Wolfgang Will

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Mobilität

Germania-Pleite: Fliegen 2019 wird sehr chaotisch

Flugzeug (5)

Germania-Pleite: Fliegen 2019 wird sehr chaotisch.  Oftmals ist die Bahn billiger und nicht langsamer. Dies mag unglaublich klingen, ist aber wahr – absolut wahr: Für Flugreisende wird das Jahr 2019 kein Vergnügen, denn Fliegen wird generell noch chaotischer, als der Fluggast das schon 2018 erlebte – vor allem aber: Eine innerdeutsche Bahnfahrt dauert in der Regel nicht länger als ein Flug und ist zudem meistens super-preiswert zu haben. Wenn man rechtezeitig bucht.Die Pleite der deutschen Airline Germania spielt beim Chaos 2019  auch eine Rolle – eine untergeordnete allerdings.

Dass die 30 Germania-Flugzeuge erst einmal am Boden bleiben und einige Zehntausend Fluggäste nicht wie gebucht nach Irgendwo kommen, ist nur das kleinere Übel des bevorstehenden Chaos. Viel bedeutender dagegen ist eine Tatsache, die vorwiegend von der Politik zu verantworten ist – das Unvermögen, den Belangen der überwiegenden Bevölkerungsmehrheit  und den gesamtwirtschaftlichen Bedürfnissen nach zu kommen.

Reise

Adieu Atlanta: Istanbul wird größter Flugplatz der Welt

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Nein – das, was der türkische Staatspräsident Erdogan da ankündigte, ist weder überheblich noch großmannssüchtig – es ist vielmehr Realität: Istanbul wird bald schon dem amerikanischen Atlanta den Titel „Größter Flugplatz der Welt“ streitig machen. Der neue Istanbul Airport – IATA-Code ISL – wurde erst am 29. Oktober 2018 teil-eröffnet, während Atlanta – IATA-Code ATL – auf das Jahr 1925 zurück geht.

Atlanta hat inzwischen sechs Start- und Landebahnen, während Istanbul derzeit über vier  verfügt – aber sechs sind geplant. Die beiden neuen sollen binnen eines Jahres fertiggestellt sein. Entscheidender jedoch wird das Fluggastaufkommen sein. Atlanta zählte 2017 knapp 104 Millionen Passagiere, während Istanbul auf 95 Millionen kam. Die Zuwachsraten in Istanbul aber zeigen höhere Werte an als in Atlanta, was auch damit zusammenhängt, dass Istanbul-Neu aus den ursprünglich drei Airports der Stadt „geformt“ wird. Einer dieser Plätze wird für den neuen mit Sicherheit geschlossen. Er liegt im  europäischen  Teil der Millionenstadt – Einwohnerzahl: 15 Millionen.

Die Liste der größten Verkehrsflughäfen wird von der „Airports Council International“ (ACI) geführt und betreut. Das ist eine Organisation – oder: Dachverband -, der weltweit etwa 1 700 Flugplätze in 177 Ländern angehören. Maßstab ist die Passagierzahl der Flughäfen. Sie wird jährlich neu ermittelt. Erfasst werden in der Gruppe 1 lediglich Plätze mit mindestens 25 Millionen Passagieren jährlich. In der aktuellsten Liste werden 61 solcher Plätze aufgeführt, davon liegen 22 in Nordamerika,  22 in Asien, 14 in Europa, zwei in Australien und einer in Südamerika. In dieser Liste werden nicht nur die Flugplätze mit ihren Passagierzahlen genannt, sondern auch deren IATA-Codes, ihre Lage über dem Meeresspiegel, die Anzahl der Start- und Landebahnen sowie die Grundfläche.

Atlanta, n o c h die Nummer 1, heißt offiziell Hartsfield-Jackson-Airport, und die große Mehrheit der hier abgefertigten Fluggäste sind US-Bürger. Atlanta mit seinen etwa 104 Millionen „Kunden“ gilt als größter Umsteige-Flugplatz der Welt. Von hier aus gibt es, abgesehen von den internationalen, Verbindungen in mehr als 150 US-Städte. Es mag überraschen, ist aber Tatsache: Nummer 2 ist Peking mit rund 94,5 Millionen Fluggästen. Chinas Hauptstadt übrigens verfolgt das gleiche Ziel wie Istanbul – an die Spitze zu kommen und die Liste anzuführen. Den dritten Platz nimmt das Emirat Dubai ein, mit knapp 84 Millionen Passagieren – und erst 1969 eröffnet.

Es sei noch einmal unterstrichen und hervorgehoben, dass nicht die genannten Städte in der Statistik die entscheidende Rolle spielen, sondern jeweils der entsprechende Flugplatz. So muss beispielsweise New York dreifach und London London zweifach genannt werden: Die New Yorker Airports Kennedy, LaGuardia und Newark bewältigen zusammen 129 Millionen Passagiere, in Heathrow nennt die Liste 75,7 Millionen Passagiere, in Gatwick 43 Millionen. Damit werden in der britischen Hauptstadt jährlich knapp 119 Millionen Passagiere abgefertigt. Gemessen daran spielen Atlanta, Peking und mehr noch Istanbul eher in einer zweiten Liga. Deshalb seien hier auch noch Los Angeles und Miami mit jeweils etwa 22,2 Millionen erwähnt. Geht es nach der „Städte-Liga“, muss Tokio mit 118 Millionen Passagieren – zwei Airports – genannt werden. Wobei die japanische Hauptstadt noch ein besonderes Merkmal hat – sie gilt als die pünktlichste der Welt, hat die US-Firma FlightStats ermittelt: Rund 94 Prozent der Flüge am Hameda Airport- dem größeren der beiden – heben zur geplanten Zeit ab, bei den Ankünften trifft das auf 89 Prozent zu.

Deutschlands Flughäfen sind eher klein

Deutschland spielt in diesen Ligen nur eine bescheidene Rolle. Frankfurt am Main, Deutschlands größter Airport, kommt auf rund 61 Millionen Passagiere pro Jahr, München – immerhin erst seit 1992 erwähnenswert – meldet 42 Millionen. Die beiden Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld zählen 33,4 Millionen, Düsseldorf hat 24,6 Millionen Fluggäste.

Berlin ist vielfach benachteiligt. Das hängt auch noch mit der Teilung der Stadt in Ost und West zusammen, auch wenn dieser Umstand viele Jahrzehnte zurück liegt. West-Berlin hatte ursprünglich drei Airports – den „Klassiker“ Tempelhof, das militärische Gatow sowie Tegel, auf Grund der Blockade der Stadt durch die Sowjetunion binnen kürzester Frist förmlich aus dem Boden gestampft.

Ost-Berlin hatte in Schönefeld seine internationale Fluganbindung. Den Rahmen der Wiedervereinigung überdauerten Tegel und Schönefeld, sie sollen durch den noch immer im Bau befindlichen Großflugplatz BER ersetzt werden.

BER von Anfang an zu klein

Eine abenteuerliche, geradezu lähmende Politik seitens Brandenburger und Berliner Laien, nämlich Politikern, sowie des Bundes hat zur Folge, dass der BER-Eröffnungstermin von 2011 auf (derzeit!) 2020 verschoben werden musste – eine Vielzahl ausgesprochen dummer, wenn nicht verbrecherischer Eingriffe der Politik in die Architektonik und das Bauwesen sind dafür verantwortlich. Der BER ist zudem deshalb eine Fehlplanung, weil er für Berlin viel zu klein ausgelegt ist und eine katastrophale Straßenanbindung hat. Absolut unverständlich und töricht ist auch der Plan der Politik – übrigens gegen den erklärten Wunsch der Bevölkerung, – Tegel nach Beginn des BER zu schließen. Berlin schließlich dürfte um 2035 rund 58 Millionen Passagiere zählen – so eine Wachstumsprognose.

Fachleute zweifeln nicht daran, dass Berlin normalerweise – ohne die jahrzehntelange Teilung der Stadt – nach Frankfurt die Nummer zwei in Deutschland geworden wäre, vor München. Möglicherweise sogar die Nummer 1 – vor Frankfurt. Aber das sind Sandkastenspiele.

Absolut realistisch dagegen darf die Zukunft von Istanbul eingeschätzt werden.

 

 

 

 

 

MobilitätReise

Wolfgangs Erlebnisse mit der Bahn

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Wenn einer eine Reise tut . . . und das Auto stehen lässt, um einmal die viel gescholtene Deutsche Bahn zu benutzen. Ja – da kann man viel erzählen. Sehr viel  sogar..

Es war gegen Mittag, da stand der ICE 1511 nach München schon lange vor Abfahrt auf seinem Gleis des Hauptbahnhofs Berlin. Wer glaubt, die Wagennummer an j e d e r Waggontür zu finden, irrt schon das erste Mal. Und fragt sich: Warum eigentlich nicht? Wäre doch kundenfreundlicher, als erst zum Anfang oder Ende des Wagens laufen zu müssen. Das mag ja noch zu verschmerzen sein – aber dann die Suche nach dem reservierten Platz! Die Nummern sind so hoch und so klein und werden überstrahlt von der daneben schrill rot leuchtenden Anzeige „Berlin – München“, so dass sie nicht oder nur äußerst mühsam zu erkennen sind. Warum finden sich die Platznummern nicht an den Seitenlehnen der Sitze? Das wäre komfortabel und passagiergerecht.

Reise

Sternstunden für die Kreuzfahrtindustrie

AIDABlick auf die Rhapsody of Sea, Foto: Weirauch

So modern das Thema Kreuzfahrten auch erscheinen mages hat einen gewissen antiken Kern. Was Odysseus entsprechend der griechischen Sage während des trojanischen Krieges im 12. Jahrhundert v. Chr. erlebte – und vielfach genoss!, – kann durchaus als „Ur“-Kreuzfahrt betrachtet werden. Die Moderne dieser Art Tourismus geht auf das Jahr 1844 zurück, als die britische Peninsular & Oriental Steam Navigation Company Luxusschiffsreisen nach Gibraltar, Malta und Athen anbot.

Albert Ballin erfand die Kreuzfahrt

Das deutsche Kapitel begann mit einem wirtschaftlichen Zwang, den der Hamburger Reeder Albert Ballin spürte: Die Frachter seiner Flotte waren in den Wintermonaten wegen schlechten Wetters und oft gefährlicher hoher See auf der Gewinn abwerfenden Transatlantikroute weniger gefragt. Statt sie weiter in den sicheren Häfen liegen zu lassen, stattete er eines seiner Schiffe – die „Auguste Victoria“ – für Passagiere aus und schickte sie 1891 testweise auf eine „Bildungs- und Erholungsfahrt“ ins Mittelmeer. Diese Reise war binnen kürzester Zeit ausgebucht – das Zeitalter der Kreuzfahrten hatte begonnen.

Urlauben auf See mit vielversprechenden Zwischenstopps sind inzwischen das erfolgreichste Feriensegment überhaupt. Das belegt auch eine Statistik, die jetzt von der Messe Berlin – Ausrichter der Internationalen Tourismus Börse (ITB) – vorgestellt wurde. Danach stieg der internationale Kreuzfahrtmarkt in den letzten Jahren zweistellig und ist damit doppelt so schnell gewachsen wie der übrige internationale Reisemarkt insgesamt. Allein 2017 wurden weltweit 27 Millionen Kreuzfahrten unternommen.