Volvo V90 Cross Country „Ocean Race“

Den Volvo V90 Cross Country gibt es in Deutschland seit Februar 2017 zu kaufen. Die Schweden haben von ihrem hochgelegten V90-Kombi anlässlich der gerade stattfindenden Hochsee-Regatta „Volvo Ocean Race“ ein Sondermodell auf den Markt gebracht, den Volvo V90 Cross Country „Ocean Race“.

Das „Volvo Ocean Race“ findet alle drei Jahre statt und ist eines der härtesten Bootsrennen der Welt. Die Regatta startete am 22. Oktober 2017 im spanischen Alicante und führt die Teilnehmer in rund acht Monaten über 45.000 Seemeilen rund um den Globus. Der Zielhafen ist im Juni 2018 Den Haag. Und da Volvo auch für den aktiven Umweltschutz steht, wurden die Rennyachten mit Sensoren ausgestattet. Sie sollen während der Wettfahrt u.a. die Verschmutzung der Weltmeere erfassen.

❏ V90 CC „Ocean Race“ – Karosserie

Volvo V90 Cross Country „Ocean Race“ mit 21 cm Bodenfreiheit     Foto: Volvo

Mit Sensoren ist auch der Volvo V90 Cross Country „Ocean Race“ ausgestattet. Diese dienen unter anderem der Insassen-Sicherheit. Die Schweden haben die Vision, dass keine Person in einem Volvo-Fahrzeug mehr bei einem Unfall getötet oder schwerverletzt werden soll. Sicherheit war und ist schon immer ein großes Pfund der Marke Volvo.

Die Karosserie des Volvo V90 CC „Ocean Race“ hat gegenüber dem normalen V90-Kombi mehr Bodenfreiheit (plus 6 cm) und eine  rundum graue Kunststoffbeplankung. Mit der leicht angedeuteten Coupé-Form und den ausgewogenen Proportionen wirkt der Volvo für meinen Geschmack richtig schick. Optisch ist er jedenfalls schon Mal eine echte Alternative zu seinen Mitbewerbern wie z.B. Mercedes E-Klasse All-Terrain, VW Passat All-Treck oder auch den Audi A6 Allroad.

Volvo V90 Cross Country „Ocean Race“: Scheinwerfer in „Thors-Hammer“-Optik      Foto: Volvo

Der Volvo V90 Cross Country „Ocean Race“ hat eine Länge von 4,94 Metern, eine Breite von 1,88 Meter (mit Außenspiegeln 2,05 Meter) und in der Höhe sind es 1,54 Meter. Beim Radstand kommt der Schwede auf 2,94 Meter, was für ordentliche Platzverhältnisse der Insassen reichen sollte. Die Volvo V90-Edition gibt es ausschließlich in der Metallic-Sonderfarbe Chrystal White Pearl.

Zwischen den Voll-LED-Scheinwerfern Active High Beam in „Thors-Hammer“-Optik (980 Euro extra, LED-Scheinwerfer sind Serie) dominiert der Kühlergrill mit seinen senkrechten Streben in mattem Silber die Front des robusten Schweden. Das Sondermodell „Ocean Race“ erkennt man auch an den orangefarbenen Applikationen am Unterfahrschutz, den Radhäusern und Seitenschwellern.

Der Volvo V90 Cross Country „Ocean Race“ fährt serienmäßig auf 20-Zöllern      Foto: Volvo

Der Volvo V90 CC „Ocean Race“ fährt serienmäßig mit 20-Zoll-Rädern in der Dimension 245/45 in 5-Speichen-Diamantschnitt-Design vor. Damit kann der Schwede kleinere Ausflüge auf Wald- und Feldwegen unternehmen. Für den harten Offroad-Einsatz sind diese Reifen nicht geeignet, aber da will der Volvo ja auch gar nicht hin.

Die Fenster werden von einer umlaufender Chromleiste eingerahmt und die Antenne in Haifischflossenform sitzt auf dem Dach. Beleuchtete Türgriffe, Bodenbeleuchtung, Dachreeling und die elektrisch anklappbaren Außenspiegel in Wagenfarbe sind Serie – die verdunkelten Scheiben kosten Aufpreis.

Volvo V90 Cross Country „Ocean Race“      Foto: Volvo

Den Heckbereich prägen die bis zum breiten Dachkantenspoiler hochgezogenen Rückleuchten und die beiden Chromblenden der Auspuffanlage. Warum allerdings die Blinkleuchten bei einem Premiumfahrzeug nicht in LED-Technik leuchten, ist mir unverständlich. Das Cross-Country-Logo ist in die Stoßstange eingearbeitet. Die Ladekante hat eine Höhe von 68 Zentimetern und die Heckklappe schwenkt bis auf über zwei Meter in die Höhe.

❏ V90 CC „Ocean Race“ – Kofferraum

Geöffnet werden kann die elektrische Heckklappe (mit Einklemmschutz) per Knopf neben dem Lenkrad, mit einem Klick auf den Zündschlüssel oder an der Heckklappe selbst. Auf Wunsch geht es auch per „Fußschwenktechnik“. Die Anhängerkupplung sitzt unsichtbar unterm Heck und kann bei Bedarf elektrisch ausgeklappt werden.

Volvo V90 Cross Country „Ocean Race“: Die Ladekante ist 68 cm hoch      Foto: Volvo

Im Kofferraum des Volvo V90 CC „Ocean Race“ ist Platz für 560 Liter Gepäck und maximal 477 Kilogramm Zuladung (Zum Vergleich die Limousine Volvo S90: 500 Liter und 468 Kilogramm Zuladung). Bei umgeklappten Sitzlehnen (im Verhältnis 60:40) erhöht sich der Platz auf 1.526 Liter. Das Umklappen erfolgt elektrisch über einen Schalter im Kofferraum. Netter Nebeneffekt beim Umklappen: die Kopfstützen fallen gleich automatisch mit um.

Volvo V90 Cross Country „Ocean Race“ mit wasserabweisenden Gepäckboden    Foto: Volvo

Ein Teil des Ladebodens lässt sich als eine Art Raumteiler aufstellen. Den gesamten Ladeboden kann man natürlich auch öffnen. Der wird dann von einem Gasdruckdämpfer gehalten. Viel Platz findet man in der Ablage aber nicht vor. Das Notrad nebst Werkzeug liegt unter dem Ladeboden verstaut.

Volvo V90 Cross Country „Ocean Race“      Foto: Volvo

Der Volvo V90 CC „Ocean Race“ bietet auch im Kofferraum ein paar nette Features. Da wären z.B. der wasserdichte Gepäckraumboden in Teak-Optik, eine zusätzliche LED-Leuchte in der Heckklappe oder auch eine robuste LED-Taschenlampe mit drei Dimmstufen, die aus Aluminium für die Luft- und Raumfahrt gefertigt wurde. Ein Trennnetz ist genauso serienmäßig, wie die Laederaumabdeckung (beides leicht auszubauen), Verzurrösen, USB- und 12-Volt-Anschlüsse.

❏ Innenraum + Ausstattung

Der Kunde kann bei der Innenausstattung des Volvo V90 CC „Ocean Race“ zwischen den Farben Anthrazit oder Hell Beige inklusive Türverkleidungen mit Kontrastnähten und Anschnallgurten in Orange wählen. Die vorderen Türen lassen sich weit öffnen. Über die beleuchteten Aluminium-Einstiegsleisten mit dem „Volvo Ocean Race“-Schriftzug gelangt man auf die großzügig geschnittenen und komfortablen Sportsitze. Übrigens sind die Materialien im Innenraum wasserabweisend.

Volvo V90 Cross Country „Ocean Race“: Auffällig die farbigen Akzente       Foto: Volvo

Das Platzangebot für die Passagiere ist vorne wie hinten tadellos und dazu kann auch noch die Rundumsicht überzeugen. Trotz Panorama-Glasschiebedach war die Kopffreiheit im Testwagen ausreichend. Der Volvo ließ sogar einen halbwegs vernünftigen Blick nach hinten zu, aber auf Parkpiepser und Rückfahrkamera würde ich trotzdem nicht verzichten wollen. Hinten gibt es für 350 Euro extra integrierte Kindersitze. Den Test mit Nachbars Kindern haben die Sitze bestanden und wurden von den Jungs als cool bewertet.

Das Cockpit ist optisch und haptisch eine Sünde wert. Vorbei die Zeiten wo der Volvo-Fahrer auf eine Trutzburg schaute. Jetzt regiert das digitale Zeitalter im Armaturenbrett. Der Testwagen hatte das 12,3-Zoll große digitale Cockpit, dass zwischen dem Tacho und Drehzahlmesser auch eine Navigationskarte darstellen kann.

Volvo V90 Cross Country „Ocean Race“ mit digitalen Anzeigen     Foto: Volvo

Auffällig sind die wenigen Knöpfe und Schalter zur Bedienung des Volvo. Die Schweden haben jetzt in allen ihren Modellen einen aufrechten 9-Zoll Touchscreen im iPad-Design als zentrales Bedienelement verbaut. Hierüber wird so gut wie fast alles im Auto gesteuert und geregelt. Allerdings habe ich auch festgestellt, dass so faszinierend diese Technik ist, sie auch Nachteile hat.

Volvo V90 – Touchscreen
Volvo V90 Cross Country „Ocean Race“ mit 9-Zoll Touchscreen      Foto: Volvo

Da wären die ständigen Finger-Abdrücke auf dem Touchscreen, die nicht nur störend wirken, sondern vor allem unschön aussehen. Und was mich persönlich noch viel mehr störte, war die teilweise sehr umständliche und unklare Bedienung auf dem Touchscreen. Das Einstellen dauerte teilweise zu lange und lenkte vom Straßenverkehr ab. Da wünscht man sich zumindest für häufig zu benutzende Anwendungen den guten alten Knopf wieder.

Was aber überhaupt nicht ging, war der große schwarze Kasten mit den Kameras hinter dem Rückspiegel, der die Sicht auf Ampeln fast komplett versperrte.

Fußmatten aus recycelten Fischernetzen im „Ocean Race“      Foto: Volvo

Aber das Positive überwiegt beim Volvo V90 ohne Frage. Echtkarboneinlagen findet man im Volvo-Interieur genauso vor wie Leder, Chrom und Aluminium. Die Kombination daraus im Innenraum ist wirklich sehenswert und die Verarbeitung war beim Testwagen tadellos. Erwähnen möchte ich noch das Premium-Audiosystem „Sound by Bowers & Wilkins“. Neben der eleganten Metallverkleidung für die Lautsprecher, kann man seinen Lieblingssong akustisch so wahrnehmen, als sitze man in der Konzerthalle von Göteborg. Genial!

Volvo V90 Cross Country „Ocean Race“: Es gibt auch Elche in Deutschland!       Foto: Volvo

Beim Thema Sicherheit und Assistenzsysteme kann man mit dem Volvo V90 Cross Country „Ocean Race“ nichts falsch machen. Er setzt Maßstäbe bei der serienmäßigen Sicherheitsausstattung und was fehlt, kann optional geordert werden. Und dann hat der Volvo-Käufer wirklich das komplette Programm vom teilautonomen Fahren bis zum Erkennen von großen Tieren, wie Elche, Kühe oder Pferde, bei Tag und Nacht. Und selbsttätig bremst der Geländekombi im Notfall dann auch noch. Connectivität ist natürlich dem Volvo V90 kein Fremdwort.

❏ Motor + Fahrleistung

Für den Volvo V90 CC „Ocean Race“ gibt es insgesamt vier Motorisierungen: zwei Benziner und zwei Diesel. Alle haben einen Vierzylinder-Motor, serienmäßig Allrad und die 8-Gang-Geatronic an Bord. Der Testwagen hatte die schwächere Diesel-Motorisierung, die 190 PS leistet. Das maximale Drehmoment von 400 Newtonmetern liegt zwischen 1.750 und 2.500 U/min an. Die Höchstgeschwindigkei erreicht der knapp zwei Tonnen schwere Kombi bei 210 km/h und den Sprint von 0 auf 100 km/h absolviert er laut Datenblatt in 8,7 Sekunden.

Dick gepolsterte Motorabdeckung im Volvo-Testwagen     Foto: F. Moritz

Gestartet wird der Volvo V90 CC „Ocean Race“ über einen hübschen Drehknopf (nach rechts starten, nach links abschalten), der den Motor zum Leben erweckt. Der Vierzylinder-Diesel-Motor bleibt für die Insassen jederzeit auf einem angenehmen Geräuschniveau und fährt sich sehr nervenschonend. Die Achtstufenautomatik schaltet in den meisten Situationen sehr souverän und die Leistung des Motors reicht im Stadtverkehr wie auf der Autobahn völlig aus.

Volvo V90 Cross Country „Ocean Race“       Foto: Volvo

In der Stadt genehmigte sich der Testwagen laut Anzeige gute 8 Liter Diesel. Die elektrische Servolenkung arbeitet leicht, präzise, gefühlvoll und macht genau das, was sie soll. Der Wendekreis beträgt knapp 12 Meter und das merkt man in der einen oder anderen Situation doch deutlich. Vier Fahrprogramme bietet der Volvo: Eco, Dynamic, Gelände und Comfort. Letzterere Einstellung ist für meinen Geschmack auf befestigten Straßen die beste Variante.

Der Fahrkomfort war mit den 20-Zoll-Bereifung recht komfortabel und durch das Allradsystem waren Traktionsprobleme beim Testwagen kein Thema. Beim Thema Offroadtauglichkeit ist der Geländekombi Volvo V90 trotz seiner Bodenfreiheit, wie auch die meisten modernen SUVs, für den leichten Wald- und Wieseneinsatz geeignet, aber für mehr reicht es nicht.

❏ V90 CC „Ocean Race“ – Fazit + Preis

Den Schweden ist wieder Mal ein großer Wurf gelungen. Mit dem Volvo V90 Cross Country „Ocean Race“ haben sie ein optisch, fahrtechnisch und sicherheitstechnisch hochwertiges Fahrzeug in einem Nischensegment gebaut. Der Kompromiss zwischen leichter Geländetauglichkeit und komfortablen Reisewagen ist perfekt umgesetzt worden. Auch wenn der Volvo V90 Cross Country „Ocean Race“ ein tolles Auto mit nur wenigen Kritikpunkte ist, so habe ich zumindest beim Blick in die Preisliste Probleme.

Der Grundpreis liegt trotz umfangreicher Ausstattung schon bei stolzen 69.950 Euro. Der Testwagen mit Vollausstattung kam dann auf 86.329 Euro. Und das bei nur zwei Jahren Garantie. Alter Schwede!

Der Testwagen wurde bereitgestellt von VOLVO.

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