Sternfahrt für Ausbau des Bahnhofs Marquardt

Da quälen sich staugeplagte Potsdamer aus den nördlichen Ortsteilen Fahrland, Kartzow und Satzkorn über dichte Straßen in die Innenstadt und nach Berlin. Obwohl es ganz in der Nähe, im Ortsteil Marquardt einen Bahnhof gibt. Dort hält stündlich der RB 21 und fährt gen Potsdam beziehungsweise zweimal morgens und nachmittags bis Berlin-Friedrichstraße. Nur ist das Befahren der Zufahrtsstraßen von Satzkorn und Fahrland wegen starken LKW-Verkehrs und ohne Radwege, wie ich regelmäßig selbst erlebe, lebensgefährlich. Von dieser Seite befindet sich der Bahnhof in einer Wildnis. Seit Jahren sind Radwege geplant. Auch gibt es am Bahnhof Marquardt keinen Tunnel. Über einen sogenannten „Galgen“ (so wird der Bahnübergang genannt), sind mühevoll Räder und Kinderwagen zu schleppen. Eine Zumutung. Mit einer Sternfahrt haben am Samstag fast 100 Einwohner der Orte Fahrland, Satzkorn und Marquardt auf den notwendigen barrierefreien Ausbau des kleinen Haltepunktes aufmerksam gemacht.

Seit Jahren wird der Ausbau versprochen. Nichts geschieht, so BI- Sprecherin Tina Lange aus Fahrland. Das Ziel: Der Bahnhof Marquardt soll für die nördlichen Potsdamer Ortsteile zur Drehscheibe werden. Mit zusätzlicher Straße, vom Kreisel an der B 273 kommend, Park&Ride-Platz sowie Fahrradabstellanlage.

Dazu soll der RB 22 von Potsdam nach Oranienburg, der derzeit am Bahnhof Marquardt nicht hält, künftig im wachsenden Potsdamer Norden halten. Das erhöht die Attraktivität, damit mehr Fahrgäste den Regio nutzen. Denn oft kommen die nach Berlin und Potsdam fahrenden Pendler in den Frühzügen des RB 21 kaum noch Platz. Auch sollte der RB 21 künftig bis Berlin-Spandau fahren. Im Gespräch (Wissenschaftspark Golm und IHK-Studie) war gar die RB21 als „Wissenschaftsbahn“ von Potsdam über Golm-Marquardt-Spandau-Berlin HBf-Zoo-Potsdam-Griebnitzsee-Potsdam HBF zu führen.

Doch Land und Stadt haben den vor Jahren beschlossenen dringend notwendigen barrierefreien Ausbau des Bahnhofes Marquardt auf Eis gelegt, vertrösten auf 2019 und später.

Vor allem auch im Hinblick auf das in Sichtnähe entstehende große Wohngebiet Krampnitz bedeutet eine höhere Zugfolge und bessere Erreichbarkeit des Bahnhofes eine spürbare Entlastung der jetzt schon staugeplagten Zufahrtsstraße in die Potsdamer Innenstadt.

 

Susanna Krüger vom Ortsbeirat Satzkorn sagt: „Ein Tunnel mit Rampe soll den Bahnhof endlich barrierefrei machen.“ Auch Josef Grütter, der vor 3 Jahren mit der von ihm gegründeten BI „Hochspannung raus aus Marquardt“ einen großen Erfolg einfuhr, forderte einen runden Tisch unter Beteiligung von Vertretern der Deutschen Bahn AG, des Landes, der Stadt und den Ortsbeiräten der nördlichen Ortsteile.

Klare Ansagen an die Stadt- und Landespolitik richteten Susanna Krüger und Tina Lange während der Kundgebung im Obstgut Marquardt.

Hier der Wortbeitrag des BI-erprobten Josef Grütter aus Marquardt.

 

„Leider müssen die Bürger des Potsdamer Nordens wieder mal auf die Strasse gehen, um einzufordern, was die Politik und Verwaltung noch vor kurzem versprochen aber nun auf wann auch immer verschoben haben. Im Entwurf der Strategieglanung für die nördlichen Ortsteile Potsdam steht noch geschrieben, dass 2020 Zieltermin ist für Barrierefreiheit, Park & Ride beidseits des Marquardter Bahnhofs und höhere Taklung sowie Verbindung nach Spandau ab Marquardt. Im nun vorliegenden Endfassung des Strategieplans ist kein Zieltermin mehr genannt. Lapidar erwähnt wird, dass geplant werde.

Das Land BRB sowie Potsdam in seinen Leitlinien erwähnen, dass hohe Priorität haben Barrierefreiheit und optimaler ÖPNV. Der Bürger ist erfreut ob solcher Statements und erwartet, dass dementspreched auch zeitnah geplant und realisiert wird. Doch davon kann zurzeit keine Rede sei. Alles sei schwierig! Man habe andere Prioritäten! Und das angesichts der täglichen Verkehrsmisere auf B2 und B273 morgens nach Potsdam und abends hinaus.

Man werde abwarten und nach etwa drei Monaten nachfragen müssen, ob sich im Planungsstand etwas geändert habe, und gegebenenfalls wieder demonstrieren und dabei dann deutlicher werden müssen.

Interessant das Interesse der Politiker an der Sternfahrt. Außer einem Vertreter der LINKEN kein Vertreter anderer Parteien zu sehen. Oder hielt man sich im Hintergrund?

Zumindest eine/n GÜNEN hätte man doch erwarten können. Fehlanzeige. Wahlkampf vorbei. Der Bürger hat gewählt. Nun machen wir weiter wie zuvor. Der Bürger als Störenfried?

Die rege Teilnahme an der Sternfahrt hat gezeigt, dass die Bürger durchaus bereit sind, auf Rad und ÖPNV umzusteigen. Aber wo kein Angebot, da keine Teilnahme!“

Hier geht es zur Bürger_innen-Initiative Fahrland.

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