Reise

Barfußpark Beelitz-Heilstätten

Barfusspark Beelitz - HeilstättenBlick vom Barfusspark auf die Alte Chirurgie, Foto: Kärstin Weirauch

Raus aus dem Alltag – rein in die Natur

Erinnerungen an Kindheitstagen kamen auf, als ich kürzlich den Barfußpark in Beelitz-Heilstätten besuchte. Im Kindergarten war es immer am schönsten, wenn wir im Sommer nach einem Regenguss barfuß im Sandkasten spielen durften. Die Freude war groß, wenn wir mit unseren Buddeleimern Wasser „herantransportieren“ konnten, um richtige Modderpampe herzustellen. Darin dann zu stampfen, gelegentlich auch mal die anderen mit Modderpampe zu ärgern, machte immer wieder Spaß.

Touren im Barfußpark Beelitz-Heilstätten

Ähnlichen Spaß schienen an dem herrlichen Sommertag auch Groß und Klein an der Station „Nasser Torf“ im Barfußpark zu haben. Diese Station befindet sich auf der ca. 1,2 Kilometer langen roten Tour des Barfußparks. Bis man zu dieser Station gelangt ist, hat man aber zuvor schon einige „Abhärtungen“ hinter sich gebracht. Kneippsche Anwendungen wie Wasserschräge, Armbecken, Wassertreten sind gesund und an warmen Tagen auch recht angenehm, weil kühlend. Zwischendurch kann man die unterschiedlichsten Naturmaterialien mit seinen Füßen erkunden: Glasscherben sind gewöhnungsbedürftig, da tasteten sich die Besucher nur sehr langsam vor, Kieselsteine schmeichelten anschließend die Füße, Kiefernzapfen und Bucheckern lösten bei mir keine Glücksgefühle aus. Muss es ja auch nicht. Ab wie in Kindheitstagen mal alles ausprobieren, das macht dennoch Spaß. Balanciertreppe und Kletterstelzen trainierten das Gleichgewicht. Einige Kinder machten die Übungen sehr gewissenhaft, gaben auch nicht auf, wenn es nicht gleich so klappte, wie sie wollten.

Auch das Beobachten macht Spaß. Es bedarf keines Plastikklettergerüsts oder Rutsche, die Kinder fühlten sich in allen Naturerlebnis-Stationen wohl. Erstaunlicherweise war es auch nicht laut in dem 15 Hektar großen aus sattem Laub-, Kiefern- und Birkenwald bestehenden Erlebnispark. Kinder, Eltern, teilweise auch Großeltern gingen auf gemeinsame Erlebnistour. Im „Grünen Klassenzimmer“ machten Familien Pause: an der frischen Luft das mitgebrachte Lunchpaket zu genießen, dabei den Vögeln und dem Rauschen der Blätter zuzuhören, ist sehr entspannend für alle.

Waldbaden in Beelitz – Heilstätten

Weiter geht es, die nächsten Stationen wie Spiegelsäule, Blinde Reise, Tropfenklang, aber gemeinsam kommt man zum Ziel, Teamarbeit ist gefragt – auch im Kräutergarten und in den Tast- und Riechkästen. Und wenn man nicht schnell genug „riechen“ kann, was sich im Kasten verbirgt, wird der auch schon schnell mal geöffnet und man schaut hinein: Zimt hat den wohligen Geruch verursacht.

An der Station „Riesenschaukel“ kann man sich für den nächsten Pfad entscheiden: die gelbe Tour (900 Meter) führt am „Magnetkugelspiel“ vorbei zum Kugellabyrinth.

Hinweistafel
Hinweistafel

Beide Stationen sind nur in Teamarbeit zu bewältigen. Hin und wieder gibt es dabei auch Tipps von den hilfsbereiten Mitarbeitern des Barfußparks, die die einzelnen Stationen überprüfen, pflegen und gegebenfalls auch reparieren. Alles dort im Barfußpark sieht sehr gepflegt aus, sehr sauber.

Und immer wieder gibt es neue Aussichten, wie beispielsweise bei der Station „Bilderrahmen“ mit Blick auf das alte Chirurgiegebäude der einstigen Lungenheilstätte. Oder man blickt von hier aus auch auf den benachbarten Baumkronenpfad Beelitz-Heilstätten, eine weitere Erlebnisstation, die man sich nicht entgehen lassen sollte (Kombiticket ist empfehlenswert).

Rauchen verboten im Wald

Einsichten gibt es an diesem Tag bei einigen wenigen Besuchern eher nicht. Obwohl überall Schilder darauf hinweisen, dass das Rauchen aufgrund der hohen Waldbrandwarnstufe verboten ist, können einige Erwachsene nicht auf eine Zigarettenpause verzichten. Wo bleibt da die Vorbildwirkung?

Mich zieht es noch weiter zur blauen Tour, die auch etwa ein Kilometer lang ist: Balancierbalken, Balancierklötze, Balanciertreppe, Balancierscheibe sind nur einige von den insgesamt 60 Naturerlebnis-Stationen auf den drei Touren, die die Geschicklichkeit eines jeden Besuchers fördern.

Zwischendurch kann man auch im Café – in der Nähe des immer sichtbaren gelben Drachenzelts, eine Ruhepause einlegen. Der Eiscafé war lecker. Die Kinder am Nebentisch drängelten ihre Eltern, endlich weiterzugehen. Wohin? Natürlich zur Station „Nasser Torf“ …

Gruppenbild mit "Modderfüßen"
Gruppenbild mit “Modderfüßen”, Foto: Karsten Eichhorn

Am Ende eines Abenteuertages kann man sich dann am Eingang, wo es einen tollen Waschplatz zum Säubern der Füße gibt, wieder „stadtfein“ machen. Empfehlenswert ist es, ein Handtuch mitzubringen. Oder man kauft es als kleines Souvenir und hat eine Erinnerung an den „Anti-Stress-Tag“.

Fußwaschstation
Fußwaschstation

Raus aus dem Alltag, rein in die Natur, raus aus den Schuhen, rein ins Vergnügen! Im wahrsten Sinne des Wortes „bodenständig“ sein, alle Sinne beanspruchen und fordern, das macht lebendig, das mach Spaß und Lust auf mehr. Also werden wir demnächst wiederkommen.

Informationen zum Barfußpark Beelitz-Heilstätten
direkt am Bahnhof Beelitz-Heilstätten
Straße nach Fichtenwalde 13, 14547 Beelitz
Tel. 0162 290 9999
www.derbarfusspark.de

Öffnungszeiten: Mai – September 10 – 18 Uhr, am Wochenende 10 bis 19 Uhr

Anfahrt:
Auto: A9 Abfahrt Beelitz-Heilstätten
Bahn: RE7 über Berlin und Potsdam bis Bahnhof Beelitz-Heilstätten, 500 Meter Fußweg
Rad: Europaweg 1

Hier geht es zum Baumwipfelpfad über Beelitz-Heilstätten.

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