ReiseSchlösser und Burgen

Auf der Burgenstraße: unterwegs von Mannheim nach Prag

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  • Burgenstraße:  1954 gegründet, zwischen Mannheim und Prag
  • Traditionsreiche Ferienstraße Deutschland
  • Länge: 1.200 Kilometer mit über 90 Schlösser und Burgen

Die Burgenstraße gewährt Reisenden einen historischen Einblick in Mittelalter, Barock und Klassizismus. Auf der beliebten  touristischen Route, die von Mannheim über Heilbronn und Nürnberg bis nach Prag führt, kann man in Baden-Württemberg, Bayern und Tschechien zahlreiche Burgen, Schlösser und Ruinen, aber auch mittelalterliche Stadtkerne erleben. Auf der Burgenstraße: unterwegs von Mannheim nach Prag

In Mannheim geht’s los

1954 wurde die Strecke zwischen Mannheim und Nürnberg zur Burgenstraße erklärt, 1994 weitete man sie bis nach Prag aus. Startpunkt ist am Ehrenhof des Schlosses in Mannheim, Stationen sind das Neckartal, das Hohenloher Land, die Frankenhöhe, die Fränkische Schweiz, das Fichtelgebirge und der Kaiserwald. myEntdecker stellt einige Highlights der Burgenstraße vor.

Kaiserpfalz in Bad Wimpfen

Rund 15 Kilometer nördlich von Heilbronn kommt man auf der gut ausgeschilderten Burgenstraße nach Bad Wimpfen. Über dem steilen Tal liegt Wimpfen mit sehenswerten Fachwerkhäusern. Schon von fern beeindruckt die markante Silhouette der einst größten Kaiserpfalz nördlich der Alpen mit Rotem und Blauem Turm, der Pfalzkapelle, den Arkaden des staufischen Palas und dem Steinhaus.

Rundgang mit  TürmerinDie Türmertradition auf dem Blauen Turm blieb über Jahrhunderte bis heute ununterbrochen erhalten. Blanca Knodel gilt als die einzige Türmerin in Deutschland. Sie fungiert gleichzeitig als „höchste“ Stadtführerin und erklärt gern bei einem Rundgang in luftiger Höhe von 33 Metern die ihr zu Füßen liegende pittoreske Altstadt. Adresse Kaiserpfalz: Burgviertel, Bad Wimpfen, Info: www.badwimpfen.de

Auf Burg Guttenberg

Hoch oben über dem Neckar, rund 60 Kilometer Kilometer von Heidelberg entfernt, liegen die imposanten Burgen Guttenberg und  Hornberg.
Burg Guttenberg, die der Familie von Gemmingen gehört, besitzt eine der seltenen genannten Holzbibliotheken. In kunstvollen Holzkästchen sind die wichtigsten Bestandteile verschiedener Waldgewächse untergebracht.

Ebenfalls sehenswert ist die Deutsche Greifenwarte auf der Burg Guttenberg mit über 100 Greifvögeln, von denen einige bei den täglichen Flugschauen zu erleben sind. Adresse: Burgstraße 1, Haßmersheim. www.burg-guttenberg.de

Götz von Berlichingen

Auf der anderen Talseite grüßt Burg Hornberg, die seit Jahrhunderten der Familie von Guttenberg gehört. Im rustikal eingerichteten  Burghotel kann man sehr gut speisen und übernachten. Der zur Burg gehörende Weinberg wird zu den ältesten noch bestehenden Weingütern der Welt gezählt.

Auf immer verbunden ist der Hornberg aber mit Götz von Berlichingen. Der „Ritter mit der eisernen Hand“ erwarb die Burg 1517 und lebte dort bis zu seinem Tode 1562. Johann Wolfgang von Goethe nahm dessen Lebensgeschichte als Vorlage für seinen „Götz von Berlichingen“. Adresse: Burg Hornberg 1, Neckarzimmern. www.burg-hotel-hornberg.de

Rothenburg ob der Tauber

Von der einstigen Burg Rothenburg selbst sind nur noch das Burgtor aus dem 12. Jahrhundert, der älteste und zugleich höchste Torturm der Stadt sowie der idyllische Burggarten erhalten. Von hier aus bietet sich ein herrlicher Blick auf die Stadtsilhouette und das Taubertal.

Achtzehn Stationen durchläuft die Burgenstraße in Bayern zwischen Rothenburg ob der Tauber und Bayreuth. Sie passiert historisch bedeutende Städte wie Nürnberg, Bamberg, Coburg und Kulmbach und durchläuft Landschaften wie die Fränkische Schweiz, die Haßberge oder den Frankenwald. Besonders sehenswert sind Rothenburg sowie das auf der Unesco-Welterbe Liste stehende Bamberg.

Markgräfliche Residenz Ansbach

Die ehemalige Residenz der Markgrafen von Brandenburg-Ansbach gehört zu den bedeutendsten baulichen Zeugnissen des 18. Jahrhunderts in Franken. Markgräfin Friederike Luise, Schwester Friedrichs des Großen, war mit dem Markgrafen zu Brandenburg-Ansbach verheiratet.

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Sehenswert in der Residenz sind u.a. der doppelgeschossige Festsaal, das Spiegelkabinett mit Meißener Porzellan sowie der Kachelsaal mit rund 2.800 Fliesen aus der einstigen Fayencemanufaktur Ansbach. Bei einer Schlossführung kann man 27 Prunkräume bestaunen. Adresse: Promenade 27, Ansbach. Geöffnet April-Sept, Di-So, 9-18 Uhr; Okt.-März, Di-So, 10-16 Uhr. Eintritt 4,50, erm. 3,50 Euro.

Kaspar Hauser in Ansbach

Gegenüber der Residenz lädt die Orangerie (Promenade 33, Ansbach, www.orangerie-ansbach.de) mit Hofgarten und Café ein. Sie ist vor allem mit Kaspar Hauser verbunden. Am 14. Dezember 1833 wurde hier Kaspar Hauser, das „Kind von Europa“, unter mysteriösen Umständen niedergestochen. Ein Kaspar-Hauser-Museum in Ansbach will Licht in das nach wie vor dunkle Kapitel bringen. Adresse: Markgrafenmuseum, Kaspar-Hauser-Platz 1, Okt.-April, Di-So, 10-17, Mai-Sept, tgl. 10-17 Uhr, Eintritt: 3,50, erm. 2 Euro.

Im Museum für Kaspar Hauser können Besucher abstimmen, Foto: D.Weirauch
Im Museum für Kaspar Hauser können Besucher abstimmen, Foto: D.Weirauch

Rokoko-Festspiele in der Orangerie

Im Hofgarten finden alljährlich Anfang Juli die Rokoko-Spiele statt, bei denen vor der Kulisse der Orangerie der Glanz des Ansbacher Hofes zu neuem Leben erwacht. Die Anlage wurde in Anlehnung an französische Vorbilder erbaut. Info: www.rokoko-festspiele.de

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Der Kammersänger auf Burg Abenberg

Ein kaum bekanntes Kleinod an der Burgenstraße ist Burg Abenberg im gleichnamigen Ort. Zwei Türme, der schlanke „Luginsland“ und der wuchtige „Schottenturm“, bestimmen die markante Silhouette der Burg. Beide wurden erst in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts erbaut. Im 11. und 12. Jahrhundert saßen auf der Burg die Hochstiftsvögte der Bischöfe von Bamberg.

Klöppelmuseum auf Burg Abenberg

1875 erwarb ein Münchner Kunsthändler die Burg, danach kaufte Kammersänger Anton Schott die Anlage und errichtete den „Schottenturm“. In dem Turm kann man heute wohnen. Auf der Burg befinden sich ein Museum für fränkische Geschichte und seit 2001 ein überregional bekanntes Klöppelmuseum. Das Burgerstaurant ist bekannt für seine preigekrönte fränkische Küche. Adresse Burg Abenberg: Burgstraße 16, Info Museen: www.museen-abenberg.de

Kaiserburg Nürnberg

Die als staufische Pfalz gegründete Kaiserburg in Nürnberg (Burg 13, Nürnberg, geöffnet April-Sept., 9-18 Uhr; Okt.-März, 10-16 Uhr, Info: www.kaiserburg-nuernberg.de) gehört zu den Highlights der Burgenstraße. Die um 1200 erbaute Doppelkapelle ist ältester Bestandteil der mächtigen Kaiserbrug und zeugt von der mittelalterlichen Hierarchie, die selbst im Gottesdienst Adel und König von dem gemeinen Volk abhob. Darüber hinaus unterhält das Germanische Nationalmuseum eine Zweigstelle auf der Burg.

Erlebenswert ist in der Weihnachtszeit übrigens der weltberühmte Nürnberger Christkindlesmarkt.

Aktivurlaub an der Burgenstraße

Aktivurlauber können an der Burgenstraße mit historischen Gemäuern im Blick Wandern, Rad- und Kanufahren. Viele der 90 Burgen und Schlösser liegen auf Anhöhen über Flüssen wie Neckar, Regnitz und Moldau. Urlauber mit Mountain-Bikes und Wanderschuhen sind in den historischen Stätten an der Burgenstraße gern gesehen. Anlegen kann man oftmals mit Kanu direkt am Fuße der Burgen.

Traumblick vom Fluss aus

Gerade im Neckartal hat man vom Fluss aus einen tollen Blick auf die zahlreichen Burgen am Weg von Heidelberg nach Heilbronn. Eine ungewöhnliche Perspektive bietet eine Kanutour, die beispielsweise von Haßmersheim nach Neckargerach im Canadier 36 Euro kostet. Für die rund 20 Kilometer auf dem Wasser sollte man einen Tag einplanen.

192 Kilometer lange Radtour

Wer das Wasser scheut, findet im Radtourenbuch vom Esterbauer Verlag zahlreiche Inspiration, beispielsweise auf der Route von Bayreuth nach Bamberg. Die Route ist 192 Kilometer lang, es gibt nicht allzu viele Höhenmeter zu bewältigen – und alle paar Kilometer laden Sehenswürdigkeiten wie die großen Festungen in Kronach, Kulmbach sowie Coburg zu einem Stopp ein.

Über Bäderdreieck bis Prag

Die Fränkische Schweiz und das Fichtelgebirge warten mit ihren wunderbaren Naturlandschaften. In Tschechien führt die Reise entlang der Burgenstraße durch das historische Bäderdreieck mit Marienbad und Karlsbad  vorbei an der Bierstadt Pilsen bis in die Goldene Stadt Prag.

Burgenstraße – Informationen

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