Ford Mustang Convertible Foto: Ford
Ford Mustang Cabrio 2,3 Liter
Die Ford-Ikone war, ist und bleibt der Mustang. Seit 1964 wird der Ford Mustang verkauft und bis zum heutigen Tag sind mehr als 9,2 Millionen Fahrzeuge weltweit an den Mann und die Frau gebracht worden. Er hat mit zum Erfolg der Marke Ford beigetragen und das Firmen-Image aufgewertet. Ford fährt heute wieder satte Gewinne ein. Gründe dafür sind neben Kursänderungen in der Firmenpolitik auch die aufgewertete Fahrzeugflotte. 

In Deutschland verkauft Ford den Mustang erst seit 2016 direkt über ausgesuchte Händler. Die Zulassungszahlen hierzulande können sich durchaus mit denen eines 911er aus Zuffenhausen messen. Weltweit ist der Ford Mustang sogar der meistverkaufte Sportwagen überhaupt. Als Testwagen stand die „Light-Motorisierung“ des Pony-Cars zur Verfügung – ein Ford Mustang Convertible 2,3 Liter EcoBoost mit 6-Gang-Schaltung.

Ford Mustang Convertible Foto: Ford
Ford Mustang Convertible 2,3 Liter in Magnetic-Grau      Foto: Ford

Die mittlerweile sechste Generation vom Ford Mustang verkörpert wie auch schon seine Vorgängermodelle das Lebensgefühl von Freiheit und Abenteuer. Gebaut wird der Sportwagen im Werk Flat Rock (Michigan). Ein Kaufargument ist beim Ford Mustang natürlich das Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Motorenpower, die Ausstattung und das Image für unter 50.000 Euro für einen 2+2-Sportwagen mit elektrischem Stoffverdeck ist schon eine Ansage.

❏ Karosserie – Ford Mustang Cabrio

Zwei Karosserieformen – Fastback und Convertible – stehen für den Mustang zur Verfügung. Das getestete Ford Mustang Cabrio war 4,78 Meter lang, 1,38 Meter hoch und 2,08 Meter von Außenspiegel zu Außenspiegel breit. Dazu ein Radstand von 2,72 Meter. Ausstattungslinien gibt es beim Ford Mustang nicht wirklich. Die Ausstattung richtet sich nach der Motorisierung, also entweder nach dem 2,3 Liter Vierzylinder EcoBoost-Motor oder der 5,0 Liter V8-Maschine (Ford Mustang GT).

Ford Mustang Convertible Foto: Ford
Das Mustang Cabrio macht mit und ohne Stoffmütze eine gute Figur    Foto: Ford

Zwei Finnen auf der langgezogenen und nach vorn abfallenden Motorhaube setzen optische Akzente. Ford bezeichnet die Mustang-Front ein haifischähnliches Konstrukt. Dazu wurden auch drei Kiemen (sieht schick aus, sind aber ohne jegliche Funktion) in die Xenon-Scheinwerfern verpflanzt. Auf den großen, trapezförmigen Kühlergrill wurde das Mustang-Logo mittig platziert.

10 verschiedene Karosseriefarben stehen zur Auswahl. Der Testwagen war in Magnetic-Grau lackiert und das kostet 700 Euro Aufpreis. Optisch ist das Ford Mustang Cabrio eher wuchtig als grazil und alles andere als langweilig oder Mainstream.

Ford Mustang Convertible Foto: Ford
Ford Mustang Convertible 2,3 Liter EcoBoost – Heckansicht     Foto: Ford

Der Testwagen war mit silberfarbenen 19-Zoll-Felgen im Y-Design bestückt, die für meinen Geschmack das Mustang-Seitendesign aufgewertet haben. Dahinter liegen 352 mm große Bremsscheiben vorne und 330-mm-Scheiben hinten. Die Außenspiegel haben nicht nur ein ansprechendes Design, sondern sie projizieren auch bei Dunkelheit ein überdimensionales Pony-Logo auf den Asphalt. Die Türen mit den rahmenlosen Scheiben lassen sich weit öffnen und über die beleuchtete Mustang-Einstiegsleiste „besteigt der Cowboy“ dann seinen Ledersattel.

Die Spurweite ist sieben Zentimeter breiter als beim Vorgängermodell und lässt den Ford Mustang im Heckbereich richtig schön breit erscheinen. Die dreigeteilten Rücklichter mit dazwischenliegendem Mustang-Logo, ein Diffusor und die beiden dicken Endrohre verleihen dem Mustang seinen eigenständigen Ami-Charme. Ob heutzutage eine Stabantenne auf dem rechten hinteren Kotflügel platziert werden muss, darüber lässt sich streiten.

❏ Kofferraum – Ford Mustang

Platz für 332 Liter Gepäck im Ford Mustang Convertible
Platz für 332 Liter Gepäck im Ford Mustang Cabrio       Foto: F. Moritz

Mit dem Zündschlüssel oder über einen Knopf im Innenraum kann der Kofferraumdeckel geöffnet werden. Hinter der Klappe ist Stauraum für 332 Liter Gepäck. Das Beladen des Kofferraums geht bei anderen Autos sicherlich einfacher, aber der Ami soll ja auch kein Ladetalent sein. Das Ford Mustang Cabrio hat ein Leergewicht von 1.722 Kilogramm und eine maximale Zuladung von 319 Kilogramm ist möglich. Das ist nicht gerade üppig, reicht aber durchaus für den Trip zu Zweit an die Ostsee aus.

Da sich beim Mustang kein Reserverad sondern ein Tirefit-Kit unter dem Kofferraumboden befindet, ist dort noch Platz für Kleinkram. An der rechten Kofferraumwand hämmert der große Subwoofer seine Bässe in den Innenraum.

❏ Innenraum + Ausstattung

Über die große und weit öffnende Tür konnte ich bequem in den Mustang einsteigen. Für einen Sportwagen typisch, geht es natürlich ein Stück weit nach unten auf den Sitz. Der Testwagen war mit dem Premium-Paket für 2.500 Euro Aufpreis ausgestattet. Das beinhaltet unter anderem auch die Premium-Lederpolsterung für die Sportsitze.

Das Armaturenbrett ist ein Mix aus vielen Materialien Foto: Ford / James Lipman / jameslipman.com
Das Armaturenbrett ist ein Mix aus vielen Materialien, Knöpfen und Schaltern    Foto: Ford / James Lipman / jameslipman.com

Die Sitze verfügen über eine sechsfache elektrische Verstellung und können gekühlt und beheizt werden. Wichtiger ist, dass ich sehr entspannt in dem „Sattel“ sitzen konnte. Das Platzangebot für Fahrer und Beifahrer geht im Ford Mustang voll in Ordnung und die Rundumsicht entspricht dem Stand der meisten Autos, also mehr schlecht als recht. Zumindest bei geschlossenem Dach.

Ford Mustang Foto: Ford
Das Ford Mustang Cabrio hat vier Fahrmodis     Foto: Ford

Der Innenraum des Mustang Cabrio ist ein Mix aus vielen Materialien, Knöpfen und Schaltern, wobei die Optik für meinen Geschmack schöner als die Haptik ausfällt. Allerdings sollte man dabei fairer Weise sagen, dass der Käufer für diesen Kampfpreis keine Premiumausstattung erwarten darf.

Die zwei analogen Rundinstrumente hinter dem Lenkrad liegen in großen, tiefen Röhren und lassen sich gut ablesen. Dazwischen sitzt ein etwas umständlich zu bedienender Bordcomputer. Das Lederlenkrad selbst ist mit reichlich Knöpfen und den Schaltpaddels bestückt. Und es gibt noch einen richtig Handbremshebel im Mustang. Danke, Ford!

Ford Mustang Convertible Foto: Ford / James Lipman / jameslipman.com
Ford Mustang Cabrio – Zwei Einzelsitze im Fond    Foto: Ford / James Lipman / jameslipman.com

Ein 8-Zoll großer Touchscreen, Klimaknöpfe und diverse Retro-Kippschalter für das Fahrzeugupdate bestimmen die Mittelkonsole. Für die Kleinigkeiten des Lebens gibt es Ablagen in den Türtaschen, unter der Mittelarmlehne, links neben dem Lenkrad, hinter und vor dem Schalthebel.

Das Dach lässt sich nach dem manuellen entriegeln in weniger als 10 Sekunden öffnen. Ford sagt zwar, dass das Dach vom Mustang auch während der Fahrt geöffnet oder geschlossen werden kann. Bei mir hat es nur im Stand geklappt. Leider gibt der Mustang auch keinen akustischen Ton von sich, der das Ende des Öffnungs- bzw. Schließvorgangs signalisiert.

Auf den hinteren beiden Einzelplätzen haben wenn überhaupt nur kleine Kinder ihre Berechtigung zu sitzen. Hier einzusteigen ist selbst für einen Yogi die wahre Herausforderung, denn der Sitz lässt sich nicht nach vorne fahren. Es kann nur die Sitzlehne geklappt werden. Und Kopfstützen sucht man auch vergebens. Also besser ist es, die Fläche gleich als zusätzlichen Stauraum nutzen. Alles in allem ist der Innenraum sportlich gestaltet und die Verarbeitung konnte mich bei diesem Preis-Leistungsverhältnis durchaus überzeugen.

❏ Motor + Fahrleistung

Das Ford Mustang Cabrio gibt es in Deutschland mit einer V8-Motorisierung (421 PS) und als „Light-Version“ mit 2,3 Liter Vierzylinder EcoBoost-Motor. Sicherlich geht die V8-Maschine brutaler ans Werk und schmettert seine Leistung akustisch eindrucksvoll durch die Endrohre. Aber deshalb muss sich der Vierzylinder noch lange nicht verstecken. Dank Turboaufladung leistet der 2,3 Liter-Motor 317 PS bei 5.500 Umdrehungen pro Minute und bringt 432 Newtonmeter an die Kurbelwelle. In messbaren Zahlen bedeutet das für den Sprint von 0 auf 100 km/h vergehen 5,8 Sekunden und bei 233 km/h geht dem Pony die Luft aus.

Ford Mustang Convertible
Ford Mustang Cabrio mit 2,3-Liter-EcoBoost-Motor     Foto: F. Moritz

Statt wie seine Vorgänger mit einer Starachse über den Asphalt zu rumpeln, hat der Ford Mustang jetzt eine Integral-Hinterradachse mit Einzelradaufhängung. Und das macht sich fahrdynamisch und vom Handling her durchaus positiv bemerkbar. Das Fahrwerk wurde sportlich-straff abgestimmt, poltert aber ein wenig auf Kopfsteinpflaster. Es soll übrigens unter deutscher Mitarbeit entwickelt worden sein.

Mit dem Ford Mustang Cabrio lässt es sich sehr angenehm cruisen, aber auch bei Geschwindigkeiten um 200 km/h benimmt sich der Ami recht ordentlich. Auf kurvigen Straßenabschnitten lässt sich das Pony-Car mit der richtigen Führhand richtig flott um die Ecken dirigieren. Die Lenkung ist für meinen Geschmack etwas zu schwammig ausgefallen, dafür geht der Wendekreis von 12,2 Metern für die Größe dieses Autos in Ordnung. Für die kleinen Lücken im Parkhaus hat der Ford Mustang Parkpiepser und Rückfahrkamera zur Unterstützung serienmäßig.

Die Gänge lassen sich knackig schalten. Die Bremse packt ordentlich zu und lässt sich leicht dosieren. Bei geschlossenem Dach halten sich die Windgeräusche im Innenraum angenehm zurück – zumindest bis Tempo 130. Und bei geöffnetem Dach bleibt die Fönwelle bei Tempo 80 noch erstaunlich gelassen. Und das ohne Windschott!

❏ Fazit + Preis

Auch in der sechsten Generation fasziniert der Ford Mustang. Selbst mit dem Vierzylinder-Aggregat und „nur“ 317 PS ist er nicht untermotorisiert und bereitete mir besonders beim Cruisen großen Spaß. Der Verbrauch des Testwagens lag in der Stadt um die 10,5 Liter. Das Pony-Car kann jetzt auch mit dem modernen Fahrwerk und seinem ansprechenden Innendesign punkten. Der Grundpreis für den Ford Mustang Convertible mit 2,3 Liter EcoBoost-Motor beträgt 44.000 Euro und mit dem Premium-Paket kam der Testwagen auf 47.600 Euro.

Die siebente Generation vom Ford Mustang fährt schon in den USA und ist 2018 auch bei den deutschen Händlern angekündigt.

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