Dieter Weirauch

Dieter Weirauch

Reise

UNESCO – Welterbe: Die Höhle Domica

slowakei - domica (30)

Die Höhle Domica gehört seit 1995 zum UNESCO Weltkulturerbe. Nicht nur Höhlenforscher sollten sie besuchen. Das unterirdische Areal, auf dem südwestlichen Rand des Plateaus „Slilická planina“ im Slowakischen Karst gelegen, wird dank ihrer schönen Tropfsteine zu den schönsten Höhlen der Slowakei gerechnet. Sie stellt viele der bisher von mir besuchten Höhlen (wie die Baumanns- oder die Hermannshöhle im Harz) schon wegen ihrer schieren Größe in den Schatten. Das UNESCO-Zetrifikat wurde für mehrere Karsthöhlen vergeben, darunter sind auch  Höhlen des Aggteleker Karstes in Ungarn. Neben den Höhlen zählen u.a. die Burg Zips und technische Denkmäler der Bergbaustadt Banska Stiavnicazu den UNESCO-Denkmälern.

Blick auf den Eingang der Höhle Domica in der Region Kosice
Blick auf den Eingang der Höhle Domica in der Region Kosice

Der Eingang in die Höhe befindet sich am südlichen Fuß des Hügels „Čertova diera“ in einer Höhe von 339 Meter. Die Höhle ist mit der Höhle Baradla in Ungarn verbunden, das unterirdische Labyrinth hat eine Gesamtlänge von 25 Kilometer. Auf dem Gebiet der Slowakei befinden sich mehr als 5.300 Meter unterirdischer Gänge. Die Höhe ist als nationales Naturdenkmal geschützt.

Zur Besichtigung sollte man sich einer Führung anschließen. Leider werden nur Stationen bedient und Lautsprecher angeschaltet. Die individuellen Erläuterungen eines Höhlenführers, wie beispielsweise in der Grotte Zinsulusa in Apulien, habe ich vermisst.

Der Entdeckungseingang liegt ungefähr 50 Meter über dem Eingangsbereich. Es ist ein 14 Meter tiefe Schlucht, über die der Entdecker Ján Majko am 3. Oktober 1926 das erste Mal die unterirdischen Räume erreichte.


Im Faltblatt zur Höhle, lesen wir unter anderem: “Charakteristisch für die Domica-Höhle  sind große pagodenförmige Stalgmite und einzigartige Schilder und Trommeln, die in keiner anderen Höhle in solcher Menge vorkommen wie gerade hier. Es gibt hier auch Sinterwasserfälle, Vorhänge und unikale Sinterdämme. Domica ist auch eine bedeutende archäologische Lokalität der jüngeren Steinzeit, des Neolithikums. Hier wurden verschiedene Gegenstände aus Stein und Knochen und eine Menge von keramischen Fragmenten gefunden. Die Höhle bietet die Zuflucht für manche Gattungen der Höhlenlebewesen.”

Hier wurden 16 Fledermausgattungen gezählt.
Die Lufttemperatur liegt um 10 Grad Celsius, die relative Luftfeuchte beträgt mehr als 90 Prozent. In der Höhle ist es streng verboten, die Steine oder Verzierungen zu berühren und zu beschädigen, die Höhel zu verunreinigen und elektrische Einrichtungen zu berühren.

Hier einige Stationen:

Samsonove sípy (Samsons Säulen)
sind die mächtigsten Gebilde des Höhlensystems. Ihr Alter wird auf 350.000 Jahre geschätzt. Die verschiedene Farbigkeit der Gebilde ist durch Eisen- und Manganbeimischungen verursacht. Bemerkenswert ist der sogenannte 24 Meter hohe Höhlenkamin.

Majkov dóm (Majkos Dom)
Er ist der höchste unterirdische Raum in der Höhle, nach dem Entdecker genannt. Rechts vom Gehweg ist das Flussbett mit dem Entdeckungseingang, durch den Ján Majko das erst Mal die unterirdischen Räume erreichte. Die Dicke des Kalkmassivs bis zu der Oberfläche beträgt ca. 100 Meter. Die charakteristischen Gebilde dieses Doms sind: Jaskynné záclony (Höhlenvorhänge), Zakuklenec (Der Verkappte) und Kazatelnica (Der Predigtstuhl).

Die Besichtigung der Höhle führt an den Kaskaden, die Römische Bäder genannt werden, weiter. Ähnlich wie die Tropfsteinverzierung bestehen sie aus Kalziumkarbonat, das aus dem Wasser des unterirdischen Flusses Styx ausfällte. Interesant: Von diesem Ort aus bis zur Landesgrenze zwischen der Slowakei und Ungarn sind es rund 1600 Meter.

Dóm Mystérií (Der Mysteriendom)
Terrassenförmige Szenen wurden von den Menschen der sogenannten „bukovohorská“ Kultur geschaffen. Man fand hier auch einen unikaten Abdruck eines groben Gewebes im Ton und andere Befunde. An den Wänden des Heiligen Gangs befinden sich Linien und einfache Kohlenzeichnungen aus der Zeit des Neolithikums.

Dóm indických pagod (Der Dom indischer Pagoden)
Dieser Dom ist der schönste Teil der Höhle, nach den in der Höhlenmitte wachsenden Stalagmiten genannt. Ein dunkler Haufen, der sich hier befindet, ist der Fledermauskot, der sogenannte Fuano. In der Höhle überwintert eine Menge von Fledermäusen.  In den weiteren Höhlenteilen gibt es Gebilde, die sogenannten Schilder und Trommeln, die eine Rarität der Höhle Domica sind. Die Schilder sind kreisförmige oder ovale Gebilde.

Palmový háj (Der Palmenhain)
In dem Raum befinden sich viele Stalagnate, die an schlanke Palmenstämme erinnern. Auf der rechten Seite des Gehsteigs ist ein Gebilde, das „Rozkvitnutý strom“ (Der aufgeblühte Baum) genannt wird. Die Baumkrone ist durch erbsenförmige Vorstöße, die sogenannten Pisolithen gebildet.

Koncertná sieň (Der Konzertsaal)
Er zeichnet sich durch eine ausgezeichnete Akustik aus. An der Saaldecke sind schildförmige Gebilde zu erklennen. In der Mitte des Raums befindet sich die sogenannte gotische Säule. In einem anderen Teil rechts vom Gehweg erkennen wir einen  Urwald mit vielen Tropfsteingebilden verschiedener Dicke und Form.

Informationen

Internet: www.ssj.sk
E-Mail: domica@ssj.sk

Wichtig: Das Fotografieren und das Filmen sind nur nach der Bezahlung einer Gebühr möglich.

Die Recherche in der Region Kosice, in Kosice und in Tokaj wurde unterstützt von der Tourismus-Vertretung der Slowakischen Republik. Vielen Dank.

 

Best Ager

Vegane SauberKunst

SauberKunst-18 (4)

Ein Täfelchen Seife als Belohnung …

Auf unseren Spuren durch Berlin und Brandenburg sind wir immer auf der Suche nach etwas Neuem. Bei strahlendem Sonnenschein waren wir sonntags im Berliner Nikolaiviertel unterwegs. Ein grün leuchtendes Logo an der Hauswand und wohlriechende Düfte kamen uns bekannt vor und zogen uns in den Laden. Außen verbreitete der Sonnenschein gute Laune, innen strahlten gleichfalls die weißen Regalmöbel, in denen die bunten Seifen wie kleine Kunstwerke drapiert waren.

Und es roch soooo gut. Nein, wir täuschten uns nicht. Es war ein SauberKunstladen, in den wir eingekehrt waren. Nur nicht auf der Insel Werder bei Potsdam – wo wir sonst immer unsere Seifen kauften – sondern in Berlins Nikolaiviertel, schräg gegenüber vom Roten Rathaus. Aber wie in Werder auch hier eine äußerst freundliche und kompetente Verkäuferin. Eben ‚SauberKunst – für Körper und Seele‘, irgendwie scheint das Verkaufsprodukt auch bei seinen Verkäuferinnen gute Laune zu verströmen.

Stefanie Höhne von der Seifenmanufaktur Sauberkunst auf der Insel Werder/Havel foto: Weirauch
Stefanie Höhne von der Seifenmanufaktur Sauberkunst auf der Insel Werder/Havel. Foto: Weirauch

Woher kommt Sauberkunst ?

Unsere Neugier war geweckt. Die Frage stand im Raum: Wo werden die herrlichen Seifen, die in Duft, Farbe und Form so erfrischend und heilsam (100 Prozent vegan) wirken, überhaupt hergestellt? Die junge Verkäuferin lud uns in die Manufaktur nach Groß Kreutz ein. Wir sollten uns nur vorher anmelden. Schon bei unserer ersten Nachfrage per Mail konnten wir einen Termin vereinbaren. Und so gelangten wir nach Groß Kreutz (Potsdam – Mittelmark). In unmittelbarer Nachbarschaft zum einstigen Gutshaus des Ortes (1765 bis 1767 von Carl Botho Gottfried von Hacken errichtet), liegt die „SauberKunst – Manufaktur“. Das Gutshaus kannten wir von früheren Besuchen, erinnert es in seiner Architektur doch an Schloss Sanssouci, gegenwärtig wird es restauriert.

Zu Besuch bei SauberKunst

SauberKunst hat sein Domizil ganz in der Nähe. Der ehemalige Hof, in dem die „SauberKunst“-Manufaktur wirkt, hat nicht weniger Charme. Bevor hier die kleinen duftenden Kunstwerke für Körper und Seele hergestellt werden konnten, musste die junge Geschäftsführerin Annett Förster das Gehöft als Produktionsstätte umbauen. Mit Unterstützung ihrer Familie und viel Elan entstand ein funktionierendes Anwesen, in dem heute  27 „SauberKünstler-innen“ ihrer Arbeit nachgehen. Auch wenn man in der Nähe vom Groß Kreutzer „Schloss Sanssouci“ sein Gewerbe betreibt, „ohne Sorge“ wird nicht alles zu bewältigen gewesen sein.

Die Chefin erzählt:

Ähnlich wie der preußische König Friedrich II. behält auch die Geschäftsführerin Annett Förster alles in einer Hand: Verarbeitung der hochwertigen veganen Produkte, umweltfreundliche Verpackung sowie moderner Vertrieb (über einen Shop auf www.SauberKunst). Die steigende, auch internationale, Nachfrage bestätigt ihr Konzept.

Annett Förster, die SauberKunst - Chefin Foto: Weirauch
Annett Förster, die SauberKunst – Chefin. Foto: Weirauch

Blick in die Siedeküche

In der gläsernen Manufaktur werden Seifen, Deos und Cremes ausschließlich auf pflanzlicher Basis hergestellt, für alle Hauttypen und auch Allergiker gut verträglich. Hinter einer großen Glasscheibe konnten wir den Prozess des Seifensiedens beobachten.

Die Seifenmasse wird in die Formen gegossen Foto: Weirauch
Die Seifenmasse wird in die Formen eingebracht. Foto: Weirauch
Kunstvoll verziert Tina die gegossene Seifenmasse Foto: Weirauch
Kunstvoll verziert Tina die gegossene Seifenmasse. Foto: Weirauch

Vier Wochen Reifezeit

Fast wie im Käsekeller kam ich mir vor. Auch ein Blick in das Lager, wo die Seifen rund vier Wochen „reifen“ (vergleichbar dem Reifen von Käse), wurde uns gewährt. Es ist eine richtige Manufaktur. Eingepackt und etikettiert wird  wie auch das Schneiden der Seifenstücke –  von Hand.

 

Blick in das Lager von SauberKunst Foto: Weirauch
Blick in das Lager von SauberKunst. Foto: Weirauch

Neuer Shop in Potsdam

Demnächst, am 24. März 2018, eröffnet sie ihr viertes Geschäft. Neben der Bundeshauptstadt, lädt dann auch in der Landeshauptstadt Potsdam im Atrium in der Dortustraße ein weiteres SauberKunst-Geschäft zum Schnuppern und Einkaufen ein. Ein besonderes Angebot an diesem Tag: das Einhornglitzergedöns-Shampoon.

Wegen der aufwändigen Herstellung wird es nur zu besonderen Anlässen hergestellt und verkauft.

Nochmal die Chefin: Wie kam es überhaupt zur SauberKunst? Die ausgebildete Heilpraktikerin machte sich die Sorgen ihrer ehemaligen Patienten zu eigen. Immer öfter fragten Patienten nach Pflegeprodukten für ihre Haut, immer öfter riet sie ihnen, Produkte aus natürlichen Rohstoffen zu verwenden. Bis Annett Förster den Entschluss fasste, zur „SeifenKünstlerin“ umzusatteln, das Hobby zum Beruf zu machen. Bereut hat sie es bis heute nicht.

Das Team von SauberKunst Foto: Sauberkunst
Das Team von SauberKunst. Foto: Sauberkunst

Ein junges Team unterstützt sie dabei, ihre Ideen umzusetzen. Die handgefertigten Körperpflegeprodukte sind zertifiziert und unterliegen strengen Kontrollen. Bis zu 5000 Liter Öle (beispielsweise Kokos-, Oliven-, Reiskeim-, Aprikosenkern- oder Rizinusöl) werden jährlich verarbeitet. Das Bio-Öl kommt zumeist aus Griechenland. Weitere Bestandteile sind u.a. Kokosmilch, Shea- und Kakaobutter, Bio-Kaffee und Bio-Kakao. Hinzu kommen diverse ätherische Öle und Seifenpigmente. Alle Zutaten sind zumeist Bio-Produkte.

Sanddorn-Früchte kommen aus der Firma von Christina Berger aus dem nahen Petzow, die Säfte aus der Mosterei Ketzür im Havelland. Einmal im Jahr wird alles kontrolliert durch die Lebensmittelüberwachung.

Handarbeit auch beim Zuschneiden der Seifenstücke Foto: Weirauch
Handarbeit auch beim Zuschneiden der Seifenstücke. Foto: Weirauch
Jedes Stück Seife wird per Hand etikettiert. Foto: Weirauch
Jedes Stück Seife wird per Hand etikettiert. Foto: Weirauch

Originelle Namen weisen auf den Duft bzw. dessen Wirkung hin: Grapefruit Rose, Espresso Orange, Kirsch- und Apfelblüte, Karma, Atlantis, Meertau, Salzperle, Samtweich, Sensibelchen, Luxusweib oder Drachenherz. Die meisten Namen stammen von den Mitarbeitern, aber auch Kundenwünsche werden aufgenommen. Überhaupt steht Kreativität, wie soll es anders sein, ganz oben.

Seife muss reifen und durchtrocknen – rund vier Wochen nach dem Ansetzen des Seifensudes kommen die Erzeugnisse in den Verkauf. So freuen wir uns demnächst auf den Frühling mit „Mohna-Lisa“, eine Sanddornseife, die ihren Namen nach der Mohnblüte erhält. Wieder ein schönes Farbenspiel: gelb, grün, rot und schwarz. Zu Ostern wird der Erdbeer-Rhabarber-Duft die Sinne anregen und einstimmen auf das berühmte Baumblütenfest in Werder.

Auch feste Shampoos sind immer mehr gefragt. Diese werden in einer Dependance im Ort Kloster Lehnin, wo fünf Mitarbeiter tätig sind, hergestellt.

Die kleinen Kunstwerke sind im Gebrauch ergiebig und auf Reisen unproblematisch, können beispielsweise in jede Handtasche verstaut werden und kommen ob ihres Aggregatzustandes durch jede Taschenkontrolle. Dazu bietet die Seifenmanufaktur auch passend die naturbelassenen Seifenablagen aus Luffa an.

Aber auch die Männer kommen nicht zu kurz. Natürlich können sie auch „ihre“ Körperschmeichler für den jeweiligen Hauttyp wählen. Rasierseifen wie z. B. “Hopfen und Malz” sind sehr hautverträglich. Angerührt werden sie mit Bier aus der Potsdamer Braumanufaktur.

Und wer sich bei den vielen Produkten nicht entscheiden kann, die SauberKunst-Verkäuferinnen helfen gern weiter, gute Laune ist inbegriffen. Da macht der Einfkauf Spaß und ist gleichsam Erholung für die Seele – in brandenburgischen Geschäften nicht immer zu erwarten.

Für den Sommer plant Annett Förster ein kleines veganes Sommerfest und lädt zu einem Tag der offenen Tür in ihre Manufaktur ein.

Und wer es nicht schafft, in Groß Kreutz, Werder, Potsdam oder Berlin in einen SauberKunst-Laden zu schauen, der kann die engagierte 39-jährige Chefin und einige ihrer Mitarbeiter auf Messen in Frankfurt a. M., Paris, Köln oder Mailand antreffen. „Die Nachfrage wächst, wir bekommen immer mehr Aufträge aus Europa und Übersee“, so ihre Antwort.

Oder man geht einfach auf die online-Portale der SauberKunst – Filialen.

Aber am schönsten und erholsamsten ist ein Besuch im Geschäft … Den Tante Emma-Laden aus Kindheitstagen gibt es nicht mehr, aber das Gefühl in einem SauberKunst-Laden ist ähnlich. Nach dem Einkauf: ein Bonbon (Täfelchen Seife) als Belohnung inclusive …

Katrin Erdmann gehört zu den SauberKunst – Verkäuferinnen in Werder auf der Insel. Foto: Weirauch
Katrin Erdmann gehört zu den SauberKunst – Verkäuferinnen in Werder auf der Insel. Foto: Weirauch

Weitere Informationen

zu finden unter

www.sauberkunst.de

Hier ein Beitrag über die schöne Inselstadt von Werder. Dort befindet sich “unser” SauberKunst Laden.

 

Reise

Besucherbergwerke im Erzgebirge

Bergwerk (8)

Unzählige Bergwerke, Stollen, Hammerwerke und Schmelzhütten gab es einst im Erzgebirge. Die Zeugen der verschiedenen Bergbauepochen reihen sich, vergleichbar Perlen an einer Schnur, entlang der mehr als 250 Kilometer langen Sächsisch-Böhmischen Silberstrasse. Mit „Glück Auf“ begrüßen die rund  20 Besucherbergwerke im Erzgebirge ihre Besucher und entführen sie auf eine einmalige Abenteuer- und Entdeckungstour durch die mehr als 800-jährige Bergbaugeschichte vom Silber- über den Steinkohle- bis zum Uranbergbau.

Besucherbergwerke im Erzgebirge – die Top 10

einfachraus.eu  stellt zehn Besucherbergwerke im Erzgebirge an der Silberstraße vor, die man unbedingt besuchen sollte.

Reiche Zeche und Alte Elisabeth

Das Besucherbergwerk Freiberg verdankt seine Entstehung dem Silbererzbergbau. Hier findet man heute einmalig auf der Welt eine Stelle, wo der Beginn und das planmäßige Ende eines Bergbaureviers konzentriert dargestellt sind. Bei einer Befahrung des Lehrbergwerkes „Reiche Zeche“ kann der Besucher in eine Welt voller Geheimnisse eintauchen.

Seit knapp 100 Jahren betreibt die Technische Universität Bergakademie das Forschungs- und Lehrbergwerk, zu dem seit Beginn der 90er Jahre ein Besucherbetrieb gehört. Das Besucherbergwerk steht unter dem Label „Silberbergwerk“ den Touristen und Gästen offen. Der „Reiche Zeche“-Schacht mit seinem weiträumigen Grubenfeld bietet den Besuchern die Möglichkeit, auf gesicherten vertikalen und horizontalen Auffahrungen von insgesamt 14 km Länge und bis in eine Tiefe von 150 m den Freiberger Gangerzbergbau bis in das 14. Jahrhundert zu erforschen. Betreiber des „Silberbergwerkes“ ist der Förderverein „Himmelfahrt Fundgrube“ e.V.

Hinein in den Förderkorb und dann ab nach unten
Hinein in den Förderkorb und dann ab nach unten
Die Grubenbahn passt haargenau in den Stollenquerschnitt
Die Grubenbahn passt haargenau in den Stollenquerschnitt
Manja Seifert und Marco Alicete vom Förderverein Himmelfahrt Fundgrube in Freiberg/Sachsen e.V. Foto: Weirauch
Manja Seifert und Marco Alicete vom Förderverein Himmelfahrt Fundgrube in Freiberg/Sachsen e.V. Foto: Weirauch

Mettenschichten

Ein besonderes Erlebnis sind die Mettenschichten untertage. Die Mettenschichten werden von Mitgliedern des Fördervereins des Silberbergwerkes sowie der Historischen Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft durchgeführt. Die Mettenschicht war in früheren Zeiten zum Ende des Jahres die letzte Schicht der Bergleute und wurde immer besonders feierlich gestaltet.

Die Historische Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft pflegt mit Aufzügen und Paraden in Uniformen und Trachten, aber auch durch Geselligkeit mit Bergbier Jahrhunderte alte Traditionen.

Im Wilhelmstollen findet die Mettenschicht statt
Im Wilhelmstollen findet die Mettenschicht statt

“Alte Elisabeth” mit Dampfmaschine

1856 entstand auf der „Reichen Zeche“ das historische Huthaus, in dem 1864 in der Scheidebank eine Betstube mit Orgelpositiv eingerichtet wurde. Die Betstube, die letzte noch original erhaltene des sächsischen Silberbergbaus, wird heute für bergmännisch-traditionelle Veranstaltungen und Eheschließungen genutzt. Infos: Besucherbergwerk Freiberg, Fuchsmühlenweg 9, 09599 Freiberg, Internet: silberbergwerk-freiberg.de

Die “Alte Elisabeth”, zur “Reichen Zeche” zugehörig, kann nur auf Voranmeldung besichtigt werden. Foto: Weirauch

4. Sächsische Landesausstellung 2020

Im Jahr 2020 können Besucher der 4. Sächsischen Landesausstellung im Forschungs- und Lehrbergwerk Tradition und Erfindergeist 150 Meter unter Tage erleben und sich von der authentischen Atmosphäre eines noch aktiven Bergwerkes beeindrucken lassen. Auf spannende Weise werden große und kleine Gäste erfahren, wie Bergbau gestern und heute funktioniert, und wie Fragen der Rohstoffgewinnung zukunftsträchtig gelöst werden können. Dazu ist geplant, den untertägigen musealen Lehrpfad in einen Wissenserlebnispfad umzugestalten. Interessante Forschungsvorhaben präsentiert eine Forschungstour, die den Besucher entlang ausgewählter Versuchsstände ins offene Grubenfeld führen wird.

Zusatzausstellungen sind an folgenden Standorten geplant:

  • Industriemuseum Chemnitz (Maschinenbau)
  • Eisenbahnmuseum Chemnitz-Hilbersdorf (Eisenbahn und Gütertransport)
  • Tuchfabrik Gebrüder Pfau in Crimmitschau (Textilindustrie)
  • Bergbaumuseum Oelsnitz/Erzgebirge (Steinkohlebergbau)
  • Horch-Museum Zwickau (Automobilindustrie)
  • Himmelfahrt Fundgrube Freiberg (Erzbergbau, Ressourcenmanagement)

Infos zum Besucherbergwerk

  • Um die touristische Nutzung der Anlagen über- und untertage kümmert sich seit 1992 der Freiberger Förderverein Himmelfahrt Fundgrube e.V.
  • Adresse: Fuchsmühlenweg 09, 09599 Freiberg | Tel: 03731 394571
  • Internet: www.besucherbergwerk-freiberg.de

Markus-Röhling-Stollen

Nach 600 Metern Fahrt mit einer kleinen Grubenbahn durch teilweise enge Stollen können die Besucher den im Ortsteil Frohnau der Bergstadt Annaberg-Buchholz gelegenen Markus-Röhling-Stollen besichtigen. Eindrucksvolle Zeugnisse aus der Zeit des Silber- und Kobaltbergbaus von 1733 bis 1857 und des Uranbergbaus aus DDR-Zeiten kann man in dem Besucherbergwerk erleben. Hauptattraktion ist das neun Meter hohe Kunstrad, das von Mitgliedern des Vereins Altbergbau originalgetreu und voll funktionsfähig nachgebaut wurde.

Aussengelände des Besucherbergerkes Markus-Röhling-Stolln, Foto: Weirauch
Aussengelände des Besucherbergerkes Markus-Röhling-Stolln, Foto: Weirauch

Info: Besucherbergwerk „Markus-Röhling-Stolln“, Sematalstraße 15, 09456 Annaberg-Buchholz, OT Frohnau

 Annaberg-Buchholz: Im Gößner

1995 wurde im Zentrum der Bergstadt Annaberg-Buchholz ein Schaubergwerk eröffnet. „Im Gößner“ befindet sich direkt gegenüber der berühmten St. Annenkirche. Nirgendwo in Deutschland gibt es eine derartige Konstellation, wo auf engstem Raum der Ursprung der Stadt, in diesem Falle die Silberfunde, und die davon ausgehende Wirkung auf Stadtentwicklung, Architektur und Kunst in Augenschein genommen werden können.

Das Erzgebirgsmuseum in Annaberg-Buchholz, Foto: D. Weirauch
Das Erzgebirgsmuseum in Annaberg-Buchholz, Foto: D. Weirauch

Der Eingang befindet sich direkt auf dem Hof des Erzgebirgsmuseum. Die Gäste erhalten im Besucherbergwerk einen Eindruck vom über 500-jährigen Silberabbau in der Erzgebirgsregion. (Info: Erzgebirgsmuseum, Große Kirchgasse 16, 09456 Annaberg-Buchholz, Internet: annaberg-buchholz.de

Zinngrube Ehrenfriedersdorf

Das Besucherbergwerk Zinngrube Ehrenfriedersdorf gehört zum Sächsischen Industriemuseum und repräsentiert den erzgebirgischen Gangerzbergbau auf Zinn- und Silbererz vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert. Die Einfahrt erfolgt über eine Seilfahrtsanlage bis in 100 Meter Tiefe. Während der Führung werden die Erkundung, Gewinnung und Förderung von Erz vermittelt, funktionsfähige Bergbaugeräte demonstriert und die schweren Arbeitsbedingungen der Bergleute erlebbar gemacht.

Asthma-Heilstollen

Das besondere Klima unter Tage wird im Asthma-Heilstollen zur Behandlung von Patienten mit Erkrankungen der oberen Atemwege genutzt. Selber einmal Bergmann sein und mit Schlägel und Eisen arbeiten ist genauso möglich wie eine ausgedehnte Grubenfahrt. Adresse: Sächsisches Industriemuseum Besucherbergwerk „Zinngrube Ehrenfriedersdorf“, Am Sauberg 1, 09427 Ehrenfriedersdorf, Internet: zinngrube.de

Tiefer Molchner Stolln

Das Besucherbergwerk Tiefer Molchner Stolln Pobershau ist eines der ältesten und schönsten Museumsbergwerke im Erzgebirge. Hier können die Besucher hautnah die schwierige Arbeit der Bergleute erleben. Durch das Mundloch von 1822 wird eingefahren. Man sieht trocken gesetzte Bogen- und Kreuzgewölbe aus alter Zeit, geologische Aufschlüsse, gebrannte Weitungen des Zinnbergbaus, Gangabbau und vieles mehr.

Besuch im Schaubergwerk "Tiefer Molchner Stolln" Pobershau Foto TVE-R.Gaens
Besuch im Schaubergwerk “Tiefer Molchner Stolln” Pobershau Foto TVE-R.Gaens

Gezeigt werden ein funktionsfähiges Kunstgezeug, die Arbeit mit Schlegel und Eisen sowie die Froschlampe. Im von der Wismut in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts angelegten Teil des Schaubergwerkes können die Besucher in einer Art Zeitreise den Gegensatz zwischen mittelalterlichem und DDR-Bergbau erkunden. Info: Schaubergwerk Molchner Stolln Pobershau, Amtsseite-Dorfstraße 67, 09496 Marienberg OT Pobershau, Internet: molchner-stolln.de

Bergwerk Bernsteinzimmer

Beim Rundgang durch das Besucherbergwerk in Deutschneudorf erfährt man Interessantes zur Geschichte des Fortuna-Stolln und zum Mythos Bernsteinzimmer. Lange wurde das ausgelagerte Bernsteinzimmer hier vermutet. Manch einer glaubt heute noch daran, es dort in der tiefe des Berges zu finden. Zum Besucherbergwerk gehört die Gaststätte Huthaus mit Galerie und Steigerstube. Außerdem haben nicht nur Technikinteressierte die Möglichkeit, eine 220-PS-Einzylinder-Kolbendampfmaschine, eine Schachtkaue und eine Mineralienschleiferei zu besichtigen. (Schaubergwerk Fortuna, Deutschkatharinenberg 14, 09548 Deutschneudorf, Internet: fortuna-bernstein.de)

Zinnkammern Pöhla

Nach einer drei Kilometer langen untertägigen Zugfahrt in kleinen, engen Bergmannswagen im Stollen beginnt in den riesigen Zinnkammern eine Führung durch die Arbeitswelt des Bergmanns. In den größten Zinnkammern Europas kann man viel Interessantes über die Geheimnisse des Wismutbergbaus erfahren. Zudem gibt es Lasershows, Konzerte und verschiedene Veranstaltungen unter Tage. Höhepunkt in diesem Besucherbergwerk sind die Mettenschichten in der Weihnachtszeit, in der Bergmannsorchester in einer der Zinnkammern, etwa der Bergkapelle Thum, aufspielen. Hier lohnt  eine rechtzeitige Reservierung.(Info: Besucherbergwerk Zinnkammern Pöhla e.V, Luchsbachtal 19, 08340 Schwarzenberg / OT Pöhla,, Internet: zinnkammern.de)

Steinkohlenbergwerk Oelsnitz

Eine 1800 PS starke Dampfmaschine in Aktion sehen – das ist im Bergbaumuseum Oelsnitz möglich. Das Industriedenkmal besitzt auch ein eigenes Kinderbergwerk. Am Fuße des markanten, fast 60 Meter hohen Förderturms des Bergbaumuseums Oelsnitz steht auf einem Hügel ein kleiner Bruder. Er beherbergt eine Spielförderanlage, über die Kinder „Bodenschätze“ aus dem Kinderbergwerk fördern. Unter dem Förderturm gibt es verwinkelte Gänge zu entdecken. In der Sandspiellandschaft fesselt die Suche nach fossilen Abdrücken von Karbonpflanzen. Die Pflanzen selbst können dann im einmaligen „Karbonwald“ des Museums bestaunt werden.

Wer nach diesen ersten Entdeckungen Lust auf mehr hat, sollte sich eine Erlebnisführung im Bergbaumuseum nicht entgehen lassen: Ob Grubenlampentour oder eine Schatzsuche im Bergwerk, in dem Ende der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts eingerichteten Museumsbergwerk ist für jeden etwas dabei. Einst arbeiteten hier bis zu 1000 Bergleute und förderten in mehreren Schichten täglich bis zu 6000 Hunte Steinkohle nach oben. (Info: Bergbaumuseum Oelsnitz, Pflockenstraße 28, 09376 Oelsnitz/Erzgebirge, Internet: bergbaumuseum-oelsnitz.de

Wissenswertes

Befahrung

Besuch einer Grube. Der Bergmann geht oder läuft nicht unter Tage, er fährt, auch wenn er z.B. eine Leiter (Fahrt) hinabsteigt. Im 20. Jahrhundert wurden die Bergwerke aber tatsächlich durch kleine Bahnen befahren, die auch das Gestein abtransportierten.

Bergstreittag in Schneeberg

Bergstreittag wird jedes Jahr zum Maria Magdalena-Fest am 22. Juli begangen. Er erinnert an einen der ersten Lohnstreiks überhaupt vor über 500 Jahren. Höhepunkt ist die große Bergparade mit rund 600 Teilnehmern, die immer um 18 Uhr in Schneeberg-Neustädtel beginnt und 19 Uhr zum Berggottesdienst in der prächtigen St. Wolfgangskirche übergeht. Ab 20.30 Uhr werden dann auf dem Marktplatz die erzgebirgischen Bergmärsche musiziert. Schneeberg ist die einzige Stadt im Erzgebirge, in der im Sommer eine Bergparade abgehalten wird. Auch in Schneeberg gibt es ein Besucherbergwerk, das aber nur nach Anmeldung an bestimmten Tagen besichtigt werden kann. (Info: schneeberg.de)

Montanregion

Alljährlich am ersten Wochenende im Juni finden im Erzgebirge die Erlebnistage „Montane Kulturlandschaft Erzgebirge“ statt. In der gesamten Region werden dann Wanderungen durch die Montanlandschaft, bergbauliche Führungen über- und untertage sowie zahlreiche andere Veranstaltungen in Bergstädten, Schlössern und Burgen angeboten. Das böhmisch-sächsische Erzgebirge soll von der Unesco als Weltkulturerbe anerkannt werden. Eine Entscheidung wird 2019 erwartet. Das Welterbegebiet umfasst auf der sächsischen Seite des Erzgebirges zahlreiche Einzelobjekte, darunter auch Besucherbergwerke und andere technische Relikte. Den Welterbestatus sollen unter anderem die historische Altstadt von Schneeberg, Freiberg und die Bergbaulandschaft rund um Oelsnitz/Erzgebirge erhalten.

Weitere Bergwerke gibt es im Erzgebirge, darunter das Schaubergwerk „Herkules-Frisch-Glück, das Besucherbergwerk Waschleithe.  Sehenswert auch das an der Silberstrasse gelegene Kalkwerk Lengefeld. Informationen zu weiteren Schaubergwerken unter: www.silberstrasse.de

Traumwelt bei Wendt & Kühn in Seiffen

Besucher-Bergwerke Erzgebirge

1 Stunde weg

Es wird noch süßer in Karls Erlebnis-Dorf

Eiswelt in Karls Erlebnis-Dorf Elstal, Foto: Kärstin WeirauchPrinzessinnenträume aus Eis in der gerade eröffneten 4. Eiswelt in Karls Erlebnis-Dorf Elstal, Foto: Kärstin Weirauch

Pünktlich zur Adventszeit wird es süßer in Karls Erlebnis-Dorf Elstal.as Thema: “Träumen, erleben und genießen im größten Gummibeerchen-Land”. Unter diesem Motto lädt Robert Dahl, Inhaber von Karls Erlebnis-Dorf, ab dem 1. Dezember 2018 seine kleinen und großen Gäste in die Erlebniswelt nach Elstal ein. Karls Lieblingsfrucht – die Erdbeere – hat sich auf die Winterzeit eingestellt.

Ein kleine Prinzessin aus Eis reitet auf der Schnecke, die bei den Erdbeeren nichts zu suchen hat, Foto: Kärstin Weirauch
Ein kleine Prinzessin aus Eis reitet auf der Schnecke, die bei den Erdbeeren nichts zu suchen hat, Foto: Kärstin Weirauch

“Komm ins Erdbeerkönigreich” – eisig ist es in der 4. Eiswelt, die in Karls Erlebnis-Dorf Elstal zu erleben ist. In der größten Eisfigurenausstellung Deutschlands regieren Königin und König im Erdbeerkönigreich. Auf einer Fläche von 2.000 Quadratmetern versetzen an 14 Stationen erdbeerige Eislandschaften aus 300 Tonnen Eis Besucher ins Staunen. Auf der faszinierenden Reise durch die minus sieben Grad kalte Erlebniswelt werden fantastische Tierwelten zwischen gefrorenen Erdbeerpflänzchen präsentiert, Einblicke in Karls riesige Erdbeertunnel gegeben und das Schloss des einzig wahren Erdbeerkönigs vorgestellt.

Komplett aus farbigem Eis: der Porsche Traktor, Foto: K.Weirauch

Ob überdimensionale Prinzessinnen-Kutsche, Fedfahrzeug Porsche-Trecker, Erdbeer-Produnktionshalle, Erdbeer-Prinzessin, Schloss des einzig wahren Erdbeer-Königs sowie Hummel, Biene, Schnecke u. a..  24 internationale Künstler aus zwölf Ländern haben unter der künstlerischen Leitung des bewährten Othmar Schiffer-Belz (der seit dem Jahr 2004 bereits 17 Eis-, Schnee- und Sandfiguren-Ausstellungen von Karls Erlebnis-Dörfern inszeniert hat), 24 zauberhafte Eisfiguren erschaffen, die mit Licht- und Musikeffekten eine einzigartige Ausstellung um geeiste Rutschen und eine royale Eisbar inszenieren. Erstmals wird mit farbigem Eis gearbeitet, das die Eisshow noch bunter und farbenfroher macht. 300 Tonnen Eis wurden verarbeitet.

Bis November 2019 ist die 4. Eiswelt in Karls Erlebnis-Dorf zu sehen.

Freizeitspaß und Beerengeschlemmer

Die Eiswelt ist Teil des gerade eröffneten  neuen “Gummibeerchen”-Lands. So ist das Karls Erlebnis-Dorf eben, eine neue Attraktion kommt selten allein: Ab morgen können Leckermäuler noch eine weitere spektakuläre Erlebniswelt in Besitz nehmen. Wie Erdbeerbonbons und Erdbeermarmelade in Karls Erlebnis-Dorf hergestellt werden, weiß ja schon jedes Kind. Ab morgen, dem 1. Dezember 2018, lernt man nun auch alles über die Gummibeerchen-Herstellung im Gummibeerchen-Land. Heute klappte alles schon ganz gut, lustig wie die vielen Gummibeerchen im “Zementmischer” durchgeschüttelt wurden.

Vergrößerte Manufaktur stellt selbstgemachte Gummibeerchen her Foto: Karls Erlebnis-Dorf
Vergrößerte Manufaktur stellt selbstgemachte Gummibeerchen her Foto: Karls Erlebnis-Dorf

Es macht nicht nur den Kindern Spaß bei der Herstellung der beliebten Süßigkeit zuzuschauen, auch die Erwachsenen waren kamen im wahrsten Sinne auf ihre “Kosten”. Und sie schmecken natürlich nach Erdbeeren, wie soll es auch anders sein. Die Leckerbissen werden allesamt von Hand hergestellt und bestehen zu 55 Prozent aus echten Früchten. Bis zu 24 Stunden trocknen die fertigen Fruchtgummis im Beerchen-Ruheraum. Und im Gummibeerchen-Land steht natürlich nicht nur das Gummibeerchen im Mittelpunkt. Im Zentrum der wohl kuriosesten Indoor-Erlebniswelt der Region Berlin-Brandenburg erwarten ab morgen auch bezaubernde Fahrgeschäfte und Attraktionen wie ein Free-Fall-Tower (“Saftpresse) sowie ein historisches Karussel (“Beerenschleuder”) ihre Gäste.

Robert Dahl, der Chef des Familienbetriebes mit dem Maskottchen Karlchen, Foto: K.Weirauch
Robert Dahl, der Chef des Familienbetriebes mit dem Maskottchen Karlchen, Foto: K.Weirauch

Im Außenbereich öffnet ein großes Beerchen-Autoscooter seine Pforten. Allerlei Zirkusinterieur vermittelt zur Adventzeit nostalgisches Kirmes-Flair und macht den “Jahrmarktbesuch” zur Zeitreise für Jung und Alt.

Der Eintritt in Karls neues Gummibeerchen-Land ist frei. Es empfiehlt sich aber eine Tageskarte (12 Euro) oder Jahreskarte (33 Euro) zu kaufen, um alle Attraktionen “erleben” zu können. Die Jahreskarte kann auch für die anderen Karls Erlebnis-Dörfer (u.a. rostock – Rövershagen) genutzt werden.

Ausblick 2019/2020

Langweilig wird es nie – ein Markenzeichen von Karls Erlebnis-Dorf. Und so kündigte der Unternehmer bereits für den 13. April 2019 “Karls Erdbeer-Plansch” an. soviel sei verraten:  zehn spektakuläre Wasser-Attraktionen erwarten dann Groß und Klein.

Sprüht vor neuen Ideen: Robert Dahl, der Chef des Familienbetriebes, Foto: K.Weirauch
Sprüht vor neuen Ideen: Robert Dahl, der Chef des Familienbetriebes, Foto: K.Weirauch

Und es geht weiter….. Ab 2020 lädt dann ein “Erdbeer-Hotel” seine Gäste ein, gleich im Erlebnis-Dorf zu übernachten. Das erscheint sinnvoll, denn ein Tag reicht fast nicht aus, um alle Erlebniswelten in Karls Erlebnis-Dorf intensiv wahrzunehmen. Eines ist sicher, die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen werden immer neue Attraktionen für ihre Gäste bereit halten.

Freifallspaß in der „Saftpresse“ in Karls Gummibeerchen-Land Foto: Karls Erlebnis-Dorf

Karls Erlebnis-Dorf
Adresse: Zur Döberitzer Heide 1, 14641 Elstal (bei Berlin)

Anreise: Aus Richtung Nord und Süd: A 10 (Berliner Ring), Abfahrt 26: Berlin-Spandau, anschließend B5 Richtung Berlin-Spandau/-Zentrum, Ausfahrt: Karls Erlebnis-Dorf: Aus Wustermark durch den Ort, dann Richtung Berlin/Dyrotz. In das Navigationssystem bitte “Karls Erlebnis-Dorf”- Zur Döberitzer Heide 1, 14641 Elstal eingeben. Vor Ort sind ausreichend kostenfreie Parkplätze vorhanden.
Alle 60 Minuten verkehrt die Buslinie 668 (Bhf. Elstal-Wustermark-Zur Döberitzer Heide 1). Mit dem Zug aus Richtung Berlin Hbf. bis zu Bhf. Wlstal, weiter mit der Buslinie 668 zur Haltestelle “Zum Erlebnis-Dorf”.

Weitere Informationen:
www.eiskunstwerke.com
www.karls.de

Bild 2: Unterwegs im Beerchen-Autoscooter (Karls Erlebnis-Dorf)
Unterwegs im Beerchen-Autoscooter Foto: Karls Erlebnis-Dorf
Bild 3: Schlittschuhlaufen vor Karls neuem Gummibeerchen-Land (Karls Erlebnis-Dorf)
Schlittschuhlaufen vor Karls neuem Gummibeerchen-LandFoto: Karls Erlebnis-Dorf
Hotels

Hotel Monopol Katowice – top Hotel in Polen

Katowice (3)Monika Leraczyk, die strahlende Direktorin des Hotels Monopol in Katowice, mit einigen Mitarbeitern, Foto: Weirauch

Paris Hilton und Andrej Wajda, der berühmte Filmemacher, wohnten schon im 5-Sterne Hotel Monopol in Katowice. Nun also habe ich auch ein Zimmer im diesem edlen Hotel bezogen. Monika Leraczyk, die Hoteldirektorin, ist stolz auf ihr Haus. Man spürt es überall. Die Mitarbeiter sind sehr freundlich, lesen den Gästen regelrecht die Wünsche von den Lippen ab. Nicht ohne Grund: Das Hotel Monopol gehört zu den bekanntesten Hotels in Polen, in Katowice (deutsch Kattowitz) sowieso.

Es reiht sich eines in die Reihe berühmten Bahnhofs Hotels, denn der alte Bahnhof vonKattowitz liegt dem Hotel Monopol direkt gegenüber. Eröffnet im Jahr 1903 erlebte das im Jugendstil errichtete Luxushotel vor allem um die Jahrhundertwende und danach rauschende Feste. Damals schon gingen die Größen der Zeit hier ein und aus.

Blick auf die prächtige Fassade des Hotel Monopol in Katowice
Blick auf die prächtige Fassade des Hotel Monopol in Katowice

Das von Ludwik Goldstein entworfene Gebäude wurde schnell zum repräsentativsten Hotel in Katowice. Auf der Hotelausstellung in Bytom gewann er 1904 die Goldmedaille. Die Ausstattung war ähnlich wie im Berliner Adlon am Brandenburger Tor.  Es gab drei Restaurants, eine Hotelbäckerei und eine eigene Wäscherei. Die Gäste waren begeistert von Luxus, modernen Möbeln und architektonischem Geschmack, und der Ort wurde schnell zu einem der beliebtesten Hotels in Schlesien. Das Monopol Hotel hat ein hohes Ansehen und hohe Wertschätzung erlangt, was sich bald durch die Anwesenheit bedeutender und wohlhabender Gäste in Kattowitz bewies. In den frühen 1920er Jahren wohnte Charles de Gaulle dort, er war als Beobachter der französischen Regierung  zur Volksabstimmung, die über die Aufnahme Schlesiens nach dem Ersten Weltkrieg in die neue Ordnung Europas entschied.

Mit der Hochzeit des weltberühmten Tenorsängers Jan Kiepura mit der in Ungarn geborenen Sopranistin Marta Eggerth im Oktober 1936 wurde dem Hotel eine wahre Pracht verliehen. Später dann wohnten auch andere berühmte Künstler hier, beispielsweise Karol Szymanowski (eine der Suiten trägt seinen Namen), der Klaviervirtuose Artur Rubinstein sowie der Schriftsteller Tadeusz Boy-Żeleński.

Niedergang nach 1945

Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor das Hotel allmählich an Glanz und wurde Ende der achtziger Jahre geschlossen Danach diente es als Bürokomplex. Seit den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts stand es leer.

Wiedergeburt nach 2000

Nach der umfangreichen Renovierung in den letzten Jahren erstrahlen die 108 Suiten und Zimmer in neuem (alten) Glanz. Im Dezember 2018 werden die Teilnehmer der UN-Weltklimakonferenz dort wohnen. Vielleicht legt ja ein Staatsmann oder Umweltminister sein Haupt auf das Bett. Indem ich jetzt geschlafen habe. Die Zimmer wurden mit viel Liebe zum Detail individuell gestaltet. Alle Zimmer des Hotels sind klimatisiert. Kostenloser WLAN-Internetzugang ist in den öffentlichen Bereichen und in allen Zimmern verfügbar. In Deutshcland ist das leider oft noch nicht möglich in guten Hotels.

Alle Badezimmer sind aus Marmor oder anderen Steinarten und mit eleganten italienischen Armaturen ausgestattet. Ein Luxus, den ich gern genoss: Superior Zimmer, Junior Suiten und Suiten verfügen über einen Nespresso Espresso.

Die Apartments, in denen auch schon Präsidenten, wie Lech Walesa wohnten, verfügen  über ein Wohnzimmer und ein Schlafzimmer mit einem großen Doppelbett. Ich hatte ein Fenster zur Nebenstraße und schaute auf ein toll renoviertes Jugendstilhaus.

Das Hotel Monopol gehört zu den polnischen Likus Hotels. Das Unternehmen betreibt Boutique-Hotels in restaurierten Gebäuden von großem historischem und kulturellem Wert. Sie alle repräsentieren die Idee des Zusammenlebens zwischen einem Denkmal der Spitzenklasse und einem luxuriösen Hotel auf höchstem Niveau. Wie in Katowice (Kattowitz) verstehen sich auch die anderen Likus Hotels als Schaufenster der jeweiligen Stadt, in der sie sich befinden. Sie verbinden auf subtile Weise den Genius loci (Geist des Ortes) mit der Moderne. Jedes der Likus-Hotels zeichnet sich durch außergewöhnliche Aufmerksamkeit für historische Details aus. Die Besitzer der Gruppe Likus Hotels & Restaurants möchten diesen Orten einen früheren Glanz verleihen und gleichzeitig einen modernen Touch erzeugen. Dies war auch der Fall des Monopol Hotels in Katowice.

Edel ausgestattet präsentiert sich das Schwimmbad im Hotel Monopol in Katowice, Foto: Hotel Monopol
Edel ausgestattet präsentiert sich das Schwimmbad im Hotel Monopol in Katowice, Foto: Hotel Monopol

Das Monopol Hotel ist das einzige 5-Sterne-Hotel in Katowice. Monopol ist das beste Hotel in Schlesien. Es ist eines der renommiertesten Hotels in Polen. Mich hat die denkmalgerechte Restaurierung begeistert. Bei den Konservierungsarbeiten wurden eine interessante Präsentation der Sonne am Haupteingang und ein komplett erhaltenes Bodenmosaik an der Rezeption entdeckt. Man geht sozusagen über Geschichte, wenn man in das gastfreundliche Haus eintritt.

Blick in das Cafe des Hotel Monopol gegenüber dem alten Bahnhof von Katowice, foto Hotel Monopo
Blick in das Cafe des Hotel Monopol gegenüber dem alten Bahnhof Katowice, Foto: Hotel Monopol

In den letzten Jahren logierten die Fußballnationalmannschaften aus England mit David Beckham und Portugal mit Christiano Ronaldo sowie Rockstars (darunter die Band Deep Purple und Phill Collins mit der Band Genesis) im Hotel Monopol. Und immer wieder kommen berühmten Künstlern, zusammen mit dem  Symphonieorchester des Polnischen Nationalradios und der Schlesischen Philharmonie auftreten, ins Monopol.

Mein Fazit: Heute, über 100 Jahre nach der Eröffnung und 15 Jahre nach der Neueröffnung, sind die Besucher immer noch mit ihrem Luxus und Stil fasziniert.

Neben dem erstklassigen Service schätzen die Gäste auch das einzigartige Speisen-und Getränkeangebot. Die weiße Brigade steht unter Leitung von Jakub Biskup. Der Chefkoch ist  Absolvent der besten schlesischen Gastronomie-Schule. Er debütierte unter anderem in Spitzenhäusern in England, bevor er nach Katowice zurückkam. Jakub Biskup schätzt ein gutes Produkt, legt großen Wert auf Saisonalität und außergewöhnliche Küche. Seine Gerichte zeichnen sich durch eine kühne Kombination aus Geschmack und Ästhetik aus. In der Küche legt er trotz aller Schnelligkeit vor allem Wert auf eine gute und solide Zusammenarbeit des gesamten Teams. Nun bin ich gespannt zu erfahren, wer während der UN-Klimakonferenz im Hotel Monopol wohnt.

Adresse: Hotel Monopol

  • 40-012 Katowice, Dworcowa 5
  • Mail: monopol@hotel.com.pl
  • Tel.: + 48 32 782 82 82
  • Fax: + 48 32 782 82 83

Hier geht es zu meinem Stadtporträt über Katowice

und

hier der Beitrag über das UNESCO-Weltkulturerbe Silberbergwerk Tarnowitz.

Reise

Silberstadt Freiberg – mehr als Geschichte

Freiberg-2018 (41)Der Dom St. Marien ist eines der bekanntesten Baudenkmale Freibergs

Freiberg kannte ich schon aus den Romanen von Sabine Ebert. Und von verschiedenen Bergparaden sowie dem langwierigen Procedere in Sachen UNESCO-Weltkulturerbe. Freiberg und Annaberg-Buchholz gehören wie Marienberg, Schneeberg und Seiffen zu den wichtigen Orten im Weihnachtsland Erzgebirge. Also fuhren wir im Dezember wieder einmal hin. Freibergs Altstadt ist sehenswert. Die Stadt hat eine reiche Historie. Freiberg bietet so manches Kleinod und man ist immer wieder überrascht von der toll restaurierten Altstadt. Denn das war nicht immer so. Irgendwie atmet alles Geschichte. Selbst an kleine Details aus der Stadtgeschichte, wie die erste Gaslaterne, die hier 1811 brannte (es soll die erste Gaslaterne in Europa gewesen sein) wird erinnert.

Der Silberbergbau hat den sächsischen Ort reich gemacht Die Geschichte liest sich spannend. Die Stadt war wirtschaftliches Zentrum und Fernhandelsplatz mit bedeutender Münzstätte. Heute residiert das Oberbergamt in Freiberg. Die 1763 gegründete Bergakademie zählte unter anderem  Alexander Humboldt, Friedrich Wilhelm von Hardenberg (Novalis) und Theodor Körner zu ihren Schülern. In jüngster Zeit studierte Prinz Georg von Preußen, der jetzige Chef des Hauses Hohenzollern, an der berühmten TU Bergakademie Freiberg. Früher war es der Silberbergbau, der den Reichtum in die Stadt brachte, heute liegt der Schwerpunkt auf den Themen ressourcenschonende Energiegewinnung (Photovoltaik, Geothermie sowie Biomasse).

2019 soll die Entscheidung fallen, ob Teile der Montanregion des Erzgebirges zusammen mit dem böhmischen Erzgebirge auf die UNESCO-Welterbe-Liste kommen. In Freiberg jedenfalls ist schon Vorfreude zu spüren, wenngleich noch einige Hürden genommen werden müssen.

Einfachraus.eu empfiehlt einige der wichtigsten Sehenswürdigkeiten:

Weihnachtsmarkt und Bergparade

Der Weihnachtsmarkt gehört neben dem Striezelmarkt in Dresden und den Weihnachtsmärkten in Annaberg-Buchholz und Chemnitz zu den schönsten Weihnachtsmärkten in Sachsen und Deutschland.

Eingang zum Freiberger Weihnachtsmarkt, im Hintergrund das Rathaus
Eingang zum Freiberger Weihnachtsmarkt, im Hintergrund das Rathaus

Das alte Handelszentrum der Stadt ist der weitläufige Obermarkt. Vom 1897 aufgestellten Brunnen überblickt der Stadtgründer Markgraf Otto das Geschehen. Am auffälligsten ist das weiß leichtende Rathaus (1420-1474) mit der als Betstube für die Ratsherren bestimmte Lorenzkapelle im Turm und ein Glockenspiel aus Meißener Porzellan, das täglich um 11.15 Uhr und 16.15 Uhr ertönt.

Ein Spaziergang, am besten mit Stadtführer, lohnt. Zu den schönsten Gebäuden rundum zählen das Schönlebehaus (Nr. 1), ein dreigeschossiges Patrizierhaus vom Anfang des 16. Jahrhunderts, das ehemalige Kaufhaus (Nr. 16), Renaissancebau von 1545/1546 und das Lisskirchnerhaus (Nr. 17) von 1530 mit eindrucksvollem Frührenaissanceportal. Westlich vom Obermarkt steht die spätromanische Basilika Sankt Petri (1200), in der eine Silbermannorgel von 1735 zu Führungen und Konzerten erklingt.

Dom Sankt Marien

Freibergs bedeutendste Sehenswürdigkeit ist der Dom Sankt Marien, von 1484 bis 1501 als spätgotische Hallenkirche erbaut. Hier ruhen die protestantischen Fürsten der albertinischen Linie zwischen 1540 und 1700.

Die um 1230 entstandene Goldene Pforte prunkt mit reichem Skulpturenschmuck.
Die um 1230 entstandene Goldene Pforte prunkt mit reichem Skulpturenschmuck

Sehenswert ist die Tulpenkanzel (1508-1510) von Hans Witten (um 1475-1521), ein Höhepunkt spätgotischer Bildhauerarbeit. Weiterhin besitzt der Dom die erste Silbermann-Orgel (1711-1741) des damals 27-jährigen Orgelbauers, eine romanische Kreuzigungsgruppe (um 1230) und mit der Grablege der sächsischen Kurfürsten der albertinischen Linie das bedeutendste Denkmal des italienischen Manierismus nördlich der Alpen. Die um 1230 entstandene Goldene Pforte prunkt mit reichem Skulpturenschmuck.

Infos

  • Dom St. Marien – Ev.-Luth. Domgemeinde Freiberg
  • Untermarkt 1, 09599 Freiberg
  • Tel. : +49 (0) 3731 22598
  • www.freiberger-dom.de
  • Führungen: gaedt@freiberger-dom.de

Traumhaft: Terra Mineralia

Im Nordwesten der Altstadt steht das auf Resten einer mittelalterlichen Burg im 16. Jahrhundert errichtete Renaissanceschloss Freudenstein, das mit der Terra Mineralia der Technischen Universität Bergakademie Freiberg eine weltweit einzigartige Mineraliensammlung beherbergt.

Panorama-terra_mineralia, Dauerausstellung der TU Bergakademie Freiberg, Eingangshalle_Foto Jan Rieger_Internetversion (1)
Panorama-Terra Mineralia, die Eingangshalle, Foto Jan Rieger

Auf 1.500 Quadratmetern zeigt das Schloss Freudenstein im historischen Ambiente tausende Schönheiten aus allen Schichten der Erde. Die Terra Mineralia ist eine Sammlung, die von der Mäzenin Erika Pohl-Stroer in aufwendiger Arbeit und einen Zeitraum von über 50 Jahren erstellt und liebevoll gepflegt wurde. Ein besonderer Höhepunkt erwartet die Besucher im Erdgeschoss. Unter einem Renaissancegewölbe liegen dort, fein sortiert und beleuchtet, zauberhafte Edelsteine, seltene Meteoriten und die größten und schönsten Mineralstufen der ganzen Sammlung. Viele der Funde sind extrem selten oder sogar einmalig und eröffnen dem Betrachter einen überwältigenden Einblick in das vielfältige Farb- und Formenspektrum der Kristalle der Welt.

Panorama-terra_mineralia, Dauerausstellung der TU Bergakademie Freiberg, Eingangshalle_Foto Jan Rieger_Internetversion (2)
Terra Mineralia, Dauerausstellung der TU Bergakademie Freiberg, Foto Jan Rieger-Terra Mineralia

Die Terra Mineralia besitzt unter vergleichbaren Ausstellungen einen besonders hohen Schauwert. Denn obwohl natürlich auch die Forschung und Lehre der Freiberger Universität davon profitiert, erfolgte die Auswahl der Exponate vorrangig nach ästhetischen Gesichtspunkten.

Infos Terra Mineralia im Schloss Freudenstein

  • Schlossplatz 4, 09599 Freiberg
  • Tel.: +49 (0) 3731 394654
  • www.terra-mineralia.de
  • fuehrungen@terra-mineralia.de
  • www.freiberg-mineralia.de

Stadt-und Bergbaumuseum

Es gibt wohl keinen besseren Ort, um die Schätze eines der ältesten Museen Sachsens kennenzulernen, als den 500 Jahre alten spätgotischen Profanbau der Stadt Freiberg, den ehemaligen Domherrenhof. Hier hinter dem Dom ist das Stadt- und Bergbaumuseum untergebracht. Verschiedene Präsentationen führen in die Welt des hiesigen Bergbaus ein und zeigen wichtige Höhepunkte Freiberger Geschichte. Eine einmalige Kollektion von Kostbarkeiten zur Kulturgeschichte des Bergbaus rundet die Ausstellung ab.

Hinter dem Dom öffnet sich der Untermarkt mit dem Domherrenhof . Das Museum gilt als eines der ältesten bürgerlichen Museen des Bundeslandes Sachsen. Thematisierte Dauerausstellungen behandeln etwa den Freiberger Bergbau und die spätgotische Sakralkunst. Museumsleiterin Andrea Riedel (sie leitete u.a. bereits das UNESCO-Welterbe Rammelsberg in Goslar)  berichtet von umfangreichen Umbau- und Erweiterungsvorhaben in den kommenden Monaten. Mit dem Abbild einer „silbernen Pforte“ soll der Ergänzungsbau des Stadt- und Bergbaumuseums künftig bereits von Weitem das Thema Silber nach außen tragen. Nach über 20 Jahren ist die Dauerausstellung mittlerweile veraltet. Dies betrifft ihre Inhalte, die Präsentation als auch die Vermittlungstechniken. Multimediale Angebote sind derzeit überhaupt nicht vorhanden. Damit ergibt sich durch den Ergänzungsbau nicht nur eine neue Eingangssituation, sondern auch eine Neubetrachtung des gesamten Museumskonzepts. Als wir uns verabschieden, gewinnen wir den Eindruck: das Museum ist auf einem guten Weg. Frau Riedel hofft ebenso wie viele Freiberger, dass es 2019 mit der Anerkennung des UNESCO-Welterbes für die Montane Kulturlandschaft Erzgebirge/Krušnohoři klappt.

Infos Stadt- und Bergbaumuseum Freiberg

  • Am Dom 1, 09599 Freiberg
  • Tel.: +49 (0) 3731 20250
  • www.museum-freiberg.de
  • info@museum-freiberg.de

Lehr- und Besucherbergwerk „Himmelfahrt Fundgrube“

In die Wiege des sächsischen Bergbaus führte uns am Folgetag der  Besuch des Lehr- und Besucherbergwerks „Himmelfahrt Fundgrube“. Die Schächte „Reiche Zeche“ (Bergbautechnik vom 14. Jahrhundert bis heute) sowie „Alte Elisabeth“ (u.a. die Dampfförderanlage aus dem Jahr 1848) sind attraktive Besuchermagnete. Leider war die “Alte Elisabeth” während unseres Besuches offiziell nicht zugänglich.

Hinein in den Förderkorb und dann ab nach unten
Hinein in den Förderkorb und dann ab nach unten

Das Strecksystem mit einer begehbaren Gesamtlänge von 20 Kilometern kann im Rahmen von Führungen erkundet werden. Hier erfähren die Gäste mehr zu den sehenswerten Besucherbergwerken im Erzgebirge.

Im Vorraum des Silberbergwerkes Himmelfahrt Fundgrube kann man ein mechanisches Silberbergwerk bestaunen
Im Vorraum des Silberbergwerkes Himmelfahrt Fundgrube kann man ein mechanisches Silberbergwerk bestaunen

Seit knapp 100 Jahren betreibt die Technische Universität Bergakademie das Forschungs- und Lehrbergwerk, zu dem seit Beginn der 90er Jahre ein Besucherbetrieb gehört. Das Besucherbergwerk steht unter dem Label „Silberbergwerk“ den Touristen und Gästen offen. Der „Reiche Zeche“-Schacht mit seinem weiträumigen Grubenfeld bietet den Besuchern die Möglichkeit, auf gesicherten vertikalen und horizontalen Auffahrungen von insgesamt 14 km Länge und bis in eine Tiefe von 150 m den Freiberger Gangerzbergbau bis in das 14. Jahrhundert zu erforschen. Betreiber des „Silberbergwerkes“ ist der Förderverein „Himmelfahrt Fundgrube“ e.V.

Blick auf das Hauptgebäude des Bergwerkes "Alte Elisabeth"
Blick auf das Hauptgebäude des Bergwerkes “Alte Elisabeth”

4. Sächsische Landesausstellung 2020

Im Jahr 2020 können Besucher der 4. Sächsischen Landesausstellung im Forschungs- und Lehrbergwerk Tradition und Erfindergeist 150 Meter unter Tage erleben und sich von der authentischen Atmosphäre eines noch aktiven Bergwerkes beeindrucken lassen. Auf spannende Weise werden große und kleine Gäste erfahren, wie Bergbau gestern und heute funktioniert, und wie Fragen der Rohstoffgewinnung zukunftsträchtig gelöst werden können. Dazu ist geplant, den untertägigen musealen Lehrpfad in einen Wissenserlebnispfad umzugestalten. Interessante Forschungsvorhaben präsentiert eine Forschungstour, die den Besucher entlang ausgewählter Versuchsstände ins offene Grubenfeld führen wird.

Zusatzausstellungen sind an folgenden Standorten geplant:

  • Industriemuseum Chemnitz (Maschinenbau)
  • Eisenbahnmuseum Chemnitz-Hilbersdorf (Eisenbahn und Gütertransport)
  • Tuchfabrik Gebrüder Pfau in Crimmitschau (Textilindustrie)
  • Bergbaumuseum Oelsnitz/Erzgebirge (Steinkohlebergbau)
  • Horch-Museum Zwickau (Automobilindustrie)
  • Himmelfahrt Fundgrube Freiberg (Erzbergbau, Ressourcenmanagement)

Infos zum Besucherbergwerk

Um die touristische Nutzung der Anlagen über- und untertage kümmert sich seit 1992 der Freiberger Förderverein Himmelfahrt Fundgrube e.V.

Adresse: Fuchsmühlenweg 09, 09599 Freiberg | Tel: 03731 394571

Internet: www.besucherbergwerk-freiberg.de

Hier geht es zu den gestaffelten Preisen/je nach Führung.

Tourist-Information Silberstadt Freiberg

Buchtipp: Sabine Eberts Bestseller-Romane haben die Silberstadt Freiberg und ihre spannende wie auch für ganz Sachsen prägende Geschichte weit über Deutschlands Grenzen hinaus bekannt gemacht: Sechs Romane beleuchten Freibergs frühe Jahre, als die Besiedlung der Region einsetzte, zwei weitere zeigen, dass Freibergs Geschichte auch mit der Völkerschlacht eng verwoben ist – und auch aus ihrer neuen Romanreihe ‘Schwert und Krone’ ist das Erzgebirge nicht wegzudenken. Hier geht es zur Homepage von Sabine Ebert.

Wo Übernachten

  • Hotel Kreller
  • Am Obermarkt, Fischerstraße 5, 09599 Freiberg
  • Telefon: o3731 35900
  • www.hotel-kreller.de

Praktisch eingerichtete Zimmer in einem freundlichen Haus mitten in der Stadt. Auch ein Restaurant gehört dazu. Parkplätze auf dem Innenhof des Hotels (fünf Euro pro Nacht) oder im 50 Meter entfernten Parkhaus „Altstadt“ (Zufahrt über die Schillerstraße)

Anfahrt nach Freiberg

Autobahn A4, Abfahrt Siebenlehn und dann über die B 101, in Freiberg dem Hotelleitsystem folgen. Bei Anreise mit der Bahn kann ein Transfer zum Hotel organisiert werden, ebenso zu den Flughäfen Dresden, Leipzig und Berlin.

Hier geht es zu weiteren Erlebnissen in Freiberg: Was ist ein Bauerhase ?

Und hier die wichtigsten Besucherbergwerke im Erzgebirge mit “Reiche” Zeche”, dem Lehrbergwerk der TU Bergakademie Freiberg.

Die Recherche in Freiberg und Sachsen wurde unterstützt von TMGS Sachsen und Stadt Freiberg. Vielen Dank.

Hier geht es zur Homepage der Silberstraße: http://www.silberstrasse.de/

Hier geht es zu den Top – Besucherbergwerken im Erzgebirge.

Weitere Informationen

Baedeker, Deutschland Osten, 3. Auflage 2013, ISBN 978-3-8297-1360-3

www.baedecker.com