt man auch mit den Knöpfen klar.

Volvo XC40: Bequeme Sitze mit verlängerbarer Beinauflage     Foto: Volvo

Die Sitzposition auf der Lederbestuhlung ist für große und kleine Personen gut einstellbar. Gefallen hat mir die großzügige Breite des Innenraums. Und auch in der zweiten Reihe sitzt man recht ordentlich. Der XC40 ist vom Sitzkomfort her ein absolut langstreckentaugliches Fahrzeug. Weil die Lautsprecher in den vorderen Türen weit nach oben gewandert sind, hat der Volvo XC40 riesige Türtaschen. Hinten fallen sie deutlich kleiner aus. USB-Anschlüsse und Smartphone-Ladesystem erhöhen den Komfort für die Insassen. Für den guten Klang sorgte im Testwagen ein Soundsystem von Harman Kardon.

❏ Assistenzsysteme – Volvo XC40

Auch der kleinste Volvo-SUV kann beim Thema Sicherheit und Assistenzsysteme punkten. Zur Serienausstattung des XC40 gehören das Oncoming Lane Mitigation (greift bei drohenden Zusammenstößen mit entgegenkommenden Fahrzeugen ein), die Road Edge Detection (unbeabsichtigtes Verlassen der Fahrbahn wird durch Lenk- und Bremseingriffe verhindert) und das Run-off Road Protection. Außerdem ist das Volvo Safety Notbremssystem an Bord, das Kollisionen mit anderen Fahrzeugen, Motorrädern, Fußgängern, Fahrradfahrern und Tieren vermeiden soll. Ein Kreuzungs-Bremsassistent ist Bestandteil dieses Systems.

Optional bietet Volvo für den kleinen SUV das BLIS-System zur Überwachung des toten Winkels und den Park Assist Piloten mit 360° Kamera (1.880 Euro) an. Für die Sicherheit sorgen u.a. Kopf- und Schulterairbags für alle Insassen.

Motor + Fahrleistung

Volvo setzt bei seinen Modellen ausschließlich nur noch Vierzylinder-Motoren ein. Unser XC40-Testwagen hatte einen 2,0-Liter Reihenvierzylinder-Bi-Turbo-Diesel-Motor mit 190 PS. Ein SCR-Kat mit AdBlue-Einspritzung sind an Bord und der SUV erfüllt die Norm Euro-6d-Temp. Die maximale Leistung liegt bei 4.000 U/min an und das Drehmoment beträgt 400 Nm. Es liegt in einem schmalen Drehzahlband zwischen 1.750 und 2.250 U/min an. In 7,9 Sekunden beschleunigt der Hochbeiner auf 100 km/h und die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 210 km/h. Der Motor wirkt beim beschleunigen weder angestrengt, noch ist er für die Insassen akustisch störend. Die 8-Gang-Automatik schaltet harmonisch und unaufgeregt und passt gut zum 1,8 Tonnen schweren SUV.

Der Volvo XC40 erfüllt die Euro 6d-Temp-Norm    Foto: Volvo

Über die Drive Mode Funktion kann der Fahrer sich zwischen den Modis Comfort, Eco, Dynamic und Off-Road entscheiden. Geregelt werden dabei jeweils die Steuerungssysteme für Motor, Automatikgegtriebe, Lenkung, Bremsen, Fahrdynamikregelung und Start-Stopp-Funktion. Für mich war der Comfort-Modus die optimale Einstellung während der Testfahrt. Im Dynamic-Modus geht der Volvo XC40 zwar entschlossener zur Sache, er ist aber vom Charakter her doch mehr Cruiser als Racer.

Bei zügiger Fahrweise steigt außerdem der Verbrauch extrem an. Auf der Autobahn kam ich laut Bordcomputer locker über 11 Liter. Bei einem Tankinhalt von 54 Litern kommt man da nicht weit. Dank serienmäßigem Allradantrieb war Traktion kein Problem und in zügig gefahrenen Kurven blieb die Wankneigung zurückhaltend.

Volvo XC40     Foto: Volvo

Der Volvo XC40 hat eine Bodenfreiheit von 31 Zentimetern. Damit schafft er leichtes Gelände, aber ein echter Wühler ist er nicht. Der Wendekreis von 11,8 Metern machte sich manchmal in der Stadt negativ bemerkbar. Ansonsten arbeitet die Lenkung leicht und zielgenau. Die Bremsen sind für das Fahrzeuggewicht ordentlich dimensioniert und der Bremsdruck lässt sich gut dosieren. Obwohl der Volvo XC40 an der Hinterachse eine komplett neue Multilenker-Konstruktion erhalten hat, polterte der Test-SUV gelegentlich über Gullydeckel und Querfugen. Das kann natürlich auch an den 19-Zoll-Rädern gelegen haben. Ansonsten fährt er sich sehr komfortabel.

❏ Fazit + Preis vom Volvo XC40 D4 AWD

Der Volvo XC40 D4 AWD Momentum punktet mit seinem Karosserie- und Innenraumdesign. Die Technik hat mich genauso überzeugt, wie die umfangreichen Assistenzsysteme und sein Komfort (mit kleiner Einschränkung). Der Grundpreis für den kleinen SUV beträgt 44.800 Euro. Dabei ist er schon ordentlich ausgestattet. Natürlich bieten die Schweden optional noch eine ganze Reihe an Ausstattungspaketen an, damit sich jeder sein Fahrzeug so individuell wie möglich konfigurieren kann.

Der Testwagen kam mit Sonderausstattungen auf 55.490 Euro. Viel Geld für einen kompakten SUV, zumal nur zwei Jahre Garantie gewährt werden und der Volvo XC40 jedes Jahr zum Service in die Werkstatt muss.

Der Testwagen wurde von Volvo zur Verfügung gestellt.

Autotester: Moritz & Weirauch

Volvo V90 Cross Country “Ocean Race”

Volvo Ocean Race_17Volvo V90 Cross Country Ocean Race Foto: Volvo

Den Volvo V90 Cross Country gibt es in Deutschland seit Februar 2017 zu kaufen. Die Schweden haben von ihrem hochgelegten V90-Kombi anlässlich der gerade stattfindenden Hochsee-Regatta “Volvo Ocean Race” ein Sondermodell auf den Markt gebracht, den Volvo V90 Cross Country “Ocean Race”.

Das “Volvo Ocean Race” findet alle drei Jahre statt und ist eines der härtesten Bootsrennen der Welt. Die Regatta startete am 22. Oktober 2017 im spanischen Alicante und führt die Teilnehmer in rund acht Monaten über 45.000 Seemeilen rund um den Globus. Der Zielhafen ist im Juni 2018 Den Haag. Und da Volvo auch für den aktiven Umweltschutz steht, wurden die Rennyachten mit Sensoren ausgestattet. Sie sollen während der Wettfahrt u.a. die Verschmutzung der Weltmeere erfassen.

❏ V90 CC “Ocean Race” – Karosserie

Volvo V90 Cross Country “Ocean Race” mit 21 cm Bodenfreiheit     Foto: Volvo

Mit Sensoren ist auch der Volvo V90 Cross Country “Ocean Race” ausgestattet. Diese dienen unter anderem der Insassen-Sicherheit. Die Schweden haben die Vision, dass keine Person in einem Volvo-Fahrzeug mehr bei einem Unfall getötet oder schwerverletzt werden soll. Sicherheit war und ist schon immer ein großes Pfund der Marke Volvo.

Die Karosserie des Volvo V90 CC “Ocean Race” hat gegenüber dem normalen V90-Kombi mehr Bodenfreiheit (plus 6 cm) und eine  rundum graue Kunststoffbeplankung. Mit der leicht angedeuteten Coupé-Form und den ausgewogenen Proportionen wirkt der Volvo für meinen Geschmack richtig schick. Optisch ist er jedenfalls schon Mal eine echte Alternative zu seinen Mitbewerbern wie z.B. Mercedes E-Klasse All-Terrain, VW Passat All-Treck oder auch den Audi A6 Allroad.

Volvo V90 Cross Country “Ocean Race”: Scheinwerfer in “Thors-Hammer”-Optik      Foto: Volvo

Der Volvo V90 Cross Country “Ocean Race” hat eine Länge von 4,94 Metern, eine Breite von 1,88 Meter (mit Außenspiegeln 2,05 Meter) und in der Höhe sind es 1,54 Meter. Beim Radstand kommt der Schwede auf 2,94 Meter, was für ordentliche Platzverhältnisse der Insassen reichen sollte. Die Volvo V90-Edition gibt es ausschließlich in der Metallic-Sonderfarbe Chrystal White Pearl.

Zwischen den Voll-LED-Scheinwerfern Active High Beam in “Thors-Hammer”-Optik (980 Euro extra, LED-Scheinwerfer sind Serie) dominiert der Kühlergrill mit seinen senkrechten Streben in mattem Silber die Front des robusten Schweden. Das Sondermodell “Ocean Race” erkennt man auch an den orangefarbenen Applikationen am Unterfahrschutz, den Radhäusern und Seitenschwellern.

Der Volvo V90 Cross Country “Ocean Race” fährt serienmäßig auf 20-Zöllern      Foto: Volvo

Der Volvo V90 CC “Ocean Race” fährt serienmäßig mit 20-Zoll-Rädern in der Dimension 245/45 in 5-Speichen-Diamantschnitt-Design vor. Damit kann der Schwede kleinere Ausflüge auf Wald- und Feldwegen unternehmen. Für den harten Offroad-Einsatz sind diese Reifen nicht geeignet, aber da will der Volvo ja auch gar nicht hin.

Die Fenster werden von einer umlaufender Chromleiste eingerahmt und die Antenne in Haifischflossenform sitzt auf dem Dach. Beleuchtete Türgriffe, Bodenbeleuchtung, Dachreeling und die elektrisch anklappbaren Außenspiegel in Wagenfarbe sind Serie – die verdunkelten Scheiben kosten Aufpreis.

Volvo V90 Cross Country “Ocean Race”      Foto: Volvo

Den Heckbereich prägen die bis zum breiten Dachkantenspoiler hochgezogenen Rückleuchten und die beiden Chromblenden der Auspuffanlage. Warum allerdings die Blinkleuchten bei einem Premiumfahrzeug nicht in LED-Technik leuchten, ist mir unverständlich. Das Cross-Country-Logo ist in die Stoßstange eingearbeitet. Die Ladekante hat eine Höhe von 68 Zentimetern und die Heckklappe schwenkt bis auf über zwei Meter in die Höhe.

❏ V90 CC “Ocean Race” – Kofferraum

Geöffnet werden kann die elektrische Heckklappe (mit Einklemmschutz) per Knopf neben dem Lenkrad, mit einem Klick auf den Zündschlüssel oder an der Heckklappe selbst. Auf Wunsch geht es auch per “Fußschwenktechnik”. Die Anhängerkupplung sitzt unsichtbar unterm Heck und kann bei Bedarf elektrisch ausgeklappt werden.

Volvo V90 Cross Country “Ocean Race”: Die Ladekante ist 68 cm hoch      Foto: Volvo

Im Kofferraum des Volvo V90 CC “Ocean Race” ist Platz für 560 Liter Gepäck und maximal 477 Kilogramm Zuladung (Zum Vergleich die Limousine Volvo S90: 500 Liter und 468 Kilogramm Zuladung). Bei umgeklappten Sitzlehnen (im Verhältnis 60:40) erhöht sich der Platz auf 1.526 Liter. Das Umklappen erfolgt elektrisch über einen Schalter im Kofferraum. Netter Nebeneffekt beim Umklappen: die Kopfstützen fallen gleich automatisch mit um.

Volvo V90 Cross Country “Ocean Race” mit wasserabweisenden Gepäckboden    Foto: Volvo

Ein Teil des Ladebodens lässt sich als eine Art Raumteiler aufstellen. Den gesamten Ladeboden kann man natürlich auch öffnen. Der wird dann von einem Gasdruckdämpfer gehalten. Viel Platz findet man in der Ablage aber nicht vor. Das Notrad nebst Werkzeug liegt unter dem Ladeboden verstaut.

Volvo V90 Cross Country “Ocean Race”      Foto: Volvo

Der Volvo V90 CC “Ocean Race” bietet auch im Kofferraum ein paar nette Features. Da wären z.B. der wasserdichte Gepäckraumboden in Teak-Optik, eine zusätzliche LED-Leuchte in der Heckklappe oder auch eine robuste LED-Taschenlampe mit drei Dimmstufen, die aus Aluminium für die Luft- und Raumfahrt gefertigt wurde. Ein Trennnetz ist genauso serienmäßig, wie die Laederaumabdeckung (beides leicht auszubauen), Verzurrösen, USB- und 12-Volt-Anschlüsse.

❏ Innenraum + Ausstattung

Der Kunde kann bei der Innenausstattung des Volvo V90 CC “Ocean Race” zwischen den Farben Anthrazit oder Hell Beige inklusive Türverkleidungen mit Kontrastnähten und Anschnallgurten in Orange wählen. Die vorderen Türen lassen sich weit öffnen. Über die beleuchteten Aluminium-Einstiegsleisten mit dem “Volvo Ocean Race”-Schriftzug gelangt man auf die großzügig geschnittenen und komfortablen Sportsitze. Übrigens sind die Materialien im Innenraum wasserabweisend.

Volvo V90 Cross Country “Ocean Race”: Auffällig die farbigen Akzente       Foto: Volvo

Das Platzangebot für die Passagiere ist vorne wie hinten tadellos und dazu kann auch noch die Rundumsicht überzeugen. Trotz Panorama-Glasschiebedach war die Kopffreiheit im Testwagen ausreichend. Der Volvo ließ sogar einen halbwegs vernünftigen Blick nach hinten zu, aber auf Parkpiepser und Rückfahrkamera würde ich trotzdem nicht verzichten wollen. Hinten gibt es für 350 Euro extra integrierte Kindersitze. Den Test mit Nachbars Kindern haben die Sitze bestanden und wurden von den Jungs als cool bewertet.

Das Cockpit ist optisch und haptisch eine Sünde wert. Vorbei die Zeiten wo der Volvo-Fahrer auf eine Trutzburg schaute. Jetzt regiert das digitale Zeitalter im Armaturenbrett. Der Testwagen hatte das 12,3-Zoll große digitale Cockpit, dass zwischen dem Tacho und Drehzahlmesser auch eine Navigationskarte darstellen kann.

Volvo V90 Cross Country “Ocean Race” mit digitalen Anzeigen     Foto: Volvo

Auffällig sind die wenigen Knöpfe und Schalter zur Bedienung des Volvo. Die Schweden haben jetzt in allen ihren Modellen einen aufrechten 9-Zoll Touchscreen im iPad-Design als zentrales Bedienelement verbaut. Hierüber wird so gut wie fast alles im Auto gesteuert und geregelt. Allerdings habe ich auch festgestellt, dass so faszinierend diese Technik ist, sie auch Nachteile hat.

Volvo V90 – Touchscreen
Volvo V90 Cross Country “Ocean Race” mit 9-Zoll Touchscreen      Foto: Volvo

Da wären die ständigen Finger-Abdrücke auf dem Touchscreen, die nicht nur störend wirken, sondern vor allem unschön aussehen. Und was mich persönlich noch viel mehr störte, war die teilweise sehr umständliche und unklare Bedienung auf dem Touchscreen. Das Einstellen dauerte teilweise zu lange und lenkte vom Straßenverkehr ab. Da wünscht man sich zumindest für häufig zu benutzende Anwendungen den guten alten Knopf wieder.

Was aber überhaupt nicht ging, war der große schwarze Kasten mit den Kameras hinter dem Rückspiegel, der die Sicht auf Ampeln fast komplett versperrte.

Fußmatten aus recycelten Fischernetzen im “Ocean Race”      Foto: Volvo

Aber das Positive überwiegt beim Volvo V90 ohne Frage. Echtkarboneinlagen findet man im Volvo-Interieur genauso vor wie Leder, Chrom und Aluminium. Die Kombination daraus im Innenraum ist wirklich sehenswert und die Verarbeitung war beim Testwagen tadellos. Erwähnen möchte ich noch das Premium-Audiosystem “Sound by Bowers & Wilkins”. Neben der eleganten Metallverkleidung für die Lautsprecher, kann man seinen Lieblingssong akustisch so wahrnehmen, als sitze man in der Konzerthalle von Göteborg. Genial!

Volvo V90 Cross Country “Ocean Race”: Es gibt auch Elche in Deutschland!       Foto: Volvo

Beim Thema Sicherheit und Assistenzsysteme kann man mit dem Volvo V90 Cross Country “Ocean Race” nichts falsch machen. Er setzt Maßstäbe bei der serienmäßigen Sicherheitsausstattung und was fehlt, kann optional geordert werden. Und dann hat der Volvo-Käufer wirklich das komplette Programm vom teilautonomen Fahren bis zum Erkennen von großen Tieren, wie Elche, Kühe oder Pferde, bei Tag und Nacht. Und selbsttätig bremst der Geländekombi im Notfall dann auch noch. Connectivität ist natürlich dem Volvo V90 kein Fremdwort.

❏ Motor + Fahrleistung

Für den Volvo V90 CC “Ocean Race” gibt es insgesamt vier Motorisierungen: zwei Benziner und zwei Diesel. Alle haben einen Vierzylinder-Motor, serienmäßig Allrad und die 8-Gang-Geatronic an Bord. Der Testwagen hatte die schwächere Diesel-Motorisierung, die 190 PS leistet. Das maximale Drehmoment von 400 Newtonmetern liegt zwischen 1.750 und 2.500 U/min an. Die Höchstgeschwindigkei erreicht der knapp zwei Tonnen schwere Kombi bei 210 km/h und den Sprint von 0 auf 100 km/h absolviert er laut Datenblatt in 8,7 Sekunden.

Dick gepolsterte Motorabdeckung im Volvo-Testwagen     Foto: F. Moritz

Gestartet wird der Volvo V90 CC “Ocean Race” über einen hübschen Drehknopf (nach rechts starten, nach links abschalten), der den Motor zum Leben erweckt. Der Vierzylinder-Diesel-Motor bleibt für die Insassen jederzeit auf einem angenehmen Geräuschniveau und fährt sich sehr nervenschonend. Die Achtstufenautomatik schaltet in den meisten Situationen sehr souverän und die Leistung des Motors reicht im Stadtverkehr wie auf der Autobahn völlig aus.

Volvo V90 Cross Country “Ocean Race”       Foto: Volvo

In der Stadt genehmigte sich der Testwagen laut Anzeige gute 8 Liter Diesel. Die elektrische Servolenkung arbeitet leicht, präzise, gefühlvoll und macht genau das, was sie soll. Der Wendekreis beträgt knapp 12 Meter und das merkt man in der einen oder anderen Situation doch deutlich. Vier Fahrprogramme bietet der Volvo: Eco, Dynamic, Gelände und Comfort. Letzterere Einstellung ist für meinen Geschmack auf befestigten Straßen die beste Variante.

Der Fahrkomfort war mit den 20-Zoll-Bereifung recht komfortabel und durch das Allradsystem waren Traktionsprobleme beim Testwagen kein Thema. Beim Thema Offroadtauglichkeit ist der Geländekombi Volvo V90 trotz seiner Bodenfreiheit, wie auch die meisten modernen SUVs, für den leichten Wald- und Wieseneinsatz geeignet, aber für mehr reicht es nicht.

❏ V90 CC “Ocean Race” – Fazit + Preis

Den Schweden ist wieder Mal ein großer Wurf gelungen. Mit dem Volvo V90 Cross Country “Ocean Race” haben sie ein optisch, fahrtechnisch und sicherheitstechnisch hochwertiges Fahrzeug in einem Nischensegment gebaut. Der Kompromiss zwischen leichter Geländetauglichkeit und komfortablen Reisewagen ist perfekt umgesetzt worden. Auch wenn der Volvo V90 Cross Country “Ocean Race” ein tolles Auto mit nur wenigen Kritikpunkte ist, so habe ich zumindest beim Blick in die Preisliste Probleme.

Der Grundpreis liegt trotz umfangreicher Ausstattung schon bei stolzen 69.950 Euro. Der Testwagen mit Vollausstattung kam dann auf 86.329 Euro. Und das bei nur zwei Jahren Garantie. Alter Schwede!

Der Testwagen wurde bereitgestellt von VOLVO.

Autotester: Moritz & Weirauch

VW Polo GTI – Das alltagstaugliche Spaßmobil

Der neue Volkswagen Polo GTIVW Polo GTI Foto: Volkswagen

Den Kleinwagen VW Polo gibt es mittlerweile in der sechsten Generation. Wobei Kleinwagen mächtig untertrieben ist. Denn über die Jahre hat der Polo an seinen Abmessungen, der Technik und seinem Benehmen mächtig gearbeitet. Angefangen hat der VW Polo GTI mit 120 PS aus 1,6 Litern Hubraum. Aktuell ist der Kraftzwerg aus Wolfsburg bei 200-Turbo-PS angekommen. Und damit ist der Polo GTI auch zu einer echten Alternative zum Konzernbruder Golf GTI herangewachsen.

❏ VW Polo GTI – Karosserie

Das Außendesign vom Polo GTI unterscheidet sich nur unwesentlich von seinen “normalen” Polo-Brüdern. Die Polo GTI-Karosserie misst in der aktuellen Version 4,07 Meter in der Länge, 1,75 Meter in der Breite (mit Außenspiegeln 1,96 Meter und damit für die linke Spur im Autobahn-Baustellenbereich zugelassen!) und in der Höhe 1,44 Meter. Der Radstand beträgt 2,55 Meter. Auffälligstes Unterscheidungsmerkmal beim GTI ist die um 15 Millimeter tiefergelegte Karosserie mit dem serienmäßigen Sportfahrwerk.

VW Polo GTI Foto: Volkswagen
Den VW Polo GTI gibt es nur als Fünftürer       Foto: Volkswagen

Es gibt den Polo GTI nur als Fünftürer und mit fünf Außenlackierungen. Flash-Rot und Pure-White sind ohne Aufpreis und die anderen Farben kosten 495 Euro extra. Das GTI-Logo prangt an allen vier Seiten der Außenhaut und der obligatorische rote Lidstrich in den Scheinwerfern und im Kühlergrill mit seiner Wabenstruktur darf natürlich nicht fehlen. Halogen-Hauptscheinwerfer sind serienmäßig. LED-Scheinwerfer gibt es für 985 Euro Aufpreis.

VW Polo GTI Foto: Volkswagen
VW Polo GTI mit dem roten Lidstrich in den Scheinwerfern und im Kühlergrill       Foto: Volkswagen

Äußerlich unterstreichen rote Bremssättel, 17-Zoll-Alus, ein verchromtes Doppelauspuffendrohr und ein zweigeteilter, zweifarbiger Heckspoiler dezent die sportlichen Ambitionen des VW Polo. Ein Polo GTI ist optisch weder prollig noch ein Design-Exemplar. Man erkennt ihn als Polo, ahnt aber nicht unbedingt, welche sportlichen Gene in ihm stecken. Es sei denn, man erblickt das GTI-Logo.

❏ VW Polo GTI – Kofferraum

Der Kofferraum des Polo GTI mit doppeltem Boden ist solide verkleidet. Dieser schluckt 305 Liter und wenn die Rücklehnen im Verhältnis 60:40 umgeklappt werden, erweitert sich das Volumen auf bis zu 1.079 Liter. Bei 435 Kilogramm Zuladung ist das Maximum erreicht. Das reicht für das Urlaubsgepäck von zwei Personen. Als Lastesel ist der VW Polo nicht zu gebrauchen. Aber er ist ja schließlich auch ein GTI.

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VW Polo GTI mit sportlicher Schürze in Waben-Optik       Foto: Volkswagen

Der Kleine Kraftzwerg könnte wenn er wollte bis zu 1.200 Kilogramm (gebremst) an den Haken nehmen, aber wer macht das schon. Im unteren Teil des Kofferraums ist die Batterie für eine bessere Gewichtsbalance untergebracht und das Bordwerkzeug inklusive Tirefit. Für ein paar Kleinigkeiten ist hier auch noch Platz.

❏ Innenraum + Ausstattung

Volkswagen hat sich beim Innenraum richtig Mühe gegeben, dem gängigen GTI-Klischee zu entsprechen. Durch große Türen und über Einstiegsleisten mit GTI-Schriftzug gelangt man auf gut ausgeformten Sportsitze mit “Clark”-Karo-Muster. Die Seitenwangen mit schwarzem Stoff bieten ordentlichen Seitenhalt und die Bestuhlung empfand ich insgesamt bequem. Der schwarze Dachhimmel, ein abgeflachtes Leder-Sport-Lenkrad mit Schaltpaddle und GTI-Prägung, Laptimer im Bordcomputer, Alu-Pedalen und die rote Ziernaht an verschiedenen Stellen unterstreichen das Polo-Sport-Studio.

VW Polo GTI Foto: Volkswagen
Rot und Schwarz dominieren im VW Polo GTI          Foto: Volkswagen

Im Testwagen dominierten die Farben Rot und Schwarz das gesamte Armaturenbrett und die Mittelkonsole. Trotz der sportlichen Akzente bleibt der VW Polo GTI im Innenraum absolut alltagstauglich. Das Platzangebot auf den vorderen Plätzen im VW Polo GTI empfand ich als völlig ausreichend. Im Gegensatz zur zweiten Reihe, wo zwei Erwachsene nur für kürzere Strecken platznehmen sollten.

Ablagemöglichkeiten für die täglichen Dinge sind im VW Polo GTI ausreichend vorhanden und befinden sich in den Türen, der Mittelarmlehne, auf der Mittelkonsole und im Handschuhfach. Dazu noch ein Brillenfach im Dachhimmel. USB-Anschlüsse sind genauso vorhanden, wie eine 12-Volt-Dose und ein Fach für die induktive Ladestation unter den Klimareglern.

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Das aufpreispflichtige Active Info Display (400 Euro) im VW Polo GTI          Foto: Volkswagen

Der verwendete Materialmix und die -qualität können durchaus überzeugen, ohne jedoch in Richtung Premium zu tendieren. Dafür wird im VW Polo GTI zu viel Hartplastik verbaut (der komplette Türbereich, Mittelkonsole). Es ist alles VW-typisch gut verarbeitet. Die Anordnung der Schalter und Knöpfe ist perfekt gelöst und gibt, wen wunderts, keinerlei Rätsel auf. Und er hat noch einen richtigen Handbremshebel!

Wer analoge Anzeigen nicht mehr für zeitgemäß hält, der kann sich das aufpreispflichtige Active Info Display (400 Euro) für den VW Polo GTI bestellen. Der 8-Zoll Multimedia-Touchscreen für Radio, Navi, Telefon usw. wurde perfekt in der Höhe verbaut. Klimaanlage ist Serie, Klimaautomatik kostet 375 Euro Aufpreis. Parkpiepser vorne und hinten, sowie die Sitzheizung vorne sind im Grundpreis enthalten. Was fehlt, ist garantiert in der Aufpreisliste zu finden.

❏ Motor + Fahrleistung

Der erste Blick unter die Motorhaube fällt nicht auf den Motor, sondern sucht die Haltestange für die Haube. Gasdruckdämpfer gibt ist nämlich nicht. Also fällt erst der zweite Blick auf den neuen 2,0 Liter TSI Turbo-Motor, der auch im Golf GTI verbaut wird. Im Polo GTI  leistet das Aggregat 200 PS bei 4.400 bis 6.000 U/min und liefert 320 Nm zwischen 1.500 und 4.400 U/min ab. Das reicht für den Sprint in 6,7 Sekunden bis zur Marke von 100 km/h und zur Höchstgeschwindigkeit von 237 km/h.

VW Polo GTI Foto: Volkswagen
Der neue TSI-Motor leistet im VW Polo GTI 200 PS     Foto: Volkswagen

Für den VW Polo GTI gibt es aktuell nur ein Sechsgang-Doppelkupplungs-Getriebe. Eine manuelle Version soll noch 2018 nachgeschoben werden. Für die meisten Aufgaben in der Stadt oder auf der Landstraße reicht das DSG völlig aus und bringt die Kraft harmonisch an die Vorderräder. Und wer wirklich mal auf die Rennstrecke gehen möchte, der kann ja mit den Paddles arbeiten.

Trotz seiner 200 PS ist der VW Polo GTI keine Rennsemmel, sondern mehr ein hochmotorisierter Kleinwagen mit sehr guten Manieren. Auf der linken Spur der Autobahhn kann er lange mithalten, aber Angstschweiß oder nasse Hände bereitet er dem Fahrer dabei nicht.

VW Polo GTI Foto: Volkswagen
VW Polo GTI: Gibt es nur mit Sechsgang-DSG      Foto: Volkswagen

Ein elektronisches Vorderrad-Differential sorgt im Zusammenspiel mit dem ESP dafür, dass der VW Polo GTI die Bodenhaftung nicht verliert. Der Testwagen hatte das aufpreispflichtige Adaptivfahrwerk verbaut. Eco, Normal, Sport und Individuall sind die einstellbaren Modis. Im Sport-Modus liefert der Wolfsburger sogar eine Soundshow aus den Doppelendrohren. Die Lenkung macht genau das, was eine Lenkung machen soll und mit 10,6 Metern gibt es beim Wendekreis nichts zu meckern.

Die roten Bremssättel sehen nicht nur gut aus, die können auch kräftig zupacken. Im Datenblatt wird der Stadtverbrauch des VW Golf GTI mit 7,7 Litern angegeben. Den erreicht man nur im Eco-Modus, aber nicht, wenn die Sport-Taste gedrückt ist. Der Wolsburger hält keine bösen Überraschungen für den Fahrer bereit, und bleibt sehr lange neutral in der Spur.

Der GTI wird vielen Polo-Kunden gefallen, weil die Kombination aus komfortablen, gutmütigen Alltagsauto und GTI-Feeling nur einen Knopfdruck entfernt liegt.

❏ VW Polo GTI – Fazit + Preis

Die saubere Verarbeitung, eine präzise Lenkung, tolle Straßenlage, ein hoher Fahrkomfort und bei Bedarf ein Kleinwagen mit reichlich Power. Das ist der neue VW Polo GTI. Dazu eine Portion serienmäßiger Assistenzsysteme und eine lange Aufpreisliste. Das alles zum Preis von 23.950 Euro und damit fast 9.000 Euro günstiger als der große Bruder Golf GTI.

 

Der Testwagen wurde von Volkswagen zur Verfügung gestellt.

Autotester: Moritz & Weirauch

Renault Koleos: Der französische Komfort-SUV

Die zweite Generation vom Renault Koleos soll den glücklosen Vorgänger vergessen machen. Und die Chancen stehen nicht schlecht. Der SUV ist halb Franzose, halb Japaner und wird in Südkorea gebaut. Den soliden Unterbau hat der Koleos vom Nissan X-Trail spendiert bekommen und die Karosserie stammt aus dem Hause Renault.
Zum Test stand ein Renault Koleos ENERGY dCi 175 4WD mit manueller Sechsgang-Schaltung in der Intens-Ausstattung zur Verfügung.

❏ Karosserie – Renault Koleos

Renault Koleos Foto: Renault
Der Renault Koleos hat in der Länge zugelegt     Foto: Renault

Der Renault Koleos wurde gegenüber seinem Vorgänger in die Länge gezogen, wirkt jetzt richtig groß und auch deutlich schicker. Die Karosserie streckt sich auf 4,67 Meter. In der Breite kommt er auf 1,84 Meter und in der Höhe misst der Franzose 1,67 Meter. Der Radstand von 2,71 Metern lässt großzügige Platzverhältnisse erwarten.

Sehr auffällig in der Front sind die riesigen Leuchtsicheln neben den serienmäßigen Voll-LED-Scheinwerfern. Serienmäßig sind auch die dunkel getönten hinteren Seitenscheiben und die Heckscheibe. Zwischen neun Karosseriefarben kann sich der Koleos-Kunde entscheiden.

Renault Koleos Foto: Renault
Renault Koleos: Große Leuchtsicheln als Tagfahrlichter       Foto: Renault

Die Dachlinie fällt ab der B-Säule leicht ab und die Fenster haben eine Chromeinfassung. Der Renault Koleos wirkt vom Design her sehr Mainstream. Und gerade das wollten die Franzosen mit ihrem SUV erreichen und nicht mit Extravaganz hervorstechen. Den SUV-Charakter sollen laut Renault die weit ausgestellten Radläufe betonen. Die Design-Neuausrichtung der Marke Renault ist jetzt auch beim Koleos Nummer zwei angekommen.

Renault Koleos Foto: Renault
Renault Koleos mit auffälligen Rückleuchten      Foto: Renault

Das Koleos-Heck betonen die extravagant designten und zweigeteilten Rückleuchten. Markentypisch werden diese Richtung Renault-Logo geführt. Und wie man es heute von vielen Autos kennt, steht der Modellname mittig in großen Lettern auf der Klappe. Die Heckscheibe fällt klein aus, genauso die Fläche, die der Heckwischer bearbeitet. Die zwei verchromten Auspuffblenden sind beim Franzosen-SUV leider nur ein Fake.

❏ Kofferraum – Renault Koleos

Die Heckklappe in der Test-Ausstattung Intens lässt sich nur manuell öffnen. Gegen Aufpreis geht das auch elektrisch und mit Fußsensor. Für Menschen ab 1,90 Meter könnte die Klappe höher aufschwingen. Bei aufgestellten Rücksitzlehnen passen beim 5-sitzigen Franzosen 498 Liter in den Kofferraum. Maximal verträgt der Koleos 515 Kilogramm an Zuladung. Die Ladekante von gut 75 Zentimetern macht das Beladen des Kofferraums nicht gerade einfach. Die Ladekantenhöhe ist teilweise auch den 21 Zentimetern Bodenfreiheit geschuldet.

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Eine Durchladeluke gibt es für den Renault Koleos nicht     Foto: Renault

Die Sitzlehnen lassen sich im Verhältnis 60:40 und nur von innen umklappen. Dann erhöht sich das Fassungsvermögen im Gepäckabteil auf bis zu 1.706 Liter. Das ist ausreichend für die normale Urlaubstour, im Vergleich zur Konkurrenz aber nur Mittelmaß. Zumal auch die Variabilät des Renault Koleos nicht gerade zu seinen Stärken zählt.

Es gibt zwar einen doppelten Ladeboden, aber eine verschiebbare Rückbank oder stufenlos verstellbare Rücksitzlehnen sucht man vergebens. Ein vorklappbarer Beifahrersitz? Negativ. An den Haken kann der Renault Koleos eine gebremste Anhängelast von zwei Tonnen und ungebremst von 750 Kilogramm nehmen.

❏ Innenraum + Ausstattung

Der Einstieg gelingt beim Renault Koleos SUV-typisch einfach. Alle vier Türen haben einen großen Öffnungswinkel. Das Platzangebot auf der bequemen Bestuhlung fällt dank des langen Radstands für alle Passagiere großzügig aus. Die Beinfreiheit auf der hinteren Sitzreihe und das Raumgefühl lassen keine Wünsche offen. 1.100 Euro kostet das Panorama-Glas-Schiebedachs extra. Die Geldausgabe lohnt sich, denn es lockert die Atmosphäre im Koleos-Innenraum deutlich auf.

Renault Koleos Foto: Renault
Schickes Cockpit mit gelungenem Materialmix im Renault Koleos        Foto: Renault

Der Innenspiegel mit dem dahinterliegenden, klobigen Kamerakasten empfand ich als störend. Beides beeinträchtigt eine optimale Sicht durch die Frontscheibe. Und der Blick Richtung C-Säule bietet auch nicht gerade eine Panoramaaussicht. Zum Glück hat der Koleos serienmäßig eine Rückfahrkamera und rundum Park-Piepser, um mögliche Rempler zu vermeiden.

Das Interieur im Renault Koleos ist richtig hübsch geworden, auch wenn es keinen Anspruch auf Premium hat. Es kommen nicht überall Hochwertige Materialien zum Einsatz, trotzdem ist der Mix gelungen – für das Auge und die Haptik. Und die Verarbeitung des Testwagens ist frei von jeglicher Kritik. An reichlich Ablagen wurde beim Koleos natürlich auch gedacht.

Renault Koleos Foto: Renault
Überschaubare Anzeigen im Renault Koleos      Foto: Renault

Drei Ausstattungslinien sind für den Renault Koleos lieferbar: Life, Intens und Initiale Paris. In der getesteten Intens-Variante ist der Renault Koleos von Hause aus schon richtig gut ausgestattet: Multimediasystem inklusive Navigation, 8,7-Zoll-Touchscreen (Basis hat 7-Zoll), Digital-Radio, 2-Zonen-Klimaautomatik, Schlüsselloses Zugangssystem, vier USB-Buchsen, Ambientebeleuchtung, Innenspiegel automatisch abblendend usw.

Renault Koleos Foto: Renault
Einige Schalter sind im Renault Koleos schlecht platziert       Foto: Renault

Die Funktionaltät des Cockpits ist nicht immer optimal. Wie im Nissan X-Trail sind im Renault Koleos einige Schalter links neben dem Lenkrad schlecht zu erreichen. Bei der Bedienung des Touchscreens und seinen Untermenüs ist Geduld und Fingerspitzengefühl gefragt. Und der Bedienungssatellit rechts hinter dem Lenkrad ist eine fummlige Angelegenheit. Dagegen sollte das Bose Surround-System mit zwölf Lautsprechern und Subwoofer (sitzt in der Reserveradmulde) für 1.100 Euro eine Überlegung wert sein.

❏ Assistenzsysteme – Renault Koleos

Renault Koleos Foto: Renault
Renault Koleos im leichten Gelände: Mit Allrad kein Problem      Foto: Renault

Renault hat dem Koleos von Hause aus schon einige Assistenzsysteme mitgegeben: Spurhalteassistent, Verkehrszeichenerkennung, Fernlichtassistent, Front-Kollisionswarner, Tot-Winkel-Warner und Licht- und Regensensor sind serienmäßig. Und wem das an Assistenten nicht reicht, der kann in der Aufpreisliste noch einiges ankreuzen. Ein teilautonomer Fahrassistent ist für den Renault Koleos nicht vorgesehen.

Motor + Fahrleistung

Renault bietet für den Koleos in Deutschland nur zwei Diesel-Motoren an. Beide ohne SCR-Kat erreichen sie die Euro 6B-Norm. Es gibt einen 1,6 Liter-Motor mit 130 PS und den 2,0 Liter-Motor mit 177 PS. Letzterer war auch im Testwagen verbaut. Der Reihenvierzylinder erreicht eine maximale Leistung von 177 PS bei 3.750 U/min. Sein maximales Drehmoment von 380 Newtonmetern liegt bei 2.000 U/min an. In 10,7 Sekunden beschleunigt der gut 1,7 Tonnen schwere Renault Koleos auf 100 km/h und die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 202 km/h.

Renault Koleos Foto: Renault
Stärkster Motor im Renault Koleos ist der 2,0 Liter-Diesel mit 177 PS     Foto: Renault

Wer einen sportlichen Fahrstil bevorzugt, ist mit dieser Motorisierung und dem Renault Koleos überhaupt falsch beraten. Der Franzose ist mehr für die komfortable Gangart gebaut und insgesamt etwas weicher abgestimmt. Das Fahrwerk und die leichtgängige Lenkung unterstreichen dieses sanfte Wesen des SUVs. Die sechs Gänge lassen sich leicht durch die Gasse schieben und der Allrad-Antrieb erledigt seine Aufgabe sehr ordentlich.

In erster Linie ist der Allrad-Antrieb dafür da, dass beim Beschleunigen das Drehmoment von 380 Newtonmetern perfekt auf die Straße gebracht wird. Nassen und leicht schneebedeckten Asphalt meisterte der Test-Koleos ohne Traktionsprobleme. Und auch für den leichten Geländeeinsatz kann man den Renault Koleos einsetzen. Sein eigentliches Metier liegt mehr auf langen, flachen Strecken, die man bequem und unspektakulär bewältigen möchte. Der Verbrauch im Stadtverkehr lag laut Anzeige bei 6,8 Litern Diesel.

❏ Fazit + Preis vom Nissan X-Trail

Der Renault Koleos in der getesteten “Intens”-Ausstattungslinie überzeugt mit seinem großzügigen Platzangebot für die Insassen. Serienmäßig hat er an Ausstattung und Assistenzsystemen eine ganze Menge an Bord. Der Fahrkomfort überzeugt genauso wie die solide Technik. Gegenüber seinem Vorgänger hat der Koleos in allen Disziplinen deutlich zugelegt. Einige Schwächen (Funktionalität und Variabilität) müssen die Franzosen noch abstellen, dann kann der Koleos ganz vorne mitfahren.

Natürlich lassen sich die Franzosen ihren SUV ordentlich bezahlen. Der Testwagen mit 177 PS-Motor, manueller Sechsgang-Schaltung und Allradantrieb kostete 38.050 in der Grundausstattung. Mit ein paar zusätzlichen Extras kann man auch die 45.000 Euro erreichen.

Der Testwagen wurde von Renault zur Verfügung gestellt.

Autotester: Moritz & Weirauch

Nissan X-Trail – Bestseller in der dritten Generation

Nissan X-Trail    Foto: NissanNissan X-Trail Foto: Nissan

Das weltweit meistverkaufte SUV ist der Nissan X-Trail. In den USA wird der X-Trail unter dem Namen “Rogue” angeboten. Seit der Einführung im Jahre 2000 haben die Japaner schon mehr als 3,7 Millionen Fahrzeuge von ihrem Bestseller verkauft. Der SUV-Markt boomt auch in Deutschland und erreicht immer höhere Verkaufsanteile.

Im Januar 2018 waren über 27 Prozent aller neuzugelassenen Fahrzeuge hierzulande SUVs. Keine andere Fahrzeugklasse verkauft sich aktuell besser. Für den Test stellte Nissan einen X-Trail 1.6 dCi in der Acenta-Ausstattung, mit Vorderrad-Antrieb und Sechsgang-Handschaltung zur Verfügung.

❏ Karosserie – Nissan X-Trail

Nissan X-Trail Foto: Nissan
Nissan X-Trail: Neu ist das Lichtmotiv der Rückleuchten      Foto: Nissan

Den Nissan X-Trail gibt es in der dritten Generation seit 2014. Die Japaner spendierten ihrem Bestseller 2017 ein Facelift für die zweite Lebenshälfte. Mit den Veränderungen soll er an Attraktivität, Komfort und Sicherheit gewinnen. Der X-Trail hat mit 4,69 Metern exakt die gleiche Länge wie ein Volvo XC60. In der Breite kommt er auf 1,83 Meter und in der Höhe misst die Nissan-Karosserie 1,73 Meter.

Nissan X-Trail Foto: Nissan
Nissan X-Trail: Nach dem Facelift fällt die Front bulliger aus     Foto: Nissan

Der fünfsitzige Testwagen hatte die zweithöchste Ausstattungslinie “Acenta”. Insgesamt gibt es für den X-Trail zehn verschiedene Lackfarben und vier Ausstattungslinien (“Visia”, “Acenta”, “N-Connecta” und “Tekna”). Der Kühlergrill glänzt jetzt mit einer breiteren Chromspange, der vordere Stoßfänger wurde verändert und die Nebelscheinwerfer haben eine eckige Form bekommen.

Insgesamt wirkt die Front bulliger als beim Vorgängermodell. Serienmäßig fährt der Nissan X-Trail in der getesteten “Acenta”-Ausstattung auf 17-Zoll-Rädern, hat Halogenscheinwerfer und LED-Tagfahrlichter mit dem überarbeiteten Bumerang-Motiv. In der Seitenfront sind die hohen Radhäuser sehr auffällig.

❏ Kofferraum – Nissan X-Trail

Nissan X-Trail Foto: Nissan
In den Kofferraum vom Nissan X-Trail passen 565 Liter Gepäck      Foto: Nissan

Die Heckklappe beim Test-Nissan ließ sich nur über eine Griffmulde manuell öffnen. Gegen Aufpreis geht das auch elektrisch. Für Menschen ab 1,90 Meter könnte die Klappe etwas höher aufschwingen. Bei aufgestellten Rücksitzlehnen passen beim 5-sitzigen X-Trail-Modell 565 Liter in den Kofferraum. Die Sitzlehnen lassen sich im Verhältnis 60:40 umklappen und erweitern das Fassungsvermögen auf bis zu 1.996 Liter. Es gibt auch noch eine serienmäßige Mitteldurchreiche. Maximal kann der Japaner knapp 500 Kilogramm an Zuladung vertragen.

Nissan X-Trail Foto: Nissan
Maximal hat der Nissan X-Trail ein Fassungsvermögen von 1.996 Liter     Foto: Nissan

Die Rücksitzlehnen lassen sich nur von innen umlegen. Das Laderaumrollo kann einfach ausgebaut werden. Unter dem Ladeboden mit seinen zwei Klappen befindet sich ein Notrad, Werkzeug und Stauraum für Kleinigkeiten. Der Test-X-Trail hatte keine Taschenhaken im Kofferraum. Mit dem Laderaumsystem lässt sich der benötigte Platz im Kofferraum individuell anpassen.

❏ Innenraum + Ausstattung

Fangen wir in der zweiten Sitzreihe an. Der Einstieg gelingt problemlos und zwei Erwachsene halten es auch auf längeren Touren hier klaglos aus. Für eine bessere Sicht nach vorn ist die Sitzposition höher als in der ersten Reihe. Beide Sitzlehnen können stufenlos verstellt werden und die geteilte Sitzbank lässt sich zu Gunsten eines größeren Kofferraums nach vorne verschieben.

Der Testwagen hatte das elektrische Panorama-Glasschiebedach für 950 Euro extra an Bord. Für mich (1,85 Meter Körpergröße) war auf allen Sitzen genügend Luft über dem Scheitel. Die hinteren verdunkelten Seitenscheiben lassen sich nicht vollständig absenken.

Nissan X-Trail Foto: Nissan
Das Cockpit im Nissan X-Trail       Foto: Nissan

Im Cockpit ist jetzt alles etwas feiner, softer und geschliffener ausgefallen, als beim Vorgänger. Der Fahrer blickt hinter dem unten abgeflachten Multifunktionslenkrad auf zwei analoge Rundinstrumente und dem Info-Display. Die Schalter sind übersichtlich und verständlich angeordnet. Nicht ganz optimal liegen die Knöpfe links neben dem Lenkrad (Lenkradheizung, Spurhalter usw.). Das gesamte Cockpit ist eher klassisch designt und die Verarbeitung und die Qualität der Materialien sind sehr ordentlich. Selbst bei der aktuell herrschenden Kälte, waren keine knarzenden Geräusche zu hören.

Die Stoffsitze, jetzt mit neuer Polsterung, bieten ausreichenden Komfort, Seitenhalt und manuelle Verstellmöglichkeiten. Bei den Kopfstützen fehlen Arretierungsmöglichkeiten. Damit können sie nicht in der Höhe individuell angepasst werden. Und warum ist nur der Schalter für die Seitenscheibe des Fahrers beleuchtet und die anderen nicht?

Nissan X-Trail Foto: Nissan
Nissan X-Trail: Rückfahrkamera gegen Aufpreis    Foto: Nissan

Für 1.380 Euro Aufpreis hatte der Test-X-Trail einen 7-Zoll-Farbtouchscreen, Navigatiossystem (inkl. 3 Jahre kostenloser Kartenaktualisierung) und eine 360 Grad-Rundumkamera an Bord. Serienmäßig hatte der Testwagen in der Ausstattungslinie “Acenta” neben dem Reifendruckkontrollsystem, Parksensoren vorne und hinten, 2-Zonen-Klimaautomatik, Bluetooth, ein modulares Stausystem im Kofferraum, eine Geschwindigkeitsregelanlage und den Regensensor für die Scheibenwischer.

Gegen Auspreis ist bei Nissan vieles möglich. So hatte der Testwagen unter anderem beheizbare Vordersitze, ein beheizbares Lenkrad und die Voll-LED-Scheinwerfer mit adaptiven Lichtssytem (nennt sich Komfort-Paket) für 950 Euro an Bord. Die LED-Scheinwerfer lieferten für meinen Geschmack eine gute Helligkeit und breite Straßenausleuchtung.

❏ Assistenzsysteme – Nissan X-Trail

Nissan hat dem X-Trail von Hause aus schon einige Assistenzsysteme mitgegeben: Spurhalteassistent, Verkehrszeichenerkennung, Fernlichtassistent und den Notbremsassistenten mit Fußgängererkennung sind serienmäßig. In den höheren Ausstattungslinien oder gegen Aufpreis bieten die Japaner für ihren Crossover einen Einpark- und Totwinkelassistenten, die Müdigkeitserkennung und einen Querverkehrswarner an.

Nissan X-Trail Foto: Nissan
Nissan X-Trail     Foto: Nissan

Ein teilautonomer Fahrassistent namens “ProPilot” wird dieses Jahr noch nachgereicht. Er übernimmt im einspurigen Autobahnverkehr, im Kolonnenverkehr und Stau die Steuerung von Lenkung, Beschleunigung und Bremsen. Bis es soweit ist, fahren wir den Nissan X-Trail aber noch selbst.

Motor + Fahrleistung

Der kleine 1,6-Liter-Diesel-Vierzylindermotor von Renault macht seine Sache im Nissan erstaunlich gut. Die 130 PS liegen bei 4.000 U/min an und beschleunigen den 1,7 Tonnen schweren Crossover in 10,5 Sekunden auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 188 km/h. Das maximale Drehmoment von 320 U/min liegt bei 1.750 U/min an. Die Vorderräder haben keinerlei Traktionsprobleme mit der Motorleistung. Für die meisten Alltagsaufgaben und die entspannte Urlaubsreise ist der Nissan X-Trail ein idealer Partner.

Wer einen sportlichen Fahrstil und Beschleunigungsorgien bevorzugt, ist mit dieser Motorisierung falsch beraten. Der Verbrauch im Stadtverkehr lag laut Anzeige zwischen 5,5 und 6,5 Litern Diesel.

Nissan X-Trail Foto: F. Moritz
Nissan X-Trail: 1,6 Liter Diesel-Motor von Renault    Foto: F. Moritz

Der Nissan X-Trail ist ordentlich gedämmt und lässt das charakteristische Selbstzünder-Rumpeln bei normalen Geschwindigkeiten kaum in den Innenraum vordringen. Auf der Autobahn hört sich das allerdings anders an. Die Sechsgang-Handschaltung passt gut zur Motorcharakteristik und die Lenkung arbeitet für einen SUV dieser Größe leicht und genau.

Ein verstellbares Fahrwerk hat der Nissan X-Trail nicht. Der Fahrkomfort ist dennoch recht ausgewogen, auch wenn Gullydeckel und Querfugen von den Insassen leicht wahrgenommen werden. Die Wankneigung der Karosserie bleibt bei normalen Kurvengeschwindigkeiten unproblematisch. Und auch beim Einsatz im leichten Gelände macht der X-Trail eine gute Figur. Ein echter Wühler ist er nicht.

❏ Fazit + Preis vom Nissan X-Trail

Der Nissan X-Trail in der getesteten “Acenta”-Ausstattungslinie überzeugt mit seinem Platzangebot für Insassen und Gepäck. Serienmäßig hat er einige Assistenzsysteme an Bord und bietet eine solide Technik zum Grundpreis von 31.300 Euro. Wer mehr Leistung oder Ausstattung möchte, muss zu den teureren Varianten, oder auf Sonderausstattungen zurückgreifen. Für den X-Trail gibt es drei Jahre Garantie und alle 30.000 Kilometer oder einmal im Jahr muss er zur Wartung in die Werkstatt.

Der Test wurde unterstützt von Nissan.

Hier gibt es weitere Tests von Nissan, diesmal: NissanMicra.