Reise

Ausflug von Berlin nach Erfurt mit dem ICE

Erfurt - 17 (21)

Domberg, Fachwerkhäuser und Renaissanceportale: Der alte Kern der Landeshauptstadt Erfurt wir gerne als mittelalterliches Freilichtmuseum bezeichnet – und ist dabei höchst lebendig! Die Gewschichte ist spannend und schnell erzählt. Das blaue Gold Thüringens, die Färberpflanze Waid, brachte der Bischofsstadt ab dem 13. Jahrhundert Wohlstand. Ideal für den Handel erwies sich im Mittelalter die Lage am Flüsschen Gera und an der von West nach Ost verlaufenden Handelsstraße Via Regia. Nach wechselvollen Jahrhunderten mit sinkender wirtschaftlicher Bedeutung blieb die Stadt vom Zweiten Weltkrieg weitgehend verschont und wurde nach der Wiedervereinigung zur Landeshauptstadt Thüringens erklärt. Inzwischen ist die historische Bausubstanz großteils restauriert. Die romantische, von Wasserläufen durchzogene Altstadt ist mit ihren verwinkelten Gassen, den Fachwerkhäusern, alten Speichern und Handwerkerhöfen Deutschlands größtes Flächendenkmal.

Der Spitzname der Erfurter und seit Jahren ein beliebtes Stadtmaskottchen ist “Puffbohne” – ein anderer Name für Dicke oder Ackerbohne, die auf den fruchtbaren Böden der Umgebung bestens gedeiht und als Grundnahrungsmittel seit jehr hochgeschätzt ist.

Domplatz

Zu Füßen des Petersbergs  liegt der weite Domplatz, auf dem Märkte und auch der traditionelle Weihnachtsmarkt abgehalten werden. Auf der einen Seite begrenzen ihn stattliche Bürgerhäuser und alte Waidspeicher, auf der anderen führen 70 breite Stufen zum Dom und zur Severikirche hinauf, die weithin sichtbar als Wahrzeichen über der Altstadt thronen.

Die Treppe entstand im 4. Jahrhundert, als der Chor des Doms vergrößert und dazu Stützgewölbe eingezogen wurden, die so genannten Kavaten. Im Sommer wird die Treppe zur Bühne für die Domstufen-Festspiele.

Der Erfurter Mariendom wurde auf den Fundamenten eines 752 gegründeten Vorgängerbaus errichtet und 1182 geweiht. Im 14. und 15. Jahrhundert erhielt er ein neues Langhaus und den filigran gestalteten, hochgotischen Chor, der zur Stadt gewandt ist. Vom Markt kommend betritt man den Bau deshalb durch das seitliche Triangelportal, das mit lebensgroßen Steinfiguren geschmückt ist. Sie stellen die zwölf Apostel und in meisterhafter Symbolsprache die törichten und die klugen Jungfrauen dar. Der feierliche Innenraum wurd durch original erhaltene, 18 Meter hohe gotische Fenster erleuchtet. Der Altaraufsatz mit der Erfurter Madonna, der romanische Bronzeleuchter “Wolfram”, das gotische Taufbecken mit einem 15 Meter hohen Baldachin sowie ein Tafelbild von Cucas Cranach d. Ä. gehören zu den wertvollsten Schätzen.An hohen Feiertagen läutet im Turm die Gloriosa, eine der größten mittelalterlichen Glocken Europas, die hier 1497 an Ort und Stelle gegossen wurde.

Was man in Erfurt gesehen haben sollte

Zitadelle Petersburg

Auf dem Petersberg, wo ab 706 das Gründungskloster Erfurts stand, wurde im 17. Jahrhundert eine der größten barocken Stadtfestungen Europas erbaut. In ihrem Innenbereich steht noch das Langhaus der Klosterkirche. Die gut erhaltne Zitadelle stand 1813 unter Beschuss, als das von den Truppen Napoleons besetzte Erfurt von Preußen angegriffen wurde. Stimmungsvoll ist eine Besichtigung der Kasematten und unterirdischen Minengänge.

Fischmarkt

Der Fischmarkt bildet bis heute das Herz dr mittelalterlichen Stadt. Den Platz säumen zahlreiche Waidhändlerhäuser im Stil der Reaissance, die ein Symbol tragen, wie z. B. das Haus zum Roten Ochsen (1562). Vor dem neugotischen Rathaus wacht die Statue eines römischen Soldaten – vermutlich der Stadtpatron St. Martin – über die Gäste der Straßencafés, wrend ihm in einer Nische Bernd das Brot die Show stiehlt, notorisch schlecht gelaunter Held des in Erfurt ansässigen Fernsehsenders KIKA.

Krämerbrücke

Vom Fischmarkt aus betritt man die 120 Meter lange Krämerbrücke. Wer es nicht weiß, wird kaum bemerken, dass es sich um eine Brücke über die Gera handelt, denn seit dem 14. Jahrhundert ist sie beidseitig eng mit Fachwerkhäuschen bebaut, in denen sich kleine Läden und Werkstätten befinden.

Blick auf den Wenigeplatz an der Krämerbrücke Foto: Weirauch
Blick auf den Wenigeplatz an der Krämerbrücke Foto: Weirauch
Bettina Vick mit der Wanderstock-Salami Foto: Weirauch
Bettina Vick mit der Wanderstock-Salami Foto: Weirauch

Nr. 31 ist das Brückhenhausmuseum. An den Brückenköpfen standen früher zwei Kirchen, von denen die östliche noch existiert, die 1325 erbaute Ägidienkirche.

Die Krämerbrücke endet am Wenigemarkt, einem von historischen Gebäuden und Lokalen gesäumten Platz.

Im Juni findet Thürigens größtes Altstadtfest, das Krämerbrückenfest, statt.

Luther als Souvenir

Futterstraße

Zwischen dem Verlauf der Gera und dem Flutgraben lagen einst die mittelalterlichen Vorstädte. Vom Wenigemarkt geht die Futterstraße ab. Zwischen ihren barocken Bürgerhäusern fällt der Kaisersaal auf, das einstige Universitäts-Ballhaus. In dem prachtvollen Festsaal fand 1808 der Erfurter Fürstenkongress mit Napoleon und Zahr Alexander I. von Russland statt. Er dient heute als Kongress- und Kulturzentrum. Die Straße mündet in die Johannesstraße mit den stattlichen Häusern der Waidhändler.

Im Haus zum Stockfisch befindet sich das Museum für Stadtgeschichte, in der Parallelstraße, im Bau eines Hospitals des 16. Jahrhunderts, das Thüringer Volkskundemuseum.

Informationen zu Erfurt

Ausflug: Im Egapark gibt es ein Tropen- und Schmetterlingshaus, eine Waidmühle, Ausflugslokale sowie die 1480 erbaute Zitadelle Cyriaksburg mit dem Deutschen Gartenbaumuseum (3 Kilometer südwestlich, B 7, Gothaer Straße)

Infos zu den Domstufenfestspielen 2018 gibt es hier.

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