Volvo XC40 D4 AWD Momentum

Seit Ende 2017 kann der Volvo XC40 bestellt werden. Den Schweden liegen bisher rund 80.000 Vorbestellungen für das kompakte SUV vor. Um die große Nachfrage zu befriedigen, muss das Volvo-Werk im belgischen Gent seine Kapazitäten erweitern und im chinesischen Luqiao wird ab 2019 zusätzlich produziert. Was der kleine SUV-Neuling kann, soll ein Test klären.

Die schwedische Premium-Marke Volvo macht mit seinen Fahrzeugmodellen schon seit längerem alles richtig. Waren frühere Volvo-Modelle von der Sorte Quadratisch-Praktisch-Gut, ziehen heutige Fahrzeuge mit ihrem schicken Karosserie-Design die Blicke auf sich. Gerade im puncto Design hat sich bei Volvo sehr viel getan – innen wie außen.

Volvo gehört seit 2010 zum chinesischen Automobilhersteller Geely, und mit dem wurde die neue CMA-Plattform entwickelt. Der Volvo XC40 baut als erstes Modell auf dieser Plattform auf.

❏ Karosserie – Volvo XC40

Der Volvo XC40 streckt sich in der Länge auf 4,43 Meter. In der Breite sind es 1,86 Meter (mit Außenspiegeln 2,03 Meter) und in der Höhe 1,65 Meter. Zum Vergleich, ein VW Tiguan misst 4,48 x 1,84 x 1,70 Meter. Der XC40 ist aktuell der kleinste SUV von Volvo, passt aber mit seinem Karosseriedesign zur Markenfamilie von XC60 und XC90. Der kleine Schwede erreicht aber nicht ganz ihre Eleganz.

Volvo XC40 mit Schweden-Flagge als nettes Detail     Foto: Volvo

Kurze Überhänge, zweifarbige Lackierung (540 Euro extra) und eine kleine Schweden-Flagge am linken Kotflügel sind nur drei Details, die den kompakten Premium-SUV optisch von anderen Herstellermodellen in dieser Klasse unterscheiden. Der kleine Hochbeiner wirkt schon im Stand sehr edel, und das will Volvo auch mit seinem kleinsten SUV sein. Die Leuchtengrafik im „Thors-Hammer-Stil“ hat er von seinen Brüdern geerbt, und es steht ihm gut. Ambientebeleuchtung, LED-Nebelscheinwerfer und Voll-LED-Scheinwerfer kosten im Paket 700 Euro Aufpreis. Dazu die Heckleuchten in Form von Elchgeweihen, die Außenstehende zum Hinterherschauen animieren.

Volvo XC40 Momentum: Ein Heck zum Hinterherschauen       Foto: Volvo

Volvo bietet den XC40 in den Ausstattungslinien XC40, Momentum, R-Design und Inscription an. Der Testwagen war ein Volvo XC40 in der Momentum-Ausstattungslinie. Der Auspuff verschwindet unter dem in Hochglanzsilber gehaltenen Unterfahrschutz. Danke Volvo, dass ihr auf Fake-Blenden verzichtet habt! An die Anhängerkupplung kann der XC40 eine gebremste Last von 2,1 Tonnen hängen. Serienmäßig sind 18-Zoll-Alus mit der Bereifung 235/55 aufgezogen. Die vier Bügelgriffe sind beleuchtet und die Türen ziehen sich weit um die Schweller herum. Verschmutzte Hosen sind kein Thema mehr beim kleinsten Volvo-SUV.

❏ Kofferraum – Volvo XC40

460 Liter passen in den Kofferraum vom Volvo XC40          Foto: Volvo

Die Heckklappe ließ sich beim Testwagen elektrisch öffnen. Das kostet aber 1.050 Euro Aufpreis. Dann gibt es aber noch ein Gepäckraum-Trennnetz, elektrisch umlegbare Rücksitzlehen und Kopfstützen, die Schublade unter dem Fahrersitz und eine 12-Volt-Dose im Gepäckraum dazu. Die manuelle Methode zum Öffnen funktioniert natürlich auch. 460 Liter passen ins Heckabteil und fallen die Sitzlehnen (60:40 Verhältnis) um, sind es 1.336 Liter. 426 Kilogramm beträgt die maximale Zuladung. Das sind keine Spitzenwerte in dieser Klasse. Der Kofferraumboden lässt sich praktischerweise zum Raumteiler aufstellen.

❏ Innenraum + Ausstattung

Das Interieur vom Volvo XC40 zielt schon in Richtung Premium, obwohl auch Hartplastik an der einen oder anderen Stelle zu finden ist. Die verwendeten Materialien (Leder, Aluminium und aufgeschäumter Kunststoff) sind gut verarbeitet und eingepasst. Das Layout vom Armaturenbrett mit seinen klaren Linien ähnelt dem der großen Brüder XC60 und XC90.

Unterschiede gibt es z.B. bei der Form der Lüftungsdüsen, die Platzierung des Drive-Mode- und Starterknopfs und die Gestaltung rund um den Schalthebel. Der Fahrer blickt auf ein 12,3 Zoll großes digitales Cockpit mit Kartenansicht und natürlich auf das serienmäßige 9,2-Zoll große Touchscreen in der Mittelkonsole.

Volvo XC40: Schickes und klares Design       Foto: Volvo

Bedient wird der Screen wie ein iPad: Rein- und rauszoomen, wischen und tippen. Das lenkt aber teilweise auch ab. Über das große Display können verschiedenste Fahrassistenzsysteme angesteuert werden. Das ist schon großes Kino, wobei Grobmotoriker mit der Bedienung einige Probleme haben werden. Aber es gibt zur Not ja noch die Sprachsteuerung. Und man sollte Fingerabdrücke auf dem Display mögen.

Ansonsten ist der Volvo XC40 eine rollende Design-Box und begeistert die Insassen mit seinen schönen Details. Das Leder-Lenkrad lag angenehm griffig in der Hand und mit ein wenig Eingewöhnung, kommt man auch mit den Knöpfen klar.

Volvo XC40: Bequeme Sitze mit verlängerbarer Beinauflage     Foto: Volvo

Die Sitzposition auf der Lederbestuhlung ist für große und kleine Personen gut einstellbar. Gefallen hat mir die großzügige Breite des Innenraums. Und auch in der zweiten Reihe sitzt man recht ordentlich. Der XC40 ist vom Sitzkomfort her ein absolut langstreckentaugliches Fahrzeug. Weil die Lautsprecher in den vorderen Türen weit nach oben gewandert sind, hat der Volvo XC40 riesige Türtaschen. Hinten fallen sie deutlich kleiner aus. USB-Anschlüsse und Smartphone-Ladesystem erhöhen den Komfort für die Insassen. Für den guten Klang sorgte im Testwagen ein Soundsystem von Harman Kardon.

❏ Assistenzsysteme – Volvo XC40

Auch der kleinste Volvo-SUV kann beim Thema Sicherheit und Assistenzsysteme punkten. Zur Serienausstattung des XC40 gehören das Oncoming Lane Mitigation (greift bei drohenden Zusammenstößen mit entgegenkommenden Fahrzeugen ein), die Road Edge Detection (unbeabsichtigtes Verlassen der Fahrbahn wird durch Lenk- und Bremseingriffe verhindert) und das Run-off Road Protection. Außerdem ist das Volvo Safety Notbremssystem an Bord, das Kollisionen mit anderen Fahrzeugen, Motorrädern, Fußgängern, Fahrradfahrern und Tieren vermeiden soll. Ein Kreuzungs-Bremsassistent ist Bestandteil dieses Systems.

Optional bietet Volvo für den kleinen SUV das BLIS-System zur Überwachung des toten Winkels und den Park Assist Piloten mit 360° Kamera (1.880 Euro) an. Für die Sicherheit sorgen u.a. Kopf- und Schulterairbags für alle Insassen.

Motor + Fahrleistung

Volvo setzt bei seinen Modellen ausschließlich nur noch Vierzylinder-Motoren ein. Unser XC40-Testwagen hatte einen 2,0-Liter Reihenvierzylinder-Bi-Turbo-Diesel-Motor mit 190 PS. Ein SCR-Kat mit AdBlue-Einspritzung sind an Bord und der SUV erfüllt die Norm Euro-6d-Temp. Die maximale Leistung liegt bei 4.000 U/min an und das Drehmoment beträgt 400 Nm. Es liegt in einem schmalen Drehzahlband zwischen 1.750 und 2.250 U/min an. In 7,9 Sekunden beschleunigt der Hochbeiner auf 100 km/h und die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 210 km/h. Der Motor wirkt beim beschleunigen weder angestrengt, noch ist er für die Insassen akustisch störend. Die 8-Gang-Automatik schaltet harmonisch und unaufgeregt und passt gut zum 1,8 Tonnen schweren SUV.

Der Volvo XC40 erfüllt die Euro 6d-Temp-Norm    Foto: Volvo

Über die Drive Mode Funktion kann der Fahrer sich zwischen den Modis Comfort, Eco, Dynamic und Off-Road entscheiden. Geregelt werden dabei jeweils die Steuerungssysteme für Motor, Automatikgegtriebe, Lenkung, Bremsen, Fahrdynamikregelung und Start-Stopp-Funktion. Für mich war der Comfort-Modus die optimale Einstellung während der Testfahrt. Im Dynamic-Modus geht der Volvo XC40 zwar entschlossener zur Sache, er ist aber vom Charakter her doch mehr Cruiser als Racer.

Bei zügiger Fahrweise steigt außerdem der Verbrauch extrem an. Auf der Autobahn kam ich laut Bordcomputer locker über 11 Liter. Bei einem Tankinhalt von 54 Litern kommt man da nicht weit. Dank serienmäßigem Allradantrieb war Traktion kein Problem und in zügig gefahrenen Kurven blieb die Wankneigung zurückhaltend.

Volvo XC40     Foto: Volvo

Der Volvo XC40 hat eine Bodenfreiheit von 31 Zentimetern. Damit schafft er leichtes Gelände, aber ein echter Wühler ist er nicht. Der Wendekreis von 11,8 Metern machte sich manchmal in der Stadt negativ bemerkbar. Ansonsten arbeitet die Lenkung leicht und zielgenau. Die Bremsen sind für das Fahrzeuggewicht ordentlich dimensioniert und der Bremsdruck lässt sich gut dosieren. Obwohl der Volvo XC40 an der Hinterachse eine komplett neue Multilenker-Konstruktion erhalten hat, polterte der Test-SUV gelegentlich über Gullydeckel und Querfugen. Das kann natürlich auch an den 19-Zoll-Rädern gelegen haben. Ansonsten fährt er sich sehr komfortabel.

❏ Fazit + Preis vom Volvo XC40 D4 AWD

Der Volvo XC40 D4 AWD Momentum punktet mit seinem Karosserie- und Innenraumdesign. Die Technik hat mich genauso überzeugt, wie die umfangreichen Assistenzsysteme und sein Komfort (mit kleiner Einschränkung). Der Grundpreis für den kleinen SUV beträgt 44.800 Euro. Dabei ist er schon ordentlich ausgestattet. Natürlich bieten die Schweden optional noch eine ganze Reihe an Ausstattungspaketen an, damit sich jeder sein Fahrzeug so individuell wie möglich konfigurieren kann.

Der Testwagen kam mit Sonderausstattungen auf 55.490 Euro. Viel Geld für einen kompakten SUV, zumal nur zwei Jahre Garantie gewährt werden und der Volvo XC40 jedes Jahr zum Service in die Werkstatt muss.

Der Testwagen wurde von Volvo zur Verfügung gestellt.

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