Luftaufnahme der Cadolzburg, Foto: Nürnberg Luftbild, Hajo Dietz
Burgerlebnismuseum auf der Cadolzburg

Wie kommt man zur Cadolzburg?  Kaum aus dem Regio von Nürnberg kommend in Cadolzburg angekommen, ist erst einmal Umherirren angesagt. Kein Hinweisschild am Bahnhof weist auf das neue Burgenmuseum Cadolzburg hin. Also laufen wir Richtung Ort und suchen die Cadolzburg. Die müsste doch irgendwo am Horizont zu sehen sein. Zumindest war das bisher bei Burgen meist so.

Bald sehen wir einen Turm und steuern darauf hin. Fehlanzeige. Es ist ein Aussichtsturm. Ein freundlicher Wanderer klärt uns dort auf: „Schauen Sie dort unten, da liegt die Cadolzburg.“ In der Tat, die Cadolzburg liegt inmitten des kleinen beschaulichen Ortes.

Unsere zeitreise beginnt sodann. Denn das ist auf der Cadolzburg möglich.  Es ist das erste Burgerlebnismuseum in Deutschland. Mit einer Datenbrille kann man  „live“ bei einem spätmittelalterlichen Turnier dabei sein. Dieses virtuelle Erlebnis ist erstmals in einem deutschen Museum mit historischer Themenstellung zu erleben. Bedauerlicherweise war die Datenbrille bei unserem Besuch defekt.

Blick auf die Cadolzburg, Foto: D.Weirauch
Blick auf die Cadolzburg, Foto: D.Weirauch

Geschichte der Hohenzollern

Es gibt eine Menge zu erleben auf der Cadolzburg. So erklärt die Ausstellung „HerrschaftsZeiten! Erlebnis Cadolzburg“ anschaulich, wie die Hohenzollern vor 600 Jahren in Franken und Brandenburg regiert und gelebt haben. Interaktive Medienstationen, Originalobjekte sowie aufwändige Reproduktionen machen die Blütezeit der Burg im 14. und 15. Jahrhundert für die Besucher lebendig.

Cadolzburg ist neue Attraktion an der Burgenstraße

Fast 37 Millionen Euro wurden in den Wiederaufbau der Cadolzburg investiert. Sie ist die neue große Attraktion an der Burgenstraße, die durch die Landschaften des Neckartals, der Fränkischen Schweiz, des Frankenwaldes und des Fichtelgebirges bis nach Böhmen führt. Die Touristikroute gewährt Reisenden einen historischen Einblick in Mittelalter, Barock und Klassizismus.

Die Skulptur „Die Feder siegt über das Schwert“ vor der Cadolzburg, Foto: D.Weirauch
Die Skulptur „Die Feder siegt über das Schwert“ vor der Cadolzburg, Foto: D.Weirauch

Dass das Konzept der Museumsmacher um Dr.  Sebastian Karnatz aufgeht, zeigen die hohen Besucherzahlen allein in den ersten beiden Wochen nach Ausstellungseröffnung: Mehr als 10.000 Besucher besuchten das Mitmach-Museum.

Mit der 3D-Brille durch die Cadolzburg Foto: Jörg Rofeld/ Bayerische Schlösserverwaltung
Mit der 3D-Brille durch die Cadolzburg Foto: Jörg Rofeld/ Bayerische Schlösserverwaltung

Beliebtes Mitmachmuseum von Anfang an

Damit gibt es nun – nach dem Deutschen Burgenmuseum auf der Veste Heldburg in der Nähe von Coburg – mit der Cadolzburg eine weitere, spannende Anlaufstelle für historisch interessierte Gäste an der Burgenstraße.

Kurz zur Geschichte: Der Markt Cadolzburg gelangte um das Jahr 1250 in den Besitz der hohenzollerschen Burggrafen zu Nürnberg. Aus dieser Zeit stammen auch die ältesten Teile der Burg. Im 14. Und 15. Jahrhundert wurde die Burg zum Zentrum ihrer Herrschaft in Franken. Cadolzburg blieb über 200 Jahre lang bevorzugter Wohnsitz der fränkischen Hohenzollern und empfing Fürsten, Könige und Kaiser als Gäste.

In Workshops mit dem Steinmetzmeister Christoph Bücker können Sie ein altes Handwerk neu erleben. Foto: Bayerische Schlösserverwaltung.
In Workshops mit dem Steinmetzmeister Christoph Bücker können Sie ein altes Handwerk neu erleben. Foto: Bayerische Schlösserverwaltung.

Der Niedergang gipfelte im Verlassen der Burg Ende des 18. Jahrhunderts. Ende des Zweiten Weltkrieges fiel die Burg einem Artilleriebeschuss zum Opfer und brannte nahezu völlig aus.  Erst im Jahr 1982 wurde mit dem Wiederaufbau begonnen. Das nun eröffnete Erlebnismuseum lässt das alte Leben auf der Burg in neuem Licht erstrahlen.

Das Neue Schloss mit dem neuen Treppenanbau des Architekturbüros Claus + Forster
Das Neue Schloss mit dem neuen Treppenanbau des Architekturbüros Claus + Forster, Foto: Bayerische Schlösserverwaltung
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Über die Burgenstraße e.V.

Die 1954 ins Leben gerufene „Burgenstraße“ zwischen Mannheim und Prag zählt zu den traditionsreichsten Ferienstraßen Deutschlands. Beginnend in Mannheim führt sie 1.200 Kilometer vorbei an mehr als 90 Schlössern und Burgen durch die Landschaften des Neckartals, der Fränkischen Schweiz, des Frankenwaldes und des Fichtelgebirges bis nach Böhmen. Die Touristikroute gewährt Reisenden einen historischen Einblick in das Mittelalter, den Barock und den Klassizismus.

Weitere Informationen unter www.burgenstrasse.de

Hier weitere Beiträge zur Burgenstrasse auf einfachraus.eu

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