Mobilität

Bald schneller von Berlin nach Stettin/Szczecin

Stettin (52)

Noch in diesem Jahr soll mit dem Ausbau der Strecke Angermünde nach Stettin begonnen werden. Es wird auch höchste Zeit. Die bislang eingleisige Strecke, auf deutscher Seite noch nicht komplett elektrifiziert, ist ein verkehrspolitisches Desaster.  2012 wurde bereits ein Staatsvertrag zwischen der deutschen und der polnischen Regierung abgeschlossen, der unter anderem die Schließung der jetzt noch bestehenden Elektrifizierungslücke zwischen Passow und Stettin vorsah. Rund 10 Jahre später soll es endlich losgehen. Die Metropolen Berlin und Stettin rücken damit künftig noch enger zusammen: Bund und Deutsche Bahn (DB) unterzeichneten heute die Finanzierungsvereinbarung für den Ausbau der Bahnstrecke zwischen Angermünde und Stettin. Der Bund stellt dafür rund 380 Millionen Euro zur Verfügung. Zusätzlich beteiligen sich die Länder Berlin und Brandenburg mit je 50 Millionen Euro an dem Vorhaben, um einen durchgehenden zweigleisigen Ausbau zu ermöglichen. Also fast eine halbe Milliarde Euro für so wenig Streckenkilometer. Unglaublich.

Dom Kirche Stettin Polen Galerie
Blick auf Heumarkt und Hafen von der Jakobikirche

Künftig mit Tempo 160

Noch in diesem Jahr sollen die ersten Bagger rollen, teilte die Deutsche Bahn heute mit. Mit dem Ausbau der deutsch-polnischen Verbindung soll eine Lücke im europäischen Schienenverkehr geschlossen werden. Der Zug braucht dann 20 Minuten weniger. Zwischen Passow und der deutsch-polnischen Grenze verlegt die Deutsche Bahn ein zweites Gleis. Die polnische Bahn hat bereits vor einiger Zeit ihre Hausaufgaben gemacht. Die Polen leben längst den Gedanken der Euroregion Pomerania. Warum es auf deutscher Seite so lange dauert, konnte mir keiner bislang schlüssig erklären.

Altstadt Stettin Polen Galerie
Berliner Tor in Stettin

Stettin ist ja so etwas wie die Vorstadt von Berlin… Früher gab es ja mal einen Stettiner Bahnhof (heute Nordbahnhof) in Berlin, heute fahren die Züge Richtung Polen meist vom Bahnhof-Gesundbrunnen ab. Wenn wir heute nach Stettin fahren, dann auch meist mit dem Zug. Die Fahrzeit für die 150 Kilometer Strecke beträgt in der Regel rund zwei Stunden. Leider ist die Strecke bisher nur einspurig und nicht elektrifiziert. Oftmals muß man in Angermünde umsteigen. Ansonsten wäre man schneller in der modernen und weltoffenen Hafenstadt Stettin. Reisende können sich nach dem Ausbau auch auf Bahnhöfe im neuen Glanz freuen: Die DB modernisiert fünf uckermärkische Stationen entlang der Strecke (Passow, Schönow, Casekow, Petershagen und Tantow).

Grafik Mobilität für morgen
Grafik Mobilität für morgen Fotoi: Deutsche Bahn

Fahrzeit: 90 Minuten

Nach Abschluss der Arbeiten verbindet die 135 Kilometer lange Strecke die Metropolen Berlin und Stettin in 90 Minuten, 20 Minuten schneller als heute.  Wann die Arbeiten abgeschlossen werden sollen, wurde heute leider nicht konkret mitgeteilt, angeblich 2026. Es besteht also die Hoffnung, dass Berlin und Stettin nach dem Streckenausbau endlich eine attraktive Fernverkehrsanbindung erhalten. Wikipedia informiert über die Stettiner Bahn ausführlich.

Stettin Schloss
Das Stettiner Schloss Foto: D. Weirauch

 

Hier weitere Informationen: Siehe auch: https://bauprojekte.deutschebahn.com/p/angermuende-stettin

Hier Infos zu den preisgünstigen Tickets zwischen Berlin und Stettin.

Allgemeine Auskünfte rund um das Reiseland Polen beim Polnischen Fremdenverkehrsamt, www.polen.travel

Hier unsere Tipps, was man in Stettin unbedingt sehen sollte

Highlights von Stettin: Was man unbedingt sehen sollte