Buchtipp für Biertrinker

Sind Hopfen und Malz schon verloren? Ich hoffe nicht.  Heute beginnt eine  Recherchereise zur Rettung der Bier-Welt in #DeinNRW – Werde „Bier-Pionier“!

Bier ist ja eines meiner Lieblingsgetränke oder das Lieblingsgetränk? Das hängt von der Qualität und dem Ambiente ab. Ständig bin ich deshalb auf der Suche nach kleinen Brauereien, heute auch Craftbier – Brauereien genannt. Einen kleinen Vorgeschmack auf die Biervielfalt bekommt man bein Lesen des Buches „111 Bier, die man getrunken haben muss!“

Es soll um die 5000 verschiedene Biersorten in Deutschland geben. Zumindest meinen das Bier-Experten. In dem Buch „111 Deutsche Biere die man getrunken haben muss“ (Emons Verlag) sind ein Bruchteil davon versammelt.

Die Fränkische Bierstraße
Die Fränkische Bierstraße

Klangvolle Namen neben weniger bekannten Bieren. Beispielsweise Becks’, Bitburger, DAB, Flensburger, Gaffel Köln, Hacker-Pschorr, Hasseröder, Hofbräu München, Holsten, Jever, König Pilsener, Lübzer, Radeberger, Sternburg, Faust, Veltins oder Wernesgrüner.

Ein Abend mit bayerischer Bier- und Esskultur Foto: Promo

Kurzporträts bekannter Brauereien

Das Buch ist lesenswert, schon wegen der teils launig geschriebenen Porträts der Brauereien. Viele der berühmten – und auch der weniger berühmten – Biere hierzulande haben eine so interessante Geschichte, dass man manchmal meinen könnte, sie wären zum Trinken fast zu schade. Das meine ich scherzhaft. Denn genießen wollen wir ja das Bier.

Und es kann ja nie schaden, wenn man mehr über die Flüssigkeit weiß, die man da zu sich nimmt. Zahlreiche Fragen werden in dem kurzweiligen Führer durch die Bierwelt beantwortet. Darunter solche: In welche Bierhauptstadt pilgern die Freunde des Gerstensaftes? Wo gibt es das stärkste Bier der Welt? Welche Brauerei ist fest in Frauenhand? Und gibt es in Köln mehr als nur Kölsch?

Bräuhaus Kneipe Pur in Plaue am Rande von Brandenburg/Havel, Foto: D.Weirauch
Bräuhaus Kneipe Pur in Plaue am Rande von Brandenburg/Havel, Foto: D.Weirauch

Reise durch die Bierregionen

Sicher, die neuen Craftbrauereien und auch beliebte Gasthausbrauereien findet man kaum in dem Buch. Warum eigentlich nicht ? Auch die kleinste ostdeutsche Brauerei in Singen in Thüringen kommt, obwohl sie es schon wegen der original erhaltenen alten Brautechnik (inklusive der einmal wöchentlich arbeitenden Dampfmaschine durchaus verdient hätte), darin nicht vor.

Braumeister und Gastwirt Gernot Brätz vom Bräuhaus Kneipe Pur in Brandenburg - Plaue
Braumeister und Gastwirt Gernot Brätz vom Bräuhaus Kneipe Pur in Brandenburg – Plaue

Köstritzer Schwarzbier und Ur-Krostitzer

Dafür entdeckte ich das zum Radeberger Brauimperium gehörende, sich durch starken Geschmack auszeichnende Bier von der BraufactuM in Frankfurt/Main oder das rauchige Eibauer Schwarzbier aus der Oberlausitz. Ebenso sind Colbitzer Pils (Colbitz liegt nördlich von Magdeburg),

Deputatbier der glückauf Brauerei im Erzgebirge
Deputatbier der Glückauf Brauerei im Erzgebirge

das Engel Kellerbier aus Crailsheim, das Köstritzer Schwarzbier aus Bad Köstritz bei Gera (nicht zu verwechseln mit dem Ur-Krostitzer aus Krostitz bei Leipzig), und das Landskron Pilsener aus Görlitz vertreten. Und Rothaus Tannenzäpfle, die Badische Staatsbrauerei im Schwarzwald. In vielen Brauerein gibt es täglich Führungen.  Ich war unlängst in der Brauerei Faust in Miltenberg in Churfranken und konnte dort wieder viel Neues erfahren.

Brauerei Faust

Nach der Lektüre des Buches weiß ich auch, warum der Kronkorken 21 Zacken hat, der Urkronkorken aber 24 Zacken.

Das Bier auf der Insel Texel, das "Texels"
Das Bier auf der niederländischen Insel Texel, das „Texels“

Tag des Deutschen Bieres

Übrigens findet jährlich am 23. April ein sogenannter Tag des Deutschen Bieres statt, mit dem die deutsche Brauwirtschaft an das Reinheitsgebot erinnert. Dieses Datum wurde laut Wikipedia gewählt, da am 23. April 1516 für das Herzogtum Bayern eine neue Landesordnung erlassen wurde, die eine Textpassage enthält, auf die sich zumeist bezogen wird, wenn von einem Reinheitsgebot die Rede ist.

bier

Thomas Fuchs versteht anzuregen, nicht nur die eine oder andere Biersorte auszuprobieren, sich näher mit der Geschichte der Brauerei in seiner Region zu beschäftigen. Und er macht Lust, im kommenden Jahr das eine oder andere Bierfest zu besuchen.

Lobenswert: Steckbrief zu jeder Brauerei

Überhaupt ist der Steckbrief zur jeweiligen Brauerei kurz und informativ. Viele Brauereien bieten Führungen durch ihre Fabrikanlagen an, andere bilden Interessierte in Tageskursen zum Hobbybrauer aus (mit Diplom selbstverständlich). In der  Braumanufaktur Templin am Rande von Potsdam habe ich den Hobby-Bierbrauerkurs absolviert.

Mein Lieblingsbier gibt es hier

Vielfältig: Palette der Braumanufaktur Forsthaus Templin Potsdam
Vielfältig: Palette der Braumanufaktur Forsthaus Templin Potsdam

Übrigens sind meine Lieblingsbrauereien nicht in dem Buch vertreten: die Meierei von Jürgen Solkowski am Neuen Garten in Potsdam, die Brauereinanufaktur Potsdam am Templiner See amRand von Potsdam und die Glückauf Brauerei im sächsischen Gersdorf.

Brandenburg hat 20 kleine Brauereien

Im Land Brandenburg gib es derzeit rund 20 kleine Brauereien. Sie produzieren nach Angaben des Fördervereins der Brandenburger Klein- und Gasthausbrauereien durchschnittlich zwischen 500 und 5000 Hektoliter pro Jahr.

Plattenburger Biere kommen aus dem Brauhaus der Plattenburg in der Prignitz. Foto: Plattenburg
Plattenburger Biere aus der Prignitz, Foto: Medienkontor
Gastfreundliches Brauhaus zur Alten Ölmühle in Wittenberge, Foto: D.Weirauch
Gastfreundliches Brauhaus zur Alten Ölmühle in Wittenberge, Foto: D.Weirauch

Das Reinheitsgebot gilt als ältestes Lebensmittelgesetz der Welt und ist ein Garant für Qualität. Auch lesenswert, das im gleichen Verlag erschienen Buch über 111 Wirtshäuser…..

  • Infos
  • Thomas Fuchs: „111 deutsche Biere, die man getrunken haben muss“, ISBN 978-3-95451-414-4, 14,95 Euro, Emons Verlag

 

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