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Schlösser und Burgen

Fürst Pückler Park und Schloss Bad Muskau

Neues Schloss in Bad MuskauNeues schloss in Bad Muskau

Fürst Hermann von Pückler-Muskau war schon zu Lebzeiten berühmt. Als Reisender, Dandy, Schriftsteller, Bauherr und Landschaftsgärtner machte er sich einen Namen. An den Schriftsteller erinnert heute wenig. Das nach ihm benannte Eis ist bekannt. Vor allem aber laden die von ihm gestalteten Gärten zum Erleben ein: Branitz, Babelsberg und Bad Muskau.

Renata Stachanczyk und Cord Panning erläutern die Wiederherstellung des Muskauer Parks
Renata Stachanczyk und Cord Panning
Bücher

Die Lebenswelt des Fürsten von Pückler-Muskau

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Welch ein Buch ? möchte man ausrufen. „Park und Schloss Branitz“ von Gert Streidt, dem kundigen Kenner. Und die stimmungsvollen Fotos von Hans Bach.

Ja, der soeben in der Edition Braus Verlag Berlin erschienene opulente Band „Park und Schloss Branitz“ eignet sich dafür, den Lieben unter den Weihnachtsbaum gelegt zu werden.

Seepyramide Branitz, Foto: K. Weber, Stiftung Fürst-Pückler-Museum
Seepyramide Branitz, Foto: K. Weber, Stiftung Fürst-Pückler-Museum

Spaziergang durch Branitz

Oder jetzt schon drin geblättert und einen Spaziergang durch den nun herbstlichen Park am Rande von Cottbus geplant. Das Buch macht Lust darauf.

Höhepunkt des Branitz-Besuches ist aber der Spaziergang im Park. Dieser erscheint zu den verschiedenen Jahreszeiten wie ein Naturwunder. Tatsächlich wurde er aber von Pückler bis ins kleinste Detail geplant. Neben dem inneren Kernbereich mit dem spätbarocken Schloss und den berühmten Pyramiden gehört auch der kaum bekannte Außenpark zum Gesamtensemble. Als „gestaltete Feldflur“ bezog Pückler dort die land- und forstwirtschaftlichen Flächen der direkten Umgebung in seine Anlage mit ein.

Elegante Seen und Wasserläufe

Der Park Branitz bei Cottbus mit seinen elegant geführten Seen und Wasserläufen, fein geschwungenen Erdmodellierungen und den meisterhaft gestalteten Gehölzkompositionen stellt ein Meisterwerk der Landschaftsgartenkunst dar. Es ist das Lebenswerk des Gartengestalters Hermann Fürst von Pückler-Muskau (1785–1871), der zu den größten europäischen Gartenkünstlern zählt. Er stand im Austausch mit den Geistesgrößen seiner Zeit und unternahm Reisen bis nach England und in den Orient. Der im Stil eines englischen Landschaftsgartens angelegte Park und die beiden einzigartigen Erdpyramiden sind Reminiszenzen an seine Reiseerfahrungen. Neben dem Park ist auch das Schloss einen Besuch wert, das mit seinem originalgetreuen Interieur den Besucher in die Lebens- und Gedankenwelt Fürst Pücklers entführt.

Branitz

Er war Gartenkünstler, Schriftsteller und Unternehmer. Von Herrmann Fürst von Pückler-Muskau stammt auch ein Großteil des Parkes Babelsberg gegenüber der Glienicker Brücke in Potsdam.

Bedeutender Landschaftsgärten des 19. Jahrhunderts

Branitz zählt als Ensemble zu den bedeutendsten Landschaftsgärten des 19. Jahrhunderts. Wie an einer Perlenschnur aufgereiht, überraschen den Besucher im Park immer neue Landschaftsbilder. Die beiden Erdpyramiden sind die Wahrzeichen des Parks. Sie vermitteln einen Eindruck von Ewigkeit. In der Wasserpyramide, dem Tumulus, sind der Fürst und seine Frau Lucie beigesetzt. Derzeit wird die Wasserpyramide restauriert. Neugierig wie Journalisten sind, schon jetzt die Frage: wie sieht es in ihrem Inneren aus? Gibt es von Pückler wirklich keine Überreste mehr, wie er es wünschte.

Vorerst aber begeben wir uns auf einen Spaziergang durch den Branitzer Park. Dank des Sehnsucht erzeugenden Bandes von Gert Streidt und Hans Bach.

Info:

Gerts Streidt/Hans Bach:

Park und Schloss Branitz: Die Lebenswelt des Fürsten von Pückler-Muskau, Braus Verlag, 29.95 Euro , mit prächtigen Fotografien

Die Macher

Gert Streidt war in verschiedenen Aufgabenbereichen der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten leitend tätig, bevor er das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Potsdam aufbaute. Seit 2008 ist er Direktor der Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz.

Hans Bach, Diplom-Fotodesigner, lebt und arbeitet seit 1994 in Potsdam als freischaffender Architekturfotograf mit den Schwerpunkten Architektur- und Landschaftsfotografie. Regelmäßige Publikationen in Zusammenarbeit mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, Denkmalpflege Brandenburg u. Potsdam, Museen, Architekturbüros. Veröffentlichung zahlreicher Bildbände, „Park Sanssouci“ erschien 2012.

 

Reise

Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří ist UNESCO-Welterbe

ErzgebirgeAussengelände des Besucherbergwerkes Markus-Röhling-Stolln, Foto: Weirauch

Jubel, Freude und Erleichterung verbreiten sich, als heute das UNESCO-Welterbekomitee zur 43. Tagung in Baku, Aserbaidschan seine Entscheidung verkündet: die Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří wird zum Welterbe erklärt. Damit finden über 20 Jahre Bemühungen auf dem Weg zum Welterbe ihren ersehnten Höhepunkt. Über 800 Jahre Bergbau führten im Erzgebirge zu einer einzigartigen Beziehung zwischen Mensch und Natur, die eine montane transnationale Kulturlandschaft von universellem Wert hervorbrachte. Die Stätte gilt als herausragendes Zentrum wissenschaftlich-technologischer Bergbauinnovation und als einzigartige montane Kulturlandschaft.

Noch heute erzählen traditionelle Bergparaden überall in der Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří von der jahrhundertelangen Bergbautradition.

1 Stunde weg

LiteraTouren durch Brandenburg

Das Fontane - Denkmal in Neuruppin wurde 1907 enthüllt. Foto: WeirauchDas Fontane - Denkmal in Neuruppin wurde 1907 enthüllt. Foto: Weirauch

Das Land Brandenburg ist nicht nur Sehnsuchts- und Handlungsort in Romanen und Gedichten, sondern auch die Heimat vieler bekannter Autoren. Rolf und Therese Schneider nehmen die Leser mit auf 17 Touren zu den Lebens- und Wirkorten bedeutender Dichter und Schriftsteller: Achim und Bettina von Arnim,  Bertolt Brecht, Theodor Fontane, Franz Fühmann, Paul Gerhardt, Gerhard Hauptmann, Peter Huchel, Heinrich von Kleist, Roger Loewig, Loriot, Hermann Fürst von Pückler-Muskau, Walter Rathenau, Erwin Strittmatter, Kurt Tucholsky, Mina Witkojc, Friedrich Wolf,

Zahlreiche Fotografien, nützliche Tipps und Infos zu Sehenswürdigkeiten, Museen, Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten ergänzen die LiteraTouren. Ich kann dieses informative und vorzüglich recherchierte buch nur empfhelen. Es sollte Platz in jedem Brandenburg – Rucksack finden.

Theodor Fontane und Neuruppin

Eine LiteraTour lädt beispielsweise nach Neuruppin ein, in die Geburtsstadt Theodor Fontanes. Im Mittelpunkt der Tour steht das Theodor-Fontane-Denkmal auf dem Theodor-Fontane-Platz, direkt gegenüber der Theodor-Fontane-Apotheke. Die ist nicht das Geburtshaus des märkischen Dichters, “seines Standes Apotheker”, – das befindet sich einige hundert Meter stadteinwärts, ist heute Sitz der “Löwen-Apotheke”.

Das Fontane - Denkmal in Neuruppin wurde 1907 enthüllt. Foto: Weirauch
Das Fontane – Denkmal in Neuruppin wurde 1907 enthüllt. Foto: Weirauch
In der heutigen Karl-Marx-Straße 84 wurde Fontane geboren Foto: Weirauch
In der heutigen Karl-Marx-Straße 84 wurde Fontane geboren Foto: Weirauch

Weniger bekannt dürfte sein, dass Max Wiese (1846-1925, in der Theodor-Fontane-Stadt Neuruppin aufgewachsen und gestorben) das Denkmal geschaffen hat. Im Fontane-Erinnerungshain, neben dem Bahnhof Rheinsberger Tor gelegen, erinnert eine schmucklose Granitplatte an den Bildhauer. Hier befand sich ursprünglich der Alte Friedhof, der Grabstein der Mutter Fontanes ist erhalten geblieben und Mittelpunkt des Fontane-Erinnerungshains.

Relikt des Alten Friedhofs in Neuruppin mit dem Grab von Theodor Fontanes Mutter und Schwester, Foto: Weirauch
Relikt des Alten Friedhofs in Neuruppin mit dem Grab von Theodor Fontanes Mutter und Schwester, Foto: Weirauch
Gedenkstein für den Bildhauer Max Wiese im Neuruppiner Erinnerungshain Foto: K.Weirauch
Gedenkstein für den Bildhauer Max Wiese in der Neuruppiner Erinnerungsstätte Foto: K.Weirauch
Grabstein für die Mutter Emilie Fontane und die Schwester auf der Erinnerungsstätte Alter Friedhof. Foto: Weirauch
Grabstein für die Mutter Emilie Fontane und die Schwester in der  Erinnerungsstätte Alter Friedhof. Foto: Weirauch

Fürst Pückler und Branitz

Eine weitere LiteraTour führt nach Branitz bei Cottbus, einen vielbesuchten Ausflugsort in der Niederlausitz. Branitz war der ererbte Besitz von Hermann Fürst Pückler-Muskau, der sich mehr als Gartengestalter denn als Schriftsteller sah. Der von ihm im englischen Stil gestaltete Landschaftspark ist integraler Teil des Erinnerungsortes. Auffällig im Park sind zwei begrünte Pyramiden, vermutlich Erinnerungen an einen Ägyptenaufenthalt des Fürsten. In der größeren von beiden wurde der 1871 Gestorbene, “bei den Zeitgenossen galt er als die vollkommene Verkörperung eines Dandys”, beigesetzt.

Seepyramide Branitz, Foto: K. Weber, Stiftung Fürst-Pückler-Museum
Seepyramide Branitz, Foto: K. Weber, Stiftung Fürst-Pückler-Museum

Informationen zu

  • Branitzer Park und Schloss Branitz
  • Robinienweg 5, 03042 Cottbus
    Tel.: +49 355 75150
    Homepage: www.pueckler-museum.de
    E-Mail: info@pueckler-museum.de

Infos zum Buch:

Rolf Schneider, Therese Schneider; Literatouren durch Brandenburg. Ausflüge auf den Spuren von Dichtern und Schriftstellern.

be.bra verlag GmbH. Berlin 2017, 16 Euro

 Über die Autoren

Rolf Schneider

Rolf Schneider, geboren 1932 in Chemnitz, ist freier Schriftsteller und Publizist. Er verfasste zahlreiche Romane, Bühnenstücke, Essays und Sachbücher, die in über 20 Sprachen übersetzt wurden. Rolf Schneider wurde ausgezeichnet mit dem Lessing-Preis der DDR, dem Hörspielpreis der Kriegsblinden sowie mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Er lebt in Schöneiche bei Berlin.

Therese Schneider

Therese Schneider

Therese Schneider, geboren 1963 in Berlin, studierte nach einer Ausbildung zur Buchbinderin an der Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle/Saale und der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Therese Schneider lebt und arbeitet als selbstständige Buchgestalterin und Grafikerin in Berlin.

Hier geht es zur Homepage des be.bra Verlages in Berlin

Reise

Fürst Pücklers Romanze mit Machbuba

Machbuba um 1840Machbuba (um 1825-1840) Gemälde (Ausschnitt), Öl auf Leinwand, Künstler unbekannt, um 1840; Foto: Thomas Goethe, 1993; Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz

Der geniale Parkgestalter Fürst Hermann von Pückler-Muskau war auch Pascha, Playboy und Visionär. Fürst Pückler (1785–1871), dem ab heute in der Bundeskunsthalle Bonn eine große Ausstellung gewidmet ist, hinterließ nicht nur die Parkanlagen von Bad Muskau, Branitz und Babelsberg. Um ihn ranken sich auch amüsante Geschichten. So habe er ein glückliches Händchen bei den Damen gehabt, heißt es immer wieder. Berühmt wurde vor allem die Beziehung von Fürst Hermann von Pückler-Muskau zu Machbuba. Die minderjährige Sklavin hatte er 1837 in Kairo gekauft.

Georges François Louis Jacquemot Hermann Fürst von Pückler-Muskau um 1838 Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz
Georges François Louis Jacquemot: Hermann Fürst von Pückler-Muskau, um 1838 Foto: Bundeskunsthall Bonn

Die Machbuba -Darstellerin von Bad Muskau

Unlängst traf ich Babett Donnelly, die derzeit wohl beste Kennerin der Machbuba-Geschichte, zufällig am Grab der Machbuba auf dem kleinen Friedhof an der Jakobskirche von Bad Muskau. Frau Donnelly erzählte recht anschaulich über die teils tragische Geschichte der Machbuba.

Machbuba-Darstellerin Babett Donnelly
Machbuba-Darstellerin Babett Donnelly, Foto: Donnelly

Ich bat sie, dies aufzuschreiben. Lest selbst: „Mehr Frauen als Don Juan und Jupiter zusammen soll er gehabt haben. Und seine Begeisterung galt nicht nur Damenröcken. Beim Anblick eines Schotten im Rock „mit bloßen Schenkeln“, erzählt Pückler in „Briefe eines Verstorbenen“, habe er ihn „angestaunt, wie ein Wunder von Pracht und Schönheit“. Dabei schrieb er im wahrsten Sinne des Wortes seine Liebesgeschichten zumeist tatsächlich nur mit Federkiel und Tinte auf Bögen aus Papier. Romantisch und leidenschaftlich waren seine zahllosen Briefe an die Damenwelt, die ihm vor allem deshalb so zu Füßen lag. Wollte eine der Damen jedoch den Worten Taten folgen lassen, nahm der Fürst nicht selten seine Füße in die Hand und macht sich aus dem Staub.

Pücklers “Herzensschnucke” Lucie

Nur einer Frau blieb er zeitlebens ungebrochen zugetan. Seiner Frau , Lucie zu Pückler-Muskau, Tochter des Staatskanzlers Hardenberg. Sie war Pücklers „Herzensschnucke“, die ihren „Lou“,so sein Spitzname, nahm, wie er nun einmal war, ob nun Lupus oder Filou. Die glückliche Ehe des Fürstenpaares hielt trotz der Frauengeschichten und überdauerte selbst die einvernehmliche Scheidung aus finanziellen Motiven. Die Beiden blieben auch nach der Trennung vereint, bis der Tod sie schließlich schied. So schrieb Pückler einst poetisch: „[…] bleibt seiner Schnucke treu der Lou bis Gott ihm schließt die Augen zu.“

Babett Donnelly als Lucie
Babett Donnelly als Lucie, Foto: Donnelly

Der Fürst und seine Geliebte

Nur vor einer Sache konnte Lucie ihre Augen nicht verschlossen halten. Als der 52-jährige Fürst ihr freudig ein ganz besonderes Reisesouvenir präsentierte. Auf seiner mehrjährigen Orientreise hatte er sich in Kairo eine junge abessinische Sklavin gekauft und brachte diese schlussendlich gegen Lucies Willen mit nach Muskau. Diese reagierte empört und appellierte vorab per Brief an seinen gesunden Menschenverstand. Selbst konnte sie „die türkische Sitte“ nicht mit sich vereinbart finden. Doch alles Aufbegehren half nichts. Wenn Frauen Kammerdiener haben dürften, so Pücklers Argument, bestünde er auf das Recht einer Kammerfrau. Ihr brächte er ebenfalls einen „Mohren“ zur eigenen Verfügung. Aber die lebenserfahrene Fürstin ließ sich von derartigen Beschwichtigungen nicht beeindrucken. Sie ahnte, dass das junge Mädchen mehr sein musste, als eine simple Bedienstete. Bald schon klagte sie „Warum bin ich nicht jung und aus Abessinien?“.

Machbuba (um 1825-1840) Gemälde (Ausschnitt), Öl auf Leinwand, Künstler unbekannt, um 1840; Foto: Thomas Goethe, 1993; Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz
Machbuba (um 1825-1840) Gemälde (Ausschnitt), Öl auf Leinwand, Künstler unbekannt, um 1840; Foto: Thomas Goethe, 1993; Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz

Als der Parkgestalter und Weltreisende im Jahr 1837 die junge Bilillee auf dem Bazar entdeckte, war diese gerade einmal etwa 11 Jahre. Dennoch war er augenblicklich verzaubert von dieser Venus in schwarzer Manier. Makelloser Wuchs, Zähne wie aufgereihte Perlen, kupferfarbene Haut lediglich mit einem zarten Tuch bedeckt, muteten an, wie ein Traum aus 1001 Nacht. Ohne zu feilschen erkaufte der Fürst die Freiheit des Mädchens, die er ihr großzügig schenken wollte. Und mochte man seinen Worten Glauben schenken, diente sie ihm aus Dankbarkeit darüber ganz freiwillig. Von da an war sie seine Reisegefährtin. Auf Mehemed Alis Dahabia befahren sie gemeinsam den Nil.

Aus Bilillee wurde Machbuba

Bilillee wurde zu Pücklers „Machbuba“, was auf Arabisch „mein Liebling“ bedeutet. Pückler wollte die junge Wilde formen und bilden, will ihr Lehrer und Vater sein. Er unterrichtete sie in Lesen, Schreiben und Italienisch. Machbuba führte ihm die Haushaltung und Reisekasse und pflegte den erkrankten Fürsten fürsorglich.

Doch auf der Reise nach Europa wurde Machbuba selbst schwer krank. Einige Zeit verbrachten die Beiden in Budapest und Wien. Um Machbuba in die Wiener Gesellschaft einzuführen, dichtete ihr Pückler das Märchen einer geraubten Stammesfürstentochter an, welche er erretten konnte. Der Wiener Hof war bald ebenso entzückt von dem liebenswerten Mädchen, wie alle anderen, die sie noch kennenlernen durften.

 Wie ein exotischer Vogel im goldenen Käfig

Nur Fürstin Lucie zeigte sich kalt. In Muskau verweist sie die immer kränker werdende Machbuba aus dem Schloss in die entfernter gelegene Rosenvilla im Badepark. Dort blieb sie, wie ein exotischer Vogel im goldenen Käfig. Die Fürstin hingegen entfloh nach Berlin und beorderte ihren Gatten häufig zu sich, so dass er wenig Gelegenheit hatte, Zeit mit seinem lieben Mädchen zu verbringen.

Auch als sich Machbubas Zustand rapide verschlechterte, war Lou bei seiner Schnucke. In Berlin bereiteten sie seinen Geburtstag vor, während das ausgezehrte Kind in Muskau am 27.10.1840 seinen letzten Atemzug aushauchte.

Besuch am Grab von Machbuba

Die feierliche Bestattung mit Fackelzug und Kinderchor gestalteten die Muskauer Bürger. Fürst Pückler kam, wie so oft, zu spät und war untröstlich. Einige Nächte lang besuchte er Machbubas Grab auf dem kleinen Friedhof der Jakobskirche in der Hoffnung auf ein Zeichen aus dem Jenseits. Als einmal ein unerklärlicher Windstoß die Blüte einer Blume seine Wange berühren ließ, deutete der Trauernde dies als letzten tröstlichen Kuss seines geliebten Sonnenkindes. Das Grab ist bis heute erhalten und zugänglich. Auf dem zementierten Erdhügel durch, den sich eine Wüstenschlange schlängelt, liegt symbolisch ein gebrochenes Herz und erinnert an Machbubas unerfüllten letzten Wunsch, ihren geliebten Abu noch einmal zu sehen.“

Grab von Machbuba in Bad Muskau
Grab von Machbuba in Bad Muskau

Besucher Bad Muskaus können auf Wunsch an ihrem Grab persönlich mit Machbuba plaudern oder sich von Fürstin Lucie, alias Babett Donnelly,  die Parkanlagen zeigen lassen. Selbst einen Dudelsack spielenden echten Schotten im Kilt können sie, wie einst Pückler, gern bestaunen.

Jimmy Donnelly mit Dudelsack, Foto: Donnelly
Jimmy Donnelly mit Dudelsack, Foto: Donnelly

Das Ehepaar Babett und Jimmy Donnelly bieten in ihrem „Red Rose Cottage“ neben dem alten Friedhof Erlebnisführungen, Whisky-Nights, Live-Musik und vieles mehr an. Auch Freunde des „Dark Tourism“ kommen hier auf ihre Kosten, denn im Cottage starten auch sogenannte „Ghost Walks“ ganz nach britischem Vorbild, und beleuchten die dunkle Seite der Kleinstadt „Bad“ Muskau. Natürlich geht es dann auch zum Grab der Machbuba.

Am Grab von Machbuba, von links: Machbuba (Babett Donnelly), Fürst Pückler (Sven Hülsebus), und Katrin Moschner, Parkführerin der Stiftung Foto: Donnelly
Am Grab von Machbuba, von links: Machbuba (Babett Donnelly), Fürst Pückler (Sven Hülsebus), und Katrin Moschner, Parkführerin der Stiftung Foto: Donnelly

Babett Donnelley unternimmt in Bad Muskau sowie im mehr als 700 Hektar großen Park von Bad Muskau Erlebnisführungen. Sie begleitete Gäste und Gruppen als Fürstin Lucie, Nachtwächterin, Machbuba und andere Persönlichkeiten.

Blick vom Schloss auf den Muskauer Park
Blick vom Schloss auf den Muskauer Park

Im Kulturhotel Fürst-Pückler-Park kann ein Pückler-Dinner-Abend gebucht werden, der von Reisegruppen gut angenommen wird. Auch das Thema Hochzeit ist ein Großes in Park und Schloss. Dazu bietet das engagierte Ehepaar besondere Führungen an, für die Gäste der Gesellschaft oder auch mit dem Brautpaar oder den JunggesellInnenabschied. Jimmy Donnelly, ein Glasgower Musiker, begleitet die Zeremonie passend zum britischen Park als sogenannter Hochzeitspiper, mit dem schottischen Dudelsack.

Dass Neue Schloss von Bad Muskau
Dass Neue Schloss von Bad Muskau

Nicht alles ist ausschließlich nur auf Muskau zugeschnitten. In und auch außerhalb der Region veranstalten die Donnellys kulturelle Whisky-Abende. Die “Brave Whisky Nights” verbinden die Elemente einer klassischen Verkostung mit Wissenwertem, schottischem Humor und traditioneller Musik. In Muskau kann man hierzu das Cottage der Familie auch in kleiner Runde besuchen.

Hier geht es zu meinem Beitrag über Schloss und Park in  Bad Muskau

Hier weitere Informationen zu Machbuba und Familie Donnelly: www.red-rose-cottage.jimdo.com

Schlösser und Burgen

Schloss Babelsberg, Wilhelm I. liebste Sommerresidenz

Schloss BabelsbergSchloss Babelsberg, äusserlich bereits aufwändig saniert, Foto: D. Weirauch

Schloss Babelsberg und die Glienicker Brücke in der Herbstsonne. Indian Summer in Berlin und Potsdam. Babelsberg ist eines der bedeutendsten Schlösser der Berlin-Potsdamer Kulturlandschaft. Angelegt von den preußischen Stararchitekten Karl Friedrich Schinkel, Ludwig Persius sowie Johann Heinrich Strack.

Steht man auf der berühmten Glienicker Brücke, so erblickt man linkerhand das mit seinen zahlreichen Zinnen, Erkern und Türmen wie eine Ritterburg anmutende Schloss inmitten des von Peter Joseph Lenne´und Hermann von Pückler-Muskau gestalteten englischen Schlossparks.

Blick vom Kleinen Schloss Babelsberg auf Potsdam
Blick vom Kleinen Schloss Babelsberg auf Potsdam

In den nächsten Jahren soll das zwischen 1835 und 1849 errichtete Bauwerk nach Jahrzehnten Vernachlässigung, in DDR-Zeiten war darin eine Akademie zur Ausbildung von Richtern und danach ein Museum für Ur- und Frühgeschichte untergebracht, aufwendig restauriert werden. Deshalb können wir es nur von außen besichtigen.

Lieblingssitz von Kaiser Wilhelm I. und Kaiserin Augusta

Das imposante Bauwerk war mehr als 50 Jahre der Sommersitz Kaiser Wilhelms I. und seiner Gattin Augusta von Sachsen-Weimar. An den 200. Geburtstag der Kaiserin erinnert derzeit im Weimarer Schlossmuseum die Schau „Die Kaiserin aus Weimar. Augusta von Sachsen-Weimar und Eisenach“. Augusta liebte Schloss Babelsberg nahezu abgöttisch. Sie machte es zu ihrem Lebensmittelpunkt.
Wegen ihrer festen Vorstellungen über das künftige Aussehen des Schlosses gab es immer wieder Zoff mit den am Bau beteiligten Architekten. Schinkel hatte maßvolle gotische Formen vorgesehen. Die schwierige Bauherrin forderte vor allem überreichen Dekor im Innern. Noch während der Planungen starb Karl Friedrich Schinkel 1841. Nachfolger Ludwig Persius versuchte zuerst Schinkels Plan umzusetzen, beugte sich dann den Änderungswünschen der Bauherrin. Neben den klaren Formen des Klassizismus entsprach auch der gotische Baustil englischer Herkunft dem Zeitgeschmack, vermischt mit der verklärten Sicht auf das Mittelalter.

Babelsberg_Schloss2 - Kopie - Kopie

Ein achteckiger Tanzsaal als Schmuckstück

Schmuckstück des Schlosses ist der in den letzten Jahren restaurierte über zwei Etagen reichende achteckige Tanzsaal. Wiederhergestellt werden soll auch ein unterirdischer Gang, der einst das Schloss mit der im Nachbargebäude untergebrachten Küche verband. Ein mächtiger Turm, einem mittelalterlichen Bergfried ähnlich, rundet das Ensemble ab.
Oft war das Schloss Schauplatz deutscher Geschichte. So fand dort und im angrenzenden Park am 22. September 1862 das Gespräch zwischen König Wilhelm I. und Otto von Bismarck statt, das mit der Ernennung Bismarcks zum Ministerpräsidenten und Außenminister endete. Augusta selbst soll Bismarck bis an ihr Lebensende im Jahr 1890 misstraut haben. Sie betrachtete den Reichskanzler als ihren Todfeind und Bismarck wiederum verachtete Augusta für ihren Einfluss auf Mann und Sohn und sah in ihr den „Kristallationspunkt“ aller politischen Kräfte, die gegen ihn arbeiteten. Auch an solche Anekdoten soll künftig im Schlossmuseum erinnert werden.
Heute gehört Schloss Babelsberg zur Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg und ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbes.

Blick aus dem Schloss Babelsberg
Blick aus dem Schloss Babelsberg

Blick vom Flatowturm schweift bis zum Wannsee

Im 114 Hektar großen Park erinnern verschiedene Bauwerke, wie die Bismarck- und Wilhelmbrücke an bewegte deutsche Geschichte. Beim Blick vom 46 Meter hohen Flatowturm, dieser kann besichtigt werden, nach draußen wird der Park in verschiedenen Ausschnitten und Sichtachsen erlebbar, die sich bei zunehmender Höhe des Standpunktes fächerartig erweitern. Von der umlaufenden Plattform bietet sich ein einmaliger Panoramablick über Potsdam, bis hinüber zum Wannsee.  Der Turm erhielt seinen Namen von dem Gut Flatow in Westpreußen, das zum Besitz des Prinzen Wilhelm gehörte und aus dessen Einnahmen der Bau bestritten wurde. Im südlichen Teil steht eine Gerichtslaube, die unter Verwendung von Originalteilen der aus dem 13. Jahrhundert stammenden Gerichtslaube aus dem Zentrum Berlins, 1871 errichtet wurde. Die mittelalterliche Verhandlungsstätte musste nach 1860 dem Neubau des Berliner Roten Rathauses weichen.

Im April 2017 wird Schloss Babelsberg zum Ausstellungsort

Im April 2017 wird Schloss Babelsberg wieder zugänglich sein. Im Schloss, letztmalig war dort 2003 eine Persiusausstellung zu sehen, soll in einer Schau an Fürst Hermann Pückler-Muskau erinnert werden. Der Park Babelsberg wurde im Jahr 1833 vom Gartenarchitekten Peter Joseph Lenné angelegt und nach 1842 von Fürst Hermann von Pückler-Muskau, dem Schöpfer so bedeutender Anlagen wie Bad Muskau und Branitz, gestalterisch geprägt.

Deckendetail im Schloss Babelsberg
Deckendetail im Schloss Babelsberg

hier weitere Informationen zum Schloss Babelsberg