Reise

Geboren in Urbino in den Marken: Raffael

Dresden GemäldegalerieRaffaels Sixtinische Madonna in der Sempergalerie Dresden Foto: Weirauch

Raffael: Er war der größte Maler aller Zeiten

Mit kritischem Blick und hoch konzentriert mischt der junge Mann auf der Holzpalette seinen intensiven Farben an. Wieder einmal soll ein meisterhaftes Madonnen-Bild entstehen, mit lieblichen Konturen, wunderbaren Tönen und einer herrlichen Leichtigkeit des ihm eigenen eleganten Pinselschwungs.

Raffaello Sanzio da Urbino – kurz Raffael – ist bereits in Jugendjahren ein Meister seines Fachs. Der Junge aus Urbino in der italienischen Region Marken hat die einzigartige Gabe, den abgebildeten Figuren seiner Gemälde eine plastische, ja dreidimensionale Anmutung zu verleihen. Seine besondere Vorliebe und auch seine ausgeprägte Fähigkeit liegen dabei in der ausdrucksvollen Wiedergabe christlicher Motive.

Dabei ist auch der Meister der Hochrenaissance nicht vom Himmel gefallen. Viel Fleiß, Talent und eine umfassende Ausbildung haben ihm den Weg bereitet. Der war steinig. Der junge Raffael verliert seine Mutter, als er gerade erst acht Jahre alt ist, kurze Zeit später stirbt der Vater. Aber schon mit 17 Jahren ist sein Stil so augenfällig, dass er „Meister“ genannt wird.

Bevorzugt Malt Raffael Gemälde, die Geschichten aus der Bibel erzählen. Das bleibt natürlich auch der Kirche nicht verborgen. Mit der Kraft eines begnadeten Künstlers entstehen Werke wie die „Sixtinische Madonna“, die vor allem durch die niedlichen Putten am unteren Bildrand heute noch jeder kennt, die weltberühmte „Schule von Athen“ – und immer wieder Maria mit dem Jesuskind. Er wird zum größten Maler aller Zeiten.

Raffaels Ende ist wenig rühmlich. Mit erst 37 Jahren stirbt er vor genau 500 Jahren – angeblich durch Aderlass zur Heilung einer Geschlechtskrankheit, die er sich bei seinen zahlreichen Affären zugezogen haben soll. Was die Zeit ewig überdauern wird, sind seine wundervollen Kunstwerke von bleibender Schönheit.

Teil der Alltagskultur: Motiv eines Raffael-Engels auf Dose Foto: Weirauch

Aus dem Leben des Genies Raffael:

  • 1483 wird Raffallo Sanzio da Urbino in der Region Marken (Italien) geboren.
  • 1504 zieht es den jungen Meister in die toskanische Kunsthochburg Florenz.
  • 1510 beginnt Raffael mit dem Monumental-Gemälde „Die Schule von Athen“.
  • 1514 wird er Bauleiter der Peterskirche in Rom.
  • 1520 malt der große Künstler die „Verklärung Christi“. Kurz darauf stirbt er mit nur 37 Jahren in Rom.

BU: Die berühmten Engel gehören zu Raffaels „Sixtinische Madonna“. Das Werk von 1512/1513 hängt in der Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden. Inzwischen gehören sie zur Alltagskultur, wie hier auf einer Dose.

Hier weitere Tipps für einen Besuch in den Marken auf einfachraus.eu

Potsdam

400 Jahre Finowkanal

Schifsshebewerk2020 (240)Ragöser Schleuse am Finowkanal Foto: Weirauch

Ein Meisterwerk der Wasserstraßenbaus begeht in diesem Jahr ein rundes Jubiläum: Der Finowkanal wird 400 Jahre alt. Zwar sind die Feiern dazu in Zeiten der Corona-Pandemie ausgefallen. Trotzdem lohnt es sich, unbedingt mal eine Tour entlang des Kanals zu machen – denn die Route ist nicht nur landschaftlich reizvoll, sie offenbart ebenso Einblicke in die vergangene Industriekultur. Eberswalde und die Gegend um den Finowkanal galt als “Märkisches Wuppertal”.

400 Jahre Finowkanal

Ein guter Ort zum Starten ist Eberswalde im Barnimer Land, 35 Minuten Zugfahrt vom Berliner Hauptbahnhof entfernt.  Vom Bahnhof Eberswalde geht es in Richtung Marktplatz, wo sich ganz in der Nähe das Museum Eberswalde befindet. Wer sich vor dem Start der Tour über die umfangreiche Industriegeschichte am Finowkanal informieren möchte, wird hier fündig.

Ragöser Schleuse am Finowkanal

Von Eberswalde nach Finow

Nur wenige Meter vom Museum entfernt liegen der Finowkanal und die Stadtschleuse von Eberswalde. Sie ist eine von insgesamt zwölf Schleusen, die den Kanal auf seinen rund 42 Kilometern schiffbar machen. Von hier aus geht es mit dem Fahrrad in westlicher Richtung immer am Wasser entlang über den einstigen Treidelweg nach Finow. Früher wurden die Lastkähne per Muskelkraft und Pferdestärke über diesen Weg gezogen oder „getreidelt“ wie man sagte. Heute ist der Weg ein gut ausgebauter Radweg, der aber auch zum Wandern einlädt.

Mit dem Rad an Deutschlands ältester Wasserstraße entlang

Die zwölf historischen und heute noch handbetriebenen Schleusen sowie alte Werkshallen und Kraftwerke rechts und links des Ufers zeugen von der industriellen Hochzeit im Finowtal. Da ist zum Beispiel die Borsighalle in Höhe des Familiengartens Eberswalde. Sie gehörte einst zu einer Eisenspalterei. Noch heute kommt der gewaltig wirkenden Halle eine architekturgeschichtlich besondere Bedeutung zu. Die stützenfreie Konstruktion aus halbkreisförmigen Eisengitterbögen diente unter anderem als Vorbild für zahlreiche Bahnhofshallen, wie zum Beispiel beim Bau des Berliner Hauptbahnhofes.Ragöser Schleuse am Finowkanal

Papier für die Queen aus dem Finowtal
Nur ein paar Kilometer weiter arbeitete die Papierfabrik Wolfswinkel. Die industrielle Produktion begann dort 1834. Eine Sensation war 1930 die Inbetriebnahme der damals modernsten Spezial-Papiermaschine Europas. Kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs stellte der VEB Papierfabrik Wolfswinkel wieder Papier her. Die handgeschöpften Papiere erlangten zu DDR-Zeiten einen weltweiten Ruf. Sogar Queen Elisabeth ließ sich dort ihr Briefpapier herstellen, heißt es auf einer Info-Tafel.

Nachdem man das alte Kraftwerk Heegermühle passiert hat, ist die Schleuse Heegermühle in Finow nicht mehr weit. Natürlich geht der Treidelweg noch viele Kilometer weiter. Doch wer Lust auf eine Abkühlung hat, sollte in Finow den Treidelweg verlassen und über die Biesenthaler Straße, am Flugplatz Finow vorbei bis zum Schwärzesee fahren, der mitten im Wald liegt. Nach einem Sprung ins Wasser geht’s anschließend über Biesenthaler Straße (für Autos gesperrt) je nach Kondition nach Melchow oder Biesenthal zum Bahnhof, wo die Züge im Stundentakt zurück in Richtung Berlin fahren. Gesamtlänge der Radtour: rund 15 Kilometer.

Finowkanal-App:

Der Finowkanal ist ein Erlebnis der besonderen Art. Schließlich führt diese Tour entlang der ältesten künstlichen Wasserstraße Deutschlands zu den interessantesten Plätzen der Industriegeschichte Brandenburgs. Zu diesen Wahrzeichen der Industrielandschaft im Finowtal zählt zum Beispiel der 1954 errichtete Montagekran „Eber“. Mittlerweile funktionslos geworden, wurde er für die Landesgartenschau Eberswalde saniert und im Jahr 2002 mit einer Aussichtsplattform versehen, der heute im Familiengarten steht. Weil der seit 2007 unter Denkmalschutz stehende Finowkanal zudem gänzlich Sportbooten vorbehalten ist, lässt sich hier die idyllische und ursprüngliche Landschaft besonders gut in Ruhe genießen. Hier geht’s zur App: www.finowkanal-industriekultur.de

Ausleihe für Boote: Unter anderem im Marinapark Eberswalde, dem ehemaligen Naturbad am Finowkanal, www.marinapark-eberswalde.de

Weitere Informationen:
www.unser-finowkanal.eu

www.win- brandenburg.de/fileadmin/user_upload/2020_Folder_Finowkanal_WInTO_GmbH_web.pdf

www.museum-eberswalde.de

www.reiseland-brandenburg.de/orte-regionen/wasserreviere/finowkanal

Die TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH wurde 1998 gegründet. Als Destination-Management-Organisation ist die TMB für die langfristige und nachhaltige Positionierung sowie Entwicklung und Vermarktung der touristischen Angebote im Land Brandenburg verantwortlich.

Adresse: TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH,  Am Neuen Markt 1 – Kabinetthaus, 14467 Potsdam

Telefon: +49 (0)331 29873-0 | Telefax: +49 (0)331 29873-73
E-Mail: service@reiseland-brandenburg.de | Internet: www.reiseland-brandenburg.de

Ausflugstipp: Zum Schiffshebewerk Nierderfinow

Wenn man von Eberswalde aus in östlicher Richtung fährt, dann kommt man über Ragöser- und Stecherschleuse Richtung Niederfinow und erlebt mit dem befahr- und begehbaren Schiffshebewerk ein Wunderwerk deutscher Ingenieurbaukunst.

Altes und neues Schiffshebewerk Niederfinow Foto: Weirauch

Altes und neues Schiffshebewerk Niederfinow Foto: Weirauch

Reise

Die grünen Oasen von Toulouse

Toulouse_Pont_Neuf_©_jourdenuit_-_matthieu_kriegerPont neuf, älteste Brücke von Toulouse © jourdenuit - Matthieu Krieger

Seit jeher ist die Hauptstadt der Region Occitanie bekannt für ein heiteres Ambiente, das auch während Covid-19 nicht beeinträchtigt wurde. Die Einwohner nahmen es gelassen hin, schätzten den langsameren Rhythmus und freuten sich über stiller gewordene Straßen. Seit kurzem genießen sie es erneut durch die Parks, an den Kais an der Garonne und am Canal du Midi zu flanieren. Schon seit Jahren ist die Fortbewegung mit dem Fahrrad in der Stadt beliebt, dazu leisten auch die Radwege am Kanal und Verleihstationen von Fahrrädern ihren Beitrag. Die Backstein-Fassaden von Toulouse sind nun wieder die leuchtende Kulisse für die typische Lebensfreude, die diese Stadt beherrscht. Auch für Touristen ist die Zeit gekommen, die großartigen Sehenswürdigkeiten zu besuchen und die entspannte Atmosphäre der Café-Terrassen in der Garonne-Metropole zu erleben, die Beachtung der Verhaltensregeln zum Schutz vor dem Corona Virus vorausgesetzt.

Perspektiven vom Wasser

Potsdam

Schloss Cecilienhof: Ausstellung zur Potsdamer Konferenz ab 23. Juni 2020

SPSG-POKO1945-PLAKAT-CORONA-Collage: Foto: SPSG / Julius Burchard

Ab 23. Juni ist im Schloss Cecilienhof die Ausstellung „Potsdamer Konferenz 1945 – Die Neuordnung der Welt“ zu sehen. Corona verhinderte den früheren Beginn, teilte die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) mit. Bis zum 1. November 2020 zeichnet die SPSG im Potsdamer Schloss Cecilienhof jene schicksalhaften Tage im Sommer 1945 nach und lässt Akteure und Betroffene sowie die bis heute spürbaren Auswirkungen anhand von Tagebuchausführungen, historischem Filmmaterial, Zeitdokumenten und Leihgaben aus dem In- und Ausland wieder lebendig werden.

Reise

Kirchenschätze entlang der Romantischen Straße

Wieskirche-Steingaden-PRBWieskirche in Steingaden Foto: Pressebüro Berghoff

In Krisenzeiten wie der  Corona-Pandemie suchen Menschen verstärkt nach innerer Ruhe und Ausgeglichenheit. Vieles, was für alle selbstverständlich war, und dazu gehört vor allem auch das Reisen, erscheint in einem neuen Licht. Dadurch rücken bisher weniger beachtete Orte ins Blickfeld, die es ermöglichen, einmal Innezuhalten und Durchzuatmen. Entlang der Romantischen Straße, Deutschlands bekanntester und beliebtester Ferienstraße, die von Würzburg bis nach Füssen führt, gibt es zahlreiche Kirchenbauten und Kunstschätze zu entdecken, bei deren Besuch man die Corona-Zeit hinter sich lassen kann und Inspiration findet für neue Taten und Wege. Ob Romanik, Gotik, Barock oder Rokoko: Es sind kontemplative Orte von kulturhistorischem Rang, die zu den bedeutendsten Bauten der Sakralarchitektur und der Kunst in ganz Süddeutschland gehören.

Deutschlands beliebteste Ferienstraße: Romantischen Straße 

1 Stunde weg

Deutschlands und Europas größter jüdischer Friedhof: Berlin-Weißensee

JüdischerFHWEissensee (11)Gedenken an die sechs Millionen Opfer des Holocaust Foto: Will

Deutschlands und Europas größter jüdischer Friedhof: Nazis schreckten vor Schändung und Zerstörung zurück.  Wer in Berlin-Weißensee, einem Ortsteil des Bezirks Pankow, die Indira-Gandhi-Straße entlang fährt, kommt an einer langen, einer sehr langen steinernen Mauer mit jüdischen Symbolen vorbei. Sie wird durch mehrere schmiedeeiserne Tore unterbrochen, so dass man einen alten, sehr alten Friedhof erkennen kann. Haben hier die Nazis, die ja sonst alle jüdischen Friedhöfe schändeten und zerstörten, etwas „vergessen“ oder „übersehen“?

Jüdischer Friedhof Weissensee Berlin
Eingang zum Jüdischen Friedhof ,Foto: Will

Historie und Gegenwart des Jüdischen Friedhofes Berlin Weissensee