Jeep Renegade_75th_Anniversary
Jeep Renegade „75th Anniversary“ im Test

Der Jeep Renegade ist das jüngste Mitglied in der Jeep-Familie und seit 2014 auf dem deutschen Markt. Er ist das kleinste und preislich günstigste Modell in der Jeep-Flotte. Trotz seiner kompakten Karosseriemaße ist der Jeep Renegade ein Fahrzeug, dass nicht nur auf Naturbursche macht, sondern auch echte Offroad-Qualitäten besitzt.
Zum Einzeltest stand das Sondermodell Jeep Renegade „75th Anniversary“ 2.0 MultiJet AWD mit 140 PS und Neungangautomatik bereit.

Die Feierlichkeiten zum 75. Geburtstag der US-amerikanischen Automarke Jeep liegen schon ein paar Monate zurück. 2016 war das Jubiläum und aus diesem Anlass kam das Sondermodell Jeep Renegade „75th Anniversary“ auf den Markt. Jeep gehört zum Fiat-Chrysler-Konzern und der Renegade verwendet die gleiche Plattform wie der Fiat 500 X und wird im italienischen Melfi zusammengeschraubt.

❏ Karosserie: Jeep Renegade

Jeep Renegade "75th Anniversary"
Jeep Renegade „75th Anniversary“ in Jungle-Green-Lackierung    Foto: Jeep

21,4 Prozent aller in Deutschland 2016 neu zugelassenen Pkw gehören in die Fahrzeugklasse der SUV/Geländewagen. Der SUV-Trend boomt und auch Jeep profitiert als Hersteller von allradgetriebenen Fahrzeug davon. Der Jeep Renegade hat eine Karosserielänge von 4,26 Metern, eine Breite von 1,81 Metern und eine Höhe von 1,70 Meter. Anders ausgedrückt sind das noch stadttauglich dimensionierte Maße. Der Radstand beträgt 2,57 Meter und es gibt den Renegade ausschließlich als fünftüriges Fahrzeug.

Jeep Renegade_75th_Anniversary Foto: Jeep
„Willys MB“ links und Jeep Renegade „75th Anniversary“   Foto: Jeep

Optische Anleihen vom Ur-Jeep „Willys MB“ sind gewollt. Neben den sieben senkrechten Streben im Frontgrill, gibt es noch runde Scheinwerfer (Bi-Xenon-Scheinwerfer) mit einem integrierten „X“. Dieses „X“ ist eine Reminiszens an den Benzinkanister des „Willys MB“.

Das Sondermodell Jeep Renegade „75th Anniversary“ unterscheidet sich von den anderen Ausstattungsvarianten auch durch seine bronzefarbenen Akzente, die da wären: Nebellampenumrandung, 18-Zoll-Felgen, Dachreling, Embleme oder auch der Frontgrill. Und natürlich durch die Sonderlackierung „Jungle Green“ (990 Euro extra) und dem schwarzen Dach.

Jeep Renegade "75th Anniversary"
Jeep Renegade „75th Anniversary“    Foto: Jeep

Neben der Sonderausstattung „75th Anniversary“ gibt es den Renegade noch in den Ausstattungslinien Sport, Limited, Longitude und Trailhawk. Die eckigen Radhäuser und die aufrechte Frontscheibe geben dem Jeep Renegade seine Charakteristik. Er will nicht den glatt-gelutschten Poser für den Boulevard darstellen, sondern den ehrlichen und zuverlässlichen Kumpel für jedes Terrain.

❏ Jeep Renegade: Kofferraum

Auch in den Rückleuchten nimmt der Jeep Renegade wieder das „X“ auf. LED-Leuchtmittel gibt es weder im vorderen noch im Heckbereich. Die Öffnungstaste für die Heckklappe liegt absolut ungünstig und schmutzige Finger waren bei den jetzigen Witterungsbedingungen jedes Mal garantiert. Von innen lässt sich die Heckklappe nicht öffnen, nur noch über den Zündschlüssel. Die Heckklappe schwenkt auf etwa 2 Meter in die Höhe und dann kann das Gepäck über eine 79 Zentimeter hohe Ladekante verstaut werden.

Jeep Renegade_75th_Anniversary Foto: Jeep
Jeep Renegade „75th Anniversary“    Foto: Jeep

Hinter der Heckklappe ist Platz für 351 Liter Gepäck. Die Rücksitzlehnen können im Verhältnis 60:40 umgeklappt werden und dann sind 1.297 Liter Zuladung möglich. Bei 475 Kilogramm Zuladung ist das Maximum beim Jeep Renegade erreicht. Neben einem doppelten Ladeboden und der etwas umständlich auszubauenden Hutablage, können Gegenstände von über zwei Metern Länge verstaut werden. Nicht schlecht für einen Auto seiner Größe. Übrigens befindet sich unter der Sitzfläche des Beifahrersitzes noch ein Staufach – praktisch.

Wer sich eine Anhängerkupplung mitbestellt, kann gebremste Hänger bis 1.500 Kilogramm an den Haken nehmen. Eine sehr findige Idee fand ich hinter der Tankklappe. Eine Art Gummideckel ist mit der Klappe verbunden und erspart so den Schraubverschluss.

❏ Jeep Renegade: Innenraum

Der Jeep Renegade hat 20 Zentimeter Bodenfreiheit und hohe Sitze. Einsteigen durch die weit öffnenden Türen ist also kein Problem. Einfach den Popo nach innen drehen und schon sitzt man. Die Sitzposition geht völlig in Ordnung und die Rundumsicht fällt recht positiv aus. Dazu gibt es noch zwei große, elektrisch anklappbare Außenspiegel mit Totwinkelwarner.

Jeep Renegade 75th Anniversary
Jeep Renegade „75th Anniversary“ Innenraum    Foto: Jeep

Die vorderen Sitze bieten ordentlich Platz überm Scheitel und in der Breite. Hinten ist es für Großgewachsene etwas eng, wobei zwei Personen mit normaler Körperstatur noch recht passabel untergebracht sind. Der Jeep Renegade misst halt nur 4,26 Meter in der Länge. Langweilig wird es im Renegade-Cockpit nicht. Bei der Materialanmutung und -qualität sollte man im Hinterkopf haben, dass man nicht in einem Premiumfahrzeug sitzt.

Die Einrichtung würde ich als robust bezeichnen. Passt aber irgendwie zum Charakter des Fahrzeugs. Es gibt natürlich auch Softtouch, einige Chromeinfassungen und zweifarbige Stoffbezüge im Innenraum. Die Verarbeitung war erstaunlich gut für einen Ami aus italienischer Produktion.

Jeep Renegade "75th Anniversary"
Jeep Renegade „75th Anniversary“ mit 6,5 Zoll Touchscreen     Foto: Jeep

In der Mitte des Armaturenbretts sitzt der 6,5 Zoll Touchscreen für das Infotainmentsystem, Telefon, Rückfahrkamera und die Navigation. Darunter sitzen drei Drehregler für die Klimatisierung und eine weitere Etage tiefer liegt die Bedieneinheit für die Offroadeinstellungen (Auto, Snow, Sand und Mud). Natürlich gibt es auch einen USB- und Aux-Anschluss und in der 2. Reihe war beim Testwagen sogar eine 230-Volt-Steckdose (150 W) vorhanden. Die Ablageflächen in allen vier Türen könnten größer sein, aber warum haben die hinteren Fenster keinen Einklemmschutz?

Hinter dem beheizbaren Lederlenkrad befinden sich die beiden analogen Rundinstrumente. Dazwischen sitzt noch ein Display für diverse Fahrzeuginformationen und die Leuchtanzeigen für Kühlwassertemperatur und Tankinhalt. Diesen Screen kennt man auch aus anderen Jeep-Modellen. Die einzige Anzeige für die Uhrzeit befand sich im großen Touchscreen und ist leider sehr klein ausgefallen.

Jeep Renegade 75th Anniversary
Jeep Renegade „75th Anniversary“ mit „Fruschluftluken“   Foto: Jeep

Zur Ausstattung des Testwagens Jeep Renegade „75th Anniversary“ gehörten neben einem Spurhalteassistenten, ein Parkassistent, Fernlichtassistent, Regensensor, elektrische Parkbremse, Tempomat, Totwinkelassistent, Uconnect Live und das elektrische Schiebedach für vorne und hinten, dass sich sogar ausbauen lässt und dann erhält man zwei „Frischluftluken“.

❏ Motor + Fahreigenschaften

Jeep Renegade 75th Anniversary
Jeep Renegade „75th Anniversary“    Foto: Jeep

Den Jeep Renegade gibt es mit drei Benzinmotoren (100 PS, 140 PS und 170 PS) und drei Dieselaggregaten (120 PS, 140 PS und 170 PS). Der Testwagen in der „75th Anniversary“-Ausstattung hatte einen 2,0 Liter Multijet-Turbomotor mit 140 PS Leistung und 350 Newtonmetern Drehmoment. Das reicht für 182 km/h Spitzengeschwindigkeit und einen Sprint von 0 auf 100 km/h in 11,1 Sekunden.

Trotz der 350 Newtonmeter wirkt der Renegade beim Beschleunigen etwas angestrengt. Das kann natürlich auch an seiner Allrad-Vollausstattung liegen, die immerhin ein Leergewicht von 1.610 Kilogramm für den Jeep Renegade zur Folge hat.

Dämmung stand nicht unbedingt ganz oben auf der Prioritätsliste der Renegade-Entwickler. Der Motor ist einer von der rauhen Sorte, der nach erreichen der Betriebstemperatur auch im Innenraum noch akustisch wahrgenommen wird. Dieser Klang passt aber irgendwie zum Jeep Renegade und macht ihn deshalb schon wieder angenehm. In der Stadt genehmigte sich der Testwagen 7,6 Liter. Bei Überlandfahrten ging es dann unter die 7-Liter-Marke.

Jeep Renegade "75th Anniversary"
Jeep Renegade „75th Anniversary“    Foto: Jeep

Die Neungang-Automatik macht ihre Sache tadellos, verheddert sich trotz der vielen Fahrstufen nicht und fand während der Testfahrt immer den passenden Gang. Typisch für einen Jeep sind die längeren Federwegen und daraus resultierend gemütliche Touren. Auf der Straße fährt er solide und unauffällig, wobei die leichtgängige Lenkung auch ihren Teil dazu beiträgt. Nicht zu vergessen die ordentlich zupackende Bremsanlage.

Auf der Straße kann heute jeder SUV bestehen, aber im Gelände teilt sich sehr schnell die Spreu vom Weizen. Ist der Renegade ein echter Jeep? Ganz klare Antwort: Ja! Und damit meine ich nicht eine Pfütze auf dem Sandweg zur Gartenanlage bewältigen. Der Jeep Renegade „75th Anniversary“ kann mehr als sich die meisten Käufer zutrauen werden.

Im schwierigen Gelände bietet er eine passable Kriechgeschwindigkeit und die Drehmomentunterstützung liefert der Wandler der Automatik. Der Allradantrieb kann verblockt werden, um im Gelände sofort und unmittelbar alle Räder anzutreiben.

❏ Jeep Renegade: Fazit + Preis

Der Jeep Renegade kann nicht nur auf der Straße überzeugen, er ist in seinem Segment den meisten Konkurrenten im Offroad-Bereich weit voraus. Dazu kommen 4-Jahre-Fahrzeuggarantie und eine ordentliche Ausstattung. Die günstigste Variante des Jeep Renegade kostet 19.900 Euro, ist dann  ein Handschalter und hat Frontantrieb. Das Testmodell Jeep Renegade „75th Anniversary“ 2.0 MultiJet AWD mit 140 PS und Neungangautomatik lag mit einigen Sonderausstattungen bei stolzen 37.635 Euro.

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