Dieter Weirauch

Dieter Weirauch

Reise

Traumhaftes Porto Cesareo

Apulien (26)

 Einen besseren Ausgangspunkt für unsere herbstliche Reise konnten wir nicht haben.  Porto Cesareo: das weitläufig angelegte Städtchen erstreckt sich auf einer Landzunge, begrenzt von zwei Buchten, von denen die südliche fast eine Lagune bildet. Die vorgelagerten Badeinseln, die man auch watend und schwimmend erreichen kann, gehören zum vor 20 Jahren erklärten Küstenschutzgebiet “Area Marina Protetta Porto Cesareo”. Die Ortschaft selbst ist nur von bescheidener Schönheit, die Küste hingegen gehört zu den schönsten Apuliens. Der Meinung von Andreas Haller in seinem gründlich recherchierten Reiseführer “Apulien” (Michael Müller Verlag) können wir uns anschließen.

Porto Cesareo lebt vom Tourismus und vom Fischfang. In den unter Naturschutz stehenden Buchten gedeiht eine üppige Meeresflora, die einen schier unerschöpflichen Fischreichtum begünstigt. Die mit den Karpfen verwandten Barben, die man hier hauptsächlich fängt, werden bis in die Nachbarprovinzen exportiert.  Romantisch zeigt sich Porto Cesareo am breiten Hafenkai. In den Abendstunden herrscht hier ein reges Treiben. Fischerboote sind unterwegs, der Blick auf die vorgelagerten Badeinseln erfreut das Auge, gute Fischrestaurants laden ein, und auch das Eis schmeckt lecker. Ganz unbeeindruckt vom lebhaften Treiben zeigt sich der massive Küstenwachturm Torre Cesareo, der im 16. Jahrhundert auf Befehl von Kaiser Karl V. errichtet wurde.

Im hinteren Ortsteil, wenige Schritte von der nördlichen Uferpromenade entfernt, präsentiert ein kleines Meeresmuseum eine umfangreiche Muschelsammlung und zahlreiche Flora- und Faunakuriositäten aus dem Ionischen Meer.

Einer von mehreren Küstenwactürmen in Porto Cesario
Einer von mehreren Küstenwachtürmen in Porto Cesario

Informationen
Informationsbüro am südlichen Ende der Uferstraße am Weltkriegsdenkam
Piazzale Gasperi, Port Cesareo
Tel. 0833 569086
Öffnungszeiten: Juni bis Anfang September: 9-12 und 17-20 Uhr

Hier übernachtet man gut:

Conchiglia Azzurra Resort & Spa
Via del Bacini 1, 73010 Porto Cesareo
Tel. +39 0833 566311
www.conchigliazzurra.com
info@conchigliazzurra.com

Das Hotel ist ca. 800 Meter vom Zentrum von Porto Cesareo entfernt. Um an das Meer zu kommen, muss man nur die Straße vor dem Hotel überqueren. Das Hotel ist im mediterranen Stil eingerichtet. Der Service ist gut.

Museo di Biologia Marina „Pietro Parenzan“
http://museobiologiamarina.unisalento.it

Die Reise erfolgte auf Einladung der Europäischen Union, Apulien (Ministerium für Tourismus und Kultur), Pugliapromozione (Verband der Region Union 3) und dem Tourismus- u. Kulturmagazin Spiagge nach Apulien reisen. Danke anCarmen Mancarella, eine unermüdliche Botschafterin for Puglia and Salento.

Buchtipp: ein sehr aktueller und überaus kenntnisreicher Reiseführer zu Apulien aus dem Michael-Müller-Verlag:

Andreas Haller: Reiseführer  Apulien, Michael Müller Verlag, 420 Seiten + her­aus­nehm­bare Karte (1:450.000), farbig, 194 Fotos, ISBN 978-3-95654-410-1,  21,90 EUR , hier geht es zum _Verlag Michael Müller.

Reise

Botschafter für die Ahle Wurscht: Rolf Schott aus Melsungen

FuldaRadweg (18)Rolf Schotts zweites Berufsleben für die Ahle Wurscht, Foto: Weirauch

Lebenslanges Lernen – für Fleischermeister keine leeren Worte. Selbstbestimmt nimmt  Rolf Schott  mit 52 Jahren eine Lehre als Metzger in Angriff. Bezeichnet sich selbst als ältesten Lehrling Hessens. Wer lernt, bleibt jung, erst recht, wenn man weiß, wofür man lernt. Rolf Schott  ist der Schwiegersohn der traditionsreichen Melsunger Fleischerei Willi Ross in der Fritzlarer Straße 15 in Melsungen. Ich lernte ihn unlängst während einer Radtour auf dem Fulda-Radweg R 1 kennen. Es war spannend, was der frühere Bankmanager über die Ahle Wurscht (auch Ahle Worscht) erzählt hat. Von ihm wird man künftig hören, wenn es um die Köstlichkeit in der Grimmheimat Nordhessen geht. Mit seinem Entschluss, den Betrieb seiner Schwiegereltern weiterzuführen, ist auch in Melsungen und Umgebung die Ahle Wurscht als über die Region weit bekanntes Markenzeichen Hessens gesichert.

Präsentieren die Ahle Wurscht: Bianca und Rolf Schott, Foto: Fleischerei Ross
Präsentieren die Ahle Wurscht: Bianca und Rolf Schott, Foto: Fleischerei Ross

Im August 2018 bestand der Seiteneinsteiger die Meisterprüfung als Lehrgangsbester. Rolf Schott sagt: “Darüber freue ich mich sehr und kann sagen, dass die Prüfung für mich den gleich hohen Stellenwert hat wie mein Diplom als Bankbetriebswirt 20 Jahre zuvor.”

Rolf Schotts zweites Berufsleben für die Ahle Wurscht, Foto: Weirauch
Rolf Schotts zweites Berufsleben für die Ahle Wurscht, Foto: Weirauch

Zur Geschichte der Ahlen Wurscht gibt es eine kleine Broschüre (Gerhard Schneider-Rose: Nordhessische Ahle Wurscht – Portrait einer Rohwurstspezialität (Hrsg. Förderverein Nordhessische Ahle Wurscht e.V) Großalmerode-Weißenbach 2015). Daraus will ich hier gern zitieren. Experten bescheinigen der  Ahle Worscht ebensolchen  Kultstatus wie dem berühmten Serranoschinken.

Wälder, Wiesen und kleinräumige Felder prägen die nordhessische Region. In der eher dünn besiedelten Wald- und Ackerbauregion hat die Industrialisierung erst spät ihre Spuren hinterlassen. Die Selbstversorgung mit Obst, Gemüse, Fleisch und Brot hat lange den Lebensalltag der Nordhessen geprägt. Gemüsegärten, Streuobstwiesen, Backhäuser, Schweineställe und Wurschtekammern sind bis heute Zeugen dieser umfassenden Selbstversorgung der nordhessischen Haushalte von Bauern und Bürgern.

Die Versorgung mit Fleisch in Nordhessen auch in den Städten im Wesentlichen bis ins 20. Jahrhundert hinein auf der Hausschlachtung. Nur zu besonderen Anlässen wie Hochzeiten und Taufen wurde frisches Fleisch gekauft. Stadtbürger erhielten meist die Schlachtschweine von Bauern aus der Verwandtschaft oder vom Landwirt des Vertrauens aus der Region.

Auch die Brüder Grimm versorgten sich auf diese Weise mit Wurst, Speck und Fett. Das Metzgerhandwerk war für die Versorgung mit frischen Fleisch- und Wurstwaren in den Städten zuständig, während die Dauerware zuhause produziert wurde. Die Selbstversorgung hatte neben dem negativen Aspekt des hohen Arbeitsaufwandes die positiven Seiten eines hohen Qualitätsbewusstseins, die Bewahrung von Traditionen und eines großen Wissens um die Ernährung.

Bianca Schott bei e einer Präsentation von Ahle Wurscht auf der Fulda, Foto: Weirauch
Bianca Schott bei e einer Präsentation von Ahle Wurscht auf der Fulda, Foto: Weirauch

Edelprodukt Ahle Wurscht

In der Hausschlachtung in Nordhessen wurden am Schlachttag neben den „Edelprodukten“ Ahle Wurscht und Beinschinken eine ganze Palette von Erzeugnissen hergestellt: Leber- und Blutwurst, Sülze oder Schwartenmagen, Weckewerk, Fleisch-, Wurst- und Speckfett gehörten zu den Lebensmitteln, die die Fleisch und Fettversorgung des Haushalts übers Jahr sicherstellten.

Was heißt eigentlich Ahl ?

Für eingefleischte Nordhessen hängt viel daran, die perfekte Ahle Wurscht im Haus zu haben. Touristen denken beim Wort „ahl“ an Fisch, im nordhessischen Dialekt steht es aber für „alt“ im Sinne von lange gereift und lange haltbar. Die Hausschlachtung war in Nordhessen fest in den Jahresablauf eingebunden. Für eine gute Reifung der Ahlen Wurscht ist in den ersten Wochen ein kühles und feuchtes Klima unabdingbar. Deshalb sind die kalten Herbst- und Wintermonate die traditionellen Schlachtemonate. Die unterschiedlichen dicken und dichten Wursthüllen sorgen dafür, dass das ganz Jahr über immer genussreife Ahle Würschte zur Verfügung stehen.

„Dürre Runde, Feldkieker, Schlacke“

Rolf Schott erläuterte uns die unterschiedlichen Wurtsorten. Die traditionelle Ahle Wurscht gibt es in unterschiedlichen natürlichen Wursthüllen mit verschiedenen Formen, Durchmessern (Kalibern) und Dichtigkeiten, die unterschiedlich lange Reifezeiten der Würste bedingen. Die dünnste Ahle Wurscht ist die rund zusammen gebundene „Dürre Runde“. Sie ist nach 4-6 Wochen Reifezeit die als erste genussreife Ahle Wurscht. Gerade verlaufende Wurstformen werden als „Stracke“ („gerade“) bezeichnet, sie gibt es in unterschiedlichen Längen und Kalibern bis zu einem Durchmesser von 80 Millimetern. In der Kälberblase oder in Keulenform geklebten Därmen wird die Ahle Wurscht als „Feldkieker“, „Birne“ oder „Herkuleskeule“ bezeichnet.  „Wir exportieren unsere Wurst regelmäßig sogar nach Hongkong“, sagt Rolf Schott.

Die Größe und damit die Reifezeit der Keulen ist nicht einheitlich. Bei der „Schlacke“ wird die Wurstmasse in den etwas unförmigen Enddarm des Schweines gefüllt. Durch den dickwandigen Darm mit Fetteinlagerungen bleibt die Wurst auch nach etlichen Monaten noch mürbe und gilt deshalb vielen als besondere edle Form der Wurscht. Die „Schlacke“ wurde früher am längsten aufbewahrt. Dank der modernen Kühlung und Klimaführung kann die „Ahle Wurscht“ heute ganzjährig hergestellt werden.

Für die Ahle Wurscht wird traditionell nur das Fleisch schwerer Wurstschweine verarbeitet, da nur dies die erforderliche Reife mitbringt. Die überlieferte Regel besagt, dass ein Wurstschwein die Weihnachtsglocken mindestens zweimal gehört haben soll. Bereits einen Tag vor der Schlachtung werden die Schweine vom Bauernhof aus der Region zum Schlachthaus gebracht, damit sie am nächsten Morgen ungestresst geschlachtet werden können. Der Metzger stellt nach der Schlachtung  innerhalb weniger Stunden, auch „Warmverarbeitung“ genannt, das Wurstbrät her. Diese Form der Verarbeitung ist wichtig für die mürbe Konsistenz, das Schnittbild und den fleischigen Geschmack der Ahlen Wurscht. In der heutigen Fleischindustrie wird die Warmverarbeitung kaum mehr angewandt.

Welche Gewürze kommen hinein ?

Traditionelle Gewürze sind: Salz, frisch gemahlener Pfeffer, frischer Knoblauch (oft zuvor in Korn oder Rum eingelegt), etwas Haushaltszucker und Salpeter für die Umrötung. Je nach Region und individuellem Geschmack kommen noch Piment, Muskat, Nelke, Kümmel oder Senfkörner dazu. Das grobe Wurstbrät wird nun mit der Füllmaschine fest und frei von Hohlräumen in Naturdarm gefüllt. An den Enden wird die Wurst verknotet oder mit einem Metallclip verschlossen. Der Metallclip kann das Produktionsdatum und die Chargennummer dokumentieren.

Nach dem Befüllen werden die Wurschte auf langen Holzstangen aufgehängt. Sie dürfen sich untereinander nicht berühren, damit sie gleichmäßig trocknen können. Sind die Würschte außen trocken, werden sie für die Reifung der Rohwurscht in die Wurschtekammer gehängt.

Luftgetrocknete Wurscht

Ohne Räucherung gereifte Ahle Wurscht wird als „luftgetrocknet“ bezeichnet. Meist wird die Ahle Wurscht zum Schutz vor Schimmelbefall mit einer leichten Räucherung unterzogen. In der traditionellen Herstellung, in der auf Reifebeschleunigern verzichtet wird, verliert die Ahle Wurscht während der Reifung 40 Prozent ihres Gewichts.

Ahle Wurscht reift in kühlen, luftigen und in den ersten Wochen sehr feuchten Räumen. Ideal dafür geeignet sind Wurschtekammern mit Lehmwänden. Luftfeuchtigkeit und Temperatur müssen so gesteuert werden, dass die ‚Wurst äußerlich nicht zu schnell trocknet und dann von innen hohl werden kann. Schimmelbefall muss abgewaschen oder abgebürstet werden. Eine lange gereifte Ahle Wurscht verliert nicht nur an Gewicht, sie macht bis zum Verkauf immer wieder Arbeit. Dies schlägt sich auch im Preis nieder.

So genießt man Ahle Wurscht am besten

Ahle Wurscht isst man am besten „aus der Faust“ mit einem kräftigen Bauernbrot. Man schneidet ein ordentliches Stück von der Wurst ab und genießt den mürben Biss und den harmonischen fleischigen Geschmack mit pfeffrigen Noten.  Der mürbe Biss ist ein typisches Merkmal der traditionellen Herstellung, die grobe Textur regt zum Kauen und damit zur vollen Geschmacksentfaltung an. Passende Getränke sind leichte herbe Biere, klare Schnäpse oder kühles Leitungswasser. Nordhessen trinken aber auch gerne Bohnenkaffee zu ihrer Ahlen Wurscht, nicht zu stark und ohne Milch und Zucker.

Touristen empfiehlt Rolf Schott nur gut ausgereifte Würste mit nach Hause zu nehmen. Sie verträgt höhere Temperaturen und kann sogar offen hängend in der Küche aufbewahrt werden. Bewährt haben sich das Einwickeln der Wurst in Papier und ihre Lagerung im Gemüsefach. Folien und Plastikverpackungen umgehend von der Ahle Wurscht entfernen, weil sie sonst schwitzt und schimmelt. Übrigens erhielt Ahle Wurscht aus der Fleischerei Ross bei den 3. Nordhessischen Ahle Wurscht Meisterschaften im März 2018 insgesamt drei Goldmedaillen.

Die Fleischerei Willi Ross befindet sich in der Innenstadt der schönen Fachwerkstadt Melsungen. Hier geht es direkt zur Fleischerei.

Buchtipp:

  • Gerhard Schneider-Rose: Nordhessische Ahle Wurscht – Portrait einer Rohwurstspezialität (Hrsg. Förderverein Nordhessische Ahle Wurscht e.V) Großalmerode-Weißenbach 2015, Bebra-Verlag
  • Heinrich Keim: Nordhessische Ahle Worscht. Ein Wurst mit Kultstatus, Gudensberg-Gleichen 2005, Wartberg Verlag.
  • Ahle Wurscht – Das europäische Schmeckerwöhlerchen der Grimm-Heimat Nordhessen, Melsungen 2011, Verlag J. Neumann-Neudamm

Wichtige Adressen rund um die Ahle Wurscht

Förderverein Nordhessische Ahle Wurscht e.V.
Weißenbachstraße 1, 37247 Großalmerode-Weißenbach
www.nordhessische-ahle-wurscht.de

Slow Food Nordhessen
https://www.slowfood.de/slow_food_vor_ort/nordhessen/

Arche des Geschmacks von Slow Food
https://www.slowfood.de/biodiversitaet/arche_des_geschmacks/

Adresse der Fleischerei Willi Ross
Fritzlarer Straße 15
34212 Melsungen

E-Mail info@fleischerei-ross.de
Shop: fleischerei-ross.de

Das macht Einkaufen Spaß: Bianca und Rolf Schott mit der Ahlen Wurscht, Foto: Fleischerei Ross
Das macht Einkaufen Spaß: Bianca und Rolf Schott mit der Ahlen Wurscht, Foto: Fleischerei Ross

Der Bartenwetzer von Melsungen ist auch ein Experte für Köstlichkeiten aus der Grimmheimat. Foto: Weirauch

Weitere Informationen hier zur

GrimmHeimat Nordhessen: Ständeplatz 13, 34117 Kassel, Tel: 0561/97062 248, www.grimmheimat.de

Die Recherche am Diemelradweg wurde unterstützt von der Grimmheimat Nordhessen. 

Hier geht es zur Jausenstation am Hohen Meißner, ebenfalls eine sehr gute Adresse für die Ahle Wurscht in der Grimmheimat.

Reise

Katowice: Kultur und Klima statt Kohle

Katowice (1)

Wenn am 3.Dezember die UN-Weltklimakonferenz in Katowice (auf deutsch Kattowitz) beginnt, dann werden die Teilnehmer neben dem Tagungszentrum auch eine Vielzahl von Museen, Sportzentren, Kinos, Theater und weiteren Attraktionen kennnelernen. Vor allem wird sie die lebensfrohe Stadt überraschen. Die Stadt ist für mich ein Geheimtipp. Vor Jahren noch der polnische Ruhrpott genannt, hat Katowice  mittlerweile eine erstaunliche Wandlung vollzogen. Wir waren da, um uns unter anderem das jüngste polnische UNESO-Weltkulturerbe, das Silberbergwerk Tarnowitz anzuschauen. Es befindet sich etwa eine Autostunde von Kattowitz entfernt. Hier der Bericht dazu.

Katowice liegt rund 300 Kilometer südwestlich von Warschau im Oberschlesischen Industrierevier. die Großstadt ist das  Zentrum der Metropolregion Silesia, zu der je nach Definition zwischen 2,5 und 5 Mio. Einwohner gezählt werden. Das Stadtgebiet von Katowice hat eine Fläche von mehr als 150 Quadratkilometern. Rund 40 Prozent davon sind Wälder einnehmen, weitere 20 Propzent sind Grünflächen. Damit zählt die Stadt zu den grünsten Städten Polens. Kaum zu glauben, dass vor 30 Jahren unzählige Schlote ihren Dreck in die Luft geblasen haben. Insofern tagt die Weltklimakonferenz an einem spannenden Ort.

Wenn man von Katowice spricht, dann muß man wissen, dass rings um die Stadt mehr als 50 Steinkohlenbergwerke und Großkokereien existierten. Und die Menschen lebten in der Nähe ihrer Arbeitsstätten. Deshalb besuchten wir auch zwei typische Arbeitersiedlungen.

Siedlungen der Moderne

In der Vorstadt von Katowice liegen zwei Arbeitersiedlungen: Giszowiec (dt. Gieschewald) und Nikiszowiec (dt. Nikischschacht).
Die Kolonie Giszowiec wurde 1906 bis 1910 für die Arbeiter der Grube Giesche gebaut, deren neue Schächte 1903 bis 1910 entstanden. Errichtet wurden Ein- und Zweifamilienhäuser mit Gärten, Schindeldächern und Schotterstraßen. Die Zahl der Wohnungen war jedoch nicht ausreichend. Der Unternehmensname bezog sich auf den Industriellen Georg von Giesche, der sich bereits im 18. Jahrhundert in Oberschlesien verschiedene Abbaurechte gesichert und damit den

Die Arbeitersiedlung Gieschewald mit den roten Fenstereinrahmungen
Die Arbeitersiedlung Gieschewald mit den roten Fenstereinrahmungen

Kirche im Stadtteil Gieschewald
Kirche im Stadtteil Gieschewald

Giesche-Konzern gegründet hatte. Die „Colonie Gieschewald“ wurde 1907, im Jahr des 200-jährigen Unternehmensjubiläums, gegründet.

Auf freiem Feld wurde mit dem Bau, der auf dem Reißbrett geplanten, neuen Siedlung begonnen. Das Berliner Architekturbüro Georg und Emil Zillmann lieferten den Siedlungsentwurf, der sich an örtliche Dörfer und englische Gartenstädte anlehnte (Die Bergmannssiedlung in Nickischschacht/Nikiszowiec wurde ebenfalls von ihnen entworfen).

Das Kulturhaus und Restaurant im Stadtteil Niekischacht
Das Kulturhaus und Restaurant im Stadtteil Niekischacht

Damit Gieschewald selbständig bestehen konnte, musste Gieschewald über eigene Institutionen verfügen und die Versorgung der Bevölkerung sichergestellt werden. So bildete der Marktplatz (heute: Plac pod Lipami) das Zentrum der Gemeinde und wurde mit Linden bepflanzt, die bis heute erhalten sind.

Erinnerungswand für im Bergbau und in der Kokerei verunglückte Bergleute
Erinnerungswand für im Bergbau und in der Kokerei verunglückte Bergleute

In Giszowiec wurden die Aufnahmen für den Film von Kazimierz Kutz “Perlen eines Rosenkranzes” gedreht und die Geschichte der zum Abriss bestimmten Häuser stimmte damit überein, was in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts in Giszowiec passierte. Es wurde versucht, die Siedlung abzutragen und moderne Wolkenkratzer zu bauen. Zum Glück existiert ein Teil der ehemaligen Kolonie Giszowiec immer noch und das, was übrig ist, ist wirklich sehenswert. Beachtenswert sind u.a. Šlaska (Schlesischer Gasthof), Izba Slaska (Schlesische Stube), die ehemalige Bierstube “Gwarek” (heute Restaurant Pod Kasztanami), die Direktorenvilla, der Wasserturm und die Försterei.

Route der Moderne

Sehenswert die aus dreistöckigen Blockhäusern bestehende Siedlung. An der Ecke der Straßen Sklodowskiej-Curie und Kopernika befindet sich die 1931 gebaute Garnisonkirche des Heiligen Kasimirs von Litauen – das erste funktionalistische Bauwerk, das von der katholischen Kirche in Polen errichtet wurde. Übrigens: den Bauwerken im Stil der Moderne verdankt die Stadt Katowice die Bezeichnung “polnisches Chicago”.

Vom begehbaren Förderturm aus hat man einen tollen Blick über Katowice und das einem zu Füßen liegende Schlesische Museum
Vom begehbaren Förderturm aus hat man einen tollen Blick über Katowice und das einem zu Füßen liegende Schlesische Museum

Aufstrebendes Katowice

Mittlerweile zieht Katowice, aber auch der gesamte Ballungsraum, das Investmentkapital vieler ausländischer Firmen so stark wie kaum eine andere Region in Polen an. Durch neue Büro- und Geschäftsbauten, aber auch durch die fortschreitende  soegannte Tertiärisierung (laut Wikipedia) wandelt sich das Antlitz der Stadt von einer von Schwerindustrie und Bergwerken bestimmten zu einer modernen, von Informationstechnik, Wissenschaft und Forschung geprägten Kulturstadt. Insofern hat die Weltklimakonferenz den richtigen Austragungsort gewählt.

Spektakulär: Schlesisches Museum

Ein unbedingtes Muss während eines Besuches in Katowice ist das Schlesische Museum. Es befindet sich auf dem Gelände der stillgelegten Zeche Ferdinandgrube/KWK Katowice, teilweise in einem spektakulären unterirdischen Gebäudekomplex. Vom einstigen Förderturm hat man den besten Ausblick über die Stadt und die grüne Umgebung von Katowice.

Zu den Sammlungen gehören vor allem ethnologische und archäologische Exponate, die mit der Stadt und der Region Oberschlesien zusammenhängen. Außerdem befindet sich im Museum eine Gemäldegalerie der polnischen Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts. Darüber hinaus ist das Museum Ort verschiedener Wanderausstellungen, die thematisch auch andere Regionen betreffen. Derzeit bereitet das Museum verschiedene Projekte zum Thema oral History vor, bei dem Einwohner zu Wort kommen und wo die Wandlung der Stadt in den zurückliegenden 50 Jahren im Mittelpunkt stehen werden.

Gastfreundlich ist das Restaurant Moodro direkt im Alten Maschinenhaus am Schlesischen Museum

Zentrum neuer Musik

Die Schlesische Philharmonie (Filharmonia Śląska) gilt als eine der wichtigsten Musikinstitutionen in Polen und ist heute die einzige Philharmonie in Polen, die mit dem Kammerorchester, dem Symphonieorchester und dem Chor drei Musikensembles besitzt. Dem wohl bekanntesten polnischen Dirigenten Grzegorz Fitelberg ist der seit 1979 alle vier Jahre stattfindende Internationale Dirigentenwettbewerb (Międzynarodowy Konkurs Dyrygentów) gewidmet.

Auch das Nationale Symphonieorchester des polnischen Rundfunks (Narodowa Orkiestra Symfoniczna Polskiego Radia) hat seinen Sitz in Katowice. Die NOSPR Konzerthalle hat 1800 Plätze und gehört zu den besten Konzertsälen Europas.

Der Spodek ist eine riesige Sport- und Veranstaltungshalle
Der Spodek ist eine riesige Sport- und Veranstaltungshalle

Stadt der Festivals

In Katowice werden jährlich viele verschiedene Festivals und andere Kulturereignisse veranstaltet. Eine der wichtigsten Veranstaltungen der Stadt und der Region ist das Rawa-Blues-Festival. Es zieht jedes Jahr viele internationale Gäste an. Ebenfalls im Kulturzentrum Spodek wird das jährliche Metalmania-Festival veranstaltet.

Stadt der Bildung und der Wissenschaft

Katowice ist nicht nur das wirtschaftliche und politische, sondern auch das kulturelle Zentrum des Oberschlesischen Industriereviers. In der Stadt gibt 20 Universitäten und hochshculen. Alle Katowicer Hochschulen zusammen bieten etwa 100.000 Studierenden einen Studienplatz an. In den letzten 15 Jahren hat sich diese Zahl mehr als vervierfacht.

Informationen zu Katowice

  • Touristen-Informationsstelle
    Katowice u. Rynek 13
    Tel. +48 32 2593808
    katowice@silesia.travel
  • Nikischacht
  • ul. Rymarska 4
    Tel. +48 32 2551
    nikiszowiec@silesia.travel
  • Hinkommen30 km vom Stadtzentrum entfernt befindet sich der Flughafen Katowice mit internationalen Linienflügen.

Weiterführende Literatur
Anna Miszta, Reiseführer Woiwodschaft Schlesien, Schlesischer Touristikverein. Katowice 2013.

Nützliche Internetlinks:

Übernachten und gut Essen im Hotel Metropol

  • Adresse: Hotel Monopol
  • 40-012 Katowice, Dworcowa 5
  • Mail: monopol@hotel.com.pl
  • Tel.: + 48 32 782 82 82

Bericht über das einzigartige Hotel hier.

Preiswert Übernachten und gut Essen auch im Q-Hotel

Rustikal gut Essen in der Gasthausbrauerei, benachbart dem Hotel Monopol

Rustikal gut Essen in der Gasthausbrauerei, benachbart dem Hotel Monopol

1 Stunde wegReise

Zu Otto nach Magdeburg: Ottonianum

Magdeburg (2)Landesarchäologe Professor Dr. Harald Meller begutachtet die 3-D-Nachbildung der Bronzetumba von Erzbischof Ernst von Sachsen, Foto: Weirauch

Schon am Hauptbahnhof in Magdeburg empfängt mich der Hinweis auf das heute eröffnete Dommuseum Ottonianum. Vom Bahnhof sind es nur wenige Minuten hinüber zum Magdeburger Dom. Vorbei am Hundertwasserhaus. Bislang habe ich ein Dommuseum in Magdeburg vermisst. Nun endlich hat es eröffnet. Auf geht`s:  Zu Otto nach Magdeburg

Denn kaum eine andere Stadt in Deutschland ist so intensiv mit der Geschichte des frühen Mittelalters verbunden wie Magdeburg. In unmittelbarer Nähe zum Dom befindet sich das Ottonianum. Es ist in einer Schalterhalle von 1923 eingebaut worden. Das Gebäude der einstigen Reichsbank und späteren DDR-Staatsbank stand lange leer und beherbergt jetzt ein innovatives Museum der mittelalterlichen Kunst- und Kulturgeschichte.

1 Stunde wegFontanePotsdam

Fontaneort: Die Wiedergeburt des Fährhauses in Uetz

Uetz (2)

Einer der authentischsten Fontaneorte im Land Brandenburg ist das im Norden von Potsdam gelegene Dorf Uetz. Wie auf einer Perlenkette aufgereiht gehörten Bornstedt, Marquardt, Uetz und Paretz zur Reiseroute Theodor Fontanes. Er besuchte die Orte um 1865 mehrmals.

In seinem Band „Havelland“ der Wanderungen widmet Fontane Uetz (das seit 1961 Teil des Doppeldorfes Uetz – Paaren ist) ein eigenes Kapitel. Darin beschreibt er unter anderem ein Gespräch mit dem  Fährmann. Wahrscheinlich war es der Fährmann (oder dessen Sohn), der 60 Jahre zuvor das preußische Königspaar über die Wublitz setzte.”

” Als der Kahn auflief, blieb sein Insasse stehen und sah mich an. Ich ihn auch. Endlich gewann er’s über sich und bot mir »Guten Abend«. Nach dieser Konzession von seiner Seite, denn so schien er es aufzufassen, glaubte auch ich ein Übriges tun zu müssen. So entspann sich denn, während der Kahn langsam wieder zurückglitt, folgende Unterhaltung:
»Guten Abend, Fährmann. Geht’s Geschäft?«
»I, wie wird’s denn gehn?«
»Na, ich sollte doch meinen. Da sind erst die Uetzer…«
»Die fahren umsonst.«
»Und dann all die Dörfer, die hier hinten liegen…«
Er schüttelte griesgrämig den Kopf, beschrieb mit der Hand nach Norden hin eine Kurve und brummte: »Alles rum, immer rum!«
»Aber die Phöbener und Paretzer werden doch nicht über Falkenrehde fahren? Das ist ja die Meile sieben Viertel!«
»Das ist es. Aber was ein richtiger Bauer is, der geht nich übers Wasser.«
»Weil’s ihm zu unsicher ist?«
»Nich doch. Es is ihm bloß sicher, daß der Fährmann sein Fährgeld kriegt. Das zahlt kein Bauer, wenn er nich muß. Und er muß nich. Eine Meile oder zwei, ihm ist’s all’ eins. Er braucht sie nich zu laufen. Er nimmt seine Peitsche, knipst und ruft seinen Gäulen zu: ›Der Hafer is teuer heut; verdient ihn euch!‹ Und der Uetzer Fährmann – na, der mag sehen, wo er seine Pacht hernimmt.«

Die Spitze des Kahns war jetzt auf dem Trockenen; ich sprang hinaus und fragte nach meiner Schuldigkeit. Die Taxe war niedrig; ich gab ihm ein Stück Geld, etwa das Fünffache. Er nahm es, sagte nichts und erwiderte meinen »Guten Abend« durch ein Geknurr, das über seine Enttäuschung keinen Zweifel ließ. Die Fährleute sind ein eigen Geschlecht und haben ihren eigenen Artigkeitskodex.” Soweit Fontane.

Seit dem Jahr 1797, als der preußische König Friedrich Wilhelm III. und seine Frau Luise Paretz als Sommersitz wählten, führte der Weg nach Paretz stets über die Wublitz bei Uetz. An  die  letzte Passage von Königin Luise  kurz vor ihrem  Tod  im Jahr 1810 erinnert noch heute die prächtige Eiche auf dem Fährgrundstück.

Hier, an dieser Stelle könnte die junge Königin Luise nach der Überfahrt gestanden haben. Foto: Weirauch
Hier, an dieser Stelle könnte die junge Königin Luise nach der Überfahrt gestanden haben. Foto: Weirauch

Von Uetz nach Paretz

Erst um 1830 besuchte der König wieder öfter Paretz. 1834 ließ er nach Plänen von Ludwig Persius das noch heute erhaltene Fährhaus in Fachwerk – Holzarchitektur im Schweizerstil an der Wublitz errichten. Was bislang kaum bekannt war: Im Innern enthält das Gebäude eine Stube für den Fischer und das Teezimmer des Königs. Das Fährhaus überdauerte die Zeiten. Die Wublitz ist seit dem Bau der Autobahn in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts verlandet.

Mit viel Liebe und Detailkenntnis restaurierte Fassade. Foto: Weirauch
Mit viel Liebe und Detailkenntnis restaurierte Fassade. Foto: Weirauch

Ein Fährhaus ohne Fährstelle

Nach jahrzehntelangem Dornröschenschlaf restaurieren seit mehreren Jahren Henry Sawade und Sabine Swintek das so geschichtsträchtige Fährhaus. Die Arbeiten sind mittlerweile weit fortgeschritten. Henry Sawade weiß um den Aufwand: „Das ist eine Lebensaufgabe.“ Der gelernte Steinmetz  und  studierte Bildhauer hat das Denkmal aber mittlerweile originalgetreu erlebbar gemacht. Ein Großteil der Ziegelsteine der Außenwände wurde herausgenommen, nummeriert und gesäubert wieder eingesetzt.

1834 nach Plänen von Ludwig Persius errichtet: das Fährhaus im Schweizerstil, Foto: Weirauch
1834 nach Plänen von Ludwig Persius errichtet: das Fährhaus im Schweizerstil, Foto: Weirauch

Ein großes Stück ‚Arbeit liegt noch vor den Denkmalenthusiasten. Eine Augenweide ist das nach originalen Plänen bemalte Fachwerk samt Türen. Das Mauerwerk im Fachwerkverbund wurde gestrichen und Fugen aufgemalt.

Zum Fontanejubiläum im Jahr 2019 planen die Einwohner von Uetz mehrere Veranstaltungen. Henry Sawade ist sozusagen der Spiritus Rector. „Uetz war viel wichtiger, als bisher angenommen. An dem Ort kann man vieles erleben.“ Über das genaue Programm werden wir hier demnächst berichten.

Auf der Seite von Marquardt - Ausbau endet die Wublitz. Dann kommt der Damm der Autobahn. Foto. Weirauch
Auf der Seite von Marquardt – Ausbau endet die Wublitz. Dann kommt der Damm der Autobahn. Foto. Weirauch

Der Fährweg führt von Maquardter Seite unter der Autobahnbrücke hindurch hinüber zum Fähr- und Fischerhaus. Foto. Weirauch
Der Fährweg führt von Maquardter Seite unter der Autobahnbrücke hindurch hinüber zum Fähr- und Fischerhaus. Foto. Weirauch

Sawade: „Uetz kann man als Verkehrs – Hotspot bezeichnen. Hier gab es bereits im elften Jahrhundert eine Fährverbindung. Und im 19. Jahrhundert sind an dieser Stelle Friedrich Wilhelm III. und Königin Luise übergesetzt, um zu Schloss Paretz zu gelangen.“

Die Wublitz wurde durch den Autobahnbau geteilt und verlandete. Foto: Weirauch
Die Wublitz wurde durch den Autobahnbau geteilt und verlandete. Foto: Weirauch

Erst ab 1905 wurde hier eine Brücke als Übergang gebaut. Die Von – Wilms – Brücke existiert seit 1905 nicht mehr. Mitte der 1930er ließen die Nazis den Berliner Autobahnring bauen. Und der kreuzt als Damm den alten Wublitz-Arm. Auf der anderen Seite des Dammes reichte das Wasser, sechs bis sieben Kilometer bis nach Falkenrehde runter. An der Stelle, wo jetzt noch das Fährhaus steht, war der Wublitz – Arm über hundert Meter breit. Sawade: „Die Wasserlinie ist inzwischen versumpft, aber man erkennt sie noch.“

Vis a vis der Autobahn steht das Fährhaus in Uetz. Foto: Weirauch
Vis a vis der Autobahn steht das Fährhaus in Uetz. Foto: Weirauch

2019 soll eine Stele am Fährhaus als Station des überregionalen Fontane – Radweges eingeweiht werden. Dazu gibt es eine Reihe von Festivitäten, auf die wir hier später eingehen wollen. Eines ist Henry Sawade wichtig: „Die ganze Dorfbevölkerung wird mitmachen. Und es gibt eine fiktive Figur, eine Ur-Ur-Ur-Enkelin von Fontane wird uns besuchen – mit einem Motorrad.“

Für die Fontane – Feiern in Uetz wurden Fördermittel bei der Stadt Potsdam und im Rahmen des Projektes „fontane200“ beantragt. „Wir sind zu spät, hoffen aber, dass unser Konzept überzeugt.“

Persius Erstlingswerk

Henry Sawade hat sich tief in die Geschichte des Fähr- und Fischerhauses und des kleinen Ortes eingearbeitet. „Das Fährhaus, anstelle der bisherigen reetgedeckten Fischerhütte errichtet, gilt als eines der Erstlingswerke von Persius. Persius entwarf das Haus für mehrere Zwecke: Zum einen als Wohn- und Arbeitsstätte für den Fischer, der gleichzeitig auch Fährmann war. Zum anderen erhielt der König einen separaten Aufenthaltsraum, das Teezimmer.“

Das Haus wird von Denkmalpflegern mittlerweile als lange unterschätztes Kleinod der Potsdamer Baugeschichte bewertet. Es ist eine Überraschung, wenn Sawade erläutert: „Wir haben sowohl im Teezimmer als auch in der Fischerstube aufwändige Wandfassungen freigelegt. Und selbst das Altenteil war ungewöhnlich aufwändig gestaltet. Die Standesunterschiede wurden also nicht durch die Aufwändigkeit in der Gestaltung verdeutlich, sondern, wie sich zeigte, durch die verschiedene Symbolik.“

Bildhauer Henry Sawade Foto: privat
Bildhauer Henry Sawade Foto: privat

Laut Sawade war die Absicht des Königs entscheidend, einerseits der früh verstorbenen Luise zu gedenken, andererseits seinem treuen Untertanen, dem Fährmann, zu danken. „Deshalb weisen die Malereien in der Teestube königliche Attribute wie Palmette und Lilie auf, während wir an den Wänden der Fischerstube ein Eichenlaubfries nachweisen konnten.“

Denn als Luise gestorben war, hatten die Uetzer zu ihrem Gedenken die Eiche gepflanzt, die auf dem Grundstück des Fährhauses noch steht. Und spannend dabei: „Die Außenfassung des Hauses nimmt Bezug zu diesem Solitär. Das Fachwerk, obwohl in Kiefernholz errichtet, wurde aufwändig in Eichenholzoptik maseriert. Dem entsprechen die Fensterladen, deren Bemalung farblich auf die jeweiligen Innenräume abgestimmt war und im geschlossenen Zustand eine sogenannte Kassette ergeben.“

Und noch einen Aha – Effekt gibt es zu bestaunen: „Die Innentüren sind einfache Kieferntüren, die aber aufgewertet wurden, indem man sie wie edle Kassettentüren aus Nussbaum mit Ebenholzintarsien illusionistisch bemalte.“

Auch an die Windmühle, die einst auf dem dem Fährhaus gegenüberliegenden Mühlenberg stand, soll mit einer Installation während des Jubiläums 2019 erinnert werden.

Theodor Fontane schrieb zum Abschied seines Besuches in Uetz: „Ich schritt nun die Querallee hinauf, kreuzte die Dorfstraße und erstieg den Mühlenberg, hinter dessen Kamm, bereits erblassend, die Abendröte stand. Ein schwacher rötlicher Schimmer säumte nur noch den Himmel gegenüber. Das Dorf, die Wublitz waren still; im Fährhaus schimmerte ein Licht, die Schwäne sammelten sich am Schilf, die Abendglocke klang in langsamen Schlägen über Uetz hin.”

Und zitiert aus dem Gedicht, das einst Schmidt von Werneuchen über Uetz schrieb die letzten Sätze: „Du schönster Ort im ganzen Havelland, Wer könnte je dich ungerührt verlassen!“

Tipp. Auf Seite 17 der Stationen der Fontane – Radroute wird Uetz erwähnt. noch ohne Infostele, aber sie wird kommen, ist sich Henry Sawade sicher. Hier geht es zur Fontane-Radroute.

Unsere nächste Station ist Paretz.

Informationen zum Fontanejahr 2019

Als ein Baustein der zentralen Landeskampagne „Fontane.200“ reiht sich Kulturland Brandenburg im nächsten Jahr neben der Leitausstellung „Fontane.200/Autor“ im Museum Neuruppin, der Ausstellung„Fontane.200/Brandenburg“ im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Potsdam dem Schülerbegleitprogramm und dem Jugendprojekt „Word&Play“ ein.
Weiterhin beteiligen sich die Universität Potsdam, das in Potsdam ansässige  Theodor-Fontane-Archivsowie die Theodor Fontane-Arbeitsstelle, Seminar für Deutsche Philologie bei der Georg-August-Universität Göttingen mit einem wissenschaftlichen sowie die Fontanestadt Neuruppin in Kooperation mit zahlreichen Partnern mit einem vielfältigen kulturellen Programm. Das Fontanejahr wird  am 30. März 2019 in Neuruppin eröffnet. Hier geht es zur Fontaneausstellung des HBPG am Potsdamer Neuen Markt

Hier einzelne Fontanetipps auf einfachraus.eu:

+ Bei Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland

+ Robert Rauh und Erik Lorenz empfehlenswertes Buch zu den fünf Schlössern

+ Zum Grab von Theodor Fontane in Berlin

+Spurensuche in Wustrau

Spurensuche in Neuruppin

Fontane und der Ziegelringofen von Glindow

Der Bornstedter Friedhof

Josef Grütter aus Marquardt dichtete über Fontanes Wanderschuh sowie den Wanderstock

+ Besuch bei Königin Luise in Paretz

+ Die Wiedergeburt des Fähr- und Fischerhauses in Uetz

HotelsReise

Mit den Victor´s Hotels das Saarland entdecken

Saarlouis (1)

(Werbung) Freundliche und engagierte Menschen, interessante Städte, eine sehr gute Küche, Stahl, UNESCO-Weltkulturerbe und bezaubernde Natur. So haben wir das Saarland erlebt. Am Anfang unserer einwöchigen Tour sah es ganz anders aus. „Warum wollt ihr ins Saarland, fahrt doch gleich weiter nach Luxemburg oder Frankreich“. sagten Freunde, denen wir von der Reise vorab erzählten. Saarland? Das sei doch eh nur Steinkohle, Stahlwerk und … Eigentlich konnte uns keiner vorher etwas Genaueres zum Saarland erzählen. Oskar Lafontaine, Peter Altmeier und Annegret Kramp-Karrenbauer kämen daher und Außenminister Heiko Maas, die Liste prominenter Namen ließe sich fortsetzen. „Schaut es Euch an und bildet euch eine Meinung!“, so meinte ein Kollege der Saarbrücker Zeitung.  So überzeugend klang das allerdings nicht. In Buchhandlungen gibt es Reiseführer über fast alle Flecken dieser Welt, aber über das Saarland nur einen schmalen DuMont.

In den Hotels der Victor´s Residenz Hotels

Doch wie lernt man das zweitkleinste deutsche Bundesland (nach Bremen) am besten kennen ?  Wir hatten die Idee, das Saarland ausschließlich als Gäste einer Hotelgruppe zu bereisen. Denn die Victor´s Residenz-Hotels sind flächendeckend über das kleine Land im Südwesten Deutschlands verteilt. Vom charmanten Landhaus über ein Fünf-Sterne-Superior-Hotel bis hin zum Drei- und Vier-Sterne-Haus – für jeden Geschmack ist ein passendes Victor´s Hotel dabei.

Erste Station in Leipzig

Und da es von Berlin bis Saarbrücken mit dem PKW so um die 800 Kilometer sind, legten wir einen Stop im Victor´s Residenz-Hotel Leipzig ein. Das einstige „Continental“ am Hauptbahnhof punktet mit funktional ausgestatteten Zimmern, einer guten Küche und der absoluten Innenstadtlage. Der Service ist freundlich und immer am Gast orientiert. Wir konnten an der Rezeption in Leipzig bereits einen Vorgeschmack auf sich meist in allen Victor´s Hotels wiederholende Kleinigkeiten erhalten. Beispielsweise die  Zimmerschlüssel mit dem Püschel dran oder die Benefizaktion mit den Teddys. Darüber später mehr.

Freundlicher Empfanhg garantiert durch Jana Stephan im Victor´s Residenz hotel Leipzig, Foto: Weirauch
Freundlicher Empfang durch Jana Stephan im Victor´s Residenz -Hotel Leipzig, Foto: Weirauch

Wir waren nur eine Nacht in Leipzig, können über das Essen im Restaurant nichts scheiben. Das Frühstück stärkte uns für die Weiterfahrt. Für unsere Saarlandtour wurden wir in Leipzig perfekt ausgerüstet, denn wir bekamen alle Flyer der Victor´s Hotels an der Rezeption.  Das Leipziger Hotel ist optimal verkehrstechnisch angebunden.

Mitten in der City von Leipzig, beste Verkehrsanbindung, gegenüber der Leipziger Hauptbahnhof, Foto: Weirauch
Blick aus dem Fenster: Mitten in der City von Leipzig, beste Verkehrsanbindung, gegenüber der Leipziger Hauptbahnhof, Foto: Weirauch

Der Hauptbahnhof liegt gegenüber, der Zentrale Omnibusbahnhof rund 100 Meter entfernt. Wenn die Tiefgarage des Hotels voll ist, so findet man über dem neuerbauten Omnibusbahnhof genügend Parkfläche.

Unser Tipp: vorher im Hotel anrufen. Hier folgt später ein Hotelcheck zu Victor´s Residenz Hotel Leipzig.

  • Info: Victor’s Residenz-Hotel Leipzig
    Georgiring 13 D-04103 Leipzig
    Tel.: +49 341 6866-801
  • E-Mail: info.leipzig@victors.de

Die Saarlandtour kann beginnen.

Victor´s Residenzhotel Rodenhof in Saarbrücken

Nun im Saarland angekommen. Das Victor´s Residenzhotel Rodenhof liegt direkt in einem Wohngebiet am Rand von Saarbrücken und punktet mit eleganten Zimmern und einem zurückhaltend freundlichen Service. Gleich zu Beginn unseres Aufenthaltes erhielten wir an der Rezeption Tipps und Hinweise, wie wir beispielsweise mit dem Bus in die Stadt hinein kommen.  Das Auto ließen wir in der Tiefgarage von Victor´s Residenz Rodenhof.

Das Victor´s Residenz Hotel Rodenhof liegt in einem ruhigen Wohngebiet am Rande von Saarbrücken, Foto: Victor´s Residenz Hotels
Das Victor´s Residenz Best Western Hotel Rodenhof liegt in einem ruhigen Wohngebiet am Rande von Saarbrücken, Foto: Victor´s Residenz-Hotels

Hoteldirektorin Melanie Buschbacher mit Biena Ullrich und Pedram Safavandi imVictor`s Residenz Hotel Rodenhof Saarbrücken, Foto: Weirauch
Hoteldirektorin Melanie Buschbacher mit Biena Ullrich und Pedram Safavandi imVictor´s Residenz Hotel Rodenhof Saarbrücken, Foto: Weirauch

„Cosy and urban“ – das ist das Motto des Vier-Sterne-Hauses im Norden der Stadt. Die Zimmer und Suiten wie auch die fünf Tagungsräume sind modern eingerichtet, THE SPA – Beauty by Victor’s ist die Wohlfühloase des Hauses und auch die Wellness-Welt mit Pool, Whirlpool und Sauna sorgen für Erholung nach einem Tag in der City.

Blick in die Lobby des Rodenhof, Foto. Weirauch
Blick in die Lobby des Rodenhof, Foto: Weirauch

Nach dem Stadtbummel in Saarbrücken überraschte uns am Abend der flinke Service in THE RESTAURANT, ein Mix aus Urban Look und Rocky Mountains, die Küche brillierte mit Burger und zartem Roastbeef. Natürlich, wie sollte es im Saarland anders sein, stehen auch heimische Klassiker auf der Karte.

Obwohl das Hotel rund 100 Zimmer hat, lief auch das Frühstück am kommenden Tag ruhig ab. Die freundlichen Mitarbeiter hatten zwischendurch noch Zeit, um uns den einen oder anderen Tipp für unsere Saarlandtour zu geben.

klein, aber fein ist der Pool im rodenhof Saarbrücken, Foto: Victor´s Residenz-Hotels
Klein, aber fein ist der Pool im Rodenhof Saarbrücken, Foto: Victor´s Residenz-Hotels

Allen Victor´s Hotels ist gemein: kostenfreies weltweites Telefonieren in alle Fest- und Handynetze vom Zimmeranschluss aus, kostenfreie ausgewählte Sky-Programme sowie WLAN in einer Basis-Version im Hotel.

Ausführlicher Hotelcheck später hier.

  • Info: Best Western Victor’s Residenz-Hotel Rodenhof, Kálmánstraße 47-51,
  • 66113 Saarbrücken,
  • Tel. +49 681-41020
  • www.info.rodenhof@victors.bestwestern.de

Victor’s Residenz-Hotel Saarbrücken

Französischer Flair liegt in der Luft – kein Wunder, liegt das  Victor’s Residenz-Hotel Saarbrücken weniger als zwei Kilometer von der deutsch-französischen Grenze entfernt. Alle 143 Zimmer und Suiten des 1999 im Stile eines französischen Grandhotels eingeweihten Vier-Sterne-Superior-Hotels sind komfortabel ausgestattet und laden zum Wohlfühlen ein.

Blick auf das Victor´s Residenz-Hotel am Deutsch-Französischen Garten in Saarbrücken, Fotol: Victor´s Residenz-Hotels

Der Blick geht über den angrenzenden Deutsch-Französischen Garten. Die Brasserie Parisienne, ganz im Stil der Belle Époque, serviert feinste deutsch-französische Küche vom Knusperschnitzel bis zum Chateaubriand. Der Service überzeugt durch hohe Professionalität.

Freundlichkeit und Kompetenz ist oberster Grundsatz im Victor´s Resdienzhotel Saarbrücken, Foto: Victor´s Resdienzhotel Saarbrücken
Freundlichkeit und Kompetenz ist oberster Grundsatz im Victor´s Resdienzhotel Saarbrücken, Foto: Victor´s Resdienz-Hotel Saarbrücken

Mehr zu unserem Hotelbesuch später hier.

  • Info: Victor’s Residenz-Hotel Saarbrücken
  • Deutschmühlental 19
  • 66117 Saarbrücken
  • Tel. 0681 58821 0
  • Mail: info.saarbruecken@victors.de

In der „heimlichen Hauptstadt“ des Saarlandes

Von Saarbrücken aus geht es nach Saarlouis. Auf der Strecke dahin besuchen wir das UNESCO-Welterbe, die Völklinger Hütte. Sie liegt nur etwa zehn Kilometer westlich von Saarbrücken. Als einzigartiges Zeugnis der Technikgeschichte und Industriekultur des 19. und frühen 20. Jahrhunderts wurde die 1873 gegründete Völklinger Hütte im Jahr 1994 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Die Riesenanlage war bis 1986 in Betrieb. Im „Science Center Ferrodrom“ lässt sich der komplette Prozess der Roheisenerzeugung nachvollziehen. Kernstück der Anlage sind die zwischen 1882 und 1916 errichteten sechs Hochöfen. Später hier mehr.

Saarlouis – pure Lebensfreude

Wir fahren weiter nach Saarlouis, wo wir im Victor´s Residenz-Hotel Saarlouis übernachten werden. Wenige Meter vom Hauptbahnhof und nur einen kurzen Spaziergang von der Altstadt entfernt, bietet das Drei-Sterne-Superior-Hotel 127 komfortable Zimmer, Themensuiten (einige auch mit Himmelbett) sowie Apartments mit eigener Küche. Zehn Tagungsräume lassen auch größere Kongresse zu. Das Restaurant The Grill mit exzellenten Steaks und die Event-Location The Club zählen zu den Hot Spots der Stadt. Für die Stadtbesichtigung nutzen wir wieder die Saarland-Card. Mit dem Bus kommen wir vom Hotel aus bis zum zentralen Busbahnhof am Kleinen Markt. Von hier aus starten wir unseren kleinen Stadtrundgang.

An der Straße gelegen und trotzdem im Grünen: Victor´s Residenz-Hotel Saarlouis, Foto: Victor´s Residenz-Hotel
An der Straße gelegen und trotzdem im Grünen: Victor´s Residenz-Hotel Saarlouis, Foto: Victor´s Residenz-Hotel

Bleibet nicht nur bei Touristen ist The Grill im Victor´s Residenz-Hotel Saarlouis, Foto: Victor´s Residenz-Hotel
Beliebt nicht nur bei Touristen THE GRILL im Victor´s Residenz-Hotel Saarlouis, Foto: Victor´s Residenz-Hotel

Gebürtig in Saarlouis ist Katja Schäfer die beste Kennerin ihrer Heimat, Foto: Weirauch
Gebürtig in Saarlouis ist Katja Schäfer die beste Kennerin ihrer Heimat, Foto: Weirauch

Die Sonne meint es auch gut mit uns, wir stehen am Großen Markt, ehemals Parade- und Exerzierplatz, einst Mittelpunkt der Festungsstadt. Heute ein Ort für Wochenmärkte und Veranstaltungen sowie Parkplatz. Auf den Bänken am Rande unter Platanen findet man etwas Ruhe, kann den Blick über das Rathaus mit dem Glockenturm und die Ludwigskirche schweifen lassen. Die Ludwigskirche mit ihrem neugotischen Turm und dem modernen Kirchenschiff als architektonische Rarität zieht uns an und bietet uns für einige Minuten Schutz vor der Sonne. Für seine gemütliche Altstadt zwischen Kleinem und Großem Markt ist Saarlouis bekannt. Flaneure, die sich uns gegenüber als Einwohner von Saarlouis vorstellten, meinten sogar, Saarlouis ist die heimliche Hauptstadt des Saarlandes. Hier lässt es sich gemütlich bummeln, bei einem Kaffee oder Eis kann man bei südländischem Flair entspannt dem Treiben auf den Straßen zusehen. Saarlouis ist eine Stadt der kurzen Wege, das kommt uns zugute. Geschichte, Kultur und Genuss liegen unmittelbar zusammen. So grenzen die Museen in einer ehemaligen Kaserne ebenso wie das Theater am Ring direkt an die Altstadt. Und da wir durch unsere Kameras als Touristen geoutet werden, sprechen uns auch immer freundliche Menschen an. „Na, gefällt Ihnen die Stadt so wie uns?“ Natürlich, wir sind begeistert. Und bekommen auch gleich noch ein paar Tipps mit auf den Weg. Das Geburtshaus des Marschalls Ney und das Städtische Museum sollen wir uns unbedingt ansehen. Hier folgt demnächst der Hotelcheck.

  • Info
  • Victor’s Residenz-Hotel Saarlouis
  • Bahnhofsallee 4
  • 66740 Saarlouis
  • 06831 980 0
  • Mail: info@saarlouis@victors.de

Bogenschießen am Bostalsee

Von Saarlouis aus geht es zum Victor´s Seehotel Weingärtner an den Bostalsee, ganz im Norden des Saarlandes gelegen. Hinaus aus der Stadt, hinein ins Grüne. So wie uns, zieht es an diesem Tag viele Wanderer zum Schaumbergturm. Am Parkplatz unterhalb des Schaumbergturms werden Sandalen gegen Wanderschuhe gewechselt, los geht es. Vorbei an dem originellen hölzernen Bücherturm, hier findet man inmitten der Natur etwas zum Schmökern, wir lassen uns aber nicht ablenken und gehen hinauf zum Schaumbergturm. Er ist der bekannteste und geschichtsträchtigste Gipfel des Saarlandes. Die Aussichtsplattform in 604 Metern Höhe bietet einen faszinierenden Panoramablick weit über das Saarland hinaus.

Victor’s Seehotel Weingärtner Bostalsee ©Victor’s Unternehmensgruppe_Marc André Stiebel
Victor’s Seehotel Weingärtner Bostalsee ©Victor’s Unternehmensgruppe_Marc André Stiebel

Das familiäre Victor`s Seehotel Weingärtner im St. Wendeler Land ist der ideale Ausgangspunkt für Wanderfreunde, Radfahrer oder auch Ruhesuchende. Das Team um Cindy Manfra und Gerold Weingärtner ist ständig auf der Suche nach neuen Ideen, um die Attraktivität des Hauses zu erhöhen. Wir haben hier das Bogenschießen kennengelernt. Auch wegen der tollen Küche sollte man das Hotel am Bostalsee besuchen. Von der ersten Minute unseres Aufenthaltes fühlten wir uns gut aufgehoben in dem familiären Hotel am Bostalsee.

Die Chefs im Victor´s Seehotel Weingärtner am Bostalsee: Gerold Weingärtner und cindy Manfra, Foto. Dieter Weirauch
Die Chefs im Victor´s Seehotel Weingärtner am Bostalsee: Gerold Weingärtner und Cindy Manfra, Foto Dieter Weirauch

Die freundlichen Mitarbeiterinnen am Empfang helfen beim Einchecken und geben Tipps für Ausflüge in die Umgebung. Lobenswert die Betreuung der Gäste durch Seniorchef Gerold Weingärtner, der mit den Gästen zu Wanderungen oder anderen Erkundigungen (Nahequelle) aufbricht. Von Vorteil ist, dass die Mitarbeiter regional verortet sind. Wer die schönen naturnahen Seiten des Saarlandes kennenlernen will, der ist hier richtig aufgehoben. Auch hier gibt es wieder die Saarlandcard, die uns Türen zu den Sehenswürdigkeiten öffnet.

Küchenchef Waldmar Oks im Victor´s Seehotel Weingärtner am Bostalsee, Foto: Victor´s Hotels
Küchenchef Waldmar Oks im Victor´s Seehotel Weingärtner am Bostalsee, Foto: Victor´s Residenz-Hotels

Das Tagewerk ist vollbrahct, kurz vor Feierabend, einige aus der fleißigen Crew im Victor´s Seehotel Weingärtner am Bostalsee:, Foto. Dieter Weirauch im
Das Tagewerk ist vollbracht, kurz vor dem Feierabend, einige aus der fleißigen Crew im Victor´s Seehotel Weingärtner am Bostalsee, Foto: Weirauch

Freizeitspaß für die ganze Familie garantiert 3D-Bogenschießen im Seehotel Weingärtner, Foto: Victor´s Hotels
Freizeitspaß für die ganze Familie garantiert 3D-Bogenschießen im Seehotel Weingärtner, Foto: Victor´s Hotels

  • Info: Victor´s See-Hotel Weingärtner
  • Bostalstraße 12
  • 66625 Nohfelden-Bosen
  • 06852889-0
  • Mail: info.nohfelden@victors.de

Schloss Berg mitten in den Weinbergen

Inmitten grüner Weinberge verwöhnt uns zwei Tage später  Victor’s Residenz-Hotel Schloss Berg. Das 5-Sterne-S-Luxushotel mit Traum-Suiten, Top-Service und 3 Restaurants (eines davon sogar mit 3 Michelin-Sternen), Wellness-Bereich und  Beauty-Farm.  Der Hotelkomplex aus Renaissance-Schloss und italienisch-mediterraner Villa liegt inmitten sanfter Weinhügel im Dreiländereck zwischen Deutschland, Frankreich und Luxemburg. Die 99 Zimmer und Suiten, darunter neun Götter-Suiten, ein großzügiger Wellnessbereich sowie ein Spa bieten die perfekte Kulisse für ein Romantikwochenende. Reiten, Tennis, Golfen und Schifffahrten auf der Mosel locken Aktivurlauber.

Victors´s Residenz-Hotel Schloss Berg, Foto: Victors´s Residenz-Hotel Schloss Berg,
Victors´s Residenz-Hotel Schloss Berg, Foto: Victors´s Residenz-Hotel Schloss Berg

Gastgeberpaar: Andreas Apel und Katrin Stegmaier, auch Luki gehört zum team, Foto: Weirauch
Gastgeberpaar: Andreas Apel und Katrin Stegmaier, auch Luki gehört zum team, Foto: Weirauch

Blick aufdie Römische villa des Victor´s Residenzhotel Schloss Berg, Foto: Victor´s Residenz Hotel
Blick auf die Römische Villa des Victor´s Residenz-Hotel Schloss Berg, Foto: Victor´s Residenz-Hotel

Weinliebhaber erfreuen sich zudem der Weinfeste in der nahen Umgebung. Auch die Kulinarik des Fünf-Sterne-Superior-Hotels bewegt sich in drei Restaurants auf Spitzenniveau: Im “Victor’s Fine Dining by Christian Bau” zaubert Drei-Sterne-Koch Christian Bau, im Restaurant “Bacchus” werden mediterrane Köstlichkeiten serviert, das Landgasthaus „Die Scheune“ serviert moderne Landhausküche und Klassiker wie Wiener Schnitzel. Vier Konferenzräume stehen für Tagungen und Veranstaltungen zur Verfügung.

Den Hotelcheck gibt es demnächst hier.

  • Info: Victor’s Residenz-Hotel Schloss Berg Perl-Nenning (Mosel)
  • Schlossstraße 27-29
  • 66706 Perl-Nennig/Mosel
  • Tel. 06866 79 100
  • Mail: info.nennig@vioctors.de

Fazit unserer Saarland-Tour

Eine Woche reicht für das Saarland nicht aus. Begeistert haben uns die Mitarbeiter der Victor´s Hotels, die alle freundlich und auskunftsfreudig waren. Einige sind wahre Botschafter für ihr Saarland. “Geht nicht, gibt’s nicht” – lautet ihr Motto. Aber nicht nur an Sehenswürdigkeiten hat das für uns bis dahin unbekannte Saarland viel zu bieten. Kulinarisch gehört es zu den Empfehlungen: Urige Gaststätten mit regionaler Küche, Sterneköche und Weingüter kann man als saarländische Interpretation von Gaumenfreuden bezeichnen.

In den vielen gemütlichen Gaststätten des Saarlandes werden landestypische Spezialitäten wie Schwenkbraten, Dibbellabbes (ein Kartoffelgericht mit Dörrfleisch) und Gefillde (Kartoffelklöße mit Landleberwurst) serviert. Dass die Saarländer ein besonderes Gespür für gutes Essen haben, blieb auch Spitzengastronomen nicht verborgen.
Begeistert haben wir die Saar als Lebensader des Saarlandes erlebt, ideal für Wanderer und Radfahrer.

Die-Saarschleife-am-fruehen-Morgen, Foto: Eike Dubois / TZS Saarland
Die-Saarschleife am fruehen-Morgen, Foto: Eike Dubois / TZ Saarland

Der Baumwipfelpfad an de Saarschleife lockt mit spektakulärem Ausblick auf die Saarschleife. Faszinierend ist die Weltoffenheit des Saarlandes. Bis Schengen in Luxemburg ist es von der Obermosel (Schloss Berg) nicht weit. Von Saarbrücken aus kann man mit der Straßenbahn ins benachbarte Frankreich fahren. Im Saarland kann man Barock ebenso wie High Tech und Weinseligkeit erleben. Ein Begleiter meinte: „Das Saarland ist die schönste Provinz mitten in Europa!“ Weltoffen, grenzenlos und tolerant. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Entdeckungstour mit der Saarland Card

Das Saarland wird von PR-Experten gern als der wohl größte Familien-Freizeitpark bezeichnet. Mit der Saarland Card (www.card.saarland) kann man das Saarland gut und preiswert erkunden. Über 80 Attraktionen von Fußballgolf und Kajak-Kursen über Museen und Wellness-Thermen bis hin zu Stadt- und Erlebnisführungen können Besucher mit der Saarland-Card kostenfrei erleben.

Mit der Gästekarte Saarland Card im Gepäck entdecken Sie 85 Ausflugsziele im Saarland und über die Grenzen hinaus kostenfrei und genießen freie Fahrt mit Bus & Bahn im Saarland!
Mit der Gästekarte Saarland Card im Gepäck entdecken Sie 85 Ausflugsziele im Saarland und über die Grenzen hinaus kostenfrei und genießen freie Fahrt mit Bus & Bahn im Saarland!

Die Saarland Card dient zudem als Fahrkarte für Bus und Bahn im gesamten Bundesland. Erhältlich ist sie unter anderem bei den fünf Victor’s Residenz-Hotels, die wie wir erleben durften, ein idealer Ausgangspunkt für Erkundungen des vielfältigen Freizeitangebots sind.

Victor´s Residenz-Hotel Teistungenburg

Und da es vom Saarland aus gen Berlin eine Tagesfahrt ist, so haben wir uns auch das Victor´s Residenz-Hotel Teistungenburg im thüringischen Eichsfeld angeschaut. Auch hier halfen freundliche Rezeptionistinnen mit vielen Tipps. Theodor Storm in Heilbad Heiligenstadt, Fachwerkstadt Duderstadt, Grenzlandmuseum Teistungenburg, ja bis zu Sehenswürdigkeiten im nahen Harz reichten die Angebote. Wir waren dann in Duderstadt und Bad Heiligenstadt.

Das gerade erst stark erweiterte Hotel verfügt über eine große Wellness- und Sportanlage. Ich habe selten so gute Aufgüsse in der Sauna erlebt wie im Victor´s Residenz-Hotel Teistungenburg. Der Hotelcheck folgt hier demnächst.

  • Info: Victor´s Residenz-Hotel Teistungenburg
  • Klosterweg 6, 37339 Teistungen
  • Tel: 03607184-0
  • Mail: info@teistungen@victors.de

Die Recherche in den Hotels wurde unterstützt von den Victor´s Residenz-Hotels. Vielen Dank!!!