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Schlösser und Burgen

Fürst Pückler Park und Schloss Bad Muskau

Neues Schloss in Bad MuskauNeues Schloss in Bad Muskau Foto: Weirauch

Fürst Hermann von Pückler-Muskau war schon zu Lebzeiten berühmt. Als Reisender, Dandy, Schriftsteller, Bauherr und Landschaftsgärtner machte er sich einen Namen. An den Schriftsteller erinnert heute wenig. Das nach ihm benannte Eis ist bekannt. Vor allem aber laden die von ihm gestalteten Gärten zum Erleben ein: Branitz, Babelsberg und Bad Muskau.

Renata Stachanczyk und Cord Panning erläutern die Wiederherstellung des Muskauer Parks
Renata Stachanczyk und Cord Panning
Bücher

Die Lebenswelt des Fürsten von Pückler-Muskau

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Welch ein Buch ? möchte man ausrufen. „Park und Schloss Branitz“ von Gert Streidt, dem kundigen Kenner. Und die stimmungsvollen Fotos von Hans Bach.

Ja, der soeben in der Edition Braus Verlag Berlin erschienene opulente Band „Park und Schloss Branitz“ eignet sich dafür, den Lieben unter den Weihnachtsbaum gelegt zu werden.

Seepyramide Branitz, Foto: K. Weber, Stiftung Fürst-Pückler-Museum
Seepyramide Branitz, Foto: K. Weber, Stiftung Fürst-Pückler-Museum

Spaziergang durch Branitz

Oder jetzt schon drin geblättert und einen Spaziergang durch den nun herbstlichen Park am Rande von Cottbus geplant. Das Buch macht Lust darauf.

Höhepunkt des Branitz-Besuches ist aber der Spaziergang im Park. Dieser erscheint zu den verschiedenen Jahreszeiten wie ein Naturwunder. Tatsächlich wurde er aber von Pückler bis ins kleinste Detail geplant. Neben dem inneren Kernbereich mit dem spätbarocken Schloss und den berühmten Pyramiden gehört auch der kaum bekannte Außenpark zum Gesamtensemble. Als „gestaltete Feldflur“ bezog Pückler dort die land- und forstwirtschaftlichen Flächen der direkten Umgebung in seine Anlage mit ein.

Elegante Seen und Wasserläufe

Der Park Branitz bei Cottbus mit seinen elegant geführten Seen und Wasserläufen, fein geschwungenen Erdmodellierungen und den meisterhaft gestalteten Gehölzkompositionen stellt ein Meisterwerk der Landschaftsgartenkunst dar. Es ist das Lebenswerk des Gartengestalters Hermann Fürst von Pückler-Muskau (1785–1871), der zu den größten europäischen Gartenkünstlern zählt. Er stand im Austausch mit den Geistesgrößen seiner Zeit und unternahm Reisen bis nach England und in den Orient. Der im Stil eines englischen Landschaftsgartens angelegte Park und die beiden einzigartigen Erdpyramiden sind Reminiszenzen an seine Reiseerfahrungen. Neben dem Park ist auch das Schloss einen Besuch wert, das mit seinem originalgetreuen Interieur den Besucher in die Lebens- und Gedankenwelt Fürst Pücklers entführt.

Branitz

Er war Gartenkünstler, Schriftsteller und Unternehmer. Von Herrmann Fürst von Pückler-Muskau stammt auch ein Großteil des Parkes Babelsberg gegenüber der Glienicker Brücke in Potsdam.

Bedeutender Landschaftsgärten des 19. Jahrhunderts

Branitz zählt als Ensemble zu den bedeutendsten Landschaftsgärten des 19. Jahrhunderts. Wie an einer Perlenschnur aufgereiht, überraschen den Besucher im Park immer neue Landschaftsbilder. Die beiden Erdpyramiden sind die Wahrzeichen des Parks. Sie vermitteln einen Eindruck von Ewigkeit. In der Wasserpyramide, dem Tumulus, sind der Fürst und seine Frau Lucie beigesetzt. Derzeit wird die Wasserpyramide restauriert. Neugierig wie Journalisten sind, schon jetzt die Frage: wie sieht es in ihrem Inneren aus? Gibt es von Pückler wirklich keine Überreste mehr, wie er es wünschte.

Vorerst aber begeben wir uns auf einen Spaziergang durch den Branitzer Park. Dank des Sehnsucht erzeugenden Bandes von Gert Streidt und Hans Bach.

Info:

Gerts Streidt/Hans Bach:

Park und Schloss Branitz: Die Lebenswelt des Fürsten von Pückler-Muskau, Braus Verlag, 29.95 Euro , mit prächtigen Fotografien

Die Macher

Gert Streidt war in verschiedenen Aufgabenbereichen der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten leitend tätig, bevor er das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Potsdam aufbaute. Seit 2008 ist er Direktor der Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz.

Hans Bach, Diplom-Fotodesigner, lebt und arbeitet seit 1994 in Potsdam als freischaffender Architekturfotograf mit den Schwerpunkten Architektur- und Landschaftsfotografie. Regelmäßige Publikationen in Zusammenarbeit mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, Denkmalpflege Brandenburg u. Potsdam, Museen, Architekturbüros. Veröffentlichung zahlreicher Bildbände, „Park Sanssouci“ erschien 2012.

 

Bücher

Alles in einem – dieser Pückler mit dem Eis: Abenteurer, Weiberheld, Gartenarchitekt

Alles über Fürst Pückler gibt es in Branitz zu hören und zu sehen

Dieser Kerl war so ein richtiger Tausendsassa! Graf einer freien Standesherrschaft, also unabhängig von König und Kaiser, Generalleutnant, Weltreisender, Abenteurer, Schriftsteller, begnadeter Landschaftsarchitekt – und  großer Weiberheld. „Er hatte weit mehr Geliebte als Casanova“, urteilt ein Zeitgenosse – und das war wohl Neid und Bewunderung zugleich. Einer Quelle zufolge hinterließ er mehrere Dutzend Kinder – die sicher nie erfuhren, wer ihr Vater war.  Das war jener, der in modernen Zeiten in erster Linie mit dem nach ihm benannten Eis in Verbindung gebracht wird – Fürst von Pückler.

Nun gibt es eine neue Biografie aus dem Bebra-Verlag, hier mehr dazu:

Reise

Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří ist UNESCO-Welterbe

ErzgebirgeAussengelände des Besucherbergwerkes Markus-Röhling-Stolln, Foto: Weirauch

Jubel, Freude und Erleichterung verbreiten sich, als heute das UNESCO-Welterbekomitee zur 43. Tagung in Baku, Aserbaidschan seine Entscheidung verkündet: die Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří wird zum Welterbe erklärt. Damit finden über 20 Jahre Bemühungen auf dem Weg zum Welterbe ihren ersehnten Höhepunkt. Über 800 Jahre Bergbau führten im Erzgebirge zu einer einzigartigen Beziehung zwischen Mensch und Natur, die eine montane transnationale Kulturlandschaft von universellem Wert hervorbrachte. Die Stätte gilt als herausragendes Zentrum wissenschaftlich-technologischer Bergbauinnovation und als einzigartige montane Kulturlandschaft.

Noch heute erzählen traditionelle Bergparaden überall in der Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří von der jahrhundertelangen Bergbautradition.

Reise

Fürst Pücklers Romanze mit Machbuba

Machbuba um 1840Machbuba Gemälde (Ausschnitt), um 1840; Foto: Thomas Goethe, Stiftung Fürst-Pückler-Museum Branitz

Der geniale Parkgestalter Fürst Hermann von Pückler-Muskau war auch Pascha, Playboy und Visionär. Fürst Pückler (1785–1871), dem ab heute in der Bundeskunsthalle Bonn eine große Ausstellung gewidmet ist, hinterließ nicht nur die Parkanlagen von Bad Muskau, Branitz und Babelsberg. Um ihn ranken sich auch amüsante Geschichten. So habe er ein glückliches Händchen bei den Damen gehabt, heißt es immer wieder. Berühmt wurde vor allem die Beziehung von Fürst Hermann von Pückler-Muskau zu Machbuba. Die minderjährige Sklavin hatte er 1837 in Kairo gekauft.

Georges François Louis Jacquemot Hermann Fürst von Pückler-Muskau um 1838 Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz
Georges François Louis Jacquemot: Hermann Fürst von Pückler-Muskau, um 1838 Foto: Bundeskunsthall Bonn

Die Machbuba -Darstellerin von Bad Muskau

Schlösser und Burgen

Schloss Babelsberg, Wilhelm I. liebste Sommerresidenz

Schloss BabelsbergSchloss Babelsberg, äusserlich bereits aufwändig saniert, Foto: D. Weirauch

Schloss Babelsberg und die Glienicker Brücke in der Herbstsonne. Indian Summer in Berlin und Potsdam. Babelsberg ist eines der bedeutendsten Schlösser der Berlin-Potsdamer Kulturlandschaft. Angelegt von den preußischen Stararchitekten Karl Friedrich Schinkel, Ludwig Persius sowie Johann Heinrich Strack.

Steht man auf der berühmten Glienicker Brücke, so erblickt man linkerhand das mit seinen zahlreichen Zinnen, Erkern und Türmen wie eine Ritterburg anmutende Schloss inmitten des von Peter Joseph Lenne´und Hermann von Pückler-Muskau gestalteten englischen Schlossparks.

Blick vom Kleinen Schloss Babelsberg auf Potsdam
Blick vom Kleinen Schloss Babelsberg auf Potsdam

In den nächsten Jahren soll das zwischen 1835 und 1849 errichtete Bauwerk nach Jahrzehnten Vernachlässigung, in DDR-Zeiten war darin eine Akademie zur Ausbildung von Richtern und danach ein Museum für Ur- und Frühgeschichte untergebracht, aufwendig restauriert werden. Deshalb können wir es nur von außen besichtigen.

Lieblingssitz von Kaiser Wilhelm I. und Kaiserin Augusta

Das imposante Bauwerk war mehr als 50 Jahre der Sommersitz Kaiser Wilhelms I. und seiner Gattin Augusta von Sachsen-Weimar. An den 200. Geburtstag der Kaiserin erinnert derzeit im Weimarer Schlossmuseum die Schau „Die Kaiserin aus Weimar. Augusta von Sachsen-Weimar und Eisenach“. Augusta liebte Schloss Babelsberg nahezu abgöttisch. Sie machte es zu ihrem Lebensmittelpunkt.
Wegen ihrer festen Vorstellungen über das künftige Aussehen des Schlosses gab es immer wieder Zoff mit den am Bau beteiligten Architekten. Schinkel hatte maßvolle gotische Formen vorgesehen. Die schwierige Bauherrin forderte vor allem überreichen Dekor im Innern. Noch während der Planungen starb Karl Friedrich Schinkel 1841. Nachfolger Ludwig Persius versuchte zuerst Schinkels Plan umzusetzen, beugte sich dann den Änderungswünschen der Bauherrin. Neben den klaren Formen des Klassizismus entsprach auch der gotische Baustil englischer Herkunft dem Zeitgeschmack, vermischt mit der verklärten Sicht auf das Mittelalter.

Babelsberg_Schloss2 - Kopie - Kopie

Ein achteckiger Tanzsaal als Schmuckstück

Schmuckstück des Schlosses ist der in den letzten Jahren restaurierte über zwei Etagen reichende achteckige Tanzsaal. Wiederhergestellt werden soll auch ein unterirdischer Gang, der einst das Schloss mit der im Nachbargebäude untergebrachten Küche verband. Ein mächtiger Turm, einem mittelalterlichen Bergfried ähnlich, rundet das Ensemble ab.
Oft war das Schloss Schauplatz deutscher Geschichte. So fand dort und im angrenzenden Park am 22. September 1862 das Gespräch zwischen König Wilhelm I. und Otto von Bismarck statt, das mit der Ernennung Bismarcks zum Ministerpräsidenten und Außenminister endete. Augusta selbst soll Bismarck bis an ihr Lebensende im Jahr 1890 misstraut haben. Sie betrachtete den Reichskanzler als ihren Todfeind und Bismarck wiederum verachtete Augusta für ihren Einfluss auf Mann und Sohn und sah in ihr den „Kristallationspunkt“ aller politischen Kräfte, die gegen ihn arbeiteten. Auch an solche Anekdoten soll künftig im Schlossmuseum erinnert werden.
Heute gehört Schloss Babelsberg zur Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg und ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbes.

Blick aus dem Schloss Babelsberg
Blick aus dem Schloss Babelsberg

Blick vom Flatowturm schweift bis zum Wannsee

Im 114 Hektar großen Park erinnern verschiedene Bauwerke, wie die Bismarck- und Wilhelmbrücke an bewegte deutsche Geschichte. Beim Blick vom 46 Meter hohen Flatowturm, dieser kann besichtigt werden, nach draußen wird der Park in verschiedenen Ausschnitten und Sichtachsen erlebbar, die sich bei zunehmender Höhe des Standpunktes fächerartig erweitern. Von der umlaufenden Plattform bietet sich ein einmaliger Panoramablick über Potsdam, bis hinüber zum Wannsee.  Der Turm erhielt seinen Namen von dem Gut Flatow in Westpreußen, das zum Besitz des Prinzen Wilhelm gehörte und aus dessen Einnahmen der Bau bestritten wurde. Im südlichen Teil steht eine Gerichtslaube, die unter Verwendung von Originalteilen der aus dem 13. Jahrhundert stammenden Gerichtslaube aus dem Zentrum Berlins, 1871 errichtet wurde. Die mittelalterliche Verhandlungsstätte musste nach 1860 dem Neubau des Berliner Roten Rathauses weichen.

Im April 2017 wird Schloss Babelsberg zum Ausstellungsort

Im April 2017 wird Schloss Babelsberg wieder zugänglich sein. Im Schloss, letztmalig war dort 2003 eine Persiusausstellung zu sehen, soll in einer Schau an Fürst Hermann Pückler-Muskau erinnert werden. Der Park Babelsberg wurde im Jahr 1833 vom Gartenarchitekten Peter Joseph Lenné angelegt und nach 1842 von Fürst Hermann von Pückler-Muskau, dem Schöpfer so bedeutender Anlagen wie Bad Muskau und Branitz, gestalterisch geprägt.

Deckendetail im Schloss Babelsberg
Deckendetail im Schloss Babelsberg

hier weitere Informationen zum Schloss Babelsberg