Reise

Bayerns Genussort Miltenberg

Churfranken-Miltenberg (94)

Die romantische mittelalterliche Fachwerkstadt Miltenberg zählt zu den 100 besten Genussorten in Bayern. Miltenberg ist bekannt für seine von der Sonne verwöhnten Weinberge und prämierten Biere.

Doch unser nächster k(ch)urfränkischer Urlaubstag beginnt zunächst am Mainufer in Miltenberg. Wir schauen dem Treiben der Gänsefamilien und Schwäne zu, blicken auf die alte Miltenberger Mainbrücke, die gerade ein Flusskreuzfahrtschiff aus der Schweiz passiert.

Das weckt Sehnsüchte in uns. Wie gut, dass die Anlegestelle der „Weißen Flotte“ nur wenige Meter entfernt ist. Wir haben Glück, eine große Rundfahrt (ca. 2 Stunden, 13 Euro) beginnt um 10.45 Uhr. Also beginnt unser Miltenberg-Ausflug mit einer Schiffsrundfahrt. Ruhe finden, entspannen, unbeschwert die Natur genießen auf dem Sonnendeck. Einfach mal abschalten. Das gelingt uns hier ganz wunderbar. Der Main, die Lebensader der Region, schlängelt sich als blaues Band durch das Maintal.

Blick auf Miltenberg in Churfranken
Blick auf Miltenberg in Churfranken

Zunächst geht es bis zur Schleuse nach Kleinheubach, vorbei an der Altstadt, wo das Brauhaus Faust mit seinem Wirtschaftsgebäude über die Dächer der Altstadthäuser zu thronen scheint. Danach geht es zurück nach Freudenberg. Nun fahren wir selbst durch die alte Miltenberger Mainbrücke, vorbei an einem gut belegten Campingplatz für Wohnwagen.

Blick vom Main aus auf das Brauhaus Faust

Einmalige Blickwinkel auf die wunderschönen Seiten der Flusslandschaft des Mains erfreuen uns. Wir schippern den Main entlang, sehen Burgen und Schlösser, Bundsandsteinterrassen der Weinberge, die von der Sonne verwöhnt werden und ideal für die wärmeliebenden Rotweinsorten sind.

Bis zur Ruine der Freudenburg, die steuerbords hoch oben bereits in Baden-Württemberg liegt, geht die große Rundfahrt. Die Grenze zwischen Bayern (Backbord) und Baden-Württemberg (Steuerbord) ist hier im wahrsten Sinne des Wortes fließend. Zurück geht es u. a. noch einmal an den Weinbergen der Julius-Spital-Stiftung Würzburg vorbei und auch das Kloster Engelberg grüßt uns vom Engelberg, auf den wir auch noch hinauf wollen.

Wenn „Engel“ verreisen, dann muss auch Zeit für Engelberg sein. Entspannt kommen wir wieder auf der Neuen Mainpromenade in Miltenberg an, die zum Flanieren einlädt. Der erst vor wenigen Jahren neu gestaltete Hochwasserschutz hat sich zu einem beliebten Treffpunkt entwickelt. Bunte Pflanzen schmücken die Uferpromenade, magischer Anziehungspunkt für viele Touristen ist der Staffelbrunserbrunnen „The Stair Piddlers“ Fountain. Wir „instergrammen“ ihn und bekommen prompt die Frage: „Und wo bleiben die Frauen?“

„Alles ist vergänglich, nur der Durst bleibt lebenslänglich“ (Willy Millowitsch)

Und nun zieht es uns in die Stadt, in der man nicht nur wunderbar in den kleinen Geschäften einkaufen kann. In der ältesten Fürstenherberge Deutschlands (12. Jahrhundert) mit dem Gasthaus „Zum Riesen“ grüßt seit April 2001 das Brauhaus Faust mit einer Riesenbierkarte, die Teil einer A/3-formatigen Wirtschaftszeitung Ausgabe 37 anno 2019 ist.

Leckere kalte und warme Brotzeiten, hausgemachte Suppen, warme und vegetarische und Fischgerichte bieten für jeden Gast reichhaltiges Angebot zu fairen Preisen. Dazu die Bier-Spezialitäten aus der Brauerei Faust, der Brauerei des Jahres 2018 (Genussmagazin „selection“), die einzigartig ist. Ein Wehrmutstropfen gibt es für uns aber doch. In der Wirtschafszeitung wird die Geschichte des Riesen kurz vorgestellt. Da ist u.a. zu lesen: „Heute befindet sich hier wieder ein traditionelles Wirtshaus auf einem gutem Niveau, in dem sich die Miltenberger und Fremden gleich welchen Alters und welcher Profession wohlfühlen.“ Schade, wir möchten nicht als Fremde in einem Wirtshaus begrüßt werden, als gern gesehene Gäste fühlen wir uns wohler.

„Durch die Stadt Miltenberg naschen …“

Miltenberg ist zu recht stolz auf seine gut erhaltene Altstadt, mit ihren Winkeln und Gassen und ihren prächtigen Bauten wie dem Gasthaus „Zum Riesen“, das ein farbenfroher Hingucker in der Fußgängerzone ist. Vor dem Haus mit dem großen seitwärts angebrachten Wappen, an dem der Braustern – das Zunftzeichen der Brauer von 1479 – von der Sonne angestrahlt wird, erwartet uns schon die Stadtführerin zu einem besonderen Stadtrundgang. Die Stadtführerin Dorothea Zöller wird sich mit uns durch die Stadt naschen.

Ludwig – Natürlich Gutes

In diesem mehrstündigen Rundgang werden wir nicht nur auf historische Sehenswürdigkeiten aufmerksam gemacht, wir erfahren auch, dass die Miltenberger ihre lokalen und regionalen kulinarischen Produkte lieben und diese gern in kleinen Lebensmittelgeschäften kaufen. So sorgt zum Beispiel die Familie Ludwig für den „kulinarischen Soundtrack“ mit köstlichem Obst, das auf Wunsch auch direkt in die Firmen geliefert wird. In dem gut sortierten Geschäft werden vor allem lokale und regionale Obst- und Gemüsesorten von äußerst freundlichen Verkäuferinnen angeboten. Selten haben wir ein Obst- und Gemüsegeschäft mit einer so ansprechenden Präsentation der Produkte erlebt.

Hier macht das Einkaufen einfach Spaß. Beratung und Kundenpflege mit größter Kompetenz gehören dazu. Natürlich gibt es nur Gutes in frischer Qualität und mit purem Geschmack, zum Beispiel Himbeeren oder auch Kostproben vom Bärlauchpesto. Und der große oder kleine Kunde darf auch mal naschen … Erinnerungen aus Kindheitstagen kamen auf, als es noch aus den großen Bonbongläsern im „Tante Emma-Laden“ eine kleine süße Überraschung für den Nachhausweg gab. Heute ist die kleine Überraschung viel gesunder, aber auch süß und liebevoll überreicht.

Eis und mehr im Café Lena

Weiter geht es am Neuen Rathaus und der Franziskaner Kirche vorbei, der wir einen kurzen Besuch abstatten, auf der Hauptstraße weiter bis zur nächsten süßen Überraschung im Café Lena. Auf facebook ist zu lesen: „Bei Lena und ihrem Team ist jeder gut aufgehoben. … Super leckerer Eiscafé, sehr netter zuvorkommender Service, und auch die vegane Nussecke war ein absoluter Genuss.“

Nur einige Bewertungen der zufriedenen Gäste des Cafés, denen wir uns nur anschließen können. Das Basilikum-Orange-Eis war eine sehr gute Erfrischung mit besonderer Geschmacksnote.

Kaffeerösterei MIKA

Was fehlt nun noch nach all den leckeren Süßigkeiten auf unserer Genussk(ch)ur? In der Kaffeerösterei MIKA gibt es einen sehr guten Espresso. Kaffeesäcke vor der Tür locken ins Geschäft, natürlich auch der leckere Geruch frisch gerösteter Kaffeebohnen. Der große Kaffeeröster ist der Blickfang im Geschäft, heute aber nicht in Betrieb. MIKA, das sind MIchael und KAtharina, die 2003 „nach langen Studien und Reisen im heißten August das erste Geschäft in unserem romantischen Miltenberg“ eröffneten.

Mit großem Ziel, „denn Geschmack ist eine Erfahrung, die erlernt, gefördert und verbreitet werden will“. Doch nicht nur der Duft der braunen Bohnen in das Geschäft mit stilvollem Ambiente, auch viele andere schöne Dinge, nicht nur für den kulinarischen Genuss, möchten gekauft werden. Manch einer nimmt mehr als nur eine Tüte gerösteten Kaffees als Miltenberger Souvenir mit nach Haus.

Nun nach der kurzen Espresso-Pause wieder hellwach, geht es weiter zum Staffelbrunnen.  Ein paar Stufen führen hinab zum Fließgewässer, das früher von den Miltenberger als Wasserstelle genutzt wurde. Vornehm hießen sie damals „Staffelbrünnler“.

Im Volksmund aber nannte man sie „Staffelbrunser“ – mit s und nicht mit z. Hier überrascht uns die Stadtführerin mit einer musikalischen Einlage … vom Gift im Wein ist die Rede bei Ungehorsam …

Kurfrankenbitter

Nach so viel „Mordlüstereien“ brauchen auch wir einen alkoholischen Trunk. Natürlich einen K(ch)urfrankenbitter, der angeblich „für und gegen alles hilft“. Natur pur aus 12 Weinberg-Kräutern gebraut, u.a. ist auch Spitzwegerich mit dabei. Man muss ihn mögen, bitter – bodenständig –bestens , der Kräuterlikör des Jahres 2013, nach einem Originalrezept der Kräuterhexe Gabriele Bickel.

Berühmtes Schnatterloch in Miltenberg

Weiter geht es auf unserem Spaziergang zum Alter Marktplatz in Miltenberg, der im Volksmund auch als Schnatterloch bezeichnet wird. ‚Der Renaissancebrunnen aus rotem Sandstein (1583) des Bildhauers Michael Junker bildet den Mittelpunkt einer der schönsten Stadtplätze Deutschlands. Die tanzenden Putten vermitteln ebenso gute Laune wie die farbenfrohe Blumenpracht um die Wasserspeier der Brunnensäule. Um ihn herum ziehen viele schöne Fachwerkhäuser die Blicke der Touristen auf sich.

 

Die Bänke vor der Stadtpfarrkirche Sankt Jakobus in unmittelbarer Umgebung laden zu einer Ruhepause ein. Wir beobachten die vielen Touristen, die „schnatternd“ am Brunnen stehen und voller Begeisterung ob der schönen Architektur sind. Am Schnatterlochturm im hinteren Teil des Marktplatzes beginnt auch der Fußweg zur Mildenburg.

Hier am Marktplatz thront auch mit insgesamt vier Häusern das Museum Stadt Miltenberg mit einer großen Dauerausstellung zur Stadtgeschichte mit Schwerpunkten wie Judaika, Jagdwaffen, Glas, Keramik, Spielzeit u. m. Nicht nur bei schlechtem Wetter ist ein Besuch empfehlenswert.

Faustbier aus der Faustbierbrauerei in Miltenberg

Weiter geht es auf unserer Genussk(ch)ur durch Miltenberg zur letzten Genießerstation. Last but not least … die Faust-Brauerei, eine in der Region verwurzelte Familienbrauerei besticht durch handwerkliches Können, beste und ausgezeichnete Bierqualität mit erstklassigem Geschmack.

Während der beliebten Brauereibesichtigungen mit anschließender Verkostung kommen Bierliebhaber auf ihre Kosten. An Kreativtagen kann man auch sein eigenes Bier unter Anleitung brauen. In der Schatzkammer der Brauerei Faust lagern alte und junge Bierkostbarkeiten.

Braumeister und Biersommelier Cornelius Faust
Braumeister und Biersommelier Cornelius Faust

Weitere Informationen zu Churfranken erhaltet ihr hier:

Tourismusgemeinschaft Miltenberg, Bürgstadt, Kleinheubach (Drei am Main)
Rathaus, Engelplatz 69, 63897 Miltenberg
Tel. 09371 404119
14uhr@miltenberg.info
www.miltenberg14uhr.de
Täglich gibt es um 14 Uhr Stadtführungen zu thematischen Schwerpunkten (z. B. Kunstvolles und Spannendes, Geschichte und Geschichten, Verstecktes und Alltägliches usw.)

Aktuelle Informationen findet man unter www.miltenberg.info

Empfehlenswert u.a.:

Gasthaus Zum Riesen
Hauptstraße 99, 63897 Miltenberg
Tel. 09371 989948
www.riesen-miltenberg.de

Ludwig. Natürlich Gutes
Hauptstraße 58, 63897 Miltenberg
info@ludwig-obst.de
www.ludwig-obst.de

Café Lena
Hauptstraße 80, 63897 Miltenberg
Tel. 09371 9893067

MIKA Kaffeerösterei
Hauptstraße 89, 63897 Miltenberg
Tel. 09371 9489666
mika-kaffee@t-online.de
www.kaffeeroesterei-mika.de

Museen der Stadt Miltenberg
Hauptstraße 169-175, 63897 Miltenberg
Tel. 09371 668504
info@museen-miltenberg.de
www.museen-miltenberg.de

Brauerei Faust OHG
Hauptstraße 219, 63897 Miltenberg
Tel. 09371 9713-0
info@faust.de
www.faust.de

Das berühmte Schnatterloch in Miltenberg
Das berühmte Schnatterloch in Miltenberg, Foto: D.Weirauch

Hier geht es zu weiteren Texten zu Churfranken:

+ der Weinort Bürgstadt

+ die Brauerei Faust in Miltenberg

+ Was man in Churfranken nicht versäumen sollte

+ Kuren in Churfranken, warum nicht ?

Die Recherche wurde unterstützt durch:

Mainland Miltenberg – Churfranken e.V.
Hauptstraße 57, 63897 Miltenberg
Tel. +49 (0)93716606975
www.churfranken.de

Wir danken ganz besonders Brigitte Duffeck und Julia Klüpfel für die sehr gute Organisation.

Wie kommt man nach Churfranken ?

Mit dem Auto über die A3 von Würzburg kommend, Ausfahrt Wertheim, dann am Main entlang, über die A81, Ausfahrt Osterburken, über Buchen und Walldürn über die A3 von Frankfurt, Ausfahrt Stockstadt, über die ausgebaute B469 aus Richtung Süden über die A5 oder A67 bzw. von Norden kommend über die A45 auf die A3, Ausfahrt Stockstadt, dann über die ausgebaute B469. Mit der Deutschen Bahn zum ICE-Bahnhof Aschaffenburg. Von hier aus gibt es Anschluss nach Miltenberg und zu vielen weiteren der 19 Ortschaften Churfrankens. Infos über VAB (Verkehrsgemeinschaft am Bayerischen Untermain) www.vab-info.de

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