ARCHAEOMUSICA in Brandenburg/Havel

Seit ihrem Auftakt im Jahr 2016 begeisterte die Sonderschau Archæomusica, von dem European Music Archaeology Project (EMAP) entwickelt, mittlerweile Besucher in vier europäischen Metropolen. Fünfter und letzter Ausstellungsstandort – und einziger in Deutschland – ist noch bis zum 27. Mai 2018 das Archäologische Landesmuseum Brandenburg in der Stadt Brandenburg an der Havel.

Auf Plakaten und Flyer zur Ausstellung ist sie zu sehen – eine Carnyx. Dieser Tierkopf soll Teil eines Musikinstrumentes sein? Das Motiv für die Ausstellung lockt die Besucher in das Archäologische Museum hinein, man möchte mehr erfahren, wie sieht es als ganzen Musikinstrument aus? Kann man es hören? Wie alt ist es, aus welchem Material wurde diese Carnyx  hergestellt? Wer hat es zu welchen Anlässen gespielt? Auf all diese Fragen erhält der Besucher nicht nur zur Carnyx eine Antwort in der Ausstellung.

Längst vergangene Klangwelten ertönen im Paulikloster wieder, einstige Lebens- und Glaubenswelten werden aus einem musikalischen Blickwinkel hör-, seh-, erlebbar. Der Besucher kann an hochqualitativen Rekonstruktionen selbst tätig werden,. Man darf diese Instrumente berühren und ausprobieren oder über einen Audio Guide sich von den fremden Klängen verzaubern lassen. Darüber hinaus bieten auch Medienstationen Informationen zur Herstellung, Spielweise und Klangwelt der ausgestellten Exponate. Im SOUNDGATE, einer halbkreisförmigen Projektionswand, kann der Besucher in einem 12-minütigen Film in vergangene Klangwelten an originalen Schauplätzen (z. B. Stonehenge) eintauchen und Musikern beim Spielen der alten Musikinstrumente zuschauen.

Im ersten Teil der sehenswerten Schau hat das Ärchäologische Landesmuseum Brandenburg zahlreiche originale Musikinstrumente aus neun Bundesländern zusammengetragen und ausgestellt. Erstmals werden diese rund 70 Exponate gemeinsam präsentiert. Sie belegen, dass man bereits vor mehr als 7000 Jahren in unseren Breitengraden mit Schwirrhölzern und Schneckenhäusern Geräusche und Klänge erzeugen konnte.

Rassel in Form eines Schwanes, Niemegk, Bronzezeit, Lausitzer Kultur, Foto: Weirauc
Rassel in Form eines Schwanes, Niemegk, Bronzezeit, Lausitzer Kultur, Foto: Weirauch

 

Halskragen mit Klapperblechen, Potsdam-Bornim, Bronzezeit, 1300 - 750 v. Chr. Foto: Weirauch
Halskragen mit Klapperblechen, Potsdam-Bornim, Bronzezeit, 1300 – 750 v. Chr. Foto: Weirauch

Drei Themenräume (Die Ursprünge der Musik, Instrumente im Laufe der Zeit und Musik der Sterblichen, Musik und Götter) zeigen die Geschichte von wunderbaren Musikinstrumenten und Klanggeräten der Vergangenheit.

Zurück zur Carnyx: Sie ist ein langes, gerades Horn mit einem nach vorne gebeugten Tierkopf am Ende, das in vielen Teilen Europas in der Eisenzeit gespielt wurde. Es galt als typisch keltisches Instrument und war so markant, dass die Römer darüber schrieben und es als Symbol ihrer unterworfenen Feinde abbildeten. Die schönsten Exemplare wurden in einem gallischen Tempel in Tintignac in Frankreich gefunden.

 

Informationen zur Sonderausstellung

  • „ARCHAEOMUSICA The Sounds and Music of Ancient Europe – 40.000 Jahre Musikgeschichte Europas“
  • Wo ? Archäologisches Landesmuseum Brandenburg, Neustädtische Heidestraße 28, 14776 Brandenburg an der Havel
  • Eintritt:  Eintritt: 5  erm. 3,50 Euro, Familien 10 Euro
  • geöffnet: Dienstag bis Sonntag: 10:00 – 17:00 Uhr, Montag: geschlossen (Ruhetag)
  • Homepage mit Begleitprogramm: http://www.landesmuseum-brandenburg.de/de/veranstaltungen/archaeomusica/
Im Exploratorium kann jeder selbst ausprobieren, wie es damals klang,Foto: Weirauch
Im Exploratorium kann jeder selbst ausprobieren, wie es damals klang,Foto: Weirauch

Archaeomusica

The Sounds and Music of Ancient Europe
40.000 Jahre Musikgeschichte Europas

Eine multimediale Wanderausstellung mit musikalischen Darbietungen.
noch bis 27. Mai 2018

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