Reise

Auf dem Werra-Radweg: Point Alpha

Point alpha (14)Von weitem erkennbar: der amerikanische Beobachtungsturm, Foto: Weirauch

Inmitten des Biosphärenreservats Rhön, an der ehemaligen innerdeutschen Grenze zwischen Hessen und Thüringen, erinnert die Gedenkstätte Point Alpha an die Zeit der deutschen Teilung.

Auf einer Radtour entlang des Grünen Bandes besuchten wir diese eindrucksvolle Gedenkstätte. Der Museumsbereich gliedert sich in drei Teile, die jeder für sich die Gefahren, das Leid und die unfassbare Unmenschlichkeit der 40-jährigen Teilung verdeutlichen:

Ehemaliger US-Beobachtungsposen Point Alpha

Im Mittelpunkt steht der ehemalige US-Beobachtungsposten Point Alpha, der viele Jahre als der „heißeste Punkt im Kalten Krieg galt. Hier, im sogenannten „Fulda Gap“, wird die gefahrvolle Konfrontation zweier verfeindeter Systeme und damit die Teilung der Welt am authentischen Ort „erlebbar“. Das „Fulda Gap“ war strategischer Schwerpunkt der NATO-Verteidigungslinie. Das vergleichsweise flache Gelände zwischen den Mittelgebirgen im osthessischen Raum galt als eine der vier möglichen Einfallschneisen des Warschauer Paktes in der Bundesrepublik Deutschland, weil hier der Osten am weitesten in den Westen hineinragte und die Truppen des Warschauer Paktes innerhalb von 48 Stunden bis an den Rhein hätten vorstoßen können.

Die Dauerausstellung zum „Fulda-Gap“ gewährt Einblicke in die Geschichte des Kalten Krieges und informiert über die Rolle der US-Einheiten an der innerdeutschen Grenze.

„Everyday Life“

Die neue Ausstellung „Everyday Life“ bietet seit September 2017 einen Überblick über das Zusammenleben von amerikanischen Soldaten und deutscher Zivilbevölkerung vor dem Hintergrund der militärischen Drohkulisse im Fulda Gap. Eindrucksvoll wird hier dargestellt, wie aus ehemaligen Feinden Bündnispartner und Freunde wurden und wie stark sowohl Amerikaner als auch Deutsche von der Kultur der jeweils anderen Seite begeistert worden sind.

Auf dem Weg zwischen dem ehemaligen US-Camp Point Alpha in Hessen und dem „Haus auf der Grenze“ auf Thüringer Seite wurden die Grenzanlagen aus den 50er und 60er Jahren in ihren einzelnen Ausbaustufen rekonstruiert. Originalgetreu erhalten sind die Grenzanlagen aus den 1970/80er Jahren mit KFZ-Sperrgraben, Hundelaufanlagen und der erst Mitte der 1980er Jahre von den DDR-Grenztruppen erbaute Beobachtungsturm.

Von weitem erkennbar: der amerikanische Beobachtungsturm, Foto: Weirauch
Von weitem erkennbar: der amerikanische Beobachtungsturm, Foto: Weirauch

„Haus auf der Grenze“

Im Haus auf der Grenze zeigt eine weitere Dauerausstellung die DDR-Grenzanlagen und bietet viele interaktiv gestaltete Elemente, wie Zeitzeugeninterviews und einen animierten Strategietisch. Im Obergeschoss werden die Dauerausstellungen „Freiheiten“ und die Ausstellung „Das grüne Band: Vom Todesstreifen zur Lebenslinie“ zum Biossphärenreservat Rhön gezeigt.

“Weg der Hoffnung”

Das Kunstprojekt erweitert das Angebot der Gedenkstätte und erinnert an den Widerstand gegen die kommunistischen Diktaturen in Mittel- und Osteuropa. Vierzehn monumentale Skulpturen markieren ein Stück des Todesstreifens zwischen Hessen und Thüringen. Der Weg der Hoffnung knüpft mit diesen vierzehn Stationen an den biblischen Krezweg an, lässt aber zugliech bewusst den Raum für persönliche Erinnerungen oder Assoziationen. Die Titel der einzelnen Skulpturen greifen diktaturtypische Situationen auf, um zur Rückschau und zum Gespräch anzuregen.

“Wiesenfelder Turm”

Wandert man auf dem „Weg der Hoffnung“ ein kurzes Stück weiter, erreicht man den „Wiesenfelder Turm“. Dieser ehemalige Führungsturm der DDR-Grenztruppen diente zur Kontrolle und unmittelbaren Überwachung der Sperranlagen im gesamten Grenzabschnitt. Heute beherbergt er eine Dauerausstellung zum Grenzregime und zu den Grenztruppen der DDR. Der Turm kann im Rahmen geführter Grenzwanderungen besichtigt werden.

Informationen

  • Gedenkstätte Point Alpha
    Platz der Einheit 1, 36419 Geisa
    Tel.: 06651 919030
    E-Mail: service@pointalpha.com
    www.pointalpha.com
  • Öffnungszeiten
    April bis Oktober: täglich von 9 – 18 Uhr
    November bis März: täglich von 10 – 17 Uhr
    Dezember bis Februar: Di – So: 10 – 16.30 Uhr
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