Mobilität

Bequem und leistungsstark: VW Caddy – der Neue

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Unser Fazit des Tests mit dem neuen Caddy von VW: der Caddy ist ein familientaugliches Fahrzeug. Das Fahrzeug  überzeugt durch seine PKW-Anmutung. Wir waren rundum zufrieden, ja regelrecht begeistert. Selbst Fahrräder passen in den neuen Caddy. Montiert auf radzfazz-Schiene und Vorderrad ab, dann klappt es. Alternativ müsste man die Doppel-Sitzbank hinten herausnehmen. Das bringt zu den 1,70 Metern Länge noch einmal 30 Zentimeter. Dann lassen sich auch E-Bikes problemlos einschieben und mittels Gurtbändern in den vorgefertigten Ösen fest verzurren. Und wem schon einmal ein teures E-Bike gestohlen wurde, der weiß den Caddy als „Tresor“ zu schätzen. Neben dem komplett neuen Design überzeugt der neue Caddy mit neuen Fahrerassistenzsystemen, einem Digital-Cockpit und Infotainment mit den Zugängen zu mobilen Online-Diensten. Dabei bleibt der neue Caddy weiterhin gewohnt zuverlässig, komfortabel und alltagstauglich – und ist damit bereit für alles, was kommt.

Was uns am neuen Caddy besonders gefiel

Flottes Äusseres

Der Caddy sieht mit den schmalen Scheinwerfern, markanten Sicken im Blechkleid und Lufteinlässen an der Front im Stil des VW ID.3 richtig flott aus. Die Caddy-Generation Nummer fünf bedient sich aus dem “Modularen Querbaukasten“ von Volkswagen, der unter anderem auch die technische Basis des Golf 8 stellt. Von dem stammt zum Beispiel die neue Vorderachse. Hinten setzt der Caddy nach wie vor auf eine Starrachse. Wir haben gegenüber den alten Caddy-Ausführungen einen deutlichen (positiven) Unterschied gemerkt.CaddyVW Autotest

Das Äussere kommt flott daher
Das Äußere kommt flott daher

Das Fahrverhalten des Hochdachkombi besticht durch präzisees Einlenken und geschmeidiges Abrollen.

Was der Motor leistet

Bei den Motoren bedienten sich die Konstrukteure des Caddy Nr. 5  bei den bewährten VW-Motoren. Zum Marktstart Mitte 2020 waren nur 2,0-Liter-Turbo-Diesel mit 75 kW/102 PS oder 90 kW/122 PS vorgesehen. Dank zweistufiger AdBlue-Reinigung (Twindosing) sind die Abgaswerte lobenswert. Serie ist bei allen Triebwerken ein Sechsgang-Schaltgetriebe, die Benziner und die Diesel-Topversion gibt’s auch mit Siebengang-Doppelkupplung. Außerdem steht für das 122-PS-Modell Allradantrieb zur Verfügung.  Diesen haben wir getestet und waren mehr als zufrieden.

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Kräftig der 2,0-Liter-Turbo-Diesel mit 90 kW/122 PS

Wie VW mitteilt, soll das Motoren-Angebot um eine Erdgas-Version (CNG) mit 96 kW/130 PS ergänzt werden. Geplant sei auch ein Plug-in-Hybrid, über den Zeitraum ist noch nichts bekannt. Wichtig ist die Reichweite: 100 Kilometer elektrisch zu fahren wäre gut.  Eines ist klar: Vieles übernahm und übernimmt der neue Caddy vom Golf 8, manches entwickelte VW Nutzfahrzeuge nur für die 5. Generation des beliebten VW Caddy. Gut gefiel die Mittelarmlehne, die allerdings extra kostet. wenn man an die Frühzeiten dieses Hochdachkombis denkt, da hat sich eine Menge getan. aber die Konkurrenz schläft eben auch nicht.

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Bequem der Fahrersitz, ideal mit Oberschenkelverlängerung

Viel Elektronik – zum Vorteil

Für eingefleischte Caddy-Fahrer bietet die 5. Generation auch beim Bordcomputer anfangs Gewöhnungsbedürftiges. Es gibt nichts mehr zum Drehen, keine Knöpfe oder Tasten. Das missfiel dem Beifahrer bei der Testfahrt. Aber nach einiger Zeit ließen sich die gewünschten Radiosender dann auch gut einstellen. Per Touchscreen-Fingerwisch konnten auch Temperatur, Radio- Lautstärke und Navigationssystems gut eingestellt werden. Die Klimaanlage ist im Vergleich zum Vorgänger deutlich leistungsstärker. Den Sprachassistenten haben wir nicht ausprobiert, wäre aber eine Alternative für die Bordcomputer-Steuerung. Uns gefiel der Travel Assist, der das Auto automatisch auf Geschwindigkeit und in der Spur hält, solange der Fahrer die Hände am Lenkrad behält. Ebenfalls neu: Der Trailer Assist, der beim rückwärtigen Rangieren hilft und der Auspark-Assistent, der den Verkehr hinter dem Wagen im Auge behält.  Selbst an Kleinigkeiten, wie die Ladeschale für das Iphone wurde gedacht.CaddyVW Autotest

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Hightech-Cockpit auf Grundlage Golf 8
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Übersichtlich gestaltet ist das Cockpit
Caddy VW
Schick: die 16-Zoll-Leichtmetallräder

Was uns fehlte

waren die einst üppigen Ablagen über dem Fahrer- und Beifahrersitz. Wer als BestAger noch an Kartenmaterial gewöhnt oder als Geschäftsreisender unterwegs ist, der vermisst im neuen Caddy diesen einst beliebten Stauraum. Alternativ blieben nur die Einsteckfächer in den Türen.

Zwei Ausführungen des VW Caddy

Die normale Ausführung des Caddy ist um zehn Zentimeter auf 4,50 Meter gewachsen. Der ebenfalls angebotene Caddy Maxi (Länge: 4,85 Meter) kann im Heck mit einer dritten Sitzreihe mit zwei klapp- und entnehmbaren Einzelsitzen nachgerüstet werden oder eignet sich für Hobbyhandwerker.

Riesiges Platzangebot

Caddy VW Autotest

Die Top-Ausstattung Style mit Multifunktionslenkrad in Leder,  Klimaautomatik, digitalen Instrumenten und Velour-Sitzbezügen kostet 31.213,70 Euro (brutto). Das Testfahrzeug hatte zwei USB-Anschlüsse (auch die neuen Iphone-Kabel-Anschlüsse), eine induktive Ladeschale und Apple CarPlay per Bluetooth statt Kabel.

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Die Heckleuchten gehen bis ins Dach

 

Fazit des Tests

Ob Familien (mit Kindern), Handwerker oder Besitzer großer Hunde – der VW Caddy der 5. Auflage bietet genug Platz und ein angenehmes Fahrgefühl. Dieser Caddy hat nichts mehr vom einst simplen Hochdachkombi oder profanen Handwerkerauto. Man könnte ihn von der noblen Ausstattung (in der teuersten Version auch mit Dachverglasung (die sich aber nicht abdunkeln lässt) in die Klasse der SUV einstellen. Die Elektronik bietet höchste Perfektion. Straßenschilder werden gescannt und das Fahrverhalten entsprechend ausgerichtet. Die mit Aufpreis erhältliche Diebstahlwarnanlage kann mit Iphone gesteuert werden. Ebenso lässt sich vom Wohnzimmerfenster die im Winter erforderliche Standheizung bedienen (wenn man sie nicht vorher programmiert hat). Ein Manko fiel uns im Bereich der Elektronik auf: Wer im Sommer eine Kühltasche nutzt und diese an die Ladebuchse hinten im Kofferraum anschließt, dem sei geraten, den Stecker vor Verschließen des Caddy herauszuziehen. Denn dafür gibt es keine Abschaltautomatik. Wird das vergessen, ist am nächsten Morgen die Batterie total runter, und der Caddy kann nur noch mit Notschlüssel geöffnet werden. Die ADAC-Helfer haben dies schon manchmal erlebt. Ein Mangel, den der Testwagen hatte: die Heckklappe musste kräftig heruntergezogen und dann geschlossen werden. Das übernimmt sonst eine Hydraulik.Caddy VW Autotest

Technische Daten (Herstellerangaben)

  • VW Caddy 2.0 TDI Life
  • Motor/Antrieb
  • Vier-Zylinder-Turbodiesel, 1968 cm³, 90 kW/122 PS, 320 Nm bei 1600 U/min, Frontantrieb, 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, Automatik
  • Fahrleistungen
  • 11,2 s auf 100 km/h, 187 km/h Spitze
  • Verbrauch (WLTP)
  • 4,7 l Diesel/100 km, 124 g CO₂/km
  • Maße
  • L 4,50 / B 1,86 / H 1,82 m
  • Kofferraum
  • 1213 – 2556 l
  • Leergewicht / Zuladung
  • 1684 / 536 kg
  • Anhängelast (ungebremst / gebremst)
  • 750 / 1500 kg
  • Technik für Sicherheit
  • u.a. ABS, ESP, Tempomat (adaptiv), Spurhaltekontrolle, Totwinkelassistent, Notbremsassistent, Rückfahrkamera
  • Preis für das Testfahrzeug
  • ab 31.303 Euro

Das Testfahrzeug wurde von VW-Nutzfahrzeuge  zur Verfügung gestellt. Hier geht es zur Produktseite.Caddy.Autotest

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