Wolfgang Will

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Reise

Sehenswert: Neues Bauhaus-Museum Weimar

Blick in den Ausstellungssbereich “Mies van der Rohe” Blick in den Ausstellungssbereich “Mies van der Rohe” Foto: Klassik Stiftung Weimar

Das Kleinod Weimar, Kulturhauptstadt Europas von 1999, ist um eine weitere Perle bereichert worden – den Neubau des Bauhaus-Museums. So  begrüßenswert es selbst Kritiker des Neubaus finden, dass das 1919 in Weimar gegründete Bauhaus endlich einen sehenswerten Museums-Neubau hat – so umstritten wird dessen Architektur und Platzierung direkt am Eingang zur Innenstadt eingeschätzt. „Steckt die Seele des Bauhauses wirklich in diesem Klotz?“, fragt beispielsweise die Springer-Zeitung „Welt“. Ablehnend äußern sich auch viele Einwohner der Stadt.

Aber das ist keineswegs gerechtfertigt, und deshalb muss diesem Negativismus energisch widersprochen werden – etwa mit dieser Feststellung: Dieses Bauhaus-Museum ist eine Perle – und die bereichert das Kleinod Weimar!

Der Fundus dieses Museums ist einmalig, denn es handelt sich in Weimar um die weltweit älteste Sammlung von Werkstattarbeiten und Ideen des Bauhauses,  mit inzwischen 13 000 Objekten. Bauhaus-Gründer Walter Gropius hat diese grandiose Sammlung gleich zu Beginn, also in den frühen 20er Jahren, begonnen.

Hotels

Balm-Golf: Usedom ist Deutschlands sonnigste Region

Golfhotel Usedom (1)Foto: Golfhotel Usedom

Golfplätze auf Inseln, kleineren zudem, sind nicht gerade alltäglich. Wenn sie zudem noch Exklusives oder Seltenes aufweisen können, dürften sie zu wahren Raritäten zählen. Das trifft zweifelsfrei auf das Golfhotel & Spa Balmer See auf der Ostseeinsel Usedom zu. Schließlich ist Usedom die sonnenreichste Region Deutschlands – und welcher Golfclub schon bietet gleich drei Sterne-trächtige Restaurants auf seinem Territorium an? Die 66,4 Kilometer lange und 23,9 Kilometer breite Insel (44 km²) kommt im Durchschnitt auf 1905 Sonnenstunden im Jahr. Der vergleichbare Wert für Deutschland liegt bei 1550 Stunden. Mit Recht also nennt die Werbung Usedom auch „Sonneninsel“.

Foto: Golfhotel Usedom
Foto: Golfhotel Usedom
Reise

Gropius konnte nicht einmal zeichnen – von der Uni geflogen

Bauhausgebäude in DessauBauhausgebäude in Dessau

2019: Hundert Jahre Bauhaus

Sie glaubten, in Weimar – dieser Stadt aufgeschlossener Klassik – endlich in künstlerischer wie auch gesellschaftlicher Weise so leben und arbeiten zu können, wie sie es sich wünschten – nicht gegängelt, vielleicht auch ein wenig zügellos. Außerdem hatte einer von ihnen, Walter Gropius, sehr private Bindungen an die Stadt Goethes, Schillers, Bachs und Händels, denn hier wirkte sein Freund Henry van de Velde als Direktor der Staatlichen Kunstgewerbeschule. Über ihn auch hatte Gropius einflussreiche großherzogliche Beamte kennen gelernt. Verlockend war auch das Wort „staatlich“ im Namen der Hochschule, denn damit war sie finanziell gesichert – der Staat zahlte ja.

Gropius konnte nicht einmal zeichnen – von der Uni geflogen

Weimar aber war auch anderweitig noch verheißungsvoll für die Künstler einer Moderne, wie sie das 1918 zusammengebrochene Kaiserreich nicht erlaubt hätte. Mit Weimar wurde auch deshalb absolute künstlerische Freiheit verbunden, weil hier Deutschlands erste wahrhaft demokratische Verfassung beschlossen und verkündet wurde und weil Weimar zeitweise – für einige Monate – Sitz der Nationalversammlung und Regierung war, die dem revolutionären und vom Bürgerkrieg bedrohten Berlin den Rücken gekehrt hatten.

Mobilität

50. Jahrestag der ersten Mondlandung

Mondfinsternis2018 (4)

Wenn sich in diesem Jahr – am 20. Juli – die erste Landung von Menschen auf dem Mond (1969) zum fünfzigsten Male jährt, darf ein weithin unbekanntes Kapitel dieses wahrhaft sensationell-historischen Geschehens aufgeschlagen und erörtert werden: Wie tief war Wernher von Braun, Erfinder der Mondrakete Saturn V, in das verbrecherische Nazisystem verstrickt – und weshalb war er schon 1933 freiwillig der SS beigetreten, in der er immerhin den Rang eines Sturmbannführers erreichte?

 Wernher von Braun:Wie viel Nazi und warum so früh SS?

Seine SS-Mitgliedschaft konnte bis zu seinem Tod (1977) geheim gehalten werden. Und seine anderweitige Nazi-Verstrickung spielte zu einer Zeit – diesem weltumspannenden Wettlauf der Systeme von Ost und West – nur eine, wenn überhaupt, untergeordnete Rolle. Wernher von Braun letztlich war der westliche „Heilsbringer“, als es um die Vorherrschaft im Weltraum und die Landung von Menschen auf dem Erdtrabanten ging.

Tipps

Werbe-Ikonen: Wer da im TV so alles mainzelt . . .

Mainzelmännchen

Sie tummeln sich auf unseren Bildschirmen wie die Motten, die um ein Licht kreisen. Man wird weder die einen noch die anderen schnell los – Alltag. Sie sind zweifelsohne eine Stütze des ZDF und erhöhen Akzeptanz und Beliebtheit der Werbeblöcke dieser öffentlich-rechtlichen Anstalt. Vor allem im Gegensatz etwa zu RTL, wo bei Günter Jauch und seinem „Wer wird Millionär?“ ein Werbeblock schon einmal sieben Minuten und länger dauern kann. Alltags-Langeweile. Nicht so beim ZDF: Da geistern diese winzig-witzigen Figuren, die aus der Zwergen-Märchenwelt stammen könnten, immer wieder zwischen den einzelnen Werbespots umher – und entlocken einem nicht nur dauernd ein Schmunzeln, sondern befördern einen auch zum aufmerksamen Werbe-“Gucker“.

Wovon wohl ist die Rede? Natürlich . . . von den Mainzelmännchen.

1 Stunde weg

Deutsches Spionage-Museum Berlin

Logo des Deutschen Spionagemuseum, Foto: DSMLogo des Deutschen Spionagemuseum, Foto: DSM

Jedermann kennt natürlich das älteste Gewerbe der Welt – aber welches dann gilt als das zweitälteste? Napoleon hat es seinerzeit treffend charakterisiert: „Ein Spion am rechten Ort ersetzt 20.000 Mann im Felde“. Jawohl – das Deutsche Spionagemuseum Berlin, das einzige seiner Art in Deutschland, vielleicht sogar in Europa, definiert Spionage als das zweitälteste Gewerbe der Welt. Nach der Prostitution. Dabei gibt es zwischen beiden natürlich auch viele Gemeinsamkeiten. Die Käuflichkeit beispielsweise.