Reise

Angeln in Norwegen

IMG_0294Tagesausbeute, Angeln in Norwegen, Foto. D.Weirauch

Als Best Ager an einem Fjord in  Norwegen.  Bislang kannte ich das Land nur von den Familienferien mit dem Wohnmobil.  Schon damals hatte ich die Angler beneidet, die scheinbar mühelos kapitale Hechte und Dorsche aus der Tiefe der Fjorde zogen. Angeln in Norwegen

Angeln in Norwegen

….. Stundenlang gespannte Stille. Dann ist es soweit: Es zappelt und zuppelt an der Angel. Ein Fisch beißt an. Doch manchmal entwischt er. Mal gewinnt man – mal verliert man beim Angeln. Erfahrungen, die auch ich machte. Angler seien meist über 50, so genannte  Best Ager, wurde mir gesagt. Sicher, einige waren schon um die 60 oder auch 65, die meisten aber jünger, die Magdeburger Sebastian und Tino knapp über 25. Wie ich waren auch sie  das erste Mal in Norwegen dabei.  Jede Menge Tipps erhielt ich aus Fachzeitschriften und von diversen Foren zu Norwegen.  So fuhr ich dann für acht Tage ins Camp von Dirk Heinze nach Böfjorden etwa 100 Kilometer südwestlich von Trondheim, der so sympathischen Universitätsstadt.

Sebastian aus Magdeburg auf Angeltour in Norwegen

Viel habe ich in der kurzen Zeit gelernt, etwa über das Fischen mit Gummimakks, dem Pilken oder dem Grundangeln  mit Heringshappen.

Gefangen wurde die ganze Vielfalt:  Dorsch oder auch der Leng, ein dorschartiger Fisch. Köhler, Lumb oder Pollack, Namen, die ich bislang für Fische nicht kannte. Aber auch Seeteufel,  Knurrhähne (die knurren wirklich!), Wittlinge, ja selbst Fleckhaie gingen an die Angel. Letztere schwammen kurze Zeit später wieder im Wasser davon. Ich habe Fachbegriffe in kurzer Zeit wie Drift und Drill gelernt. Besonders erfolgreich war ich mit einem Vorfach-System mit dem exotischen Namen Osakana, handgefertigt von der Firma pro tack.

Dazu kam die Ruhe und der weite Blick über den manchmal recht stürmischen Fjord. Ärgerlich immer, wenn ein mühsam zusammengebautes, meist auch selbst konstruiertes Vorfach einfach abriss und dann ewig auf dem felsigen Grund des bis zu 400 Meter tiefen Fjordes verschwand. Oder wir einen so genanten Hänger hatten und mühsam das Boote freimanövriert werden mussten. Ein Glück: meine beiden Lehrmeister Hans-Georg und Volkmar waren erfahrene Angler.

Punkten konnte ich wenigstens mit meinen zuvor in der Segelschule erlernten Knoten. Ansonsten wie so oft im Leben: learning by doing.

Angeln in Norwegen

Ja, und nun kenne ich auch Blinker, Pilker und Wobbler in verschiedenen Ausführungen. Ruten mit Stationär- und Multirolle hatten wir im Gepäck, Einen Satz Bleie stellte uns Dirk zur Verfügung.  Selbst der als Wunder gepriesene Silvershell Pilker kam zum Einsatz. Einen Hecht habe ich mit ihm gefangen. Das große Wunder blieb aber aus.

Der riesige Fjord von Böfjorden gilt unter erfahrenen Norwegenfans als Angelparadies. Das Gebiet hat es in sich.  Bis zum Atlantik waren es knapp 15 Kilometer. Es kam aber auch vor, dass unsere kleine Bootsbesatzung nach 8 Stunden ohne einen Fisch ins Camp fuhr. Sturm und Kälte gehören zu den Feinden der Angler, die aber auch bei schlimmstem Wetter auf dem Fjord ausharren. Es gibt keinen schlechtes Wetter, nur schlechte Bekleidung, hieß es dann.  Zum Glück war uns der Wettergott meistens gewogen.

Tagesausbeute, Angeln in Norwegen, Foto. D.Weirauch

“Schneider” wurde übrigens der genannt, der nichts fing. Erstaunlicherweise hatte Wolfgang Schneider aus dem kleinen Harzort Gernrode, Anfänger wie ich, mit die meisten kapitalen Hechte zu verzeichnen. Glück der Anfänger, sagten die erfahrenen Senior-Angler. Ja, und einfach so den Fisch in die Pfanne zu hauen, das darf nicht sein. Dafür haben wir dann leckere Rezeptideen ausgetauscht beziehungsweise wurden reichlich im Internet fündig.

Tagesausbeute, Angeln in Norwegen, Foto. D.Weirauch
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