Vegane SauberKunst

Ein Täfelchen Seife als Belohnung …

Auf unseren Spuren durch Berlin und Brandenburg sind wir immer auf der Suche nach etwas Neuem. Bei strahlendem Sonnenschein waren wir sonntags im Berliner Nikolaiviertel unterwegs. Ein grün leuchtendes Logo an der Hauswand und wohlriechende Düfte kamen uns bekannt vor und zogen uns in den Laden. Außen verbreitete der Sonnenschein gute Laune, innen strahlten gleichfalls die weißen Regalmöbel, in denen die bunten Seifen wie kleine Kunstwerke drapiert waren.

Und es roch soooo gut. Nein, wir täuschten uns nicht. Es war ein SauberKunstladen, in den wir eingekehrt waren. Nur nicht auf der Insel Werder bei Potsdam – wo wir sonst immer unsere Seifen kauften – sondern in Berlins Nikolaiviertel, schräg gegenüber vom Roten Rathaus. Aber wie in Werder auch hier eine äußerst freundliche und kompetente Verkäuferin. Eben ‚SauberKunst – für Körper und Seele‘, irgendwie scheint das Verkaufsprodukt auch bei seinen Verkäuferinnen gute Laune zu verströmen.

Stefanie Höhne von der Seifenmanufaktur Sauberkunst auf der Insel Werder/Havel foto: Weirauch
Stefanie Höhne von der Seifenmanufaktur Sauberkunst auf der Insel Werder/Havel. Foto: Weirauch

Woher kommt Sauberkunst ?

Unsere Neugier war geweckt. Die Frage stand im Raum: Wo werden die herrlichen Seifen, die in Duft, Farbe und Form so erfrischend und heilsam (100 Prozent vegan) wirken, überhaupt hergestellt? Die junge Verkäuferin lud uns in die Manufaktur nach Groß Kreutz ein. Wir sollten uns nur vorher anmelden. Schon bei unserer ersten Nachfrage per Mail konnten wir einen Termin vereinbaren. Und so gelangten wir nach Groß Kreutz (Potsdam – Mittelmark). In unmittelbarer Nachbarschaft zum einstigen Gutshaus des Ortes (1765 bis 1767 von Carl Botho Gottfried von Hacken errichtet), liegt die „SauberKunst – Manufaktur“. Das Gutshaus kannten wir von früheren Besuchen, erinnert es in seiner Architektur doch an Schloss Sanssouci, gegenwärtig wird es restauriert.

Zu Besuch bei SauberKunst

SauberKunst hat sein Domizil ganz in der Nähe. Der ehemalige Hof, in dem die „SauberKunst“-Manufaktur wirkt, hat nicht weniger Charme. Bevor hier die kleinen duftenden Kunstwerke für Körper und Seele hergestellt werden konnten, musste die junge Geschäftsführerin Annett Förster das Gehöft als Produktionsstätte umbauen. Mit Unterstützung ihrer Familie und viel Elan entstand ein funktionierendes Anwesen, in dem heute  27 „SauberKünstler-innen“ ihrer Arbeit nachgehen. Auch wenn man in der Nähe vom Groß Kreutzer „Schloss Sanssouci“ sein Gewerbe betreibt, „ohne Sorge“ wird nicht alles zu bewältigen gewesen sein.

Die Chefin erzählt:

Ähnlich wie der preußische König Friedrich II. behält auch die Geschäftsführerin Annett Förster alles in einer Hand: Verarbeitung der hochwertigen veganen Produkte, umweltfreundliche Verpackung sowie moderner Vertrieb (über einen Shop auf www.SauberKunst). Die steigende, auch internationale, Nachfrage bestätigt ihr Konzept.

Annett Förster, die SauberKunst - Chefin Foto: Weirauch
Annett Förster, die SauberKunst – Chefin. Foto: Weirauch

Blick in die Siedeküche

In der gläsernen Manufaktur werden Seifen, Deos und Cremes ausschließlich auf pflanzlicher Basis hergestellt, für alle Hauttypen und auch Allergiker gut verträglich. Hinter einer großen Glasscheibe konnten wir den Prozess des Seifensiedens beobachten.

Die Seifenmasse wird in die Formen gegossen Foto: Weirauch
Die Seifenmasse wird in die Formen eingebracht. Foto: Weirauch
Kunstvoll verziert Tina die gegossene Seifenmasse Foto: Weirauch
Kunstvoll verziert Tina die gegossene Seifenmasse. Foto: Weirauch

Vier Wochen Reifezeit

Fast wie im Käsekeller kam ich mir vor. Auch ein Blick in das Lager, wo die Seifen rund vier Wochen „reifen“ (vergleichbar dem Reifen von Käse), wurde uns gewährt. Es ist eine richtige Manufaktur. Eingepackt und etikettiert wird  wie auch das Schneiden der Seifenstücke –  von Hand.

 

Blick in das Lager von SauberKunst Foto: Weirauch
Blick in das Lager von SauberKunst. Foto: Weirauch

Neuer Shop in Potsdam

Demnächst, am 24. März 2018, eröffnet sie ihr viertes Geschäft. Neben der Bundeshauptstadt, lädt dann auch in der Landeshauptstadt Potsdam im Atrium in der Dortustraße ein weiteres SauberKunst-Geschäft zum Schnuppern und Einkaufen ein. Ein besonderes Angebot an diesem Tag: das Einhornglitzergedöns-Shampoon.

Wegen der aufwändigen Herstellung wird es nur zu besonderen Anlässen hergestellt und verkauft.

Nochmal die Chefin: Wie kam es überhaupt zur SauberKunst? Die ausgebildete Heilpraktikerin machte sich die Sorgen ihrer ehemaligen Patienten zu eigen. Immer öfter fragten Patienten nach Pflegeprodukten für ihre Haut, immer öfter riet sie ihnen, Produkte aus natürlichen Rohstoffen zu verwenden. Bis Annett Förster den Entschluss fasste, zur „SeifenKünstlerin“ umzusatteln, das Hobby zum Beruf zu machen. Bereut hat sie es bis heute nicht.

Das Team von SauberKunst Foto: Sauberkunst
Das Team von SauberKunst. Foto: Sauberkunst

Ein junges Team unterstützt sie dabei, ihre Ideen umzusetzen. Die handgefertigten Körperpflegeprodukte sind zertifiziert und unterliegen strengen Kontrollen. Bis zu 5000 Liter Öle (beispielsweise Kokos-, Oliven-, Reiskeim-, Aprikosenkern- oder Rizinusöl) werden jährlich verarbeitet. Das Bio-Öl kommt zumeist aus Griechenland. Weitere Bestandteile sind u.a. Kokosmilch, Shea- und Kakaobutter, Bio-Kaffee und Bio-Kakao. Hinzu kommen diverse ätherische Öle und Seifenpigmente. Alle Zutaten sind zumeist Bio-Produkte.

Sanddorn-Früchte kommen aus der Firma von Christina Berger aus dem nahen Petzow, die Säfte aus der Mosterei Ketzür im Havelland. Einmal im Jahr wird alles kontrolliert durch die Lebensmittelüberwachung.

Handarbeit auch beim Zuschneiden der Seifenstücke Foto: Weirauch
Handarbeit auch beim Zuschneiden der Seifenstücke. Foto: Weirauch
Jedes Stück Seife wird per Hand etikettiert. Foto: Weirauch
Jedes Stück Seife wird per Hand etikettiert. Foto: Weirauch

Originelle Namen weisen auf den Duft bzw. dessen Wirkung hin: Grapefruit Rose, Espresso Orange, Kirsch- und Apfelblüte, Karma, Atlantis, Meertau, Salzperle, Samtweich, Sensibelchen, Luxusweib oder Drachenherz. Die meisten Namen stammen von den Mitarbeitern, aber auch Kundenwünsche werden aufgenommen. Überhaupt steht Kreativität, wie soll es anders sein, ganz oben.

Seife muss reifen und durchtrocknen – rund vier Wochen nach dem Ansetzen des Seifensudes kommen die Erzeugnisse in den Verkauf. So freuen wir uns demnächst auf den Frühling mit „Mohna-Lisa“, eine Sanddornseife, die ihren Namen nach der Mohnblüte erhält. Wieder ein schönes Farbenspiel: gelb, grün, rot und schwarz. Zu Ostern wird der Erdbeer-Rhabarber-Duft die Sinne anregen und einstimmen auf das berühmte Baumblütenfest in Werder.

Auch feste Shampoos sind immer mehr gefragt. Diese werden in einer Dependance im Ort Kloster Lehnin, wo fünf Mitarbeiter tätig sind, hergestellt.

Die kleinen Kunstwerke sind im Gebrauch ergiebig und auf Reisen unproblematisch, können beispielsweise in jede Handtasche verstaut werden und kommen ob ihres Aggregatzustandes durch jede Taschenkontrolle. Dazu bietet die Seifenmanufaktur auch passend die naturbelassenen Seifenablagen aus Luffa an.

Aber auch die Männer kommen nicht zu kurz. Natürlich können sie auch „ihre“ Körperschmeichler für den jeweiligen Hauttyp wählen. Rasierseifen wie z. B. „Hopfen und Malz“ sind sehr hautverträglich. Angerührt werden sie mit Bier aus der Potsdamer Braumanufaktur.

Und wer sich bei den vielen Produkten nicht entscheiden kann, die SauberKunst-Verkäuferinnen helfen gern weiter, gute Laune ist inbegriffen. Da macht der Einfkauf Spaß und ist gleichsam Erholung für die Seele – in brandenburgischen Geschäften nicht immer zu erwarten.

Für den Sommer plant Annett Förster ein kleines veganes Sommerfest und lädt zu einem Tag der offenen Tür in ihre Manufaktur ein.

Und wer es nicht schafft, in Groß Kreutz, Werder, Potsdam oder Berlin in einen SauberKunst-Laden zu schauen, der kann die engagierte 39-jährige Chefin und einige ihrer Mitarbeiter auf Messen in Frankfurt a. M., Paris, Köln oder Mailand antreffen. „Die Nachfrage wächst, wir bekommen immer mehr Aufträge aus Europa und Übersee“, so ihre Antwort.

Oder man geht einfach auf die online-Portale der SauberKunst – Filialen.

Aber am schönsten und erholsamsten ist ein Besuch im Geschäft … Den Tante Emma-Laden aus Kindheitstagen gibt es nicht mehr, aber das Gefühl in einem SauberKunst-Laden ist ähnlich. Nach dem Einkauf: ein Bonbon (Täfelchen Seife) als Belohnung inclusive …

Katrin Erdmann gehört zu den SauberKunst – Verkäuferinnen in Werder auf der Insel. Foto: Weirauch
Katrin Erdmann gehört zu den SauberKunst – Verkäuferinnen in Werder auf der Insel. Foto: Weirauch

Weitere Informationen

zu finden unter

www.sauberkunst.de

Hier ein Beitrag über die schöne Inselstadt von Werder. Dort befindet sich „unser“ SauberKunst Laden.

 

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