Wohn- und Sterbehaus der Mutter Maria

Wenige Kilometer südlich der berühmten antiken Stadt Ephesus befindet sich das sogenannte Marienhaus.  Das Marienhaus ist  ein als Wohnung der Gottesmutter seit 1892 päpstlich anerkanntes Wallfahrtsziel.

Einer außerbiblischen Legende nach soll sich Maria nach der Himmelfahrt Jesu mit dem Kreis der Frauen um Jesus und mit dem Apostel Johannes in einem Haus in der Nähe von Ephesos (dem Haus der Mutter Maria) niedergelassen haben und bis zu ihrer eigenen Himmelfahrt viele Menschen in Heilkunde und der Lehre des Christentums unterrichtet haben.

Ich habe mir das auf einem Berg gelegene Marienhaus mitten im Wald  angesehen. Leider waren im Innern des von einer Kuppel bedeckten Steinbaus keine Fotos erlaubt. Es ist ein  byzantinisches Kirchengebäude, recht klein. Man kann den Besuch zusammen mit dem sieben Kilometer entfernten Ort Selczuk verbinden.

Wir mussten nicht lange warten. Durch ein Vestibül gelangt man in einen Hauptraum, in dessen Apsis ein Altar mit einem recht dunklen Marienbild steht der rechts davon abgehende Raum wird als Schlafzimmer der Maria bezeichnet. Ob es stimmt? Zumindest ist stets reger Betrieb an dieser weihevollen Stätte. Zu Maria Himmelfahrt soll man stunden warten, bis man das Haus besuchen kann, erzählt der kundige Führer.

An der Mauer der Brunneneinfassung befestigen Pilger tausende von Zetteln mit ihren Gebetswünschen.
An der Mauer der Brunneneinfassung befestigen Pilger tausende von Zetteln mit ihren Gebetswünschen.

Unterhalb des Hauses entspringt eine Quelle. Dem Wasser wird zumindest eine Heilwirkung nachgesagt. Pilger füllen es gern in Flaschen ab.

 

Wie alles in der Umgebung von antiken Stätten, so vermuten Archäologen auch im Umfeld des Marienhauses weitere Funde. Entdeckt wurden bei früheren Ausgrabungen mehrere Grablegen aus byzantinischer Zeit.   Im Hain weiter unterhalb der Anlage befindet sich außerdem ein rechteckiger, von Säulenarkaden begrenzter Platz mit einem mittelalterlichen Wasserreservoir, das von seiner Form her an ein übergroßes Ganzkörpertaufbecken erinnert. Vielleicht war es ja in früheren Zeiten ein taufplatz.

Laut Wikipedia gehört das Heiligtum seit über 60 Jahren einer „privaten Vereinigung aus den USA (The American Society of Ephesus), die der amerikanische Telekommunikationsunternehmer George B. Quatman (1890–1964) aus Cincinnati, Ohio, kurz zuvor als Stiftung zum Zweck der Unterhaltung des Marienhauses und anderer ephesinischer Gedenkstätten errichtet hatte.“

Wer einmal in der Gegend ist, der sollte sich auch unbedingt Ephesus anschauen, hier mein Bericht. Ebenfalls empfehlenswert ist das Oleatrium im Demirgen-Park.

Praktische Informationen

  • Anfahrt: vom Ortszentrum Selczuk über die Straße nach Aysin, dann über eine Panoramastraße hinauf ,
  • geöffnet: täglich von 8 bis 18 Uhr, winters bis 16.30 Uhr,
  • Eintritt: 6 Euro

Empfehlenswert: ein Besuch in Şirince

Nahe der Stadt Selçuk liegt das kleine Örtchen Şirince. Einst ein griechisches Dorf erinnern heutzutage enge Gassen, Kirchen und kleine Häuser an die typisch griechische Kultur. Heute wie damals ist es bekannt für seinen Weinanbau. Mein Bericht folgt hier später.

Übernachten: im zu den Paloma Hotels gehörenden Club Marvy in Özdere

Die Recherche nach Ephesus wurde von Öger Tours unterstützt. Hier geht es zur Seite des spezialisierteTürkei-Reiseveranstalters.

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