Schwerin zu Fuß entdecken

Schwerin: märchenhaft

Touristen, die erstmals nach Schwerin kommen, wundern sich meist über sich selbst: Warum haben sie nicht schon viel früher diese wunderschöne Stadt für sich entdeckt? Sie hatten vielleicht irgendwann einmal das Schloss Schwerin auf einer Postkarte gesehen und spätestens zur Bundesgartenschau im Jahre 2009 auch davon gehört, dass es hier schöne Parkanlagen, zahlreiche Seen und überhaupt viel Landschaft geben soll, aber das würde man sich ja immer noch ansehen können – bei einem Abstecher von Berlin oder Hamburg aus … Am Besten kann man Schwerin zu Fuß entdecken.

Uunzählige Türme und Türmchen, gekrönt von goldenen Kuppeln und funkelnden Zinnen, machen das Schweriner Schloss zu einem regelrechten Märchenschloss. Foto: Weirauch
Uunzählige Türme und Türmchen, gekrönt von goldenen Kuppeln und funkelnden Zinnen, machen das Schweriner Schloss zu einem regelrechten Märchenschloss. Foto: Weirauch

Schweriner Schloss

Bei einem solchen „Abstecher“ wird klar: Die kleinste Landeshauptstadt Deutschlands bewirkt nicht selten Liebe auf den ersten und auch jeden weiteren Blick. Der Begriff „Märchenschloss“ scheint hier im Herzen Mecklenburgs enstanden zu sein. Man könnte meinen, dass im Schweriner Schloss nicht etwa die Landtagsabgeordneten ihre Büros, sondern Dornröschen, Schneewittchen und König Drosselbart gleichermaßen ihr Zuhause zu haben. Der letzte Residenzbau Europas beflügelt die Fantasie und erzählt gleichzeitig die Geschichte der hier über Jahrhunderte wirkenden Herzöge.

Schweriner Ensemble gen UNESCO-Welterbe?

Aber nicht nur das Schloss vermag zu bezaubern: Das im 19. Jahrhundert aus Regierungsgebäuden, Stadtvillen, Schlossbrücke, Theater und Museum entstandene Gesamtensemble gilt zusammen mit dem 25 Hektar großen Schlossgarten als einzigartig und wurde deshalb im Jahre 2014 auf die deutsche Vorschlagsliste für das UNESCO-Welterbe gesetzt.

Spaziergang durch Schwerin

Der Spaziergang vom Schloss aus durch die Schweriner Altstadt führt unweigerlich zu einer Begegnung mit dem Wirken Georg Adolph Demmlers. Der aus einfachen Verhältnissen stammende Schinkel-Schüler brachte es bis zum Hofbaurat und entwarf von den 1820er Jahren bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts die Pläne für etliche öffentliche und herrschaftliche Gebäude der Stadt – beispielsweise für den Marstall, das Arsenal und die Rathausfassade.

Das Arsenalgebäude am Pfaffenteich - Schwerins beschauliche »Binnenalster«, Foto: Weirauch
Das Arsenalgebäude am Pfaffenteich – Schwerins beschauliche »Binnenalster«, Foto: Weirauch

Bis dahin war das Stadtbild über Jahrhunderte geprägt durch die Symbole der beiden hier ansässigen Machtpole – das Schloss für die Präsenz der herzoglichen Residenz auf der einen Seite und den Dom für den Sitz des Bistums auf der anderen Seite.

Auf dem Altstädtischen Markt erzählt das Löwendenkmal vom Stadtgründer Heinrich dem Löwen. Foto: D.Weirauch
Auf dem Altstädtischen Markt erzählt das Löwendenkmal vom Stadtgründer Heinrich dem Löwen. Foto: D.Weirauch

Dazwischen wirkte Schwerin bis ins 19. Jahrhundert hinein eher dörflich: Viele heute noch gut erhaltene Fachwerkhäuser zeigen den Kontrast zwischen den einfacheren Häusern vergangener Zeiten und den prunkvollen Gebäuden des 19. Jahrhunderts.

Blick auf den Marktplatz von Schwerin Foto: Weirauch
Blick auf den Marktplatz von Schwerin Foto: Weirauch

Entdeckungen in Schwerin

Aber ein Spaziergang durch Schwerin bietet nicht nur architektonische Entdeckungen: Am Altstädtischen Markt ebenso wie in den Seitenstraßen und den für mecklenburgische Verhältnisse durchaus steilen Gassen findet man von der „KostBar“ bis zur „Guten Quelle“, dem einstigen Wohnhaus Fritz Reuters, zahlreiche gastronomische Überraschungen und auch kulturelle Gegensätze.

Bekannt für gute Küche: "Gute Quelle", einstiges Wohnhaus Fritz Reuters Foto: Weirauch
Bekannt für gute Küche: „Gute Quelle“, einstiges Wohnhaus Fritz Reuters Foto: Weirauch

Einerseits zeigt das Staatliche Museum Gemälde weltbekannter holländischer Maler des 17. und 18. Jahrhunderts, die jeder aus dem eigenen Schulbuch kennt, im Original, andererseits erzählt der Inhaber des vielleicht kleinsten Museums Deutschlands die Geschichte der „Gelbgießerei“, also der Herstellung von Gegenständen aus Messing.

Was für eine Kulisse: Mecklenburgisches Staatstheater und museum, Foto. Weirauch
Was für eine Kulisse: Mecklenburgisches Staatstheater und museum, Foto. Weirauch

Einerseits ist das Mecklenburgische Staatstheater weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt für seine grandiosen Inszenierungen, andererseits ist die Werkstatt des Schweriner „Klockenschausters“ mit ihren rund 15 Quadratmetern inszwischen längst kein Geheimtipp mehr: 30 Besucher drängen sich hier regelmäßig, wenn die „Kultur beim Klockenschauster“ zu Konzerten auf kleinstem Raum lädt.

Auf dem Schlachtermarkt steht seit 1979 der Brunnen von Stefan Horota, der das alte niederdeutsche Scherzlied "Von Herrn Pastor sin Kauh" darstellt. Foto: Weirauch
Auf dem Schlachtermarkt steht seit 1979 der Brunnen von Stefan Horota, der das alte niederdeutsche Scherzlied „Von Herrn Pastor sin Kauh“ darstellt. Foto: Weirauch

Insbesondere vom Frühling bis zum Herbst ziehen Gastronomie und Kultur aber gern auch ins Freie: kulinarische Stadtführungen stehen auf dem Programm und der Schlossgarten verwandelt sich für einige Tage in einen „GourmetGarten“.

Theater-Aufführungen vor der Schlosskulisse gehören ebenso zur Tradition wie Feste mit historischem Flair. Immer wieder zeigt sich, dass sich Schwerin am besten zu Fuß oder vom Wasser aus entdecken lässt. Wer die Stadt der Seen und Wälder nicht nur als Zwischenstopp betrachtet und mehr als nur einen Abstecher für die paar Stunden einplant, der wird mit unvergesslichen Momenten belohnt …

Sonnenuntergang am Ziegelaussensee von Schwerin, Foto: Weirauch
Sonnenuntergang am Ziegelaussensee von Schwerin, Foto: Weirauch

Informationen zu Schwerin

  • Adresse: Tourist-Information Schwerin, Am Markt 14, 19055 Schwerin
  • Tel.: 0385 5925212
  • E-Mail: info@schwerin.info
  • Internet: www.schwerin.info
  • Übernachtungstipp: Hotel Frankenhorst am Rande von Schwerin.
  • Beliebt ist die Seesauna, Foto: Raphael Hotels
    Beliebt ist die Seesauna im Best Western Hotel Frankenhorst , Foto: Raphael Hotels
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