Rund um die Insel Potsdam

Rund um die Insel Potsdam ? Ja, das funktioniert ganz gut: Die Insel Potsdam lässt sich am besten per Schiff umrunden. Touristen aus aller Welt sind begeistert von den Schönheiten der Stadt Potsdam, von ihren Schlössern und Gärten und den berühmten Bauwerken verschiedener Epochen. Dass Potsdam aber auch eine riesige Insel und nur über  wenige Brücken mit Berlin sowie dem Umland verbunden ist, wissen die wenigsten. Abfahrt und Ziel solcher Touren ist meist das Anlegebecken an der Langen Brücke unterhalb des Hotels Mercure. Auch die Reederei Herzog bietet von Ketzin aus solche FahrtenRund um die Insel Potsdam  an.

Blick zum Landtag Potsdam
Blick zum Landtag Potsdam, das wieder aufgebaute Stadtschloss, Foto: D.Weirauch

Von Schloss zu Schloss

Wir besteigen das Schiff an der Langen Brücke, im Rücken des als Landtag wiederaufgebauten Potsdamer Stadtschlosses. Links die Speicherstadt mit den früheren Potsdamer Mühlenwerken. Einige Gebäude stammen noch von Karl Friedrich Schinkel und Ludwig Persius. In den letzten Jahren wurde dort kräftig gebaut – mittlerweile ist die sogenannte Speicherstadt ein beliebtes Wohnviertel.

Blick auf das Potsdamer Stadtzentrum, Foto: D. Weirauch

Rund um die Insel Potsdam

 

Blick auf die Speicherstadt
Blick auf die Speicherstadt
 In den Jahren 1891/1911 entstanden auf Hermannswerder die Gebäudekomplexe der Hoffbauerstiftung. Hermann Hoffbauer (1819-1884), Inhaber großer Handels- und Industriehäuser, stiftete Teile seines Vermögens für wohltätige Zwecke. Caritativ ist die Arbeit der Hoffbauer-Stiftung noch heute. Auf der Insel befinden sich ein evangelisches Gymnasium und das Inselhotel Potsdam.

Medaillenschmiede für Schwimmer und Ruderer

Rechts sehen wir dann das Gelände des einstigen Luftschiffhafens, heute ein beliebtes Sportzentrum. Zahlreiche Olympiasieger hatten hier ihre Wurzeln. Das angrenzende Kongresshotel erinnert mit einer kleinen Ausstellung an die Zeit, als auf dem Areal Luftschiffe hergestellt wurden. Auch Graf Zeppelin ist von dort aus gestartet. Wir fahren in den fünfeinhalb Kilometer langen und rund 1,3 Kilometer breiten Templiner See ein.

Schloss für eine Kurfürstin in Caputh

Auf der linken Seite taucht dann Caputh auf. Schon von weitem ist das Schloss Caputh zu sehen. 1998 nach umfangreicher Restaurierung wiedereröffnet, strahlt die Fassade in Ocker und Weiß den Passagieren entgegen.

Schloss Caputh
Schloss Caputh

Unsere Schiffsfahrt verläuft weiter durch das Caputher Gemünde. Beliebtes Fotomotiv ist die Seilfähre mit dem originellen Namen „Tussy“. Nach dem Passieren des Caputher Gemündes breitet sich der 5,5 Kilometer lange und zwei Kilometer breite Schwielowsee aus.

Havelländische Malerkolonie

Am südlichen Ende des Schwielowsees liegt Ferch. Bereits um die Jahrhundertwende war es ein beliebter Erholungsort für Künstler. Die dortigen Ausflugslokale sind im Sommer allein schon wegen der herrlichen Blicke über den Schwielowsee touristische Attraktionen. Nächste Anlegestelle ist Baumgartenbrück in Geltow.

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Idyllisch gelegen:Fährhaus Caputh

Der märkische Wanderer und Schriftsteller Theodor Fontane rühmte die Schönheit dieses Platzes und nannte ihn eine Brühlsche Terrasse am Schwielowsee. In Geltow befindet sich die sehenswerte Museumsweberei „Henni Jensch-Zeymer“.

Inselstadt Werder

Das Schiff fährt weiter nach Werder, die Inselstadt ist vor allem während der Baumblüte ein viel besuchtes Ausflugsziel. Unter der Eisenbahnbrücke hindurch gelangt man auf den Großen Zernsee. Mit rund 250 Hektar ist er einer der größten Seen in der wasserreichen Landschaft um Potsdam. Am linken Havelufer liegt der beschauliche Ort Phöben. Im Göttinsee beginnt der 1874 bis 1878 gebaute Sacrow-Paretzer Kanal.

Mühle auf der Insel Werder
Mühle auf der Insel Werder, Foto: D.Weirauch

In Werder steigen wir aus und schauen uns die Inselstadtan. Dort gibt es mit dem Dolci e gelati eine der wohl besten Eiscafes im Umland von Berlin. Hier mehr zum Eiscafe.

dolci e gelati in Werder, Foto: D.Weirauch
dolci e gelati in Werder, Foto: D.Weirauch

Schloss Paretz – Rückzugsort für eine Königin

Linkerhand liegt Paretz. Der spätere König Friedrich Wilhelm III. erwarb 1795 das Gut und ließ sich hier von David Gilly in den Jahren 1796/97 ein Schloss errichten – „Schloss-Still-im-Land“. Mit diesem Ort verbindet sich vor allem die Erinnerung an die populäre Königin Luise, die hier auf dem Land das Glück fand, das sie in den großen Residenzen von Berlin und Potsdam so sehr vermisste.

Schloss Paretz im Havelland
Schloss Paretz im Havelland, Foto: D.Weirauch

Rosenkreuzer in Marquardt – Fontane schwärmte

Während der Fahrt über den Schlänitzsee kommt Schloss Marquardt in Sicht. Es gilt als das geheimnisvollste Schloss im Havelland. Heute ein Ortsteil von Potsdam, erinnert man sich dort an die Zeiten, als Preußenkönig Friedrich Wilhelm II. hier in einer geheimnisvollen blauen Grotte spiritistische Sitzungen mit dem Geheimbund der Rosenkreuzer abgehalten haben soll.

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Das Schloss Marquardt gehört heute einem Münchner Investor, es wird vorrangig für Filmaufnahmen und Hochzeiten vermietet. In den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts war es ein beliebtes Ausflugshotel des Hotelkonzerns Kempinski.

Schloss Marquardt im Sommer 2016
Mit viel Liebe richtet Christian Schulze die Festtafel her, Foto: D.Weirauch

Wo einst Adlon und Siemens logierten

Weiter geht es über den Sacrow-Paretzer Kanal, es folgen der Fahrlander See und der schmale Weiße See mit Neu-Fahrland am Nord- und Nedlitz am Südufer. Prächtige Villen, wie die Villa für Louis Adlon, den Berliner Hotelkönig, erinnern an einstige Größen.

Von hohen Bäumen verdeckt ist der „Heinenhof“, 1909/11 im Auftrag von Carl Friedrich von Siemens durch den Berliner Architekten Otto March errichtet. Das Anwesen mit einem großen Park steht 2015 zum Verkauf. Prächtig restauriert ist dagegen die Villa „Dieringshofen“, zu DDR-Zeiten Sitz der amerikanischen Militärmission und mittlerweile privat genutzt. Weiter geht unsere Fahrt Rund um die Insel Potsdam.

Gepflegte Biere in der Meierei auf der Insel Potsdam

Schon ist der Jungfernsee erreicht. Auf der rechten Seite an der Bertinistraße ist die weiß leuchtende Villa Jacobs wie Phönix aus der Asche vom Berliner Architektenehepaar Ludes komplett neu erbaut worden.

Foto: Meierei Potsdam
Foto: Meierei Potsdam

Dahinter reihen sich auf der Insel Potsdam Landhäuser, die eher an kleine Schlösser erinnern: beispielsweise die Villa Gutmann, sie gehört der Familie der Schauspielerin Nadja Uhl oder die Villen Kensington, Ulmenhof oder Mendelssohn-Bartholdy.

Cecilienhof und Glienicker Brücke

Nach der Meierei kommt der Neue Garten mit Schloss Cecilienhof ins Bild. Um die im Vordergrund sichtbare marode Muschelgrotte kümmert sich ein Verein. Die einstige sogenannte Borkenküche und die mit Borken verkleidete Eremitage wurden nach 2000 von den beiden Potsdamer Rotary Klubs wieder aufgebaut.

Schloss Cecilienhof in Potsdam, Foto: D.Weirauch
Schloss Cecilienhof in Potsdam, Foto: D.Weirauch
Braumeister Jürgen Solkowski von der Meierei Potsdam, Foto: D.Weirauch

Im Vordergrund leuchten nun das Schloss von Klein-Glienicke sowie das Casino. Linkerhand die Heilandskirche von Sacrow, etwas weiter entfernt die Pfaueninsel.

Villa Bergmann in der Berliner Vorstadt
Villa Bergmann in der Berliner Vorstadt

Unter der Glienicker Brücke hindurch, vorbei an der Villa Schöningen, gleitet das Schiff dann hinüber in den Tiefen See und mit einem Blick nach links auf Schloss und Park Babelsberg nähern wir uns nach fast vier Stunden wieder dem Potsdamer Hafen.

Schiffbauergasse Potsdam

Doch zuvor kommen wir an der Schiffbauergasse vorbei und begegenen dann im Hafen Potsdam dem legendären, noch mit kohle beheizten Dampfschiff „Gustav“.

Dort endet unsere Fahrt Rund um die Insel Potsdam.

 

Dampfschiff Gustav auf der Havel, Foto: D.Weirauch
Dampfschiff Gustav auf der Havel, Foto: D.Weirauch

Informationen

  • Start/Ziel: Hafen der Weißen Flotte gegenüber Hauptbahnhof Potsdam
    Anfahrt: S-Bahn 7, RE 1 oder mit dem Auto Zufahrt über Breite Straße, Schlossstraße und am Lustgarten (Parkplätze: hinter dem Lustgarten)
  • Adresse: Weiße Flotte Potsdam, Lange Brücke 6, 14 467 Potsdam
  •  Telefon: 0331/27 592-10/-20/-30
  • Internet: www.schiffahrt-in-potsdam.de
  • Internet: www.reederei-herzog.de

Hier gibt es weitere Tipps für einen Besuch in Potsdam.

hier ein gutes Buch über Potsdam.

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