Potsdam

Barnim. Ein Wegbegleiter

Schifsshebewerk2020 (1)Ragöser Schleuse am Finowkanal Foto: Weirauch

Ausflüge in das Land Brandenburg mit dem passenden Reiseführer aus dem Verlag Edition Terra (Terra Press). Nach Havelland, Potsdam und Ruppiner Seenland erschien jüngst “Barnim. Der reich illustrierte Band (250 Seiten) aus der Feder des Brandenburg-Experten Joachim nölte macht Spaß schon bei der Vorbereitung auf den Tagesausflug. Endlich ein Wegbegleiter, um den Barnim zu erkunden. Doch was ist überhaupt der Barnim? Der Landstrich oberhalb Berlins hat sehr viel zu bieten: Wälder und Seen in anmutiger Landschaft, reizvolle Orte mit spannenden Geschichten und interessante Menschen. Gerade die Berliner haben allen Grund, ein Hohelied auf den Barnim zu singen – sie fahren hin um zu baden, zu wandern, zu radeln, viele haben dort ihr Wochenenddomizil. Und dennoch sagt kaum ein Berliner: „Ich fahre in den Barnim.“

Ausflugsziele im Barnim

Nein, es heißt: Ich fahr’ in die Schorfheide, zum Schiffshebewerk nach Niederfinow, nach Lanke, an den Werbellinsee oder zum Kloster Chorin. Der Barnim lässt sich nun mal landschaftlich nicht über einen Kamm scheren. Der von Joachim Nölte im Verlag Edition Terra recherchierte und verfasste Reiseführer „Barnim. Ein Wegbegleiter“ lässt die Vielfalt des Barnim sprechen – ausführlich, unterhaltsam, informativ. Er lädt dazu ein, diese Region, die manche vielleicht schon mit einem „kennen wir längst“ abgehakt haben, neu oder noch einmal zu entdecken.

Schiffshebewerk Niederfinow

Finowkanal Oder

Historische Stadtkerne im Barnim

Es werden Ausflugsziele, Stadtkerne und Sehenswürdigkeiten vorgestellt. Tourenbeschreibungen, Serviceinformationen, Anekdoten, Orientierungskarten und zahlreiche Fotos lassen ein lebendiges Bild der Landschaft vor den Toren Berlins entstehen. Stadtrundgänge führen durch Bernau, Joachimsthal, Eberswalde, Templin, Angermünde und Bad Freienwalde.

Das UNESCO geschützte Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin und der Naturpark Barnim sind nur zwei der unberührten Naturschönheiten im 700 Kilometer Rad- und über 1.000 Kilometer langen Wanderwegenetz der Region. Zu Wasser erkunden die Besucher den Barnim auf mehr als 100 Kilometer langen Wasserwegen.

Ragöser Schleuse am Finowkanal Foto: Weirauch
Ragöser Schleuse am Finowkanal Foto: Weirauch

Kulturbegeisterte Besucher beeindrucken die alten Feld- und Backsteinbauten, die markanten Kirchen, Klöster und Schlösser. Ja, im Barnim gibt es ein Pendant zum Stahnsdorfer Südwestkirchhof: der Ahrensfelder Ostfriedhof. Kaum bekannt, von den Berlinern nie angenommen. Jetzt ein riesiger Park im Osten Berlins. Imposante Industriedenkmale bezeugen die spannende Geschichte der Gegend. Der Reiseführer weckt die Neugierde und Lust, im Barnim auf Entdeckungstour zu gehen. Fazit: der Barnim.Wegbegleiter von Joachim Nölte bietet Überraschungen in Hülle und Fülle. Denn Barnim ist überraschend anders.

Kaiserbahnhof Joachimsthal

Joachim Nölte schreibt über den Kaiserbahnhof Joachimsthal: “Jetzt wird es majestätisch: Wir machen dem Kaiserbahnhof am Werbellinsee unsere Aufwartung, gelegen an der Regionalbahnstrecke zwischen Eberswalde und Joachimsthal. Der letzte deutsche Kaiser war es, der sich im Jahr 1898 den „Kaiserpavillon“ errichten ließ, um schnell und bequem zum Jagdschloss Hubertusstock zu kommen. Er stieg im „Kaiserbahnhof“ am westlichen Ende des Parks Sanssouci in einen Salonwagen, dann ging es um Berlin herum auf die Stettiner Bahn bis Britz, wo der kaiserliche Zug auf die Nebenbahnstrecke nach Fürstenberg (Havel) einbog. Die ursprüngliche Bahnstrecke zwischen Britz und Fürstenberg (Havel) schlug eine Verbindung zwischen zwei preußischen Hauptbahnstrecken: der Stettiner Bahn und der Nordbahn (in Richtung Rostock). 1996 wurde der Personenverkehr Richtung Fürstenberg (Havel) eingestellt, 2006 auch der zwischen Joachimsthal und Templin. Viele Anwohner haben die Hoffnung auf Neubelebung der Strecke nicht aufgegeben.Kaiserbahnhof_Joachimsthal (4)

Nach 13 Kilometern erreichte der Kaiser seinen Bahnhof. Hier erholten sich Majestät für eine kurze Weile, um dann – in den ersten Jahren im offenen Kremser, ab 1904 im Automobil aus Stuttgart – die letzte Etappe zurückzulegen. Das Gebäude erinnert an ein norwegisches Landhaus. Kein Wunder, unternahm doch der Kaiser alljährlich – ausschließlich in männlicher Gesellschaft – eine Schiffsfahrt nach Norwegen, in das Land seiner Träume. Das Haus wurde mehrere Jahre lang ausgiebig restauriert. Nun ist im Inneren wieder das imposante Tonnengewölbe des Kaisersaals zu bestaunen, der Kamin funktioniert wieder und es wurden Wandmalereien aus der Entstehungszeit wiederentdeckt. Geöffnet ist der Kaiserbahnhof für Hörspielfreunde, wenn an den Wochenenden zwischen Mitsommer und dem Tag des offenen Denkmals vertonte Krimis, Abenteuer, Liebesgeschichten und große Literatur zu Gehör kommen. Hin und wieder kommen Schauspieler und Autoren zu Live-Hörspielen oder Lesungen vorbei.”

Auf der Straße zwischen dem Kaiserbahnhof und Joachimsthal verläuft die „Tour Brandenburg“, der längste Radweg des Landes Brandenburg.

Weitere Infos

Einkehren: “Zum Kaiserbahnhof“
Bahnhof Werbellinsee 4, Joachimsthal

Biorama-Projekt

Am Ortseingang von Joachimsthal erwartet uns auf einer Anhöhe das Biorama-Projekt. Sie wurde auf dem Dach eines ausgedienten Wasserturms eingerichtet und bietet einen Panorama-Blick über die Schorfheide und den Grimnitzsee (der Werbellinsee ist zwar nahe, wird aber durch Wald verdeckt). An klaren Tagen geht die Sich bis nach Berlin. Ein zweiter Turm wurde errichtet, um mit Hilfe eines Lifts allen Besuchern den Ausblick zu ermöglichen.

Schorfheide-Information

Töpferstraße 1, 16247 Joachimsthal, Tel. 033361 63380, www.schorfheide.de

Joachim Nölte, Der Barnim. Ein Wegbegleiter, EDITION TERRA 2014, ISBN 978-3-942917-16-2., 14,80 Euro,  www.terra-press.de

 

Hier mehr Infos zum neuen Schiffshebewerk in Niederfinow

Schiffshebewerk Niederfinow fast fertig

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